Hallo zusammen,
Ich möchte zu meinem Post weiter oben nochmal ein paar erklärende Worte anfügen, die ich auch dem Threadersteller ans Herz legen möchte.
und finde persönlich den Weg erfolgversprechender, bei dem man sich Erfolge erarbeitet.
! Ganz meine Meinung !
Ich habe mich auch schon vor über 20 Jahren sehr für Astronomie interessiert.
Mein damals noch lebender Vater wollte mir vor mehr als 15 Jahren eine Freude machen und hat irgendwann gesagt:
"Kauf Dir ein richtig gutes Teleskop, ich bezahle es Dir. " (Auch so mit dem Hintergedanken : "Wenn man was teures kauft, muss der Erfolg sicher sein.")
Ich habe mir damals ein Meade 10" LX200 gekauft, mit allem Schnickschnack , Zeroshift Rotator, Maxbright Bino, 'ner Polhöhenwiege, diversen guten Okularen, ......
Ich glaube, das hat damals alles zusammen über 6000,- Euro gekostet.
Also nach meinen Maßstäben bin ich damals finanziell "
voll eingestiegen".
Naja, der geneigte Leser wird den weiteren Verlauf bereits ahnen......
Keine zwei Jahre später habe ich alles für ca 50% des Kaufpreises wieder verkauft.
Warum ? Naja, ganz einfach: ich hatte den blumigen Versprechen aus den Prospekten vertraut ("mit 10" Öffnung
sehen Sie Galaxien") und war nicht
nur völlig enttäuscht auch mit 10" gar nix zu sehen, sondern auch frustriert mit diesem schwerem Trümmer überhaupt nicht klarzukommen.
Da ich damals schon Rückenbeschwerden hatte, konnte ich das Teil ohne Hilfe meiner Söhne zwar mit Mühe in den Garten schleppen aber fast nicht aufbauen.
Vor etwa 6 Jahren, also ca 15 Jahre später habe ich das ganze dann "ganz vorsichtig" wieder angefangen, mit einem Celestron C6 auf so einer kleinen Goto-Montierung für damals ca 1000,- Euro.
Wollte eigentlich "nur" Planeten beobachten, evtl. fotografieren. Wusste ja inzwischen, daß man Galaxien eben am Stadtrand einer Großstadt nicht sehen kann.
Das war schon gar nicht schlecht und ich war begeistert von Jupiter und Saturn. Leider liess sich auf dieser Montierung keine Kamera anschnallen,
da war der ALT-Antrieb schon überfordert und meine Canon passte auch mechanisch nicht dran.
Der zweite Schritt war dann sozusagen ein Glückstreffer (und heute würde ich auch vom vorigen ersten Schritt (C6 auf ALT/AZ) gleich abraten).
Ich habe hier über's Forum eine HEQ5 und ein 102mm TS Photoline günstig "geschossen".
Und mit diesen beiden Teilen habe ich jetzt inzwischen über 4 Jahre sehr viel gelernt :
- Umgang mit einer EQ-Montierung (Aufstellung, Einnorden, ....)
- Monate später : erste Astrofotografie-Versuche an Jupiter und Saturn mit einer ASI178MC
- SW dazu lernen : firecapture, Autostakkert, Photoshop
- Dann (aus Versehen !!) mal die M51 ins Visier genommen und schon das erste Bild (noch ohne Guiding) hat mich umgehauen.
- Dann (Monate später) angefangen Guiding zu lernen, ich wollte unbedingt mehr DS aufnehmen.
- Dann (1 Jahr später) ein etwas größeres Teleskop (127mm ES Triplet APO) über's Forum zu fairem Preis erworben.
( Meiner Meinung nach für Astrofotografie auch das Limit für die HEQ5. Habe vor ca 1 Jahr lange überlegt, auf eine EQ6-R umzusteigen.
Habe dann aber den Entschluss gefasst, bei der HEQ5 (inzwischen auch Riemenantrieb) zu bleiben, da diese für mein Kreuz gerade noch gut "tragbar" ist.
Und somit ist dann halt bei den Teleskopen auch bei 8-9kg Tubusgewicht Ende der Fahnenstange.)
- Dann kam vor ca 1 Jahr der Wunsch nach Platesolving. Hatte es satt, trotz sorgfältigem Einnorden und Star-Alignment immer suchen zu müssen.
Platesolving ..... wieder eine neue, recht große Herausforderung. Weg von der Handboxsteuerung, NINA auf einen Mini-PC und wieder Monate des Lernens.
Seit einem halben Jahr läuft das nun endlich !
Jeder dieser Schritte war mit Lernen, Ausprobieren, Misserfolgen und Erfolgen verbunden, aber der Weg war letztlich (auch Dank dieses Forums) erfolgreich
und das war dann immer ein schönes Erfolgserlebnis.
Aber ich bin sicher, der Weg des Lernens ist noch (lange) nicht beendet !
Also, genau das ist für mich "In ein Hobby
voll einsteigen."
Viele Grüße
Jürgen