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hallo Proppi,

dieses Teleskop ist zu lang um Überblick zu bieten, und es ist zu dünn um höher auflösen zu können, die Montierung ist zu wackelig um das lange Rohr scharf stellen zu können.

Für kleines Geld suche dir lieber eine kurze Röhre, die ist wenigstens mechanisch stabiler, versuche auf einen Okularauszug aus Metall zu achten, und wenn es das Budget erlaubt, und nur Himmelsbeobachtung das Ziel ist, bietet ein 114/900 viel mehr Licht und ein farbreines Bild für wenig mehr Geld.

Auch ein Gebrauchtkauf ist eine Option, die Geräte rosten ja nicht...

lg Tommy
 
Hallo,

in Bezug auf Deep-Sky und Mechanik stimme ich meinen Vorrednern zu, nicht jedoch was die Eignung für Mond und Planeten angeht:

Ich habe an Mond und Planeten mit dieser Öffnung sehr ansprechende Ergebnisse erzielt, auch wenn sie nicht an Vier Zoll und mehr heran kommen. Hier bekommst du einen Eindruck davon, was ca. 70mm Öffnung an Mond und Planeten leisten:

http://forum.astronomie.de/phpapps/.../topics/626175/Astrofotografie_mit_einem_76_7

http://astronomie.klaus-moedinger.de/mond2006.html Auf der Seite sind Aufnahmen mit dem "Klassiker" 70/700 mm (Lidlscope).

http://astrofanweb.de/joomla/index.php?option=com_content&view=article&id=100&Itemid=121

Ich möchte auch zwei Vorteile von kleinen Öffnungen nicht verschweigen, die sich gerade bei der Mond- und Planeten zeigen und sich mit einer entsprechend stabilen Montierung (diese einmal vorausgesetzt) ausspielen lassen:

Das Gerät ist aufgrund seiner kleinen Öffnung extrem seeing-resistent. Dies macht sich in der Stadt positiv bemerkbar, da man in vielen Nächten ein ruhigeres Bild erhält als mit größeren Öffnungen.

Die Auskühlzeit ist extrem gering, so dass man schneller mit der Beobachtung beginnen kann. Das ist praktisch, wenn man nicht bis spät in die Nacht beobachten kann.

Ich halte die Optik aus diesen Gründen für ein sehr gutes Zweitteleskop zur schnellen Sonnen-, Mond- und Planetenbeobachtung. Letzendlich ist das Gerät ein Spazialist für Sonne, Mond und Planeten und ggf. helle Dee-Sky-Objekt, z.B. offene Sternhaufen mit langbrennweitigen Okularen.

CS und VG Christian
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo,


ich habe ich vor 25 Jahren mit einem ähnlichen Gerät angefangen und dann schnell lernen müssen, das ich mehr wollte und mit dem Gerät schnell an die Grenzen kam.
Ich habe versucht es zu verkaufen, allerdings kaum etwas für bekommen und habe dann ein größeres Gerät zugelegt. Am Ende war alles dann teurer, und ich kam zu der Erkenntnis:

Lieber etwas länger sparen und direkt ein ausbaufähiges Gerät kaufen. Auch gebrauchte Geräte sind vielleicht zu empfehlen. In jedem Fall würde ich viel Wert auf eine stabile Montierung legen und dazu lieber eine etwas kleinere und leichtere Optik dazukaufen. A und O ist die Stabilität. Heute gibt es schon schöne Optiken, wie den ED 70/420, die es neu für knapp 300€ gibt.

Gruß

Christian ;)
 
Hi proppi,

spare lieber noch, die Schwachstelle ist die EQ1, die viel zu wackelig ist um das Teleskop stabil tragen zu können.

Gruß
Lots
 
Guten Morgen,

zumindest habe ich damit schon schöne Resultate erzielt und bin zufrieden. Ich habe ein Bild mal drangehängt, welches ich mit dem Gerät gemacht habe. Da ich derzeit nicht zu Hause bin, habe ich nur dieses greifbar und mußte es umständlich verkleinern, sorry dafür.
Klar, nach 25 Jahren mache ich mit dem Gerät keine Mond oder Planetenaufnahmen mehr.... :augenrubbel:

Gruß

Christian
 

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Hallo Micha,

hast du den ersten Link überhaupt gelesen? Stefan schreibt es auch mit der Seeing-Resistenz, und ich habe es bereits immer wieder erlebt, dass die Seeing-Anfälligkeit mit der Öffnung abnimmt. Das kann auch an den jeweils örtlichen Bedingungen liegen.

Die in Bezug auf Seeing-Unschärfen besten Sonnenbeobachtungen (um mal einen Extremfall zu nehmen) gelangen mir beispielsweise immer nur mit Refraktoren der 60 bis 90mm-Klasse. Das war, auch bei Mond und Planeten und mit verschiedenen Teleskopen, so oft, dass es kein Zufall mehr ist.

CS und VG Christian
 
W O W ! ! !

mit solch einer resonanz nach einem tag habe ich ehrlich gesagt nicht gerechnet. Danke erstmal für die vielen informativen beiträge!!!!

ich werde es mir gründlich überlegen ob ich mir ein kostengünstiges modell kaufe oder vielleicht doch ein modell welches teurer ist aber dafür auch mehr an leistung und qualität bietet!

die reingestellten bilder sowie die links habe ich gesehen und bin überrascht welch tollen blick einem ein "billigteleskop" bietet. die mondfotos sind wirklich "toll" geworden!!!

wenn es soweit ist werde ich es euch hier wissen lassen und mit weiteren fragen bombardieren! ;-)

MfG Micha
 
Hi!

Ich werde zwar jetzt wahrscheinlich gleich wieder Prügel einstecken, aber wenn schon 70/900, dann würde ich dir den Celestron AstroMaster 70AZ empfehlen, der steht auf einem Videoneiger auf Stahlstativ - ziemlich stabil, und noch brauchbar nachführbar. Außerdem ist es viel schneller aufgebaut als eine parallaktische Montierung. Die Vor- und Nachteile des eigentlichen Teleskops sind die selben.

Allerdings darfst Du nicht vergessen, dass ein ordentlicher mittelgroßer Videoneiger alleine schon mehr kostet als das ganze Teleskop.

Weiterer Vorteil wäre der Leuchtpunktsucher statt des Sucherfernrohrs - der ist zwar nicht dimmbar, aber für die Planeten ist das egal. Sinnvoll wären noch ein 32mm-"Übersichtsokular" und evtl. ein Okular um die 9mm Brennweite mit größerem Gesichtsfeld als das beiliegende 10mm.

Bei Deep Sky denken hier immer alle an ausgedehnte Nebel, aber zumindest Doppelsterne, viele Sternhaufen und z.B. der Orionnebel gehen auch schon ganz gut und verlangen keine Minimalvergrößerung. Ein Fernglas für die Planetenbeobachtung zu empfehlen ist Blödsinn - da hat wohl der Reflex gegriffen, zum Einstieg erst mal ein Fernglas zu empfehlen (was ja auch stimmt, wenn es um ausgedehntere Ziele geht - Nebel, Sternhaufen, einige Galaxien). Für Planetenbeobachtung bieten sich langbrennweitige Geräte an, da man die nötigen hohen Vergrößerungen leichter erreicht. Beim oben von Christian angesprochenen 70/420 brauchst Du ein 3mm-Okular, um 140fache Vergrößerung zu erreichen (das ist die sinnvolle Höchstvergrößerung - doppelter Objektivdurchmesser in mm), und da ist bei günstigen Okularen der Einblick schon sehr unangenehm.

Unterhalb von rund 500 Euro muss man halt einiges an Kompromissen eingehen, aber zum Reinschnuppern und für Sonne (Du brauchst noch einen Sonnenfilter aus AstroSolar-Folie), Mond und Planeten geht das schon erst mal.

Gibt's in deiner Nähe eine Vereins-Sternwarte? Als Mitglied kannst Du in der Regel nach Einweisung die dort vorhandenen Geräte selbständig nutzen, der Jahresbeitrag rechnet sich schnell (und schraubt deine Ansprüche nach oben, aber Du weißt dann, was Du willst und ob es dir das wert ist). Den Überblick gibt's hier: http://astronomie.de/gad/

Gruß,
Alex
 
Hallo,

ich bins nochmal. Hast du bestimmte Gründe, z.B. "Schnellspechteln", warum es unbedingt ein 70er Refraktor sein soll? (Dafür hat er sich oft bewährt.) Oder ist dein Budget so eng, dass du keine andere wahl hast?

Falls es, aus welchen Gründen auch immer, unbedingt ein Refraktor dieser Größe sein soll, würde ich zum Klassiker Skylux raten:

http://www.meade.de/produkte/teleskope/product.html?act=pdis&actid=4670700&cHash=5b0b77411f

Die Montierung gilt als sehr stabil, und es hat aufgrund der kleineren Brennweite ein etwas größeres Gesichtsfeld bei schwachen Vergrößerungen.

Ansonsten würde ich etwas länger für einen Allrounder, z.B. den 8'' f/6 Dobson sparen. Der kostet neu ab etwa knapp 300 Euro, bietet aber eine Fülle von mehr Möglichkeiten.

Ich bin gerade etwas auf dem Sprung und kann deshalb die Vorteile im einzelnen nicht aufzählen. Ich melde mich heute Abend noch einmal.

CS und VG Christian
 
hallo Proppl,

auf der Seite die du ganz oben verlinkt hast, gibt es unter "Erfahrungsberichte" einen netten informativen Bericht, der die Lobeshymnen in der Produktbeschreibung ins rechte Licht setzt, ein Lehrbeispiel.

Das Teleskop wird auch nicht auf der EQ1 angeboten, das ist irgend ein noch wackligeres Teil. Die halten sich leider nicht an die üblichen Bezeichnungen, ich habe auch schon eine als "EQ3" bezeichnete Monti dort gesehen, das war eine Astro-3 wie sich herausstellte.

Ich habe verschiedene Optiken der 70mm Klasse per Ronchitest in Autokolli getestet, und darauf meinen Astrohändler bewogen diese Rohre zukünftig aus dem Sortiment zu nehmen, so schlecht schnitten die ab. Stattdessen werden die 80 und 90mm Linsen mit Metall-Okularauszug angeboten, die haben auch viel bessere Optiken.

Es ist sicher klug, als erstes Teleskop sich was besseres zu kaufen. Es gibt wirklich Scopes die nicht viel mehr kosten aber wesentlich mehr bringen. Beispiele sind schon genannt worden.

lg Tommy

PS: Dass kleine Instrumente weniger seeing-anfällig sind und ein ruhigeres Bild zeigen, ist auch meine Erfahrung, allerdings wird dieser Vorteil von der mangelnden Auflösung und Lichtstärke aufgefressen. Man sieht trotzdem eher weniger als mit einem grösseren Scope,denn da kann ich wenigstens die Momente guter Luftruhe nutzen.
 
Hallo auch,

einen 70/900er FH auf einen Videoneiger zu stellen, ist die mit Abstand kühnste Idee, die ich je gehört habe ;-) Weißt du, was das Teleskop für einen Hebel verursacht? Ein solcher Mond- und Planetenkiller ist dafür da, um hoch zu vergrößern. Mit Videoneigern gehts (aus eigener Erfahrung) bis etwa 50-fach noch ganz angenehm, wird aber schon wacklig, auch bei entsprechend hochwertigeren Modellen. Wen wunderts, soll ja kein Meter-Rohr drauf...Andererseits hoffe ich, dass die EMpfehlung für den 70er-ED nicht wirklich ernst gemeint war, das ist nun beileibe kein Einsteigergerät. Für erfahrene Beobachter sehr schön, aber für den Einsetiger schon viel zu speziell.

Auch die Aussage, dass man mit einem Budget von unter 500 Euro viele Kompromisse eingehen muss, ist mehr als gewagt und schlichtweg nicht richtig. Für so viel Geld bekommt man einen 8"-Dobs mit Übersichts- und Planetenokular sowie einem Leuchtpunktsucher. Ein bisschen Tuning mit Velour sowie ein wenig Schrauben an der Rockerbox, fertig ist ein hervorragendes Allround-Gerät ohne ausgeprägte Schwächen. Inwiefern man da ein "Kompromissgerät" erwirbt, ist mir fraglich.

Tja, und dann noch die Sache mit dem Seeing...Also für mich ist das kein Argument in weniger Öffnung zu investieren. Der einzige Unterschied, warum solche Kleinst-Teleskope "saubere" Bilder zeigen, ist schlichtweg das geringere Auflösungsvermögen. Das Wabbern der Luft ist weniger störend. Mit einem vernünftig temperierten Teleskop höherer Öffnung ist das Bild nunmal detailreicher und das Auflösungsvermögen höher. Deshalb wird das Wabbern mehr wahrgenommen. Aber man sieht nicht mehr oder weniger Details, weil nur das verlorengeht, was (bedingt durch das größere Auflösungsvermögen) dazukommt. Patt also.

Bei kleinem Budget ist ein vernünftig montierter 114/900er oder eben ein gutes Fernglas die beste Wahl. Ersterer ist in der Bedienung komplizierter und weniger transportabel, zeigt aber mehr. Letzteres ist einfach zu handhaben und auch für den erfahrenen Hobbyastronomen eine Bereicherung und für die ersten Schritte am Himmel sicherlich eine schöne Sache. Wer aber unbedingt Planeten "ganz groß" sehen möchte, wird wohl eher mit dem Newton glücklich werden. Presilich nicht viel weiter oben ist außerdem ein 150/1200er Dobson angesiedelt. Vielleicht eine Alternative?

Gruß und CS,
Marcel
 
hallo Marcel,

Alex führt für die Firma Baader Kurse mit dem von denen als günstiges Einsteigerrohr angesehenen 70/900 auf dieser Monti durch. Es war zuerst ein ordentliches Gerangel, weil das natürlich nicht die Empfehlung der a.de Community war, wie es dargestellt wurde, und die meisten sich dagegen verwahrt haben. Ich habe damals auch an Michael Risch von Baader geschrieben, ob sie nicht noch was besseres nachlegen können.

Ich hoffe ja, dass er mit diesen Kursen Erfolg hat, und Astroeinsteigern den Weg zum Himmel öffnen kann, trotz des Equipments. Vielleicht ist ja seine spezielle Kombi etwas weniger wackelig, er weiss das sicher am besten. Ob man jetzt Celestron oder Skywatcher nimmt, ist egal weil beide kommen aus derselben Fabrik in Ningbo. Celestron läuft halt noch über Baader.

Nur ein Erklärungsversuch, im Übrigen bin ich mit deinem Statement völlig d'accor.

lg Tommy
 
Hallo Marcel,

ein leichter 70/900 geht bis 100x auf einem gut gängigen Videoneiger mit Rutschkupplung überraschend gut (mehr hab ich nicht probiert), wenn Du einen stabilen, langen Hebel zum Nachführen hast und das Teleskop fast nichts wiegt. Bei den Geräten ist ja auch spätestens bei 140x Schluss, realistischer ist 100-120x. Speziell der AZ70 ist meiner Meinung nach auf der azimutalen Montierung für das Geld okay; auf der parallaktischen würde ich ihn nicht mal scharf ansehen wollen, auch wenn er dekorativer ausschaut... Aber: You get, what you pay for, durchaus möglich, dass es Positionen gibt, wo er durchrutscht (auch unter dem Stichwort Serienstreuung). Aber das bereitet weniger Frust als eine unterdimensionierte parallaktische Montierung der Klasse Wackeldackel.

Mit meinem ED80 konnte ich im Lieferzustand auf einem TS-Neiger bis etwa 100x gehen und mit der aktuellen Ausbaustufe schätzungsweise bis 50x oder 70x - das Gerät wiegt jetzt deutlich mehr und hat einen ungünstigen Schwerpunkt. Das Limit hängt auch der eigenen Leidensfähigkeit und dem Gesichtsfeld der Okulare ab.

Rein vom Gefühl her wiegt der komplette AZ70 soviel wie mein 36er-Hyperion-Okular mit Zenitspiegel, dementsprechend wenig Hebel übt er aus. Und auch Videoneiger ist nicht gleich Videoneiger: Neulich hatte ich mit einem kleinen Richfielder (70/400?) auf einem Videoneiger mit Alu-Stativ beobachtet, was bis 30x wunderbar ging - aber eine schwere Spiegelreflex wollten wir nicht auf das Stativ setzen. Ich kenne sogar noch einen alten Fraunhofer aus dem 19. Jahrhundert (ca. 80/1300 oder so), der auf einem einfachen Gelenk montiert ist - funktioniert, aber das will ich keinem mehr zumuten, vor allem nicht mit den damaligen Okularen mit Mini-Gesichtsfeld :-) Das ist wirklich nicht mehr State-of-the-art...

Zu dem 500-Euro-Kompromiss: Für 300 Euro ist ein Dobson drin, der aber noch getunt werden sollte (das ist für mich der erste Kompromiss, ich will nichts, was ich erst noch optimieren muss - andere Leute basteln gerne). Dann bleiben 200 Euro für 3 Okulare, Literatur, eventuell noch Leuchtpunktsucher und anderer Kleinkram (Nebelfilter in 2-Zoll, Grau-/Polfilter für Mond, Rotlicht...). Das wird schon eng und langt zwar für eine wirklich brauchbare Okularausstattung, aber das dürfte nicht die endgültige sein. Ab 500 Euro Neupreis würde ich sagen, ist eine sinnvolle Ausstattung möglich, unter 500 (oder sagen wir 400, das ist natürlich keine harte Grenze, sondern nur eine Hausnummer) wirds eng. Entweder wird ein Okular eingespart, oder irgendwo anders klemmts, und Bastelarbeit steht auch noch an. Sowas verstehe ich unter Kompromisse: Es bleiben Wünsche offen, und es ist kein Budget für eventuelle Fehlkäufe da. Das heißt nicht, dass man für 499 Euro nur Aussteiger-Teleskope bekommen würde, sondern nur, dass das ganze noch ausbaufähig ist :-)

Daher auch mein Verweis oben aufs GAD: Die nächste Sternwarte hat in der Regel einiges an Geräten, mit denen man testen kann, wie die eigenen Ansprüche sind. Das kann zwar langfristig sehr viel teurer werden, aber dafür setzt man kein Geld in den Sand, sondern kriegt etwas, das "preis-wert" ist.

Gruß,
Alex
 
Hallo Christian,

mich würde interessieren, wie Ihr die Seeing-Resistenz geprüft habt. Habt Ihr z.B. öfters nebeneinander verschiedene Öffnungen bei gleichen Vergrößerungen stehen gehabt und dann verglichen?

CS

Klaus
 
Hallo Klaus,

ja, ich habe öfters die Möglichkeit, verschiedene Öffnungen direkt zu vergleichen: Ab zehn Zentimeter Öffnung nimmt das Seeing bei meinen bisherigen Vergleichen häufig, aber nicht immer geradezu sprunghaft zu.

CS und VG Christian
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Tommy,

jein. Nehmen wir als Beispiel meine Balkon-Geräte, das Celestron 90 MAK (Baujahr 1986) und das MEADE 8'' ACF.

In 75% aller Nächte ist das Seeing so schlecht, dass bei mittleren und hohen Vergrößerungen das ACF nicht mehr genau fokussiert werden kann, das C90 aufgrund der geringeren Seeing-anfälligkeit hingegen schon. Oft ist die Luft jedoch für Sekundenbruchteile so ruhig, dass das ACF kurzzeitig seine volle Leistung entfaltet. Die kurze Zeit reicht jedoch meist nicht aus, um die Detailflut bewusst wahrzunehmen.

Das Bild im C90 zeigt also bis auf kurze Ausnahmen mit ruhiger Luft die gleiche Auflösung wie das ACF. Unter entsprechenden Seeingbedingungen ist das ACF aber um Klassen besser.

Bei durchschnittlichem Seeing empfinde ich das Bild im C90 aufgrund des ruhigeren Erscheinungsbildes als angenehmer zu betrachten, da man zwar weniger Details erkennt, die dafür aber leichter wahrzunehmen sind, als wenn das Bild unruhiger ist.

CS und VG Christian

 
hallo Christian,

verzeihe bitte wenn ich so hartnäckig nachfrage: Wie sieht es aus, wenn du beide Geräte bei der gleichen Vergrösserung betreibst?

Ich meine bemerkt zu haben, dass grössere Geräte durchaus auch ein ruhigeres Bild liefern, wenn man nicht versucht am Planeten auf die Standard-maximalvergrösserung von 0,7mm AP zu gehen, sondern mal auch mit weniger zufrieden ist, je nachdem was die luft hergibt. Wie sieht das bei dir aus?

lg Tommy
 
Hallo Tommy,

meine Ausführungen bezogen sich auf jeweils gleiche Vergrößerungen, in meinem Fall 200-fach.

Edit:

Bei niedrigen Vergrößerungen zeigen beide etwa gleich viel Detail, je nach Durchsicht ist mal das eine, mal das andere besser, je nachdem, welches ich gerade aufgebaut habe.

Das Bild ist im kleinen Rohr bei mir durchweg bei allen Vergrößerungen ruhiger. Die Auflösung des ACF steigt erst bei mittleren Vergrößerungen gegenüber dem C90 deutlich sichtbar an.

CS und VG Christian
 
Zuletzt bearbeitet:
hallo Christian,

huh, einen 90mm Mak mit 200 facher Vergrösserung zu betreiben, da wundere ich mich dass du noch mit dem Bild zufrieden bist! Der Kleine wird da ja schon ordentlich zum Weichzeichner, und dunkel obendrein.

Wenn ich zB Jupiter in meinem 80/600 ED auf 160x aufblase, also 0,5mm AP, ist es mit schon zu dunkel und verwaschen. mit dem 120/900ED kann ich auf 180x gehen, und mehr geht in der Regel auch mit dem 9" Newton nicht - aber das Bild ist viel heller und doch auch detaillierter. Mit meinem C6 bin ich am Planeten nicht sonderlich zufrieden, die 33% Abschattung haben Ihren Preis, was die Schärfe betrifft. Vielleicht ist das auch der Grund warum dein 8"ACF nicht so knackig kommt.

lg Tommy
 
Hallo Tommy,

das kann in der Tat sein. Ich bin in der Tat allerdings auch über die gute Qualität erstaunt. Die Obstruktion beträgt 27% des Spiegeldurchmessers. Bei 200-fach ist der Mondrand bei sehr gutem Seeing messerscharf, und Sterne sind perfekte Bewugungsscheibchen mit zwei Symmetrischen Beugungsringen.

Vielleicht liegt es daran, dass es aus der Zeit stammt, als die Optiken noch handgeschliffen waren (1986) und somit durchschnittlich besser waren als die heuteige Massenproduktion.

In einem Katalog von 1998 hat es als Spotting-Scope weit über 1000 DM gekostet (den genauen Preis weiss ich nicht mehr, da ich die Preisliste nicht mehr habe).

CS und VG Christian
 
hallo Christian,

ich gratuliere gerne zu einem guten Gerät! 27% Abschattung sind relativ moderat für so einen kleinen Mak, das ist deutlich weniger als die üblichen 33% für SCTs.

Der Ausdruck "messerscharf" scheint mir aber trotzdem eher wahrmehmungspsychologisch begründet zu sein, denn ein Beugungsscheibchen von 3 Bogensekunden, wie es die Physik nun mal für ein 90mm Gerät vorschreibt, ergibt bei 200 facher Vergrösserung einen Fleck von 600 Bogensekunden, also 10 Bogenminuten, das ist aber schon ein Mehrfaches dessen was das Auge aufzulösen vermag (ca 1-2 Bogenminuten, je nach Lichtmenge).

Da die Airy Disk also schon sehr flächig ist, kann man nicht mehr wirklich von "messerscharfer" Abbildung sprechen, obwohl der Eindruck am Mond, wo sehr viel Licht ist, sehr gut sein kann. Bei den Planeten geht einem bei solcher Über-Vergrösserung aber schlicht das Licht aus. Finster. Das hat er mit dem besten Apo gemein, übrigens.

Ein 8" SCT Gerät produziert bei 200 facher Vergrösserung immerhin eine Airy Disk von 4,6 Bogenminuten, aber der starke erste Beugungsring verwässert den Wert noch etwas. Jedoch ist die Airy Disk mit 1,36" noch etwas unter dem Wert des durchschnittlichen Seeings von 2", und deshalb ist die Luftunruhe auch deutlicher als Grenze spürbar.

Mag sein, dass ich hier dir bereits bekanntes erzähle, manche mitlesende Einsteiger bekommen aber so ein paar Hintergrundinfos.

lg Tommy

 
Hallo Tommy,

so jetzt habe ich Zeit, um auf deinen letzten Post einzugehen.

Mit "messerscharf" meinte ich, dass ich am Mondrand keinen diffusen Unschärfesaum erkenne, wie er z.B. bei der Verwendung minderwertiger Okulare auftritt.

Es ist mit Sicherheit Geschmackssache und dem individuellen Empfinden unterworfen, aber bei Planeten finde ich diese nach Meinung vieler etwas zu dunkle Abbildung für das Auge angenehmer.

Zum Thema Auflösung und Seeing-Unschärfen muss ich eine anschauliche Ertgänzung machen: In etwa einem Viertel aller Nächte kann ich alle vier Komponenten von Epsilon Lyrae (Abstand von Epsilon Lyrae 2: 2,3'') sowohl mit dem Achtzöller als auch mit dem 90mm MAK einwandfrei trennen, bei Dreiviertel aller Nächte beisse ich mir an diesem Doppelstern regelmässig mit beiden Geräten seeingbedingt die Zähne aus.

Beduetet das, dass ich im überwiegenden Teil der Nächte in Bezug auf die Winkelauflösung nur auf dem Niveau eines guten 60mm-Teleskops beobachte, oder liegt hier ein Denkfehler vor?

CS und VG Christian
 
hallo Christian,

hm, kein Denkfehler! Ich meine wenn du 75% aller Nächte so schlechtes Seeing hast, würde ich dir einen anderen Beobachtungsplatz empfehlen. Bei mir ist Epsilon Lyrae so gut wie immer trennbar, ausser der Jetstream rasselt drüber uns bläst die Sterne zu Wölkchen auf - dann ist auch ein 8" machtlos. Das ist aber nur in etwa 5% der Nächte der Fall.

Dass dir die enorme Übervergrösserung am Mak angenehm ist (normal empfiehlt man am Planeten ja AP 0,7mm maximal, du bist bei AP 0,45mm bei 200x), kann ich nicht erklären, denn normal verschwinden die Details in der zunehmenden physikalisch bedingeten Unschärfe wieder. Oder, und das nehme ich nicht an, du hast eine Sehschwäche und kannst feine Details schlecht auflösen.

Auch eine krikische Inspektion des 8" ACF, was optische Leistung und Kollimation betrifft, wäre eine gute Idee.

Wie ist denn das Seeing bei dir? Ich teile es für mich in drei Klassen:

1.Langsame Luftbewegungen, die Details wackeln etwas hin und her, blähen sich gelegentlich auf, verdoppeln sich. Es gibt Momente der absoluten Ruhe wo hohe Auflösung möglich ist.

2.Mittlere Luftbewegungen, die Details tanzen ruhelos hin und her, man ist fortwährend am Fokus suchen, das Auge hat Mühe den hüpfenden Details zu folgen und das Gehirn rechnet unter Stress ein Ruhebild heraus. Ich halte unwillkürlich die Luft an.

3.Schnelle Luftbewegungen, Details fransen in Windrichting aus, das Bild ist wie mit schnellen Strichen schraffiert, bei noch schnellerem Seeing werden aus Sternen Wölkchen die nicht mehr zu fokussieren sind. Keine Detailbeobachtung mehr möglich.

lg Tommy
 
Hallo Tommy,

vielen Dank für die ausführliche Analyse. Ich habe in der Tat eine Sehschwäche (-2,5 Dioptrien linkes Auge und +2 Dioptrien rechtes Auge). Am Teleskop beobachte ich stets ohne Brille, da es angenehmer ist. Ich merke es auch an Monitoren und Fernsehern. Meine Augen reagieren äusserst anfällig daruf, wenn ein solches Gerät nicht 100%ig exakt kalibriert ist, doch das nur nebenbei.

Mein ACF ist optisch in Ordnung. In den selten Nächten mit perfektem Seeing oder den kurzen Momenten mit ruhiger Luft kann man zwischen den Komponenten von Epsilon Lyrae einen Elefanten hindurch schieben, so klein und klar definiert sind die Beugungsscheibchen. Die intra- und extrafokalen Beugungsbilder sind bei entsprechendem Seeing wie im Lehrbuch. Am Mond komme ich bei entsprechendem Seeing an die theoretische Auflösungsgrenze und mitunter sogar etwas darunter (die zentrale Rille im Alpental ist dann klar und strukturiert erkennbar).

Natürlich habe ich in fast allen Nächten kurze Momente, an denen das ACF seine volle Leistung entfaltet. Das sind jedoch meist nur ein paar Sekunden in einer Zeitspanne von mehreren Minuten, auf die zu warten es sich jedoch lohnt, wenn das Gerät aufgebaut ist. :-) Einen anderen Beobachtungsplatz anzufahren lohnt sich für mich zeitlich nur in seltenen Fällen, trotzdem danke für den Tipp.

Das Seeing würde ich in deiner Einteilung im Bereich 1 und 2 ansiedeln, mal so und mal so.

CS und VG Christian
 
hallo Christian,

reine Weit und Kurzsichtigkeit kann man ja am Fokusrad ausgleichen, mit Asti wird das schwieriger. Aber bei sehr kleiner AP, und davon reden wir ja, geht das Licht nur ducrch einen kleinen Teil der zylindrischen Augenlinse, und Asti kommt wenig zum Tragen. Nur wenn Netzhautbedingt kleine Details nicht gut aufgelöst werden, dann braucht man Übervergrösserung um möglichst viel zu erkennen. Leute mit normaler Netzhaut werden dann aber den Verlust an Detail bemerken. So viel zu dem was ich mit "Sehschwäche" gemeint habe.

Bei Seeing 1 und 2 habe ich in grösseren Instrumenten immer noch das detailreichere Bild, erst bei Seeing 3 zahlt es nicht mehr aus die Kanone auf den Planeten zu richten. Vielleicht ist es einfach die Art wie du dich an das Bild im kleinen Mak gewöhnt hast, ich weiss es nicht. Du bist ja recht aktiv und hast eine Menge Erfahrung, daran kann es nicht liegen.

lg Tommy
 
Hallo Tommy,

danke für den Hinweis, Asti habe ich leider auch im Auge.

Das mit der Gewöhnung kann natürlich sein, da der MAK in ca. Dreiviertel aller Sitzungen zum Einsatz kommt, wenn ich zum Aufbau des ACF keine Zeit habe.

Letztendlich bin ich auch mit den relativ kurzen "perfekten" Momenten im ACF zufrieden, das sind immer die schönsten Momente, wenn sich das Bild beruhigt und die feinsten Details zum greifen nahe wirken. Und das ist ja die Hauptsache. :) :/

CS und VG Christian
 
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