BRESSER SIRIUS 70/900 was denkt sich...

klawipo

Mitglied
Hallo,

ich habe mit den wirklich günstigen Geräten kein so ganz großes Problem, solange mit wenigstens einem Beilageokular auch was zu sehen ist. Das Wackeln kann man dann bei niedriger Vergrößerung auch meist noch aushalten. Ein bisschen Saturnringe, Sternhaufen, Jupitermonde geht mit einfachsten Mitteln, auch mit 50mm Öffnung und Tischstativ. Sowas ist m. E. okay, auch weil sich der finanzielle Schaden bei abebbendem Interesse in Grenzen hält, und der Astro Virus kann einen trotzdem schon packen.

Viel schlimmer finde ich die gar nicht so günstige Pseudomittelklasse um 300 Euro. Da will man mit 150mm Öffnung protzen, verbaut aber mal eben ein f/5 Kugelspiegel oder Barlowlinsen. Und auf gar keinen Fall einen 2 Zoll Auszug, mit dem man die durch die Sphäre limitierte Vergrößerung wenigstens nach unten sinnvoll nutzen könnte. Die Noname-Montierung nennt man noch frech EQ4, weil die ja bestimmt besser ist als eine echte EQ3-2.

Das ist dann wirklich Veräppelung. Und verbranntes Geld, mit dem ein sinnvoller Einstieg hätte ohne Weiteres gelingen können.

VG
Klaus
 

Michael_Haardt

Mitglied
Och, das ist einfach zu erklären: Du kannst überall lesen, dass die schlecht sind, wirklich überall. Wenn es Dich interessiert. Vielleicht interessiert Dich aber viel mehr, dass das Ding nicht so grauenhaft lang wie ein f/6-f/8 ist, aber teurer als die untere Einsteigerklasse, also "muss das ja besser sein".

Es wird produziert, was sich verkauft. Ich kenne jemand, der so einen Katadiopter hat, damit ein wenig schaut, sich über die Öffnung und die geringe Länge freut und den die Qualität der Abbildung kalt lässt. Kein Scherz.

Es ist einfach, auf den Produzenten und dem Vertrieb herumzuhacken, wenn man den Kunden ignoriert. Zum Handel gehören immer zwei. Wenn ein Händler diese Murkskatadiopter nicht mehr verkauft, wird sein Konkurrent halt die doppelte Anzahl absetzen.

Michael
 

klawipo

Mitglied
Hallo Michael,

Wenn es mal nur die Katadiopter wären... Es werden leider auch Barlowlose (bzw Jones Bird Korrektorlose) 150/750 als Sphäre gebaut und verkauft. Gerne in der von mir genannten Kombi.

VG
Klaus
 

Michael_Haardt

Mitglied
Wow. Die Katadiopter haben ja immer eine hohe Brennweite, weil die Brennweite des Gesamtsystems angegeben wird, und wegen der Korrekturlinse einen seltsam hohen OAZ und dafür extrem kurzen Tubus. Aber ich finde in der Tat 150/750er und da nicht dabei steht, dass es ein Parabolspiegel ist, ist es vermutlich auch keiner. Die Baulänge kommt für einen reinen Newton hin und der OAZ sieht auch normal aus.

Die kannte ich bisher nicht und dazu fällt mir jetzt auch nichts mehr ein. Da ist der OAZ auch egal, die müssten eigentlich immer grauenhaft unscharf sein.

Michael
 

Sven_Wienstein

Mitglied
Hallo Michael,

nein, müssen sie nicht. Wenn man einen Jones-Bird Korrektor sauber fertigt, zentriert verkittet und nicht wie einen Waffelstapel aufeinander legt mit Quatsche dazwischen. Im Rutten steht, dass dieser Korrektor kritisch ist, weil er sehr viele Bildfehler mit einem verkitteten Dublett korrigieren muss. Auf der Achse sind die Resultate gut, aber im Feld werden Bildfeldwölbung und Asti erzeugt. Das sieht man auch bei meinem Kosmos 114/1000, der sich mit dem richtigen Trick justieren lässt. Die Achse ist dann OK, im Feld wird's schnell mies. Bei dem Gerät scheint also alles am Platz zu sein, aber das ist auch 25 Jahre alt.

So, wie sie jetzt beim Kunden ankommen, sind sie offensichtlich nicht gut. Es dürfte einfach keine gute Idee sein, einen Korrektor, der nur in so engem Rahmen funktioniert, in ein Ultra-Billig-Teleskop zu pressen.

Was den Verkauf unkorrigierter Kugelspiegel jenseits der Beugungsbegrenztheit angeht: Sowas sollte als Deko-Artikel gekennzeichnet werden müssen.

Clear Skies
Sven
 

Michael_Haardt

Mitglied
Ich meinte, die reinen 150/750 Newtons mit sphärischem Spiegel müssten ja immer unscharf sein. Deko-Artikel trifft es. Das ist auch keine Sache des Preises mehr, denn ähnliche Öffnung für ähnliches Geld ist woanders mit Parabolspiegel zu haben.

Michael
 

klawipo

Mitglied
Ja Michael,

die Gleichung keine Angabe=Kugelspiegel stimmt leider meistens. Zumindest bei den Webseiten etablierter Händlern.

VG Klaus
 

NGC_2024

Mitglied
Hallo Michael,

nein, müssen sie nicht. Wenn man einen Jones-Bird Korrektor sauber fertigt, zentriert verkittet und nicht wie einen Waffelstapel aufeinander legt mit Quatsche dazwischen. Im Rutten steht, dass dieser Korrektor kritisch ist, weil er sehr viele Bildfehler mit einem verkitteten Dublett korrigieren muss. Auf der Achse sind die Resultate gut, aber im Feld werden Bildfeldwölbung und Asti erzeugt. Das sieht man auch bei meinem Kosmos 114/1000, der sich mit dem richtigen Trick justieren lässt. Die Achse ist dann OK, im Feld wird's schnell mies. Bei dem Gerät scheint also alles am Platz zu sein, aber das ist auch 25 Jahre alt.

So, wie sie jetzt beim Kunden ankommen, sind sie offensichtlich nicht gut. Es dürfte einfach keine gute Idee sein, einen Korrektor, der nur in so engem Rahmen funktioniert, in ein Ultra-Billig-Teleskop zu pressen.

Was den Verkauf unkorrigierter Kugelspiegel jenseits der Beugungsbegrenztheit angeht: Sowas sollte als Deko-Artikel gekennzeichnet werden müssen.

Clear Skies
Sven
Hallo,

auch habe noch so einen Quelle Revue 114/1000, siehe hier...

Wenn gut justiert, ist er nicht mal schlecht.

Aber:
Ich hatte in letzter Zeit auch 2 "Seben Big Boss" (150/1400) zur Justage bekommen.
Kurz: Müll!
1. zu kleiner Fangspiegel (HS wird nur auf ca. 100mm ausgeleuchtet)
2. nicht behebbarer Asti bei beiden, bei einem jedoch extrem!

Leider hat Herr Benda nur seinen Webshop eingestellt, auf Amazon und Ebay verkauft er noch den Schrott.

Gruß Norbert
 
Oben