C/2013 X8 (NEOWISE)

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UwePilz

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Ich komme grade von draußen und habe als letztes diesen Kometen beobachtet - kurz vor Mondaufgang, in ca. 40 Grad Höhe bei sehr guten atmosphärischen Bedingungen, SQM=21m1.
Dennoch war der Komet eine Herausforderung in meinem 12-Zöller. Erst bei 144x und nur indirekt sah ich ein 13m3 "helles", diffuses Nebelchen.
 
Re: C/2015 X8 (NEOWISE)

Hi Uwe,

schöner Erfolg, alle Achtung, diesen kleinen flinken Flitzer zu erwischen! Das ist Ansporn für mich es heute Abend auf der Alm auch zu versuchen.

CS Mike
PS Hast du bitte eine Formel zum Umrechnen von SQM in fst?
 
Re: C/2015 X8 (NEOWISE)

Die Umrechnung ist schwierig, weil der fst-Wert von den persönlichen Voraussetzungen (Auge und Erfahrung) abhängt.

Es gibt bei Unihedron einen Kalkulator online http://www.unihedron.com/projects/darksky/NELM2BCalc.html

Dessen Ergebnisse, in halben fst-Stufen:

3,5...17,5
4,0...18,0
4,5...18,7
5,0...19,3
5,5...20,0
6,0...20,8
6,5...21,7
7,0...22,9
7,5...24,9
 
Re: C/2015 X8 (NEOWISE)

Moin Uwe!

Auch von mir Gratulation zur Sichtung dieses Schnell-Läufers! :super:
Kleines Fehlerli hat sich eingeschlichen - der Komet ist C/2015 X8 NEOWISE - nicht "2013".
 
Re: C/2015 X8 (NEOWISE)

Danke Uwe,

im Link findet sich genau die gesuchte Formel.

Heute Abend ging sehr viel Zeit drauf, den Kometen mit dem 24" Dobson zu finden.
Zuerst stand die Region zu tief, dann gab es einige fiese Wolken, doch als dann Erwin dazu kam begann der Himmel richtig schön aufzuklaren (fst 5.6m) und gemeinsam machten wir uns auf die Suche. Doch so sehr wir uns auch anstrengten,da war nichts.
Nicht bei 100x, nicht bei 200x und auch nicht bei 320x, der Komet stand auch ausreichend hoch am Himmel und das Seeing war recht gut, das Fernrohr wie immer gut justiert.
Sterne im Okular ca. 15.5m in der Nähe des Kometen waren gut zu erkennen. Auch der ähnlich helle Komet 230P war mit 13.5mag schön im Orion zu sehen. Wenn also die Position von Skymap richtig war, würde ich sagen da war nix, jedenfalls kein 13.3mag heller Komet, er muß wenn er nicht extrem diffus und riesig ist, wesentlich schwächer sein als 13.3mag.

CS Mike+Erwin
 
Re: C/2015 X8 (NEOWISE)

Ich hatte besseren Himmel, ich schätze fst besser als 6 mag. Da der Komet serh diffus st, könnte das den Unterschied zwischen Sehen und nicht Sehen ausgemacht haben. Wie mit M33: Aus der Stadt nicht zu sehen, egal mit welcher Öffnung.

Ein Beobachtungsfehler meinerseits ist freilich auch nicht völlig auszuschließen, das war schon schwierig. Ich habe ihn aber indirekt dauerhaft halten können.

Neowise bewegt sich schnell! Ich hatte zum Glück zwei Positionen in der Karte und konnte interpolieren.
 
Re: C/2015 X8 (NEOWISE)

Ja du hattest einen Himmel von 21.1 SQM, das sind 6.2mag, gegenüber meinem schlechteren Himmel von 20.2 SQM, das sind 5.6mag eine beachtliche Differenz von 0.6mag.
Wäre der Komet hoch kondensiert DC=9 hätte ich trotz des helleren Himmels durch die doppelte Öffnung einen Vorteil von 0.9mag Grenzhelligkeit im Fernrohr gehabt, denn delta m= 2.5*log(b/b´)= 2.5*log4=1.5 und weiter 1.5-0.6=0.9m.
Offensichtlich ist der Komet aber eher sehr diffus, dies hat Jäger bei Yoshida und du und Jäger bei COBS veröffentlicht.
Da spielt dann in erster Linie der Kontrast Index ein Rolle.
Wenn man von einem runden Objekt ausgeht und deinen Durchmesser von einer Bogenminute annimmt ergibt sich bei 13.3m und 21.1SQM eine Helligkeit von 21.9m ein Kontrastindex von -0.3, also ein negativer Wert von weniger als -0.25, was ja theoretisch(nach Bartels) bedeuten würde, man könnte das Objekt gar nicht sehen. Das muß aber nicht so sein, denn durch die indirekte Beobachtung stimmt die Durchmesserangabe eventuell nicht so genau und ist in Wahrheit kleiner, dadurch die Helligkeit höher und der Kontrastindex positiv.
Hast du eigentlich die Positionsveränderung erkennen können? Das mache ich immer so wenn ich mir nicht ganz sicher bin. Bei diesem Kometen geht das ja aufgrund der extrem hohen Winkelgeschwindigkeit ja sehr rasch innerhalb von ein paar Minuten bei hoher Vergrößerung.

Hier noch eine Grafik über die Sichbarkeitsverhältnisse in Abhängigkeit von Austrittspupille und unseren Öffnungen, wenn wir beide deinen guten dunklen Himmel gehabt hätten.
Link zur Grafik: http://fs5.directupload.net/images/160102/jytg6p29.jpg

Und hier zum Vergleich bei meinem schlechteren Himmel.
Link zur Grafik: http://fs5.directupload.net/images/160102/zgvc5pwr.jpg
Wobei gilt das ein Wert von über 0.5 leicht zu sehen bedeutet,
ein Wert von 0.5 bis 0.25 bedeutet sichtbar, ein Wert von 0.25 bis -0.25 sehr schwierig zu sehen und unter -.25 unsichtbar.
Quelle: Bartels
Wenn wir jetzt noch berücksichtigen, dass ich meinen Haupt und Fangspiegel seit 2 Jahren nicht mehr gereinigt habe und seit 8 Jahren das Alu drauf ist, stimmt die Theorie ja sehr gut mit der Praxis überein.

CS Mike

PS Bei 6.2mag schaffst du womöglich sogar Catalina freisichtig, wenn der Mond weg ist und der Komet nicht schlapp macht.
 
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Re: C/2015 X8 (NEOWISE)

Lieber Mike,

vielen Dank für diese Grafiken. ich möchte noch ein paar Worte zur Erkennung kontrastschwacher Objekte verlieren.

Oft wird eine Objekt als "zu dunkel" angesehen um erkannt zu werden. So ist das nicht. Licht ist idR. genuch da. So lange man noch die Feldblende des Okulars erkennt, kommt aus dem gesamten Hintergrund Licht. Der geringe Kontrast ist es, der die Erkennbarkeit erschwert bzw. verhindert.

Ganz verhindert werden kann der Nachweise übrigens nie. Mit statistischen Mitteln lässt sich immer ein auch noch so geringer Kontrastunterschied nachweisen. Es kommt eben nur auf die Anzahl der Beobachtungen an. Elektronisch wird das längst genutzt, aber auch visuell ist das möglich.

Nun sind solche (Selbst-)Versuche schwierig mit einem Objekt an bekannter Position. Wer schonmal mit übergroßer Anstrengung ins Okular gestiert hat weiß, dass irgendwann überall graue Flecken auftauchen. Aber bei einer unbekannten Position lässt sich die statistische Methode gut nutzen, einfach in dem man die Position als "gesehen" angibt, die es am ehesten ist.

Alle Angaben zur Kontrastreserve und ähnlichen astronomischen Ansätzen beruhen auf der Arbeit von Richard Blackwell, die er in den 40er Jahren im Auftrag des Miltärs machte ( Blackwell, R.H., 1946. Contrast Thresholds of the Human Eye. Journal of the Optical Society of America 36, 624-643 ). Blackwell hatte einen Kinosaal umgebaut (gaaanz dunkel) und Projektoren eingebaut, mit denen er verschiedene Kontrastsituationen nachstellen konnte. Er hatte 20 Frauen dort (Männer waren knapp weil im Krieg), die mussten tagein tagaus angeben, an welcher Stelle ein schwaches Glimmen war. Als Orientierung diente ein projizierter schwacher roter Punkt, von dort aus mussten "Uhrzeiten" angegeben werden. Blackwell führte fast 1 Mio. solche Messungen aus! Das bringt nur das Militär fertig: Mit Versuchen zu Hause oder auf einem Teleskoptreffen erreichen wir das nie.

Blackwell fand ziemlich sicher heraus, dass auch geringste Kontraste "erkannt" wurden, bis hinunter zu 0,2%: Wenn man oft genug hinschaut: Statistisch wurden diese Stellen signifikant öfter angegben. Fehler gab es freilich auch, sie waren sogar in der großen Überzahl.

Das machen sich Amateure bis zu einem gewissen Grade zu Nutze: "Blitzte immer wider auf" heißt nichts anderes, als dass an einer Stelle die Wahrnehmung ein Objekt für wahrscheinlicher hält. Langandauerndes Beobachten ist auch eine Methoe, welche die Entdeckungswahrscheinlichkeit merklich erhöht. Blackwell stellte fest, dass selbst Beobachtungszeiten von mehreren Minuten einen Gewinn ergaben gegenüber nur einer Minuten und noch mehr gegenüber den anfänglich benutzten 6 Sekunden. Auch dass kann man als eine Art statistische Methode ansehen, mit dem Statistikrechner "Sehzentrum".

Wie weit da der einzelne geht, bis er von einer Sichtung spricht, das mag jedem selbst überlassen bleiben. Die Altvorderen waren in dieser Hinsicht konservativ, und gaben nichts als gesehen an, was zwischen Schätzen und Vermuten lag. Heute, wo es mehr um das visuelle Erleben als um den Erkenntnisgewinn geht, mag man da laxere Maßstäbe anlegen.

Ich habe zu diesem Thema mal einen Vortrag bei der VdS gehalten, davon ist eine Kurzfassung online:

http://kometen.fg-vds.de/piu/a/BeobachtungenAmLimit
 
Re: C/2015 X8 (NEOWISE)

Lieber Uwe,

das ist ein hochinteressanter Vortrag! An den Pelli-Robson Tafeln kann ich auf meinem Bildschirm die 0.2% Reihe ohne besondere Mühe erkennen, leichter geht es jedoch wenn ich den Kopf bewege. Genau das macht man ja auch am Fernrohr, um zum Beispiel festzustellen wie lange ein Kometenschweif (etwa Q2 Lovejoy vor einem Jahr oder US10 Catalina jetzt)tatsächlich ist schwenke ich auch leicht das Teleskop um die Wahrnehmungswahscheinlichkeit zu erhöhen. Interssanterweise sehe ich auf den Tafeln die Buchstaben besser, wenn ich schräg nach oben, dicht an den Augenbrauen vorbei blicke. Auch lässt sich damit wahrscheinlich gut einschätzen, ob unterschiedliche Kontaktlinsen(alte zerkratze, saubere, leicht getönte) einen Effekt haben.

Drei Aspekte bei unserem Hobby spielen sich an der Grenze der menschlichen Wahrnehmung ab und haben mich immer schon fasziniert: 1.) Die Beobachtung kleiner,feiner Marsdetails
2.) Foucaulttest mit Couldermaske zur Spiegelprüfung, da geht es darum feinste Helligkeitsunterschiede in Prüfffeldern visuell möglichst genau zu erkennen und 3.) Die Beobachtung extrem lichtschwacher Kometen.

Bei allen drei Punkten braucht es gewisse Kniffe um auszuschließen, dass man sich selbst etwas einbildet. Ich möchte hier aber nur auf Punkt 3 eingehen.

Was kann man tun um möglichst sicher zu sein, tatsächlich einen Kometen zu sehen:
* Die sicherste Methode ist einfach abzuwarten und nochmal zu beobachten um die Positionsveränderung festzustellen, bei langsamen Kometen kann das aber ein gute halbe Stunde oder mehr dauern, bei raschen Flitzern wie C/2015 X8(NEOWISE) geht das aber in 10 Minuten.
*Länger und intensiv beobachten. Dies birgt aber erst recht die Gefahr, sich genau an der Stelle wo der Komet sein sollte sich einen einzubilden. Gegenmaßnahme: man stelle sich absichtlich vor der Komet stünde an einer anderen Stelle im Gesichtfeld des Okulares. Sieht man dann nach intensiver Beobachtung auch dort einen Fleck ist er offensichtlich nicht real und der vorher an der richtigen Stelle gesehen wohl auch nicht.
*Man simuliert einen Kometen. Wenn ich schon weiß, wie hell und welchen Durchmesser der Komet ungefähr haben sollte, nehme ich mir einen passenden Stern im Gesichtfeld her und stelle in ausreichend unscharf ein, kann ich ihn dann noch erkennen? Wenn nein, so sollte wahrscheinlich auch der Komet nicht zu erkennen sein.
*Indirektes Beobachten. Da kommt es darauf an wo(Winkel) und wie weit man vorbei sieht, das sollte man mal in Ruhe austesten.
Ist wahrscheinlich von der Person abhängig.
*Anderes Auge verwenden. Schwierig, denn dieses ist das untrainierte Auge. Sieht man auch damit das Objekt, ist es aber recht wahrscheinlich tatsächlich etwas zu sehen.
*Zweiten Beobachter zur kritischen Überprüfung ans Okular ran lassen.
*Fernrohr leicht hin und her schwenken, um zu überprüfen ob sich der Fleck auch mitbewegt.
*Möglichst gute Dunkeladaption erreichen. Selbst bei geschlossenem Auge erzeugt der Monitor meines Computers Lichtreize auf der Netzhaut, daher ausreichend lange Lichtquellen meiden (Taschenlampe, Computer, vorbeifahrende Autos etc)

Vielen Dank auch für die Schilderungen über Blackwells Versuche!

CS Mike


 
> An den Pelli-Robson Tafeln kann ich auf meinem Bildschirm die 0.2% Reihe ohne besondere Mühe erkennen

Der Bildschirm gibt die Tafel natürlich nicht oroiginalgetreu wieder.

> man stelle sich absichtlich vor der Komet stünde an einer anderen Stelle im Gesichtfeld des Okulares.

Genau! Das mache ich auch immer.

> Zweiten Beobachter zur kritischen Überprüfung ans Okular ran lassen.

Da braucht man aber einen ebenso erfahrenen, der sich auch die Zeit nimmt, 5 Minuten ins Okular zu starren. Und das Ganze dann noch bei verschiedenen Vergrößerungen. Ich habe übrigens festgestellt, dass es sich lohnt mit fein abgestuften Vergrößerungsschritten zu arbeiten und nicht mit großen Sprüngen. (EIn Grund, Optik zu kaufen :) )

Die Blackwellsche Arbeit war mal eine Weile lang frei runterzuladen, ich habe sie hier. Wen das interessiert: Kurze Nachricht mit E-Post-Anschrift.
 
Hi, du schreibst:
Da braucht man aber einen ebenso erfahrenen, der sich auch die Zeit nimmt, 5 Minuten ins Okular zu starren

Habe in meinem Freund und Astrokollegen Erwin einen langjährigen erfahrenen Mitbeobachter der gerne auch mal länger hineinblickt um Kometen zu jagen, kein Problem.

Noch mehr als drei Okulare und damit feiner Abstufungen möchte ich nicht haben, alles schon ausprobiert und ad acta gelegt.
Wenn schon in Optik investieren dann in den Spiegel.
Dein Angebot bezüglich der Blackwellschen Arbeit nehme ich gerne an!

CS Mike


 
hallo Leute,

leider eine Negativsichtung mit nur 12".

9.1.2016, 2:30 & 3:30 MEZ , 6.4mag in der Region !
12" Dobson, V 125x

Ich drehte mir die Augen raus,
fand aber nahe bei zu beiden Uhrzeiten eine Galaxie mit 14.3mag.
Der Komet muß echt diffus bzw. sehr schwach sein sicherlich
< 13.5mag.
Schade mit 16" wäre er vielleicht erreichbar gewesen ?
Er scheint eine harte Nuss zu sein da generell kaum
vis. Sichtungen eingehen.

Gruß
Christian

 
Servus Christian,

Schade mit 16" wäre er vielleicht erreichbar gewesen ?

Nein, das hätte auch nichts gebracht. Ich habe bei Yoshida ein Foto eines Franzosen gefunden, erstellt zum Zeitpunkt meiner eigenen Negativsichtung vom 1.Jänner. Bei den Daten zum Foto steht eine Helligkeit des Kerns von ca. 17.5mag, die Koma herum sieht sehr diffus aus, kein Wunder dass man visuell nichts erkennen kann. Probier doch mal 230P, mich erstaunt dass diesen Kometen sonst kaum jemand beobachtet, geht relativ locker.

CS Mike
PS Uwe, vielen Dank für die Email!
 
Moin Mike!

> Probier doch mal 230P, mich erstaunt dass diesen Kometen sonst kaum jemand beobachtet

...vielleicht, weil den meisten hier die Ausrüstung dazu fehlt?!
Dieser Komet krebst irgendwo zwischen +13 und +14 mag. herum, allerdings steht er ziemlich günstig am Wintersternhimmel (1. Nachthälfte). Ich hab' ihn mir mal notiert, glaube aber nicht, daß das Wetter mitspielt, bevor der Mond wieder rumnervt.
 
Nein Winnie,

der Komet ist auch nicht viel schwerer zu beobachten wie der populäre C/2014 W2 PANSTARRS, und für bewährte und erfahrene Kometenbeobachter wie Christian oder Uwe ist ein Versuch sicher lohnenswert. Insbesondere wenn man mal einen so guten Himmel (6.0 oder gar noch besser)hat.
Ich habe ihn ein paar Mal beobachtet(einmal mit Erwin) und Chris Wyatt auch und ich würde mich freuen wenn es noch wer probiert.
230P Beobachtung
CS Mike
 
Moin Mike!

Also bitte: "Populär"??? - Auch W2 ist bisher nur von drei Leuten hier im Forum beobachtet worden. Rate mal, von wem... :smiley63:

Ein bißchen mehr auf dem Teppich bleiben, bitte... SCNR
 
Hallo Leute,

jetzt habe ich schließlich eine plausible Erklärung dafür gefunden, warum ich den eigentlich mit 12-13m normalerweise unschwer zu findenden Kometen, der mehrfach von verschiedenen Beobachtern gesehen wurde trotz einiger Versuche(auch heute wieder) nicht finden konnte. Es liegt nicht am extrem diffusen Aussehen(der Komet wir meist mit DC=0 oder DC=1 angegeben).Auch einen sehr diffusen Kometen dieser Helligkeit hätte ich sehen müssen.
Daher konzentrierte ich mich auf die angegebene Position. Die Ephemeriden habe ich nur wenige Tage nach Bekanntgabe vom minor-planet center heruntergeladen, das war so um den Zeitpunkt als die Beobachtung von Jäger auf der Kometenseite von Yoshida veröffenlicht wurde.
Deshalb merkte ich mir heute die Position an der ich vergeblich gesucht hatte und lud mir dann später zu Hause die Daten nochmal herunter und siehe da, der Komet ist um einige Gesichtsfelder wo anders, kein Wunder, dass ich ihn nie gefunden habe.
Offensichtlich wurden die vorerst veröffentlichten Daten vom Minor Planet Center nochmal geändert. Jetzt bin ich schon auf meinen nächsten Versuch- diesmal mit den neuen Daten an richtiger Stelle- gespannt.

CS Mike
 
Hallo Mike -
lädst du dir die Daten von
http://www.minorplanetcenter.net/iau/MPCORB/CometEls.txt ?
Da hole ich sie mir her. Sie hatten wohl mal eine Umstellung der Datenablage und manche Dateien werden evtl. nicht mehr gepflegt.

Für 20:00 CET = 19:00 UT (vor Mondaufgang) heute Abend bekomme ich folgende Koordinaten für C/2015(!!) X8 (Neowise):

Scheinbare Position Geozentrisch:
RA: 03h21m05.60s DE:+58°11'44.6"

Das stimmt bis auf Sekundenbruchteile mit den Angaben aus dem JPL Web-Interface überein.

Thomas


 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Danke für deine Hilfe Thomas,

ja von dort habe ich meine Daten auch her, allerdings im Skymap Format. Deine Werte stimmen mit meinen gestern neu heruntergeladenen ganz gut überein. Sky Map errechnet mit meinen Werten:

03h21m12.8s
58°10´11´´

gültig für 19h UT und meinen Beobachtungsort.
Jetzt hoffe ich noch auf besseres Wetter und dann probier es, diesmal an der korrekten Stelle.

CS Mike
 
hallo Leute,

erneute Negativsichtung, trotz
aktueller Bahndaten :augenrubbel: !

28.1.16, klar und windig, ca. 6.2-6.3 mag fst, fast Zenitlage
12" Dobson, V 125, 160x

Erschwwerend : ein naher heller Feldstern 5.8mag blendet im Gesichtsfeld, zudem stand der Komet zwischen zwei 13, 14mag Sternen. Aber auch so wäre nichts zu erkennen gewesen.
Mit 16" wird es wohl nicht leichter gehen ... ?

Gruß
Christian
 
Hallo Christian,

mir gings gestern am 29.1.2015 bei fst 5.2-5.5m und neuen Bahndaten auch nicht besser. Negativ bei V=100,200,320, im 24"Dobs,wobei Sterne 13. Größenklasse absichtlich auf eine Bogenminute unscharf gestellt sicher zu erkennen waren. Ein seltsamer Komet ist das ?)

CS Mike
 
Ja Burkhard, wir sind gar tapfere Burschen :/

der Wert beim Foto ist aber m2, klickst du den Link über dem Foto zur Nasa, kommt ein interessanter Wert für Gesamthelligekeit m1= 14.3, das halte ich für eine relastische Helligkeitsabnahme, wenn sich die Schlechtwetterfront ein wenig Zeit lässt mit ihrem Eintreffen, will ichs erneut wagen, heute noch, von meinem besten Standorte aus.

CS Mike
 
Moin Mike!

Das kannste wohl vergessen. Der Komet ist wahrscheinlich nur noch +19 mag. hell und sehr diffus.

--> CometsML
 
Hallo Mike,

der Unterschied zwischen m1 und m2 ist mir durchaus bewusst ... ;)

Der Wert der NASA-Ephemeride ist sicher nicht besonders aktuell.

Sandor Szabo hat es vor kurzem ebenfalls mit 24" versucht:
C/2015 X8 (NEOWISE)
2016 Jan. 29.78 UT: m1=[15.5, NEGATIVE, not seen...60.3 cm L (305x)
Fainter than 15.5 mag

Gruß
Burkhard
 
hallo Leute,

Burkhard:
danke für die Info :super:

das erklärt auch meine ...

erneute Negativsichtung
( ich hake ihn nun leider ungesehen ab ;( )

30.1.2016, fst 6.3
16" Dobson, V 106x, 150x, 192x

Gruß
Christian

 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Leute,

gestern in der Dämmerung noch auf die Tuscheralm gefahren, aber die Schlechtwetterfront war bei Dämmerungsende schon im Zenit, ging sich nicht mehr aus. Was mich motivierte den Kometen noch mal zu suchen, war diese Beobachtung:
2016 Jan. 26.83 UT: m1=13.0 DSLR, Dia.=1&#8242;; 1100d+300mm lens; Giuseppe Pappa (Sicily, Italy)

Wenn aber Szabo schon nichts visuell findet, dann brauch ich es erst gar nicht probieren. Damit ist X/2015 X8(NEOWISE) für mich praktisch gesehen nicht mehr beobachtungswert, sehr wohl würde mich jetzt aber im Nachhinein eine Helligkeitskurve interessieren.
Jedenfalls geistern da für diesen Kometen recht unterschiedliche Helligkeitswerte herum.

CS Mike
 
Moin Mike!

> Jedenfalls geistern da für diesen Kometen recht unterschiedliche Helligkeitswerte herum.

Nur zur Info: Burkhards und meine Verlinkungen bezeihen sich auf dem 28. und 29.1., jeweils fotografische Vermesseungen. Man sollte bei solchen Ausreißern wie diesen +13 mag. immer sehr vorsichtig sein und lieber vom worst case ausgehen. Ich veröffentliche schon seit fast 14 Jahren die gemittelten Helligkeitsschätzungen (nur für die hellen Kometen!) auf meiner Seite. Was glaubst du, wie oft man solche Ausreißer schon erlebt hat. Besonders bei grenzwertigen Beobachtungen kommt es auf eine einigermaßen kontinuierliche Beobachtungsreihe an, nicht auf sporadische Sichtungen, die z.T. Wochen alt oder lückenhaft sind.

...und bei "frischen" Kometen immer drauf achten: mindestens 1mal in der Woche Bahndaten auf Aktualität kontrollieren! :biggrin:
 
Guten Abend,

ich bin mal so frei und kopiere hier die gesammelten Daten von unseren lateinamerikanischen Kollegen(LIADA) hier rein:



C/2015 X8 (NEOWISE)
2016 Jan. 29.78 UT: m1=[15.5, NEGATIVE; 60.3-cm L (305x) ; Sandor Szabo (Sieggraben, Austria)
2016 Jan. 26.83 UT: m1=13.0 DSLR, Dia.=1&#8242;; 1100d+300mm lens; Giuseppe Pappa (Sicily, Italy)
2016 Jan. 25.88 UT: m1=13.0 DSLR, Dia.=1&#8242;; 1100d+300mm lens; Giuseppe Pappa (Sicily, Italy)
2016 Jan. 09.82 UT: m1=12.7, Dia.=1.3&#8242;, DC=0; 40.0-cm L f/4.5 (144x); Seiichi Yoshida (Ibaraki, Japan)
2015 Dec. 30.85 UT: m1=13.3, Dia.=1.0&#8242;, DC=1; 32-cm L f/5 (144x); Uwe Pilz (Leipzig, Germany)
2015 Dec. 21.25 UT: m1=11.2, Dia.=4&#8242;, DC=1/; 20-cm SCT (77x);

Dazu kommen noch die Negativsichtungen von Christian und mir.

Ich denke es war so: Als der Komet noch recht hell war, waren meine Daten nicht mehr aktuell und als sie aktuell waren war der Komet bereits zu schwach um ihn visuell zu sehen, allerdings können dann die Werte von Pappa nicht stimmen.

CS Mike
 
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