C/2020 F3 Neowise und leuchtende Nachtwolken – Zeitraffer und Aufnahmen im Rückblick

Dane Vetter

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Hallo zusammen,

es ist inzwischen schon über ein halbes Jahrzehnt her, dass uns der Komet C/2020 F3 Neowise besucht hat. Am 8. Juli 2020 gegen 3:30 Uhr morgens habe ich den Kometen C/2020 F3 Neowise von der Aussichtsplattform auf dem Cholfirst bei Flurlingen (Schweiz) eingefangen. Ich hatte mir vorgenommen, den Kometen nicht nur als Himmelsobjekt, sondern auch im Zusammenspiel mit der Landschaft in Form einer Zeitraffer festzuhalten. Deshalb habe ich mich noch vor der Arbeit auf den Weg zum Aussichtspunkt gemacht, den ich Tage zuvor dafür ausgespäht hatte.

Über die Jahre habe ich aber den Aufnahmen zunächst jedoch keine große Beachtung geschenkt, da mir das Ergebnis nie so wirklich besonders erschien. Zudem hatte ich bei meiner Zeitraffer einige fehlende Aufnahmen, wodurch die Sequenz nicht sauber lief. Zu diesem Problem hatte ich hier im Forum sogar einen Thread eröffnet, auf den ich heute leider nicht mehr antworten kann. Das Problem hat irgendwie für etwas Frust gesorgt, und die Daten wurden von mir nie wirklich angegangen.

Nun habe ich kürzlich aber doch eine Lösung gefunden, um die fehlenden Frames zu generieren und die Zeitraffer fertigzustellen. Sie läuft bei genauem Hinsehen zwar nicht ganz flüssig, aber ich habe den Kompromiss gewählt, das finale Video so weit zu strecken, dass es nicht zu kurz ist, aber auch nicht zu sehr stockt. Im schnelleren Ablauf erscheint es natürlich flüssiger. Perfekt ist es nicht, für mich persönlich aber dennoch eine schöne Erinnerung. Vielleicht finde ich noch eine Möglichkeit, die Sequenz durch Frame-Interpolation flüssiger zu gestalten.

Zum Hintergrund der Aufnahmen: Am 8. Juli 2020 habe ich Neowise von der Aussichtsplattform auf dem Cholfirst bei Flurlingen (Schweiz) aufgenommen. Gegen 3:30 Uhr morgens zeigte er sich eindrucksvoll über Schaffhausen/Buchthalen, begleitet von seltenen leuchtenden Nachtwolken, die dem Himmel eine besondere Struktur gaben. Ich weiß nicht, ob ich so eine Kombination jemals wieder erleben darf. (Auf jeden Fall wohl nicht mehr mit C/2020 F3 ;) )

Für die Aufnahmen hatte ich zwei Setups im Einsatz:
  • eine EOS 5D MK4 mit 400 mm Brennweite, montiert auf einem Skywatcher Star Adventurer, um den Kometen nachzuführen und im Detail festzuhalten
  • eine zweite EOS 5D MK4 mit 70–200 mm Teleobjektiv, mit der ich Panoramen, Einzelaufnahmen und Sequenzen für eine Zeitraffer erstellt habe

20200708_035019-01.jpg

In der Vorbereitung hatte ich extra Klemmen für die Kameras zusammengebastelt, welche ich an das Geländer der Aussichtsplattform anbringen konnte. So konnte ich mir die Stative sparen, welche auf dem Gitterrost, welcher als Boden der Aussichtsplattform diente, sicher nicht ideal aufzustellen waren.

Die Bedingungen waren nahezu ideal: klare Sicht, kaum Wind, angenehme Temperaturen trotz der frühen Morgenstunden und was ebenfalls ein entscheidender Vorteil war: Keine Besucher auf der Plattform, welche sie zu wackeln brachte. :) Es war ein wirklich perfekter Moment, den nicht einmal der Gedanke trüben konnte, dass direkt danach noch ein Arbeitstag auf mich wartete!

Hier nun die finale Zeitraffer: https://www.linsenschuss.de/content...-neowise-2020/Neowise_Timelapse_Final_Web.mp4

Alternativ auf Youtube: Comet C/2020 F3 (NEOWISE) at Sunrise

Und hier noch die Aufnahmen, welche nebenbei entstanden:

AV8A8566-Bearbeitet_web.jpg


AV8A8570-Bearbeitet_web.jpg


AV8A8769-Bearbeitet_web.jpg


Die Venus hat sich hier auch noch ins Bild geschlichen.
AV8A8778-HDR-Bearbeitet_web.jpg


Neowise_Panorama_web.jpg

Das Panorama in einer größeren Version: Komet C/2020 F3 Neowise über dem Hochrhein
 
Hallo Dane,

das war eine sehr gute Entscheidung, dir das Material doch noch vorzunehmen! Herrliche Aufnahmen, wunderschön. Auch toll das Bild vom "making of", sehr gut gelöst.
Vielen Dank fürs zeigen.

CS, Michael
 
Hallo zusammen,

vielen Dank für euer Feedback! Und danke auch für den Hinweis bezüglich der Hegau Vulkane.

Ich hatte das so gar nicht auf dem Schirm, dass ich da gleich mehrere mit auf dem Bild habe. Da musste ich gleich mal bei Googlemaps hineinschauen, um zu sehen, um welche es sich handelt. Zwischen dem Hohenstoffeln und dem Hohentwiel, liegt noch der Hohenkrähen. Aber da er nicht so prägnant hervorsticht, kann ich ihn leider nicht identifizieren.

Neowise_Panorama_Hegau_Vulkane_web.jpg
 
Hallo zusammen, Hallo Dane,

wer auf der A81 gen Schaffhausen fährt, wird den Hohenkrähen allein aufgrund seiner Schroffheit sicherlich erkennen, auf dem letztgezeigten Bild verbirgt er sich hinter dem "Massiv" des Hohentwiels...

Der Hohenhewen ist bemerkenswerter... In Herbst- und Wintermonaten eröffnet er mit seinen noch wanderfreudigen Höhenmeter ein Panorama auf gut 800 Meter Höhe über ein Nebelmeer mit Sicht von den bayerischen Alpen bis zu den Viertausendern und bis in den Schwarzwald...

Einen kleinen lokalen, etwas abweichenden Einblick zeigt folgender LINK (Quelle: witthoh.de)

Viele Grüsse, schönen Sonntag

Markus
 
Hallo,

vom 12. auf den 13. Juli 2020 hatte ich ein Zeitraffervideo vom Kometen erstellt. Die Aufnahmen wurden rund 40 km nördlich von Hamburg gemacht und überdecken die ganze Nacht. Darauf sieht man einerseits, dass es dort zu dieser Jahreszeit nicht wirklich dunkel wird und gegen Morgen, als es heller wurde, auch leuchtende Nachtwolken zu sehen waren.

Und hier noch ein Foto vom 11. Juli.

Gruß
Hans
 

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Mein Zeitraffer vom Kometen Neowise und den Leuchtenden Nachtwolken ist aus der Nacht vom 10. zum 11. Juli 2020. Bei mir im südlichen Teil von Hamburg kann ich natürlich nicht so ein prächtiges Bergpanorama bieten, ich muss mit den Lichtern der Stadt Vorlieb nehmen.
Dafür hatte ich es einfacher mit der Aufnahme. Ich habe die Kamera über Nacht auf meiner Fensterbank im 8. Stock laufen lassen. Da ich den Kometen immer im Bild halten wollte, wurde die Kamera auf einer Reisemontierung mit halber Sterngeschwindigkeit nachgeführt.

Sony A7s, erste Version, Blende 4, ISO 3200, Brennweite 105 mm. Die Belichtung war automatisch jeweils 1,5 bis 2 Sekunden.
Im 2. Teil habe ich die Brennweite auf 200 mm erhöht.
Man sollt aber auf Vollbild gehen, sonst schneidet Vimeo den unteren Teil ab.

Die Nacht danach habe ich den Kometen unseren Michel umkurven lassen, wobei die Uhr den Zeitraffer verdeutlicht.
 
Hallo zusammen,

vielen Dank für eueren Input.

Hallo zusammen, Hallo Dane,

wer auf der A81 gen Schaffhausen fährt, wird den Hohenkrähen allein aufgrund seiner Schroffheit sicherlich erkennen, auf dem letztgezeigten Bild verbirgt er sich hinter dem "Massiv" des Hohentwiels...

Der Hohenhewen ist bemerkenswerter... In Herbst- und Wintermonaten eröffnet er mit seinen noch wanderfreudigen Höhenmeter ein Panorama auf gut 800 Meter Höhe über ein Nebelmeer mit Sicht von den bayerischen Alpen bis zu den Viertausendern und bis in den Schwarzwald...

Einen kleinen lokalen, etwas abweichenden Einblick zeigt folgender LINK (Quelle: witthoh.de)

Viele Grüsse, schönen Sonntag

Markus

Jetzt wo du es erwähnst, ich habe mich gerade an eine alte Aufnahme von mir erinnert, vom Hohenkrähen mit Aussicht zum Hohentwiel. Die sind wohl in der Tat nicht ganz so weit voneinander entfernt. Das der Hohenhewen so hoch ist, war mir nicht bewusst, aber ja, er sticht durchaus in der Landschaft hervor, was es einen schon vermuten lässt.

1757861460427.png

Hallo,

vom 12. auf den 13. Juli 2020 hatte ich ein Zeitraffervideo vom Kometen erstellt. Die Aufnahmen wurden rund 40 km nördlich von Hamburg gemacht und überdecken die ganze Nacht. Darauf sieht man einerseits, dass es dort zu dieser Jahreszeit nicht wirklich dunkel wird und gegen Morgen, als es heller wurde, auch leuchtende Nachtwolken zu sehen waren.

Und hier noch ein Foto vom 11. Juli.

Gruß
Hans
Das war mir gar nicht so bewusst, dass da "oben" der Komet nicht wirklich untergegangen ist, während er hier im Süden schon leicht im Horizont, wenigstens ansatzweise, untergegangen ist. Das ist natürlich auch eine coole Sache, wenn man ihn so lange festhalten kann.

Mein Zeitraffer vom Kometen Neowise und den Leuchtenden Nachtwolken ist aus der Nacht vom 10. zum 11. Juli 2020. Bei mir im südlichen Teil von Hamburg kann ich natürlich nicht so ein prächtiges Bergpanorama bieten, ich muss mit den Lichtern der Stadt Vorlieb nehmen.
Dafür hatte ich es einfacher mit der Aufnahme. Ich habe die Kamera über Nacht auf meiner Fensterbank im 8. Stock laufen lassen. Da ich den Kometen immer im Bild halten wollte, wurde die Kamera auf einer Reisemontierung mit halber Sterngeschwindigkeit nachgeführt.

Sony A7s, erste Version, Blende 4, ISO 3200, Brennweite 105 mm. Die Belichtung war automatisch jeweils 1,5 bis 2 Sekunden.
Im 2. Teil habe ich die Brennweite auf 200 mm erhöht.
Man sollt aber auf Vollbild gehen, sonst schneidet Vimeo den unteren Teil ab.

Die Nacht danach habe ich den Kometen unseren Michel umkurven lassen, wobei die Uhr den Zeitraffer verdeutlicht.
Die Idee gefällt mir, dass der Komet in der Zeitraffer verfolgt wird. Das müsste ich bei der nächsten Gelegenheit vielleicht auch mal ausprobieren. Ich hatte damals hierzu schon mal Gedanken, den Kometen per Autoguiding zu verfolgen. Die Perspektive mit dem Michel ist natürlich prima. So etwas in der Art wollte ich auch noch ausprobieren, aber es gab dazu leider keine Möglichkeit mehr.
 
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