Carl Zeiss Jena Nobilem 7x50 B

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ToSto64

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Hallo zusammen

Lohnt sich dieses FG für astronomische Beobachtungen?
Von der Qualität soll es seinerzeit mit das Beste sein, was es gab. Frage ist natürlich das Gewicht, welches ich leider nicht ausfindig machen konnte.
Oder sollte ich doch lieber ein modernes FG von Zeiss oder Swarovski in Betracht ziehen?
Gleicht es die Dioptrin (5.0/5.25) komplett aus?

Danke schon mal für Eure Inputs.

CS Thomas
 
Hallo Thomas,

ich würde bei Ferngläsern eher auf mehr Vergrößerung setzen als auf die 7 mm Austrittspupille wie bei dem von dir angefragten Glas, also vielleicht ein 8x40 oder 10x50 mit ungefähr 5 mm AP.
Ich stehe mit dieser Meinung zwar recht oft ziemlich allein da (nutze sogar FG mit AP von 3-4 mm), aber viele Beobachtungen und auch Vergleichsbeobachtungen mit Ferngläsern unterschiedlichster AP haben mich zu dieser Erkenntnis getrieben. Lieber ein höher vergrößertes, kontrastreicheres Bild, als eins mit mehr Gesichtsfeld, dafür aber flaueren Bildern.

Zum Zeiss selbst kann ich nix sagen, nur soviel, dass die Vergütungen heutiger FG besser sind. Ich hatte ein wunderschönes CZ 12x50 Dodecarem, gut gepflegt und sogar zwischendurch mal gereinigt. Der leichte Gelbstich war dennoch auffällig im Vergleich zu neueren Ferngläsern, das Fernglas selbst war dennoch astrotauglich.

Beste Grüße

Rene
 
Hallo Rene

Danke für Deine Einschätzung.
Habe da ein Angebot erhalten, aber ich bin mit so älteren Techniken vorsichtig. Mag sein, dass die hohe Qualität haben, aber die Entwicklung geht halt weiter.

Ich (wir) haben das Zeiss Victory HT 10x54 und das Swarovski EL 10x50 W B im Blick. Wahrscheinlich können wir die beiden für eine Nacht mal testen.
Gewichtsunterschied sind knapp 60 g zu Gunsten EL.

Das wäre dann noch unsere letzte Ergänzung zum Equipment.

BG Thomas
 
Ich stehe mit dieser Meinung zwar recht oft ziemlich allein da...
Nö...;)

Bei einem 7x50 brauchst Du schon einen extrem dunklen Himmel, zudem sollte sich Deine Augenpupille noch mindestens auf 6-7mm. öffnen können ansonsten macht die große AP. weniger Sinn.

Mein Swarovski SLC 8x56 nutze ich praktisch gar nicht für Astro, der Himmel hier ist einfach zu mau.

Tipp meinerseits, halte mal nach einem gebrauchten Zeiss FL 10x56 Ausschau, werden häufig im Bereich 1000-1200,- Euro angeboten, Astro macht einfach Spaß mit den Dingern, trotz der etwas mäßigen Randschärfe.
M.E. sind die FL immer noch State of the Art, dass 10x56 kann optisch mit dem moderneren SLC 10x56 mithalten, die sind in der Regel aber auch gebraucht noch wesentlich teurer.

Ansonsten wenn 10x zu wackelig ist würde ich eher Richtung 8x42 gehen, hier ist die Auswahl natürlich viel größer.

Andreas
 
Auf ricardo gibts gerade eins im Angebot.
Aber, meine Meinung, für Fernglas freihändig würde ich immer die kleinste Vergrösserung nehmen. Selbst damit ist die Zitterpartie noch genug. Zudem halte ich, wieder für freihändig, das Geld eher zum Fenster hinausgeworfen, wenn solche teuer & letzter Schrei Zeiss / Swarovskis usw. Ferngläser +/- nur für die Astronomie verwendet werden. Bezweifle schwer dass dabei ein wesentlicher visueller Zugewinn resultiert gegenüber der Mittelklasse.
Aber gut, mags jedem gönnen bei dem Geld keine Rolle spielt.

Gruss
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Thomas,

ich würde bei Ferngläsern eher auf mehr Vergrößerung setzen als auf die 7 mm Austrittspupille wie bei dem von dir angefragten Glas, also vielleicht ein 8x40 oder 10x50 mit ungefähr 5 mm AP.
Ich stehe mit dieser Meinung zwar recht oft ziemlich allein da (nutze sogar FG mit AP von 3-4 mm), aber viele Beobachtungen und auch Vergleichsbeobachtungen mit Ferngläsern unterschiedlichster AP haben mich zu dieser Erkenntnis getrieben. Lieber ein höher vergrößertes, kontrastreicheres Bild, als eins mit mehr Gesichtsfeld, dafür aber flaueren Bildern.
Kann ich bestätigen: hier in meiner nordhessichen Senke mit lokal recht brauchbarem Landhimmel konnte das FMTSX 7x50 nie gegen die beiden Ornigläser Leica 10x42BN und Canon 10x42L einen Stich bekommen, obwohl es eines der Top 7x50 ist - die AP passt einfach nicht. Kontrastbewertet sieht die Reihenfolge Leica-Fuji-Canon aus, aber die höhere V und geeignetere AP lassen das Seherlebnis im Oldie aus Wetzlar immer noch erstaunen. 5mm AP wäre wohl das Optimum hier, aber ein FMT 10x50 hat noch nicht den Weg zu mir gefunden.

csm
 
Zudem halte ich, wieder für freihändig, das Geld eher zum Fenster hinausgeworfen, wenn solche teuer & letzter Schrei Zeiss / Swarovskis usw. Ferngläser +/- nur für die Astronomie verwendet werden.
Grundsätzlich Zustimmung...;)

Wer wirklich "nur" Astro macht ist z.B. mit einem Fuji FMT 10x50 bestens aufgehoben, dass Glas hatte ich rund 10 Jahre im Gebrauch, bei Tagesbeobachtung aber auf Dauer ein No-go, insgesamt ist das FL in beiden Disziplinen dann halt doch besser.
wenn solche teuer & letzter Schrei Zeiss / Swarovskis usw. Ferngläser +/- Aber gut, mags jedem gönnen bei dem Geld keine Rolle spielt.
Hat vielleicht eher was mit Prioritätensetzung zutun, nicht unbedingt mit Reichtum.

Andreas
 
Auf ricardo gibts gerade eins im Angebot.
Aber, meine Meinung, für Fernglas freihändig würde ich immer die kleinste Vergrösserung nehmen. Selbst damit ist die Zitterpartie noch genug. Zudem halte ich, wieder für freihändig, das Geld eher zum Fenster hinausgeworfen, wenn solche teuer & letzter Schrei Zeiss / Swarovskis usw. Ferngläser +/- nur für die Astronomie verwendet werden. Bezweifle schwer dass dabei ein wesentlicher visueller Zugewinn resultiert gegenüber der Mittelklasse.
Aber gut, mags jedem gönnen bei dem Geld keine Rolle spielt.

Gruss
Die Sternabbildung der Swaro NL ist schon erste Sahne, da kommen die allermeisten anderen Anbieter von Taggläsern nicht mit. Wenn die primäre Anwendung der Tag ist, kann sich sowas lohnen, auch natürlich die anderen Top-Markengläser. Alle haben bestimmte Stärken und Schwächen, wobei die NL das überzeugendste Gesamtpaket liefern, allerdings auf einem Top-Preisniveau.
Das hat übrigens mit 'Geld keine Rolle' wenig zu tun - die NLer die ich kenne haben's mitunter auch nicht unbedingt dicke, aber es ist ihnen die Beobachtungsfreude wert. Ich hab's noch weniger dicke, hab aber auch Spaß an schönen Tagbeobachtungen, und muss daher länger sparen. Dass mein altes LeicaBN eben bei der Sternabbildung passen muss (ebenso das 10x Canon) ist ein wenig ärgerlich, aber dafüre sind sie ja auch nicht konzipiert worden. Wenn ein NL das auch noch mitbringt, umso besser. Und wenn man überlegt, welche Summen hier bei Astrosachen über den Tresen geschoben werden, für vllt. zehn, zwanzig Einsätze im Jahr, halte ich die Anschaffungskosten für die Premiumgläser bei engagierten Ornis für gerade zu gering - diese Gläser können locker ne Dekade genutzt werden, und sind zumindest bei mir etwa dreihundertsechzig Tage im Jahr im Gebrauch. Nur für Sterne ist ein NL eigentlich unterfordert - aber wenn ich rückwirkend überlege, wie oft (oder selten) ich mein APM100 ausführe (v.a. wetterbedingt), sehe ich ein NL eher als preislich angemessene Offerte. Dass andere Taggläser auch der Mittelklasse am Tag eine menge Freude bereiten können, halte ich für selbstverständlich.
 
Und wenn man überlegt, welche Summen hier bei Astrosachen über den Tresen geschoben werden, für vllt. zehn, zwanzig Einsätze im Jahr, halte ich die Anschaffungskosten für die Premiumgläser bei engagierten Ornis für gerade zu gering - diese Gläser können locker ne Dekade genutzt werden, und sind zumindest bei mir etwa dreihundertsechzig Tage im Jahr im Gebrauch. Nur für Sterne ist ein NL eigentlich unterfordert - aber wenn ich rückwirkend überlege, wie oft (oder selten) ich mein APM100 ausführe (v.a. wetterbedingt), sehe ich ein NL eher als preislich angemessene Offerte. Dass andere Taggläser auch der Mittelklasse am Tag eine menge Freude bereiten können, halte ich für selbstverständlich.
Genauso ist es... :y:

Hallo Manne,

dass dieses Thema Ferngläser (Swaro/Zeiss/ Leica) in Astroforen immer wieder gerne mit " reich, dekadent und unnötig" in Verbindung gebracht wird empfinde ich als zunehmend befremdlich.

Da kaufen sich die Leute für x Tausende einen High-End Apo und nutzen ihn vielleicht 10 x im Jahr, ganz zu schweigen von der millionenschweren Fotoausrüstung für Astroaufnahmen oder den 20 Zoll Dobson mit High -End Optik, dass ganze Zubehör noch nicht mitgerechnet und die Community bricht in Jubel aus.
Bei einem popligen Fernglas das im Jahr vermutlich 100x mehr benutzt wird und preislich im Vergleich zu oben genannten nur ein Bruchteil beträgt kommt schnell die Unterstellung des unerschöpflichen Wohlstandes auf.

Klar wir sind hier in einem Astroforum und Handferngläser der Marke 8x32, 8x42, 10x42,10x50 etc. spielen eine untergeordnete Rolle, Licht und Auflösung ist nun mal eine Domäne der Astronomie und ich gönne jedem die bestmögliche Ausrüstung, was halt irritiert ist der Beißreflex der bei einigen Leuten ausgelöst wird sobald der Name Zeiss, Swaro, oder Leica fällt?!

Keine Ahnung, ich bin auch nicht reich, habe trotzdem ein NL, dafür fahre ich ein Uraltauto, trage meine Klamotten bis sie sich von selbst auflösen und meine paar Haare schneide ich selber, mein monatliches Salär ist auch eher unterdurchschnittlich, also wie so häufig eine Frage der Prioritätensetzung und weniger des Geldbeutels.

Na dann bis zur nächsten Dekadenzdiskussion...

Andreas
 
Ah, der Fernglasdisput ist wie immer entbrannt, wird Thomas aber nicht wirklich weiterhelfen ;). Und ich glaube, CHnuschi hat es gar nicht so dramatisch gemeint, in seiner Aussage steckt aus meiner Sicht auch ein Funken Wahrheit.
Vom Grundsatz bin ich bei Manne und Andreas, hatten wir ja schon oft, ich fahre auch lieber alte Klapperkisten von Autos, bis sie auseinanderfallen und setze meine Prioritäten für hochwertigere Dinge bei unserem gemeinsamen schönen Hobby Astronomie. Aber selbst das hat Jahre gedauert, bis der Tropfen der Erkenntnis auch bei Ferngläsern durchgesickert ist.
Thomas, du scheinst mir ein Typ zu sein, der gern Nägel mit Köpfen macht, deswegen empfehle ich dir im Fernglasbereich eines der Mittelklasse, das ihr zwei auch tatsächlich tagsüber nutzen könnt, also ein schönes Dachkantfernglas. Ich konnte zuletzt durch ein schönes Nikon Monarch HG 10x42 schauen und es am Tage testen, es hat hier locker mit meinem Swaro NL mitgehalten, wer eben nur nicht so weitwinklig und kostet dafür aber auch 1,5k weniger. Dieses Glas würde ich euch beiden vorschlagen, wenn ich Vorschlagsrecht hätte. Wenn es doch ein Zeiss Victory oder Swarovski EL werden soll, auch gut. Testet das Glas eurer Wahl aber bitte unbedingt beide am Tag wie in der Nacht. Wenn zwei es nutzen, sollten auch beide ihre Freude haben.
Und Ich verlinke hier noch einmal meinen Bericht zu meinen FG-Erfahrungen bisher, da hat sich bis heute nicht viel dran geändert: geradesicht-fernglaeser-ein-erfahrungsbericht

Beste Grüße

Rene
 
Hallo Thomas,

sind 5.0/5.25 dpt die Werte für links/rechts oder 5 bis 5,25 dpt zum anderen Auge. Im ersten Fall gäbe es ja kein Problem mit der Dioptrienkorrektur, bei einer Differenz aber schon.
Du bist Brillenträger, würdest aber gerne ohne Brille beobachten. Ich kenne die Nobilem-Reihe gut und bin als Freund guter und alter Optiken von diesen Ferngläsern begeistert. Wenn Du aber ein Glas überwiegend für die Astrobeobachtung suchst, schau Dir die APM Ferngläser an. Je nach bevorzugtem Beobachtungsort (Lichtverschmutzung) und eigenem "Tatterich" kann ich ein 8x56 (hat APM auch ein 8x50?) oder ein 10x50 vorschlagen. 8x56 aber nur bei überwiegend dunklem Himmel. 10x50 wäre das Standardglas, wenn man es über einen "längeren" Zeitraum ruhig halten kann und mag. Bei mir ging 10x50 immer nur für kurze Zeit. Habe mich mehr auf den ruhigen Halt konzentriert als auf das Beobachtungsobjekt.

Viele Grüße
Frank
 
Hier mal einige Testkandidaten, die ich unabhängig ihrer historischen Geschichte (also ohne Emotionen :giggle:) am Sternenhimmel getestet habe.
Die Eifel und das westliche Ruhrgebiet, also zwei sehr unterschiedliche Regionen, waren die Beobachtungsorte. Es sollte ohne Stativ und ohne Brille beobachtet werden (bin Träger einer Gleitsichtbrille). Der Anspruch lag auf ca. 1min durchgehender Beobachtungszeit, der Genuss der Beobachtung und das Detail am Objekt waren mir wichtig.
Kurz: das Lunt 10x50 war mein Gewinner. Ich habe es später mit einem APM ED 10x50 vergleichen können und keinen Unterschied festgestellt, obwohl das Lunt nicht als ED beworben wurde. Wenn Du also ein gebrauchtes Lunt bekommen und testen kannst, versuche es. Ansonsten ein APM testen ...

Viele Grüße
Frank

Hier die Ferngläser -alle Fotos sind von mir-:
(von einem Fujinon 10x50 FMTR war ich auch angetan, konnte es aber nicht mit den anderen vergleichen)

Nobilem 7x50B (ohne Foto)
Fotos 1-6:
Nobilem 8x50B super
Lunt 10x50
Dodecarem 12x50B
Nobilem 15x60B
Fujinon 10x70
Lunt 11x70


Nobilem 8x50B super.JPGLunt 10x50.JPGDodecarem 12x50B.JPGNobilem 15x60B.JPGFujinon 10x70.JPGLunt 11x70.JPG
 
Genauso ist es... :y:

Klar wir sind hier in einem Astroforum und Handferngläser der Marke 8x32, 8x42, 10x42,10x50 etc. spielen eine untergeordnete Rolle, Licht und Auflösung ist nun mal eine Domäne der Astronomie und ich gönne jedem die bestmögliche Ausrüstung, was halt irritiert ist der Beißreflex der bei einigen Leuten ausgelöst wird sobald der Name Zeiss, Swaro, oder Leica fällt?!

Keine Ahnung, ich bin auch nicht reich, habe trotzdem ein NL, dafür fahre ich ein Uraltauto, trage meine Klamotten bis sie sich von selbst auflösen und meine paar Haare schneide ich selber, mein monatliches Salär ist auch eher unterdurchschnittlich, also wie so häufig eine Frage der Prioritätensetzung und weniger des Geldbeutels.

Na dann bis zur nächsten Dekadenzdiskussion...

Andreas
Ich bin noch ärmer, und führe nicht mal was von Swaro geschweige denn ein NL. Mein Tatterich lässt auch für den Tag nur noch Stabi-Canonen ran, und für den schnellen Freihandblick bin ich ja ornimäßig ausreichend ausgestattet. Wenn man natürlich eins für beides findet, ist das toll - und das zöge dann auch in die 'Beißreflexdebatte' ein. Der Neid ist auch ein Luder, und das wird selbst unter Vogelnerds manchmal recht ausgeprägt festgestellt. Entscheinden ist aber - wie du zurecht angemerkt hast - die Prioritätensetzung. Ich jetzt hier in der Region ein Rebhuhnprojekt mit dauerhaft stehenden Blühflächen (nicht -streifen), und da geht das Monitoring eigentlich (außer bei unendlichem Zeitkontingent) am ehesten mit Wärmebild - somit steht jetzt eine solche Anschaffung an, und ich teste da einige. Das geht aber nur, wenn ich dafür anderes 'nötiges' Astrogerödel eben sein lasse. Ok - Frisör gönne ich mir, und die Karre fährt mich auch noch überall hin…

csm

PS: Für die FG-Findung auch der Mittelklasse ist das Jülich-Forum immer noch eine Fundgrube.P7162272 (2).JPG
 
Falls es doch 7x50 werden sollte, würde ich auch mal (am Sternenhimmel ungetestet) die Nobilem Marine in's Feld werfen (die ohne Kompass) - die scheinen momentan recht vergünstigt vom Hersteller angeboten zu werden.
 
Hallo zusammen

Vielen Dank für die interessanten Inputs, die Ihr hier eingebracht habt.
Auch @CHnuschti seine Ansicht hat ihre Berechtigung, auch wenn diese zum eigentlichen Thema wenig bis nichts beiträgt.
Momentan etwas zeitbegrenzt, werde mich aber heute noch ausführlicher zu meinen/unseren Beweggründen äussern.
BG Thomas
 
Ein Anruf meines Vaters, dass ein Kollege von ihm, sein Zeiss Nobilem verkauft.
Da ich dieses FG nicht kannte, habe ich mal im Internet etwas recherchiert und habe nicht wirklich viel gefunden.
@CHnuschti : Habe dabei auch das Angebot auf ricardo gefunden. Kaufe aber auf solchen Plattformen nicht.
Aufgewachsen in der Nähe von Jena zu DDR-Zeiten, gibt es von meiner Seite sicher eine gewisse Affinität zu den Produkten von Carl Zeiss.
Eigentlich hat sich meine Ursprungsfrage ja erledigt. 7x ist in der Vergrösserung zu gering und die AP von 7mm werden wir kaum nutzen können.
Aktuell haben wir ja das Steiner SkyHawk 3.0 8x42, ein wirklich gutes FG der Mittelklasse.
Seine Stärke ist ganz klar die Vogelbeobachtung und da ist es schon sehr eindrücklich einem Roten Milan im Flug beim Kreisen zu folgen. Ein scharfes und kontrastreiches Bild.
Auch am nächtlichen Himmel zeigt es eine gute Abbildung ohne störende Farbverläufe, jedoch merken wir schon deutlich eine Randunschärfe. Ich würde es mal so definieren: 50% des sehbaren GF sind sehr gut scharf und dann wird es zum Rand kontinuierlich unscharf.
Da wir es nur zur Unterstützung beim Aufsuchen der Objekte nutzen, fällt das nicht weiter ins Gewicht.
Mit Ausnahme des Mondes und von Jupiter und Saturn haben wir das Steiner noch nicht intensiver zur Beobachtung eingesetzt.
Nun hatte ich vor vier Wochen die Gelegenheit bei einem guten Seeing am ländlichen Nachthimmel durch ein Zeiss Victory SFL 10x40 zu schauen.
Ich bin eher ein sehr nüchterner und rationaler Typ, aber da wurde es kurz mal emotional. Das zwischen dem Sky Hawk von Steiner, einem doch sehr gutem und mit ca 550 Sfr auch für die Mittelklasse nicht unbedingt günstigem FG und dem Victory SFL von Zeiss eine solche Dimension liegen würde, habe ich mir nicht vorstellen können.
Die Sterne gestochen scharf, ohne jede Farbfehler, eine Brillianz... die funkelten wie Diamanten. Jupiter mit den Monden von der Qualität (nicht die Grösse) wie beim Ethos 13mm. Bei den Plejaden verschlug es mir glatt die Sprache. Mein Kollege musste drei Mal fragen... Und?... Und?...Und? o_O:love:
Dazu war fast das gesamte GF "ratten-scharf", nur ganz am Rand bemerkte ich eine minime Unschärfe.
Und die Haptik des Victory ist einfach nur genial. Eine AP von 4mm scheint für meine Augen wohl perfekt und 650g Gewicht... Ich habe da 2 - 3 Minuten mit dem Victory in den Himmel gestarrt und trotz 2 ° C kein Zittern gehabt.
Was soll ich also schreiben?
Nein, niemals ein Zeiss, denn das ist Dekadenz pur!?
Nun ging meine Überlegung in die Richtung, etwas mehr Brennweite zu nehmen, deshalb auch der Gedanke zum Zeiss Victory HT 10x54.
Ich weiss aber eben nicht, wie das gewichtsmässig aussieht, denn das sind 400g mehr. Und ob das Daniela gut findet, weiss ich nicht. Deshalb wollen wir das HT und Swarovskis EL mal ausprobieren.
Wenn es das Victory SFL in 10x48 gäbe, da wäre die Entscheidung wohl schon getroffen.
Richtig. Mehr als 5mm definitiv nicht.
Bezweifle schwer dass dabei ein wesentlicher visueller Zugewinn resultiert gegenüber der Mittelklasse.
Habe ich eben auch nicht gedacht. Doch die Realität hat im Vergleich mir etwas anderes gezeigt.
Eher sogar 4mm.
Hat vielleicht eher was mit Prioritätensetzung zutun, nicht unbedingt mit Reichtum.
:y:
Und wenn man überlegt, welche Summen hier bei Astrosachen über den Tresen geschoben werden, für vllt. zehn, zwanzig Einsätze im Jahr,
Fotoausrüstung für Astroaufnahmen oder den 20 Zoll Dobson mit High -End Optik, dass ganze Zubehör noch nicht mitgerechnet
Jeder setzt halt seine Prioritäten. Am Ende entscheidet eben das Verhältnis Einkommen/ Vermögen zur Ausgabe.
Testet das Glas eurer Wahl aber bitte unbedingt beide am Tag wie in der Nacht
Machen wir.
Thomas, du scheinst mir ein Typ zu sein, der gern Nägel mit Köpfen macht,
Stimmt. Mein Vater ist so und das hat Sohnemann so mitbekommen.
Und als PL ärgert es mich jedes mal, wenn ich Kompromisse wegen dem vorgegebenen Budget machen muss und nach zwei Jahren dann doch noch nachgerüstet wird, jedoch schon mehrere Tausende oder Zehntausende Franken versenkt wurden.:sleep:
sind 5.0/5.25 dpt die Werte für links/rechts oder 5 bis 5,25 dpt zum anderen Auge.
Ja, für L/R.
Entscheinden ist aber - wie du zurecht angemerkt hast - die Prioritätensetzung.
Wie schon bestätigt, so ist es.

OT: Fahre einen 15 Jahre alten Saab, der jetzt 348'000 km ohne Probleme gelaufen ist und sicher die 400'000km noch erreichen wird.
Wie Ihr seht, gehört ein Auto nicht gerade zu meinen Prios.
Daniela hat dieses Jahr ihren 18jährigen Toyota RAV mit 255'000km abgegeben und sich den neuen Yaris Cross gegönnt.
Der wird sicher auch wieder 12 Jahre Minimum bleiben.

CS Thomas
 
Hallo Thomas,

nach studieren Deines Beitrages oben dürftest Du dann mit dem Swarovski EL im grünen Bereich liegen, die Gläser sind nochmal randschärfer als das SFL und ansonsten haben die auch eine sehr gute Optik.

Die Zeiss HT/ FL haben halt das Manko das die Randbereiche bei etwa 60-70% des GF. nachlassen, im Zentrum sind die Gläser aber genial.
Bei Freihand fällt das natürlich nicht so auf, auf dem Stativ und bei Himmelbeobachtungen wird es aber deutlich.

Als Alternative für einen "alten" Zeissfan gäbe es eben noch die Zeiss SF 8/10x42, die sind mindestens so randscharf wie das SFL haben ein größeres GF. sind etwas heller und die chromatische Aberration ist besser korrigiert, die Farbwiedergabe ist minimal anders, dass SF ist natürlich nochmals teurer als das SFL, nur das Du nicht komplett der Dekadenz verfällst.;)

Aber Du hast ja erstmal die Möglichkeit das EL mit dem HT zu vergleichen, vielleicht kommst Du ja zu anderen Ergebnissen als ich!?

Lass mal hören wenn ein finales Fernglas gefunden ist und viel Spaß beim testen.

Andreas
 
Lieber Thomas, ich verfolge weiterhin interessiert den Thread und gewinne den Eindruck, dass Du mit dem 10x40 SFL, das Du ja schon kennst, am Glücklichsten wirst. Das 10x56 oder auch 10x54 ist doch etwas für Fernglas-Spezialisten, die in Feldmitte etwas ganz Bestimmtes erreichen wollen - in meinem Fall z.B. maximale handgehaltene Leistung an Galaxien.

Für die allgemeine Orientierung nachts als Vorbereitung für das Teleskop, und das Herumschauen am Tage, ist so ein 10x40 praktischer, allein schon wegen des Gewichts! Das superleichte 10x40 kannst Du die ganze Nacht um den Hals baumeln haben, mit einem 1200g schweren 10x56 ist das bald belastend. Wobei ich in die Orientierungsfunktion zu 7x raten würde, wegen des größeren, ruhigeren Feldes, aber Du hast ja schon Deine Entscheidung diesbezüglich getroffen.

Übrigens muss ich hier ganz energisch der Vorstellung widersprechen, dass bestimmte Austrittspupillen "zu viel" seien. Es gibt da nur Vorlieben, die ganz persönlich sind. Ich habe z.B. eine kleine Vorliebe für 3 bis 4,2mm, und eine grosse Vorliebe für 6 bis 7mm, und zwar unter aufgehelltem Vorstadthimmel. 5mm finde ich dagegen stets unangenehm. Eine allgemeine Aussage kann ich daraus nicht konstruieren, zumal ich an mir selbst beobachte, dass das auch Phasen hat und in Bewegung ist.

Ich sekundiere Andreas: lasse uns wissen, wie die Entscheidung ausging!

CS, Christopher
 
Zuletzt bearbeitet:
Lieber Christopher,
Übrigens muss ich hier ganz energisch der Vorstellung widersprechen, dass bestimmte Austrittspupillen "zu viel" seien
:y: jetzt sind wir schon zu zweit.
und eine grosse Vorliebe für 5,6 bis 7mm, und zwar unter aufgehelltem Vorstadthimmel
jaaaa. Ich liebe meinen 80/480mm Apo mit dem 41mm Pano.:)

Gruß Uwe

P.S. um auf das Thema Fernglas zurückzukommen : 10-fach ist mir freihand schon zuviel, 7-8 x geht bei mir, alles was mehr ist nur mit Stabi.
 
P.S. um auf das Thema Fernglas zurückzukommen : 10-fach ist mir freihand schon zuviel, 7-8 x geht bei mir, alles was mehr ist nur mit Stabi.
Ist bei mir auch so.
Ich habe ein altes aber sehr gutes 7x50 Porro russischer Herkunft (KOMZ?). Das ist bei relativ dunklem Himmel der Hammer :). Geht auch sehr gut terrestrisch, insbesondere in der Dämmerung.
Deshalb würde ich das Nobilem 7x50 B nicht ganz ausschließen.
 
Hallo Thomas,
das Thema Carl Zeiss Jena Nobilem 7x50 B ist zwar bei dir durch, aber vielleicht sind noch andere interessiert.

Das Nobilem 7x50 ist nach meiner Meinung das beste 7x50 Porro-Fernglas mit Zentralfokussierung. Die schöne „belederte“ Version bringt 1052 g auf die Küchenwaage. Das Sehfeld hat die 7x50-üblichen 128 m auf 1000 m. Der Austrittspupillenlängsabstand beträgt angenehme 17,3 mm. Der Einblick ist mit und ohne Brille perfekt - das Bild ist sofort da, ermüdungsfreies Beobachten garantiert. Zum optischen Design: Die Nobilems haben ein verkittetes achromatisches Objektiv, die Porroprismen sind verkittet mit nur zwei Glas-Luft-Übergängen(!), das Okular ist vier-linsig ohne Feldebnungslinse. Das Sehfeld ist daher nicht randscharf, aber für mich auf etwa gleichem Niveau wie beim Fujinon 7x50 FMT SX, welches ich auch besitze! Weil ich gerade beim Vergleich zum Fuji bin. Der Einblick mit 23 mm Austrittspupillenlängsabstand ist für mich auch umkomfortabler, schon zu groß. Ein Vergleich mit der Referenz, einem Nikon 7x50 IF WP SP (Prostar) wäre sicher interessant.

Tests von allbinos für den Docter-Nachfolger lesen sich auch nicht schlecht: Docter Nobilem 7x50 B/GA - binoculars review - AllBinos.com

Ich liebe die Nobilems. Inzwischen konnte ich alle belederten CZJ-Nobilems der Reihe erwerben, zusätzlich einige Docter-Modelle, welche schon eine verbesserte Vergütung besitzen. Im Anhang noch Bilder von meinen drei 7x50 Nobilems.
Carl Zeiss Jena Nobilem 7x50 B
Docter Nobilem 7x50 B (mit verbesserter bläulicher Multivergütung)
Docter Nobilem 7x50 B/GA IF Nautic (Einzelokularfokussierung, gummiarmiert, druckwasserdicht für den maritimen Einsatz und genialen Teleskopaugenmuscheln)
 

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Hallo Ralf,
Ich habe mir so ein Docter Nobilem 7x50 B/GA mal gebraucht an Land gezogen. Meines ist gummiarmiert und hat eine Mittenfokussierung.
Meine Frau macht viel Ornithologie und daher sind viele Porro- und Dachkant-Fernglaeser durch unsere Haende gegangen, doch dass Nobilem ist immer geblieben.
Meiner Erfahrung nach eines der besten Porro-Glaeser, die freihaendig Sinn machen. Ist wie Nachtsicht in 3D. Ich hab' damals so um die 500 Euro dafuer bezahlt und das Glas spielt in einer Liga von Dachkantglaesern fuer heute 2-3kE.
Gruss & CS
 
Hallo zusammen
Kurze Zusammenfassung. Habe wegen dem Nobilem noch einmal mit meinem Vater telefoniert. Der Besitzer des FG war ein guter Kollege meines Vaters und ist vor sechs Wochen verstorben. Seine Frau verkauft nun diverse Gerätschaften, die er besass. Für das FG möchte sie wohl um die 600 Euro.
Das ist aber jetzt vom Tisch.
Danke noch einmal an alle für die hilfreichen Inputs und Eure Ansichten zu dem Thema.
Wir werden uns doch in Richtung modernes FG bewegen und gewichtsmässig soll es nicht mehr als 800 bis 850g auf die Waage bringen.
Unser Steiner SkyHawk 3.0 bringt 745g mit und ist für Daniela im freien Stehen so ca. 20 - 25 Sekunden und im Stehen bzw. Sitzen bei angelehntem Rücken ca. 60 - 80 Sekunden zur Beobachtung ruhig zu halten. Somit werden wir uns in Richtung 10 x 40 oder 10 x 42 begeben.
Hier ist das Gewicht im angegeben Rahmen und die Vergrösserung schon detaillierter. Das Sky Hawk 3.0 bleibt natürlich Bestandteil unseres Equipments und gerade für die Ornithologische Beobachtung ein sehr gutes Fernglas. Auch zum Auffinden von Objekten am Nachthimmel ist es absolut ausreichend.

Für die FG Findung werde ich einen neuen Thread aufmachen, da dies ja mit dem Zeiss Nobilem nichts mehr zu tun hat und Euch auf dem Laufenden halten,
sofern Interesse vorhanden.

CS Thomas und Daniela
 
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