Geradesicht-Ferngläser - ein Erfahrungsbericht

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ReneM

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Liebe Fernglas-Freunde

Helmut Lang hat zuletzt hier eine schöne Zusammenfassung zu seinen Fernglas-/Binoerfahrungen gegeben.

Das und die immer wieder zu lesende Aussage, dass Geradesicht-Ferngläser nur bedingt geeignet sind für die astronomische Beobachtung haben mich als Fernglas-Enthusiasten dazu bewegt, über meine eigene Vita zu Ferngläsern Revue passieren zu lassen :unsure:, an der ich Euch teilhaben lassen möchte.

Das soll kein Ratgeber sein, aber ich will in den Zeiten immer mehr aufkommender 45°- und 90°-Einblick-Binos zumindest eine Lanze für Geradesicht-Ferngläser brechen.

Zu meiner Vita
Begonnen hat alles 2007 mit einem 10x50 Nikon Action Ex für gerade einmal 120 EUR. Eine sinnvolle, preiswerte Investition, mit der ich herausbekommen wollte, ob das Thema Astronomie mich langfristig fesselt. Hat es!
Also folgten einige Teleskope und ein kurzer Ausflug in die Astrofotografie, bis ich mich 2013 zurück zu den Wurzeln und zur visuellen Astronomie besann.
Das Fernglas als astronomisches Beobachtungsinstrument hatte zwischendurch völlig ausgedient, erlebte dann 2014 sein erstes Revival, als ich mehr als 5 Monate auf ein größeres Teleskop warten musste.
Seitdem beobachte ich mit stetig steigender Begeisterung mit Ferngläsern mit Öffnungen zwischen 20 und 70 mm.
Ich denke, die Begeisterung hält vor allem deshalb an, weil ich schon vieles in Teleskopen gesehen habe, das ich nun gern auch in Ferngläsern aufspüren möchte.
Vor zwei Jahren stand ich dann am Scheideweg. Investiere ich in ein Bino mit Wechselokularen und 45/90°-Einblick oder vergrößere ich meine Palette geradsichtiger Ferngläser.
Ich habe mich letzten Endes für die Erweiterung der Fernglasreihe entschlossen. Die Gründe gegen ein Bino waren vielfältig, angefangen bei den Investitionskosten (doppelte Okularserien), und endend bei der mitunter großen Streuung der optischen Qualität dieser Gläser (Stichwort Hochvergrößerung).
Ich ergänze meine Ferngläser daher nach oben durch einen 3“ Refraktor und einen 12,5“ Spiegel.
Inzwischen habe ich mit Ferngläsern verschiedenster Art rund 1.400 dokumentierte Beobachtungen gesammelt und habe trotzdem das Gefühl, noch ganz am Anfang zu stehen, soviel habe ich mit meinen Ferngläsern noch vor.

Fernglasbeobachtungsnacht - ja, aber wie
Im Laufe der Jahre habe ich mir viele Gedanken gemacht, wie man relativ bequem Nächte mit Ferngläsern verbringen kann.
Für gelegentliche Beobachtungen neben dem Teleskop reicht es völlig, handgehalten oder aufgestützt mit dem FG draußen zu stehen.
Für eine ganze Beobachtungsnacht allein mit dem Fernglas muss dieses auf ein Stativ, egal welche Vergrößerung es hat.
Im Vergleich ist ein 8-fach vergrößerndes Fernglas auf Stativ gewinnbringender als ein 10-fach vergrößerndes Fernglas handgehalten. Belohnt wird man bei Stativnutzung mit einer deutlich höherer Detailerkennung und der Grenzgrößengewinn sichtbarer Sterne steigt um 1 bis 1.5 mag.
Dieses Potential beim Fernglas liegen zu lassen, ist aus meiner Sicht so, wie einem guten Teleskop ein unterdimensioniertes Stativ zu verpassen.
In den letzten Jahren habe ich so gut wie jede Stativlösung für Ferngläser ausprobiert.

Die Bequemste - Parallelogrammmontierung
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+ extrem flexibel und problemlose Zenitbeobachtung möglich
- aber auch die sperrigste und schwerste

Wer viel Platz im Haus oder der Garage … und im Auto hat, greift zu dieser Lösung.

Die meiner Ansicht nach Beste - Manfrotto Actiongrip auf Kurbelstativ
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+ Beobachtung im Stehen möglich durch das Kurbelstativ
+ Beobachtung im Zenit möglich durch den Hebel des Actiongrip
+ echtes grab & go-Feeling
- bei größeren Ferngläsern ungünstiger Schwerpunkt bei Zenitbeobachtung

Die Notlösungen
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IMG_6719 (Groß).JPG

- Zenitbeobachtung ist in Beispiel 1 Einarmgabel nicht wirklich möglich, man schließt schnell Bekanntschaft mit dem Stativ darunter und riskiert im Winter, dass einem die Lippen daran anfrieren
- die L-Halterung auf Bild 2 geht einigermaßen, aber man steht immer irgendwie neben dem Stativ und muss sich mit mindestens einem der Stativbeine den Platz teilen

Unsinn
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- das sah nur gut aus, aber Geradsicht und 90° Einblick vertragen sich nicht auf der gleichen Montierung

Auf fast allen Bildern habt ihr gesehen, dass ich einen Leuchtpunktsucher verwende.
Der eine oder andere denkt sich jetzt sicher, dass das Fernglas ein Sucher schlechthin ist mit seinem riesigen Gesichtsfeld. Stimmt. Aber es gibt immer wieder Situationen in sternreichen Gegenden - und ganz besonders in zentinahen Beobachtungspositionen, wo Du die betreffende Stelle nicht genau identifizieren kannst, an der Du Deine Beobachtung starten möchtest.
Das Sternbild Drache ist ein gutes Beispiel. Der Leuchtpunktsucher hat mir bei solchen Situationen schon oft viel Frust erspart.


Was also macht für mich Faszination der Fernglasbeobachtung aus
+ binokulares Sehen, logisch
+ reine Fernglasnächte sind sehr kurzweilig, schon allein die kurze Vorbereitung und Abbau erhöhen die Motivation, auch mal nur für eine Viertelstunde vor die Tür zu gehen
+ durch die feste Vergrößerung spart man sich viel Zeit mit dem Okularwechsel
+ dadurch ist die Zahl beobachteter Objekte in gleicher Zeit ist deutlich höher als in Teleskopen
+ man kann riesige Gesichtsfelder überschauen, ideal um den Himmel besser kennen zu lernen
+ FG liefern ein seitenrichtiges aufrechtes Bild, das einem nur ein Refraktor mit Amici-Prisma vergleichbar liefern kann
+ der gefühlte visuelle Kontakt zum Objekt ist der direkteste als bei jeder anderen Optik, weil man direkt auch in die Richtung schaut, in die man beobachtet

Die Nachteile will ich nicht verschweigen
- Objektzahl ist je nach Öffnungsklasse eingegrenzt
- Beobachtungen im Zenit sind unbequem, in Zenitnähe aber nicht unmöglich
- die Optiken können mitunter schneller beschlagen/zutauen als Teleskope


Fernglasempfehlungen
Ein spezielles, ganz schwieriges Thema. Ich gehöre eher zur Fraktion der Hemdsärmeligen eher praktisch veranlagten. Viele meiner Ferngläser habe ich zwar auch getestet, aber diese Tests nicht bis zum Exzess getrieben, sondern mir meine Einschätzungen zu einem Fernglas lieber nachts während des Beobachtens geholt.
Deshalb werde ich nur einige allgemeine Empfehlungen geben. Ich denke, jedes Fernglas hat seine Berechtigung, sofern es keine totale Gurke ist.

Beobachtern, die mit dem Fernglas den Himmel kennen lernen wollen, reicht im Grunde ein Fernglas in der Preisklasse ab 150 EUR (Porroprismen) bzw. 300 EUR (Dachkant).
Wenn das Fernglas nur für die nächtliche Beobachtung genutzt werden soll, dann würde ich grundsätzlich ein Porroprismen-Fernglas empfehlen, weil diese bei gleicher Qualität analog zu einem Dachkant-Fernglas in der Regel deutlich preiswerter sind.
Die kompakteren Dachant-Ferngläser machen grundsätzlich eher dann Sinn, wenn das FG auch am Tage genutzt werden soll.

Brillenträger müssen zwingend auf den Augenabstand achten, der aus meiner Sicht ab 17-18 mm für ein entspanntes Beobachten sorgt. Nichts ist aus meiner Sicht unbefriedigender, wenn man nicht das ganze Gesichtsfeld eines Fernglases überblicken kann. Selbst ich als Nichtbrillenträger klappe bei meinen Ferngläsern die Okularmuscheln zurück oder drehe sie in Brillenträgerposition, weil ich damit dann sehr entspannt das ganze Feld überschauen kann.

Wenn es in Richtung gehobenere Ansprüche geht, ich habe bei den Porros mit den Fujinon-Ferngläsern gute (aber nicht die besten) Erfahrungen gemacht. Auch die APM-Gläser sollen gut sein und einen größere Augenabstand haben, was insbesondere für Brillenträger von Relevanz ist. Ich selbst schwöre auf Nikon und die EII- und IF WP-Serie.

Der Markt für Dachkant-Ferngläser ist deutlich größer und wächst ... und wächst ... und wächst. Hier gibt es inzwischen sogar Ferngläser, die qualitativ die besten Porroprismen-Ferngläser schlagen, dafür aber auch richtig viel Geld kosten.

Wie so oft fällt die Entscheidung meist als Kompromiss zwischen Ansprüchen und Geldbeutel, persönliche Vorlieben und Abneigungen und für die Entscheidungsfindung zum richtigen Fernglas gibt es hier ja jede Menge anderer Threads.

Wichtig auf jeden Fall, Durchschauen, Durchschauen, Durchschauen und sich nicht all zu sehr von den technischen Details kirre machen lassen. Der persönliche Durchblick am Ende ist entscheidend.


Zusammenfassung meiner persönlichen Erfahrungen und Vorlieben
Ein Fernglas gehört auf ein Stativ! Ich beobachte selbst mit meinen 8-fach vergrößernden Ferngläsern stativgestützt.

Vergrößerung ist für mich mehr wert als Öffnung,
Hand in Hand mit der eben gemachten Vergrößerungs-Aussage geht, dass weniger Austrittspupille (AP) für fast alle Situationen mehr wert ist als die sogenannten viel gepriesenen Astro-Ferngläser mit 7 mm AP.
Der Augenöffner schlechthin hier war für mich vor Jahren der Vergleich von NGC 7000 und anderen großflächigen Nebeln mit einem 10x70 Fujinon und einem 16x70 Fujinon unter gutem Landhimmel. Die Nebel wirkten im 10x70 FG flau mit wenigen Strukturen und hoben sich kaum vom Hintergrund ab, während die Kontrastleistung des 16x70 die Nebelregionen viel deutlicher und strukturierter machte.
Gleiche bzw. ähnliche Erfahrungen habe ich auch bei anderen Objektklassen gemacht.

Ferngläser sind besonders geeignet für Offene Sternhaufen (eigentlich bin ich durch Ferngläser erst zum Sternhaufenliebhaber geworden), aber auch bei vielen Galaxien kann der Einsatz eines Fernglases lohnend sein.
Interessierte für Doppelsterne kommen mit Ferngläsern auch voll auf Ihre Kosten. Mein Freund Robert hat eigens dafür eine eigene Rubrik in seinem VdS-Projekt Doppelsterne geschaffen.
Viele der helleren Planetarischen Nebel sind auch lohnende Objekte, viele sind dann allerdings nur noch stellar. Manche Dunkelnebel erschließen sich auch nur oder besonders in Ferngläsern.
Bei Galaktischen Emissionsnebeln scheiden sich die Geister. Ich kenne Sternfreunde wie Jiri und Christopher, die sich auf diese Objektklasse spezialisiert und einige beachtenswerte Beobachtungserfolge erzielt haben. Ohne diese Spezialisierung und den damit verbundenen enormen Aufwand bleiben aber nicht viele beobachtenswerte Nebel bzw. der Frustfaktor ist hier bei mir in Vergangenheit recht hoch gewesen, auch wenn die Filtervergleiche an den helleren Nebeln nicht uninteressant waren.

Es gibt Strukturen am Nachthimmel, die lassen sich nur mit Ferngläsern erschließen. Mein 8x30-Fernglas hat zum Beispiel ein Gesichtsfeld von 8,8°, in das beispielsweise die drei Auriga-Sternhaufen M 36, M 37 und M 38 passen oder Melotte 20 im Sternbild Perseus in seiner ganzen Pracht incl. Umfeld beobachten.

Beobachtungsprojekte können die Motivation für die Fernglasbeobachtung enorm steigern. Dabei habe ich vor allem auch Beobachtungen am Rande der Sichtbarkeit sehr schätzen gelernt.


Fazit: Ferngläser machen viel, viel, viel Freude! :love:

Hier noch einige Links zu Fernglasbeobachtungsberichten von mir:
Mit dem Fernglas im Grenzgebiet
Spur der Sterne
Auch 18x70 können begeistern
Kleines Glas mit großer Wirkung
Haufenweise ins Glück

Links zu interessanten Fernglas-Projekten, an denen ich beteiligt bin:
FdN - Messier im Fernglas
VdS - Doppelsterne für Ferngläser
VdS - Deep Sky mit dem Fernglas

Viele Grüße

Rene
 
Zuletzt bearbeitet:
Lieber Rene,
danke dir für diese wunderbare Übersicht und deine geteilten Erfahrungen! Für Einsteiger in das Hobby als auch passionierte Teleskop Beobachter, die vielleicht nun auch mit strukturierten FG Beobachtungen beginnen wollen, sind deine Zeilen mehr als interessant.

Beste Grüße!
Holger
 
Hallo Rene,
Toller Bericht und viele Aspekte umrissen. :y:
Ich teile (mittlerweile) deine Vorliebe zu geradsichtigen FG. 45° oder 90° da hatte ich immer das Gefühl "falsch" reinzuschauen. Ich kann es nicht besser beschreiben...und wie du erwähnst, ich hatte auch immer gelesen, dass geradsichtige FG nur suboptimal für astronomischen Einsatz wären. Jedoch hatte ein Freund von mir mal ein 20x80 dabei, auf Fotostativ mit Getriebeneiger. Das hat richtig Spass gemacht. Ich bin damit immer wieder auf Galaxienjagd gegangen und war überrascht wie gut das ging ;)
Inzwischen ist mir ein 20x100 über den Weg gelaufen, bei dem ich nicht widerstehen konnte...auf einem alten DDR Vermessungsstativ und Getriebeneiger...
Ideal um währen einer Fotosession noch gemütlich durch den Himmel zu Schlendern. :)

Grüße Rainer
 
Hallo Rene,

deine Erläuterungen zum Thema Ferngläser sind wirklich aufschlussreich!

Ich finde es bemerkenswert, dass du nach langjähriger Erfahrung den Schwerpunkt auf Fernglas-Beobachtungen gelegt hast, und ich bin selbst am überlegen, ob ich zugunsten des Binos langfristig auf Teleskope mit größeren Öffnungen verzichten werde.

Die von dir genannten Argumente für dieses Beobachtungsinstrument kann ich alle gut nachvollziehen. Ferngläser sind gegenüber Teleskopen in vielerlei Hinsicht flexibler und bieten ein gesteigertes Seherlebnis. Ich beobachte selbst am meisten mit meinem 8 x 42-FG und hatte damit einige meiner schönsten Beobachtungen überhaupt. So z. B. neulich, als ich unter guten Bedingungen h & chi Persei zusammen mit Stock 2 (Muskelmännchen) und einer wunderbaren die Objekte verbindenden Sternkette gemeinsam im Feld bewundern konnte.

Ich erwäge auch, mir später mal das Nikon Astro 18 x 70 zu kaufen und mir damit die Objekte des neuen Objektführers "Big Binoscout" zu erschließen. Das Fujinon-Pendant scheint ja nicht mehr lieferbar zu sein. Was ist denn vom APM 20 x 100 zu halten? Ich tendiere auch zu Ferngläser mit geradem Einblick und ohne Wechselokulare. Ich meine, dass bei den Großferngläsern mit Schrägeinblick und Wechselokularen viel von der Einfachheit und Flexibilität des Beobachtungsinstruments Fernglas verloren geht.

Für mein 8 x 42 verwende ich je nach Beobachtungsziel einen Video-Neiger oder die Parallelogramm-Montierung Asterion Parabino Light. Welche Parallelogramm-Montierung ist denn auf dem Foto zu sehen? Gibt es den Manfrotto Actiongrip noch? ich kann ihn auf der Manfrotto-Homepage leider nicht finden.

Bei allen Lobeshymnen auf die Ferngläser möchte ich an dieser Stelle einen Nachteil benennen, und der liegt m. E. beim Thema Nebelfilter. In mein 8 x 42-FG passen 2-Zoll-Filter ganz gut hinein, aber ich müsste mir hierfür eine Halterung basteln (kein Gewinde vorhanden). Ich überlege, die beim FG mitgelieferten Schutzkappen aus Gummi zurechtzuschneiden und diese als Halter zu benutzen. Aber wie sieht es beim Großfernglas aus? Mir ist nicht bekannt, dass es speziell für Ferngläser objektivseitige Nebelfilter gibt. Kennst du vielleicht eine Lösung? Es ist ja doch schade, wenn man sich als Fernglasbeobachter bei den Beobachtungszielen einschränken und auf Highlights, wie z. B. den Cirrus-Nebel, verzichten muss.

CS und viele Grüße

Claus
 
Zuletzt bearbeitet:
Sorry übrigens für die begriffliche Verwirrung: Ich habe "Bino" und "Fernglas" anders als du oben synonym verwendet. "Großfernglas" schließt auch die geradesichtigen, z. B. Nikon 18 x 70, mit ein.

Ich bitte um Belehrung, falls ich mit der Terminologie daneben gelegen habe ;)
 
Hallo Claus,
zumindest für die APM MS ED Gläser mit 50mm Öffnung gibt es die Möglichkeit Objektiv seitig 2“ Filter mit Hilfe von Adaptern einzuschrauben. Diese gibt es direkt von APM einzeln zu beziehen.
Gruß Holger
 
Hallo Holger,

danke für den Hinweis.

Ich habe mir den Adapter gerade auf der APM-Website angesehen. immerhin ist das eine Lösung am Markt.

Bei Ferngläsern mit größeren Öffnungen dürfte es dann schwierig werden. Gibt es überhaupt Nebelfilter, die größer als 2 Zoll sind?

Viele Grüße

Claus
 
Hallo allerseits,

ich bin das Thema mit Hilfe meiner Drehbank angegangen, ein 3D-Drucker tuts wahrscheinlich auch:

1.jpg


2.jpg


In die Kunststoff-Drehteile wurden kurze Abschnitte einer alten Okular-Steckhülse mit Filter-Innengewinde eingeklebt, man kann somit beliebige Filter einschrauben. Das ist zwar kein Gradsicht-Glas, sollte aber auch bei einem solchen funktionieren.

So ein Teil macht richtig Laune :D!

Viele Grüße & CS,
Reinhard
 
Hallo zusammen,

viel passiert hier seit gestern. Das freut mich außerordentlich. Ich war mir nicht wirklich sicher, ob jemand mit meinen Weisheiten etwas anfangen kann. Mir war es vor allem wichtig, etwas von meiner Euphorie und Motivation zu Euch zu transportieren. Das scheint mir halbwegs gelungen zu sein.
Aber der Reihe nach...

Holger - DANKE, ich weiß, Du denkst, ich bin immer ultrastrukturiert unterwegs. Die Beobachtungsnächte sind dennoch immer das pure Chaos ;)

Rainer - Deine Antwort unterschreibe ich zu 100%. Letztens war ein Kumpel bei mir zu Besuch und wir haben wild mit seinem 12x42 durch die Nacht beobachtet. Dann haben wir mein 18x70 ausgepackt und er wollte gleich weiter freihändig los legen. Ich bin hart geblieben und habe das Fernglas erst aufs Stativ geschnallt. Dann haben wir verglichen. Beispielsweise der Eulenhaufen NGC 457 in seinem hervorragenden Fernglas und dann im 18x70. Zwischen beiden Gläsern liegen noch einmal Welten, man glaubt es mitunter nicht. Deswegen kann ich Deine Freude und Erfahrung mit dem 20x80 ... und jetzt dem eigenen 20x100 sehr gut nachvollziehen.
Und was die Galaxienjagd betrifft, ganz genau ... mit meinem 18x70 bin ich inzwischen dazu übergegangen, im interstellarum Deep Sky Atlas (isDSA) jede Galaxie, die mit der Mindestöffnung 4" bezeichnet ist, auch mit diesem FG zu probieren. Die Trefferquote ist enorm. Ich schätze so bei 90%. Viele Galaxien bewegen sich dabei zwar am Rande der Sichtbarkeit, aber mit größeren Optiken testet man die Grenzen ja auch oft und gerne aus.

Claus - ich danke Dir, aber bitte nicht vergessen, alles nur eine Einzelmeinung. Bei vielen Themen gehen die Meinungen mitunter weit auseinander. Zumindest bewirken meine Erfahrungen und Ansichten, dass ich für die Fernglasbeobachtung glühe.

Ich finde es bemerkenswert, dass du nach langjähriger Erfahrung den Schwerpunkt auf Fernglas-Beobachtungen gelegt hast, und ich bin selbst am überlegen, ob ich zugunsten des Binos langfristig auf Teleskope mit größeren Öffnungen verzichten werde.
Das mit den Ferngläsern ist irgendwie von selbst gekommen. Die Überlegung, auf größere Öffnungen verzichten hatte ich (und einige meiner Freunde) im Übrigen auch ... und wir haben das unterschiedlich ausgelebt. Ich möchte meinen 12" Ninja trotzdem nicht missen. Das ist immernoch das Teleskop mit den meisten Beobachtungen. Da kommen selbst alle Fernglasbeobachtungen nicht heran. Nur ist es so, dass der Ninja mitunter mürrisch in der Ecke vor sich hin brabbelt, weil ich ihn lange nicht bewegt habe ;)

Ich beobachte selbst am meisten mit meinem 8 x 42-FG und hatte damit einige meiner schönsten Beobachtungen überhaupt. So z. B. neulich, als ich unter guten Bedingungen h & chi Persei zusammen mit Stock 2 (Muskelmännchen) und einer wunderbaren die Objekte verbindenden Sternkette gemeinsam im Feld bewundern konnte.
Haargenau! Dein 8x42 hat sicher ein Riesen-GF. Dieses Sternfeld ist eines der Parade-Felder für solche Ferngläser. Die 8-fache Vergrößerung genau das mimimum, damit es an Eindrücklichkeit gewinnt.

Für mein 8 x 42 verwende ich je nach Beobachtungsziel einen Video-Neiger oder die Parallelogramm-Montierung Asterion Parabino Light. Welche Parallelogramm-Montierung ist denn auf dem Foto zu sehen? Gibt es den Manfrotto Actiongrip noch? ich kann ihn auf der Manfrotto-Homepage leider nicht finden.
Die Parallelogramm-Montierung habe ich seinerzeit bei Intercon Spacetec gekauft. Sie war sehr stabil. Ich habe gerade mal danach gesucht, finde sie dort aber nicht mehr.
Der Manfrotto Actiongrip => hier. Lass Dich nicht von den Produktbildern irritieren. Er kann vertikal oder horizontal verbaut werden, die Platte mit dem Schnellwechselsystem wird dann nur am Kopf, der auf den Produktbildern seitlich ist, angeschraubt.

Bino oder FG ... das hat schon gepasst und war im Kontext gut zuzuordnen.

Bei allen Lobeshymnen auf die Ferngläser möchte ich an dieser Stelle einen Nachteil benennen, und der liegt m. E. beim Thema Nebelfilter. In mein 8 x 42-FG passen 2-Zoll-Filter ganz gut hinein, aber ich müsste mir hierfür eine Halterung basteln (kein Gewinde vorhanden). Ich überlege, die beim FG mitgelieferten Schutzkappen aus Gummi zurechtzuschneiden und diese als Halter zu benutzen. Aber wie sieht es beim Großfernglas aus? Mir ist nicht bekannt, dass es speziell für Ferngläser objektivseitige Nebelfilter gibt. Kennst du vielleicht eine Lösung? Es ist ja doch schade, wenn man sich als Fernglasbeobachter bei den Beobachtungszielen einschränken und auf Highlights, wie z. B. den Cirrus-Nebel, verzichten muss.
Um Gottes Willen, nein ... bloß nicht die Schutzkappen zerschneiden o_O. APM hat wie Holger schon geschrieben hat, löblicherweise Filtergewinde an seinen Gläsern der 50er Klasse. Bei anderen Herstellern gibt es andere Lösungen zum Aufstecken, bspw. CNC-gefräste Fassungen o.ä.
Ich hatte mal diese hier für mein Fujinon 10x50, habe sie aber schon weiter verkauft.
1634912387167.jpeg

Für Großferngläser (70 mm) gibt es eine Objektiv-Filterlösung. Ich bin mir jetzt nicht sicher, ob Spheretec (Manfred Kleisa) die auf Anfrage fertigt. Zwei UHC-E-Filter mit Fassung kosten dann aber auch ordentlich Geld. Ich hoffe, Christopher (@famhay) stolpert hier über den Thread, er hat diese Filter und kann ggf. mehr dazu schreiben.

Mit okularseitigen Filterlösungen war ich nie zufrieden, sie haben meist so arg dem Einblick geschadet, dass das Beobachten kein Genuss mehr war.

Reinhard - eine nette Lösung, egal ob Schrägeinblick oder Geradesicht. Und vermutlich auch sehr praktisch beim Miyauchi, weil es dem Einblickverhalten dort nicht schadet. Ich schätze, Du verlierst mit der Lösung nur 1 bis 2 mm Augenabstand?
Ich hatte mal das 100er Miyauchi, allerdings nur den Achromaten. Das Ding habe ich geliebt, aber an hellen Sternen und Objekten bin ich verzweifelt.

Beste Grüße und vielen Dank noch einmal, auch allen, die hier nicht geantwortet, mir aber mit Ihrem "Gefällt mir" gezeigt haben, dass ich doch die richtige Entscheidung zur Veröffentlichung getroffen habe.

Rene
 
Hallo Holger,

danke für den Hinweis.

Ich habe mir den Adapter gerade auf der APM-Website angesehen. immerhin ist das eine Lösung am Markt.

Bei Ferngläsern mit größeren Öffnungen dürfte es dann schwierig werden. Gibt es überhaupt Nebelfilter, die größer als 2 Zoll sind?

Viele Grüße

Claus
Astronomik bietet die UHC-E bis 75mm an - ist dann allerdings schon ne Investition, weil ja auch noch Fassungen hergestellt werden müssen. Es gibt auch FG mit Filtergewinde, leider nur wenige - mein Canon 10x42 hat solche, und mit Step-down-Ringen ließen sich meine 2" O-III und UHC da anbringen, die effektive Öffnung ist ja hier ausreichend.

CS Manfred
 
Hallo Reinhard, interessante Lösung für's kleine Miyau. Ich hab das mit den 15er und 22er-Okularen, da eignen sich von der Lage der AP nur die 15x; die 22x haben da ja auch 'kein Fleisch' zum befestigen, vom AP-Abstand ganz zu schweigen. Das wäre was für mein 100er gewesen (sind ja die gleichen Okulare bis auf den Steckdurchmesser). Ich hatte da mal extra zwei Baader-UHC gekauft, und die Filtergläser mit Klebezeug hinter die Okulare gebracht (saßen auch nicht auf den Prismen), aber das war nicht so überzeugend. Vllt. waren ja auch die Baader schon zu 'dicht', und weitere Experimente mit astronomik UHC-E wollte ich nicht machen. Mittlerweile hat sich das auch gelöst mit einem APM100 und Wechselokularen.

cs Manfred
 
Hallo Rene,

in deinem schönen Bericht zeigst du eine azimutale Takahashi-Monti. Kannst du mal mal was dazu schreiben - sieht ja ein bisschen knuffiger aus, als die Ayo?

cs Manfred
 
Hallo Rene,

Das mit den Ferngläsern ist irgendwie von selbst gekommen. Die Überlegung, auf größere Öffnungen verzichten hatte ich (und einige meiner Freunde) im Übrigen auch ... und wir haben das unterschiedlich ausgelebt. Ich möchte meinen 12" Ninja trotzdem nicht missen. Das ist immernoch das Teleskop mit den meisten Beobachtungen. Da kommen selbst alle Fernglasbeobachtungen nicht heran. Nur ist es so, dass der Ninja mitunter mürrisch in der Ecke vor sich hin brabbelt, weil ich ihn lange nicht bewegt habe ;)

Dass sich eure Aktivitäten in der visuellen Astronomie in unterschiedliche Richtungen entwickelt haben, zeigt ja die Rubrik "Über uns" auf eurer Website anhand der dort vorgestellten Geräte. Fest steht, dass man sich in dieser Grundsatzfrage irgendwann entscheiden muss - wer kann sich schon einen ganzen Fuhrpark an Beobachtungsinstrumenten leisten und diesen auch noch irgendwo unterbringen?

Zum Thema 12 "-Ninja hatte ich vor, dir bei Gelegenheit eine PN zu schreiben. Deine Äußerung, es bleibe dein Teleskop mit den meisten Beobachtungen, lässt mich vorsichtig werden, den Wunsch nach größereren Öffnungen vorschnell aufzugeben.

Ich beobachte jetzt erst mal mindestens ein Jahr mit meinem vorhandenen Equipment weiter. Dann werde ich sehen, in welche Richtung es geht. Ich bin dabei, meinen 8-Zoll-Dobson zu tunen und meine Okular- und Filterpalette zu erweitern - ein optimiertes Teleskop und gutes Zubehör sind schließlich auch eine Weiterentwicklung.

Haargenau! Dein 8x42 hat sicher ein Riesen-GF. Dieses Sternfeld ist eines der Parade-Felder für solche Ferngläser. Die 8-fache Vergrößerung genau das mimimum, damit es an Eindrücklichkeit gewinnt.

Ja, mein Fernglas hat 130 m Sehfeld, was ja schon recht ordentlich ist. Es gab einige Schlüsselerlebnisse mit dem Gerät, besondere Beobachtungen, deren Eindrücke mir geblieben sind. Ein weiteres Beispiel hierfür war die Sommermilchstraße im Schützen mit M8, M20 und M17 und der Sagittarius-Wolke (M24) unter sehr dunklem Himmel im Hochharz. Das waren Momente, in denen ich einfach nur viele Minuten lang den Anblick genossen habe, ohne auch nur einmal zum Zeichenstift zu greifen.

Ich habe solche Erlebnisse auch am Dobson gehabt (z. B. bei M51, M31, M42 und anderen Klassikern), aber binokular waren die Eindrücke intensiver. Das liegt auch an dem direkten Blick auf das Objekt mit dem geradsichtigen Fernglas, wie du zu Recht betonst.

Die Parallelogramm-Montierung habe ich seinerzeit bei Intercon Spacetec gekauft. Sie war sehr stabil. Ich habe gerade mal danach gesucht, finde sie dort aber nicht mehr.
Der Manfrotto Actiongrip => hier. Lass Dich nicht von den Produktbildern irritieren. Er kann vertikal oder horizontal verbaut werden, die Platte mit dem Schnellwechselsystem wird dann nur am Kopf, der auf den Produktbildern seitlich ist, angeschraubt.

Es gibt von Asterion noch eine größere Parallelogramm-Montierung, die der von dir benutzten etwas ähnelt. Sie dürfte für das Nikon geeignet sein. Danke für den Link zum Manfrotto Actiongrip. Er ist sicher eine gute Lösung, wenn man wenig Gewicht schleppen will. Mit dem Zeniteinblick bin ich aber skeptisch, sind dann nicht die Stativbeine im Weg?

Um Gottes Willen, nein ... bloß nicht die Schutzkappen zerschneiden o_O. APM hat wie Holger schon geschrieben hat, löblicherweise Filtergewinde an seinen Gläsern der 50er Klasse. Bei anderen Herstellern gibt es andere Lösungen zum Aufstecken, bspw. CNC-gefräste Fassungen o.ä. Ich hatte mal diese hier für mein Fujinon 10x50, habe sie aber schon weiter verkauft. Für Großferngläser (70 mm) gibt es eine Objektiv-Filterlösung. Ich bin mir jetzt nicht sicher, ob Spheretec (Manfred Kleisa) die auf Anfrage fertigt. Zwei UHC-E-Filter mit Fassung kosten dann aber auch ordentlich Geld. Ich hoffe, Christopher (@famhay) stolpert hier über den Thread, er hat diese Filter und kann ggf. mehr dazu schreiben.

Ich hätte mir natürlich einen zweiten Satz Schutzkappen nachbestellt ;) Aber du hast recht, gefräste Fassungen sind die bessere Lösung. Vielleicht gibt jemand noch einen Hinweis, ob es sie irgendwo fertig zu kaufen gibt. Danke auch für den Tipp mit Spheretec. Ich werde mal im Netz recherchieren, ob es diese Objektiv-Filter noch gibt. Vielleicht äußert sich dein Mitstreiter ja noch zu diesem Thema.

CS und viele Grüße

Claus
 
Hallo Manfred,
Niki dürfte Dir sicherlich mit den Hinweisen/Links schon geholfen haben. Leider gibt es die Montierung nicht in Europa, meine habe ich gebraucht von einem Sternfreund gekauft, der sie wiederum über APM bei den Amis hat importieren lassen. Der Preis neu war sehr, sehr stolz. Der Preis, den ich bezahlt habe war immernoch stolz für eine azimutale Montierung.
Ich mag die Teguul, weil sie solide wie eine Ayo ist (nur eben halb so massiv) und zusätzlich den Feintrieb wie bei der Porta hat. Zudem braucht man keine Prismenschiene, wenn man Takahashi-Rohrschellen benutzt. Das ist meine aktuelle Kombination:
P1050763 (Mittel).JPG


Hallo Claus,
Ich beobachte jetzt erst mal mindestens ein Jahr mit meinem vorhandenen Equipment weiter. Dann werde ich sehen, in welche Richtung es geht. Ich bin dabei, meinen 8-Zoll-Dobson zu tunen und meine Okular- und Filterpalette zu erweitern - ein optimiertes Teleskop und gutes Zubehör sind schließlich auch eine Weiterentwicklung.
8" sind super und können ein Leben lang reichen. Wenn ich könnte, würde ich meinen 12,5" Ninja gegen ein 8" ICS-Dobson tauschen. Das war eine meiner Überlegungen und deshalb hatte ich den Ninja mal kurzzeitig zum Verkauf gestellt. Aber niemand hat sich dafür interessiert. Eine andere Überlegung war, einen 5"er Apo als größtes Teleskop zu platzieren. Das habe ich aber schnell wieder verworfen. Robert zum Beispiel ist diesen Weg gegangen. Er hat alle seine Spiegel verkauft (auch genug gesehen damit vermutlich) und sich jetzt einen 6" ED Refraktor zugelegt. Vor zwei Wochen durfte ich eine Nacht mit ihm zusammen an dem 6"er beobachten. Das hat schon was. H & Chi habe ich noch nie so detailliert und ästhetisch zugleich gesehen. Traumhaft.

Es gibt von Asterion noch eine größere Parallelogramm-Montierung, die der von dir benutzten etwas ähnelt. Sie dürfte für das Nikon geeignet sein. Danke für den Link zum Manfrotto Actiongrip. Er ist sicher eine gute Lösung, wenn man wenig Gewicht schleppen will. Mit dem Zeniteinblick bin ich aber skeptisch, sind dann nicht die Stativbeine im Weg?
Meinst Du das Nikon 18x70, das hat etwa 2 kg? Dafür reicht auch noch der Actiongrip (die Friktion kann dort entsprechend eingestellt werden), wenn auch er dann in Zenitnähe mit etwas mehr Vorsicht zu führen ist.
Zeniteinblick beim Actiongrip ... sagen wir mal 80° Höhe. Direkt im Zenit geht auch, ist aber sehr anstrengend. Du stehst im Grunde zwischen zwei Beinen und je weiter Du in Richtung Zenit beobachtest, desto weiter entfernst Du Dich mit Deinem Fernglas vom Stativ. Im Zenit ist meist die Kurbelsäue auch ordentlich ausgezogen.
Falls das zu umständlich erklärt ist ... ach, weißte was, Bilder sagen mehr als Worte:
IMG-0519 (Mittel).jpg

Und hier die Friktionseinstellungsmöglichkeit:
IMG-0520 (Mittel).jpg

Die beiden silbernen Schrauben, dort sitzt im Urzustand die Adapterplatte mit der Schnellwechselplattenlösung. Dort wird sie einfach abgeschraubt und dafür die beiden silbernen Schrauben vom Kopf reingeschraubt. Es gibt insgesamt drei Möglichkeiten, diese Adapterplatte anzubringen.

Wegen der Filterlösung für Großferngläser schreibe Christopher (@Schiefspiegler) am besten direkt via PN an.

Beste Grüße

Rene
 
Zum Thema 12 "-Ninja hatte ich vor, dir bei Gelegenheit eine PN zu schreiben. Deine Äußerung, es bleibe dein Teleskop mit den meisten Beobachtungen, lässt mich vorsichtig werden, den Wunsch nach größereren Öffnungen vorschnell aufzugeben.

Ja, diese Aussage von Rene hat mich auch aufhorchen lassen.

Ich habe meinen 12.5" Dobson - der immer noch mein Nickname hier im Forum ist ;-) - keine Sekunde vermisst, nachdem ich mich damals im direkten Vergleich mit einem 125mm Doppelrefraktor entschieden habe zukünftig nur noch binokular zu beobachen.

Klar, man hat mit 12,5" mehr Auflösung und kann theoretisch am Planeten höher vergrößern, aber das Seeing und die Spikes zumindest an Jupiter wiegen das bei 99% der Beobachtungsnächte nach meiner Erfahrung wieder komplett auf.
Theoretisch sollten 12.5" auch bei Deepsky mehr zeigen als zweimal 6", hier kommt dann aber der massive Kontrastgewinn am Bino zum Tragen und ich sehe faint fuzzies im 150er APM besser als ich sie im Portaball je gesehen habe.
Wenn es etwas gibt, das der Dobson besser kann, dann sind das Kugelsternhaufen, aber auch da ist der Unterschied nicht dramatisch.

Von Bildästhetik will ich erst gar nicht reden :)

Grüße Jochen
 
Ja, diese Aussage von Rene hat mich auch aufhorchen lassen.

Ich habe meinen 12.5" Dobson - der immer noch mein Nickname hier im Forum ist ;-) - keine Sekunde vermisst, nachdem ich mich damals im direkten Vergleich mit einem 125mm Doppelrefraktor entschieden habe zukünftig nur noch binokular zu beobachen.

Klar, man hat mit 12,5" mehr Auflösung und kann theoretisch am Planeten höher vergrößern, aber das Seeing und die Spikes zumindest an Jupiter wiegen das bei 99% der Beobachtungsnächte nach meiner Erfahrung wieder komplett auf.
Theoretisch sollten 12.5" auch bei Deepsky mehr zeigen als zweimal 6", hier kommt dann aber der massive Kontrastgewinn am Bino zum Tragen und ich sehe faint fuzzies im 150er APM besser als ich sie im Portaball je gesehen habe.
Wenn es etwas gibt, das der Dobson besser kann, dann sind das Kugelsternhaufen, aber auch da ist der Unterschied nicht dramatisch.

Von Bildästhetik will ich erst gar nicht reden :)

Grüße Jochen
Hallo Jochen,
das meiste unterschreibe ich Dir ungesehen. Nee, gesehen habe ich das auch schon durch Thomas sein 6" Apo-Selbstbaubino. Ich bin da auch voll als "Ästhet" unterwegs und würde die Lösung gern einem Spiegel vorziehen.
Fakt ist aber auch, der Ninja hat damals ordentlich Geld gekostet und ist ohne Frage von der Handhabung, Optik und Transportabilität (teilbarer Tubus!) sein Geld wert. Bei einem Umschwenken auf 6" Linse Mono oder Binokular gäbe es auch Nachteile, die neben den finanziellen Einbußen zu bedenken wären. Ich finde nämlich bei den großen Refraktoren, die nicht mehr mit einem Kurbelstativ zu bedienen sind, die sehr unterschiedliche Einblickhöhe suboptimal - Beobachtungen im Zenit bspw. erfolgen meist auf den Knien hockend. Das ist bei Deinem APM-Bino vielleicht anders, weil es insgesamt kürzer ist. Aber der Preis dort und die doppelte Okularpalette und die eingeschränkten Möglichkeiten für Okularpaare würden mich auch abschrecken. Wenn ich das Geld hätte, wäre das ohne Frage eine Überlegung wert.

Und ich bin mir nicht sicher, dass ein Doppel 6"er im Grenzbereich mit 12,5" mithalten kann. Das habe ich anders in Erinnerung bei einigen Tests mit meinem Ninja und Thomas seinem 6" Bino.
Das müsste man echt noch einmal in Ruhe testen bei einem Teleskoptreffen. Nächstes Jahr HTT Jochen :whistle::)? Wenn Du kommst, lade ich Dich auf ein zünftiges Abendessen ein in der HAlpha-Bar (uh eine BAR, das klingt vielversprechend).

Bis dahin bleibe ich ganz sicher bei meinem 12,5" Spiegel. 8" Spiegel, wenn es der ICS-Dobson mit Filterrad wäre, würden mir wie geschrieben aber auch reichen. Das fände ich sogar besser

Beste Grüße

Rene
 
Hallo Rene,

Du hast absolut Recht, durch den Umstieg von Mono 12,5" auf Doppel 6" sind meine Kosten regelrecht explodiert :)
Dennoch hat es sich für mich gelohnt, meine Erwartungen wurden eher sogar übertroffen.
Allerdings würde ich heute keine Ethos mehr kaufen sondern alles mit den APM XWA abdecken, die ich für ebenbürtig halte.

Auch in Sachen Einblickhöhe hast Du Recht, wie lange habe ich mir nach dem Verkauf des 125er Borg den Kopf über kurzbrennweitige 150mm ED oder SD Refraktoren zerbrochen, natürlich auch wegen der Feldgröße...
Das APM ist hier durch die kurze Bauweise absolut im Vorteil und mit 500mm Säulenhub und einem Drehhocker geht eigentlich alles.
Länger (und schwerer) dürfte das Bino aber definitiv nicht sein, diese Erkenntnis heilt auch jegliches binokulare Aperturfieber :)

Bei mir kommt ja auch vieles aus der Erinnerung, ich konnte zwar den 125er Borg mit dem 12.5er Portaball direkt vergleichen und merkte, dass da nicht viel fehlt.
Mein Eindruck damals war, ein 150er Doppel zieht mit dem 12,5er gleich und das denke ich heute immer noch.
Wirklich Seite an Seite vergleichen konnte ich es aber noch nicht.
Wir haben es ja noch nichtmal geschafft, das 150er APM direkt mit Christopher's 125er Borg zu vergleichen, aber da habe ich Hoffnung, das wir das nächstes Jahr endlich schaffen :-)

Grüße Jochen
 
Hallo Rene,

8" sind super und können ein Leben lang reichen. Wenn ich könnte, würde ich meinen 12,5" Ninja gegen ein 8" ICS-Dobson tauschen. Das war eine meiner Überlegungen und deshalb hatte ich den Ninja mal kurzzeitig zum Verkauf gestellt. Aber niemand hat sich dafür interessiert.

Gibt es von ICS denn auch einen 8-Zöller? Mir ist nur der 10-Zöller bekannt, der preislich für mein Empfinden den Rahmen sprengt.

Auf der Homepage www.faint-fuzzies.de von Robert ist unter "Ausrüstung" ein vollends getunter Skywatcher-8-Zoll-Dobson zu sehen, mit dem Hinweis, dass er von dir stammt. Warst du mit dem Gerät nicht mehr zufrieden, oder warum hast du ihn verkauft?

Ich glaube aufgrund meiner bisherigen Erfahrungen, dass 8 Zoll ein guter Kompromiss zwischen Transportierbarkeit und Öffnung sind. Der Punkt ist, dass man die Öffnung eigentlich verdoppeln müsste, d. h. von 8 auf 16 Zoll, um einen wirklich großen Zugewinn an Auflösung zu erreichen. Die Frage ist dann, wann die Bedingungen gegeben sind, um jene auszureizen. Mir ist auch der Aufbau größerer Gitterrohrdobsons zu umständlich, da ich zum Beobachten immer rausfahren muss.

Zum Ninja, der eigentlich ein interessanter "Sonderfall" ist, hatte ich, wie gesagt, noch vor, dir zu schreiben. Ich werde das bei Gelegenheit gern tun, kann dir aber schon sagen, dass sich für mich mittlerweile andere Prioritäten ergeben haben.

Eine andere Überlegung war, einen 5"er Apo als größtes Teleskop zu platzieren. Das habe ich aber schnell wieder verworfen. Robert zum Beispiel ist diesen Weg gegangen. Er hat alle seine Spiegel verkauft (auch genug gesehen damit vermutlich) und sich jetzt einen 6" ED Refraktor zugelegt. Vor zwei Wochen durfte ich eine Nacht mit ihm zusammen an dem 6"er beobachten. Das hat schon was. H & Chi habe ich noch nie so detailliert und ästhetisch zugleich gesehen. Traumhaft.

Ein größerer Refraktor bietet bestimmt auch gute Möglichkeiten für Deep Sky. Er hat halt einen stolzen Preis, zumindest bei Neukauf. Wenn du der Ansicht bist, dass 8 Zoll beim Newton langfristig reichen, wäre ja 6 Zoll beim Refraktor das Äquivalent, wenn man die Obstruktion des Newton abrechnet. Ich glaube gern, dass die Abbildungsleistung deutlich besser ist. Ein wenig kenne ich sie von meinem Spektiv, an dem die Sternabbildung bei guten Bedingungen nadelfein ist - deutlich ästhetischer als an meinem 8-Zoll-Newton.

Meinst Du das Nikon 18x70, das hat etwa 2 kg? Dafür reicht auch noch der Actiongrip (die Friktion kann dort entsprechend eingestellt werden), wenn auch er dann in Zenitnähe mit etwas mehr Vorsicht zu führen ist. Zeniteinblick beim Actiongrip ... sagen wir mal 80° Höhe. Direkt im Zenit geht auch, ist aber sehr anstrengend. Du stehst im Grunde zwischen zwei Beinen und je weiter Du in Richtung Zenit beobachtest, desto weiter entfernst Du Dich mit Deinem Fernglas vom Stativ. Im Zenit ist meist die Kurbelsäue auch ordentlich ausgezogen.

Es ging um das Nikon 18 x 70. Danke für das Foto, anschaulicher gehts nicht :) Jetzt ist mir klar, wie der Actiongrip funktioniert. Ich sehe den Nachteil darin, dass es mit dem Zeichnen schwierig wird, wenn das Fernglas auf dem Actiongrip montiert ist. Insofern ist die Parallelogramm-Montierung doch die universellere Lösung. Hier hat man den vollen Blick in den Zenit und genug Bewegungsfreiheit. Wie du sagst, ist der Actiongrip aber sicher eine gute "Grab and go"-Lösung für spontane Beobachtungen.

Viele Grüße

Claus
 
Hallo Claus,

ICS hatte mal einen 8"er bis vor wenigen Jahren. sie scheinen ihn aber aus dem Programm genommen zu haben. Vermutlich mangels Nachfrage.
Robert (@Robert Zebahl) müsste seine Seite mal aktualisieren, der 8" dort ist längst schon wieder in dankbare dritte Hände gewandert. Ich habe den 8" damals verkauft, weil ich irrlichternd in Richtung Fotografie abgedriftet bin.
12" sind auch schon ein ordentlicher Zugewinn.
Ein größerer Refraktor bietet bestimmt auch gute Möglichkeiten für Deep Sky. Er hat halt einen stolzen Preis, zumindest bei Neukauf. Wenn du der Ansicht bist, dass 8 Zoll beim Newton langfristig reichen, wäre ja 6 Zoll beim Refraktor das Äquivalent, wenn man die Obstruktion des Newton abrechnet. Ich glaube gern, dass die Abbildungsleistung deutlich besser ist. Ein wenig kenne ich sie von meinem Spektiv, an dem die Sternabbildung bei guten Bedingungen nadelfein ist - deutlich ästhetischer als an meinem 8-Zoll-Newton.
Im weitesten Sinne stimmt die Aussage. Im Detail lege ich dafür nicht meine Hand ins Feuer. Soweit ich es im Hinterkopf habe, wirkt die Obstruktion nicht schädlich auf das Auflösungsvermögen. Der 8" Spiegel ist also immer noch einen Ticken besser als eine 6" Linse. Diese schlägt den Spiegel aber ganz klar beim Thema Sternabbildung und Ästhetik.
Auf der anderen Seite sind 6" Linse incl. Unterbau längst nicht so transportabel und einfach händelbar wie ein 8" Dobson. Nehmen wir das Extrembeispiel 8" Hofheim-Dobson. Am Ende zusammen gepackt eine kleine, feine Kiste. Ich habe das Teil geliebt, der Hofheim hatte nur keine Chance zwischen meinem Ninja und dem 4" Refraktor, die ich zu der Zeit ebenfalls besessen habe.
Das ist alles ganz schön Off Topic. Vielleicht machen wir mit diesen Themen wirklich via PN weiter.

Beste Grüße

Rene
 
Im weitesten Sinne stimmt die Aussage. Im Detail lege ich dafür nicht meine Hand ins Feuer. Soweit ich es im Hinterkopf habe, wirkt die Obstruktion nicht schädlich auf das Auflösungsvermögen. Der 8" Spiegel ist also immer noch einen Ticken besser als eine 6" Linse. Diese schlägt den Spiegel aber ganz klar beim Thema Sternabbildung und Ästhetik.
Dem kann ich zustimmen, da ich beide Geräte miteinander vergleichen konnte. Hochvergrößerung und Ästhetik sind die Stärken des 6-Zoll-ED-Refraktors. Der 8-Zoll-Dobson zeigt im Zweifel mehr.
Auf der anderen Seite sind 6" Linse incl. Unterbau längst nicht so transportabel und einfach händelbar wie ein 8" Dobson.
Und ungleich teurer! Mein 6-Zoll-Refraktor inkl. Unterbau kommt auf etwas mehr als 40kg. Da ist selbst der Standard-Dobson mit ca. 25kg deutlich leichter.

Robert (@Robert Zebahl) müsste seine Seite mal aktualisieren, der 8" dort ist längst schon wieder in dankbare dritte Hände gewandert.
Auf der Unterseite "Ausrüstung" steht bei diesem Dobson zumindest, dass er bis September 2019 in meinem Besitz war. Ich habe diesen damals als Student von Rene übernommen und vor Jahren an einen Studenten weitergegeben. Aber ja, meine Webseite könnte an einigen Stellen aktualisiert werden :rolleyes:

Wir wollen aber mal bei den Ferngläsern bleiben, ist es doch ein sehr schönes Thema, welches vermutlich gerne dem Öffnungswahn zum Opfer fällt ;)
 
Das ist alles ganz schön Off Topic. Vielleicht machen wir mit diesen Themen wirklich via PN weiter.

Wir wollen aber mal bei den Ferngläsern bleiben, ist es doch ein sehr schönes Thema, welches vermutlich gerne dem Öffnungswahn zum Opfer fällt ;)

Stimmt, mir war gar nicht aufgefallen, dass wir uns vom Thema wegbewegen. Ich schreibe dir, Rene, in den nächsten Tagen gern eine PN wegen des Ninja-Dobsons.

Beste Grüße

Claus
 
Falls das zu umständlich erklärt ist ... ach, weißte was, Bilder sagen mehr als Worte:
Den Anhang 220963 betrachten
Und hier die Friktionseinstellungsmöglichkeit:
Den Anhang 220964 betrachten
Die beiden silbernen Schrauben, dort sitzt im Urzustand die Adapterplatte mit der Schnellwechselplattenlösung. Dort wird sie einfach abgeschraubt und dafür die beiden silbernen Schrauben vom Kopf reingeschraubt. Es gibt insgesamt drei Möglichkeiten, diese Adapterplatte anzubringen.


Hallo Rene,

ist das der Manfrotto 322, bei dem man die Adapterplatte so festschrauben kann wie auf deinen Fotos?

Gruß,

Simon
 
Hallo Simon,

was meinst du genau?
Man kann den Griff auch seitlich (horizontal anbringen. Meinst du das?

Oder meinst du die Friktion des Kugelkopfes? Dann ja, wie auf Bild mit der Friktionsschraube.

Viele Grüße

Rene
 
Ich interessiere mich generell für das Teil. Unter dem Suchbegriff „Grip Action“ finde ich die Manfrotto Nr. 322.

Allerdings ist auf keinem der Produktfotos die Aufnahmeplatte so montiert wie auf deinen Bildern, z.B. Manfrotto 322 RC2 Action Kugelkopf | Clean Cameras | Markus Säuberli (wahllos aus der Bildersuche kopiert).

Deiner Beschreibung nach vermute ich das man die Aufnahme abschrauben und eben so wie von dir gezeigt an anderer Stelle wieder montieren kann, und es somit die Manfrotto Nr. 322 ist auf deinen Fotos.

Ich wollte nur nochmal sicher gehen bevor ich das Teil bestelle.
 
Hallo Simon,

die Bedenken hatte ich auch, es ist aber ganz einfach, schau, ich habe hier eine zweite Platte lose (erstes Foto), die ich theoretisch auch en die Stelle beim zweiten Foto schrauben könnte für einen horizontalen Griff:
IMG-3248 (Mittel).jpg
IMG-3247.jpg

Du willst aber vertikal, so wird der Griff meist auch im Urzustand geliefert.
Wenn nicht, Wechselplatte raus, zwei Schrauben in der Platte lösen und umschrauben.

Wenn du nicht neu kaufen willst, bei ebayKA gibts die Dinger mitunter gut erhalten zum halben Preis.

Beste Grüße

Rene
 
Ja super, dann ist mir alles klar. Besten Dank für deine Hilfe!

Gruß

Simon
 
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