Celestron 9.25 - Kameraauswahl

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Si.Brandl

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Ein herzliches hallo miteinander...
Ich bin seit kurzem Besitzer eines Celestron 9.25 Evolution Modells mit der StarSens option.

Da ich zukünftig gerne nicht nur visuelle Beobachtungen mit dem neuen Teleskop machen möcgte, sondern auch das ein oder andere Foto wäre ich um jeden Rat dankbar bzgl. einer Kamera Auswahl. Sehr gerne würde ich auch das Live Stacking ausprobieren...
Zum Teleskop:
Celestron 9.25 EVO
Öffnung 235mm
Brennweite 2350mm

Welche Farbkamera wäre hier eine gute Wahl?

Zudem denke ich noch über die Anschaffung der Hyperstar Option passend zu diesem Teleskop nach. Dadurch würde diech die Brennweite Reduzieren...
Celestron 9.25 EVO - Hyperstar
Öffunung 235mm
Brennweite 540mm

Könnte man eine Kamera für beide Brennweiten verwenden oder machen hier 2 Systeme mehr sinn?

-> Was die Astrofotografie betrift bin ich noch totaler Anfänger... <-


Grüße an die freunde der Sterne und Planeten
Siegfried
 
Hallo Siegfried,

willkommen im Forum!

Das Evo 9.25 ist ein schönes Teleskop für die visuelle Beobachtung aber nicht wirklich für die Astrofotografie. Das liegt vor allem an der Montierung. Die ist nämlich mit dem Teleskop an sich schon ziemlich an der Belastungsgrenze und von der Bauweise nicht für die Benutzung mit Kamera geeignet, ausser mit dem Hyperstar für EAA.

Das Problem ist, dass zwischen dem Visual Back und dem Boden der Montierung so wenig Platz ist, dass es für Reducer mit Kamera einfach nicht reicht. Ich habe ein Evo 8 und da geht es gerade noch so, wenn ich den Tubus in der Prismenschiene ganz nach vorne schiebe.

20210809_084710k2.jpg

Das Bild ist sogar noch mit dem C6 gemacht, aber beim C8 sieht es ähnlich aus, nur dass ich den Arbeitsabstand von 105 mm für den Celestron .63-Reducer nicht mehr ganz erreiche. Für EAA geht das gerade noch, für Astrofotografie ist das nicht sinnvoll. Ausserdem ist das C9.25 meiner Meinung nach auch zu schwer, wenn man eine Polhöhenwiege mit der Evolution Montierung benutzen will, was für die Astrofotografie eigentlich sinnvoll wäre. Denn nur so kann man länger belichten und wirklich gute DeepSky-Aufnahmen machen.

Hier mal ein Bild vom C8 an der Evolution mit Polhöhenwiege, damit Du weißt was ich meine:

20211017_180902klein.jpg


Mit dem Evo 9.25 azimutal musst Du extrem aufpassen, dass Du in der Nähe des Zenit nicht mit der Kamera gegen die Montierung fährst! Eine Möglichkeit wäre, einen Zenitspiegel zu benutzen und die Kamera daran zu hängen. Möglichst einen, den man direkt an den Anschluß am Tubus schrauben kann. Auch hierzu ein Beispiel mit einem 2" Quartzspiegel von TS:

20210820_111122klein.jpg


Ohne Reducer wirst Du mit der großen Brennweite des C9.25 azimutal nicht viel anfangen können, denn Du kannst max 5-6 Sekunden belichten bevor die Sterne verzogen werden. Beim C8 ging das noch bis 16 Sekunden mit Reducer, wenn azimutal (also ohne Polhöhenwiege) montiert.

Gut am C9.25 ist, dass es einen größeren Durchlass hat als zum Beispiel das C8. Damit kannst Du eine Kamera mit größerem Sensor benutzen, bevor die Vignettierung unerträglich wird. Empfehlen würde ich Dir die ZWO ASI 294 MC ungekühlt, die ich auch für das C8 und einen kleinen Refraktor benutze. Sie ist sehr empfindlich und sowohl für die Nutzung mit dem Reducer als auch mit dem Hyperstar geeignet.

CS.Oli
 
Hallo Siegfried,
ich weiß nicht ob Dir das weiterhilft, da ich mein C9.25 auf die EQ6-R packe. Das ist ohne Wind ok. Die EVO kenne ich nicht.
Ich verwende die QHY268C. Ich hab dir mal ein Beispiel angehängt, das ist mit dem Starizona Reducer aufgenommen (f=1485mm, ca. 0.5"/Pixel). Das Bild ist nicht gecropt, aber in der Auflösung reduziert, damits hierher passt ;-)

NGC660_S1_S2-final2_wa.jpg

Ich hab damit am Anfang auch mit 2350mm fotografiert, ging aber auch. ich fand da die Stern aber ein bisschen matschig.

Die QHY verwende ich auch z.B. am TS 6"F4 Newton (und allen anderen Teleskopen), der hat ja auch wie das C9 am Hyperstar ca 600mm Brennweite. Ist also meine Allround-Kamera. Ich bin zufrieden damit.

Wenn mans genau nimmt, wäre wahrscheinlich für das Hyperstar eine Kamera mit kleineren Pixeln besser (z.B. ASI294MM mit 2.9µm-Pixeln), die QHY hat bei f=600mm 1.3"/Pixel, die 294 hätte 1"/Pixel, ist allerdings auch ne Mono. Die 294 in Farbe hat anscheinend 4.6µm-Pixel. Da gibts aber sicher bessere Spezialisten als mich.
 
Hallo Oli und Jürgen,
vielen Dank für euere einschätzung sowie die Bilder...
Die sind doch sehr aufschlussreich.
Von der QHY268c habe ich auch schon gehört, allerdings ist diese gegenüber der ASI294 etwa doppelt so teuer.
Aber der Preis soll nicht gleich das erste Kriterium sein, wichtiger ist die Qualtiat der Daten, aber auch die sichere Montage und Handhabung.

Wie weit steht der Aufbau bei der QYH268 nach hinten beim C9 raus? Bzw. könnte mann hier durch einen Zenitspiegeletwas Platz gewinnen?
Eine EQ6 Montierung habe ich auch noch hier, ich werde mal beide zueinander Vergleichen. EVO <-> EQ6

Bei der EVO Montierung ohne Polhöhenwage komme ich aktuell auf einen Duchlass in Zenitstelltung von ca 115mm + ca 30mm Reserve die ich aktuell noch hätte.
Also max. 145mm, mal sehen wie sich da etwas unterbringen lässt...
 
Hi Siegfried,
die Kamera selbst mit OAG hat etwa 140mm, die Kabel kommen hinten raus und geben nochmal 3-4cm dazu. Aber ich habe noch den Baader Steeltrack dran , da kommen nochmal ca. 10cm dazu. Ich fokussiere erst mit der "normalen" Hauptspiegelfokussierung , die Feineinstellung mache ich mit dem Baader und Motorfokus. Das geht ganz gut.

C9_Motorfokus.jpg

Also mit 145mm wirds eng... Wie das mit Zenitspiegel ist, kann ich nicht sagen, das Gewicht ist dann halt etwas "ungleichmäßig" verteilt, und wie stabil das ganze ist...

Vielleicht noch dazu, wieso ich die QHY268C genommen habe... Ich habe vor 1.5 Jahren mit der Astrofotografie angefangen, und hab da erst mal meine Nikon D5300 drangehalten. Ich finde das APS-C (wie bei der Nikon) nen guten Kompromiss, um auch flächige Objekte mit guter Auflösung aufzunehmen (kannst ja mal in Stellarium die Gesichtsfelder für verschiedene Kameras in Verbindung mit dem C9 anschauen) ohne gleich Mosaike machen zu müssen. Vollformat finde ich zu groß, da muß man dann auch noch mehr mit der Justage gerade bei den schnellen Newtons aufpassen und man hat riesen Dateien (bei der QHY hat ein fits schon 50MB).

Ich hatte lange überlegt, ob ich die ASI2600 nehmen soll, letzendlich hat dann damals den Ausschlag gegeben, dass die QHY kein UV/IR Filter eingebaut hat, sondern nur ein Planglas mit AR-Beschichtung. Die ASI hat den UV/IR fest verbaut. Ich wollte da flexibel bleiben, um irgendwann mal auch Jupiter im IR aufnehmen zu können. Ob ich das jemals mache weiß ich noch nicht _affeaugen::ROFLMAO: Ausserdem waren damals ab und zu Berichte über Probleme mit der Kühlung der ASI zu lesen. Weiterer Unterschied ist, dass die QHY verschiedene Auslesemodi hat, man ist da flexibler. Allerdings verwende ich meistens eine von zwei Einstellungen.

Naja, ich bin zufrieden mit dem Teil, ich habe allerdings nur den Vergleich mit der Nikon... Du kannst Dir dazu auch mal das Video von Daniel Nimmervoll ALccd QHY268C vs ZWO ASI 2600 MC Pro ansehen, der hat die beiden Kameras direkt verglichen.
 
Ich hab hier zuätzlich von der Zentstellung nochmal ein Foto des Aktuellen Aufbaus mit 1.25" angefügt.
Viel Platz ist tatsächlich nicht...

Die QHY268c, ZWO ASI 2600MC Pro, Vetec 571 und Lacerta DeepSky Pro 2600c sind ja auf den ersten Blick baugleich...
Und Preislich ist aber doch einiges um...
Da muss ich mich zu den Unterschieden vermutlich noch etwas tiefer einlesen...
 

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wenn Du eine EQ6-R hast, dann vergiß die Evolution für EAA und Astrofotografie mit dem C9.25 einfach. Parallaktisch ist auf jeden Fall besser und die EQ6-R hat mehr Zuladung, was immer ein Vorteil ist.

CS.Oli
 
Eine dumme Frage jetzt...
Wie weit außerhalb sitzt etwa die Kamera am C9.25?
Nicht das ich mit dem Zenitspiegel wieso schon weit außerhalb des Fokus Bereichs bin...
Kann man das auch irgendwie Berechnen wo der Fokus (mit/ohne Reducer/Linsen...) für die Kamera in etwa sein müsste?
 
Hallo Siegfried,
der Fokusbereich ist durch die Spiegelfokussierung ziemlich groß. ich hatte wenn ich von Benutzung eines Reducers auf "ohne Reducer" gegangen bin, einige Umdrehungen an der Hauptspiegelfokussierung drehen müssen.

Mit dem derzeitigen Aufbau (also mit Steeltrack) bin ich geschätzt etwa 15-20cm vom SC-Anschluß weg. Ich denke, das könnte in etwa dem entsprechen, was Oli im Bild gezeigt hat (den TS 2" Zenitspiegel direkt am SC-Gewinde). In der Entfernung bekomme ich dann auch etwa die 2350mm Brennweite bzw mit dem Starizona 1485mm anstelle 1525 (rechnerisch). d.h. ich sollte ziemlich gut am optimalen Abstand sein. Die Brennweite ändert sich ja beim Fokussieren mit dem Hauptspiegel... Der optimale Backfokus ist beim C9.25 139.1mm What are the optimum back focus distances for Celestron SCTs? | Celestron Soweit ich weiß, ist das aber beim SC nicht kritisch...
 
Bei welchem Backfokus das 9.25 die beste Abbildung hat, ist mir nicht wirklich klar. Aber dazu gibt es sicher irgendwo Infos.

Für die fotografische Nutzung kommt es halt auch auf den Reducer an. Beim Celestron .63 Reducer soll der Abstand zwischen Reducer und Chip 105 mm betragen. Wenn man davon abweicht, bekommt man einen anderen Faktor und die Sterne sind am Rand verzogen.

Für EAA nehme ich das in Kauf, für Astrofotografie ist es doof.

CS.Oli
 
Soweit ich gelesen habe, ist der Backfokus beim SC sehr gutmütig. Ich meine mal auf CN etwas von einigen Zentimetern gelesen zu haben, innerhalb derer sich die Abbildungsqualität nur unwesentlich ändert. Die 139mm ab SC-Gewinde ist der Backfokus für das "gerechnete" System.
 
Hallo Siegfried,
evtl ist das hier für dich interessant:


Nur falls Du es noch nicht gesehen hast...
 
Hallo Jürgen,
vielen Dank für den Hinweis. :y:

Aktuell sieht es so aus das ich demnächst das HyperStar System bekommen kann.
Die Rückseitige Adaptierung wird wie folgt ausfallen, und ich denke das ich da nicht weit weg bin von den 139.1mm

- Baader SC Locking Ring für extrem kurzbauende Adaption an SCs
- Baader 2"-ClickLock-Zenitspiegel - 99 % Verspiegelung - 1/10 lambda (112mm)
- TS-Optics Off-Axis-Guider TSOAG9 - (9 mm)
- veTEC571c (17,5mm)

als Haupt-Kamara wirds vermutlich die veTEV571c werden.
Das ganze vorhaben will ich dann mal AZ und EQ montieren und vergleichen...
Wobei mir schon klar ist was wohl rauskommen wird. :sneaky:

Vorteil dieser Adaption an der Rückseite ist das ich das "System" Kamera über den Clicklock sofort geben ein Okular tauschen könnte...

Für eine mobile Beobachtung vom inneren des Wohnmobils via Laptop würden dann nur noch etwas längere USB Kabel fehlen.
Naja Träume darf man ja haben...
;)
 
Hallo Siegfried,
das hört sich doch gut an :y::) Dann wünsche ich Dir schon mal viel Spass damit.

Kannst ja mal berichten, wie das mit dem HyperStar funktioniert, vorschweben tut mir das auch schon einige Zeit, das wäre dann aber sicher das letzte "Teleskop" das ich mir kaufen würde, eigentlich hab ich ja alles ;-) Ich hab beim Hyperstar immer noch Scheu, den Fangspiegel auszubauen und da das ja Blende 2 ist, ein bisschen Sorge um die Justage, das muss ja fast auf den µm passen...
 
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