Hallo Oli,
das mit dem Freischalten kann noch etwas dauern. Das machen die Moderatoren händisch. Das ist ein Schutz gegen Spammer.
Klar, für wirklich Interessierte ist es doof, wenn man so ein paar Tage verliert, aber da mußt durch. Astronomie, egal ob visuell oder fotografisch ist was für geduldige Leute.
Was bislang noch nicht anklang:
Es gibt Nachführplattformen für Dobsons. Die kann man kaufen oder selber bauen (sofern man das Geschick dazu hat).
Mit so ner Plattform wären Sonnenflecken, Mondkrater und Planeten ebenfalls machbar. Da nimmt man mit einer Webcam 2-3 Minuten lang das Motiv auf, das sind dann zwischen 900 und 3000 Einzelbilder mit Größenordnung 1/25 oder 1/30 Sekunde. Diese Bilder jagt man durch ein Freewareprogramm, welches nur die schärfsten, unverzerrten Bilder berücksichtigt und diese verrauschten Bilder übereinander legt. Dadurch verschwindet das Rauschen und ma kann das Bild anschließend schärfen und im Kontrast anheben.
So hättest Du viel Öffnung (wichtig für visuell) und Nachführung für Webcam-Fotografie.
Allerdings geht das nicht für Deepsky. Bei Deepsky liegen die Belichtungszeiten zwischen 3 und 10 Minuten pro Einzelbild. Und Du mußt viele Einzelbilder machen. Um mit einer DSLR gut durchbelichtete Bilder zu bekommen, sollten die Belichtungszeiten pro Motiv zwischen 2 und 10 Stunden liegen, je nachdem, wie hell das Motiv ist und ob Du mit oder ohne Filter arbeitest. Weil diese Nachführplatform eine azimutale Montierungsart ist, hast bei diesen langen Belichtungszeiten dann schon in den Einzelbildern Bildfelddrehung.
Du solltest Dir also erstmal drüber klar werden, ob Du auf Webcamfotografie (Sonne, Mond Planeten) losgehen willst, oder ob es Deepsky werden soll. Das sind 2 völlig unterschiedliche Baustellen.
Als ich 2002 mit der Astro-Fotografie angefangen hab, stand ich vor der selben Entscheidung. Weil Sonne, Mond und Planeten auch von der Stadt aus gehen (also die lange Anfahrt ins Dunkle wegfiel) und die Anforderungen an die Tragekraft der Montierung geringer und die genauere (autogeguidete) Nachführung nicht nötig war, hab ich mich seinerzeit aus Zeit- und Finanzgründen für die Planeten entschieden und bin 10 Jahre dabei geblieben.

So konnte ich in jeder klaren Nacht sehr schnell und spontan fotografieren. :super:
Mit nem 8" Newton in Dobsonmontierung anzufangen (gerne auch gebraucht) ist also sicher nicht verkehrt. Da hättest die meiste Öffnung fürs Geld und kannst sofort mit Beobachten loslegen. So lernst den Himmel kennen.
Und wenn dann wieder etwas Geld über ist, in ne Nachführplattform + ne Webcam zu investieren, halte ich für nen pragmatischen Weg. Da wird Dir Dein Finanzminister auch keine Steine in den Weg legen. :Trost:
Etliche von uns trennen übrigens das Geraffel zwischen "gucken" und fotografieren (bei Deepsky).
Z.B. gucken mit fettem Dobson, fotografieren mit Fotoobjektiv + Kamera ohne Teleskop auf der Montierung. Das schaut bei mir aktuell so aus:
Link zur Grafik:
http://www.bilder-upload.eu/upload/fa9e35-1352052507.jpg
Schiene fest unter dem Fotoobjektiv (4/300 Orestegor) am Fotogewinde des Objektives festgeschraubt, daneben einen 8x50 Sucher mit Guidingcam und zu meiner Bequehmlichkeit noch ne 2. Kamera mit Weitwinkelobjektiv.
Statt der 2. Kamera könnte da natürlich auch ein Telrad oder ein 2. Sucher sitzen. Damit wird das Alignment gemacht, also der Montierung beigebracht, wohin sie gerade guckt. Nach dem erfolgreichen Alignment kann man dann die Motive per Goto anfahren. Weil ich durch die Planetenfotografie genügend Kameras rumliegen hab, hab ich mir dieses Jahr die gezeigte "Luxusvariante" für den Balkon gebaut. Die Montierung samt Fotoaufbau bleibt draußen stehen (bei Regen kommt ne Plastikplane drüber). Will ich fotografieren, trag ich nen Schläppy raus, stöpsel die Kabel von den Kameras an den ran und steuer dann alles vom Wohnzimmer aus per W-LAN mit dem Desktop.
Es gibt viele Motive, für die man keine lange Brennweite (Teleskop) braucht. Der Einstieg in die Deepsky-Fotografie mit Fotoobjektiven ist relativ preiswert (und wenn Du schon welche hast, noch deutlich günstiger). Du brauchst nur eine Montierung mit Motoren und ne Steuerung, die nen S-T4 Eingang hat. Weil kein schweres Teleskop draufkommt, kann das schon ne CG4 oder natürlich auch was besseres sein. Und natürlich ne Guidingcam...
Da fallen dann die ganzen Baustellen bezüglich Okularauszugkippeln, Shifting vom Hauptspiegel gegenüber Leitrohr, richtiger Arbeitsabstand bei Flattner/Komakorrektor schon mal weg.
