Dachsternwarte mit Kuppel - Erfahrungen?

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Der zweite Tag startete mit einem stabilen deutschen Hochdruckgebiet - es regnete!
Doch das Dach ist offen, es muss weitergehen. Und das ging es auch mit doppelter Mannschaft:

Neben dem Zimmermannsbetrieb, der um 7:30 startete, kam um 8:00 Uhr auch der Flaschner mit 2 Mann auf die Baustelle.
So wurde nun parallel an der Gaube gearbeitet:

Zimmerarbeiten:
- Anbringen der Außenwand bestehend aus Hartfaserplatten, Konterlattung und OSB Platten.
- Anpassen der Dachfirstunterkonstruktion für die Flaschnerarbeiten.
- Einsetzen eines Balkens für das Fenster und Montage des Fensters.
- Zusätzlich als Wetterschutz eine 2,75x2,75m große Abdeckung für das Gaubendach.
- Nach Abschluss der Flaschnerarbeiten Einpassen der Dachziegel und Deckung des Daches inkl. First.

Flaschnerarbeiten:

- Ankleben und Verlöten der Gaubendach-Dreiecksblecke zwischen Kuppelring und viereckiger Gaube, natürlich mit entsprechendem Gefälle, dass kein Wasser auf dem Flachdach stehen bleibt oder gar ins Haus eindringen kann.
- Anbringen einer Blechverwahrung mit Anschluss zum First.
- Blechverwahrung der oberen Kante vom Flachdach zu den senkrechten Gaubenwänden
- Blechanschluss an das Dach & die Dachziegel.

Nachdem die Baustelle mit der provisorischen Dachabdeckung wetterfest gemacht wurde, baute der Zimmermann seinen Kran wieder ab.

Und so sah es am Ende des Tages aus:
 

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Um 7:30 starteten die Zimmermänner wieder mit ihrer Arbeit. Zuerst wurde das kleine Velux-Fenster wieder ins Dach eingebaut, jetzt auf der Ostseite des Daches. Damit gibt es auch wieder etwas Tageslicht im Giebeldreieck.
Danach ging es weiter mit der Erstellung der Säulenbasis sowie der Verlegung des Fußbodens in der Sternwarte. Gleichzeitig wurde die Verkleidung der Balken für die Säulenbasis vorgenommen. Somit sind diese Balken nicht nur berührungsfrei ummantelt, es ergibt sich damit auch gleichzeitig eine Trittstufe zum bequemeren Einstieg in die Kuppel (auch wenn bei 1,04m Einstiegshöhe bereits Beulen und blaue Flecken vorprogrammiert sind).
Zum Schluss wurden in den Flachdachecken der Sternwarte eine zweite Schicht OSB Platten eingefügt, die dem Kreis des Kuppelringes folgen. Der Hohlraum wurde gleich mit Glaswolle isoliert. Später wird entlang des Kuppelringes dünnes Sperrholz oder Kunststoffmaterial verlegt werden, damit die innere Stirnseite des Ringes sauber verkleidet ist. Voraussichtlich wird diese Verkleidung ca. 1 cm nach unten überstehen, damit ich dort eine rote, indirekte LED-Beleuchtung anbringen kann.
Nachdem die Zimmermänner noch die Dachluke der früheren Klapptreppe wieder geschlossen hatten, war ihre Arbeit bis auf weiteres beendet.

Auch die Flaschner haben heute ihre Arbeit fertig gestellt:
Verkleidung der drei Außenseiten der Gaube mit reinweißem Alublech. Weiß deshalb, damit möglichst wenig Wärme absorbiert wird und sich damit die Sternwarte tagsüber hoffentlich weniger aufheizt - eine Empfehlung des Kuppelbauers.
Außerdem haben sie noch das Fenster verkleidet und ein kleines Fensterbrett außen aus Alu montiert.

Zum Schluss alles abgedichtet und das Gehäuse für die Allsky Kamera auf der Webseite montiert, inkl. Kabeldurchführung für das Gigabit Ethernetkabel, welches ich am Morgen an die entsprechende Stelle verlegt habe.

Heute ist alles so gut gelaufen, dass bereits kurz nach 15:00 Uhr alles soweit fertig war und die Handwerker ihre Sachen packen und ich die Baustelle aufräumen konnte. Zuletzt habe ich die übrige Glaswolle, die bisher zwischen den Dachsparren verlegt war, in die Wände der Gaube verlegt, soweit das Material gereicht hat. Der Rest wird am Montag, 6.10. verlegt, während die Kuppel vor meiner Garage montiert wird.

Jetzt heißt es warten auf die Kuppel...
 

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Hallo Herwig

ein schönes Projekt und gut umgesetzt.
Es ist immer wieder eine Freude wenn man einen Einblick bei so einem Projekt bekommt.
Eine eigene Sternwarte erleichtert das Hobby erheblich. Kein Auf- und abbauen transportieren und lagern der Ausrüstung.





 
Hallo Herwig,

auch ich verfolge den Fortschritt Deines tollen Projekts. In Gedankenspielen habe ich mir auch schon überlegt, auf meinem Hausdach eine Sternwartengaube zu errichten. Mich interessieren in diesem Zusammenhang mal die rechtlichen Themen der Baugenehmigung. Dieses Thema wird in diversen Foren zwar gestreift aber soweit ich das sehe hat hier noch niemand im Detail darüber berichtet.

War eine komplette Baugenehmigung erforderlich?
War diese durch einen Architekt zu erstellen?

Ich habe auf Deinen Fotos gesehen, dass die Gaube bis auf die Firsthöhe reicht, insofern gehe ich davon aus, dass die Kuppel die Firsthöhe um ca. 1,5 m überragen wird. Dies wird sicher für eine hervorragende Rundumsicht sorgen!

Was sagte die Baubehörde zur Überschreitung der Firsthöhe durch die Kuppel?
War die Baugenehmigung einfach zu erhalten oder war es schwierig diese insbesondere wegen der Firstüberschreitung zu erhalten?

Viele Grüße
Michael


 
Hallo Herwig,

ein tolles Projekt!

Eine Anmerkung habe ich jedoch zur Allsky-Kamera.
Wie willst Du das Ding später warten, wenn Du kein Gerüst hast?
Wird gefährlich!

Und dann wirst Du immer ein Stück Kupple mit auf dem Bild haben.
Vorschlag daher:

Setze doch die Allskykamera in den Norden / Nord-Osten der Kuppel. Mit einer Halterung für Sat-Schüsseln solltest Du sie höhenmäßig etwas nach oben versetzen können.

Vorteil:
- einfacher wartbar
- stört nicht bei der Haupttätigkeit
- nimmt auch keine fiesen Reflexionen der Kuppel an

Bin auf weitere Fotos von Deinem Projekt gebannt!
LG
Gerrit
 
Hallo Larry, Michael, Gerrit,

danke für Eure Kommentare, Fragen und Hinweise.
Baugenehmigung war bei mir (in Baden-Württemberg) notwendig, dazu noch die Befreiung von der lokal geltenden Dachgaubensatzung. Es hat bei mir etwa von April 2013 mit der ersten Voranfrage beim Bauamt bis Januar 2014 gedauert, bis ich den Baufreigabeschein in Händen hielt.
Den Bauantrag konnte ich selber einreichen, allerdings mussten die Pläne von einer vorlageberechtigten Person verfasst werden. Das kann ein Architekt sein, aber auch andere zertifizierte Personen, etwa ein Handwerksmeister mit Erfahrung für eine gewisse Zeit.

Die Allsky Cam ist so positioniert, dass ich bequem vom Fenster der Gaube hinreichen kann. Auch das Netzwerkkabel ist so lang auf der Außenseite, dass ich das Ende ggf. durchs Fenster reinholen kann. Nordosten als Position schied auch deshalb aus, weil in dieser Richtung der Kamin steht, d.h. die Kamera stünde zwischen Kamin und Gaube, also zweimal Einschränkung der Sicht. Ich hoffe, die jetzige Position ist der beste Kompromiss.
 
Nachdem bereits am Mittwoch alle vorbereitenden Arbeiten erledigt waren, dachte ich eigentlich, ich hätte heute gar nichts zu tun, außer noch etwas Material für die Innenausstattung der Sternwarte zu bestellen (Steckdosen, Netzwerkdosen, LED Beleuchtung etc.).
Doch als es dunkel wurde und die ersten Sterne zum Vorschein kamen, war klar: Heute ist Zeit für das First Light aus meiner Sternwarte!
Natürlich nicht mit großem Equipment, sondern einfach mit einem leichten Stativ und einem kleinen Refraktor. Es wäre nicht einmal eine Nachführung notwendig gewesen.
Warum? Das Teleskop sollte auf Polaris ausgerichtet werden und mit einem Senkblei jeweils ein Punkt von der Mitte der Front und dem hinteren Ende des Teleskops am Boden markiert werden. Diese beiden Punkte geben verbunden exakt die Richtung auf Polaris an - wichtig für die korrekte Ausrichtung der Säule und Montierung, auch wenn sie am Tag montiert werden.
Ich war doch ziemlich erstaunt, wie groß die Abweichung der Messung mit einem Kompass ist, der Kompass ist definitiv nur ein schlechter Kompromiss.
Somit ist jetzt wirklich alles vorbereitet, dass am Montag die Isolierung und die Innenwand der Sternwarte angebracht und dann die Säule, Montierung und Kuppel montiert werden können.
 

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Hallo Herwig,

Ich freue mich, das Du es bis hierher geschafft hast.

Meinen Glückwunsch !

Bei mir soll am 11.10. Richtfest sein, wenn das Wetter mitspielt.

Ich möchte mal kurz zeigen, wie ich mein Objekt eingenordet habe.

Am 31.07. war ein wunderbarer Tag mit Sonnenschein. Meine Astronomiesoftware sagte mir, dass an
diesem Tag an meinem Standort ( längengradabhängig ) die Sonne um 13:28 Uhr im Süden stand.
Der Schatten einer senkrechten Stange zeigt somit nach Norden.

Link zur Grafik: https://dl.dropboxusercontent.com/u/72949400/Bau%20meiner%20Sternwarte/Zusammenstellung%201.jpg

Die unterirdischen Leerrohre die im Beton verlegt sind, habe ich dann von der Säule aus nach Norden verlegt.

LG und CS
Horst
 
Hallo Horst, danke Dir für den Hinweis. Ich verfolge Deine Berichte auch schon ne Weile. Morgen kommt bei mir die Kuppel, wenn alles wie geplant klappt, hängt sie gegen 16:00 Uhr am Kranhaken...
 
Heute ging es endlich weiter: Um kurz nach halb 9 kommt ein weißer Sprinter, bis unters Dach mit Material vollgepackt vor meinem Haus an. Das dreiköpfige Montage Team von Baader Planetarium legt direkt los. Nach kurzer Besichtigung der Baustelle wird ausgeladen und dann sofort angefangen, den drehbaren Teil der Kuppel vor dem Haus zusammenzubauen.

Etwas später kommt auch der Zimmermann, um abzuklären, wie der Kran gestellt werden soll. Allerdings ist der geplante Aufstellplatz jetzt mit der Kuppel belegt und somit wird der Kran zu klein, um die Kuppel über das Haus auf die andere Seite zu heben. Ein größerer Kran muss her und zwar bis heute Nachmittag um 15:00 Uhr! Doch durch gute Verbindungen schafft es der Schreiner mit einem Anruf und der Kran ist bestellt.
Also kann es weitergehen mit Kuppelaufbau: Das Baader Team bringt bereits die Teile des Flachdachadapters in die Gaube. Während sie danach Mittagspause machen, kann der Zimmermann und ich zusammen die Gaube vollends mit Glaswolle isolieren und die Dampfsperrfolie davor tackern. Ebenso kommt die Folie um den Fensterausschnitt des kleinen Veluxfensters außerhalb der Gaube.
Dann wird der Flachdachadapter zuerst grob positioniert und dann montiert - ich bin wirklich froh, dass ich den Aufbau Profis anvertraut hat: Ich hätte vorher nie geglaubt, an wievielen Stellen geklebt, abgedichtet und verschraubt werden muss. Aber so kann ich sicher sein, dass wirklich an allen wichtigen Stellen korrekt abgedichtet ist und kein Wasser, Schnee oder Wind reindrücken kann. Nach der finalen Positionierung der Flachdachadapters wird er fest auf den Kuppelring geschraubt.
Danach wurde der Sprinter vollends entladen: Zuerst die riesige Säule und dann die Montierung. Beide ganz schön groß und schwer! Danach wurde der Sprinter weggefahren, damit der Kran platz zum Einparken hat.
Um 14:45 war alles bereit, die Teile aufs Dach zu heben. Allerings war der Kran ja erst auf 15:00 Uhr bestellt, so gab es eine kleine Extrapause, bis der Kran um 15:30 kam. Der war recht flott aufgestellt und während der Kontaktkleber für die Säule auf die Säulenbasis aufgebracht wurde, zog der Kran die OSB Platten für die Gaubenwände hoch.
Dann ging es Schlag auf Schlag: Zuerst schwebte die Säule in die Gaube und wurde sofort an der perfekten Position festgeschraubt.
Direkt hinterher kam die Montierung durchs Gaubendach, nachdem der Montierungsflansch perfekt waagerecht ausgerichtet worden war.
Und dann das große Finale!
Die Kuppel wurde an den Kran gehängt und dann vorsichtig und in einem Rutsch auf die Gaube gehoben.
Damit war bereits um 16:30 die Arbeit des Krans beendet und er konnte wieder abgebaut werden. Oben in der Gaube ging es dann weiter: Nach perfekter Positionierung der Kuppel auf dem Laufring wurde sie mit ihrem Windschutz versehen, dass sie auch bei Sturm und schlechtem Wetter sicher auf der Gaube bleibt.
Zum Abschluss des Tages wurde die Kuppel von Hand um 360 Grad gedreht und der ruhige Lauf getestet, danach wurde der Spalt manuell geschlossen.
Fazit des heutigen Tages: Ich habe eine Sternwarte!
 

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WOW, Glückwunsch !

Vielleicht sollte ich auch ein Loch in unser Dach machen :-)

Grüsse Jochen
 
Hallo Herwig,


auch von mir einen herzlichen Glückwunsch! Ein tolles Projekt super umgesetzt.
Ich wünsche Dir eine tolle Zeit mit Deiner Sternwarte und immer klaren Himmel... :super:

Viele Grüße,

Michael
 
Hallo Herwig

Na das hat ja prima geklappt, dein Projekt.
Von mir auch Glückwunsch und viel Freude mit deiner Sternwarte.

Gruß Daniel
 
Danke Euch für Eure Wünsche. Heute habe ich erstmals die Montierung in Betrieb genommen und einen kleinen Refraktor draufgesetzt. Leider ist es jetzt zu sehr bewölkt, so dass ich keine Polausrichtung und das erste Alignment machen könnte.
Aber zumindest die Synchronisation zwischen Montierung und Kuppel hat auf anhieb fehlerfrei funktioniert. Das ist schon irgendwie beeindruckend... :-)
Hoffentlich wirds bald klar, dass ich das Alignment machen und endlich beobachten kann!
 
Hallo zusammen,
ich bin noch den Bericht des letzten halben Tages schuldig. Hier ist er:

Am Dienstag, 07.10.2014 war der letzte Tag des Kuppelbaus. Da ich jedoch direkt nach Abschluss der Arbeiten beruflich los musste, komme ich erst jetzt dazu, den Bericht zum Dienstag zu liefern: Die Kuppel steht zwar schon auf dem Dach, aber noch ist sie nicht verkabelt und angeschlossen.

Deshalb kommt das Baader-Team um 8:30 Uhr und beginnt mit der Verkabelung. Zuerst wird die Steuerbox montiert und die Kabel angeschlossen. Ebenso werden die Kabel im drehenden Teil der Kuppel zunächst mit der Schleppkette verlegt und dann in der Anschlussbox verdrahtet. Insgesamt sind dies 4 Kabel mit jeweils 4 Adern, wovon 13 für die Kuppel verwendet werden. Drei Adern sind also noch frei, etwa um eine mögliche Funkkamera mit Strom zu versogen, falls ich später mal eine Webcam im der drehenden Kuppel anbringen möchte. In der Kuppel kann später noch Zubehör montiert werden, indem es mit kurzen Blechschrauben in der inneren Schale der GFK Kuppel befestigt wird.
Als letzter Montageschritt folgte das Anbringen der Verkleidungen für die Versorgungsleitungen und die Schleppkette, damit der Innenraum der Kuppel sauber und auch bei Dunkelheit sicher ist.
Damit war die Installation abgeschlossen und der erste Funktionstest er Kuppel konnte erfolgen. Mit der Fernbedienung kann jetzt sowohl die Klappe und Luke geöffnet und geschlossen werden und die Kuppel gedreht werden. Notbedienung ist auch über die Tasten im Steuerkasten möglich.
Nach Übergabe der Dokumente und Bedienungsanleitungen für die Komponenten der Kuppel war damit die Montage der Kuppel beendet.
Nun fehlt noch die Innenverkleidung der Sternwarte sowie die Kabel zur Montierung (Strom, USB und LAN). Es werden also noch interessante Arbeitstage in der Sternwarte folgen.
 
In dieser Woche konnte ich abends immer wieder etwas am Innenausbau weitermachen. Inzwischen sind zwei Gigabit Ethernetkabel zur Säule gezogen und die Stromkabel (sowohl Dauerstrom als auch IP-geschalteter) liegen bereit zum Verlegen.

Doch das noch interessantere ist die Tatsache, dass ich die Teleskopplatte selbst präzise genug durchbohren und auf die Montierung schrauben konnte. Am Samstag habe ich noch M8x45 Schrauben und passende Muttern gekauft so dass ich den 178 ED in seinem Käfig und den 80 ED auf dem Meade Schwalbenschwanz festschrauben konnte.

Kurz vor Sonnenuntergang am Samstag war also alles bereit für First Light - und was für eins das werden sollte!

Nach einem 3-Sterne Alignment konnte ich erstmal eine kleine Sternführung für meine sechsjährige Tochter machen. Sie war völlig begeistert, mit ihren eigenen Augen nicht nur Sterne "ganz nah" sehen zu können, sondern auch eine explodierte Sonne (M57, der Ringnebel in der Leier) und eine ganze Galaxie (M31, unsere Schwestergalaxie in der Andromeda).

Als sie dann im Bett war, habe ich zuerst die beiden Teleskope exakt aligned und dann ein neues 3-Sterne Alignment mit anschließender Polhöhenkorrektur vorgenommen. Danach nochmal 3-Sterne Alignment mit Refinement durch 2 weitere Sterne, danach wollte ich endlich die Positionierungsgenauigkeit des Goto und die Trackinggenauigkeit der Montierung testen.

Also Positionierung ist perfekt. Jeder Stern wird auch bei 200-facher Vergrößerung exakt mittig im Okular positioniert. Also, Kamera ran an den 80er (aktuell ohne Flattener) und auf M31 draufhalten. Erst 120 Sekunden, dann 5 und 10 Minuten - ohne Guiding alles mit runden Sternen! Im Moment läuft der Test von 20 Minuten und so habe ich die Zeit, dieses Posting zu schreiben. Es bleibt spannend!

Ok, 20 Minuten waren vielleicht doch etwas optimistisch beim ersten Alignment, aber dann hat mich die Reiselust am Himmel gepackt und ich habe nach M31 noch den gerade aufgehenden M42, IC434 und M15 angefahren und vor lauter Freude jeweils 2 Lights aufgenommen, nicht ohne Begeisterung dabei zuzusehen, wie die Kuppel automatisch der Montierung folgt. Für mich ein gelungenes erstes Testen der eigenen Sternwarte.
 
In den letzten acht Tagen ging es wieder einen großen Schritt vorwärts, obwohl ich 3 Tage beruflich im Ausland war:
Wie geplant konnte der Zimmermann den Sternwartenfußboden isolieren, nachdem er vorher auch noch die Dampfsperre zur Außenisolierung zwischen den Fußbodensparren eingefügt hatte. Jetzt ist der Fußboden etwa 8cm höher, das merkt man sofort bei der Nutzung des Teleskops und am Säulentisch. Es ist nun alles etwas erreichbarer.
Durch den fest verlegten und verklebten Fußboden ist natürlich die Serviceklappe im bisherigen Fußboden weggefallen, deshalb habe ich vorsorglich noch drei Leerrohre unter dem Fußboden eingezogen, damit eventuelle Erweiterungen auch nachträglich noch ohne Aufwand möglich sind. Zusätzlich habe ich alle notwendigen Kabel in der Wand zwischen Sternwarte und Wohnraum eingezogen und verklemmt.
Zuletzt kam noch die Verkleidung der Wohnraumwand an die Reihe, die mit zwei 8x16cm großen (oder eher kleinen) Serviceklappen versehen wurde, damit ich darüber Kabel rein- und rausführen kann.

Damit war die Arbeit des Zimmermanns für dieses Jahr beendet und ich konnte mit dem Endausbau loslegen. Dabei ging es in der Woche auch Schlag auf Schlag. Ich hatte die elektrischen Kabel für FI und nicht FI-gesicherten Strom verlegt, da kam schon das Webrelais. Damit konnte ich in den nächsten Tagen die elektrische Verkabelung vollenden und am heutigen Freitag auch die Elektrik an der Säulenbasis und an der Montierungsbasis fertigstellen.

Da gestern auch die Verkleidungselemente für den Flachdachring angekommen waren, konnte ich diese am Freitag montieren, nachdem ich am Ring entlang eine 12V "Ringleitung" verlegt hatte. Danach wurde die LED Beleuchtung in rot und weiß am Ring entlang verlegt.

Danach erfolgte der komplette elektrische Test, folgendes funktioniert jetzt:

* Rotlicht und Weißlicht in LED, jeweils schaltbar per klassischem Lichtschalter.
* FI-gesicherter "Dauerstrom" an Säulenbasis und am Säulentisch
* per Relais geschalteter und FI-gesicherter 240V Strom an der Montierungsbasis (für das DSLR-Netzteil)
* per Relais geschalteter 24V Gleichstrom für die Montierung
* per Relais schaltbarer Kurzschlussschalter für das Einschaltsignal für die Montierung
* Drei per Relais schaltbare 12V Gleichstrom Steckdosen (Neutrik XLR) an der Montierungsbasis
* 2 Gigabit Ethernetanschlüsse an der Säulenbasis
* Ethernetanschluss für die PTZ-Kamera

Zum Schluss habe ich noch fluoreszierende Markierungen für Nord, Ost, Süd und West an der Ringverkleidung aufgerakelt, damit man in der Sternwarte auch bei Dunkelheit immer die Orientierung behält.

Damit ist meines Erachtens die Sternwarte einsatzbereit.
 

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Hallo Horst,

leider bin ich nicht besonders groß, ich habe deshalb eine Leiter in der Sternwarte, mit der ich auch an jede Stelle der montierten Teleskope komme.

Die Säule ist 1,70m und der Achsenschnittpunkt der Montierung in einer Höhe von 2,10m - zwar recht hoch, aber dafür genau in der geometrischen Mitte der Kuppel.

Zum Beobachten stehe ich meist auf der ersten oder max. zweiten Stufe, bei Blick in östlicher oder westlicher Richtung klappt es mit dem langen Refraktor auch ohne Leiter.

Ach, heute hab ich auch noch was gebaut: ich habe die Bauleiter ins Dachdreieck entfernt und dafür eine Raumspartreppe mit Geländer eingebaut. Jetzt kommt man sehr bequem bis ganz nach oben (muss aber an einer Stelle etwas den Kopf einziehen).
 
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