Deepsky Reiseführer - 3. Auflage - Wer hat ihn ?

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Re: Deepsky Reiseführer - 3. Auflage - Wer hat ihn

Korrekte Aktion. Bilder sagen immer mehr. Also mehr als 4 Seiten Karten.....

Warum machst man überhaupt Zeichungen, wenn man doch ein Foto reinstellen könnte ?
 
Re: Deepsky Reiseführer - 3. Auflage - Wer hat ihn

Hallo!

Deine Bilder zeigen das ja sehr schön. Bisher war jedes Sternbild auf einer Detailkarte im 9x12? (halbe Seite im alten Format) abgebildet. Es waren Pfeile eingezeichnet, die den Aufsuchbeschreibungen entsprochen haben.

Im neuen Führer nun gibt es drei Seiten A4 (Doppelseite im neuen Format) auf denen alle Sternbilder drauf sind. Der Rest des Kartenteiles sind die gleichen Karten nochmal, nur diesmal halt mit Fotos hinterlegt. Das sieht Klasse aus, aber ich will meine alten Karten für jedes Sternbild einzeln haben. Ok, zu manchen Bereichen gibt es Detailkarten, einmal sind bestimmte Regionen nochmal vergrößert im allgemeinen Teil und dann eben die Kreise wie im Karkoschka.

IMHO nähert sich der DSR damit dem Karkoschka eher an.

Gruß,
Jörgen
 
Re: Deepsky Reiseführer - 3. Auflage - Wer hat ihn

Hi Mike,

Burnham's Celestial Handbook - An Observer's Guide to the Universe Beyond the Solar System, Robert Burnham. Jr.

Das ist ein recht altes "Standardwerk" auf Englisch und in drei Bänden. Robert Burnham war 1958-79 Beobachter am Lowell-Obervatory und arbeitete dort mit dem 24" Refraktor an einem Proper-Motion-Katalog. Während dieser Zeit entstand auch das obige Werk. Burnham war dabei im Grunde stets ein Amateurastronom mit Profi-Equipment (hey DAS ist wirklicj profi Equipment!), denn er war wegen einer aufsehenerregenden Kometenentdeckung "entdeckt" worden und als sehr guter Beobachter eingestellt worden.

OK, das Celestial Handbook ist in 3 Bänden erschienen, alphabetisch nach Sternbildern geordnet. Es enthält zunächst eine tabellarische Übersicht über interessante Sterne in diesem Sternbild (also Doppel- und Mehrfachsterne sowie Variable) und weiter eine Übersicht der Deepsky-Objekte.
Das Buch enthält keine Übersichtskarten zu den Sternbildern, definitiv wünscht der Autor die verwendung mit einem ordentlichen Sternatlas. Aber es gibt Aufsuchkarten, sogar Vergleichskarten zu Sternen mit auffälliger Eigenbewegung. Auch spezielle Objekte wie z.B. Nova-Sterne haben ihre Aufsuchkarte. Diese Aufsuchkarten sind natürlich nicht zum Starhopping gedacht, sondern sie zeigen schon das "Zielfeld", dafür aber viel genauer als der Sternatlas.
Zu besonderen Objekten gibt es dann noch eine große Textbeschreibung, die neben der visuellen Beschreibungen z.B. der Entdecker (Messier, Rosse, etc...) dann auch noch tiefer in die physik der Objekte ("Was ist das?") einsteigt. Dazu einen ganzen Stapel Fotos, aus der damaligen Zeit (1978) versteht sich.

Burnham's CB ist deshalb so interessant, weil es ein so umfassendes Werk ist. Es bietet jedem Beobachter etwas, also sowohl dem Freund von Doppelsternen, als auch dem von Variablen, oder dem Deepsky-Beobachter. Zu Objekten, die nur in den Tabellen auftauchen, sollte man die Buchstabenkürzel lernen, die das Erscheinungsbild beschreiben. Im Hinterkopf muß man auch behalten, daß damals so etwas wie ein OIII-Filter für Amateure nicht zu haben war. Auf viele Objekte, die da als "nur unter dunkelstem Himmel" beschrieben sind, hat man mit OIII eine bessere Chance.

Das Werk ist also ein altes Werk, aber ein Standardwerk. Insgesamt 2138 Seiten! Wenn wir an meiner ersten Sternwarte mal überlegten, was man mal beobachten könnte, oder fotografieren, dann schlugen wir den Burnham auf und schauten in den gerade gut stehenden Sternbildern herum. Seit 2 Wochen habe ich das Teil jetzt wieder hier, und es hat mir schon ein paar Ideen eingebracht.
Man muß sich natürlich im klaren sein, daß das Werk eben alt ist, und das sich die Amateurastronomie seitdem heftig gewandelt hat.

Es sei noch erwähnt, daß Burnham nachdem er 22 Jahre lang für das Obervatorium am PPM-Katalog gearbeitet hatte, nach abschluß des Projekts plötzlich auf der Strasse saß. Er starb sehr verarmt 1993.

Clear Skies
Sven
 
Re: Deepsky Reiseführer - 3. Auflage - Wer hat ihn

Hi!

Die Aufsuch-Beschreibungen waren in der alten Version auch immer da. Aber zusätzlich war eben die Aufsuch-Beschreibung in den Karten zum jeweiligen Sternbild eingezeichnet. Und das fehlt mir. Die Fotos sind wie gesagt hübsch, aber höchstens für die Fernglasbeobachtung interessant.

Gruß,
J
 
Re: Deepsky Reiseführer - 3. Auflage - Wer hat ihn

Wenn man vom Teufel spricht und nicht damit rechnet - Dann kommt er ! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smirk.gif" alt="" />

-> Soll heissen: Mein Buch ist da. Ich kann es heute abholen im Buchladen. Tja. Zu spät fürs canceln <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />

Ich bin gespannt. Noch einmal meckern: Mit den Farbbilder wird der Himmel leider nur gehyped wie Robbie Williams in TV und Radio.

So wird man es nie sehen. Ist eher was für nen Bildband und eine weitere gute Aufsuchkarte ist immer besser als sowas finde ich.
 
Re: Deepsky Reiseführer - 3. Auflage - Wer hat ihn

Hi,

weil eine Zeichnung nunmal sehr genau wiedergibt, was der Beobachter gesehen hat. Ein Foto zeigt hingegen etliche Strukturen, die der Beobachter nicht wahrnimmt, zum Beispiel wegen der fehlenden Rotempfindlichkeit des dunkeladaptierten Auges.
Ein Foto also gibt den visuellen Charakter eines Objektes nur im entferntestesn wieder.

Clear Skies
Sven
 
Reiseführer *und* Karte

Hallo zusammen!

Warum machst man überhaupt Zeichungen, wenn man doch ein Foto reinstellen könnte ?
Weil eine Zeichnung den visuellen Anblick weitaus besser wiedergeben kann als ein Foto.

Das kollektive Gejammer über die fehlenden Aufsuchkarten bringt mich ins Grübeln. Warum wird das so sehr als Manko empfunden? Ein wirkliches Problem gibt es m.E. nicht und die Diskussion hier befremdet mich durch akademische Aussagen fernab jeder Praxis oder einfach das übliche (typisch deutsche?) Gemecker an allem und jedem.

Überlegt mal, wie viele Atlanten oder Programme es schon gibt - für jeden Bedarf und Geschmack ist da was dabei. Ausserdem sind wir uns doch weitgehend einig, dass man mit einem Atlas alleine sowieso nicht auskommt. Das zeigen die städig rekurrierenden Diskussionen um die Frage nach "dem" Atlas in diesem Forum.

Ein Vergleich: Terrestrische Reiseführer enthalten nicht unbedingt die passende Landkarte (oder keine die so genau ist, dass ich alleine damit meine Ziele finden könnte/möchte). Die Autoren gehen davon aus, dass Touristen eine Karte mitführen. Das halte ich für eine durchaus vernünftige Annahme.

Zu den mehr als 600 Objekten im DSR3 jeweils eine detaillierte Aufsuchkarte bereitzustellen, hätte den Umfang vermutlich um hundert Seiten oder mehr vergrößert. Und ob mit diesen Karten dann jeder zufrieden gewesen wäre?

Ich würde einfach meinen Atlas oder ausgedruckte Karten mitnehmen - schließlich kommt man auch spontan auf die Idee, sich irgendwas anschauen zu wollen, was vielleicht nicht im Buch steht.

Über die amerikanische DS-Literatur habe ich einen repräsentativen Überblick (also ca. einen Meter davon im Bücherregal stehen) und will nur anmerken, dass es dort bei Büchern mit Reiseführer-Charakter i.d.R. nur zu ausgewählten Objekten Aufsuchkarten gibt. Ausnahme ist das m.W. nicht mehr neu erhältliche "1000+" von Tom Lorenzin. Das ist aber weniger ein Reiseführer als eine recht nackte Objektliste ohne Bilder oder Zeichnungen und ein recht rudimentärer Atlas (vergleichbar vielleicht mit dem "Cambridge Star Atlas").

Die Karten im NSOG sind meiner Erfahrung nach ziemlich untauglich. Sehr klein und zu wenig Sterne.

Im Burnham gibt es brauchbare Aufsuchkarten, aber natürlich nur für ausgewählte Objekte (dann hauptsächlich Veränderliche).

"Deep Sky Observing" von Steve Coe bringt keine Karten, kommt aber dem Reiseführer sehr nahe. Darüberhinaus jede Menge Tipps und Tricks zu allen wichtigen Themen. Das Buch ist so eine Art Kreuzung zwischen dem "Praxishandbuch Deep Sky" und einem anspruchsvolleren Karkoschka.

Der Luginbull/Skiff bringt einige Karten, speziell zu Galaxienhaufen - aber auch nicht flächendeckend.

"Aufsuchkarten" gibt es im Starhopping-Buch von Robert Garfinckle. Sah auf den ersten Blick vielversprechen aus, verstaubt aber inzwischen im Regal. Ich habe noch nicht einmal einen Hinweis auf den Durchmesser der dort so großzügig in den Aufsuchkarten eingezeichneten Gesichtsfelder gefunden :-(

Also: warum freut ihr euch nicht darüber, dass es ein schönes deutschsprachiges Deep Sky Buch gibt, das im Kombipack mit dem persönlichen Lieblingsatlas ein super Gespann abgibt? Ich bin froh darüber, dass ich keine Aufsuchkarten bezahlen muss, die ich eh wegen des immer mitgeführten Kartenmaterials, Notebooks oder des Sky Commanders (Dig. Teilkreise) nicht brauche!

Clear skies,
Tom
 
Re: Reiseführer *und* Karte

Hallo Tom!

Das kollektive Gejammer über die fehlenden Aufsuchkarten bringt mich ins Grübeln. Warum wird das so sehr als Manko empfunden? Ein wirkliches Problem gibt es m.E. nicht und die Diskussion hier befremdet mich durch akademische Aussagen fernab jeder Praxis oder einfach das übliche (typisch deutsche?) Gemecker an allem und jedem.

Vielleicht empfinde ich das deswegen so als Manko, weil ich genau dieses Feature bisher am DSR geschätzt habe. Wenn ich beobachten gehe, dann will ich von Computern nix wissen. Das mache ich schon tagsüber die ganze Zeit. Und ich will auch keine Bibliothek mit rausnehmen. Der alte DSR war für mich ein pefektes Buch für die Praxis. Die einzige Kritik am alten Führer war der schlechte Index.

Der neue Führer taugt IMHO nicht mehr für die Praxis, sondern ist ein gutes Buch zur Vorbereitung einer Beobachtungsnacht und sorry, wenn ich das so knallhart sage: Das brauche ich einfach nicht.

Wenn mich also jemand nach einem Buch für's Feld fragt, dann ist die Hitliste bei mir:
1. Alter DSR
2. Karkoschka (egal welche Version)
3. Neuer DSR

Etwas grundsätzliches, was man als Verkäufer IMHO beachten sollte: Solange man ständig Features zu einem Produkt hinzufügt, ist das eine vernünftige Sache. Werden jedoch Features gestrichen, dann gibt es immer Probleme und Kritik. (Man hätte ja einfach die Karten am Anfang eines jeden Sternbilds drinlassen können - die paar Seiten hätten nicht gestört.) Bei einer Programmiersprache spricht auch nichts dagegen den Befehlsumfang zu erweitern, aber alte Befehle zu streichen sorgt für Inkompatibilität.

Und genau das ist mit dem DSR passiert: Er ist inkompatibel zu meinem Praktizieren. Und mich dann trotzdem zu freuen und zu sagen, toll ich ändere das jetzt und kaufe gleich noch dein Programm um mich toll vorbereiten zu können (,obwohl ich das als Hobby betreibe und damit ohne Ernst), das kann ja doch keiner von mir erwarten.

Das ganze kann man noch aus dem Blickwinkel sehen, dass der DSR ein Standardwerk war. Und Standards sollten nicht verändert werden. Das Karkoschka-Prinzip haben viele geschätzt. Allerdings wollten sie mehr Objekte und eine bessere Beschreibung. Das hat der DSR bisher geboten. Der neue weicht vom Karkoschka-Prinzip ab und nähert sich einem Bilderatlas an. Und das schätzen halt wirklich nicht alle.

Ich finde es von Deiner Seite aus schlecht, immer auf andere zu schließen. "Fernab jeder Praxis" heißt bei Dir, "fernab meiner Praxis" das habe ich mittlerweile verstanden.

Ich kritisiere da wirklich nicht des Kritisierens willen. Ich hätte mich gefreut noch mehr Objekte und einen Index zu bekommen. Aber das was da rausgekommen ist ist für meine Praxis leider unbrauchbar. Und schönerweise hast Du das auch noch bestätigt:
Ich würde einfach meinen Atlas oder ausgedruckte Karten mitnehmen - schließlich kommt man auch spontan auf die Idee, sich irgendwas anschauen zu wollen, was vielleicht nicht im Buch steht.
Genau das will ich eben nicht. Ich habe früher den Karkoschka mitgenommen und dann den DSR. und nix sonst.


Also: warum freut ihr euch nicht darüber, dass es ein schönes deutschsprachiges Deep Sky Buch gibt, das im Kombipack mit dem persönlichen Lieblingsatlas ein super Gespann abgibt? Ich bin froh darüber, dass ich keine Aufsuchkarten bezahlen muss, die ich eh wegen des immer mitgeführten Kartenmaterials, Notebooks oder des Sky Commanders (Dig. Teilkreise) nicht brauche!

Hier also eine direkte Antwort zu: "Weil ich a) keinen persönlichen Lieblingsatlas habe und b) keinen haben will und c) klassisch ohne Elektronik beobachte und d) die Natur erleben will."


Gruß,
Jörgen
 
Re: Reiseführer *und* Karte

Hi Zusammen,

also ich schlörre immer meinen laminierten Sky-Atlas mit, der ist mir wegen seiner Übersicht der liebste von allen.
Ich wollte dann auch den DSR mitnehmen, aber was ich im dunkeln mit diesen Fotokarten soll, ist mir schleierhaft. Rotlichtlampe drauf und die Verwirrung beginnt.

Ich muß allerdings gestehen, daß diese Foto-Karten für Astrofotografen interessant sein können, geben sie doch hoffentlich gute Anhaltspunkte für die Intensität und genaue Lage von H2-Regionen.
Für den visuellen Beobachter sind sie nutzlos, meiner Meinung nach nur zusätzlich verwirrend, weil sich die Sterngrössen nicht gut genug ablesen lassen, und so die Feinorientierung verloren geht. Und natürlich auch, wie im anderen Beitrag geschrieben, weil ein Foto eben was anderes zeigt, als das Auge.

Ich hoffe trotzdem, daß das Ding noch kommt. BOL hat im Moment noch nix neues, aber vielleicht brauchen die halt einen Tag länger, als der Buchhandel, oder wer weiss, wie der Vertriebs-Kram halt abläuft...

Clear Skies
Sven
 
Re: Reiseführer *und* Karte

Hallo Tompfleger,

Ich finde deine Art, auf die Kritik hier einzugehen, etwas falsch! Ich habe das Buch schon und sage dazu mal folgendes:


Das kollektive Gejammer über die fehlenden Aufsuchkarten bringt mich ins Grübeln. Warum wird das so sehr als Manko empfunden?

--> Titel: DeepSky REISEFÜHRER : Schonmal einen Reiseführer ohne Karte gesehen? Ich nicht! Außerdem will es ein Praxisbuch sein. Allerdings sind ja enige Aufsuchkarten vorhanden. Nur in einer Anordnung, wie sie in der Praxis einfach schlecht anzuwenden sind (ständiges blätern erforderlich).

Zu den mehr als 600 Objekten im DSR3 jeweils eine detaillierte Aufsuchkarte bereitzustellen, hätte den Umfang vermutlich um hundert Seiten oder mehr vergrößert.

Ja, aber hier steckt sowieso der Oberhammer! 666 Objekte, davon werden aber 366 nur einmal in einer Tabelle erwähnt - ohne Zeichung, ohne Beschreibung... Die 300 beschriebenen Objekte decken sich zum Teil mit der 2. Auflage!


Ich würde einfach meinen Atlas oder ausgedruckte Karten mitnehmen

Auf jeden Fall! Die Aufsuchkarten sind für viele Objekte meiner Anscht nach unbrauchbar.




Und jetzt noch ganz allgemein meine Eindrücke:

1. Positiv: Das Buchformat und die Schrift sind deutlich größer. Dies war ein Hauptkritikpunkt der 1. und 2. Auflage. Außerdem ist ein sehr interessanter Theorieteil (menschl. Auge, Filter usw.) enthalten.

2. Negativ: Theorieteil und Objektbeschribung größtenteils Recycling aus Aulage 2., Fernrohrführerschein... Von 666 Objekten 366 nur einmal in einer Tabelle erwähnt.


Fazit: Meinem Eindruck nach ist ca. 80% des Inhaltes entweder in der 2. Auflage oder in anderen Büchern des Autors bereits erschienen. Da frage ich mich, warum man dafür so lange gebraucht hat!
Die Objektbeschreibungen sind qualitativ etwas besser geworden. Dafür sind die Aufsuchkarten schlichtweg schlecht. Alles in allem aber ein Buch, das ich jedem empfehlen kann. Nur wer bereits die 2. Auflage hat, mag es sich evtl. überlegen. Die Steigerung ist eher qualitativer als quantitativer Natur (was ich persönlich begrüße...)


Ein ausführlicher Testbericht folgt in den nächsten Tagen.
 
Re: Reiseführer *und* Karte

Hallo Jörgen!
Ich finde es von Deiner Seite aus schlecht, immer auf andere zu schließen. "Fernab jeder Praxis" heißt bei Dir, "fernab meiner Praxis" das habe ich mittlerweile verstanden.
Wie rechtfertigst du die Aussage, dass ich "immer" von mir auf andere schließen würde?

Die überwiegende Anzahl aller Deep Sky Beobachter, die ich in den letzten 25 Jahren kennengelernt habe, benutzt Karten am Teleskop - entweder auf Papier oder digital. Diesen Eindruck habe ich auch in den letzten Jahren aus sehr vielen Diskussionen in diesem Forum gewonnen.

Last but not least kommt es auch darauf an, was man beobachten möchte: für Messiers und gängige andere Objekte ist ein Karkoschka als Standalone-Quelle gut geeignet. Wenn man an einem wirklich dunklen Ort oder mit etwas mehr Öffnung beobachtet, dann gibt es für die dann erreichbaren exotischeren Objekte meistens einfach keine vorgefertigten Aufsuchkarten mehr. Oder sie taugen nichts (wie in Hynes, Planetary Nebulae).

Wenn du möchtest, dass sich die Gestaltung des DSR aus deiner Sicht verbessert, dann kannst du deine Vorschläge ja mal an Ronald Stoyan richten. Dazu gibt es das oculum-Leserforum.


Niemand erwartet von dir, dass du den DSR oder E&T kaufst. Beides sind Angebote mit (zumindest für manche Sternfreunde) nachvollziehbarem Nutzen und alle mir bekannten E&T-Benutzer beobachten auch nur "zum Spaß" - vielleicht glaubst du's mir nicht, aber ich habe E&T ursprünglich aus dem Wunsch heraus entwickelt, meine seltene Beobachtungszeit besser nutzen zu können, auch unvorbereitet (!) mal neue Objekte entdecken zu können und einfach "mehr Spaß beim Spechteln" zu haben. Ich kenne viele Anwender, die mir begeistert bestätigen, dass E&T "wirkt". Was anderen Sternfreunden hilft, mehr Spaß am Hobby zu haben, kann so verkehrt nicht sein...

Clear skies,
Tom
 
Re: Reiseführer *und* Karte

Also hier sind ja mitlerweile super Infos zusammengetragen! Auch den Streit find ich gut.

Interresant, dass das offizielle Forum von Oculum so leer ist! Versteh ich gar nicht.

Ebenfalls interessant ist, dass der NSOG hier schlecht wegkommt, während er in anderen Threads (und ich hab wirklich viel gelesen hier in dieser Rubrik) bestens abschneidet. Es liegt wohl eindeutig an den Karten.

Armer Burnham - offenichtlich hat ihn der Verlag abgezockt. Ein Band alleine reicht wohl auch nicht falls Beschaffung. Also alle 3. Ich hoffe es ist kein Buchformat welches von alleine zusammenklappt auf dem Tisch wie viele Kosmosbücher. Aufgrund deiner Schilderungen interessere ich mich nun dafür. Eine neue Auflage kann also nicht mehr kommen. 'Nur' Neudruck.

Fürs Feld kommen mir solche Bücher nicht in Tüte. Hatte einmal den Karko mit und konnte ihn so grade retten vorm Wellenschlagen und Aufweichen. Da helfen nur Foto-Kopien, die ich ab jetzt dann auch laminiere oder Laptop.

Skyatlas Deluxe laminiert das wäre in der Tat noch was feines, auch wenn die Magzahl nicht auf Platz 1 ist.

Ich denke ich werde den Reiseführer zur Planung und Nachbereitung nehmen - Grade mangels der Karten am richtigen Fleck. ...und das die tolle Zahl von 666 Objekten nicht eingehalten wird so wie ich mir das gedacht hatte ist leider unverschämt. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/mad.gif" alt="" />

Und: Super Karten und Findungshilfen sind nach meiner Meinung das A und O für ein Deepskybuch oder Atlas. Sonst können wir direkt alle die Karten mit Software selber drucken.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Re: Reiseführer *und* Karte

Hallo,

Ich hätte nicht gedacht, dass die Diskussion über die Neuauflage des Reiseführers gleich dermaßen aufflammt. Dabei finde ich Kritik eine sehr positive Sache, meiner Meinung nach aber nur solange man die Kritikpunkte in einem objektiven Zusammenhang stellt und ausgewogen bleibt.

Sehr schade finde ich deshalb, dass mit praktisch keinem Wort die vielen positiven Neuerungen (die wir uns über Jahre gewünscht haben) erwähnt werden:

Früher wurde regelmäßig darüber gejammert, dass man die Sternbilder nicht findet - der Wunsch nach einem Seitenregister wurde laut und hiermit in der neuen Auflage erfüllt. Aber wie es oft üblich ist, werden derartige Verbesserungen nicht erwähnt.

Auch wurde das Buch in vielen Teilen überarbeitet und versteckte wie offensichtliche Fehler ausgemerzt. Das freilich merkt man erst, wenn man mit der entsprechenden Buchstelle in Berührung kommt, mit dem Buch arbeitet. Das gilt z.B. auch für das Erscheinungsbild und die Qualität/Auswahl der Fotos/Zeichnungen, die sehr sorgfältig für den Zweck des Buches ausgewählt wurden. Das Konzept, Fotos mit fester Brennweite zu bringen und damit dem Leser eine Vorstellung über die Größe des Objekts zu verschaffen und folglich Objekte miteinander vergleichen zu können, ist für mich persönlich ein riesen Pluspunkt, den der alte Reiseführer nicht hatte!

Auch die Sache mit den Karten ist ein zweischneidiges Schwert: Ich verstehe diejenigen, die es nicht gut finden, dass die Karten nun als Atlasteil gebündelt vorne im Buch sind, weil Sie es vom alten Reiseführer so kennen und in der Praxis so besser zurecht kommen. Vergessen sollte man aber nicht, dass es keineswegs so war, dass früher die Karten immer neben dem Objekt standen. Nein, man musste früher auch blättern. Deswegen sind in dieser neuen Auflage - auch im Seitenregister - Verweise zu den Atlaskarten zu finden, die einen beim Blättern helfen. Und so schön die vielen Detailkarten früher waren, ausgereift waren sie sicher nicht.

Und und und... Mir geht es hier aber nicht darum, Euch mit Pluspunkten zu überrennen. Wie gesagt: Kritik ist eine gute Sache und jeder hat ein Recht auf seine ganz persönliche Meinung und darauf, was er gut oder schlecht findet.

*** Mir geht es aber sehr wohl darum - bei aller Kritik - nicht zu vergessen, dass die vielen Änderungen, die das Buch gegenüber zur alten Auflage mit sich bringt, immer mit der nötigen Umsicht zu betrachten sind!

Gleich darüber zu schimpfen, anstatt sich erstmal in Ruhe zu überlegen, was das für Vor- und Nachteile bringt, wieso das so gemacht wurde, ob der eine Nachteil wirklich persönlich so schwer wiegt, als dass man anderen offensichtlichen Vorteil links liegen lässt, ist m.E. nicht der richtige Weg. Und deswegen finde ich es sehr bitter, dass sich hier anscheinend keiner von Euch freut, das Buch nun endlich in der Hand zu haben. ***

Trotzdem viel Spaß weiterhin beim diskutieren und beim (umsichtigen) kritisieren!

Stephan
 
Re: Reiseführer *und* Karte

Sehr schade finde ich deshalb, dass mit praktisch keinem Wort die vielen positiven Neuerungen (die wir uns über Jahre gewünscht haben) erwähnt werden:

Richtig. Deshalb werde ich auf meiner Homepage in den kommenden Tagen einen sehr ausführlichen Testbericht veröffentlichen.
 
Re: Reiseführer *und* Karte

Hallo Mike!
Ein Band alleine reicht wohl auch nicht falls Beschaffung. Also alle 3. Ich hoffe es ist kein Buchformat welches von alleine zusammenklappt auf dem Tisch wie viele Kosmosbücher. Aufgrund deiner Schilderungen interessere ich mich nun dafür.
Das ist aber gerade der Punkt: nur alle drei Bände zusammen decken den gesamten Himmel ab. Der Burnham präsentiert sich alphabetaisch nach Sternbildern sortiert - es gibt also keinen Band, auf den Nordhemisphärenbewohner verzichten könnten.

Das Buch ist ein Paperback und bleibt offen höchstens dann liegen, wenn man den Buchrücken übel verbiegt. Meiner Erfahrung nach ist es aber zweckmäßig, einfach ein Lesezeichen reinzulegen. Wenn du noch ein Handtuch drüberlegst, dann gibt's auch mit dem Tau keine Probleme. Also würde ich nicht unbedingt sagen, dass "normale" Bücher felduntauglich wären. Es ist nicht so komfortabel, ein normales Buch erst wieder aufzuschlagen, wenn man nochmal reingucken will, aber man kann's schon so machen.

Dass viele Objekte nur in Tabellen gelistet sind, wusste ich noch nicht. Schade! Aber Vorsicht: das ist beim dreibändigen Burnham auch der Fall.

Gerne nehme ich zur Kenntnis, dass viele Sternfreunde von einem Reiseführer detaillierte Aufsuchkarten erwarten. Wem ich also mit meinem forschen Standpunkt auf die Füße getreten bin, den will ich um Nachsicht bitten. Ich kann verstehen, dass sich viele so ein Buch in "All Inclusive" Manier wünschen - vielleicht wäre das wirklich der Renner! Aber das ist nicht einfach: gute Aufsuchkarten entstehen eher am Fernrohr (wenn man die Sternhelligkeiten und auffällige Muster im Okular sieht) als bei der Arbeit mit einem Sternkartenprogramm. Der Himmel am Bildschirm oder auf einem Foto sieht oft anders aus als der echte Himmel. Dazu kommen die hinlänglich bekannten Datenfehler in den Programmen (Nur eine Kostprobe: habt ihr mal nachgesehen, wo Palomar 11 in Guide 8 geplottet wird und wo das Ding wirklich steht?).

Und man müsste die Aufsuchkarten auch einem Anwendertest unterziehen: die Karte taugt ja nur dann was, wenn die meisten Leute beim Starhopping damit schnell ans Ziel kommen. Vermutlich artet so ein Unterfangen in eine Sysyphusarbeit aus - und vielleicht fehlt daher ein umfangreicher Reiseführer mit prima Karten. Soviel Arbeit will sich einfach niemand machen.

Gruß,
Tom
 
Re: Reiseführer *und* Karte

Und man müsste die Aufsuchkarten auch einem Anwendertest unterziehen: die Karte taugt ja nur dann was, wenn die meisten Leute beim Starhopping damit schnell ans Ziel kommen.

Also die Karten zeigen Sterne bis 7m. Jeder, der schonmal durch ein Teleskop geschaut hat ahnt, dass das bei den meisten Objekten kein Starhopping erlaubt. Im Gegensatz dazu scheinen die Sernfeldaufnahmen der jeweiligen Sternbilder sehr viel tiefer zu gehen - nur sind hier keine Objekte markiert.

Ich denke das Hauptproblem dieses Buches und auch das Hauptproblem der Kitik ist, dass nie genau definiert wurde, WAS das Buch leisten soll. Schwerpunkmäßig Beschreibung, aber dann noch etwas hiervon und einbisschen davon - das ist dann eben in den Augen des ein oder anderen mehr schlecht als recht geraten.
 
Statement des Autors

Hallo zusammen,

man kann es nicht jedem Recht machen - leider. Mit Sicherheit ist der Deep Sky Reiseführer nicht die eierlegende Wollmilchsau - aber wir haben uns bemüht, die 3. Auflage so benutzerfreundlich zu gestalten wie möglich.

- Thema Objekte. 666 Objekte ausführlich zu beschreiben war weder angekündigt noch beabsichtigt. Dies hätte den Umfang des Buches mehr als verdoppelt und mithin auch den Preis - die freundlichen Bemerkungen dazu an dieser Stelle kann ich mir wörtlich vorstellen.
Tatsache ist, dass 366 zusätzliche Objekte mit einer dem Karkoschka vergleichbaren Kurzbeschreibung enthalten sind. Dies ist die bei weitem größte Objektauswahl aller deutschsprachigen Deep-Sky-Führer.

- Thema Karten. Aus der Praxis der ersten Auflagen haben wir von den Lesern Kritik zu den wenig benutzerfreundlichen Karten bekommen. Der Anspruch, alle Objekte mit Karten im Buch auch aufsuchen zu können, musste durch die Aufnahme der zusätzlichen schwachen Ziele ohnehin aufgegeben werden. Uns war bewusst dass die meisten Beobachter einen extra Atlas benutzen und den Reiseführer vor allem zur Vor- und Nachbereitung nutzen. Diesem Umstand haben wir mit großformatigen Orientierungskarten entsprochen, die die Objektauswahl oder Information über die Objektlage wesentlich erleichtern. Zusätzlich enthält der neue Reiseführer Karten von 10 besonders bevölkerten Regionen im Detail, die sehr nützlich bspw. beim Aufsuchen kleinerer Objekte etwa in den Magellanschen Wolken sind. Für die Übersicht sind auch das Milchstraßenpanorama und die vielen Fotos im einheitlichen Maßstab gedacht - hier ist das Buch wesentlich inhaltlich erweitert worden.

Der neue Deep Sky Reiseführer ist eine Neuauflage, kein neues Buch. Insofern ist klar, dass wesentliche Teile der sehr erfolgreichen bisherigen Auflagen übernommen wurden und nicht alles neu ist - die Stärken sollen ja weiter gepflegt werden.
Dennoch gebietet ein fairer Vergleich von alter und neuer Version die Feststellung, dass viel getan worden ist um die Qualität des Buches zu verbessern. Letztlich entscheiden die Leser über diese Frage - lassen Sie sich nicht von Vorurteilen leiten, sondern machen Sie sich selbst ein Bild und bestellen Sie das Buch zur Ansicht in Ihrer Buchhandlung.

clear skies

Ronald Stoyan
OCULUM-Verlag
Westl. Stadtmauerstr. 30a,
D-91054 Erlangen
Fon 0049-9131-970690
Fax 0049-9131-978596
www.oculum.de
stoyan@oculum.de

PS: Oculum-Kunden, der Astrohandel und der Buchhandel wurden gleichzeitig mit der Neuauflage beliefert. Etwaige Verzögerungen liegen nicht im Verantwortungsbereich des Verlages!
PPS: Wer meint für die Praxis besser geeignete Bücher konzipieren und schreiben zu können - wir verlegen gerne Ihr Deep-Sky-Buch oder eine Neuauflage des veralteten Burnam Celestial Handbook!
 
Re: Statement des Autors

Hab das Buch ! Bin leider grade auf Akku (Laptop und hab nicht viel Zeit) und kann nicht ausformulieren, sorry.

daher nur der erste Eindruck von mir - 1 Stunde lang ruhig durchgeblättert.

POSITIV:
Das Format
Die Fotos von den Objekten und Sternbildern
Die Beschreibungen (so war ich mir dann auch sicher wo M109 wirklich auf dem Bild zu finden ist - gut!)

Das alles ist ja ein grosser Teil vom Buch ! (auch wenn jetzt mehr Zeilen Kritik folgen)

Negativ:

Viel zuwenig Karten bei den Objekten -> Kartenteil am besten rausreissen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> oder Fotokopieren!!! Atlas daneben legen müssen find ich nicht gut als Tip - Also ich hab noch keinen!

Der Schwan ist auf keiner Karte vollständig abgebildet! Hmm <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/frown.gif" alt="" />

Im Zentaurusfoto hat die Druckmaschine einen Schmier hinterlassen - Das dürfte wohl nur bei mir der Fall sein.

Also hier steht 'nur' was von 666 Objekten
http://www.oculum.de/dsrf.asp
nicht von ca. 300 ...und das war meine Orientierung. Also etwas enttäuschend, weil ich nicht bekommen habe "was im Prospekt stand" (also so ungefähr :-) )

Zu den 'kleinen' Objekten muss ich immer wieder zur Kartensektion zurück (daher das Rausreissen) um zu wissen wo sie sind, da keine grafische Orientierung daneben gegeben wird. Karte ist auch nicht in der Nähe, da vorne in Extrasektion. Da muss ich mich der Kritik von ganz oben (einer der ersten Beiträge hoch oben im thread) anschliessen.

Es wäre genial, wenn all die Karten 2 Sternentiefen mehr hätten (mit feinen Punkten) und nochmal extra dabei liegen würden zum danaben legen!

Beim Preis von knapp 80DM müsste das doch möglich sein. Auch laminiert, damit man was mit raus nehmen kann. Denn dieses Buch nehme ich definitiv nicht mit raus.

Ansonsten wird mir das Buch helfen meine Beobachteungsberichte mal etwas mehr zu füllen mit neuen Objekten! Ich bin nämlich noch kein Crack wie viele hier, der alle Messiers und einfachen NGCs gesehen hat. Vielleicht 15% nur davon.Das finde ich gut ! Für die Sache mit zuwenig Karten bei den Objekten muss ich leider echten Punktabzug geben. Toll wäre gewesen eine extra Karte vom Sternbild anzubieten wo dann nochmal alle Objekte dazu drauf gewesen wären, die in der Beschreibung folgen.

Dafür hätte man locker den Teil mit den Farbfotos weglassen können, Denn so werde ich die Sterne niemals sehen! Den Teil des Buchs verstehe ich nicht. Deswegen lege ich andere Bücher direkt wieder ins Regal zurück, wenn ich im Laden drin blätter, weil unrealistisch und nur für Nichtfernrohrgucker.
P.S.
Im Buchladen liegen noch 2 Exemplare die versehentlich mitgekommen sind. Die Buchhändlerin befürchtet, dass es Ladenhüter werden. Wer in PLZ 50 wohnt und das Buch dringend haben möchte kann mir eine PM schicken. Sage dann welcher Laden das ist.

Note nach 1st read: 3+
 
Re: Reiseführer *und* Karte

Mike!

Der Burnham ist ein (drei) sehr dickes Buch zur Vor- und Nachbereitung, nix fürs Feld. Besonders die Einführung in Band Eins enthält mehr Wahrheit als der ganze Kosmos Mist.

Nur - das Buch ist ein Softcover und klappt von alleine zu, da muss man durch <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> Außerdem ist das Schriftbild grauenhaft und sieht mehr aus wie ein Skript von einer Vorlesung. Ich finde es einfach großartig!

Über die Kritik am neuen DSR wundere ich mich schon etwas, mir gefällt das neue Buch ganz gut, auch weil viele Anregungen der Leserschaft eingeflossen sind. Diesen direkten Einfluss hat man sonst bei keinem Buch. Aber es ist eben so wie bei Kindern: Je mehr Mitspracherecht man Ihnen gibt, desto mehr fordern sie. Naja, man will eben selbstbewusste Nachkommen...

Zurück zum Thema: Die Neuauflage des Karkoschka beispielsweise hat mich total enttäuscht. Im Bemühen nichts zu verändern - man könnte ja den kommerziellen Erfolg gefährden - hat man rein gar nichts substanzielles verbessert. Was soll das? Warum ist man als Autor/Verlag so feige? Hier hat man die notwendigen Verbesserungen/Erweiterungen einfach nicht vorgenommen.

Deswegen bin ich froh, dass Ronald nicht so sicherheitsbewusst reagiert hat, sondern weiter Entwicklungsarbeit leistet.

Einen Kritikpunkt möchte ich aber auch anbringen: Man hätte die Dinge im neuen DSR ruhig ausführlicher beschreiben können, und den Umfang dadurch deutlich erhöhen. Ob das Buch jetzt 30 oder 60 Euro kostet, spielt bei diesem speziellen Publikum eher eine untergeordnete Rolle. Wichtig ist der Inhalt, wenn der stimmt, hat ein deutschsprachiges Buch in diesen Genre alle Möglichkeiten ein Standardwerk zu werden. Und, hey, Geld spielt bei unserem Hobby eh nur eine untergeordnete Rolle. Was man haben WILL, besorgt man sich <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
Viele Grüße
Andreas
 
Re: Reiseführer *und* Karte

Hallo Andreas,

Besonders die Einführung in Band Eins enthält mehr Wahrheit als der ganze Kosmos Mist.
Und sowas sagt ein Amateurastronom. Nichts für
ungut, kann mal passieren. Wenn man Markus Ludes heißt
auch mal öfter. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />

Grüsse

Reinhold
 
Nochmal zum Thema Karten im DSR

Hallo zusammen,

ich möchte kurz zum Thema Karten Stellung nehmen, das nach meiner Meinung - wie die gesamte Kritik in diesem Thread - absolut überzogen ist.

1) Die Karten im neuen DSR haben die nur unwesentlich geringere Grenzgröße als im alten DSR.
2) Die Karten im neuen DSR enthalten mehr als doppelt so viele Objekte
3) Die Karten im neuen DSR sind wesentlich übersichtlicher als im alten DSR
4) Die alten DSR-Karten haben nicht den ganzen Himmel umfasst - die neuen Karten tun das - ohne Lücken.
5) Die alten DSR-Karten waren unübersichtlicher gesetzt - bei den neuen Karten findet man auf Anhieb das angrenzende Blatt.
6) Im neuen DSR ist das Blättern von der Objektbeschreibung zur Karte durch die Verweise auf jeder Seite wesentlich vereinfacht.
7) Der DSR war nie als Konkurrenz zum Karkoschka gedacht - sondern als Ergänzung! Das habe ich damals auch explizit ins Vorwort der 1. Auflage geschrieben.

Wenn wirklich alle Objekte auch mit Karten aufgesucht werden können - was der Night Sky Observers Guide nicht ansatzweise schafft - müsste man einen richtigen Atlas machen mit 9mag Grenzgröße: So was gibt´s schon, die Uranometria, hat zwei Bände mit über 200 Seiten...
Beides, Beobachtungsführer und Atlas in einem Band ist aus Gründen des Umfangs nicht zu schaffen.
Wir gehen bei Oculum einen anderen Weg und planen einen neuartigen Deep-Sky-Atlas mit vielen Aufsuchhilfen. Näheres wird über oculum.de bekannt gegeben, wenn die Veröffentlichung ansteht - was sicherlich noch einige Zeit in Anspruch nehmen wird.
Eine letzte Bitte: bleibt fair. Der Deep Sky Reiseführer ist m.E. einzigartig, was die Abstimmung von Daten, Beschreibungen, Fotos und Zeichnungen auf den praktischen Beobachter anbetrifft. Welches andere Buch hat schon Aufsuchbeschreibungen oder 364 (!) Abbildungen von Objekten, so wie sie in kleinen Teleskopen erscheinen. Und - da möchte ich energisch widersprechen - alle Aufnahmen sind mit dem Hintergedanken ausgewählt, dem Beobachter am Teleskop und Fernglas hilfreich zu sein, das gilt auch insbesondere für das neue einmalige Milchstraßenpanorama!

clear skies
Ronald Stoyan
 
Re: Nochmal zum Thema Karten im DSR

Hallo Ronald!

Du hast schon recht. Der DSR ist kein schlechtes Buch und es ist wirklich vieles verwirklicht, was nicht nur ich mir gewünscht habe. Vielleicht habe ich den Führer auch zweckentfremdet und bin deswegen jetzt unzufrieden.

Ich habe den DSR bisher als einziges Buch mit rausgenommen. Erst habe ich so meine Standardobjekte angeschaut, die mir einfach gefallen und dann habe ich mir oft ein Sternbild im DSR genommen und habe mit Hilfe der Karte und der Beschreibung versucht, möglichst viele dieser Objekte im 4" zu finden.

Dementsprechend sieht das Buch nun auch aus (War eines der ersten der ersten Auflage.) und ich habe gehofft, dass ich mit der neuen Version einen besseren Index zum Auffinden der Sternbilder, wenn das Buch mal zuklappt und mit etwas besserem Papier zu bekommen oder eben halt wenigstens wieder ein neues, was ein paar Jahre hält.

Das kann ich nun mit der neuen Version nicht machen, da die Karten IMHO zu klein sind um sie standalone zu verwenden. Einen zusätzlichen Atlas (außer dem Karkoschka) habe ich nicht, das gibt es auf der Sternwarte oder für Notfälle auch mal im Rechner.

Letztendlich war für mich der DSR mehr oder weniger die Zusammenfassung der Starhopper aus IS. Sprich statt "Starhopping in Cassiopeia" in IS zu suchen, habe ich den DSR aufgeschlagen und losgelegt.

Gegenüber dem Karkoschka fand ich es immer nett auch im Dunkeln ein wenig über die Objekte und deren Entdeckungsgeschichte zu lesen. Das war und ist für mich Natur erleben. Möglichst viele Objekte mit Goto abzufahren ist nix für mich.

Als Buch zur Vorbereitung ist der DSR auf jeden Fall eine gute Sache. Bisher wurde der DSR jedoch von vielen Leuten eben auch als Ersatz für den Karkoschka und nicht als Ergänzung verwendet und das ist mit der neuen Version etwas schlechter. Leider brauche ich kein Buch zur Vorbereitung und daher kann das Buch bei mir persönlich keine Pluspunkte sammeln.

Was mich vielleicht etwas gereizt hat, waren die Antworten von Tom von wegen jeder geht eh mit Atlas, Computer und was weiß ich auf's Feld. Ich kenne eine Menge Leute (insbesondere Dobson Besitzer), die entweder nur mit dem Karkoschka oder wie ich nur mit dem DSR rausgehen und von Vor- oder Nachbereitung nix wissen wollen. Diese Lust- und Launegucker werden öfter mal von selbsternannten Profis kritisiert: "Was Du dokumentierst Deine Beobachtungen nicht?" oder "Warum schaust Du dir immer die gleichen Objekte an?"

Den Uranometria finde ich übrigens für meinen 4" zu unübersichtlich. Ich benutze ihn nur, wenn ich anderweitig nicht klarkomme. Die Entwicklung eines handlichen Atlas, der über das nüchterne Zahlenwerk und die Objekte des Karkoschkas hinausgeht, jedoch den Atlasstil beibehält würde ich auf jeden Fall begrüßen.

Falls vom DSR eine vierte Auflage erscheinen sollte oder als Start für den Atlas einen Vorschlag: Wenn zu jedem Sternbild noch, je nach Sternbildgrößer, eine halbe bis ganze Seite Karte dabei wäre (mit möglichst vielen Aufsuchpfeilen), dann wäre das für mich das perfekte Buch. Man könnte dann den Kartenteil (inklusive Sternbildkarten) dann extra nochmal in laminierter Version als Zusatz anbieten und ich würde wahrscheinlich auch den kaufen, so dass mir das Buch dann sogar 100 Euro wert wäre. Verzichten könnte ich persönlich auf die einleitenden Texte im DSR, aber sie stören mich auch nicht, wenn sie da sind...

Gruß,
Jörgen
 
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Re: Nochmal zum Thema Karten im DSR

@ All

Das sehe ich schon auch so, wie es Herr Stoayan erklärt hat. Als ich vorher sagte, dass die Karten "unbrauchbar" wären bzw. einige Teile aus dem Fernrohrführrschein "recycled" wurden, wurde das glaibe ich zu extrem verstanden:

1. Die Karten sind natürlich gerade für Einsteiger und zum orientieren gut. Auch mag man darauf ablesen, wo das Objekt steht. In der Praxis ist es halt so, dass man jetzt viel mehr blättern muss als in der 2. Auflage. Und für meine ansprüche zeigen die Karten zum Aufsuchen zu wenig Sterne. Aber wie geasgt, dafür gibts andere Werke.

2. Recycled kommt negativ - war aber nicht so gemeint. Der Theroieteil ist so ziemlich der beste, den ich je gesehen habe (z.B. Infos über menschl. Auge usw.). Dass manches (z.B. Indirektes Segeh, Grenzgröße) schon so oder so ähnlich in anderen Büchern des Autors veröffentlich wurde, ist nicht negativ! Der große Teil dieses Abschnitts ist auch neu. Und da es sich um eine 3. Auflage handelt muss ja auch jedem klar sein, dass es kein VÖLLIG neues Buch wird.


Wie ich bereits gesagt habe, kann ich das Buch eigentlich nur empfehlen. Qualitativ enorm hochwertig und auch eine deutliche Steigerung zu der schon sehr guten 2. Auflage. Quantitativ deckt sich einiges sowohl von den Objekten als auch manches im Theorieteil.
Dass ich auf sämtliche sehr positive Dinge hier nicht einging lag daran, dass ich lediglich auf die Spekulationen antworten wollte. Insgesamt sind die negativen Punkte den positiven bei weitem unterlegen - auch wenn das hier jetzt anders rübergekommen ist!

Da dies hier auch auf Grund des Kontextes offensichtlich falsch verstanden wurde möchte ich folgendes klar stellen:

1. Die Karten sind nicht generell unbrauchbar sondern entsprechen der eigentlich guten Gesamtkonzeption des Buches. Auch ist zu sagen, dass von niemandem 88 große Aufsuchkarten erwartet werden können, wenn es dafür andere Bücher gibt. Der Ausdruck "unbrauchbar" war von mir also falsch gewählt.

2. Es handelt sich an keiner Stelle des Bucher um eine bloße Wiedergabe des bereits erschienenen. ALLES wurde qualitativ verbessert und umgeschrieben. Ich wollte nur sagen, dass manche Inhalte und Objekte schon in anderen Werken des Autors behandelt wurden.
 
BOL liefert jetzt...

Hi Zusammen,

wollte nur kurz vermelden, daß BOL mir eine Versandbestätigung geschickt hat (8.1. 7:24h) OWBOHL in der Datenbank immer noch "nicht erschienen" steht.

Clear Skies
Sven
 
Re: BOL liefert jetzt...

Moin

Ich, als Einsteiger, habe gestern mal die Praxis mit dem DS Reiseführer versucht. Habe mir irgend ein DS Objekt ausgewählt. Den Pferdekopfnebel. OK Index Seite 202. Nur wo liegt es denn nun? Also auf der Seite steht nichts! Davor auf Seite 201 im Bild habe ich ihn zufällig gefunden. Und auf der Sternkarte Seite 52 ist er auch nicht drin. Was nützt einem Einsteiger die Aufsuchbeschreibung und eine Gesamtsternkarte, wo soll er da suchen? Und da hätte ich vor dem Kauf gedacht das man alle Objekte auch per Detail Karte dargestellt finden kann, und zwar dort wo auch das Objekt beschrieben wird.
Nun für mich als Einsteiger ist das unbefriedigend. OK im Karkoschka finde ich ihn garnicht. Aber dies war nur ein Beispiel für viele DS Objekte im Reiseführer.

Es ist als Einsteiger halt wichtig das man weiss wo welches Objekte stehen und da bleibt der Karkoschka die Nummer eins (für mich persöhnlich).

Den DS Reiseführer sehe ich nun als Ergänzung bzw. Nachschlagewerk an und dies hat Ronald ja auch geschrieben.
Ich werde auch sicher ihn nie mit nach draussen nehmen, dafür ist er mir zu teuer und "edel".

Ich denke der Verlag musste einen Kompromiss eingehen und man kann es nicht jedem Recht machen. Nur wäre das Buch soviel dicker geworden wenn zu jedem Objekt die Detailkarte dabei gewesen wäre?

Jeder hat da so seine eigene Meinung.
 
Re: BOL liefert jetzt...

Hallo Burki,

diverse Objekte rund um Alnitak, wie eben auch der Pferdekopf, sind nur in den Tabellen mit einigen Daten gelistet, aber im Text nicht beschrieben (viele hier ärgert das, ich freue mich über 300 Objekte mehr, die in der zweiten Auflage nicht enthalten waren). Es gibt also keine detaillierte Aufsuchbeschreibung, wie man sie z.B. für NGC 1977 und viele andere Objekte im Orion findet.

Trotzdem ist B33 zu finden. Unten im Seitenregister steht der Hinweis auf Karte 2. Das ist die Seite 52, die Du erwähnst. Da kann man B33 finden, er ist verzeichnet! Da die Region aber überfüllt ist, fällt er kaum auf. Dafür gibt es die ORI-Übersichtskarte auf Seite 60. Mit der sollte dann schon alles klar sein. Dort ist er natürlich auch verzeichnet.

Noch eine Bemerkung zum Starhopping: Zwar gibt es keine mit Pfeilen übersäten Aufsuchkarten - aber die textuelle Wegbeschreibung für jedes im Hauptteil behandelte Objekt ist Klasse - wenn auch sicher nicht für jeden. Man wird es nie allen gleichzeitig recht machen können.

Viele positive Merkmale des Buches erschließen sich imo erst dann, wenn man sich eine Weile damit befasst.

Liebe Leute, gönnt Euch dieses Weilchen, lest mal die Bemerkungen zu den Karten und Abbildungen im ersten Kapitel und gebt dem imho sehr durchdachten Konzept des Buches Gelegenheit zur Entfaltung :-)

Liebe Grüße,
Frank
 
Re: BOL liefert jetzt...

> mir irgend ein DS Objekt ausgewählt. Den Pferdekopfnebel. OK Index Seite 202. Nur
> wo liegt es denn nun? Also auf der Seite steht nichts! Davor auf Seite 201 im Bild
> habe ich ihn zufällig gefunden. Und auf der Sternkarte Seite 52 ist er auch nicht
> drin. Was

Der Pferdekopfnebel befindet sich in der Objekttabelle zu Orion auf Seite 200/202. Er gehört zu den Objekten mit Kurz-Anmerkung. Über den Registerindex geht man auf Karte 2 auf Seite 52 - im Sternbild Orion befindet sich dann Barnard 33 (=Pferdekopfnebel) direkt unterhalb des linken Gürtelsterns.

> Nun für mich als Einsteiger ist das unbefriedigend. OK im Karkoschka finde ich ihn
> garnicht. Aber dies war nur ein Beispiel für viele DS Objekte im Reiseführer.

Der Pferdekopfnebel ist ein schwieriges Objekt und für den Anfänger oft auch mit einer guten Sternkarte nicht leicht auffindbar - deswegen ist er wohl im Reiseführer auch nicht weiter erwähnt. Ihn als "Beispiel für viele Objekte im Reiseführer" zu nehmen, ist deshalb nicht glücklich! So oder so sind aber alle Objekte mit der aufgeführten Katalognummer in den Karten verzeichnet.

clear skies,
Stephan
 
Re: BOL liefert jetzt...

stimmt... Detailkarte gibt es auch noch!

Vielleicht zur Info - es gibt Detailkarten für:

- Orion
- Auriga
- Orionnebel
- Puppis
- Fornaxhaufen
- Kleine Magellansche Wolke
- Carina
- Große Magellansche Wolke
- Virgohaufen
- Milchstraßen-Zentrum: rund um Sagittarius

clear skies,
Stephan
 
Re: Nochmal zum Thema Karten im DSR

Hi Ronald,

ich kann mir zwar vorstellen, daß Dich die hier geäusserte Kritik hart trifft, vor allem weil sie Punkte betrifft, über die Du Dir genaue Gedanken gemacht hast, wie ich Deiner Antwort entnehme.
Ich finde allerdings, daß es kein besonders guter Umgang mit dieser Kritik ist, sämtliche Punkte als "überzogen" abzukanzeln. Die geäusserten Punkte sprechen über die kleinen Sorgen, die Deine Leser bei der neuen Auflage zu spüren glauben.
Vielleicht solltest Du einmal überdenken, ob Du bei Deiner Reaktion nicht viel besser Deine Zuversicht über die Brauchbarkeit des neuen DSRs in den Vordergrund gestellt hättest, als den Ärger über die Kritik.

Clear Skies
Sven
 
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