Der AP 1,0 bzw. Vmax = 1xD Mythos.

Hallo zusammen,

bei aller Individualität die hier ja jedem gegönnt sei wird es jetzt aber schon sehr speziell.
Natürlich kann man trotzdem einen Richtwert angeben der für die breite Masse recht gut passt und das sind die AP 0,7 die schließlich seit Jahrzehnten üblich sind und die AP 0,65 welche sich aus meiner Berechnung ergeben sind da ja sehr nah dran.

Wir müssen jetzt nicht die Individuelle Geschichte jedes einzelnen diskutieren und ich denke diese sehr individuellen Dinge sind auch nicht von allgemeinem Interesse.
Und für rein individuelle Geschichten habe ich den Thread hier nicht gestartet. Wer sich gerne darüber austauschen möchte möge das bitte in einem anderen Thread tun. Hier ist das OT.

Hier geht es schon um einen allgemeingültigen Richtwert der für die breite Masse gilt und den kann man sehr wohl verlässlich angeben.
Zu versuchen das mit individuellen Extremfällen zu untergraben kann man nur sagen Ausnahmen bestätigen die Regel.
Und die Regel lautet wie seit Jahrzehnten üblich AP 0,7 für die förderliche Vergrößerung.
Und für die allermeisten passt das auch sehr gut.

Wer Andere Erfahrungen macht sollte als erstes einmal prüfen ob es nicht an anderen Ursachen liegt und nicht reflexartig nur auf seiner Individualität schauen.

Andere Ursachen halte ich für wesentlich wahrscheinlicher.
Da wären vor allem das Seeing und die Qualität und der Justagezustand der Optik zu nennen.
Auch Bauartbedingte Nachteile wie zb. hohe Obstruktion oder ein größerer Farbfehler zb. bei kurzen Achromaten können dazu führen das AP 0,7 einmal nicht passt.

Darum sollten wir hier besser darüber diskutieren und nicht über persönliche Geschichten oder alles nur auf die Individualität schieben.
Mit der Ausrede der Individualität beim Nutzer kann ein Verkäufer auch eine Gurke rechtfertigen denn wenn diese nicht für AP 0,7 taugt liegt das dann eben einfach immer am Nutzer und nicht am Teleskop.
Ich denke so einfach sollten wir ihm das hier nicht machen.

Fakt ist ein gutes Teleskop muss bei AP 0,7 in jedem Fall ein kontrastreiches knackscharfes und für Sonne,Mond und die hellen Planeten auch ein ausreichend helles Bild liefern.
Ist das nicht der Fall dann liegt das nicht am Nutzer, sondern am Teleskop oder am Seeing oder beidem.

Grüße Gerd
 
Und selbst wenn es jemand übertreibt und sich die Beugungsscheibchen in allen Details angucken möchte, soll er doch. Tut ja keinem weh (und ergibt bei Doppelsternen sogar Sinn).

Hier müssen wir zwischen der Doppelsternbeobachtung und der Mond und Planetenbeobachtung unterscheiden.
Bei letzterem sieht man natürlich keine Beugungsscheibchen und kann sich diese somit auch gar nicht im Detail ansehen.
Hier geht es auch nicht um das Trennen von Doppelsternen in einem bestimmten Grad den man sich aussuchen kann also Rayleigh, Dawes oder Sparrow sondern hier geht es immer um Kontraste und das eigentliche Auflösungslimit das Abbe-Limit oder Abbesche Auflösungsgrenze genannt.
Das Abbe-Limit ist die Grenzfrequenz der MTF und das ist der Punkt an dem die Kontrastübertragung auf Null geht.
Die Auflösungsgrenze ist hier also ausschließlich vom Kontrast abhängig und ist an dem Punkt erreicht wo der Kontrast verloren geht.
Kein Kontrast mehr keine Detail Erkennung mehr.
Solange noch ein Kontrast vorhanden ist solange kann man das Detail auch noch erkennen.

Um sich das zu Veranschaulichen ist die Draufsicht auf die PSF ungeeignet, hier muss man die Seitenansicht wählen und die Maxima benachbarter PSF betrachten. Solange noch eine Einsenkung zwischen den Maxima vorhanden ist solange ist auch noch ein Kontrast vorhanden. Erst wenn keine Einsenkung mehr erkennbar ist geht der Kontrast verloren.
In einem Feld von PSF muss man auch die Beugungsringe berücksichtigen. Aufgehellte Beugungsringe zb wegen SA oder Obstruktion überlagern benachbarte PSF und das kostet Kontrast.
Je nach Abstand und damit je nach Ortsfrequenz kostet das dann auch Auflösungsvermögen.

Wir haben hier also eine völlig andere Herangehensweise wie bei der Doppelsternbeobachtung.
SA oder Obstruktion sind beim Doppelstern nicht nachteilig.
Sie hellen die Beugungsringe auf aber das stört hier nicht da sie ja außen liegen und die hellen Kerne trotzdem getrennt werden können.
Fette Beugungsringe sehen hier nur unschön aus.
Selbst mit einer völligen Gurke bei der der Strehl völlig im Keller ist lässt sich ein Doppelstern noch genusogut trennen wie mit Strehl 1,0.

Doppelstern.jpg


Völlig anders ist es hingegen bei flächigen Objekten wie Planeten.
Hier kostet der erhebliche Kontrastverlust durch die fetten Beugungsringe auch erheblich an Auflösungsvermögen.

Das Trennvermögen am Doppelstern ist daher kein geeignettes Kriterium für die Planetenbeobachtung.

Grüße Gerd
 
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