Die Marssaison 2022 ist eröffnet ;)

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Guten Morgen Zusammen,

gestern hatte ich mal wieder den 5" FS128 draussen und mich an Mars versucht. Es ist frustrierend, wie wenig Details man im Gegensatz zum 10 " Mewlon erkennt. Die Aufnahmen wurden mit ADC, ASI290MM, 3x Televue Barlow und Baader Filter RG685, sowie grün und Blau Filter erstellt. (jeweils 30s rot und grün und 60s blau Kanal, 25% der Bilder gestackt). Werde mich heute abend nochmal dransetzen.

Mars_224226_lapl5_ap31_Drizzle15_finalIR.jpg


CS
Eike
 
Hallo liebe Planeten-Fans,

ich hoffe ihr hatte ein schönes Weihnachtsfest und das Christkind hatte für den Einen oder Anderen auch was auf den Geschenke-Tisch gelegt :D ....
Bei mir war es das "Himmelsjahr" für 2023.
Gestern konnte ich mich auch nochmal um noch nicht angefasste Aufnahmen vom 12. Dezember kümmern und diese bearbeiten.
Aufnahme-Instrumente auch diesmal: TS 8" RC --- Baader FFC --- ZWO ADC --- ZWO ASI 1600MM pro mit EFW
Je 90sec R, G und B bei Belichtungszeit 3,5 (R) bzw. 7 (G) bzw. 8 (B) msec/frame bei Gain 370 (61%) und Brennweite von ca. 5050 mm.
Verwendungsrate beim Stacken mit Autostakkert3 20% mit R und je 40% mit G und B.
Geschärft in Giotto mit MexHat-Filter und diesmal mit den folgenden Einstellungen (Filterform: Dreieck Charakteristik: Bessel Rauschfilter in der Mitte: Rechteck Rauschfiltergröße: 5 Filtergröße 9 Filterwirkung: 800% mit jeweils R, G und B).
Für das doch sehr mittelmässige Seeing an dem Abend bin ich mit den sichtbaren Details für meine 8 Zoll doch ganz zufrieden. Hier sind die 3 Aufnahmen:

Mars12122022.jpg


Bei der ersten Aufnahme um 22:31 UT waren die Bedingungen am Besten. Ich sehe dort u. A. oben links auf 10 Uhr die Wolkenhaube um Olympus Mons mit einem kleinen Punkt in der Mitte. Guckt da etwa die 26km hohe Bergspitze aus den Wolken heraus?

BTW, könnt ihr mir eine Marskarte zur Identifikation aller Einzelheiten empfehlen, die vom Aussehen den von uns hier gezeigten Aufnahmen nahekommt ?
Ich finde Marskarten im Netz, die oft in so komischen Falschfarben daherkommen oder solche, die von Mars-Sonden aufgenommen wurden, die aber doch sehr anders aussehen. Auch mit dem Virtual Planet Atlas sieht es doch ziemlich anders aus als bei mir auf den Bildern. Was nutzt ihr für solche Fälle?
Schöner Gruß und Euch Allen wünsche ich ein gutes und gesundes Neues Jahr.

Rolf
 
Guten Morgen Zusammen,

gestern hatte ich mal wieder den 5" FS128 draussen und mich an Mars versucht. Es ist frustrierend, wie wenig Details man im Gegensatz zum 10 " Mewlon erkennt. Die Aufnahmen wurden mit ADC, ASI290MM, 3x Televue Barlow und Baader Filter RG685, sowie grün und Blau Filter erstellt. (jeweils 30s rot und grün und 60s blau Kanal, 25% der Bilder gestackt). Werde mich heute abend nochmal dransetzen.

Den Anhang 300485 betrachten

CS
Eike
Hallo Eike.
Ist doch für einen 5-Zöller und den kleinen Mars gar nicht so schlecht. Gibt noch Potenzial für "Tuning". So lugt die Rotebene noch deutlich hervor und ich bin sicher, es wäre noch mehr Nachschärfung möglich.
Eine generelle Bitte bei der Gelegenheit: Achte bei der Aufnahme schon auf die N-S-Ausrichtung. Es ist einfach nicht schön, wenn der Nordpol links im Bild liegt, anstatt wie in fast allen Bildern inzwischen oben, wo man N eben auch vermuten möchte.
CS
Rudolf
 
Hallo liebe Planeten-Fans,

ich hoffe ihr hatte ein schönes Weihnachtsfest und das Christkind hatte für den Einen oder Anderen auch was auf den Geschenke-Tisch gelegt :D ....
Bei mir war es das "Himmelsjahr" für 2023.
Gestern konnte ich mich auch nochmal um noch nicht angefasste Aufnahmen vom 12. Dezember kümmern und diese bearbeiten.
Aufnahme-Instrumente auch diesmal: TS 8" RC --- Baader FFC --- ZWO ADC --- ZWO ASI 1600MM pro mit EFW
Je 90sec R, G und B bei Belichtungszeit 3,5 (R) bzw. 7 (G) bzw. 8 (B) msec/frame bei Gain 370 (61%) und Brennweite von ca. 5050 mm.
Verwendungsrate beim Stacken mit Autostakkert3 20% mit R und je 40% mit G und B.
Geschärft in Giotto mit MexHat-Filter und diesmal mit den folgenden Einstellungen (Filterform: Dreieck Charakteristik: Bessel Rauschfilter in der Mitte: Rechteck Rauschfiltergröße: 5 Filtergröße 9 Filterwirkung: 800% mit jeweils R, G und B).
Für das doch sehr mittelmässige Seeing an dem Abend bin ich mit den sichtbaren Details für meine 8 Zoll doch ganz zufrieden. Hier sind die 3 Aufnahmen:

Den Anhang 300609 betrachten

Bei der ersten Aufnahme um 22:31 UT waren die Bedingungen am Besten. Ich sehe dort u. A. oben links auf 10 Uhr die Wolkenhaube um Olympus Mons mit einem kleinen Punkt in der Mitte. Guckt da etwa die 26km hohe Bergspitze aus den Wolken heraus?

BTW, könnt ihr mir eine Marskarte zur Identifikation aller Einzelheiten empfehlen, die vom Aussehen den von uns hier gezeigten Aufnahmen nahekommt ?
Ich finde Marskarten im Netz, die oft in so komischen Falschfarben daherkommen oder solche, die von Mars-Sonden aufgenommen wurden, die aber doch sehr anders aussehen. Auch mit dem Virtual Planet Atlas sieht es doch ziemlich anders aus als bei mir auf den Bildern. Was nutzt ihr für solche Fälle?
Schöner Gruß und Euch Allen wünsche ich ein gutes und gesundes Neues Jahr.

Rolf
Hallo Rolf.
An sich keine schlechten Bilder. Allerdings wirkt insbesondere die Tharsis-Ebene doch ziemlich durch hochgeschärftes Rauschen geprägt, so unruhig fleckig, wie sie hier aussieht. Wenn Du die drei Bilder genau miteinander vergleichst, sieht man, dass es ein wohl großes wiederkehrendes Muster im Hintergrund gibt, das aber in kleine Flecken zerfällt, die wiederum größtenteils zufällig zusammenklumpen. Da war der Schärfungsansatz möglicherweise zu kräftig gewählt.
Olympus Mons ist zu sehen, aber ganz klar wolkenfrei. Das typische Erscheinungsbild ist der kraterähnliche Ring (das ist die große Abbruchkante am Fuß des Vulkankegels) mit dem hellen Innenraum (dem eigentlichen Kegel). Gut aufgelöst ist mitten auch noch ein dunkler Punkt zu erkennen, das ist de Patera. In diesem Thread sind Bilder zu finden, wo das gut zu erkennen ist.

Zum Thema Karten:
Diese könnten Dir sicher weiterhelfen.

Google-Suche mit "Mars map" bringt noch so manches mehr.
Und eine eigene von 2022 ist natürlich auch in Arbeit bzw. es soll eine gemeinsame der VdS-Planetengruppe geben,
TVBS
Rudolf
 
Ich sehe dort u. A. oben links auf 10 Uhr die Wolkenhaube um Olympus Mons mit einem kleinen Punkt in der Mitte. Guckt da etwa die 26km hohe Bergspitze aus den Wolken heraus?
Mit nichten! Der Vulkan hat keine Bergspitze, im Zentrum befinden sich drei riesige Calderas, von 60-100km Durchmesser. Der gesamte Komplex erhebt sich an den Rändern um 4-5 km aus der Ebene. Auf deinem Foto ist er wolkenfrei erkennbar!
VG Frank
 
Zuletzt bearbeitet:
IMG_20221228_235913~2.jpg

Credit: NASA, jpl, msss, Mola, Van gasselt
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo liebe Mitstreiter,

@ Rudolf: Danke für Deine Anmerkungen; ich werde die Bearbeitung nochmal neu angehen. Beim Thema Schärfen ist man leicht versucht, noch mehr aus dem Rohstack herauszuholen um auch die kleinsten Details noch herauszukitzeln, was dann oft auf Kosten der Ästhetik geht.
Danke auch für die Links zu den Mars-Karten, da kann ich auch mal versuchen, die weniger bekannten Landschaften auf meinen Bildern zu identifizieren.

@ Frank (Sternbrot): Danke auch an Dich für die Info bzgl. Olympus Mons. Muss ich gerade dazu noch eine nette Geschichte loswerden:
Ich las eben Eure Antworten auf meinen Bild-Beitrag und meine Frau kam ins Zimmer. Sie nimmt immer Anteil an meinen Berichten, Bildern und Leidensgeschichten, wenn das Equipment oder das Wetter mal wieder verrückt spielt, hat aber ansonsten mit dem Hobby nicht viel am Hut, da das ja meistens draussen im Freien stattfindet und dazu bei oft widrigen Temperaturen. Ich zeigte ihr also meine Beitrag und Eure Antworten, und als sie obiges Bild vom Götterberg (der "Credit" war nicht sichtbar) in Frank´s Beitrag sah, fragte sie: Hat der das aufgenommen? Musste ich Schmunzeln. Aber dann auch mal innehalten und Nachdenken. Wer von uns Älteren hätte in seiner Jugend, als er/sie anfing, sich mit dem Hobby zu beschäftigen, auch nur im Traum mal daran gedacht, dass wir solche Bilder, wie hier im Forum zu sehen sind, mal selber hinkriegen werden?

Euch allen einen Guten Rutsch wünscht -
Rolf
 
Hallo Rolf,
ja selbst aufgenommen.....mit einem Nokia durch eine Zeiss Optik :LOL:_affeaugen::y:


Wer von uns Älteren hätte in seiner Jugend, als er/sie anfing, sich mit dem Hobby zu beschäftigen, auch nur im Traum mal daran gedacht, dass wir solche Bilder, wie hier im Forum zu sehen sind, mal selber hinkriegen werden?
Da sprichst du mir aus dem Herzen! Es ist toll heutzutage mit unserem Equipment soetws selber abzubilden. Bei mir ist's ein 6Zoll Maksutov, vom Berliner Stadtbalkon. Das macht den Reiz unseres Hobbys aus.
Allen hier wünsche ich ebenso einen guten Rutsch und klare Nächte!
Frank
 
Dem kann man nur beiplfichten.
Das gilt aber auch für unsere eigenen Ergebnisse an den Planeten. Davon hätte ich vor 20 oder 40 Jahren nie geträumt (doch, habe ich ernsthaft sogar mal, aber eben nur geträumt). Heute geht das .
Und was geht 2023? Wir werden es hoffentlich alle gesund und munter selbst erleben; oder selbst machen.
Auf geht's.
Alles Gute und unfallfreies Rüberkommen.
Best wishes
Rudolf
 
Hallo zusammen.

Einen heftigen Kampf mit den Umständen führen wir im Moment ja wahrscheinlich alle mehr oder weniger - leicht nachvollziehbar bei dem Wetter.
Mein Kampf (no pun intended) mit den Bedingungen fand am Dienstag statt. Laut Meteo die einzige Chance in dieser Woche, sinnvoll Mars beobachten zu können. Und für mich eine der letzten guten Chancen, die bislang nur schlecht aufgelöste Lücke in der gepanten Marskarte 2022 zwischen 210 und 270 Grad auszubessen.
Die Umstände für die gute Chance verschlechterten sich aber von Tag zu Tag vor Dienstag - und am Nachmittag des Dienstag zogen hier sogar Wolken auf. Denen laut Satellitenbild Lücken folgen sollten.
Als solche gegen 18 Uhr auftraten, war ich in der Sternwarte und versuchte, Mars zu greifen.

Zuerst musste ich aber Probleme mit dem neuen Motofocus bekämpfen, der sich abgemeldet hatte und beim Versuch der Neuinitialisierung Firecapture lahmlegte. Nach ca. 10 min war das Problem endlich gelöst, der Motofocus lief wieder. Dafür rollten auch wieder wechselnde Bewölkungen an. Es war über eine gute halbe Stunde praktisch unmöglich, den Mars mal eine halbe Minute gleich hell auf dem Monitor zu haben. Die Durchsicht schwankte stark, ich versuchte das mit der Belichtungszeit per Hand auszugleichen, wobei der Regler zwischen 7 und 100 Millisekunden hin und her sauste. An Fokussieren war unter solchen Umständen nicht zu denken, zumal noch bei erheblicher Luftunruhe.
Es war zum Mäusemelken, Auswachsen, in die Luft gehen. Ich habe geflucht wie ein Kesselflicker.

Zumal ich ja nicht wissen konnte, dass wieder einmal Geduld Vater des Erfolges sein sollte. Aber davon war um 18.30 Uhr noch nichts zu sehen. Zwar immer wieder wolkenfreie Bereiche, die aber gen Mars penetrant mit Bewölkung zuzogen.

Gegen 19 Uhr wurde es dann tatsächlich langsam stabiler. Längere Abschnitte ohne Wolkenfetzen, das Seeing besserte sich noch etwas, blieb aber insgesamt mäßig mit kurzen guten Momenten. Immerhin war der Gomer Sinus bereits auf dem Monitor leicht als getrennt zu sehen. Und endlich konnte ich auch einen Fokus finden.

Dann um 19.30 Uhr herum die Momente, auf die ich schon so lange gewartet hatte. Tatsächlich gelangen zwei RGB-Serien mit hochaufgelösten Bildern. Dafür war ich optimitischerweise schon wieder auf die ganz lange Brennweite von ca 14 Metern gewechselt. Das zahlte sich nun aus. Unter anderem sind der Elysium Mons und der Hecatus Tholus (Durchmesser 180 km) im Elysium deutlich abgebildet. Das war mir sogar 2020 nicht vergönnt (weil immer dann, wenn diese Gegend zu sehen war, mieses Seeing herrschte).

Die Lücke in meiner Marskarte 2022 ist geschlossen. Und wie. Die Bilder sind in der Auflösung besser als ich erhoffen konnte und stehen, obwohl Mars ja nur noch 14,3 Bogensekunden groß war, nur wenig hinter denen aus 2020 zurück. Was wäre da möglich gewesen, wenn es an dem Abend keine 25m/s jet stream gegeben hätte...?

Wie auch immer: Ziel 1 der Mars-Oppo 2022 ist erreicht: Einmal hochaufgelöst rund um den Planeten. Ergebnis als Karte in Bälde.

Ziel 2 läuft weiter; die Beobachtung der meteorologischen Phänomene wird sich sicher bis mindestens noch in den Mai erstrecken. Vom Dienstag kurz zusammengefasst: Die NPH ist noch da. Der Nordpol wendet sich aber zunehmend von uns ab, so dass wir die Kappe vermutlich nicht mehr direkt zu sehen bekommen werden. Im Süden ist weiter leichte Dunstaktivität. Alles alles im normal zu erwartenden Rahmen.

Es ist offensichtlich zu früh, Mars ziehen zu lassen. Mit unseren Gerätschaften bleibt er noch eine ganze Reihe von Wochen lohnend.
Anbei das wahrscheinlich beste Bild dieses Abends.

TVBS
Rudolf
 

Anhänge

  • 2023-01-03-1933_1939-(R)RGB-Mars.jpg
    2023-01-03-1933_1939-(R)RGB-Mars.jpg
    51,3 KB · Aufrufe: 163
Gratulation Rudolf zu dem Ergebnis, erstaunlich was der "Kleine" mit 14,3" noch so alles an Details hergibt. Da hat sich das Durchhaltevermögen doch noch bezahlt gemacht. Wie schon die ollen Römer zu sagen pflegten: Per Aspera ad Astra - oder frei übersetzt: Mit Schweissrändern zu den Planeten.
Gruß -

Rolf
 
Moin zusammen.

Jetzt habe ich den 3. Januar komplett ausgewertet. Es ist in vergleichsweise kurzer Zeit doch eine Menge an Daten zusammengekommen. Das Ergebnis als Tableau anbei.
Schön ist zu sehen, wie das Seeing anfangs noch ziemlich gräuslich war und selbst bei verkürzter Brennweite nur ein vergleichsweise unscharfes Bild zuließ (16:30 UT). Ebenso aber auch, wie es sich binnen der nächsten 30 min besserte und die nächste Aufnahme schon deutlich detaillierter ausfiel.

Trotzdem verdient auch die schlechteste Aufnahme hier ihren Platz, denn auch sie zeigt noch meteorologische Phänomene. So die auffällig helle Wolke rechts am Rand, die wohl im Bereich der Tharsis-Vulkane liegen dürfte. Hier haben ja Blauaufnahmen der ersten Tage dieses Jahres bereits die Bildung orographischer Wolken über den Vulkanen gezeigt.

Auffällig weiter die Dunstbildung im Süden im Mare Chronium. Sie wird zunehmend kräftiger. Ebenso bemerkenswert, dass in allen Bildern ein und derselbe Bereich vom Dunst ausgespart wird (und außerdem auf allen Bilder deutlich rötlicher erscheint). Dunst am Morgenrand (links) ist hingegen nur in den ersten zwei Bildern deutlich und verschwindet dann. Um 18:24 UT ist eine schwache Dunstwolke über der Region Cerberus III zu sehen, die aber wenig später schon wieder verschwunden war. Die letzte Aufnahme zeigt eindeutige Dunstbildung in einem Teil der Hellas-Senke. Interessant an dieser Aufnahme ist zudem der auffällig gelbliche Ton des Abendrandes. Das deutet auf vermehrten Staub in dieser Atmosphärenregion hin.

Zur NPH: Ich habe sie farblich so gelassen, wie sie aus den Komposits herausgekommen ist! Das zeigt, wie unterschiedlich sie trotz gleichartiger Aufnahme und Bearbeitung erscheinen kann. Von weißblau über gelblich bis türkis alles dabei. Erklären kann ich mir das nur aus der Unterschiedlichkeit zum Beispiel der Blauanteile (ebenso Grün, aber mit weniger Gewicht). B war in einigen Fällen sehr seeinggeschädigt. Damit entfaltet der Kanal nicht immer die gleiche "Wucht", wenn die NPH vom Seeing verschmiert und im Helligkeitswert gemindert ist. Folge sind farbliche Abweichungen.

Nichts desto Trotz ist sie noch da. Von der NPC nichts zu sehen, was uns wohl auch nicht mehr vergönnt sein wird, da der Mars seinen Nordpol, bereits um 9 Grad von uns weggekippt hat. Diese perspektivische Veränderung sorgt auch für den Eindruck, die NPH sei kleiner geworden. Das mag gemessen an den inzwischen sichtbar gewordenen Albedodetails auch tatsächlich ein stückweit so sein, gravierender aber ist die Achskippung.
TVBS
Rudolf
 

Anhänge

  • marstab030123.jpg
    marstab030123.jpg
    198,8 KB · Aufrufe: 131
Hallo zusammen.
Es tut sich was auf Mars: Über den Tharsis-Vulkanen (Ascraeus, Pavonis und Arsia) sind in den letzten Tagen immer wieder orographische Wolken aufgetreten. Das sind die Wolkenkappen, die sich über hohen Bergkegeln, eben hier den hohen Vulkanbergen bilden und unter anderem ein Zeichen für jahreszeitliche Wechsel sind. Die NPH ist noch da, aber kippt mit der Marsachse zunehmend von uns weg, es sind bereits -9°. So mausern sich die "Oros" zu den auffälligsten und hellsten Objekten. Wie in diesen Bildern vom 8. Januar die Wolke über dem Arsia Mons, die gerade noch am rechten Rand zu sehen ist. Zudem ist zunehmend Dunstaktivität im Süden zu beobachten, Hinweis auf die Umverlagerung von Feuchtigkeit, die nun wohl zunehmend auch wieder auf der Südhlbkugel auskondensiert. Gut zu erkennen in den Bildern über den Regionen Thyle I und Electris.
TVBS
Rudolf
 

Anhänge

  • 2023-01-08-1954_1959-(R)RGB-Mars.jpg
    2023-01-08-1954_1959-(R)RGB-Mars.jpg
    28,7 KB · Aufrufe: 119
  • 2023-01-08-2001_2006-(R)RGB-Mars.jpg
    2023-01-08-2001_2006-(R)RGB-Mars.jpg
    30,1 KB · Aufrufe: 119
2023-01-08-2032_5-U-L-Mars_____100r_48T_32898regastra.jpg
Moin, seit langen Wochen endlich wieder ein freier Himmel, und nicht so schlechtes seeing. Rudolfs Beschreibungen sind auch in dieser Aufnahme vom 08.01 andeutungsweise zu erkennen. Mewlon 210, f23, QHY224 , ohne ADC. Stack 50 % von 67000, diesmal bearbeitet ausschließlich mit Astrosurface.
V.G. Holger
 
N'Abend zusammen.
Wir mal wieder Zeit für ein Update.
Mars vom 18. Januar. Da gab es nach längerer Zeit wieder mal gut brauchbares Seeing.
Der rote Planet ist noch immer interessant, obwohl schon auf nur noch 12,3 Bogensekunden geschrumpft.
Die helle weiße Stelle im Norden des Mare Acidalium ist eine Wolke, kein Eis. Wäre es Eis, müsste das auch im Rotkanal sehr hell auftreten. Tut es aber nach wie vor nicht, daher ist davon auszugehen, dass wie weiterhin nur die NPH sehen und von der NPC selbst beim jetzt begonnenen Rückzug der NPH nichts mehr zu sehen bekommen, weil die hinter der Horizont von uns weggekippt ist.
Bemerkenswert ist auch das feine Wolkenband mit einzelnen Verdickungen in mittleren nördlichen Breiten.
Im Süden äußert sich Feuchtigkeitsumverteilung in der Marsatmosphäre weiter mit stetiger Dunstbildung.
CS
Rudolf
 

Anhänge

  • marstab18012023.jpg
    marstab18012023.jpg
    131,7 KB · Aufrufe: 103
Hallo zusammen.
Das trübe Wetter lässt die Abarbeitung der vergangenen Tage zu. So hatte ich noch Märse vom 17. wie 20. Januar nachzutragen.
An beiden Abenden gab es ansprechend gutes, stellenweise auch mal sehr gutes Seeing (der Jet Stream machte mal Pause), was der Detailauflösung bei gerade mal noch 12 Bogensekunden zugute kam.
Vor allem die Wolkenbildung in der NPH (und der Vergleich zum Beispiel mit dem bereits geposteten Bild vom 18.1. beweist, dass es die NPH ist und nicht etwa Eis) ist gut detailliert sichtbar. Da haben sich mehrere Wolkenfronten entwickelt und bewegen sich um den Nordpol herum.
Im Süden und am Abendrand bildet sich immer wieder kräftig Dunst. Vor allem die Argyre Planitia südlich des Mare Erythraeums ist als Kratersenke ein steter Hort von Dunstwolken.

CS
Rudolf
 

Anhänge

  • marstab17012023.jpg
    marstab17012023.jpg
    86 KB · Aufrufe: 93
  • marstab20012023.jpg
    marstab20012023.jpg
    101,7 KB · Aufrufe: 104
Hallo zusammen.

Nach zwei Wochen Wolken und Sturm, der eine Marsbeobachtung selbst in den Wolkenlücken verhinderte, gab es gestern endlich mal wider entspanntes - und gutes - Planetenbeobachten.
Mars war zwar seeingbewegt, was bei nur noch 10 Bogensekunden aber auch nicht schwer ist, es war aber trotzdem noch gut Detail erkennbar. Entsprechend wurden die Ergebnisse, die ersten beiden des Tableaus bei gutem Seeing, die dritte Beobachtung deutlich später hatte dann nur noch mäßiges Seeing, im Blauen sogar schlechtes.

Was besonders bemerkenswert ist: Erstmals waren auch im Rot Bereiche am Nordpol richtig weiß. Das könnte darauf hindeuten, nun tatsächlich doch noch was vom Eispanzer der NPC zu sehen zu bekommen, obwohl der Pol noch immer 7,8 Grad von uns weggeneigt ist. Die Beobachtung kann ich für alle drei Zeiten so bestätigen. Allerdings spricht das sich mit der Drehung auch ständig wandelnde Bild eher dagegen, weil drumherum viel Wolkenbewegung in der nach wie vor vorhandenen NPH zu erkennen ist. Es gibt also keinen sicheren Proof, dass Eis sichtbar ist.

Interessant auch, wie im ersten Bild der Dunst im Süden zwar zu sehen ist, der Abendrand in der Tharsisebene aber vergleichsweise dunstfrei. Wie anders in der letzten Beobachtung, wo der Abendrand vor Dunst geradezu leuchtet. Generell scheint viel Feuchtigkeit in der Atmosphäre unterwegs zu sein und sich hemisphärisch umzuverlagern

Insgesamt ist es weiter sehr lohnend, Mars im Blick zu behalten.
CS
Rudolf
 

Anhänge

  • marstab4022023.jpg
    marstab4022023.jpg
    87,6 KB · Aufrufe: 97
Generell scheint viel Feuchtigkeit in der Atmosphäre unterwegs zu sein und sich hemisphärisch umzuverlagern
Ich habe mal gelesen, das die Feuchtigkeit in der Marsathmosphäre , einen Wasserfilm von 0,1mm bilden würde! Der Mars ist extrem trocken und 80-100⁰C kälter als die Erde. Glaube das spielt sich alles im CO² Bereich ab,was wir hier sehen. Wenn alles an Trockeneis sublimiert ist, dann ist die NP Eiskönigin sichtbar. Es gibt ein Bild in Wiki, da ist sie rosarot abgebildet.
VG Frank
 
Hallo zusammen.
Nachdem am 6. ein Jetstream mit über 44m/sec Wind eine sinnvolle Marsbeobachtung verhinderte, war es gestern Abend deutlich besser.
Anbei die Ergebnisse von vier mäßígen bis guten Beobachtungsläufen.

Nach wie vor ist viel Dunst in der Atmosphäre unterwegs. Ob es sich am Nordpol um die Eiskappe oder immer noch Dunsthaube handelt, ist weiter nicht vollends klar. Allerdings erscheint das Weiß jetzt auch im Rot und ist weiterhin im Blauen eher schwächer.

Interessant auch die scheinbare sehr lokale Wolkenbildung im Elysium, möglicherweise über dem Elysium Mons?
Auch im Süden bleiben hartnäckig Dunstwolken zusehen.
Und: Wir sind unter der 10-Bogensekunden-Marke...

CS
Rudolf
 

Anhänge

  • marstab07022023.jpg
    marstab07022023.jpg
    105,9 KB · Aufrufe: 89
Hallo zusammen.

Dass es sich lohnt, Mars auch noch in kleinste Durchmesser zu folgen, mag der 14. Februar beweisen. Die Bilder von dem Abend zeigen gelbliche Wolken im hohen Norden. Da sind ansonsten keine solch hellen Albedostrukturen. Ein drittes Bild von dem Abend zeigt die Wolken dann rechts am Abendrand und macht deutlich, dass es sich um atmosphärische Erscheinungen handeln muss. Möglicherweise ist da wieder ein Sturm im Entstehen, es braucht auf jeden Fall weitere Beobachtung.
Anbei die Bilder vom 14. Februar.
CS
Rudolf
 

Anhänge

  • marstab14022023.jpg
    marstab14022023.jpg
    138,7 KB · Aufrufe: 76
Hallo zusammen.
An Mars geht noch immer was, sicher, nicht unbedingt mit Öffnungen unter acht bis zehn Zoll, aber mit etwas größeren Geräten lassen sich weiter noch erstaunlich viele Details auflösen. In diesem Fall am 28. Februar ein besonders bemerkenswertes. Das linke Bild des Tableaus zeigt in der NPC eine dunkle Trennung. Die Spalte trägt den Namen Chasma Boreale. Da die Polkappe jetzt wolkenfrei ist, wird sie zusammen mit der weiter abnehmenden Kippung des Nordpols sichtbar. Leider erst jetzt bei den geringen Marsdurchmessern, aber eben noch nachweisbar.
Gut zu erkennen außerdem die Dunstbildung auf der Südhalbkugel, vornehmlich in Senken, in diesem Fall im Gebiet der Argyre.
Wer genug Öffnung hat, kann also am Mars auch weiterhin noch was machen.
CS
Rudolf
 

Anhänge

  • marstab28022023.jpg
    marstab28022023.jpg
    85,1 KB · Aufrufe: 76
Zur Vervollständigung unseres Mega-Threads hänge ich das Tableau vom 18. März hier auch noch mal an. Daten und Erklärungen gibt es in einem Einzelbeitrag.
CS
Rudolf
 

Anhänge

  • marstab18032023.jpg
    marstab18032023.jpg
    235,3 KB · Aufrufe: 59
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben