Dobson 12" oder 16" als Anfänger? | Astronomie.de - Der Treffpunkt für Astronomie

Dobson 12" oder 16" als Anfänger?

ErnstB83

Mitglied
Hallo!

Da ich schon lange hier mitlese und mich auch sehr für die Thematik interessiere will ich nun endlich zum Kauf eines
Teleskops übergehen. Habe sogar schon 2 Teleskope in der engeren Auswahl.
Da ich aber noch blutiger Anfänger bin, hätte ich gerne ein paar Tipps bzw. Ratschläge von euch :)

Was ich mir vorstelle:
- Planeten + Mond, Sternhaufen, DSO visuell beobachten (evtl. auch mal ein Foto machen - aber kein muss!)
- mittels GOTO einfach diverse Objekte finden
- würde auch gerne div. Details von z.B. Saturn oder Mars sehen (ich weiß, dass es nicht so wird wie bei der Google-Bildersuche ;-))

Diese 2 wären die aktuellen Kandidaten:


Beide Teleskope mit Goto-Funktion (stelle ich mir praktisch vor als Anfänger - vor allem auch weil man lt. Website ja trotzdem auch manuell eingreifen kann). Einmal das 12er und einmal das 16er Dobson. (Transport wäre für mich nicht so wichtig, da ich das Teleskop hauptsächlich bei mir
zu Hause am Land verwenden möchte)

Nun die Fragen aller Fragen dazu! :)
- Sieht man mit dem 16er wirklich so viel mehr sodass sich der höhere Kaufpreis lohnt?
- welches Zubehör würdet ihr mir dafür empfehlen? (Zubehör beim 16er teurer?)
- Oder wäre vielleicht ein anderes Teleskop besser? (Sollte aber schon eine große Öffnung haben für DSO etc.)

Freue mich auf eure Antworten!

LG Ernst
 

Sselhak

Mitglied
Hallo!

Ich habe selbst auch einen 16 Zoll Dobson und kann auf die Schnelle sagen:

Unter dunklem Alpenhimmel sehe ich mit dem 16'' gerade bei Deep Sky Objekten viel mehr als mit einem 12''. Aber sobald etwas Lichtverschmutzung im Spiel ist, sind die Vorteile des 16'' weg.
Bei mir Zuhause (Dorf mit knapp 1000 Einwohnern) ist schon so viel störendes Licht vorhanden, dass der Unterschied zwischen 16'' und 12'' meist sehr gering ist.

Auch solltest du das Gewicht und die Größe eines 16'' Dobsons nicht unterschätzen.
Alleine tragen geht, aber nicht weit.
Außerdem brauchst du, je nach Körpergröße, beim 16'' eine Trittstufe oder kleine Leiter um ins Okular zu sehen. Beim 12'' nicht.

Ich selbst mag GoTo nicht, da das Alignment (damit das Teleskop überhaupt weiß wo es ist und wo es hinschaut) gerade für Anfänger nicht einfach ist und man ohne GoTo den Himmel viel besser kennenlernt. Wenn man manuell Objekte sucht stolpert man ganz nebenbei über so viele interessante Dinge da oben - das ist alles weg, wenn du das GoTo arbeiten lässt.
Außerdem mag ich es nicht, dass ich immer eine Stromquelle brauche.
Aber ob GoTo oder nicht ist sicher Geschmacksache, ich bin da eher bei "keep it simple". Ich stelle mein Dobson hin und habe schon mehrere Objekte beobachtet, während andere immer noch ihr GoTo einrichten oder mit irgendwelchen Wackelkontakten an den Kabeln hadern.

Einem Anfänger würde ich zum Einstieg eher zum 12'' raten, außer du hast einen wirklich dunklen Standort an dem du das Teleskop aufgebaut lassen kannst.

Grüße, Mario
 

Martin_B

Mitglied
Hallo Ernst,

du wirst 20 verschiedene Meinungen und Empfehlungen bekommen.
Meine ist:
Wenn du das Teleskop nicht weit transportieren musst, dann geh auf 16" wenn es finanziell drin ist.
Auch wenn es bei Lichtverschmutzung bei DSO vielleicht nicht viel mehr zeigt, hast du mehr Reserven, mehr Auflösung zB an Kugelsternhaufen, Planeten, usw.
Ich sag das nur, weil du das Budget eh schon etwas höher angesetzt hast.
12" oder 14" machen auch sehr viel Spaß, wenn gut gebaut.

Auf Goto würde ich verzichten (von Mario schon gesagt), lerne ohne Goto den Himmel kennen.

Es ist kein Fehler, bei der Konstruktion auf Hersteller zu setzen, die wissen, wie ein größerer Dobson laufen muss,
und nicht nur einen Markt möglichst bedienen wollen.
Wenn das gegeben ist, macht ein gut gebauter, manueller Dobson einfach nur Spaß und das manuelle Nachführen ist keine Last, weil intuitiv.

Als Beispiel (sprengt aber deinen finanziellen Rahmen etwas):
Es gibt aber auch sehr gute günstigere Varianten. Die Kollegen haben sicher konkrete Empfehlungen.

Jedenfalls meine ich, dass du für die 3500.- zB bei dem verlinkten Skywatcher GoTo deutlich bessere (manuelle) Alternativen findest ...

Gruß Martin
 
Zuletzt bearbeitet:

AstroPZ

Mitglied
Hi Ernst,

...
Da ich aber noch blutiger Anfänger bin, hätte ich gerne ein paar Tipps bzw. Ratschläge von euch :)
Man kann als blutiger Anfänger mM schon mit einem grossen Teleskop beginnen und es ist ja auch beobachtungstechnisch sinnvoll.
Aber du überspringst natürlich einige Erfahrungs Stufen. Bin mir selber da unsicher, ob das bei mir geklappt hätte und ich bin technisch nicht unbegabt.
Im Moment habe ich einen 6", 12" und 20" Dobson. Und ein parallaktisches C8, das benutze ich aber seltsamerweise nicht ;) .

Was ich mir vorstelle:
- Planeten + Mond, Sternhaufen, DSO visuell beobachten (evtl. auch mal ein Foto machen - aber kein muss!)
- mittels GOTO einfach diverse Objekte finden
- würde auch gerne div. Details von z.B. Saturn oder Mars sehen (ich weiß, dass es nicht so wird wie bei der Google-Bildersuche ;-))
Also alles. ;)

Hast du das Gesamtgewicht von 93kg des Teleskops gesehen?
Für mich absolut untauglich, ausser du hast eine feste Sternwarte.

Du kannst stattdessen einen reinen 16" Gitterrohrdobson mit einem Gesamtgewicht von ca. 30kg bekommen.

Beide Teleskope mit Goto-Funktion (stelle ich mir praktisch vor als Anfänger - vor allem auch weil man lt. Website ja trotzdem auch manuell eingreifen kann). Einmal das 12er und einmal das 16er Dobson. (Transport wäre für mich nicht so wichtig, da ich das Teleskop hauptsächlich bei mir
zu Hause am Land verwenden möchte)
Naja, bei GoTo scheiden sich die Geister.
Der Anfänger stellt sich GoTo eher zu einfach vor und überschätzt dagegen die Schwierigkeit manuell ohne GoTo Objekte zu finden.
MM ist GoTo erst bei Astrofotografie oder wenn man schon etwas Erfahrung hat wirklich interessant.

- Sieht man mit dem 16er wirklich so viel mehr sodass sich der höhere Kaufpreis lohnt?
Selbstverständlich. Hat ja deutlich mehr Lichtsammelvermögen und Auflösung.
Aber die Beobachtungsrealität sieht halt ein bisschen anders aus.
Visuelles Beobachten muss man erst lernen und der Standort kann halt ungeeignet sein.

- welches Zubehör würdet ihr mir dafür empfehlen? (Zubehör beim 16er teurer?)
Zubehör ist das übliche und beim 16" nicht teurer.

- Oder wäre vielleicht ein anderes Teleskop besser? (Sollte aber schon eine große Öffnung haben für DSO etc.)
Klar, habe ich ja oben schon angedeutet.
Einen reinen Gitterrohrdobson (16") mit Sichelrädern statt grosser schwerer Rockerbox.
Von Taurus, Hofheim, ...

Zb das:

Gruß
Peter
 

markusd112

Mitglied
Hallo,

Glückwunsch zur Entscheidung, ein Teleskop zu kaufen. Wie die Vorredner schon sagten, würde auch ich bei dem Gewicht Deiner beiden Wunschkandidaten eher Abstand davon nehmen, wenn man es nicht in einer Sternwarte dauerhaft stehenlassen kann. Ich weiss ja nicht, wieviel Geld noch übrig ist. Aber vielleicht tut's eine Nummer kleiner und man spart ein paar Euro ein, die man in gute Okulare investieren kann, denn dann beste Teleskop bringt nichts, wenn die Okulare nichts taugen.

Ich bin mit einem 8" SCT zufrieden und kann auch viele DeepSky-Objekte damit beobachten. Ich persönlich mag GoTo und kann sowas nur empfehlen, insbesondere wenn man (wie bei mir) nur wenig Zeit am Abend zur Verfügung hat und in kurzer Zeit möglichst viel sehen möchte. Da ist GoTo eine schöne Hilfe. Aber natürlich ist es auch wichtig, dass man sich auch ohne GoTo zu einem Objekt anhand von Sternkarten vortasten kann. Aber auch das kann man mit einer GoTo-Montierung machen und üben.

Wenn Du in die Astrofotografie einsteigen willst, ist ein Dobson wahrscheinlich eher nicht so gut geeignet. Mond oder Planeten mit kurzen Belichtungszeiten sind kein Problem. Aber DeepSky mit langen Belichtungen wird dann schwierig. Da brauchst Du dann schon eine parallaktische Montierung. Wobei ich schon mal gesehen habe, dass jemand mit einem Dobson und manueller (!) Nachführung sehr erstaunliche DeepSky-Aufnahmen gemacht hat. Ich war ganz begeistert, was da doch möglich ist.

Vielleicht hast Du ja die Möglichkeit, mal in einem Astronomieverein bei Beobachtungsabenden dabei zu sein und verschiedene Teleskope mal auszuprobieren. Dann sieht man auch, was einem persönlich zusagt und in welche Richtung es gehen soll.

Mein persönlicher Favorit für die visuelle Beobachtung ist mein CPC800 von Celestron. 8" Öffnung, GoTo-Montierung, GPS-Empfänger, StarSense, stabil und solide. Und es lässt sich zusammengebaut gerade so noch vom Haus in den Garten tragen. Einschalten, 3 Minuten warten bis StarSense alles eingerichtet hat und loslegen.:)

Viele Grüße und viel Erfolg bei der Teleskopwahl

markus
 

joetaiga

Mitglied
Der 16" wiegt über 100kg laut der Website. Alleine die Rockerbox über 50. Meine [zensiert]...

f/4,5 wollen <1mm genau justiert werden. Das ist nur mit dem Laser nicht ohne. Damit wirst du dich beschäftigen müssen. Da geht auch nicht mehr jedes Okular mit.

Der Einblick ist bei 1800mm Brennweite so bei 1,80. Wenn du nicht besonders groß bist, wirst du etwas brauchen zum Draufstellen.

Dein Standort muss 16" können. Um die Auflösung ausreizen zu können brauchst du einen EXTREM guten Standort. In der Stadt werden dir die 16" auch nicht viel nutzen im Vergleich zu 12".

Wenn dir das egal ist, würde ich den 16er nehmen.

Diese Punkte haben mich bewogen einen 12" zu bauen statt einem größeren. Nach 20 Jahren im Einsatz bin ich mir auch sicher, dass das die richtige Entscheidung war. Ein 12" ist btw. auch schon eine ganz schöne Trumm.
 

Horst66

Mitglied
Ich selbst bin von 12" auf 16" gewechselt und sehe damit von meinem Hausgarten am Dorfrand deutlich mehr. Es sind keine Welten, aber immerhin soviel, dass ich den Kauf immer wieder machen würde. Allerdings nicht mit einem 80kg Teleskop, das würde ich keine 3 m bewegen wollen.

Das Blöde ist, als Beginner weiß man noch nicht wo die Reise im Hobby lang geht. Nicht jeder findet Dobsons auf Dauer gut. Dem einen gefällt Go To so gut, dass er niemals drauf verzichten möchte, dem anderen ist es mehr Ballast als Hilfsmittel.

Ich selber begann quasi richtig mit einem gebrauchten 12" Volltubus, den ich nach gut 2 Jahren mit 80 € Verlust wieder verkaufte. In den 2 Jahren lernte ich viel, auch über meine Vorlieben und Abneigungen.
Ein Weg, den ich so auch weiterempfehlen kann.

Nicht zu vergessen: Notwendiges Zubehör Kann schnell nochmal soviel (Oder mehr) kosten als das Teleskop...

Gruß Horst
 

Antares

Mitglied
Hi Ernst

grundsätzlich kann man mit allem anfangen - es gibt in Puncto Größe keine Regeln oder Sollvorgaben.

Aus dem was Du schreibst und was bzw. wie Du fragst, gewinne ich den Eindruck, dass Du noch ganz am Anfang stehst
und auch sowas wie die Grundlagen nicht wirklich bekannt sind.
So lange Du Dir wesentliche Aspekte nur vorstellen kannst, bist Du m.E. nicht bereit, eine Entscheidung für konkrete Teleskope zu treffen. Das Fehlkaufrisiko scheint mir derzeit sehr hoch zu sein.

In Teilen klang das ja schon hier bei anderen an:
Goto ist kein Allheilmittel weil es keinen Automatismus gibt. Braucht man auch nicht wirklich.
Die gefragten Objekte zeigt schon ein Fernglas - die Frage ist welches Niveau Du sehen willst. Das kann Dir hier niemand sagen.
Beobachten im Garten ist bequemer, aber bei der Wohnsituation der meisten Leute, tendenziell ein Nachteil zumindest für Deepsky.
Größe: 16 Zoll zeigt erkennbar mehr als 12" unter jedem Himmel. Ob Dir die Mehrleistung reicht, kannst auch nur Du durch Erfahrung erkennen.
Zubehör - Das wäre das Gotosystem, denn man braucht es nicht unmittelbar zur Beobachtung. Du meinstest aber eher Okulare etc.
Das ist kein Zubehör, sondern wesentlich für das Seherlebnis erforderlich. Wer hier spart, nimmt sich Seherlebnis durch, mangelndes Gesichtsfeld, Transmission, Randschärfe, Kontrastleistung, etc. Ein mitteklassiges Sortiment an Okularen und Filter für Deepsky mit einem Dobson, kostet leicht 1-2000 EUR, in der Topklasse dann eher jenseits 4- 5000.

Daher bereite Dich vor und lese Dich etwas mit den Grundlagen ein. Und versuche über Kontakte eigene Erfahrungen zu machen, denn nur die führen dazu, dass du wirklich fundiert entscheiden kannst. Dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Du am Ende Equipment hast, das wirklich für Dich paßt.
CS
 

Pitufito

Mitglied
Hi,
und der Standort kann halt ungeeignet sein.
Das ist so ein Punkt wo ich persönlich sehr acht geben würde.
Würde mir auch gerne so ein XXXL Lichteimer anschaffen, nur bei meinem Lichtsumpf macht es einfach keinen Sinn...
Als Berufstätiger auch würde ich auch gerne das Ding auf die Terrasse mal schnell kicken(oder der Garage)auf dem Brett mit Rollen..., und beobachten meine zwei Stunden, mit Okular und fertig(ohne Filter!).

Clear skies,
- Martin
 

ErnstB83

Mitglied
Guten Morgen!

Möchte mich für die vielen Antworten recht herzlich bedanken! :)

Bin durch euer Feedback nun wohl etwas von meinem Plan etwas abgekommen. Zumindest sind die zwei Teleskope aus der "engeren Auswahl" mal raus *g*
Da das mehrere von euch geschrieben haben und ich diese Gedanken auch als sinnvoll erachte werde ich nun wie folgt vorgehen.

1. für den Anfang werde ich "nur" auf ein 12" Teleskop setzen (liebäugle sogar mit dem Volltubus)
- den 12er würde ich deswegen wählen damit ich dann in ein paar Jahren beim evtl. Wechsel auf einen 16er noch ein
Erfolgserlebnis habe. Und ich gehe davon aus, dass wenn man Erfahrung am 12 hat würde man die Leistung des 16er auch mehr würdigen
- https://www.teleskop-spezialisten.d...GSO-Dobson-980-12-300/1500mm-Teleskop-Deluxe- Version::2263.html

2. ich werde auch auf GoTo verzichen und mich mal selber ein wenig zurecht finden.
- Finde den Gedanken auch sehr schön, mal zufällig was interessantes am Himmel zu finden :) Oder einfach mal so in die weiten des Alls zu gucken
- und sollte ich mich wirklich nicht zurecht finden kann ich noch immer ein Push+ System nachträglich einbauen ;-)

3. Da der Kaufpreis nun doch viel günstiger ausfällt, möchte ich dafür aber in gute (Mittelklasse - Obereklasse) Okulare investieren.
- Vielleicht könnt ihr mir da ein paar Tipps geben? Was brauch ich unbedingt? Welche Marke sollte man da am besten kaufen?
- Wo sollte ich am besten kaufen? Gibt es da irgendwelche Geheimtipps?

LG Ernst
 

mbba18

Mitglied
Hallo Ernst,

willkommen im Forum.

Dann reihe ich mich mit meiner Meinung auch mal ein.

Da ich aber noch blutiger Anfänger bin, hätte ich gerne ein paar Tipps bzw. Ratschläge von euch
für den Start gleich solche Lichteimer? Auch wenn Du im Garten beobachten kannst, das sind schon ordentliche 'Trümmer'.
Mal ganz von den Ansprüchen an die Okulare, bei den ausgewählten Teleskopen, abgesehen.
Denn Okulare sind kein Zubehör. Sie gehören zwingend zum Optischen System.

In wie weit hast Du Dich im Vorfeld informiert? Nur nach Teleskopen geschaut und Daten verglichen, oder Dich auch in die Thematik eingelesen?
Also was ist ein Reflektor, was ist ein Refraktor, was ist ein katadioptrisches Teleskop?
Was kann welches Teleskop gut darstellen und was weniger?
Was machen die verschiedenen Montierungen RockerBox (Alt/AZ), Alt/AZ auf Stativ und parallaktische Montierung aus?

- Planeten + Mond, Sternhaufen, DSO visuell beobachten (evtl. auch mal ein Foto machen - aber kein muss!)
Geht auch mit kleineren Optiken.
Ja, Öffnung bringt was.
Wenn ich mir eine Galaxie durch meinen 120/1000 Refraktor anschaue sehe ich meist ein diffuses Fleckchen.
Schau ich die gleiche Galaxie durch meinen C8 an, richtig, sehe ich deutlich mehr.
Durch den C8 sehe ich dann wieder weitere diffuse Fleckchen, da würde dann mehr Öffnung helfen, um noch weiter aufzulösen. Aber wo soll das hinführen?

- mittels GOTO einfach diverse Objekte finden
Das mit dem einfach ist so eine Sache.
GoTo, 'gehe zu', ist eine elektronische/computerisierte Auffindhilfe, nicht mehr und nicht weniger.
Es braucht eine gewisse Vorbereitung und auch, was der ein oder andere verkennt, Kenntnis vom Nachthimmel. Ich muss zumindest die Alignment-Sterne kennen.
Wie schon geschrieben, GoTo ist ein Zubehör/Feature das nicht zwingend benötigt wird. Allerdings nicht das Schlechteste.

ich weiß, dass es nicht so wird wie bei der Google-Bildersuche ;-))
Das ist schon mal gut.
Da Oben ist alles schwarz/weiß/gräulich.
Farbe gibt es im visuellen Bereich nur an wenigen Objekten und an einigen dann auch erst mit Beobachtsungserfahrung.

Bevor Du Dich auf ein Teleskop 'fest nagelst' lies Dir das Grundlagenwissen, wie hier auch schon erwähnt, an.
Informiere Dich.
 

komposer

Mitglied
Hallo Ernst,

für den Anfang werde ich "nur" auf ein 12" Teleskop setzen (liebäugle sogar mit dem Volltubus)

Zu dem GSO Deluxe hat Stefan hier einen schönene Bericht geschrieben: Erfahrungsbericht 12“-GSO-Dobson / TS-Deluxe-Ausführung

Ich selbst habe die Standard Ausführung und bin sehr zufrieden:

Bei gut gewählter Lagerung ist der Aufbau auch ganz schnell erledigt.

Gruß,
Holger
 

ErnstB83

Mitglied
"In wie weit hast Du Dich im Vorfeld informiert? Nur nach Teleskopen geschaut und Daten verglichen, oder Dich auch in die Thematik eingelesen?
Also was ist ein Reflektor, was ist ein Refraktor, was ist ein katadioptrisches Teleskop?
Was kann welches Teleskop gut darstellen und was weniger?
Was machen die verschiedenen Montierungen RockerBox (Alt/AZ), Alt/AZ auf Stativ und parallaktische Montierung aus?"
Ich lese mich hierzu schon länger ein. Habe mir etliche Youtube Videos angeguckt und auch hier sicher schon mehrere Stunden/Tage mit Recherche verbracht :) Aber klar, ich stehe dennoch komplett am Anfang.

"Geht auch mit kleineren Optiken.
Ja, Öffnung bringt was.
Wenn ich mir eine Galaxie durch meinen 120/1000 Refraktor anschaue sehe ich meist ein diffuses Fleckchen.
Schau ich die gleiche Galaxie durch meinen C8 an, richtig, sehe ich deutlich mehr.
Durch den C8 sehe ich dann wieder weitere diffuse Fleckchen, da würde dann mehr Öffnung helfen, um noch weiter aufzulösen. Aber wo soll das hinführen?"
Deswegen möchte ich auch mind. 12" damit ich weniger diffuse Flecken sehe. Bis jetzt bin ich mit dem Fernglas oder auch einfach nur mit freiem Auge
unter dem Nachthimmel gestanden und habe mich satt gesehen. Jetzt wird es Zeit, für ein richtiges Upgrade ;)

 

wynnie

Mitglied
Hallo Ernst,

als Besitzer eines 12" Volltubus Dobsons möchte ich Dir den Tipp geben, das Gewicht nicht zu unterschätzen. Gerade auch die Möglichkeit an einen wirklich dunklen Ort zu fahren und schnell loszulegen hat, meiner Meinung nach, ihren Reiz. Vor allem wenn man das auch zusammen mit anderen machen kann. Feine Spiralarme sieht man unter lichtverschmutztem Himmel auch mit 12" nicht.

Um dennoch nicht auf das schnelle finden von Objekten zu verzichten (Goto und Reisedobson passen kaum zusammen, finde ich) könnte man auf den Starsense Explorer setzen. Den gibt es schon für ca. 180€ und er lässt sich leicht auf den Sucherschuh adaptieren (Leute die 3D Drucken gibt es auch hier im Forum). Das beigefügte Teleskop kann man ja verschenken. Damit kann ich mit dem 12" Objekte aufsuchen und habe sie gleich im 15mm Okular :) Zwar muss man selbst nachführen, aber das finde ich nicht schlimm, denn es spart Gewicht und man braucht für das Smartphone nur eine Powerbank, wenn man die ganze Nacht beobachten möchte. Mit dem Teil macht das wirklich Spaß und man lernt dennoch den Himmel kennen. Gerade auch in Gebieten wo es nicht ganz so dunkel ist kann das Teil sehr hilfreich sein, denn man hat dann, meiner Erfahrung nach, nicht immer genug Sterne um sich zu Orientieren.

Ich überlege mir gerade meinen Volltubus in einen Reisedobson umzubauen, damit ich auch (ohne mir einen Abzubrechen) mit anderen ins dunkle fahren kann. Das schwere Teil sicher zu transportieren ist gar nicht so einfach.

Viele Grüße
Michael
 

mbba18

Mitglied
Hallo Ernst,

12" damit ich weniger diffuse Flecken sehe
kaum durch ein Teleskop beobachtet, schon dem Öffnungswahn verfallen ;).
Du wirst mit dem 12" weitere diffuse Flecken sehen.
Dann zu 16"? Da wirst Du wieder weitere diffuse Flecken sehen.
Dann zu 20"? Wieder weiter diffuse Flecken.
... ... ...

Aber mei, jeder Jeck ist anders ;).
Grundsätzlich kannst Du mMn. mit jedem Teleskop anfangen, solange es in sich stimmig ist. Zu jedem Teleskop gibt es die passenden Objekte, also jedes Teleskop hat seinen Himmel.
Die Grundlagen lernen, das Beobachten, den Himmel kennenlernen... ... geht mit jedem Teleskop.

Wenn's denn solch ein Lichteimer werden soll, ja klar geht.
Letztendlich musst Du entscheiden was Du gewillt bist zu transportieren, dunkler Himmel ist (fast) alles.
Letztendlich wirst nur Du feststellen können ob Dir ein Dobson, egal wie groß, liegt und Du mit der Handhabung klar kommst. Gilt für parallaktische Montierungen oder Alt/AZ auf Stativ ebenso.

Aber im Moment weißt Du noch gar nicht wo die Reise hingeht, oder ganz krass, ob Du überhaupt beim Beobachten bleibst.
Mache ich Dingfest an Deiner Aussage des "alles" beobachten, wie @AstroPZ geschrieben hat.
 
Zuletzt bearbeitet:

Martin_B

Mitglied
Hallo Ernst,

ich finde deinen Plan sehr gut, mit 12" anzufangen.
Volltubus ohne GoTo und das gesparte Geld in ein paar richtig gute Okulare investieren.

Ein Kollege, mit dem ich lange Zeit immer zusammen beobachtet habe, hatte einen 12" GSO Volltubus.
Transport aus der Wohnung auf die Terasse geht problemlos, wenn man mit etwas Gewicht keine Probleme hat.
Transport im Auto geht auch, wenn er denn ins Auto passt.

Der 12" zeigt viele Objekte schon sehr beeindruckend.
16" zeigt mehr, klar, aber das kannst du später immer noch anvisieren.
Wie schon gesagt wurde, vielleicht entscheidest du dich später auch für einen ganz anderen Weg ...

Gruß Martin
 

lacrimosa

Mitglied
Hallo erstmal,
ich würde mir auch mal einen Gitterrohrdobson anschauen.
So ein Volltubus ist schon relativ schwer. Das Gewicht sollte man nicht unterschätzen.
Gruß
Ronald
 

markusd112

Mitglied
Zu den Okularen: ich benutze ein Baader Mark IV Zoom Okular und bin damit sehr zufrieden. Der Vorteil: es deckt Brennweiten von 8mm bis 24mm ab und es entfällt das lästige Okularwechseln. Nachteil: so ein Zoom-Okular ist natürlich ein Kompromiss. Aber ich bin mit der Qualität, Abbildungsleistung und Gesichtsfeld des Mark IV sehr zufrieden. Man könnte damit starten und sich dann später nochmal für bestimmte Zwecke weitere Einzelokulare zulegen, wie z.B. ein schönes und hochwertiges Übersichtsokular mit geringer Brennweite und großen FOV.

 

ErnstB83

Mitglied
Zu den Okularen: ich benutze ein Baader Mark IV Zoom Okular und bin damit sehr zufrieden. Der Vorteil: es deckt Brennweiten von 8mm bis 24mm ab und es entfällt das lästige Okularwechseln. Nachteil: so ein Zoom-Okular ist natürlich ein Kompromiss. Aber ich bin mit der Qualität, Abbildungsleistung und Gesichtsfeld des Mark IV sehr zufrieden. Man könnte damit starten und sich dann später nochmal für bestimmte Zwecke weitere Einzelokulare zulegen, wie z.B. ein schönes und hochwertiges Übersichtsokular mit geringer Brennweite und großen FOV.


Lustigerweise wollte ich gerade fragen ob dieses Okular eine Option wäre *g* VIELEN DANK, damit hast du mir die Entscheidung wirklich erleichtert :)

Werde für den Anfang jetzt das Mark IV Zoomokular + 1 Mondfilter kaufen. (hab auch mit nem Okularkoffer spekuliert aber ich denke dass ich damit nicht
glücklich werde da ich davon ausgehe, dass das keine Hochwertigen Okulare sind (~250€ für 5 Okulare)

Mit dem Zoomokular möchte ich mal ein wenig abgrenzen in welchem Bereich ich "am liebsten" unterwegs bin. Dort werde ich dann auf hochwertige Einzelokulare setzen ;-)

LG Ernst
 

markusd112

Mitglied
Schau mal nach einem Doppel-Pol-Filter als Mondfilter: den finde ich Klasse, weil man damit "stufenlos" die Helligkeit einstellen kann:

 

AstroPZ

Mitglied
Schau mal nach einem Doppel-Pol-Filter als Mondfilter: den finde ich Klasse, weil man damit "stufenlos" die Helligkeit einstellen kann:
Ja, so einen Doppel-Pol-Filter habe ich auch.
Was ich da inzwischen schlecht finde ist, dass man zum Einstellen das Okular wieder rausnehmen muss und dass zumindestens bei meinem sich das sehr leicht verstellt.

Ich finde inzwischen eine Lösung mit einem Polfilter in einem 1 1/4" Okular-Adapter und einen dann direkt an einem 1 1/4" Okular besser.
Da kann man dann die Filterwirkung einfach durch Drehen des Okular bei der Beobachtung einstellen.

Gruß
Peter
 

Nik Skysurfer

Mitglied
Hallo Ernst,
eine weitere Option: Bei 12" nehm' ich am Mond ein (hell)rotes Filter (23A oder 25), das verbessert das Seeing m.E. merklich und kostet nicht mehr als ein Neutral- oder Polfilter, rot ist aber Geschmacksfrage.
CS Nik
 

markusd112

Mitglied
Ich stelle den Doppelpolfilter i.d.R. einmal passend ein. Der 1,25" Polfilter wird auf das Mark IV draufgeschraubt und das Okular steckt als 2" Okular in einem Baader ClickLock. Das Rausnehmen und wieder Reintun, wenn man es mal verstellen will, ist dadurch ganz einfach....

 

AstroPZ

Mitglied
Hi,

der Plan mit einem 12" anzufangen finde ich gut. Das ist gleich ein "gescheites" Teleskop.

Nur bin ich absolut kein Fan der Volltuben. Das hat keinerlei Vorteile.
Ist nur schwerer, unhandlicher, weniger transportabel, hat Tubusseeing, kühlt schlechter aus, hat keine Sichelräder für "smoothe" Alt-Bewegung, lässt sich schlechter Kollimieren.

Hier als Appetitanreger meine 2 Gitterrohrdobsons (Martini 12" und Taurus 20").
IMG_20210609_111533.jpg

Der 12" steht auf einer Martini EQ-Plattform.
Damit kann man mM sehr gut EAA und Astrofotografie betreiben.

Der 12" war in seinem früheren Leben ein MEADE Volltubus (-trottel).
Ich weiss also von was ich rede. ;)
Völlig unhandlich und schwer und schlecht zu positionieren.
Habe ich dann mit einem Martini Gitterrohrbausatz umgebaut und konnte ihn dadurch sogar im Urlaub mitnehmen, da es ja abgebaut nur eine kleine Kiste ist.

Gruß
Peter
 

Martin_B

Mitglied
Und zum Aufsuchen (wenn es dann mal soweit ist) einen Rigel oder Telrad und Literatur (Deep Sky Reiseatlas, Karkoschka) oder digital (Stellarium).
Bei den digitalen Lösungen kann man sich zB die Zielkreise von Rigel oder Telrad einblenden.
Gedruckte Literatur enthält auf den Karten teilweise diese Zielkreise.
Falls nicht, kann man sich Schablonen auf Folie ausdrucken und auf die Karten legen.
Das erleichtert das Auffinden von Objekten ganz erheblich.
 

markusd112

Mitglied
Als Rotpunktsucher kann ich den Baader SkySurfer V empfehlen. Der ist robust und hat Tauschutzkappen dabei. Außerdem kann man ihn auch als Sonnensucher einsetzen. Kritikpunkt meinerseits am SkySurfer: die Justierschrauben sind eine Fehlkonstruktion für einen solchen astronomischen Rotpunktsucher, da diese mit einem Schraubenzieher bedient werden müssen, was im Dunkeln schwierig ist. Die schwarzen Abdeckkappen gehen im Feld schnell verloren.


Als Literatur kann ich den Deep Sky Reiseführer sehr empfehlen:


P.S.: ich habe jetzt schon 3 Baader Produkte hier empfohlen: nein, ich bekomme keine Provision ;)
 

ErnstB83

Mitglied
Sooooo..... Vielen Dank für euren Input! Meine Bestellung ging soeben raus und das Teleskop wird (hoffentlich) nächste Woche zugestellt :)

Bestellte Artikel:
Atlas und diverse Bücher zu dem Thema hab ich schon zu Hause. + mehrere App`s am Handy wie z.B. Stellarium. Fürs erste bin ich gerüstet und
freue mich schon sehr auf`s first light!

LG
 
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