wynnie
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Hallo zusammen.
nachdem es an meinem Sol'ex und dessen Montierung noch einiges zu verbessern gab, sind mir nun erstmals Aufnahmen gelungen, mit denen ich soweit zufrieden bin. Dabei musste ich lernen, dass die Tragfähigkeit einer Montierung für das Scannen der Sonne nur eine geringe Rolle spielt. Vielmehr ist es entscheiden, den Aufbau resistent gegen Schwingungen zu machen. Dabei erwies sich meine AZ GTI als nicht hilfreich, erst die EQ6-R bot hinreichende Stabilität und auch das erst, als ich die Befestigung des Sigma Teles an mehreren Stellen mit Moosgummi gegen mögliche Schwingungen bedämpft habe. Es ist noch nicht perfekt, aber deutlich besser als vorher und das ist ja auch schon mal etwas.
Kurz zur verwendeten Ausrüstung. Als Optik kommt ein altes Sigma APO 400mm f5.6 mit Hoya ND 8 Filter zum Einsatz. Als Kamera fungiert eine ASI 178mmc deren Kühlung aber nicht aktiv war. Montiert wurde alles, wie gesagt auf einer EQ6-R.
Da ich ja immer noch bei den Basics der Spektrographie bin, habe ich mich erstmal auf den Wasserstoff beschränkt und je 10 Scans in H-Alpha und H-Beta gemacht. Die Rekonstruktion der Bilder erfolgte mit SHG v4.2.1, das stapeln der Resultate übernahm AutoStakkert, die Nachverarbeitung erfolgte in Photoshop. Ein, wie ich finde, Highlight der neuen SHG Version ist die 'Pixel offset Live' Funktion. Diese ermöglicht es nicht nur die Dispersion pro Pixel anhand von Referenzspektren zu berechnen, sie zeigt auch (fast) live das Bild welches aus dem Offset Resultiert. Damit macht das erstellen von Bilder, welche die Dopplerverschiebung rund um die H-Alpha Linie zeigen nicht nur deutlich mehr Spaß, die Geschwindigkeiten des Gases lässt sich auch viel einfacher berechnen.
Mein Setup liefert bei 6562,808 Å eine Dispersion von 0,0998 Å/Pixel. Schaut man sich jetzt die H-Alpha Linie an, kann man an den Flanken der Linie nach Bewegung suchen. Ein Offset von 7 Pixeln entspricht dann 0,699 Å. Nach der Doppler-Formel ergibt sich daraus v = ((6562,808Å / 6563,507Å)-1) x c = -31,9 km/s bzw. der positive Betrag, wenn man die andere Richtung berücksichtigt. In der bildlichen Darstellung wird dem rotverschobenen Bild der Rot Kanal und dem blauverschobenen der Blau Kanal zugewiesen. Der Grünkanal wird aus dem Mittelwert von Rot- und Blau-Kanal gebildet. Das Resultat zeigt, wie ich finde, recht deutlich die Dynamik mit der sich das Gas auf der Sonne bewegt. Hier ein Ausschnitt mit einer aktiven Zone :

Wenn man die Bilder anklickt, wird das Bild in der vollen Auflösung gezeigt.
Durchläuft man den Prozess für eine geringeren Verschiebung von 4 Pixeln erhält man 0,4 Å bzw. v = +-18,3 km/s. Dann sieht man z.B. die Rotation der Sonne deutlich und auch welche Seite sich auf den Beobachter zu- und welche sich von ihm wegbewegt :

Auch den Vergleich zwischen den Emissionen in H-Alpha und H-Beta finde ich interessant. Er zeigt meiner Meinung nach auch, warum es kaum H-Beta Teleskope gibt
Alles in allem ist das Sol'ex für mich ein faszinierendes Instrument um Einblicke in die Vorgänge auf der Sonne zu erhalten. Es existieren ja noch viele weitere Phänomene, die man damit untersuchen kann. Das gezeigte hat mich aber schon sehr fasziniert. Auf jeden Fall finde ich es deutlich spannender als das Bild der Sonne im Weißlicht.
Viele Grüße
Michael
nachdem es an meinem Sol'ex und dessen Montierung noch einiges zu verbessern gab, sind mir nun erstmals Aufnahmen gelungen, mit denen ich soweit zufrieden bin. Dabei musste ich lernen, dass die Tragfähigkeit einer Montierung für das Scannen der Sonne nur eine geringe Rolle spielt. Vielmehr ist es entscheiden, den Aufbau resistent gegen Schwingungen zu machen. Dabei erwies sich meine AZ GTI als nicht hilfreich, erst die EQ6-R bot hinreichende Stabilität und auch das erst, als ich die Befestigung des Sigma Teles an mehreren Stellen mit Moosgummi gegen mögliche Schwingungen bedämpft habe. Es ist noch nicht perfekt, aber deutlich besser als vorher und das ist ja auch schon mal etwas.
Kurz zur verwendeten Ausrüstung. Als Optik kommt ein altes Sigma APO 400mm f5.6 mit Hoya ND 8 Filter zum Einsatz. Als Kamera fungiert eine ASI 178mmc deren Kühlung aber nicht aktiv war. Montiert wurde alles, wie gesagt auf einer EQ6-R.
Da ich ja immer noch bei den Basics der Spektrographie bin, habe ich mich erstmal auf den Wasserstoff beschränkt und je 10 Scans in H-Alpha und H-Beta gemacht. Die Rekonstruktion der Bilder erfolgte mit SHG v4.2.1, das stapeln der Resultate übernahm AutoStakkert, die Nachverarbeitung erfolgte in Photoshop. Ein, wie ich finde, Highlight der neuen SHG Version ist die 'Pixel offset Live' Funktion. Diese ermöglicht es nicht nur die Dispersion pro Pixel anhand von Referenzspektren zu berechnen, sie zeigt auch (fast) live das Bild welches aus dem Offset Resultiert. Damit macht das erstellen von Bilder, welche die Dopplerverschiebung rund um die H-Alpha Linie zeigen nicht nur deutlich mehr Spaß, die Geschwindigkeiten des Gases lässt sich auch viel einfacher berechnen.
Mein Setup liefert bei 6562,808 Å eine Dispersion von 0,0998 Å/Pixel. Schaut man sich jetzt die H-Alpha Linie an, kann man an den Flanken der Linie nach Bewegung suchen. Ein Offset von 7 Pixeln entspricht dann 0,699 Å. Nach der Doppler-Formel ergibt sich daraus v = ((6562,808Å / 6563,507Å)-1) x c = -31,9 km/s bzw. der positive Betrag, wenn man die andere Richtung berücksichtigt. In der bildlichen Darstellung wird dem rotverschobenen Bild der Rot Kanal und dem blauverschobenen der Blau Kanal zugewiesen. Der Grünkanal wird aus dem Mittelwert von Rot- und Blau-Kanal gebildet. Das Resultat zeigt, wie ich finde, recht deutlich die Dynamik mit der sich das Gas auf der Sonne bewegt. Hier ein Ausschnitt mit einer aktiven Zone :
Wenn man die Bilder anklickt, wird das Bild in der vollen Auflösung gezeigt.
Durchläuft man den Prozess für eine geringeren Verschiebung von 4 Pixeln erhält man 0,4 Å bzw. v = +-18,3 km/s. Dann sieht man z.B. die Rotation der Sonne deutlich und auch welche Seite sich auf den Beobachter zu- und welche sich von ihm wegbewegt :
Auch den Vergleich zwischen den Emissionen in H-Alpha und H-Beta finde ich interessant. Er zeigt meiner Meinung nach auch, warum es kaum H-Beta Teleskope gibt
Alles in allem ist das Sol'ex für mich ein faszinierendes Instrument um Einblicke in die Vorgänge auf der Sonne zu erhalten. Es existieren ja noch viele weitere Phänomene, die man damit untersuchen kann. Das gezeigte hat mich aber schon sehr fasziniert. Auf jeden Fall finde ich es deutlich spannender als das Bild der Sonne im Weißlicht.
Viele Grüße
Michael
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