DSLR Empfehlung

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Stefan74

Mitglied
Hallo!

Ich besitze einen 10“ Dobson mit einer EQ-Plattform und möchte mich (mit einer Spiegelreflexkamera) an Deep-Sky-Fotos versuchen.
Ich habe die Möglichkeit günstig an eine gebrauchte unmodifizierte Canon 2000D zu kommen. Ich habe gelesen, dass der Sensor einen geringen Dunkelstrom hat und sich damit gut für Astrofotos eignet. DIe 2000D kommt aus dem Einsteiger-Segment von Canon. Eine Canon 750d liegt gebraucht in einem ähnlichen Preisrahmen und hat noch ein Klappdisplay. Wifi haben beide.

Ich habe mich auch schon bei dem Astrokameras von ZWO und Konsorten umgeschaut. Hier muss man aber für ein ähnliches Gesichtsfeld deutlich mehr Geld in die Hand nehmen.

Kann jemand einmal aus seinen Erfahrungen berichten? Welche Dslr eignet sich besonders gut für die Astrofotografie und welche nicht? Besonders bin ich an den Erfahrungen von euch interessiert, die ebenfalls einen Dobson und den LiveView der Kamera nutzen. Also kein Goto.

Liebe Grüße
Stefan
 
Hallo Stefan
Kann jemand einmal aus seinen Erfahrungen berichten?
Ich habe es selbst mit einem 10" auf Dobson und EQ Plattform probiert. Da ich parallel ein EAA-Setup betreibe, bin ich sicher verwöhnt was Bedienung und Stabilität eines auf einer Azimutalen Montierung basierenden Teleskops anbelangt. Ich bin mit meinem Dobson/EQ-Plattform für EAA nicht klar gekommen. Es ist schon eine Herausforderung mit "Sensor" ein bestimmtes Objekt vernünftig zu suchen und exakt für den Sensor auszurichten. Fokus finden ist die nächste Herausforderung. Bei mir war es dann auch gepaart mit Kabel von der Kamera zum Laptop, was man sicher stabiler und besser fixiert gestalten könnte, als ich es im Testaufbau hatte. Aber im Dunkel irgendwo mal gezupft wenn man den Laptop bedient hat und die zuvor mühsam gefundene Position :mad: Nichts für meine Nerven!

Wenn ich mir jetzt vorstelle eine im Vergleich zu einer Astrokamera "bleischwere" Spiegelreflex an den Dobson zu hängen. Vielleicht sogar Okular gegen Kamera "on-the-fly" tauschen zu wollen. So viel Beruhigungsmittel könnt ich gar nicht einwerfen.

Es gibt einige Kollegen und Kolleginnen hier im Forum, die mit Dobson und EQ Plattform arbeiten. Die können Dich sicherlich viel besser beraten. Ich denke wenn eine DSLR vorhanden wäre, sich dazu einen Adapter kaufen und mal reinriechen in das Thema, macht Sinn. Aber zum Start sich heutzutage extra eine DSLR zu kaufen ist nach meiner Beurteilung der falsche Weg. Ich würde mir in jeden Fall eine Astrokamera holen und keine DSLR.

Servus - MünchenBeiNacht - Ewald
 
Moin,
habe anfangs eine preiswerte 1000Da hier im Forum gekauft, um mal in die Astro-Fotografie reinzuschnuppern.
Hat auch tatsächlich geklappt und ich war überglücklich, plötzlich meine erste Galaxie und in Farbe sehen zu können.

Allerdings bin ich auch schnell zu einer EQ6 gewechselt und dann auch zu einer "echten" Astro-Cam umgestiegen.

Was mir an der DSLR nicht so gefallen hat, war die Fokusierung auf dem kleinen Bildschirm und das rumfummeln an den kleinen unbeleuchten Tasten. Nach dem Umstieg auf eine Astro-Cam incl. Steuerung per Astro-Software möchte ich nicht mehr zurück.
Das Handling ist viel einfacher und weil meine Cam gekühlt ist, kann ich auch meine Kalibrierungs-Fotos am nächsten Tag im Wohnzimmer machen.

Fazit: für den Einstieg ist eine preiswerte DSLR auf jeden Fall gut geeignet. Dann mal sehen, ob man damit glücklich wird.

Ist Dein Newton eigentlich auf Astro-Fotografie ausgelegt? Gerade bei den relativ großen APS-C Chips kanns da schon Probleme geben mit der Ausleuchtung.
Da kann der Fangspiegel zu klein sein. Dann gibts eventuell noch Probleme mit dem Back-Fokus, d.h. Du kannst ggf. den OAZ nicht tief genug eindrehen, um in den Fokus zu kommen.

Grüße
Hartmut
 
Moin,
habe anfangs eine preiswerte 1000Da hier im Forum gekauft, um mal in die Astro-Fotografie reinzuschnuppern.
Hat auch tatsächlich geklappt und ich war überglücklich, plötzlich meine erste Galaxie und in Farbe sehen zu können.

Allerdings bin ich auch schnell zu einer EQ6 gewechselt und dann auch zu einer "echten" Astro-Cam umgestiegen.

Was mir an der DSLR nicht so gefallen hat, war die Fokusierung auf dem kleinen Bildschirm und das rumfummeln an den kleinen unbeleuchten Tasten. Nach dem Umstieg auf eine Astro-Cam incl. Steuerung per Astro-Software möchte ich nicht mehr zurück.
Das Handling ist viel einfacher und weil meine Cam gekühlt ist, kann ich auch meine Kalibrierungs-Fotos am nächsten Tag im Wohnzimmer machen.

Fazit: für den Einstieg ist eine preiswerte DSLR auf jeden Fall gut geeignet. Dann mal sehen, ob man damit glücklich wird.

Ist Dein Newton eigentlich auf Astro-Fotografie ausgelegt? Gerade bei den relativ großen APS-C Chips kanns da schon Probleme geben mit der Ausleuchtung.
Da kann der Fangspiegel zu klein sein. Dann gibts eventuell noch Probleme mit dem Back-Fokus, d.h. Du kannst ggf. den OAZ nicht tief genug eindrehen, um in den Fokus zu kommen.

Grüße
Hartmut
Hallo Hartmut.
Gute Frage mit dem Fokus. Das ist ein GSO 880 Deluxe Dobson (gebrandet von TS) mit 2" Auszug. Ich will doch schwer hoffen, dass das funktioniert. Wissen tue ich es nicht.
Mit einem Invest von 150€ für eine gebrauchte DSLR kann man ja die Astrofotografie mal testen.

Ganz anders sieht es dann mit einer Asi533 aus. Das sind dann gleich 1000€. Von der Montierung rede ich jetzt gar nicht.
 
Jep, 150,- ist vollkommen ok. Meine 1000er passt sogar an die meine alten Objektive aus den analogen 90ern.
Hatte mir noch ne 750er gekauft ohne Modifizierung und die nutze ich nun zur normalen Fotografie.
Meiner 1000er kann irgendwann mal weg, aber irgendwie hänge ich noch dran.

Ich hatte mir von Anfang an den Skywatcher 200PDS gekauft; mehr wg. des 1:10 Fokussers als wie des größeren Famgspiegel.
Der Tubus hatte den Vorteil, dass er über eine Vixen-Style Schiene verfügt, sodass ich direkt auf eine EQ6 wechseln konnte.

Dein Tubus ist ja rein auf den Dobson Betrieb ausgelegt mit der beidseitigen Halterung über die Achsstummel.

So richtig kann ich mir nicht vorstellen, dass ein solch reine Dobson Teleskop auf Astro-Fotografie ausgelegt ist. Das ist ja Sonderfall, den nur wenige machen.
Heißt aber nicht, dass es nicht geht. Mal die 150,-€ riskieren und schauen, was geht.
 
Ich habe es selbst mit einem 10" auf Dobson und EQ Plattform probiert. Da ich parallel ein EAA-Setup betreibe, bin ich sicher verwöhnt was Bedienung und Stabilität eines auf einer Azimutalen Montierung basierenden Teleskops anbelangt. Ich bin mit meinem Dobson/EQ-Plattform für EAA nicht klar gekommen. Es ist schon eine Herausforderung mit "Sensor" ein bestimmtes Objekt vernünftig zu suchen und exakt für den Sensor auszurichten. Fokus finden ist die nächste Herausforderung. Bei mir war es dann auch gepaart mit Kabel von der Kamera zum Laptop, was man sicher stabiler und besser fixiert gestalten könnte, als ich es im Testaufbau hatte. Aber im Dunkel irgendwo mal gezupft wenn man den Laptop bedient hat und die zuvor mühsam gefundene Position :mad: Nichts für meine Nerven!

Wenn ich mir jetzt vorstelle eine im Vergleich zu einer Astrokamera "bleischwere" Spiegelreflex an den Dobson zu hängen. Vielleicht sogar Okular gegen Kamera "on-the-fly" tauschen zu wollen. So viel Beruhigungsmittel könnt ich gar nicht einwerfen.

Es gibt einige Kollegen und Kolleginnen hier im Forum, die mit Dobson und EQ Plattform arbeiten. Die können Dich sicherlich viel besser beraten. Ich denke wenn eine DSLR vorhanden wäre, sich dazu einen Adapter kaufen und mal reinriechen in das Thema, macht Sinn. Aber zum Start sich heutzutage extra eine DSLR zu kaufen ist nach meiner Beurteilung der falsche Weg. Ich würde mir in jeden Fall eine Astrokamera holen und keine DSLR.

Servus - MünchenBeiNacht - Ewald
Hallo Ewald!

Dein Teleskop habe ich schon auf div Posts bewundert. Da steckt aber auch ne Menge Geld drin.

Ich sage einmal 150€ für ne gebrauchte Dslr für „mal ausprobieren“ steht in keinem Verhältnis zu 1000€ bis 2000€ für eine adäquate Kamera (Asi533) und ein Gotomount.

Lass mich „klein“ anfangen… :)
 
Vielleicht könnte noch jemand etwas zu den verschiedenen DSLR-Kameras, meinem eigentlichem Anliegen, sagen. Gibt es etwas, dass gegen eine „billige“ Einsteiger - Canon 2000d spricht? Oder hätte man von einer Canon 750d, 800d oder 850d deutliche Vorteile…? Eigentlich ist bei ausschließlichem Einsatz in der Astrofotografie nur der Sensor entscheidend, oder? Evtl. noch das Klapp-Display?
LG
Stefan
 
Also ich benutze seit langem eine 600Da, also eine ältere als die 2000d, allerdings ist sie astromodifiziert. Ich bin mit der Kamera und den Bildern sehr zufrieden, die Tasten und das Display benutze ich dort gar nicht sondern steuere die Kamera eh über den PC. Wenn Du schon eine Kamera hast, warum probierst Du es nicht einfach aus, da brauchst Du doch nicht ewig rumgrübeln ? Was Du brauchst ist ein Laptop, ein Programm zur Steuerung (ich nehme APT), und einen Adapter zum Anschluß der Kamera an der OAZ. Und ab gehts..
 
Zum Klapp-Display. Ist ganz praktisch, wenn der Newton auf einer EQ-Monti montiert ist, da sich der Tubus in alle möglich Lagen dreht.
Dann kann man das Display sich so hindrehen, dass man es einigermaßen bequem einsehen kann. Dein Tubus auf Deiner Plattform ist aber immer an der gleichen Stellung, mal abgesehen von der Höhe. Du wirst also daben knieen müssen oder bei Klapp-Display kannst Du von oben draufschauen.

Die Qualitäten, die die einzelnen Kamera-Chips mitbringen sind zwar unterschiedlich und es gibt im Web auch Tabellen mit Vergleichen, aber das ist nur das Tüpfelchen auf dem I. Wenn Du das das letzte rausholen willst in der Astro-Fotografie bist eh bei bei EQ-Mounts, Guiding, GoTo, PC-Steuerung und vermutlich auch Astro-Cams.
Fang mit der preiswerten 2000er an und nach wenigen Nächten bist Du viel schlauer aus der Praxis heraus und kannst das Handling selbst beurteilen und die nächsten Schritte planen.
 
Also ich benutze seit langem eine 600Da, also eine ältere als die 2000d, allerdings ist sie astromodifiziert. Ich bin mit der Kamera und den Bildern sehr zufrieden, die Tasten und das Display benutze ich dort gar nicht sondern steuere die Kamera eh über den PC. Wenn Du schon eine Kamera hast, warum probierst Du es nicht einfach aus, da brauchst Du doch nicht ewig rumgrübeln ? Was Du brauchst ist ein Laptop, ein Programm zur Steuerung (ich nehme APT), und einen Adapter zum Anschluß der Kamera an der OAZ. Und ab gehts..
Ich könnte eine 2000d für 150€ bekommen. Habe also noch keine.
Ich denke tatsächlich über die Steuerung der Kamera über iPad und Stallarmate nach.
 
Hallo Stefan,

ich hab den Thread mal kurz überflogen. Klar ist, dass man für 150€ zum ausprobieren nix falsch machen kann. Aber ich hab das schon so verstanden, dass dein Fokus auf Astrofotografie ist. Also solltest du überlegen, ob du die 150€ nicht lieber in eine modifizierte DSLR steckst.

Thema Klappdisplay oder nicht:
Ich hab mir selber für den Anfang eine modifizierte 1000D geholt, also den Vor-vor-vor-vor .... gänger der 2000er, auch ohne das Klappdisplay. Ich muss sagen, es nervt schon, wenn man diverse Verrenkungen machen muss :D mittlerweile hängt ein PC mit APT und Platesolving dran, sowie einem Autofocuser, somit ist die Stellung der Kamera wurscht. Irgendwann kam eine normale 600D dazu und ich dacht mir "Boah.. is geil so ein Klappdisplay" und mittlerweile hab ich die 600er noch als modifiziert daheim.

Sollte ich mich aber entscheiden müssen zwischen astromod und Klappdisplay, würde ich astromod nehmen. Ansonsten Klappdisplay.

Grüße
Mathias
 
Hallo Stefan,

ich hab den Thread mal kurz überflogen. Klar ist, dass man für 150€ zum ausprobieren nix falsch machen kann. Aber ich hab das schon so verstanden, dass dein Fokus auf Astrofotografie ist. Also solltest du überlegen, ob du die 150€ nicht lieber in eine modifizierte DSLR steckst.

Thema Klappdisplay oder nicht:
Ich hab mir selber für den Anfang eine modifizierte 1000D geholt, also den Vor-vor-vor-vor .... gänger der 2000er, auch ohne das Klappdisplay. Ich muss sagen, es nervt schon, wenn man diverse Verrenkungen machen muss :D mittlerweile hängt ein PC mit APT und Platesolving dran, sowie einem Autofocuser, somit ist die Stellung der Kamera wurscht. Irgendwann kam eine normale 600D dazu und ich dacht mir "Boah.. is geil so ein Klappdisplay" und mittlerweile hab ich die 600er noch als modifiziert daheim.

Sollte ich mich aber entscheiden müssen zwischen astromod und Klappdisplay, würde ich astromod nehmen. Ansonsten Klappdisplay.

Grüße
Mathias
Danke für deinen Betrag!

Wobei ich den Schwerpunkt eher nicht auf super anspruchsvolle Astrofotografie legen würde - dass man dazu eine andere Ausrüstung benötigt, ist mir völlig klar.
Mir gehts eher um Schnappschüsse, bei denen eine perfekte Bildqualität eher nachrangig ist. Auf eine Dslr bin ich über die FOV Simulation auf Astronomy Tools gekommen, da eine dslr für 150€ ein deutlich größeres Gesichtsfeld hat, als eine teurere Astrokamera.
Somit soll die Reise mit der dslr eher in Richtung „EAA“ gehen, wobei mir auch da klar ist, dass man deutlich bessere Setups (siehe Ewald oben) haben könnte. Ich habe nunmal „nur“ einen Dobson mit Eq-Plattform.
„Inspiriert“ hat mit der Youtuber Tiago Ferreira von „keep it simple astronomy“, der mit seinem 12“ Dobson EAA betreibt.
 
Vielleicht könnte noch jemand etwas zu den verschiedenen DSLR-Kameras, meinem eigentlichem Anliegen, sagen. Gibt es etwas, dass gegen eine „billige“ Einsteiger - Canon 2000d spricht? Oder hätte man von einer Canon 750d, 800d oder 850d deutliche Vorteile…? Eigentlich ist bei ausschließlichem Einsatz in der Astrofotografie nur der Sensor entscheidend, oder? Evtl. noch das Klapp-Display?
LG
Stefan
Hi,

Für den Anfang rate ich zu einem kleinen Invest, für eine 450Da oder 1000Da, das sind ja quasi die Klassiker, zahlt man nicht viel und mit Verlaub, am Anfang ist der Chip das definitiv kleinste Problem, Du würdest selbst ne 10Da nicht ausnutzen.

Damit das Handwerk lernen, testen ob es Dir gefällt, und dann aufrüsten. Spart Frust wenn es mal nicht so klappt, ist hausfriedensverträglich und wenn es nicht Deins ist wirst Du das Geraffelt auch weitgehend schadlos wieder los.

Später wirst Du wenn alles funzt mehr wollen, dann kannst Du aufrüsten. Aber schau mal wie viele ihre EOS heute nutzen, selbst alte Modelle, schau mal in Astrobin, Du machst da nichts falsch.

CS Jörg
 
Somit soll die Reise mit der dslr eher in Richtung „EAA“ gehen, wobei mir auch da klar ist, dass man deutlich bessere Setups (siehe Ewald oben) haben könnte. Ich habe nunmal „nur“ einen Dobson mit Eq-Plattform.
EAA ist aber eigentlich eine Domäne der Astrokameras, da es hier auf eher viele Belichtungen mit kurzer Belichtungszeit hinausläuft, da ist die DSLR definitiv im Nachteil.
Zu einer astromodifizierten Kamera würde ich auch raten, also dann eher nicht die 2000D ! Frag mal Conehead hier im Forum ob er was abzugeben hat oder schau mal im Marktplatz. Eine 600Da sollte nicht viel mehr als 200€ kosten und macht wie gesagt prima Bilder, aber eben bei Langzeitbelichtung.
Wenn Du Richtung EAA gehen wilst würde ich zu einer Astrokamera raten, wenn Du nicht so viel ausgeben willst vielleicht die ZWO ASI 585, die ist noch relativ billig, ist halt ungekühlt.
 
Hi,

ich mach auch EAA mit Dobsons auf EQ-Plattform.
Habe allerdings keine DSLR sondern eine ZWO ASI294MC und mein Dobson hat sozusagen GoTo durch Schrittmotoren und Plate-Solving und steht auf einer EQ-Plattform.

Astrofotografie mit einem Dobson auf EQ-Plattform geht dank Kurzbelichtungen und Live-Stacking definitiv.

Mal ein bisschen aufdröseln:
Auf einer normalen EQ-Plattform wird man keine Langzeitbelichtungen hinbekommen, daher muss man Kurzbelichtungen (ca. <10s) machen. Die Kurzbelichtungen sind eigentlich mit den heutigen CMOS-Sensoren kein Problem (wissen nur viele nicht ;) ). Das Eigentlich deswegen, weil viele Kurzbelichtungen mit einer DSLR wahrscheinlich problematisch sind und man braucht auch sinnvollerweise Live-Stacking direkt mit der Kamera durch eine entsprechende SW (Platz-Hirsch ist SharpCap auf Windows).
Das Live-Stacking geht mit einer DSLR schlecht. Eine DSLM ist wohl besser und da gibt es auch ASCOM-Treiber mit denen man eine Canon in SharpCap wie eine Astrocam betreiben kann. Oder man baut bei der DSLR den Spiegel aus.

Das manuelle Ausrichten des Dobsons auf das Ziel-Objekt bei Fotografie ist aus meiner Erfahrung wirklich "nervend". Man rutscht immer wieder drüber hinweg und muss dann wieder neu ausrichten. Aber es geht ;) .

Ich habe meinen 12 Zoll Dobson mit Schrittmotoren ausgerüstet (war mM ziemlich einfach) und möchte das nicht mehr missen.
Ich fahre damit am Windows-PC remote aus SharpCap heraus per Plate-Solving das Ziel-Objekt an. Man kann dann mit den Schrittmotoren auch den Ausschnitt genau positionieren.
Bin dabei meinen 20 Zoll Dobson auch mit Schrittmotoren auszurüsten. Da ist aber der Azimuth-Antrieb nicht ganz so einfach, da keine kreisförmige Platte, an der der Schrittmotor antreiben kann, vorhanden ist.

Gruß
Peter
 
Hallo Stefan,

das wird schon gehen, es wird allerdings seine Grenzen haben. Eine DSLR ist für sowas nicht optimal, ein Dobson auch nicht.

Man muss sehr kurz belichten und es kommen schnell sehr viele Auslösungen zusammen. Ohne Rechnersteuerung wird meiner Meinung da nicht viel bei raus kommen. Man muss regelmäßig nachschärfen und neu zentrieren. Die Belichtungszeiten sind extrem kurz und man muss im RAW Format aufnehmen, da man sonst im Stack nicht viel sehen wird.

Es gibt mittlerweile den ASCOM.DSLR Treiber, mit dem man DSLRs in Sharpcap einbinden und dann per Live Stacking Bilder am Laptop machen kann. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das bei einem Dobson und einer DSLR anders praktikabel ist. Scharf stellen ist anders eine Qual. Man hat ordentlich Drift und muss dauernd neu zentrieren. Ich habe das kürzlich mal ausprobiert und ein paar 100 Aufnahmen addiert. Die parallaktische Montierung habe ich einfach hingestellt und nicht eingenordet. Das hat tatsächlich gut mit 5s Belichtungszeit funktioniert. Allerdings bei nur 500mm Brennweite und auf einer parallaktischen Montierung.

Dennoch ist bei DSLRs am Dobson das Problem, dass deine erreichbaren Belichtungszeiten kleiner sein werden als der Auslesevorgang bei der Steuerung über Sharpcap. Dazu kommt noch die Brennweite und die EQ Plattform. Da wird nicht mehr als 1-2s gehen und damit bekommst in einer Stunde vielleicht 20min reine Aufnahmezeit zusammen.

Einen weiteren Haken gibt es dann noch. Wegen der kurzen Belichtungszeit wird das Ausleserauschen deiner Kamera das Bild dominieren. Je weniger die Kamera rauscht, desto mehr kommt am Ende in deinem Stack an. Die älteren Kameras haben dann gerne auch noch Banding, das obendrauf kommt. Die aktuellen Chips rauschen weniger, haben ein normalisiertes Bias und damit kein Banding. Diese Kameras gibt's aber nicht für 150€ im Gebrauchtmarkt. Eine alte Canon mit ordentlich Rauschen und Banding wird meiner Meinung keine befriedigende Ergebnisse liefern.

Grüße,
Joachim
 
Moin,

EAA ruiniert in kurzer Zeit den Verschluss, wenn man keine DSLR hat (oder DSLM), die Video kann, da sind wir dann bei den neueren Modellen.

Für das Geld hast Du zum Probieren schon ne kleine ASI oder andere ungekühlte Cam, das kostet auch nicht viel, ist da aber zielgenauer.

Auch da gilt m.E. dass kleines Besteck am Anfang simniger ist als gleich dickes Geld einzusetzen, dann feststellen dass das ganze Geraffel nicht sofort mit Hubble mithalten kann und es dann gefrustet zu verramschen.

CS Jörg
 
Hallo Stefan,

Ich habe exakt dein setup, und konnte mit einer gebrauchten EOS 550d erste Erfahrungen in der Astrophotographie sammeln.

Die Kamera mit ca. 15000 Auslösungen habe ich mitsamt Zoom-Objektiv für 200€ erstanden.

Ich habe gezielt nach diesem Modell gesucht, nachdem ich mich unter anderem in diesem Forum hier informiert hatte.

Bin ganz zufrieden mit der Kamera. Das Rauschen bis Iso 1200 erscheint mir sehr erträglich.
Meine Plattform ist ein Eigenbau mit Antrieb in beiden Achsen. Für Langzeitbelichtung (120s und mehr) mit dem Dobson nutze ich einen ebenfalls gebrauchten Lacerta mgen autoguider. Für die ersten Tests mit Normalobjektiv habe ich das Stativ der Kamera mit Kabelbinder auf der Plattform befestigt (sind die Aufnahmen von Orion und M31).

Test-Fotos siehe Anhang. Richtig lange Belichtungszeit von einer Stunde oder mehr in Summe habe ich noch nicht riskiert, da ich mit der Ausschuss-Rate noch unzufrieden bin, und auch mit Lichteinfall an der Basis vom Okularauszug und Sucherfenster zu kämpfen hatte.

Ich denke aber der Durchbruch steht kurz bevor ;-)

Den UV/IR Sperrfilter will ich noch ausbauen.

Eine Sache will ich aber nicht unerwähnt lassen: wenn deine Plattform nur einen Antrieb in Rektaszension hat dann wirst du auf die Methode mit Belichtungszeiten von 1 bis 3 Sekunden gehen müssen, und anschließend stacken sehr vieler Einzelaufnahmen.

Das geht natürlich mit der Zeit zu lasten der Verschluss-Mechanik einer DSLR, wenn du eine Stunde und mehr Gesamtbelichtungszeit pro Aufnahme willst.

Eine Verschluss-lose Kamera wäre was diesen Aspekt angeht von Vorteil.

Außerdem möchte ich noch anmerken das dieses Teil absolut essenziell für mich ist: Digitale Teilkreise mit Encodern und Kabeln war Gestern -> Heute gibt es Plate-Solving

Absolut genial meiner Meinung nach. Ich habe die Aufnahme fürs Mobiltelefon mit Kabelbindern am Telrad Sucher befestigt. Zu sagen dass das Teil ungemein hilft die Objekte zu finden wäre noch stark untertrieben.



Gruß,

Simon
 

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Hallo Stefan,

Ganz anders sieht es dann mit einer Asi533 aus. Das sind dann gleich 1000€.
Übrigens, ich habe nur Kameras ohne Kühlung. Spart eine Menge Geld.

Alternativ zu einer ASI533 in neu könnte man sich auch eine Player-One Saturn holen. Die Saturn hat durchaus einige Features die ich von der ZWO nicht kenne und geht für $600 von China aus auf die Reise. Für weiter $50 gibt es noch eine passive Kühlung oben drauf! Ist aber trotzdem 3 x € 150 teuerer und vielleicht kommt beim Import noch ein paar € oben drauf.

Servus - MünchenBeiNacht - Ewald
 
Danke für eure Antworten.

Teleskop Express hat gerade bestätigt, dass man mit einer DSLR am GSO Dobson nicht in den Fokus kommt. Eine Barlow möchte ich nicht verwenden. Dann würde nur noch eine Kürzung des Tubus helfen. Ob ich das möchte ???
Bleibt tatsächlich wohl nur eine Astrokamera wie die Asi294 oder Asi533 oder vergleichbare.
 
Moin,

das wäre ja auch die bessere Lösung für Deinen Ansatz mit der EAA - dann nimmst Du Video auf, hast eine verschlußlose Kamera und brauchst Dir da keine Sorgen machen.

Ansonsten, DSLR/DSLM geht wenn der Fokus nicht erreichbar ist sowieso nicht, Tubus kürzen würde ich nicht, allein wenn Du deinen Raketenwerfer mal verkaufen willst ...

Da es Alternativen gibt würde ich die auch ziehen.

Ich würde allerdings erstmal deutlich preiswerter anfangen als mit ner Asi 294 oder Asi533, da bist Du ja gleich bei 1.000€ oder mehr, schau mal bei den einfachen Guiding-Kameras, zum austesten reichen die allemal, dann weißt Du ob Dir das Spaß macht, ok, sonst Finger weg. Einen Tausender würde ich dafür definitiv NICHT so auf's Geratewohl investieren. Für die ersten Gehversuche müßte es da auch <200€ was geben, und wenn's gebraucht ist.

CS
Jörg
 
Hi @Stefan74 ,

hol dir doch die SVBony SV305:

Ist die günstigste, die es mit dem IMX290 Sensor gibt.

Habe ich auch. Für DeepSky ist sie aber aufgrund des relativ kleinen Sensor nicht ganz so gut geeignet. Am besten noch einen Reducer benutzen.

Gruß
Peter
 
Hi,

hol dir doch die SVBony SV305:


Habe ich auch. Für DeepSky ist sie aber aufgrund des relativ kleinen Sensor nicht so gut geeignet. Am besten noch einen Reducer benutzen.

Gruß
Peter
Ja, ich dachte so in Richtung asi178.
 
Moin,

da wär bei mir dann aber für einen "Versuch" Sabbatt. 500 Okken sind kein Pappenstiel. Die SVBony kriegst Du schon für um die 200€, das würde ich erstmal versuchen ob Du überhaupt damit klar kommst. Wenn nicht kannst Du die auch als Guiding-Kamera wieder verticken.

CS
Jörg
 
Hi,
Zu der Überschrift
Ich habe ne Canon 500d und 600d.
Beide für je 120€ gekauft (haben ca 6000 und 9000 Auslösungen)
Die 500er hab ich mir von Markus astromodifizieren lassen.
Die 600er hat ein Klappdisplay, das ich absolut nicht mehr missen möchte. Gerade erstrecht, wenn die Kamera auf dem Teleskop ist.
 
Moin,

so'n Klappdisplay ist für mich immer dann schnieke, wenn kein Rechner an der Kamera hängt, sonst macht man da Männchen beim Scharfstellen per Bildschirmlupe. Wenn man das nicht mehr machen muss (z.B. w.g. Motorfokus), ist es eigentlich egal, dann bedient man die Kamera eh vom Rechner bzw. läßt bedienen.

Das beschränkt sich nicht nur auf Astro, auch bei Makro usw. und Stativnutzung hat die Sache echt Charme. Normal fotografieren kann ich mit dem Teil nicht, da fehlt irgend eine wirklich gute Idee gegen Streulicht.

An meiner "M" habe ich so ein Klappteil am Display, da die Ur-M noch einen festen Bildschirm hat, das macht es besser mit der Erkennbarkeit, aber gut ist was anderes. Die Helligkeit der Displays, auch der klappbaren, ist da begrenzt und am Tag nervt das.

CS
Jörg
 
Zum Problem mit dem Fokus bei dslr: das hatte ich natürlich auch, bzw. bereits mit dem Explore Scientific Komakorrektor beim visuellen beobachten.

Ich hab dann hin und her überlegt, allerdings wollte ich meinen original erhaltenen „Oldtimer“ auch nicht absägen.

Schließlich ist mir eine Lösung eingefallen. Die Spiegelzelle in meinem Dobson wird mit drei Schrauben über durch Federn vorgespannte Flügelmuttern gehalten und justiert.

Ich habe statt der Schrauben drei längere Stücke Gewindestangen verbaut, und unter die Federn Scheiben aus Holz untergelegt, die ich mit einem Lochsäge-Aufsatz für die Bohrmaschine hergestellt habe.

Dadurch wandert die Spiegelzelle im Tubus weiter nach vorn. Die Distanz kann man durch die Anzahl und/oder Dicke der Scheiben sogar justieren.

Ich hatte bedenken das man die Löcher in der Grundplatte auf der die Spiegelzelle sitzt vergrößern muss, weil durch die längeren Gewindestangen der Weg den sich die Flügelmuttern in radialer Richtung beim einstellen bewegen können größer wird.

Tatsächlich waren die Löcher groß genug, und das einstellen geht jetzt sogar viel weicher als früher, da das Lochbild in der original Spiegelzelle nicht ganz exakt zum Gegenstück gepasst hat.

Ein weiterer Vorteil der Konstruktion besteht darin, dass dadurch genug Platz für das extra Gegengewicht entstanden ist, das ich aus einer rostfreien Stahlplatte ausgeschnitten habe.

Denn das Gewicht von Komakorrektor, Kamera und Autoguider kommt schnell über ein kg. Wegen des Hebels waren ca. 3kg extra unter dem Hauptspiegel nötig, das sollte man nicht unterschätzen.

Im Anhang sind Bilder der ganzen Konstruktion zu sehen.
Die original Spiegelzelle welche der Hersteller GAT Telescopes 1994 verbaut hatte war etwas „oldschool“, nämlich ein Brett auf welches der Spiegel mit Silikon und Panzertape aufgeklebt war (Der Spiegel selbst ist dagegen von überragender Qualität)

Deswegen hab ich gleich eine neue Zelle gebaut, mit Wippen und seitlichen Aufnahmen mit Kugellagern in der Schwerelinie, ausgelegt mit Plop und dem „mirror edge support calculator“. Ob das unbedingt nötig war weiß ich nicht, aber die Methode mit Silikon und Panzertape erschien mir auch nicht ganz leicht beherrschbar, und ab musste er weil sonst die Schrauben aus dem Brett wo er draufgeklebt war nicht raus gegangen wären.

Dadurch das ich eine 3/8 UNC Gewindestangen verwendet hab konnte ich die original Flügelmuttern weiter benutzen, und von außen sieht das Teleskop 100% original aus.
 

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