Sehr gutes Ergebnis Andreas.
Könntest Du bei Gelegenheit mal etwas genauer erklären, was Du da genau gemacht hast? Ich hab nämlich auch GIMP und würde sowas auch sehr gern mal probieren.
Danke und Gruß
Matthias
Danke! Klar, gerne doch.
Also, es gibt wohl einfachere Wege, ich bin noch am experimentieren, aber ich dokumentiere einfach mal was ich gemacht habe.
Kurz die Idee hinter folgendem Workflow: ich gehe von folgenden Annahmen aus:
- (a) das Foto ist von einem relativ gleichmässigen Schleier auf der gesamten Fläche überzogen
- (b) der Schleier ist aber nicht überall identisch, sondern verändert sich über größere Distanzen im Farbwert und der Helligkeit ganz leicht.
Ich bin folgendermassen vorgegangen:
1) Ich will eine Negativ-Maske erzeugen. Erster Schritt dazu: lichte Bereiche aus dem Bild entfernen. Ich verwende dazu das Farbkurven-Tool, und ermittel, welcher Farbwert die höchste Dichte hat. Kurz dahinter schneide ich die Farbkanäle ab. Dazu setze ich exakt vier Punkte im Diagramm, die kann man glaube ich im Screenshot erkennen. Den ersten ganz rechts unten, dann einen zweiten nach der rechten Flanke des Farbdichten-Peaks. Den dritten schliesslich, um eine einigermassen gerade Linie vom linken Ursprung bis zum Cut-Punkt zu bekommen. Und weil der Gimp immer versucht, die Kurven harmonisch zu machen, eckig wäre aber hier am besten, gibts noch einen vierten Punkt auch in der Nähe des Schnitts an der rechten Flanke. Wie man an der Vorschau erkennt, sind nun die hellen Bereiche, also die Sterne und die Galaxie nunmehr schwarz. Schwarz ist noch nicht ganz der richtige Wert, aber immerhin, sie sind weg. OK drücken um den Filter anzuwenden.
2) Ich gehe nochmals in den Kurven-Filter, und versuche die jetzt schwarzen Stellen an den restlichen Hintergrund anzugleichen. Man erkennt, daß Gimp nicht ganz korrekt gerechnet hat, denn das Histogramm hat ein paar kleine Lücken, aber das ist nicht weiter schlimm, Dither wird es später richten. Ich setze zwei Punkte: den ersten wieder rechts an die Stelle neben dem Peak wo ich in Schritt 1 schon mal einen hingesetzt hatte (eigentlich müßte man den auf die linke Flanke setzen um (b) zu erfüllen, naja...). Und dann nehme ich den Punkt links unten im Ursprung in die Hand und schiebe ihn so weit in die Höhe, bis zwischen den hellen und dunklen Stellen kein Unterschied mehr wahrzunehmen ist. Ähnlich wie man das mit einem Fettfleck auf einem weissen Blatt Papier macht: ist der Hintergrund so hell wie der Vordergrund, wird der Fleck unsichtbar.
3) Dithern mit großzügigem Radius (z.B. 20 Pixel)
4) Diese Ebene auf den Modus "Abziehen" stellen und das originale Foto in eine neue Ebene laden. Fertig.
Gimp zieht dann die obere Ebene von der unteren ab. Wenn man die Ebenen vertauscht hat, tut sich nichts. Also wenn sich nichts tut, einfach die Ebene vertauschen, die Abzieh-Eben muß nach oben.
Wie gesagt, das ist momentan ein Experiment, für Schritt 2 gibt es sicher einen einfacheren Weg, bestimmt auch für den ersten, aber da bin ich noch am Probieren. Und eigentlich wäre das eine Aufgabe für eine schlaue Software, so eine Maske automatisch zu erstellen, die den Content (alles überdurchschnittlich Helle) erkennt und mit der umgebenden Hintergrundfarbe auffüllt, dann diese Maske vom Motiv abzieht.
Und weiter gedacht, würde ich dieses Verfahren gerne auf jeden Sub-Frame (oder Sub-Image) anwenden, _bevor_ gestackt wird, um die Bildqualität insgesamt zu verbessern. Dann spielt es keine Rolle mehr, ob man durch Suppen gucken muß.
Gruß und CS
Andreas