Eine Liebeserklärung an die einfache Astronomie

Hydrazine

Mitglied
Nach Jahrzehnten Interesse am Weltraum endlich irgendwann den Sprung in die visuelle Astronomie geschafft. Und bei der Suche nach Informationen zum Einstieg den Wald irgendwann vor lauter Bäumen nicht mehr gesehen.

Dabei kann es eigentlich so einfach sein.

Viele schielen am Anfang in die Astrofotografie, EEA oder »computerisierte« Teleskope und bekommen sehr viele gut gemeinte Ratschläge. Die Einstiegsfragen wiederholen sich, ebenso die Kaufempfehlungen (8" Dobs, go-to ...) und Komplikationen. Aber selten ein Rat zum einfachem Beobachten mit einfachen Mitteln.

Dabei kann man auch mit einem "Aussteigergerät" eine Menge sehen: Bei mir (uns) ein klassischer 60/900 Refraktor von Tasco. In den 90ern (80er?) im Kaufhaus 🫣 erstanden, im Keller gereift und dann für knapp über Porto weitergezogen. Tubus und Mechanik japanisch-solide, parallaktische Montierung zum Einstieg konfus ("warum kann ich das nicht höher stellen?"), Stativ etwas zittrig und die Okulare (0.96") nur naja.

Aber der Blick in den Himmel 😲

Selbst die antiken Geräte mit geringen Ansprüchen können einen für das Hobby begeistern -- ohne viel Technik nur mit sich selbst und ein paar Linsen unter dem Himmel. Das reicht selbst um in der Stadt echt viel in den Sternen zu sehen. Der Mond ist bei klarem Himmel mit 9mm auch in der Preisklasse beeindruckend. Jupiter-Wolken und Monde sieht man mit 12,5mm in einem 60 f/15 bei gutem Seeing glasklar. Zum ersten Mal die Saturn-Ringe mit eigenen Augen. Im Orionnebel das Trapez und die Pleijaden im (besseren) 20mm Ortho. Und immer ein gutes 8x42 Fernglas dabei (das hat sich wirklich gelohnt).

Ein faszinierendes Hobby.

Vielleicht sollte man es am Anfang nicht so kompliziert machen.

Einfach visuell Beobachten.
 
Ich kann mich an so einige Abende erinnern: die Foto-Jäger beschäftigten sich mit Kabeln, Treibern und falschen Ports. Ein permanentes Fluchen lag über dem Feld. Der Visuelle betrieb in der Zeit Astronomie. Ist einige Jahre her, heute sind die Fotografen meist erfolgreich, da sich viel an der Technik getan hat. Und wenn es einmal läuft kann man im Liegestuhl in den Himmel schauen.

Bei mir läuft gerade das Teleskop remote über Sequenzer im Garten, während ich im warmen Sitze. Dem folgen die Tage noch Flats, Flatdarks und ein paar Stunden EBV. Technikschlacht, aber kein Naturerlebnis. Freue mich schon wieder auf eine Nacht am Okular im Feld.

Und ja, die einfachen Teleskop haben auch ihren Himmel!

CS
Dirk
 
in vielen Threads zu Anfängerfragen kommt schon der Hinweis, erstmal mit einfachen Mitteln (Fernglas) anzufangen. Natürlich kommt auch immer einer mit dem 8" Newton daher.

Ich bewundere alle, die es genießen können, den Himmel mit einem kleinen Teleskop zu erkunden.

So habe ich angefangen... wurde aber nie glücklich damit. Dann dachte ich: "mehr Öffnung muss her!" Tatsächlich hatte ich mit einem alten C8 die ersten schönem DSO Beobachtungen. Aber bei meinem schlechten Vorstadthimmel umd meiner mangelnden Geduld war das einfach nie wirklich befriedigend.

Nun, mit EAA, bin ich in meiner Welt! Es ist einfach mein Ding!

Trotzdem habe ich immer das 7 x 50 ZEISS Monokular dabei und hoffe, mal nebenher die Kurve damit zu kriegen... ;)

Am Ende muss wohl jeder seinen Weg finden und ich denke ich muss kein schlechtes Gewissen haben, nur weil mir 'einfach visuell beobachten' nicht liegt.

Trotzdem würde ich jedem empfehlen, den Einstieg in die Astronomie erstmal mit einfachen Mitteln zu wählen und dann zu sehen wo die Reise hingeht.

CS.Oli
 
Zuletzt bearbeitet:
Guten Morgen auch zusammen,

in vielen Threads zu Anfängerfragen kommt schon der Hinweis, erstmal mit einfachen Mitteln (Fernglas) anzufangen.
ich finde auch, das meist darauf hingewiesen wird kleiner anzufangen. Manuell anzufangen. Meist ist ja auch das Startbudget der Art gestaltet, dass kaum bis gar nichts anderes möglich ist.
Die Einsteiger die gleich mit 2k, 3k oder gar 4k € Investment daher kommen, nun ja, eher seltener Natur. Was da daraus dann wird, in vielen Fällen, ist dann den jeweiligen Threads zu entnehmen :devilish::affemund:. Und da, trotz aller Warnungen eine Stufe oder auch zwei niedriger anzufangen, drauf zu beharren. Mei ... ... ...
Auch fällt halt zu meist dann das Stichwort 8" Dobson, m.E. auch aus gutem Grund. Das Teil hat ja in seiner Urform so gar nichts mit eTechnik und dem ganzen anderen Geraffel zu tun.

Ich habe auch rein visuell und manuell angefangen und bereue es bis heute nicht.
Aber im Laufe der Zeit hat sich halt herausgestellt das ich Warmduscher-Beobachter bin ;).
Und kann nur das
Nun, mit EAA, bin ich in meiner Welt! Es ist einfach mein Ding!
bestätigen.

Am Ende muss wohl jeder seinen Weg finden und ich denke ich muss kein schlechtes Gewissen haben, nur weil mir 'einfach visuell beobachten' nicht liegt.
:y:

Für mich ist auch nach wie vor der Weg über das rein visuelle Beobachten und mit rein manuellen Mitteln der bessere Weg. Wenn man das mehr oder weniger gut beherrscht kann man sich an die nächsten Baustellen ran tasten. Anstatt gleich 5 Baustellen gleichzeitig auf zu machen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Nach Jahrzehnten Interesse am Weltraum endlich irgendwann den Sprung in die visuelle Astronomie geschafft. Und bei der Suche nach Informationen zum Einstieg den Wald irgendwann vor lauter Bäumen nicht mehr gesehen.

Dabei kann es eigentlich so einfach sein.

Viele schielen am Anfang in die Astrofotografie, EEA oder »computerisierte« Teleskope und bekommen sehr viele gut gemeinte Ratschläge. Die Einstiegsfragen wiederholen sich, ebenso die Kaufempfehlungen (8" Dobs, go-to ...) und Komplikationen. Aber selten ein Rat zum einfachem Beobachten mit einfachen Mitteln.

Dabei kann man auch mit einem "Aussteigergerät" eine Menge sehen: Bei mir (uns) ein klassischer 60/900 Refraktor von Tasco. In den 90ern (80er?) im Kaufhaus 🫣 erstanden, im Keller gereift und dann für knapp über Porto weitergezogen. Tubus und Mechanik japanisch-solide, parallaktische Montierung zum Einstieg konfus ("warum kann ich das nicht höher stellen?"), Stativ etwas zittrig und die Okulare (0.96") nur naja.

Aber der Blick in den Himmel 😲

Selbst die antiken Geräte mit geringen Ansprüchen können einen für das Hobby begeistern -- ohne viel Technik nur mit sich selbst und ein paar Linsen unter dem Himmel. Das reicht selbst um in der Stadt echt viel in den Sternen zu sehen. Der Mond ist bei klarem Himmel mit 9mm auch in der Preisklasse beeindruckend. Jupiter-Wolken und Monde sieht man mit 12,5mm in einem 60 f/15 bei gutem Seeing glasklar. Zum ersten Mal die Saturn-Ringe mit eigenen Augen. Im Orionnebel das Trapez und die Pleijaden im (besseren) 20mm Ortho. Und immer ein gutes 8x42 Fernglas dabei (das hat sich wirklich gelohnt).

Ein faszinierendes Hobby.

Vielleicht sollte man es am Anfang nicht so kompliziert machen.

Einfach visuell Beobachten.
Hallo und willkommen,

Ich stimme dir voll zu. Ich habe mit einem Billig FH 70/900 vor 3 Jahren wieder angefangen. Als Montierung diente jedoch eine solide Uraltmontierung. Danach wurden die Instrumente immer kleiner!
Jetzt habe ich sogar das zusammen mit den Kindern gewagt:

Baumarkt-Teleskop

ich bin von den Kleinen begeistert. Vom Beroflex Umbau bis zum Novalux.
Auch mein FH60/700 mit 0,965" Okularen kommt zum Einsatz :)

Viele Grüße Mark
 
Hallo Hydrazine,

danke für Deinen erfrischenden Beitrag! "Aussteigerteleskop" - ein wunderbares Wort!

Gruß, Christopher
 
Servus "Hydrazine",

willkommen im Forum! Ja, jedes Teleskop hat seinen Himmel. Wenn mich der Blick durch ein kleines Teleskop nicht fasziniert, brauche ich mir ein großes gar nicht zu kaufen – ganz deiner Meinung.

Die visuelle Astronomie ist Faszination pur und das lese ich auch aus deinen Zeilen. Zum ersten Mal die Ringe des Saturn zu sehen, hat einfach was. Ich erinnere mich, schemenhaft, wie cool ich es fand, als Kind zum ersten Mal den Saturn im Fernglas als länglich zu sehen, also indirekt die Ringe wahrnehmen zu können.
Oder später, als ich mein erstes Teleskop hatte (60 mm Öffnung, ein kleiner Kaufhausrefraktor) die Ringe dann wirklich als Ringe zu sehen.

Viele schielen am Anfang in die Astrofotografie, EEA oder »computerisierte« Teleskope und bekommen sehr viele gut gemeinte Ratschläge. Die Einstiegsfragen wiederholen sich, ebenso die Kaufempfehlungen (8" Dobs, go-to ...) und Komplikationen. Aber selten ein Rat zum einfachem Beobachten mit einfachen Mitteln.
Schwer zu sagen. Hier in diesem Forum scheinen 99% (gefühlt, nicht berechnet) der Beiträge von Seiten der Fotografen zu kommen. Und wenn ich im visuellen Unterforum schmökere dort auch zu gefühlt 90% nur Planeten und Mond. Deep Sky-Objekte sind Mangelware?!

Man darf aber nicht vergessen, dass visuelle Beobachter die Zeit am Teleskop genießen und nicht unbedingt davon berichten. Ich finde das zwar schade, wenn nicht berichtet wird, da Beobachtungsberichte dazu dienen können, Inspirationen und Ideen zu bekommen und auch die Ergebnisse vergleichbar sind (bei Angabe der Begleitumstände). Viele der "Genießer" sind aber eben nicht in Foren unterwegs. Fotografien hingegen kann man vorzeigen. Ein Bild ist schnell hochgeladen und kann Aufmerksamkeit erzeugen. Daher ist der prozentuale Anteil der Fotografen einfach sehr hoch. Aber auch hier sind sehr gute bis exzellente visuelle Beobachter aktiv.

Nochmal zu kleinen Optiken: ich schaue selbst dann gerne ausgiebig und lange durch eins meiner beiden Fernglöser, wenn ich meinen "Dino" aufgebaut habe. Der Blick auf einen 22-Zoll-Spiegel ist toll, aber das Fernglas zeigt eben viel Feld, das ganze Sternenfeld nebst Umgebung. Der Dino zeigt "nur" einen winzigen Detailausschnitt. Aber beides hat was! Ich will die kleinen Optiken nicht missen.

Liebe Grüße und weiterhin viel Freude an der Faszination Sternenhimmel,
Christoph
 
Servus,

Ich schlage mal einen Blick vor auf
Und seine Teleskopbauweise hat die Amateurastronomie völlig verändert !

Lg,
Peter
 
Hallo zusammen,

viele interessante und für mich nachvollziehbare Standpunkte. Einfach anfangen ist gut, sonst verheddert man sich in der Technik, bevor es Erlebnisse gibt.
Es hat sich technisch sehr viel getan. Mein erstes Teleskop (6" Newton) bekam ich 1978. Wahnsinn wenn man zum ersten Mal selbst den Mond und die Planeten erlebt und selbst vom Münchner Balkon aus waren damals ein paar Deep Sky Objekte zu erhaschen. An richtige Astrofotografie dachte ich lange nicht und habe es bewusst für mich ausgeschlossen.

So war beim 3. ITT am Wöllaner Nock anno 1988 die Situation exakt wie oben beschrieben: auf der einen Seite des Feldwegs die mit der Technik kämpfenden Fotografen, leise Flüche vor sich hin murmelnd. Auf der anderen Seite die Aaahhs, Oohs und UUiis der visuellen Beobachter. So nahe können Frust und Lust beieinander liegen.

Durchaus ähnlich, wenn auch sozusagen auf höherem Niveau, dasselbe anno 2016 in Namibia. Paul Hombach und ich beobachteten visuell mit einem gemieteten Dobson und hatten einen Riesenspaß. Immer wieder kamen frustrierte Fotografen angeschlichen und freuten sich, bei uns auch mal durchzugucken. Da habe ich mich (noch!) gefragt, warum die sich das eigentlich antun.

In einem Zeitraum von 15 Jahren habe ich überwiegend Deep Sky beobachtet und meine Ergebnisse mit Sternfreunden in der Umgebung nicht öffentlich geteilt. Dabei entstand meine Software "Eye&Telescope". Sie war meine Antwort auf die Frage, wozu visuelle Beobachter einen Rechner einsetzen können, um mehr zu sehen.

Etwas später habe ich die für mich so lange brachliegende Fotografie (nein, nicht Astro...) wieder belebt und wollte außer Urlaubs- und Familienfotos mal wieder "an sich" fotografieren. Mit der dann vorhandenen Ausrüstung habe ich einfache Himmelsfotos gemacht und fand es erstaunlich, wieviel von den heimischen, nicht gerade besonders dunklen Orten aus auf den Bildern ankam. Die größte Hürde war die Bildbearbeitung, aber die wollte ich ja auch für die terrestrischen Motive erlernen. Dachte ich auch nicht, dass ich das mal mache. Früher wurden Dias fototgrafiert und alles was uninteressant oder technisch misslungen war, landete im Mülleimer. Doch mit der Digitaltechnik fingen zunächst nette Bilder zu strahlen an und das faszinierte mich.

In Kürze die weitere Entwicklung: StarAdventurer und Fotoobjektive, 80mm Refraktor und ein C8, erst eine AVX Montierung und dann eine CGX. Damit mache ich nun gerne Bilder von den "alten Bekannten", die ich visuell oft gesehen habe und freue mich über die vielen Details, die ich höchstens unter besten Bedingungen in den Alpen oder in Namibia mit großen Öffnungen sehen konnte. Die Gelegenheiten für solche Reisen sind nicht alle Tage und wenn man Klimaschutz unterstützen will, sind solche Fernflüge sparsam zu dosieren. Aber mein Geraffel im Garten aufbauen kann ich immer wenn das Wetter gut ist.
Während dann die Maschine läuft, hole ich mir gerne einen 12" Dobson aus der Garage und beobachte visuell. Natürlich auch das Ziel des Fotos, aber ansonsten was halt gerade erreichbar ist und Spaß macht.

Diese Zweigleisigkeit ist für mich der Weg. Denn ich war visuell an einem Punkt angelangt, wo ich abseits von seltenen Reisen keine rechte Lust mehr hatte, Deep Sky zu beobachten. Natürlich habe ich noch nicht alle Objekte gesehen, die für die Öffnung und den Himmel erreichbar sind, aber alle meiner Meinung nach halbwegs interessanten. Mit 2000 Beobachtungen im Logbuch hatte ich einfach keine Lust darauf, die nächsten Jahre kleine faint fuzzies abzuklappern. Ja, es gibt Zillionen kleiner schwacher elliptischer Galaxien ohne irgendwelche interessanten Features. Die soll sich anschauen wer möchte.

Ich sehe also heute die Fotografie als eine Erweiterung der visuellen Möglichkeiten unter suboptimalen Bedingungen. Ich würde jederzeit die visuelle Beobachtung mit großer Öffnung unter sehr guten Bedingungen vorziehen, statt dann "ernsthaft" zu fotografieren. Einen StarAdventurer mit der Kamera drauf hinstellen geht aber immer ;-)

Es ist also kein "Entweder - Oder", sondern ein "Sowohl als auch". Wir haben bei unserem Stammtisch ein paar visuelle Beobachter, die inzwischen sehr viel Spaß mit ihren "schmerzfreien" Seestars haben. Die wären aber niemals damit eingestiegen und vernachlässigen deswegen nicht die visuelle Beobachtung.

Vermutlich wird mehr über visuelle Mond- und Planetenbeobachtung berichtet, weil man dazu keinen so dunklen Himmel braucht. Je mehr Lichtverschmutzung, desto schwieriger wird doch Deep Sky visuell.

Mein Rat an Einsteiger wäre selbstverständlich, sich den Himmel visuell zu erschließen. Sternbilder kennenlernen, mit der Drehbaren Sternkarte verstehen, wie sich das Zeugs da oben bewegt, dann mit einem Fernglas (am besten gleich einem teuren, guten!) weitermachen und den Kontakt zu Sternwarten oder Teleskopbesitzenden suchen. Wenn man dann einschätzen kann, was womit geht und was einem liegt, kann man weiter planen. Manche Einsteiger wollen alles auf einmal, davon sollte man sie abbringen.
 
Hallo

Ein faszinierendes Hobby.
Vielleicht sollte man es am Anfang nicht so kompliziert machen.
Einfach visuell Beobachten.
Ja die Astronomie ist schon ein faszinierendes Hobby, das ich schon seit fast 50 Jahren betreibe, mal mehr mal weniger intensiv.
Visuelles Beobachten ist schon schön, aber wenn ich mir den Fortschritt der Lichtverschnutzung anschaue, macht es bei mir
kaum einen Sinn Nebel/gasförmige Deep-Sky-Objekte anzuschauen (außer den Orionnebel vielleicht).
Sterngebilde wie offene+ kugelige Sternhaufen gibt es davon schon mehr.
Deshalb schaue ich und viele andere Hobbyastronomen eben Mond und Planeten sich visuell an, die hell genug sind und nicht
im Lichtdunst versinken.
Vermutlich wird mehr über visuelle Mond- und Planetenbeobachtung berichtet, weil man dazu keinen so dunklen Himmel braucht. Je mehr Lichtverschmutzung, desto schwieriger wird doch Deep Sky visuell.
Genau so ist es.
Wenn man fotografisch unterwegs ist, hat man auch bei einem "schlechten Himmel" die Chance DSO zu "beobachten"(abzubilden).
Allerdings artet das oft in einer Materialschlacht der eingesetzten Technik aus. Wenn man sich manche Ergebnisse anschaut,
muß man feststellen, dass zig Tausend Euronen investiert in Kamera+Software und AufnahmeInstrument wurden, um diese
Aufnahmen zu machen.
Aber die muß man ja nicht mit machen. Wozu soll ich zum x-Mal den Andromeda-Nebel ablichten.
Es gibt zig Aufnahmen im Internet von den DSO´s .
Ich mache inzwischen auch mehr fotografische Aufnahmen, aber dann von zeitlich einmaligen/begrenzt sichtbaren Objekten
wie Nova/Supernova´s , NEO´s u.a.

Es geht aber auch inzwischen so:

Wir haben bei unserem Stammtisch ein paar visuelle Beobachter, die inzwischen sehr viel Spaß mit ihren "schmerzfreien" Seestars haben. Die wären aber niemals damit eingestiegen und vernachlässigen deswegen nicht die visuelle Beobachtung.
Zu diesem Automaten (Seestars & Co), denn anders kann man sie ja wohl nicht bezeichnen, habe ich meine bedenken,
insbesondere wenn Beginner auf so was setzen und damit anfangen.
Sie werden dadurch ja nur noch zum Bediener dieser Automaten. (mehr ist ja auch kaum noch nötig)
Die Ergebnisse sind manchmal schon erstaunlich, aber selbst mit kleinen Fotooptiken nicht echt konkurenzfähig.

Aber darüber kann man verschiedener Meinung sein.
Das ist auch so mit GoTo - für einen Beginner bestimmt eine Erleichterung Objekte zu finden, die aber auch oft
enttäuschen, weil zig Tausend Galaxien u.a. DSO´s in den Datenbanken vorhanden sind.

Sich selbst halbwegs gut am Sternenhimmel orientieren zu können, ist schon von Vorteil.
Und da hilft am Anfang das visuelle Beobachten mit dem Fernglas ganz besonders.


VG+CS Dieter
 
Zuletzt bearbeitet:
Moin! Ich war über 40 Jahre nur "Visueller", und das wird für mich auch meine wahre Astronomie bleiben! Ich hatte einige wenige Versuche, analoge Fotografie anzufangen, habe aber immer schnell abgebrochen, als ich merkte, daß ich mich dafür mit allem möglichen beschäftigen muß, bloß nicht mit Himmelsbeobachtung. In den letzten Jahren habe ich aber Spaß an "minimal-digitaler" Fotografie gefunden. Am Teleskop ohne viel Gerödel, nur DSLM angeklemmt und los, ohne Guiding, nur der programmierbare Drahtauslöser ist erlaubt. EBV auch nur unkomplizierte Routinen - die Ergebnisse nenne ich Erinnerungsfotos, mehr soll es auch nicht sein. Andererseits bin ich von den Möglichkeiten und Ergebnissen der digitalen Amateurastrofotografie begeistert, ich habe die ganze Entwicklung verfolgt und erlebt, und inzwischen ist die Fotografie natürlich auch ein Einstiegsportal in die Astronomie. Als ich angefangen habe, war sie das oberste Ende der Fahnenstange! Bin gespannt, wie es weitergeht!

Gruß, Michael
 
Zu diesem Automaten (Seestars & Co), denn anders kann man sie ja wohl nicht bezeichnen, habe ich meine bedenken,
insbesondere wenn Beginner auf so was setzen und damit anfangen.
Sie werden dadurch ja nur noch zum Bediener dieser Automaten. (mehr ist ja auch kaum noch nötig)

Das ist auch so mit GoTo - für einen Beginner bestimmt eine Erleichterung Objekte zu finden, die aber auch oft

enttäuschen, weil zig Tausend Galaxien u.a. DSO´s in den Datenbanken vorhanden sind.

Sich selbst halbwegs gut am Sternenhimmel orientieren zu können, ist schon von Vorteil.
Und da hilft am Anfang das visuelle Beobachten mit dem Fernglas ganz besonders.


VG+CS Dieter
Ja, das ist der Punkt. Will man was lernen und verstehen oder ist es nur eine Laune ohne den Willen, sich das Thema zu erarbeiten?
Mit der ganzen Technik heutzutage denken vermutlich manche Neugierige, das probiere ich auch mal aus. Und stehen dann wie der Ochs vorm Berg weil sie merken, dass da ohne Ahnung eigentlich gar nix geht. Schritt für Schritt erschließt sich alles, aber es gibt halt keine Abkürzung.
 
Danke für die vielen Meinungen und Anekdoten. Und schön, dass es noch andere gibt, die die begrenzte visuelle Welt der 60mm Refraktoren schätzen können. Selbst wenn der Aufbau bei jedem Fokussieren zittert, den Orionnebel findet man trotzdem :)

Man muss sich natürlich nicht auf die kleinen Optiken beschränken oder schlechtes Gewissen haben, weil man aus der warmen Stube EEA macht. Die Faszination Sternenhimmel geht eben auch einfacher, deutlich unterhalb von 22" Optiken. Die "ganze Technik heutzutage" erscheint vielen vielleicht gar nicht als Abkürzung @Thomas_Pfleger sondern eher als »der Weg«, den man heutzutage nimmt (und als Anfänger dann schnell scheitert). Man sieht auch mit 80er-Jahre Kaufhaus FH oder 102mm f/5 Farbwerfer wahnsinnig viel am Himmel, ohne "gleich 5 Baustellen" aufzumachen @Linsensuppe (mbba18)

Die unterschiedliche Sichtbarkeit von Astrofotografie und visuellen Beobachtern ist interessant. "Teilen" kann man visuell neben Berichten und Skizzen (die faszinierend sind!) nur wenig -- vielleicht zieht es deshalb viele zur AF. Die Bilder sind aber auch einfach schön anzuschazen. Als Beobachter sitzt man im Zweifel 2h in der Nacht und hat seine Ruhe an einem simplen Gerät -- die Faszination kommt ohne Fotos nur schwer rüber, das stimmt @Lucifugus Und bei vielen Sternenfreunden sind die ersten Saturn-Ringe schon Jahrzehnte her, da sind Ziele und Ansprüche höher als beim Neu/Wiedereinsteiger, der das Forum liest.
 
Danke für die vielen Meinungen und Anekdoten. Und schön, dass es noch andere gibt, die die begrenzte visuelle Welt der 60mm Refraktoren schätzen können. Selbst wenn der Aufbau bei jedem Fokussieren zittert, den Orionnebel findet man trotzdem :)

Man muss sich natürlich nicht auf die kleinen Optiken beschränken oder schlechtes Gewissen haben, weil man aus der warmen Stube EEA macht. Die Faszination Sternenhimmel geht eben auch einfacher, deutlich unterhalb von 22" Optiken. Die "ganze Technik heutzutage" erscheint vielen vielleicht gar nicht als Abkürzung @Thomas_Pfleger sondern eher als »der Weg«, den man heutzutage nimmt (und als Anfänger dann schnell scheitert). Man sieht auch mit 80er-Jahre Kaufhaus FH oder 102mm f/5 Farbwerfer wahnsinnig viel am Himmel, ohne "gleich 5 Baustellen" aufzumachen @Linsensuppe (mbba18)

Die unterschiedliche Sichtbarkeit von Astrofotografie und visuellen Beobachtern ist interessant. "Teilen" kann man visuell neben Berichten und Skizzen (die faszinierend sind!) nur wenig -- vielleicht zieht es deshalb viele zur AF. Die Bilder sind aber auch einfach schön anzuschazen. Als Beobachter sitzt man im Zweifel 2h in der Nacht und hat seine Ruhe an einem simplen Gerät -- die Faszination kommt ohne Fotos nur schwer rüber, das stimmt @Lucifugus Und bei vielen Sternenfreunden sind die ersten Saturn-Ringe schon Jahrzehnte her, da sind Ziele und Ansprüche höher als beim Neu/Wiedereinsteiger, der das Forum liest.
Hallo,

Ich habe die letzten 2 Abende sogar nur mit einem Selbstbau AC36/450 verbracht. Und es hat richtig Spaß gemacht. Wenn ich mal etwas groß sehen will nutze ich den AC70/900. Und der hat keinen erkennbaren Farbfehler. Demnächst kommt auch der AC60/700 groß zum Einsatz (mit 0,965" Okularen).

Mit gefällt es so.

Viele Grüße Mark
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo und willkommen im Forum und danke für deinen Beitrag. Ich finde es wichtig, den Himmel zu erleben und zu genießen, das Gefühl der Großartigkeit des Gesehenen zu empfinden. Das geht ganz einfach und bedeutet mir viel. Ich fotografiere inzwischen auch, manche Ergebnisse sind ganz gut. In meiner Sternwarte gab es einen Neuling, der hat den Preis eines Kleinwagens in eine tolle Ausrüstung gesteckt und gleich bessere Fotos gemacht, als ich es hinkriege. Der hat aber immer noch keine Ahnung von Astronomie und dieses Gefühl nie erlebt. Wenn er sich damit gut fühlt, ist es auch ok. Mein Weg geht anders und deiner wohl auch. Bleib neugierig, gespannt und beeindruckt.
CS Harald
 
Um das Thema der einfachen Astronomie von Anfang des Jahres nochmal aufzugreifen: auch überschaubare Mittel bringen schöne Himmelsbeobachtungen. Bei mir reichte gestern eine Wolkenlücke und zwei eher simple Teleskope.

Mit einem in die Jahre gekommenen Towa 60S (60mm f/7) aus den 1980ern und Tak Orthos konnte ich eine ganze Weile Saturn beobachten. In Momenten guten Seeings war mit diesem sucher-großen Refraktor auf einer simplen AltAz-Montierung Saturn sehr klar mit Ringen und Mond(en) sichtbar. Danach konnte ich mit einem Vixen New Planet 80S (80mm f/5) eine ganze Weile bei mäßigem Seeing das Sommerdreieck durchwandern: so viele Sterne! Vergrößerung 20-50x, einfache Okulare, Vorstadthimmel. Und der tiefe Mond hatte mit den Mini-Refraktoren hinter und zwischen Wolkenbändern auch seinen Reiz.

Es reichen wirklich einfache Geräte, um schöne Stunden unter dem Sternenhimmel zu haben. Mit den "richtigen" Teleskopen und Okularen hätte ich bestimmt mehr und besser gesehen -- aber mit kleinen Teleskopen und simplen Okularen kann man auch in den Himmel schauen. Und die kleinen Refrakten sind super handlich.
 
Ich möchte dieses Feeling der "einfachen" Astronomie mit einfachen Mitteln und die damit verbundenen wunderschönen Erlebnisse
niemals missen wollen. Bei mir war es in den 80ern dieses grüne Spektiv aus dem Quelle Katalog. Zoom 10-30 fach bei 30mm Objektiv Öffnung.

Saß 1984 als 12 jähriger in einer eiskalten Winternacht abends in der Küche meiner Eltern und guckte damit durch eine Termopen Doppel-
Verglasung die Plejaden an. Werde nie dieses Gefühl und diese Neugier vergessen ... Und ich kann mich sehr gut an dieses Staunen erinnern,
welches mich in dem Moment überwältigte. Soviel Schönheit und Faszination. Das Revue Spektiv bekommst Du heute gebraucht für 5€ auf Ebay.

Für viele ist das heute "Schrott", der ungeliebt in irgendwelchen Kartons verrottet. Für mich war genau dieses Gerät damals "DER HIMMEL" !

Und genau das Gerät von damals steht heute noch in meine Vitrine.

Klar kann ich heute über echtes HIGH End verfügen, wenn ich will. Ich bin Single, muss auf keine Familie Rücksicht nehmen, verdiene gut
und muss meine Ausgaben mit niemandem absprechen. Aber diese Faszination von damals und den gleichen KICK wie mit diesem simplen, einfachen
Teil habe ich danach eigentlich nie wieder erlebt. Für kein Geld der Welt würde ich mich von diesem "einfachen" Teil trennen.

Damit fing alles an ...

Melancholische Grüße
Sascha
 
Hallo Sascha,

ich habe noch den Vorgänger zu deinem 10-30x30. Da war der Ring zum Fokussieren noch hinten am Okular; das Okular war weitwinkliger als beim Nachfolgemodell. Gekauft hatte ich das Mitte der 60er gebraucht für DM 10,- (2 Monate Taschengeld). Auch später hat es mich, klein und leicht, oft begleitet (Ferienlager in Südfrankreich, Brasilien, Japan...).

Und schon schwelgen die alten Leute wieder in Erinnerungen!

CS Gerhard
 
Hallo liebe Leute.
Ich kann Eure Begeisterung gut teilen !
Menschen mit solcher Erfahrung und Erinnerung werden ( leider ) immer weniger.
Entsprechend freut es mich diese " Einstellungen " zum Hobby hier lesen zu können.
Ich beobachte fast nur ( noch ) vom Stadtbalkon aus. Dort sind die Möglichkeiten natürlich
nicht optimal.

Ich nutze dort sowohl meine kleine, visuelle Ausrüstung von Hand wie auch meine " elektronische ". Die für mich dort erreichbaren, hellen Messierobjekte finde und sehe ich dann visuell.

Aber auch meine EAA Kameras nutze ich oft und gerne. Damit ist es mir mit Nachführung möglich ( auch in der Stadt ) Objekte " sehen " zu können welche ich sonst ( egal wo ) mit kleiner Optik nie sehen würde.

Das funktioniert mit meinen verschiedenen, 40-50 Jahre alten M42, Fotoobjektiven sehr gut.
Die dabei entstehenden Ablichtungen sind für mich dann Mittel zum Zweck, wo bei das Sehen der Objekte im Mittelpunkt steht.

Gruss
Marco
 
Die letzten beiden Tage gab es klaren Himmel und ich konnte schöne Stunden mit dem Vixen 80/400 verbringen - wunderbares Stargazing und Wandern im Südhimmel mit dem alten Ultima 35. Auch mit einem einfachen Vixen Silbertop 25mm Plössl gab es schöne kalt-nüchterne Bilder vom Himmel.

Längere Zeit mit γ Del verbracht, durch handliche Intes WA12 und Vixen OR9 Okularen. Später am Jupiter ging dem kurzen Refraktor mit Pentax XL5.2 langsam das Licht aus, dafür gab es am Planet neben den Bändern noch ein paar Bonus-Farben.

Schön einfache Astronomie, und sehr hilfreich dabei - Carbonstative mit AltAz-Montierungen (TS AZT6) für Grab-and Go Teleskope.
 
Hallo,
hier zu früher Stunde ein wenig Senf, "aus alter Zeit": angefangen mit einem Bino 7x50, Stativbau vom Vater (mit 15 J. dazu noch kein Geschick gehabt.) 1963 Kauf des Sternbüchleins "Welcher Stern ist das", habe es noch heute, schon x-mal geklebt und trotzdem noch lesenswert, fast die letzten Seiten: Hinweise zum weiteren Beobachten: Kleinfernrohr für 40fach, E 68 vom Kosmos und 110 mm Newton.....
Das waren noch Zeiten ggü. heute........
Darf dazu sagen, daß eine "Spezialisierung" 1969 stattgefunden hat und mich heute noch ! gefangen nimmt.

Wünsche eine schöne Woche (ob als "Arbeitstier" oder Rentner/Rentnerin)

Gruß Günther
 
Der Himmel war die letzten beiden Nächte sehr transparent, nur die Luft war etwas unruhig. Gestern Abend und heute Morgen hatte ich ein paar ruhige Stunden und konnte Jupiter beobachten, einmal im Osten, einmal im Westen. Erst im Masuyama 20mm im Tak FC-76, dann wieder simpel mit dem 16mm Silvertop Plössl.

Später Stargazing mit dem alten 35mm Eudiascopic (Ultima). Entspannend, ohne genaues Ziel den sichtbaren Himmel abzuwandern und immer wieder Sterne zu entdecken. Bei interessanten Konstellationen oder gerade sichtbaren Sternen dann nicht gleich mit höherer Vergrößerung, sondern einfach das Bild genossen.

Und: So beeindruckend das Bild in modernen 2" Okuklaren mit 100° ist -- Größe und Gewicht finde ich bei einfacher visueller Astronomie teilweise etwas lästig. Kleine, handliche 1.25" Okulare haben in der Handhabung am OAZ auch etwas für sich. Da nehme ich das begrenztere Gesichtsfeld von Orthos/Plössl gerne in Kauf.
 
... Und: So beeindruckend das Bild in modernen 2" Okuklaren mit 100° ist -- Größe und Gewicht finde ich bei einfacher visueller Astronomie teilweise etwas lästig. Kleine, handliche 1.25" Okulare haben in der Handhabung am OAZ auch etwas für sich. Da nehme ich das begrenztere Gesichtsfeld von Orthos/Plössl gerne in Kauf.
Hallo ...
Sehe ich je nach Anwendung und " Vorliebe " auch so.
Ich war gerade eben mit kleinem Refraktor und Binoansatz, mit kleiner, leichter " Tischausrüstung " auf der Sonne unterwegs :). Meine kleine, leichten 10.5 mm, 20 mm und 25 mm 1.25" Okulare funktionieren da je ( nach Seeing - welches heute eher schlecht war / ist ) immer prima.

An einem " grossen " Dobson kann ich mir jedoch 100Grad Feld gut und auch ( je Vergrösserung ) sehr hilfreich vorstellen.

Gruss und einen noch schönen 2. Weihnachtsfeiertag wünsche ich allen ...
Gruss
Marco
 
Hallo liebe Beobachter ...
nun bin ich kein besonders guter Berichteschreiber.

Da ich Heute ab 00.15 Uhr bei minus 2 Grad auf unserem Balkon ( 3ter Stock ) sehr viel Spass bei meiner visuellen Beobachtung ( bei nur 200 mm Brennweite und 50 mm Öffnung ) hatte,

=》... mit meinem kleinen " putzigen " TS ED Reiserefraktor auf Getriebeneiger und Tischmontage,

wollte ich Euch etwas an diesem Spass teilhaben lassen.

Mir hat es insgesamt mal wieder gezeigt warum ich unser schönes Hobby überhaupt betreibe.

... Es ist Gefühl, Genuss und Spass.

Nach dem meine Frau und ich, wir waren bei Freunden zum Essen eingeladen, gegen 00.00 nach Hause gekommen waren habe ich die durchaus guten Himmelsbedingungen genutzt um nach langer Nebelzeit " mal wieder zu schauen " :-)

Schon auf dem Heimweg hatte ich mir dieses, beim Blick aus dem Auto, wegen der guten Bedingungen überlegt.

Meine Frau konnte, wie immer ;-) , dieser Überlegung kaum folgen und ging zu Bett. Für sie ist es, immer in freundlicher Art und Weise, unverständlich wie man ( Mann ) so etwas, nachts bei Minusgraden vorhaben kann, ... bzw. sogar Spass daran finden kann.

Da meine kleine Ausrütung ( ein von vielen ) keine Rüstzeit benötigt war ich also sofort einsatzbereit. Die kleine Optik hat dann auch nur ca. 10 - 15 Minuten benötig im einigermassen brauchbar abbilden zu können. Entgegen vieler Meinungen, unabhängig dieser kurzen Auskühlzeit, ist der kleine ED ein prima nutzbares Gerät. Sowohl Optik als auch Mechanik fünktionieren gut. Also " ich " bin bzgl. Preis / Leistung sehr zufrieden damit ...

... bin ich aber auch fast immer. Warum ?
Na ich sehe ein halb volles Glas Wasser eben als halb voll und nicht als halb leer. Man könnte also sagen ich bin ein positiver Mensch :-)

Nun dann wieder zurück zu meiner Balkonbeobachtung. Verwendet habe ich einfache 1.25" Okulare ( ähnlich der Goldkantenserie ) mit 20 / 15 / 9 / 6 mm. Jedes davon hat mir ganz unterschiedliche Himmelseindrücke der Beobachtungsobjekte vermittelt.

Erst zur beschiebenen Zeit sind die nachfolgen " Astronomischen Basis-Objekte " die jeder gerne schaut, für mich auf dem Stadtbalkon überhaupt ( gut ) und gemeinsam zu sehen.

Begonnen habe ich wie soll es anders sein mit M42. Beim Orionnebel wurden alle Brennweiten der Okulare benutzt. Jede zeigte mir eindrucksvoll die Schönheiten dieses Nebelbereichs und Sternbilds. Mit 6 mm waren dann auch die Trapezsterne erreichbar.

Mein nächstes Objekt waren die Plejaden. Mit 15 mm und 20 mm ein klasse Anblick. Hier ist für mich, mit genug Feld drumrum, der Anblick am schönsten. Tolle nadelfeine Sterne mit genung " Hintergrundkontrast ". In der Stadt nicht unbedingt selbstverständlich.

Dann weiter in " hoher Himmelssicht " zu h & chi. Der Klassiker für Stern.- und Sternfeldgenuss. Auch hier waren 15 und 20 mm die Brennweiten welche mir die schönsten Anblicke ermöglicht haben.

Mittlerweile war dann auch der Mond tief im Westen, ( Tief im Westen, wo die Sonne verstaubt =》 Grönemeyer ) angekommen.

Eine für mich besondere Position welche ich sehr gerne abpasse. Der Mond zieht dort dann exakt am Horizont hinter unserer Kirche vorbei. Das besondere ist der Wetterhahn und die Kreuzblume der Kirchturmspitze welche nun im Vordergrund vor dem Mond zu sehen sind. Auch diese wenigen Minuten des Beobachten's , bis er dann im Wald " verschwindet ", sind für mich etwas besonderes.

Ich glaube ein Moment welche nur astronomisch interessierte abpassen bzw. überhaupt beobachten.

Nach dann ca. " nur " 1 Stunde Himmelsbeobachtung habe ich für diese Nacht nach etwa 01.15 Uhr " Feierabend " gemacht. Man soll aufhören wenn es am schönsten ist !

Und dieses war es. Der Moment zählte und bleibt. Er hat mich zu diesem Text angeregt.

Ich hoffe Ihr könnt meine Begeisterung für die Astronomie, welche nun seit mehr als 30 Jahren vorhanden ist, etwas nachvollziehen oder gar teilen. Egal mit welcher Brennweite oder Öffnung beobachtet wird, jedes Teleskop hat seinen Himmel ...

Viel Grüsse und ähnlichr Erlebnisse
wünscht
Marco
 
Hallo Marco,
Einen schönen Bericht hast du da geschrieben.
Du hast anscheinend den "spirit" der visuellen Astronomie erfasst und das freut mich für dich.
Behalte diesen Geist und du wirst noch viele solcher wunderbaren Momente erleben können.
LG
 
... Einen schönen Bericht hast du da geschrieben.
Hallo @Quanten ...
Vielen Dank, freut mich sehr !
" Früher "... als aktives Mitglied einer " Volkssterrnwarte " hatten wir regelmässig viele schöne Beobachtungsnächte.

Oft mit leicher Musik im Hintergrund, z.B David Bowie - Space Oddity etc. So etwas hat mir immer sehr gefallen. Auch der Umgang mit Besuchern jeden Sonntag zur öffentlichen Sonnenbeobachtung war immer, durch die vielen Gespräche zu Technik oder Astronomie, eine tolle Sache.

Im Leben verändert sich aber halt maches. Was bleibt ist jedoch der Spass an der Sache selbst. Für mich nun meist alleine auf dem Balkon oder bei einem Teleskoptreffen. =》 seit vielen Jahren ist es das H-alpha Treffen in Rüsselsheim.

Wie Du erkannt hast ... der Spirit an sich bleibt.
Viele Grüsse an alle mit dem gleichen " Geist " für's " Sonnensystem und Ausserirdisches " :alien: " ...
sendet Marco
 
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