Einsteigererfahrungen anhand eines Omegon N150/750 EQ-3

dromedaris

Neues Mitglied
Dies wird ein etwas längerer Beitrag. Daher mache ich von Zwischenüberschriften Gebrauch.

=== Vorkenntnisse (Null, außer Sternbilderkennung) ===
Im vergangenen Frühherbst habe ich mich ausgiebig mit dem Thema beschäftigt. Insbesondere anhand der Seite astroshop.de. Und z.B. auch anhand dieses Beitrages: Omegon N150/750 EQ-3 zu empfehlen?
Nach der Recherche war die Beschlusslage die Anschaffung eines Dobson 6". Aber ich wollte noch nicht die Mittel dafür aufwenden. Jetzt war die Zeit reif, aber ich habe mich dann doch auf eine parallaktische Montierung festgelegt, weil ich mit Stativ einen höheren/flexibleren Aufbau hätte, und so eher möglichkeiten sah, zwei gegenüberliegende Dachfenster als "Fenster" zum Nachthimmel verwenden zu können. Zudem würde ich konkrete Erfahrungen mit der Montierung sammeln. Das in der Überschrift angegebene Omegon-Modell habe ich ausgesucht, weil
a) das Preis/Leistungsverhältnis stimmte,
b) die Userbewertungen überwiegend positiv erschienen (mehr dazu weiter unten) und
c) weil ich mir überlegte, dass ich anhand dieses Modells eine gute Basis dafür hätte, dieses nicht lange danach zu verkaufen, und dann ein "definitives" Teleskop zu besorgen.

Ich hatte übrigens die Extras aus dem sog. Set bestellt (minus Planetenokular, welches alleine schon über die Hälfte des Teleskops gekostet hätte), aber mit Himmelskarte und ein Einsteigerbuch Sterne beobachten für Dummies.
Nachdem ich mich mit der Himmelskarte und dem Buch beschäftigt habe, habe ich das Teleskop ausgepackt und aufgebaut.

=== die Handhabung der EQ-Montierung ===
Gemäß der einschlägigen Empfehlungen habe ich erst mal "Trockenübungen" im normalen Tageslicht gemacht. Das war superinteressant und aufschlussreich. Schade allerdings, dass die Omegon-Anleitung praktisch keine Basisanleitung für die Bedienung der Montierung beinhaltet. Somit habe ich mich größtenteils auf meine technische Intuition bzw. technisches Verständnis verlassen. Zuerst habe ich gedacht: die Einstellung an der Achse mit Stundenangaben ist doch eher für die Höheneinstellung? Lange Rede kurzer Sinn: nachdem ich einige Zeit probiert habe, die Montierung vom Prinzip her zu verstehen, bin ich erst weiter gekommen, als ich mich auf dem Nordpol gestellt habe. Nein, kalt und nass war es überhaupt nicht, denn ich habe im Zimmer auf dem Nordpol gestanden, indem ich die Basis der Montierung auf 90° eingestellt habe. Mein Gedanke war: wenn ich den Tubus genau auf den sich über meinen Kopf befindlichen "Polarstern" einstellen würde, also der Tubus senkrecht nach oben stelle, und dann die Achse mit dem Zeitring (Rektaszensionsachse) verstelle, müsste die senkrechte Position natürlich immer unverändert bleiben. Was ich dann erkenne: das "Ding" bleibt senkrecht stehen, aber dreht sich wie ein Planet um die Polachse der Montierung.
Jetzt wurde klar, warum es so schwer ist, die Montierung auf einem "normalen" 50. Breitengrad-Einstellung intuitiv zu verstehen - und entsprechend die Feineinstellung an einer Achse zum Mitführen ebenso. Es wurde auch deutlich, warum der Tubus je nach Höhenlage so "komische" Positionen einnimmt, wenn ich ein ganz normales Himmelsobjekt ansteuern würde. Das zu verinnerlichen wurde erst einfacher, als ich in meinem "Übungsraum" Oberkörper und Kopf bewusst schräg Richtung des echten Nordpol ausgerichtet habe und dabei die beiden Arbeitsachsen wie im Spiel hin und her verstellte. Am Abend danach (am 16. Februar) kam die erste Kostprobe. Hier wurde auch deutlich, dass das Okular dabei recht "unbequeme" Positionen einnehmen kann, so dass ich den Tubus eigentlich gerne rotieren würde (darauf habe ich verzichtet - wäre nicht ganz trivial). Ein Fazit dazu: es wäre ganz wesentlich einfacher, diese Montierung intuitiv zu verstehen, wenn der Tubus sich nicht wie einen Planeten um eine bestimmte angedachte Achse drehen würde (wie das Nordpolexperiment deutlich machte). Hier sind erste Zweifel gekommen, ob parallaktisch für eine spätere Anschaffung das Richtige für mich ist. Aber: es hat spaß gemacht, mich überhaupt ganz praktisch damit zu befassen!

=== erste Beobachtungen ===
Drei Okulare (25 mm, 6 mm und ein ganz billig anfühlender 2x Barlow) sind Bestandteil des Lieferumfangs. Das ist doch prima, um eine vernünftige Bewertung des Gesehenen bei verschiedenen Vergrößerungen (hier: max. 250x) zu ermöglichen. Natürlich hatte ich Glück, dass gerade einige Planeten gleichzeitig zu sehen waren. Sichel bei Venus (30-fach). Toll. Dann Jupiter. Da müsste aber mehr Vergrößerung her, damit ich etwas von den Strukturen erkennen könnte. Also 125-fach. Das fand ich auch etwas mager, zumal eine gewisse Unschärfe herein kam (und Vibrationen - gleich mehr dazu). Nebenbei habe ich hier die praktische (logische) Erfahrung gemacht, häufiger nachführen zu müssen. Schließlich habe ich den Barlow hinzugenommen.
Um kurzzugehen: während der Recherchen war ich im o.g. Themenstrang zu diesem Teleskop auf das letzte Posting gestoßen. Dort wurde berichtet, dass dieses Teleskop nicht mit einem Parabolspiegel, sondern mit einem sphärischen Spiegel ausgestattet ist (und das steht nicht auf der astroshop-Webseite). In einem anderen Beitrag (woanders) gab es Rechenbeispiele, wonach sphärische Spiegel bei 150 mm Spiegeldiameter nur bei Brennpunktabstände ab 1.200 mm vertretbar wären.

Mit dem Barlow wurde es auch nicht besser. Aber gut, das hat mich nicht überrascht, weil ich bei der Recherche damals mitbekam, dass Barlows nicht unkritisch seien. Der erste Abend wurde so zu einer Enttäuschung (trotz guter Vorbereitung). Ich habe mich gefragt, ob es mit der Kollimation zu tun haben könnte. Aber auch dazu nichts in der Anleitung. Die Stabilität war übrigens auch nicht überzeugend. Sobald ich mit dem Auge das Okular leicht berühre, wackelt das Bild schon etwas. Ich erinnerte mich an einen guten Rat im "Dummies"-Buch: Der Schütteltest.
Legen Sie die Hand auf den Tubus und rütteln Sie ganz leicht daran. Wenn das Teleskop schwingt und wackelt, sich zu leicht anfühlt oder sich die Montierung allzuleicht bewegen lässt, kaufen Sie es nicht.
Ich habe den Eindruck gehabt, dass ein leichtes Schwingen schon eingetreten ist, wenn ich das teste. Schön, das Omegon im Set ein Buch mitliefert, welches das gelieferte Teleskop (ohne verglichen zu haben) schon zumindest Minuspunkte verpasst.

Was im Prinzip sonst noch Unruhe ins Bild bringen könnte ist die Luft. Die war aber sehr klar und ruhig. Nach Norden stört zwar Stadtlichtverschmutzung, aber zur Südhälfte des Kosmos ist alles gut dunkel - über die Nordeifel.

=== Zwischenstand ===
Bei den Trockenübungen habe ich auch das Sucherröhrchen justiert. Dabei fiel mir schon ein gewisses Spiel auf. Am Abend der ersten Beobachtungen erwies sich das als echter Minuspunkt. Allmählich wurde mir klar, dass mein ursprünglicher Plan, das Teleskop in absehbarer Zeit zu verkaufen und dann ein passendes "Zielinstrument" zu besorgen, modifizieren sollte. Dieses Teleskop könnte ich nicht mit gutem Gewissen einem anderen Einsteiger verkaufen.
Jetzt komme ich auf die bereits angesprochenen Userbewertungen zu sprechen. Erst jetzt fiel mir auf, dass die Bewertungen auf der betreffenden astroshop-Produktseite nicht strikt nach Datum sortiert sind, sondern nach Bewertung, und als nächst Sortierebene erst das Datum. Denn als ich weiter scrollte fand ich Bewertungen mit Detailaussagen, die sich im Wesentlichen mit meinen eigenen Erfahrungen nach einem (längeren) Abend deckten.
So etwas kann man natürlich machen, aber das kann letztlich nicht im Interesse der Firma sein, wenn es dadurch vermehrt zu (kostspieligen) Rücksendungen kommt.

Dieses Teleskop habe ich einige Tage danach wieder in Einzelteilen zerlegt, eingepackt und zurückgesendet.

=== wie weiter? ===
Mir wurde klar, dass ich mindestens 300-fach vergrößern müsste, um ausreichend Details auf Jupiter oder Saturn sehen zu können. Mein nächstes Teleskop sollte also 10" haben, und dann ist Dobson aus Kostengründen schon klar erste Wahl. Aber der Verzicht auf Nachführung mit nur einem Einstellrad würde mir schwerfallen, zumal ich ja gemerkt habe, wie schnell man bei 250-fach nachführen muss (also rein optisch, Fotografie hätte ich eh nicht vor).
Ich wollte also einen "parallaktischen" Dobson haben.
Ich glaube, ich habe die Lösung gefunden. Wie ich feststellte, gibt es ja EQ-Plattformen für Dobsons. Mit ca. eine Stunde Nachführmöglichkeit. Reicht ja völlig aus. Die Dinger kosten ein paar hundert Euro, so dass ich zusammen mit einem passenden Teleskop locker 1.300 € ausgebe. Aber für etwas wovon ich weiß, dass es meine Erwartungen erfüllen wird, ist es das wert. Zudem habe ich mir überlegt, auch Anwohner mit Teleskop-sessions zu beglücken. Gerade dann ist eine EQ-Plattform unerlässlich. Die Idee mit den Anwohnenden kam mir aus der Erinnerung aus dem vergangenen Herbst: ich bemerkte, dass die Wartelisten für Beobachtungsabende bei Sternwarten einige Monate umfassen, und dann geht man zudem das Risiko ein, dass das Wetter nicht passt...

Zwischenzeitlich habe ich versucht, die gewünschte Vergrößerungen genauer abzuschätzen. Lt. Wikipedia (Scheinbare Größe – Wikipedia) hat Jupiter je nach Standort einen relativen Durchmesser zwischen 28 und 50 Bogensekunden. Ich würde mir eine Vergrößerung auf 2-3° wünschen. Um das zu erreichen, müsste ich (ausgehend von 40 Bogensekunden) eine Vergrößerung von 180...270x erreichen. Bei Saturn müsste ich mit etwas weniger Zielwinkel vorlieb nehmen.

=== zum Schluss eine Überraschung ===
Wenige Tage bevor ich dieses Posting schrieb, sah ich durch Zufall in einer Liste von installierbaren Applikationen auf meinem KDE-Linux-System eine Kstars-Applikation, welches ich installieren könnte. Beim flüchtigen Sehen sah ich auch ein Teleskop-Icon. Also habe ich diese App mit großer Neugier installiert.

Diese Art Applikation bildet eine phantastische Möglichkeit, sich ein Bild zu machen, was man allles unter welchen realen Bedingungen mit einem gegebenen Teleskop sehen könnte. Ich nenne jetzt das Stichwort Deep Sky. In meiner Recherche hatte ich diesen Begriff automatisch mit großen Vergrößerungen in Verbindung gebracht, weil ja das Wort "deep" oberflächlich gesehen darauf hinweist, und man für Deep Sky ja ein ordentliches Teleskop bräuchte. Anhand von Kstars wird (bei Aktivierung eines Overlays) schnell deutlich, dass Deep Sky eher mit größeren Objektwinkeln als bei Planeten einher geht, und die größere Spiegeldurchmesser in erster Linie wegen des für Deep Sky benötigten Lichtsammelvermögens benötigt wird. Mit anderen Worten: Solche Applikationen sind im Grunde genommen ein tolles Werkzeug, um besser seine eigenen Wünsche bestimmen zu können. Kurz und knapp: Ich hätte mir vermutlich den Kauf des Omegon Einsteigerteleskops ersparen können, und über diesen Weg meine Anforderungen festlegen können.
 
Hi,

genau so läuft es oft. Da bist Du nicht allein mit. Gut dass Du dies veröffentlicht hast. Es hilft hoffentlich anderen Beginnern.

Letztlich hast Du eine Entscheidung auf Basis von Theorie und Glauben getroffen,
statt diese Dinge vor dem Kauf durch Praxis zu ergänzen und zu überprüfen und erst dann auch folgerichtig für Dich zu bewerten.

Astronomie ist ein praktisches jedoch für den Normalverstand abstraktes Hobby.
Du wirst merken, dass es die praktischen Erfahrungen sind, die Dich im Hobby letztlich voran bringen.
Viel Erfolg
CS
 
Hallo @dromedaris ,

willkommen im Forum.

Schöne Beschreibung des Einstiegs in die beobachtende Astronomie.
Da denke ich auch, dass sich der Ein oder Andere sich da wieder findet. Mich eingeschlossen.

Du wirst merken, dass es die praktischen Erfahrungen sind, die Dich im Hobby letztlich voran bringen.
so, sehe ich das auch und Dein Bericht über Deine Anfänge zeigen das ja auch auf.
Das praktische Ausprobieren, Testen, Erkennen, Erfahren sollte einen aber nicht davon entbinden, dass man sich auch theoretisches Wissen, Informationen und auch praktische Erfahrungsberichte einholt, bevor man sein Geld vollkommen versenkt.
 
Hallo dromedaris,

gut, dass Du das Teleskop noch zurückschicken konntest. :)

Mir wurde klar, dass ich mindestens 300-fach vergrößern müsste, um ausreichend Details auf Jupiter oder Saturn sehen zu können. Mein nächstes Teleskop sollte also 10" haben, und dann ist Dobson aus Kostengründen schon klar erste Wahl.

Da kann ich nur aus meiner Erfahrung von ca. 1,5 Jahren visueller Beobachtung sagen: Ich habe noch nie mit 300x beobachtet (oft zwischen 100 und 200x) und schon eine ganze Menge auf den Planeten gesehen. :) Oft ist auch die Luftunruhe der limitierende Faktor bei der Vergrößerung.

Herzliche Grüße und viel Erfolg!
Felix
 
Ich habe noch nie mit 300x beobachtet (oft zwischen 100 und 200x) und schon eine ganze Menge auf den Planeten gesehen. :) Oft ist auch die Luftunruhe der limitierende Faktor bei der Vergrößerung.
sich dem, ich sag mal frech, Vergrößerungswahn hinzugeben ist meist nicht wirklich zielführend.
Wie geschrieben, es gibt zu viele Faktoren die einem die Hochvergrößerung verleiden.
Da muss man für sich einen akzeptablen Weg finden und ausbalancieren. Zwischen einem das Bild nicht verschmiert und noch ausreichenden Details.
Kompromisse halt.
 
Jetzt war die Zeit reif, aber ich habe mich dann doch auf eine parallaktische Montierung festgelegt, weil ich mit Stativ einen höheren/flexibleren Aufbau hätte, und so eher möglichkeiten sah, zwei gegenüberliegende Dachfenster als "Fenster" zum Nachthimmel verwenden zu können.
Servus Dromedar (interessante Tiere),

lese ich das richtig? Du willst aus einem Dachfenster heraus beobachten bzw. derer zwei? Da würde ich dringend abraten. Das Seeing würde durch die sich bewegende Luft grottig sein. Oder du kühlst deinen Raum auf Außentemperatur ab...
Beobachten aus dem Fenster heraus geht mit dem Fernglas, da bei geringer Vergrößerung das Seeing nicht so viel ausmacht. Willst du aber Planetenscheibchen hoch vergrößern, dann kannst du das so m.E. vergessen.

Zu Deep Sky: das heißt ja nur "tief im Weltraum", also jenseits unseres Sonnensystems. da gibt es großflächige Objekte, aber auch sehr kleinflächige Objekte. Je nach Objekt brauchst du also große oder kleine Vergrößerungen.
Dass die Teleskopöffnung primär für das Lichtsammelvermögen gebraucht wird, stimmt natürlich. Für das Erkennen kleiner Details ist aber auch die Auflösung wichtig. Die wird u.a. durch die Beugung begrenzt, also auch durch die Teleskopöffnung. Man sieht mit 12 Zoll mehr am Planeten als mit 6 Zoll (als Beispiel). Meist lässt das Seeing aber die maximale Auflösung nicht zu. Und aus einem Dachfenster heraus schon dreimal nicht.

Ich kenne das 6-Zoll-Omegon-Teleskop nicht. Zu wackelige Montierungen sind im low-budget-Bereich aber leider normal. Deshalb sind die Pakete ja auch so "günstig". Sphärische Hauptspiegel kann man sich bei kleinen Spiegeln leisten, da es da noch nicht so auffällt. Das macht die Produktion wiederum günstiger. Wenn ich ein Teleskop der alleruntersten Preisklasse kaufe, dann darf ich keine gute Qualität erwarten. Dass ein Shop sein eigenes Produkt schlechtredet, wird sicherlich nie passieren. Und offenbar sind einige Kunden zufrieden damit. Ich würde mir sowas ehrlich gesagt nicht kaufen. Und zwischen den Zeilen kann man beim Verweis auf das Skywatcher N150/750 herauslesen, dass das deutlich besserund stabiler ist. Kostet aber auch das Doppelte (hab eben auf die Seite geschaut).
Bei Rezensionen sollte man generell bis nach unten scrollen.

Es wird übrigens auf der Seite vom Astroshop beim Omegon 150 auf einen Kaufratgeber verwiesen: Die lichtstarke Sechs Zoll-Klasse: So finden Sie das richtige 150/750 mm-Teleskop

Da steht direkt, dass die günstigen alle nur einen sphärischen Spiegel haben und hochwertige einen parabolisietren Spiegel und dünne Fangspiegelstreben haben (bei "worauf Sie achten müssen". Weiter unten wird davor gewarnt, dass die EQ3 keinen Polsucher hat (usw., bei Teleskope mit EQ-Montierung). Geraten wird dem Einsteiger explizit zum azimutalen Dobson und eben nicht zur EQ3. Der Text, dass bei der stabileren EQ-4 die Ausschwingzeit kürzer ist, impliziert, dass sie bei der EQ-3 eben lang ist. Und dennoch sei die EQ-4 nicht zum Fotografieren geeignet (!). Sprich: auch noch zu wackelig und/oder unpräzise?!

Ich finde es sehr gut, dass du andere Einsteiger durch deinen Bericht warnst. Ich würde hier aber empfehlen, auch auf den Händlerseiten die dortigen Hilfestellungen ernstzunehmen und sich vor einem Kauf einzulesen. Die Kauftipps für 150mm-Teleskope empfinde ich da als hilfreich und natürlich "ehrlicher" als die Produktwerbung auf der Seite des Teleskops selbst.

Ich habe als Jugendlicher auch mit einer Wackelmontierung begonnen (114mm-Kaufhausnewton auf einer der EQ2 entsprechenden Monti) und war damit glücklich. 80er Jahre eben. Insofern klar, manche Einsteiger sind mit sowas wirklich zufrieden, denn man kann eben sowas wie die Plejaden anschauen und staunen. Details auf Planetenscheibchen aber sind eine andere Kategorie. Ich weiß noch, wie ich immer das Teleskop auf 90° eingestellt habe und dann den Polarstern ins Sichtfeld genommen habe. Ist zwar ungenau auf Nord eingestellt, reichte aber für die manuelle Nachführung. Später habe ich sogar einen Schneckenantrieb für die RA nachgerüstet. Was habe ich für spannende Nächte mit meinem damaligen kleinen Newton verbracht... Der Spiegel war auch sphärisch und Justage war ein Fremdwort. Ringe am Saturn konnte ich dennoch sehen. Das wars dann aber auch.

Mein Tipp daher generell: erst alle (!) Infos lesen, die einem geboten werden und dann bewusst aussuchen und sich dann auch zielgenauer beraten lassen. Egal ob in einem Forum oder beim Fachhändler selbst. Meiner Erfahrung nach ist auch eine Händlerberatung sehr gut, wenn man selber weiß, was man wirklich will. Und wenn man hört, dass etwas bei einem gewissen Budget eben nur eingeschränkt gibt, dann sollte man stark überlegen, ob man lieber wartet und spart oder später doppelt kauft. Und kauft man das billigste Objekt in einem Produktsektor, dann muss man über Vieles hinwegsehen und darf eben keine hohe Qualität erwarten, egal wie toll der Text auf der Verpackung klingt. ;-)

Liebe Grüße,
Christoph
 
Erst mal vielen Dank für deine Schilderung. Ich bin ebenfalls Einsteiger und habe mich hier angemeldet, durchgelesen und auch die ein oder andere nervige Frage gestellt. Durch die Informationen und Hilfe der erfahrenen Forumsmitglieder hier habe ich mich für den Skywatcher N 130/650 mit einer
AZ-5 Montierung entschieden. Habe auch einige "gute" Okulare gleich mitbestellt. Mein Beobachtungsposten ist auf dem Balkon. Ich will erst mal nur visuell Beobachten. Bis jetzt wurde ich nicht enttäuscht. Wie wahrscheinlich 99% der Einsteiger habe ich als erstes den Mond anvisiert und es war schon beeindruckend. Als ich dann den Jupiter mit 184 facher Vergrößerung erwischt habe, stand ich mit offenem Mund da. Ich konnte nicht nur die Monde, sondern auch Wolkenbänder erkennen. Nachdem meine Frau das auch gesehen hat, war der Hausfrieden wieder hergestellt. Zu der Montierung. Ich bin mit der Montierung sehr zufrieden, lässt sich schön geschmeidig nachführen. Natürlich wackelt das Bild wie ein Kuhschwanz, wenn man leicht dagegen kommt, aber darauf wurde ich hier hingewiesen und es stört mich auch nicht. Die Vorteile überwiegen. Ich muss noch viel lernen und viel üben, aber es macht schon richtig Spaß.
 
Vielleicht noch ein Hinweis zur visuellen Planetenbeobachtung.

Die visuelle Planetenbeobachtung ist quasi ein Spezialgebiet in der Astronomie bzw. kann schnell zu einem solchen werden, welches dann auch bestimmtes Equipment erfordert, was es zum Teil als fertiges Teleskop gar nicht zum kaufen gibt, was die Beratung auch nicht gerade leichter macht.

Eine kompetente Beratung dazu würde den Rahmen hier sprengen deshalb hier vielleicht nur ein Buch Hinweis:

Grundsätzlich sind Vergrößerungen von über 300x möglichen und auch visuell kann man solche Bilder sehen wie sie hier zu finden sind.

Doch wirst du das mit dem hier genannten Equipment natürlich nicht erreichen können.

Grundsätzlich kann man auch DeepSky mit einem Planeten optimierten Teleskop beobachten, nur gilt es auch hier ein paar Dinge zu beachten.
So ist der klassische Dobson als offene Gitterkonstruktion häufig schon nicht mehr dazu geeignet hochauflösende Planetenbilder zu zeigen, da häufig zu viele Kompromisse zu Gunsten der Transportierbarkeit gemacht werden müssen.
LG
 
Hallo Dromedaris,

sehr interessant und sicher für andere Einsteiger nützlich zu lesen, was Du hier geschrieben hast! Ein wertvoller Beitrag.

Den beschriebenen "Wackeltest" hatte ich auf einer Messe (ATT in Essen) mal gemacht, als ich mir nach 20 Jahren im Hobby einen "ordentlichen" Dobson zulegen wollte. Sehr schnell waren nahezu alle Anbieter bzw. Modelle ausgeschlossen und es blieb einer übrig, was in Folge zum Kauf führte. Bei einem Dobson kommt es nicht nur auf die optische Qualität an (die ist meistens selbst bei günstigen Geräten in Ordnung), sondern die Montierung soll sich ruckfrei bewegen können und weder zu leichtgängig sein noch zu schwer. Das ist ziemich subjektiv, also (wie Antares empfiehlt) muss man es am besten selber "erfühlen". Und noch besser nicht indoor, sondern draußen unter echtem Sternhimmel.

Aktuell beobachte ich gerne und relativ oft Jupiter mit einem Bresser Messier 12" Dobson, den ich bei einem Gewinnspiel gewonnen habe. Ich hätte das Gerät nicht gekauft, weil meine Annahme war, dass zu einem Preis von inzwischen noch 950 Euro "irgendwas faul sein muss". Das Gerät hat auch Mängel, so ist z.B. der Sucher m.E. unbrauchbar. Zu klein, wackelig befestigt, nicht wirklich scharf. Der Okularauszug ist für meinen Geschmack etwas schwergängig, aber das hat auch den Vorteil, dass bei Benutzung schwerer Okulare diese nicht "abtauchen". Der aus meiner Sicht deutlichste Mangel ist, dass im Gegensatz zu meinem fast zehnmal so teuren "richtigen" Dobson das Bresser Gerät weitaus weniger justierstabil ist. Das bedeutet, dass ich die Kollimation häufiger nachprüfen und korrigieren muss. Als Besitzer eines Justierlasers mit der notwendigen Erfahrung ist das nicht schlimm, aber ein Einsteiger könnte da schon ohne Hilfe einer erfahrenen Person die Sache noch weiter verschlimmern. Nur wenn die Kollimation wirklich stimmt, zeigt das Teleskop auch Bildr die so scharf sind, dass ich damit zufrieden bin. Bei ruhiger Luft (leider selten!) ist eine Vergrößerung von 300 fach dann durchaus möglich und auch sinnvoll. Sonst wird man darunter bleiben. Bei 300 fach muss man häufig nachführen, aber das passt für mich schon. Das Gerät schwingt etwas aus, aber die Phasen wo man gut gucken kann, sind lange genug.

Aufgrund des miesen Original-Suchers habe ich ein Telrad und einen 50mm Sucher ergänzt und finde damit nicht nur Planeten, sondern auch Deep Sky Objekte. Dabei ist mir regelmäßig die App SkySafari eine große Hilfe und ersetzt inzwischen weitgehend das früher benutzte Kartenmaterial.

Ein 12" mit 1,5m Brennweite und Volltubus ist allerdings schon nahe an einer "Immobilie". Ich muss das Ding nur ein paar Meter aus der Garage raus in den Garten tragen und es ist in 2 Minuten einsatzklar. Allerdings wäre es das aus dem Haus heraus nicht, denn ein Spiegelteleskop benötigt genug Zeit, um sich auf die Umgebungstemperatur abzukühlen. In der Garage passt das nach kurzer Zeit, aus dem Haus heraus müsste man 1h warten. Für den mobilen Einsatz braucht man also ein Auto, wo das Trum gut reinpasst, sonst ist es keine Option. Da wäre dann ein Gitterrohr die bessere Alternative. Für "fast nur zuhause" fine ich den Volltubus klasse, denn unkomplizierter kann man kein Fernrohr aufbauen. Da passt der Begriff "hinstellen" auch besser.

Als Einsteiger würde ich zunächst mal keine Nachführplattform kaufen, denn wie beschrieben, für die visuelle Beobachtung ist sie sicher ein netter Komfort, aber keinesfalls eine Notwendigkeit. Erst wenn Du "ohne" Erfahrung gesammelt hast, kannst Du m.E. beurteilen, ob das für Dich erstrebenswert ist. Ich liebäugle mit so einer Plattform, dann allerdings um mit dem 14,5" Aufnahmen zu machen.

Statt der Plattform würde ich an Deiner Stelle das Geld lieber in gute Okulare stecken. Aber das wäre dann ein anderes Thema und es wird sicherlich kontrovers diskutiert werden...

Zu dem Buch "Planetary Astronomy": finde ich toll, aber ich glaube, als Einsteiger wärst Du davon ziemlich erschlagen. Das geht sehr ins Eingemachte und wenn Dein Budget nicht die Anschaffung eines C14 oder dgl. vorsieht, bekommst Du dort keine Entscheidungshilfe für die Anschaffung einer ersten Optik.

LG und CS (clear skies)
Tom
 
Zuletzt bearbeitet:
Vorhin habe ich nach längerer Pause gerade mal auf der Forumsseite geschaut, und war überrascht, dass inzwischen nicht nur einige, sondern nach dem 2. März einige weitere Reaktionen darauf gekommen sind.
Ganz generell freue ich mich sehr darüber, dass mehrere "Respondenten" meinen etwas größeren Beitrag als guten oder wertvollen Beitrag angesehen haben. Jetzt meine ich, dass ich diesen Strang abonnieren müsste, damit ich per Mail eine Meldung zu einer Reaktion bekäme. Aber... ich sehe gerade, dass ganz oben steht: "Nicht weiter beobachten". Also hatte ich den Strang bereits als abonniert deklariert. Aber es sind keine Mails gekommen...
Auf einzelne Reaktionen gehe ich jeweils gesondert ein.
 
Da kann ich nur aus meiner Erfahrung von ca. 1,5 Jahren visueller Beobachtung sagen: Ich habe noch nie mit 300x beobachtet (oft zwischen 100 und 200x) und schon eine ganze Menge auf den Planeten gesehen.

sich dem, ich sag mal frech, Vergrößerungswahn hinzugeben ist meist nicht wirklich zielführend.

Nachdem ich diese beide Rückmeldungen Anfang März zur Kenntnis genommen habe, habe ich (unabhängig davon) weiter Informationen "gesaugt", u.a. auf diesem Forum. Als ich in einem Beitrag das Wort "Schiefspiegler" vorfand war das ein richtiger Trigger (ist ja ein schräges Kunstwort!) für weiteres Lesen. Eine faszinierende Werdungs- und Sterbensgeschichte! Mehr oder weniger parallel dazu wurde mir nämlich bewusst, dass Newtons bei höheren Vergrößerungen wegen des Fangspiegels im Lichtstrahlbündel Unschärfen herbeiführen (und dass diese für Fotografie nicht stören müssen, weil die einfach retouchiert werden). In dem Zusammenhang las ich auch zur Daseinsberechtigung eines teureren Linsenteleskops (insbes. Apo) - gerade für visuelle Planetenbeobachtung.

Konkret zu den beiden Reaktionen: Während dieser Nachrecherche habe ich auch gelesen, dass ca. 250-fach Vergrößerung bei Planeten schon erwähnt werden. Andererseits: nachdem ich mir im Klaren darüber war, dass der Mond eigentlich sehr deutlich zu sehen ist, und gleichzeitig "nur" einen Durchmesser von 0,5° aufweist, wird klar, dass ich den Jupiter in Mondgröße unter 100 haben würde. Aber.. mehr Detail als der unvergrößerte Mond am Himmel ist doch schon toll!
 
Ja, und genau genommen dromedaris, weil das auf meinem (niederländischen) Nachnamen reimt.

Du willst aus einem Dachfenster heraus beobachten bzw. derer zwei?
Das war der Plan, aber... dafür hätte ich die Scheibe eigentlich herausnehmen müssen, weil der zuviel im Weg stünde. Also habe ich das Ansinnen direkt begraben. Wobei die Temparaturabsenkung egal wäre. Sonst wäre ich draußen, und da wär es im Februar draußen noch kälter...
Somit habe ich im Garten beobachtet, und dabei genügend Abkühlzeit in Acht genommen.

Teleskop der alleruntersten Preisklasse kaufe, dann darf ich keine gute Qualität erwarten. ..... Bei Rezensionen sollte man generell bis nach unten scrollen.
Das letzte ist natürlich mein Fehler. Ich bin da sozusagen dem Amazon"standard" gewöhnt, und da sieht man eine kleine statistische Übersicht der Anzahl an Bewertungen bei jeder der fünf Stufen. Dort schaue ich mir immer erst die Negativbewertungen an (zumal es gerade bei Positivstrezenzionen häufig Scheinrezensionen betrifft). Bei Astroshop habe ich mich ein bisschen viel von der mittleren Note 4,05 blenden lassen. Und auch dadurch aufs Weiterscrollen verzichtet...
Ansonsten: es war meine Absicht (steht auch in meinem Beitrag - Überlegung c), hiermit erste Erfahrungen zu sammeln. Allerdings auch unter der Annahme, dass ich zumindest bei der größten Vergrößerung mit den mitgelieferten Objektiven etwas gescheites sehen kann.

Dass ein Shop sein eigenes Produkt schlechtredet, wird sicherlich nie passieren.
"Schlechtreden" und vollständig spezifizieren sind wie Äpfel und Birnen.
Übrigens: den verlinkten Kaufratgeber habe ich leider nicht gesehen. Dazu z.B.:
Und dennoch sei die EQ-4 nicht zum Fotografieren geeignet (!).
Mein Ziel ist nur visuell. Dass die Anforderungen an die Stabilität für Foto's ganz entscheidend höher sind, versteht sich. Nicht mal ein Bildstabilisator im Fotoapparat würde überhaupt etwas ausrichten!
Mein Tipp daher generell: erst alle (!) Infos lesen, die einem geboten werden
Nun ja, im vergangenen Herbst habe ich ja ausführlich recherchiert. Nun war ich kurzerhand vom (damaligen) Dobson auf EQ3 umgeschwenkt. Ja, wegen der Dachfenster aber auch (was im Bericht nicht herausgestellt habe) wegen der Neugier auf eine EQ-Montierung. Und das habe ich keineswegs bereut! Ein Vorteil bietet meine Vorgehensweise: anhand erster praktischer Erfahrungen kann ich mich deutlich zielführender beraten lassen, weil ich viel besser weiß, worauf ich zu achten habe!

Beste Grüße!
Rob
 
Als ich dann den Jupiter mit 184 facher Vergrößerung erwischt habe, stand ich mit offenem Mund da. Ich konnte nicht nur die Monde, sondern auch Wolkenbänder erkennen. Nachdem meine Frau das auch gesehen hat, war der Hausfrieden wieder hergestellt. Zu der Montierung. Ich bin mit der Montierung sehr zufrieden, lässt sich schön geschmeidig nachführen. Natürlich wackelt das Bild wie ein Kuhschwanz, wenn man leicht dagegen kommt
Danke für diese Zeilen. Das mit dem Wackeln bei 184x - damit hätte ich gerechnet, und ich war auch darauf gefasst, dass ich das Okular möglichst nicht berühren soll. Diese Erfahrung macht, dass ich mir sage: Montierung muss schon überdurchschnittlich stabil sein, und das Okular eher 2", so dass man nicht unbedingt berühren müss. Das Problem war in meinem Fall: bei 125x war der Jupiter verschwommen (durch den sphärischen Spiegel?), und mit dem 2-fach Barlow dazu schon gar nix.
Schön, zu lesen, dass mit Newton 130 mm F/5 ein solches Erlebnis drin ist. Als ich meine größere Recherche durchgeführt hatte, habe ich auch mitbekommen, dass 130 mm als Einsteigergröße ideal ist, weil man fürs gleiche Geld (für 150 mm) mehr Qualität bekommen wird.
 
So ist der klassische Dobson als offene Gitterkonstruktion häufig schon nicht mehr dazu geeignet hochauflösende Planetenbilder zu zeigen, da häufig zu viele Kompromisse zu Gunsten der Transportierbarkeit gemacht werden müssen.
Danke für den Hinweis, denn tatsächlich hatte ich mir so etwas überlegt: den Explore Scientific UL Gen II (10 Zoll). Das wäre der eine Kandidat, und der andere der Bresser Messier 10" Dobson, dessen Rockerboxkonstruktion ich bevorzuge über die anderer Hersteller.
 
Danke für die gebotenen Erfahrungsdetails, und das mit einem Bresser Messier 12" Dobson...
Dass hier der Sucher wackelt erinnert mich natürlich fatal an den Sucher meines zurückgesendeten Erstgerätes. Ich kann das nicht nachvollziehen, weil Spiel in der Konstruktion eigentlich ohne nennenswerter Aufwand (im Design) und Kosten möglich sein sollte.

Als Einsteiger würde ich zunächst mal keine Nachführplattform kaufen, denn wie beschrieben, für die visuelle Beobachtung ist sie sicher ein netter Komfort, aber keinesfalls eine Notwendigkeit. Erst wenn Du "ohne" Erfahrung gesammelt hast, kannst Du m.E. beurteilen, ob das für Dich erstrebenswert ist. Ich liebäugle mit so einer Plattform, dann allerdings um mit dem 14,5" Aufnahmen zu machen.
Nein, gleichzeitig nicht, das stimmt. Es geht mir hier in erster Linie um die Möglichkeit überhaupt, so dass ich weiß: wenn ich möchte, kann ich auch eine Nachführplattform dazu bekommen. Für Aufnahmen wäre dieses Ding vonnöten, aber wie ich meine auch, wenn man im größeren Kreise Laien Blicke an Objekten gönnen möchte.
 
Hattest du an dem Teleskop überhaupt mal den Fang- und Hauptspiegel aufeinander justiert? Mit einem Justierlaser, Chesire Okular oder ähnlich?

Wenn nicht, wundern es nicht weiter, das du nicht viel an Details gesehen hast bzw. nur verschwommen.

In Punkto Teleskopwahl und auch für generellen Erfahrungsaufbau in der Beobachtung / Vor- und Nachteile verschiedener Teleskoparten, schau dich in deiner Umgebung mal nach einem Astronomieverein oder Vereinssternwarte um. Die Mitglieder oder teils auch der Verein selbst haben verschiedene Teleskope, die Kolleginnen/Kollegen haben häufig umfangreiche Erfahrung von der du profitieren kannst und dir helfen.
 
Hallo Dromedaris,

nicht jeder Beginner beschäftigt sich am Anfang des Hobbys so intensiv mit der Materie wie du. Respekt. :y:
So hast du nach meiner Meinung schon eine wesentliche Hürde durch Neugierde und pragmatisches Handeln genommen.

Aller Anfang ist nicht eben einfach und die meisten hier können sich mit deinen Beschreibungen und „Fallstricken“ welche zu überwinden sind anfreunden. Ich hatte ebenso im Alter von ca. 11 Jahren mit einem 76 mm sphärischen Spiegel und einer sehr wackeligen Azimutmontierung (damals bei der Fa. Quelle erhältlich) angefangen. Für den Anfang erst einmal ausreichend, aber sehr schnell landete das Teleskop und auch das Hobby sozusagen in der Abstellkammer.

Mein Glück war die zufällige Bekanntschaft zu erfahrenen Sternguckern einige Jahre später und der unmittelbar darauf erfolgte Eintritt als Mitarbeiter in eine Volkssternwarte. Dadurch erlebte das schöne Hobby Astronomie bei mir eine nicht erwartete Renaissance und bis heute bin ich dabei geblieben.

Allerdings wird mir im Rückblick klar, dass selbst diese günstigen Voraussetzungen mich nicht davor bewahrt hatten, Fehler in der Anschaffung von neuem Equipment zu machen und v. a. auch der Weg zur Beurteilung der Qualität eines Fernrohrs bzw. von Montierungen ein langwieriger und steiniger war. Heute bin ich sehr zufrieden, dass alles trotz mancher Irrungen so gekommen ist wie es eben war und ich meinen eigenen Weg zur Sternguckerei gefunden habe.

Von daher wünsche ich dir weiterhin viel Erfolg bei der Entdeckung unseres schönen Hobbys, auf dass du deinen eigenen Weg finden mögest.;)

Viele Grüße
Werner
 
Bei Astroshop habe ich mich ein bisschen viel von der mittleren Note 4,05 blenden lassen.
Hallo Rob,

bei Astroshop wird von einigen Schreibern von Bewertungen bemängelt dass die schlechten ganz nach unten wandern, und schließlich gelöscht werden.
Daher gibt es inzwischen 5* Bewertungen, die niederschmettetnd sind, und in denen klar steht, dass die 5* nur vergeben wurden, um der Löschung zu entgehen.
CS Thomas
 
Mittlerweile gebe ich Bewertungen wenig Beachtung. Ich halte mich lieber an Leute, die Erfahrungen in der Materie haben. Ganz ohne Bewertungen geht's natürlich auch nicht. Bei Günstigeren Haushaltsartikeln wie eine Käsereibe z.b. schaue ich schon noch nach Bewertungen. Bei kostspieligeren Sachen informiere ich mich schon intensiver wie z.b. Foren
 
Hallo,
wie haben sich doch die Zeiten geändert: angefangen habe ich mit einem 7x50 Bino auf Stativ. Dazu kam "Welcher Stern ist das " ? Das zerlesene Büchlein lebt heute noch....
Heutezutage muß es meistens ein Fernohr sein. und, und, und, sogar wenn es möglich mit GOTO. Vom Starhopping haben viele noch nichts gehört.....
Jedem das sein, und wenn Geld keine Rolle spielt, sind nach oben hin keine Grenzen gesetzt, Irgendwo hier im Netz gibt es Fernrohre mit einem Durchmesser von 1 Meter, "kleine" 1 Millionen Euro.....

Gruß Günther
 
Da steht direkt, dass die günstigen alle nur einen sphärischen Spiegel haben und hochwertige einen parabolisietren Spiegel und dünne Fangspiegelstreben haben (bei "worauf Sie achten müssen". Weiter unten wird davor gewarnt, dass die EQ3 keinen Polsucher hat (usw., bei Teleskope mit EQ-Montierung). Geraten wird dem Einsteiger explizit zum azimutalen Dobson und eben nicht zur EQ3. Der Text, dass bei der stabileren EQ-4 die Ausschwingzeit kürzer ist, impliziert, dass sie bei der EQ-3 eben lang ist. Und dennoch sei die EQ-4 nicht zum Fotografieren geeignet (!). Sprich: auch noch zu wackelig und/oder unpräzise?!
Hi
die Beschreibungen spotten teils jedweder Beschreibung.
Das fängt schon damit an, das man gerade in dem Shop mit den Montierungsbezeichnungen inzwischen für meine Begriffe eine inakzeptable Irrführung der Astrobeginner betreibt.
EQ1 und EQ2 sind eindeutig.
Die echte EQ3 (Synta) unter Skywatcher und als CG 4 als Celestron verkauft ist eine ganz andere Nummer als das,
was neuerdings und vielfach unter dem Label Omegon von Astroshop als EQ3, EQ 320 oder EQ4 verkauft wird.
Die echte EQ3 wird meist EQ3-2 oder zeitweise aus als NEQ3 bezeichnet.
Die hier im Beispiel genannte EQ3 Omegon entspricht der LIDL Skylux Montierung, die seinerzeit bei TS als Astro 3 geführt wurde und im Wesentlichen der Vixen Cosmostar aus den 90 igern entspricht.
Das setzt sich dann in der Montierung EQ 500x fort, der man nur 5 Kilo Gegengewicht mitgibt, die aber 10 Kilo Last tragen soll.

Das Paket 150/750 N EQ4 ist insgesamt wenig zu empfehlen, u a auch weil der Newton mit 3 dicken Fangspiegelstreben daherkommt und der Okularauszug weit weg von hochwertig ist. Ebenso der Peilsucher. Das abgebildete Gegengewicht ist viel zu wenig für einen 6 Zöller.
Interessant ist das man selbst schreibt: Das 6,5 mm Okular kann nur eingeschränkt und nicht mit Barlow genutzt werden..
Da frage ich mich warum dann aus gerechnet sowas dem Teleskop beilegt.
Dafür dann 450 EUR ......
Für mich ein Beispiel, wo ein Kaufratgeber eines Händlers eher der schriftliche Beleg eines Interessenkonfliktes, denn echte Hilfe und Beratung ist.
Vertrieblich mag das Konzept förderlich sein, für die Hobbyastromen und die in Spe ist das allerdings beklagenswert.
CS
 
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