Einstieg in die Astrofotografie

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DirkBa

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Hallo zusammen,

mein Name ist Dirk und ich kommen aus dem schönen Rheingau. Ich möchte mich gerne mehr mit dem Thema Astrofotografie beschäftigen. Ich möchte erstmal schauen was ich mit meinem vorhandenen Equipment machen kann und sollte mir das Ganze Spaßmachen und langfristig der Frustfaktor nicht zu hoch sein wird das Equipment erweitert.

Mein Interesse liegt in Milchstraßen und Deep Sky Fotografie.

Aktuell besitze ich eine Sony Alpha 6600 mit verschiedenen Objektiven. Als Weitwinkel Objektiv habe ich ein Samyang 12mm F2.0 das plane ich für Milchstraßenfotogragfie einzusetzen. Als Telezoom habe ich ein Sigma 100 - 400 F5-6.3. Dieses würde ich für Deepsky Fotografie nutzen wollen. Ich weiß ,dass das Setup nicht perfekt ist.

Mein Dad hätte auch noch eine "Russentonne", welche er mit ggf. abtreten würde wenn diese sich für die Astrofotgrafie eignet.

Geplant habe ich mir noch einen Tracker zuzulegen. Ich hatte hier an folgenden gedacht: Skywatcher Montierung AZ-GTi GoTo WiFi

Da ich auch ein kleiner IT Nerd bin würde ich das Ganze über Stellarmate OS steuern wollen.

Für zusätzliches Equipment möchte max 500 € +/- (inkl. Tracker) ausgeben.

Hat jemand von euch noch Tips bzgl. Equipment oder hat von euch eventuell jemand ein ähnliches Setup in Betrieb und dazu noch Tips ?

Vielen Dank schonmal in Voraus.

Viele Grüße

Dirk
 
Hallo Dirk,
ich glaube für die Astrofotografie wirst Du mit einer AZ-Montierung nicht so glücklich werden, wenn Du längere Belichtungszeiten anstrebst. Da würde ich eine parallaktische Montierung nehmen.
Ich habe mir vor einigen Monaten eine iOptron GEM28 geholt, mit der ich sehr zufrieden bin. Die kostet allerdings auch rund 1000 EUR, ist aber super mobil und trägt laut Datenblatt bis 12kg (in Realität für's Fotografieren sicherlich weniger).
Viele Grüße
Markus
 
Hallo Markus,

vielen Dank für deine Rückmeldung. Puh 1K mir für den Tracker ist mir erstmal zu viel. Mit einem FW Update scheint der AZ-GTi GoTo WiFi ebenfalls parallaktische Montierung zu zulassen (Info Astroshop.de und Skywatcher Webseite). Ich wäre ggf. aber auch bereit Skywatcher Star Adventurer zu nehmen und 100 - 200 € auf das Budget drauf zulegen. Mehr bin ich aber nicht bereit auszugeben.

Gruß

Dirk
 
Schau mal hier:

 
Hallo Dirk,

die AZ-GTi kann man ohne Probleme im Äquatorialmodus und mit einer Polhöhenwiege (z.B. vom Staradventurer) als parallaktische Montierung betreiben. Im Forum hier gibt es auch Threads und Bilder dazu, wenn Du suchst. Mache ich auch. Von daher alles gut. Die Sony mit Teleobjektiv dürfte da gut zu passen.
Mit Stativ und Polhöhenwiege dürfte das auch noch in Deinem Budget liegen. Nur zur Ansteuerung über Stellarmade kann ich nichts sagen. Für Windows PCs gibt es dafür natürlich alles.

Gruß

*entfernt*

PS. Ok, Markus' Antwort kam gleichzeitig.
Hier noch ein ganz langer Thread dazu:
 
Hi Dirk,

Skywatcher Montierung AZ-GTi GoTo WiFi :y:
:y::y:

MM genau die richtige kleine Montierung für den Einstieg.
Ist erstmal azimutal kann aber auch mit einer Wedge equatorial betrieben werden.

Ok, andere waren schneller, siehe oben. ;)
Nimm sie aber gleich mit der Skywatcher Säule und dem passenden Stativ.

ZB hier:

Gruß
Peter
 
Hallo Dirk,
Bzgl Stellarmate: Falls Du die App nicht benötigst kannst Du auch erst mal Astroberry ausprobieren. Das ist kostenlos und verwendet auch Kstars/Indi. Und den Raspi 4B brauchst Du eh. Ich benutze Astroberry und Stellarmate... Zugriff habe ich am PC bzw. Tablet über VCN bzw Browser
 
Hallo zusammen,

erstmal vielen Dank für die eure Rückmeldungen. Ich habe das Ganze mal durchgerechnet und komme mit Stativ, Polhöhenwiege, Artesky Polsucher-Halterung und Skywatcher HM5 schon auf 610 €. Dann ist der Schritt zu 655 € auch nicht mehr weit. Daher habe ich auch nochmal die Skywatcher Montierung EQ3 Pro SynScan GoTo + EQDIR USB (+ 65 € ) in Betracht gezogen.

Gruß

Dirk
 
Hallo Dirk,

das stimmt natürlich. Aber für Deinen Anwendungsfall (Milchstraßenfotografie mit DSLR, Nightscape?) mußt Du bedenken, daß die Az-Gti nur mit Batterien laufen kann, Du könntest sie über Wifi ansteuern und die DSLR kann sogar über die AZ-GTi ausgelöst werden. Du hättest also nur mit der AZ-GTi, einer DSLR und einem Handy ein relativ leichtes "Stand-Alone"-System für Nightscape-Fotografie. Ich weiß nicht, ob Dir das wichtig ist, sonst würde ich sogar eher den Sprung zur EQ-5 machen. Irgendwann wirst Du dann die paar Kilo, die die mehr tragen kann, vermissen.

Gruß

*entfernt*
 
Erstmal ein liebes Hallo in die Runde!

Mein Name ist Stefan (hätte ich eventuell einen anderen Nutzernamen nehmen sollen?).
Ich hoffe, dass ich hier jetzt nicht im falschen Thread schreibe (und ich jetzt niemanden verärgere, wenn ich mich hier mal mit einklinke...), ich bin ziemlich neu und das hier ist auch mein erster Post. Seht mir bitte nach, wenn ich mich etwas doof anstelle...
Ich habe ein ähnliches Problem wie Dirk. Bei mir ist es aber nicht das Objektiv/Teleskop, das fehlt, sondern die Kamera.
Ich habe mit der Astronomie vor ungefähr einem Jahr angefangen als die Pandemie mich von der Schulbank nach Hause verbannt hat und ich auch keine Musik mehr machen durfte... (Da habe ich dann meine Begeisterung für den Nachthimmel und das All wirklich nicht mehr zurück halten können...) Gerade bin ich auf einem Skywatcher 150/750 mit einem NEQ-5 Stativ unterwegs.
Vor zwei Monaten habe ich mir dann noch eine GoTo-Nachführung drangebastelt.

Dann ist mir auch dummerweise aufgefallen, dass ich ja jetzt sogar Fotos machen könnte, da die Objekte jetzt auch im Sichtfeld bleiben.
Aus Perspektive meines Taschengeldes ein großer Fehler...
Nun ja, da ich keine richtige Kamera habe, habe ich mir kurzerhand eine Handyhalterung für das Teleskop gebastelt und meine ersten Bilder gemacht und dort auch schon erste Erfahrungen mit dem Stacken und Bearbeiten von Bildern gemacht. Die Andromedagalaxie, den Orionnebel und die Whirlpoolgalaxie konnte ich neben dem Mond jetzt auch schon fotografieren. Für eine Handykamera auf einer improvisierten Halterung mit maximal 10 Minuten Gesamtbelichtungszeit sind die Bilder aber schon ganz amtlich geworden. Ihr könnt euch bestimmt denken wo das jetzt hinführt...

Und zwar möchte ich jetzt allmählich richtige Aufnahmen machen. Ich habe da den Teleskopverkäufer meines Vertrauens angerufen und mal ausgefragt.
Wir sind beide unabhängig, er aus Erfahrung, ich aus ewiger Sucherei, ziemliche Fans von der Canon EOS 600 D als astromod.
Jetzt wäre an der Stelle meine Frage: Fahre ich mit der Canon gut? Ich hätte da im Internet ein Angebot von 400€ für den reinen Body der Kamera gefunden.
Habt Ihr sonst noch andere Vorschläge und Ideen?
Die Koma-Korrektur steht bei mir schon mitsamt des Kameraadapters auf der Liste.

Die andere Sache wäre Guiding. Mir wurde gesagt, dass das nicht nötig sei. Bei den 30 Sekunden die ich bisher belichten konnte, sind meine Sterne auch schön punktförmig geblieben. Wie sähe das aber bei mehr als 30 Sekunden aus?
Ich habe ja viele Leute gesehen, die gleich mal 500 Sekunden belichten. Ist das bei DeepSky-Fotografie überhaupt zwingend nötig oder kann man das auch einfach kompensieren indem man viel mehr Aufnahmen mit kürzeren Belichtungszeiten macht? Dann würden doch sicherlich Details flöten gehen.
Ich meine, an sich werde ich wohl vor allem jetzt in der Anfangsphase noch gar nichts mit Belichtungszeiten von mehr als einer Minute anfangen können, glaube ich.
Wie ist da so der allgemeine Stand? Guiding ja/nein und wenn ja, wie? Da gibt es ja off-axis oder durch ein Guiderscope...
Wie gut ich den Polarstern im Polarscope ausgerichtet habe und das Alignment hinbekommen habe, bestimmt hier ja auch maßgeblich, wie lange ich maximal belichten kann.

Das wäre es jetzt zunächst einmal für das Erste von mir, seht mir bitte nach, dass ich so einen halben Roman geschrieben habe aber ich kann mich einfach nicht kurz fassen...
Soweit jetzt aber erst einmal schon Vielen Dank wenn sich jemand einem Anfänger wie mir annehmen kann! In für mich erreichbarer Nähe gibt es leider keine Vereine, die sich mit der Thematik befassen.

Mit freundlichem Groove
Stefan
 
Hi Stefan,
Ich habe ja viele Leute gesehen, die gleich mal 500 Sekunden belichten. Ist das bei DeepSky-Fotografie überhaupt zwingend nötig oder kann man das auch einfach kompensieren indem man viel mehr Aufnahmen mit kürzeren Belichtungszeiten macht? Dann würden doch sicherlich Details flöten gehen.
es wirkt erstmal seltsam,
aber es ist aus Sicht eines Photonenzählers (Sensors) völlig egal, wie man ihn zählen lasst. Ob durch eine einzige lange Belichtungszeit oder durch ganz viele kurze. Die Summe der gezählten Photonen und damit der Details bleibt das gleiche.

Das einzige was das ganze verschlechtern kann, ist der durch den Ausleseprozess bei jeder Belichtung hinzukommende Messfehler, sprich das Auslese-Rauschen.
Das ist bei den Cmos Sensoren der aktuellen dedizierten Astrocams aber sehr gering, so dass es bei Belichtungszeiten im Sekunden Bereich und dem Stacken (Summieren) der Subs keine grosse Rolle mehr spielt.

Gruß
Peter
 
Hallo Peter!
Vielen lieben Dank für die Antwort! Das ist ja interessant, das wusste ich gar nicht. Da kann ich mir ja den großen Batzen Geld für das Guiding also fürs Erste getrost sparen. :D
Danke Dir und einen schönen Abend noch!
 
Hi Stefan,

zwei gute Videos zum Thema:

Einmal von Frank @frasax , hier aus dem Forum:

Und vom SharpCap Entwickler Robin Glover:

Das ist besonders interessant, da er es auch wirklich rechnerisch, quantitativ angeht.

Gruß
Peter
 
Das erste Video konnte ich mir jetzt schon einmal ansehen. Das Video von Robin Glover muss ich mir dann morgen in Ruhe ansehen, glaube ich. XD
Das sind wirklich interessante Punkte, die er da anspricht. Wie so oft kommt es also wirklich drauf an, was ich für Voraussetzungen habe. Ich denke aber, ich schaue erst einmal wie weit ich ohne Guiding komme. Im E-Fall kann ich das ja immer noch nachrüsten, falls ich die Belichtungszeiten so nicht hinbekomme.
Soweit ich das jetzt gelesen und gehört habe kann man ja, wenn man mit dem Polarscope Polaris genau genug einstellt und das Alignment präzise genug macht, ja trotzdem relativ lange belichten. Das werde ich wohl einfach ausprobieren müssen. Probieren geht über Studieren, oder so...
Das ist wirklich viel Input, aber die Lernkurve ist auf jeden Fall vorhanden.
Ich denke mal, dass ich es erstmal einfach ohne Guiding probiere und sehe wie weit ich damit komme und dann eventuell, wenn ich mir das nötige "Kleingeld" zusammengespart habe, das Guiding noch nachrüste. Da muss ich erst einmal rumprobieren. Vielleicht schaffe ich es ja, in den nächsten Monaten (wenn ich meine Finger an eine Kamera kriege) trotz Abistress mal das ein oder andere Bild zu posten.
Die Videos von Frank sind wirklich gut, er ist mir ja schon mit seinen Himmelsvorschauvideos unter die Augen gekommen und lässt mir da ja schon immer mächtig das Wasser im Mund zusammenlaufen. :D
Vielen Dank an der Stelle, nochmal, für Deine ausführlichen Quellen und Tipps, Peter! Das hilft mir wirklich unglaublich weiter.

Mal unabhängig von dem Thema Guiding: Noch habe ich ja gar keine Kamera bei der Guiding überhaupt irgendwo Sinn macht... Mit meinem Handy (Ich weiß, Astrofotografie mit Handy ist so eine Sache...) kann ich auch nur 30 Sekunden belichten. Ich habe ja soweit die Canon EOS 600Da im Blick. Konntest Du mit der Kamera Erfahrungen machen? Und wenn ja, findest Du sie empfehlenswert?
Ich müsste da auf dem Marktplatz auch nochmal eine Suchanfrage einstellen, glaube ich. Vielleicht steigt ja demnächst noch jemand um und möchte seine alte Kamera loswerden. Die gehen hier ja weg wie heiße Semmeln...
Unter "Biete" ist ja schon alles immer raus. :/

Liebe Grüße!
Stefan
 
Hi Stefan,

ich habe keine Erfahrung mit DSLR/M.
Ich finde es sind zwei unterschiedliche Wege ob jetzt mit DSLR/M oder dedizierter Astrocam.

DSLR/M ist sozusagen der klassische, alte Weg zur Astrofotografie. Man hat einen sehr grossen Sensor und damit ein tolles, weites Feld und macht eher Langzeit-Aufnahmen mit Guiding. Der grosse Sensor hat aber auch den Nachteil, dass man einen Koma Korrektor oder Flattener einsetzen muss. Man ist auch erstmal ungebunden von einem PC.

Bei den dedizierten CMOS Astrocams machst du die Aufnahmen mittels PC und kannst die ganze Technik, Software, die es da inzwischen gibt, nutzen (Live-Stacking, Plate Solving, Autofokus, Polar Align, Montierungs Steuerung, ...). Das ist wahrscheinlich der modernere Weg, aber halt auch PC gebunden. Man hat auch eher kleinere Sensoren, was nicht gleich so grosse Ansprüche an die Optik stellt. Wahrscheinlich kommt auch bald noch Astrofotografie direkt mit dem Smartphone dazu.

Gruß
Peter
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Peter,
danke Dir! Der Komakorrektor liegt schon im Warenkorb bei mir. Dass man ungebunden vom PC ist, ist für mich als Anfänger wohl erst einmal der beste Weg, nehme ich an. Ich denke mal, die Sache erst einmal klassisch anzugehen gibt mir auch viele wichtige Erfahrungen.
Bei der Digitalfotografie juckt es mir ja schon echt derbe in den Fingern, ich bin ja ziemlich technikbegeistert. Bisher gehen meine Mittel aber nicht darüber hinaus, dass ich mit meinem Teleskop über Stellarium rumfahre... :P
Draußen konnte ich das aber bisher noch nicht ausprobieren. Ich habe mein Notebook einmal raus gestellt und dann ist das liebe Teil direkt abgestürzt. XD
-10°C waren wohl zu kalt für den Rechner... :/
Zum Thema Digitalfotografie werde ich aber definitiv in ein/zwei Jahren nochmal im Forum Eure Hilfe ersuchen, wenn ich dann mit DSLR-Fotografie genug Erfahrungen gemacht habe. Das will ich dann auf jeden Fall noch angehen. Aber bevor ich den zweiten Schritt mache, sollte ich wohl erst einmal den ersten Schritt gehen und überhaupt richtig mit der Astrofotografie einsteigen.
Danke Peter! Da weiß ich auf jeden Fall, wo der Weg irgendwann hingehen soll.
Vielleicht liest ja jemand, der mir eventuell noch ein paar Tipps zum DSLR-Kauf geben kann, noch den Thread. Eventuell wurde die Frage hier auch schon einmal gestellt. Ich scrolle mal durch.
Also: Hab ganz vielen lieben Dank, dass Du dir die Zeit genommen hast und mir an einem Freitagabend das alles noch so schön erklärt hast!
Liebe Grüße
Stefan
 
Hallo Stefan,

ich hab mir mal deine Posts durchgelesen, auch den im "1000D"-Thread. Ich hab beide Kameras bei mir. Die 1000er ist modifiziert, die 600er nicht, weil hauptsächlich für Tagfotografie. Ich finde, dass beide ihren Reiz haben und die 600er gefühlt mehr Spaß macht. Ich bin aber vor 2 Jahren genauso wie du vor der Entscheidung gestanden, welche Kamera es nun werden soll. Entschieden hab ich mich dann für eine modifizierte 1000D, die ich in der Bucht für (ich glaube) 150,- gekauft habe und darauf war sogar noch ein Jahr Gewährleistung oder so und soviel Auslösungen. Die 600er hab ich Ende letztes Jahr erworben, ohne Modifikation aber mit dem 18-55mm Kit Objektiv für ca. 200€.

400€ für eine 600er würd ich an deiner Stelle fast nicht ausgeben, sondern auf eine günstigere 1000er warten und das restliche Geld tatsächlich gleich ins Guiding stecken. So wie ich das jetzt gelesen habe, hast du ja tatsächlich vor, dass du die Astrofotografie ernsthaft angehst. Da würdest du dich nur ärgern, wenn du am Anfang auf das Guiding verzichten möchtest. Ist zumindest meine Meinung. Die Guidingkamera kannst du dann auch nutzen, um Planeten oder Mond zu fotografieren oder du machst dein Polaralignment damit. Wäre quasi kein rausgeschmissenes Geld ;)


Grüße
Mathias
 
Hi Mathias!
Danke für die Antwort! Was mich eben etwas vor der 1000D zurückschrecken lässt, ist das Rauschverhalten im Vergleich zur 600D. An sich sind ja beide trotzdem gute Kameras. Ich habe gerade auch nochmal auf E-Bay geschaut und dort auch ein Angebot für eine modifizierte 600D für 260€ gesehen. Das wäre ja natürlich deutlich besser...
Für die 1000D als astromod konnte ich bisher keine wirklichen Angebote finden, eventuell bin ich auch einfach nur blind. Es gibt zwar Angebote für 150€, aber da steht leider nicht viel von einer Astromodifikation.
Ich würde persönlich ja zur 600Da tendieren, einfach aufgrund des Rauschverhaltens (und möglicherweise auch wegen des coolen schwenkbaren Displays...). Ich denke, günstiger als das werde ich wohl fürs Erste nicht kommen. Ich weiß jetzt allerdings nicht, ob ich lieber mal versuchen sollte, hier im Forum mal eine Suchanfrage zu stellen. Eventuell will da jemand gleich noch einen Zusatzakku oder Fernauslöser loswerden...

Zum Thema Guiding noch: Ich lese jetzt hier sehr deutlich raus, dass ich auf lange Sicht definitiv mal über das Guiden nachdenken sollte. Das werde ich auch tun. Allerdings ist jetzt im Moment die Sache: Bei einer Kamera für 200-300€ mit Koma-Korrektor für 160€ und ein paar andere "Kleinigkeiten" für 50€, habe ich mein Budget, das ich mir über die Nachhilfe bisher zusammengespart habe, wohl erst einmal ausgeschöpft...
Aber dennoch würde ich gleich mal fragen wollen:
Was würdest Du mir empfehlen? Off-axis oder mit Scope? Kannst du mir da ein Scope plus Kamera empfehlen? An mein kleines Sucherfernrohr kriege ich leider keine Kamera rangebastelt.
Ich habe ja eine Kamera von Baader gesehen, die zusätzlich noch für Deepsky geeignet wäre. Kostenpunkt 256€. Lohnt sich aber nicht wirklich, wenn ich schon über die DSLR Deepsky knipse, denke ich... (Es gibt ja sonst noch für 100€ weniger den kleinen Bruder von der Cam.) Die Guidingcams gehen ja von 100-300€. ZWO ist ja auch ganz beliebt.
Dann wäre auch noch die Frage: Ich muss dann ja meinen PC dazuschalten, oder? Wie macht Ihr das dann in der kalten Jahreszeit? Ich hatte mein Notebook mal für 10 Minuten draußen weil ich meine Nachführung über Stellarium mal einrichten wollte. Der PC war in kürzester Zeit tot, der Akku war vollkommen leer. Das müsste ich dann ja irgendwie beheizen. Wie löst Ihr das? Einfach ein Heizband drunterlegen und irgendwie "warm einpacken"?
Da wäre ich mit dem Guiding auch schon bei rund 300-400€, oder?
Fragen über Fragen... Sorry!
Die Kamera und das nötige Zusatzzeugs sollte ich wohl zuerst kaufen, denke ich. Mir bringt das Guiding ja noch nichts wenn ich sowieso nur mit einem Handy für 30 Sekunden belichte und da keine Strichspuren habe...
Beste Grüße!
Stefan
 
Hi Stefan,

nur mal als Beispiel was ungeguided mit Kurzbelichtungen möglich ist:


Wenn du aber trotzdem Guiding sofort machen willst, dann geht auch eine billigere Kamera wie die SVBony SV305.
Die Guiding Kameras haben meistens einen kleinen Sensor. Die eigenen sich mM nicht gut für Deep Sky AF, auch wenn die Werbung etwas anderes behauptet ;) .

Gruß
Peter
 
Hi Peter.
Wow! Die Bilder sehen ja wirklich richtig gut aus. :o
Ja, ich würde ja persönlich auch mit dem Guiding erstmal noch etwas verzögern bis ich überhaupt eine Kamera habe, mit der sich das Guiden erst lohnt. Wenn ich dann aber eine Kamera da hätte würde ich auch recht zügig das Guiding nachrüsten. Das Angebot bei der Kamera wäre jetzt auch bei 290€ plus drei Akkus und Ladegerät. Den Fernauslöser bestelle ich mir dann noch unabhängig davon.
Die SVBony ist ja gerade bei 145€. Das geht ja sogar noch...
Dann wäre aber noch das Problem mit dem Scope oder Off-axis... Welche Vor- und Nachteile hätten beide Methoden? Was wäre da Eure Empfehlung?
Grüße!
Stefan
 
Hi!

Off-Axis gleicht dir auch Fehler durch Instabilität im Tubus oder Spiegelkippung aus, dafür ist das Bildfeld kleiner (ggf. weniger Sterne, gerade bei Multi-Star-Guiding) und durch das Prisma ist das Bild dunkler. Wenn der Guider hinter einem Reducer sitzt, ist das Umlenkprisma ggf sogar im Dunkeln. Es muss natürlich genug Platz für den Off-Axis-Guider vor der Kamera sein.

Dank Subpixel-Genauigkeit langen heute zum Glück kleine Brennweiten: Im Verein habe ich diese Woche einen StarAid Revolution Autoguider mit einem Leitröhrchen mit nur 130mm Brennweite (dieses Set) ein C14 mit 3900mm Brennweite beim ersten Test ziemlich gut geguidet. Von daher langt ein kleines Leitrohr mittlerweile. Bei dem Gewicht ist auch Verbiegung vom Leitrohr kein großes Thema – bei klassischen, langen Leitrohren ist die Stabilität der Verbindung eher ein Problem.

Es muss natürlich kein Standalone-Guider (StarAid, MGEN sind die beiden guten) sein, aber die Lösungen über den PC z.B. mit PHD zum Laufen zu bringen, kostet auch immer etwas Einarbeitungszeit. Ich bin mit PHD nie so richtig warm geworden; der StarAid lief auf Anhieb.
Bei den dedizierten CMOS Astrocams machst du die Aufnahmen mittels PC und kannst die ganze Technik, Software, die es da inzwischen gibt, nutzen (Live-Stacking, Plate Solving, Autofokus, Polar Align, Montierungs Steuerung, ...). Das ist wahrscheinlich der modernere Weg, aber halt auch PC gebunden. Man hat auch eher kleinere Sensoren, was nicht gleich so grosse Ansprüche an die Optik stellt.
Naja – Astro-Kameras gibt's – gerade gekühlt – auch in APS-C, Vollformat und noch größer. Die ungekühlten kleinen Kameras sind in erster Linie die "Videomodule" für die Planetenfotografie oder das Guiding, bei denen kein großen Bildfeld nötig ist, sondern schnelle Bildrate. Unsere erste CCD-Kamera im Verein hatte halbe VGA-Auflösung, also 320x240 Pixel. Da hatte gerade M57 draufgepasst. Aber das war in den 90ern, die Zeiten sind zum Glück vorbei ;)

Beste Grüße,
Alex
 
Vielen Dank Alex!
Das klingt ja schon einmal sehr interessant. Da würde ich es, denke ich, dann wohl wenn es soweit ist es mit einem Standaloneguider probieren.
Und da hat sich die Frage ob ich mich mit der teureren Baader anfreunde auch erstmal erledigt. Da würde ich dort wohl mit einer günstigen Kamera guiden, wenn ich soweit bin.
Dankeschön!
Ich werde mich jetzt auf jeden Fall heute erst einmal wieder seit 2 Wochen zum ersten Mal mit dem Teleskop rausstellen. Die Wolken lassen es endlich mal wieder zu...
Eventuell gelingt mir ja auch mit meinem derzeitigen Amateursetup doch das ein oder andere Bild.
 
Hi!

Als Caveat nur, dass die beiden empfehlenswerten Standalone-Guider jeweils mehr kosten als dein geplantes Budget ;)

Ein kleines Leitrohr plus Kamera ist billiger, braucht dann aber noch einen Laptop mit PHD o.ä. Kommt halt darauf an, wie viel dir Mobilität und einfache Bedienung wert ist.

Mittlerweile würde ich ein kleines Leitrohr dem Off-Axis-Guider fast immer vorziehen, das "Sucher-Guiding" funktioniert mittlerweile ausreichend gut.

Clear Skies,
Ales
 
Hi Stefan,

ich würde dir empfehlen, Schritt für Schritt vorzugehen - das schont auch das Budget. Wenn du dann ernsthaft angefixt bist (oder vielleicht bist du das ja schon), dann wirst du um das Guiding nicht herumkommen. Das hängt letztlich auch davon ab, welche Qualität deine Bilder haben sollen und was du dir selbst wünschst. Einige Mitglieder hier im Forum betreiben z. B. EAA, die elektronisch gestützte Beobachtung. Dort werden viele kurzbelichtete Aufnahmen nacheinander live gestackt und du kannst etwas besser sehen, was du visuell möglicherweise nur als grauen, verwaschenen Fleck wahrnimmst. Das ist für diejenigen Hobbyastronomen interessant, die ungern stundenlang Photonen sammeln, was dann schon mal öde werden kann, wenn die Ausrüstung einmal läuft (und man sich nicht nach Hause ins warme Zimmer verkrümeln kann oder ein zweites Setup zur Beobachtung dabei hat).

Und dann gibt es diejenigen, die am liebsten jedes winzigste Detail aus den Nebeln herauskitzeln wollen oder Dinge sichtbar machen wollen, die auch mit EAA nicht sichtbar wären. Wenn du das möchtest, dann wirst du auch guiden müssen. Ich habe einen MGEN und bin damit auch sehr zufrieden. Man kann das natürlich auch via PHD2 machen und einen Laptop anschließen. Dann hängt das wieder davon ab, wie mobil du bist oder sein musst.

Zur Kamera: Ich habe einen Canon 600Da gebraucht gekauft und kann nicht meckern. Und unterschätze ja nicht den schwenkbaren Display! Der ist absolut Gold wert!

CS,
Ulrike
 
Dankeschön für die zahlreichen Tipps!
Ich werde da auf jeden Fall versuchen, erst einmal eine Kamera zu ergattern um überhaupt grundsätzlich längere Belichtungen machen zu können...
Ich muss mich da morgen nochmal mit den beiden Leuten unterhalten, die mir eine 600D verkaufen würden und mal schauen was besser wäre.
Und wenn ich mich dann an die Kamera gewöhnt habe, mache ich mich ans Guiding.
Dankeschön Ulrike und Alex!
 
Servus Stefan,

ich hab zum Guiden die ZWO ASI 120MC-S, die gibt's auch immer wieder gebraucht hier im Forum. Als Guidingscope hab ich das hier. Du kannst aber auch eine günstigere Variante nehmen. Z.B. 50mm Sucher und Adapterstück für die Guidingcam. Mittlerweile ist noch eine ZWO ASI 290MM und ein Scope von SVBONY dazugekommen. Bzgl. des Scopes von SVBONY kann ich dir aber was die Qualität beim Guiden betrifft nix zu sagen, wobei das fast genauso aussieht wie mein verlinktes von TS. Kommt ja eh alles vom selben Band ;)

Laptop steht bei mir immer unbeheizt draussen, ist halt abgedeckt. In meinem Fall ein Wäschekorb und eine Decke drüber :D Das dein Akku bei diesen Temperaturen ziemlich schnell leer ist, kann ich mir denken. Aber wenn der am Netz hängt, dann sollte das kein Problem sein, sofern 230V vorhanden. Evtl. ist auch ein RaspPi auch was für dich, der läuft mit einer Powerbank auch.

Nochmal zu den Kameras: ich hab immer ein bisschen auf Astrobin geschaut, was mit welcher Kamera und Teleskop so geht. Evtl hilft dir das ja bei deiner Entscheidungsfindung.

Grüße
Mathias
 
Dankeschön für die zahlreichen Tipps!
Ich werde da auf jeden Fall versuchen, erst einmal eine Kamera zu ergattern um überhaupt grundsätzlich längere Belichtungen machen zu können...
Ich muss mich da morgen nochmal mit den beiden Leuten unterhalten, die mir eine 600D verkaufen würden und mal schauen was besser wäre.
Und wenn ich mich dann an die Kamera gewöhnt habe, mache ich mich ans Guiding.
Dankeschön Ulrike und Alex!
Wie sieht es eigentlich mit der Bildbearbeitung bei dir aus? Die kostet auch Geld, wenn man nicht alles Open Source macht.
 
Danke, Mathias! Da weiß ich ja schon wie es dann später weitergehen wird. ^^
Astrobin ist da wirklich ein heißer Tipp zu den Kameras. :D
Daran habe ich ja noch gar nicht gedacht, dass es ja auch Adapter für das kleine Sucherrohr geben könnte... xD
Dankeschön!

Genau, Thema Bildbearbeitung: Zur Zeit stacke ich alle Bilder mit Deepskystacker. Die Software ist schön zuverlässig und einfach zu bedienen. Zur Bildbearbeitung arbeite ich mit Gimp. Das Programm kenne ich inzwischen doch ganz gut und bekomme schon einmal halbwegs akzeptable Bearbeitungen hin.
Dahingehend bin ich auch noch vollständig auf OpenSource unterwegs.

Grüße!
Stefan
 
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