Einstieg sinnvoll?

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Hallo Sven,

Man hat hier auf der Insel nur leider das Problem, dass die Luft hier ÜBERALL einen extrem hohen Aerosolgehalt hat, egal ob man in der Brandungszone steht oder im Ortskern.

CS
Felix
 
Hallo Felix,

das sollte dann aber sämtliche Scopes ärgern. Ein Spiegel mit normaler Quarz-Schutzschicht sollte dann aber doch genauso empfindlich/unempfindlich sein, wie eine Linse mit Vergütung.
Wie sind da die Erfahrungswerte?
Tja, und... eigentlich soll ja der Aerosolgehalt 30m abseits der Brandungszone schon auf wenige Prozent zusammensacken. Laut Kurprospekt aus St.Peter-Ording ;)

Clear Skies
Sven
 
Ich sag ja nicht das die Luft hier überall den selben Aerosolgehalt hat, oder? ;)

Die Sternwarte hier auf der Insel liegt eigentlich ziemlich zentral, trotzdem haben die noch Probleme mit ihren Rohren. Die müssen jedes mal wenn sie Beobachten Schutzfolien über ihre Öffnungen legen

CS
Felix

 
Hallo Felix,

die benutzen also sowas wie Turbofilm, tortzdem bohre ich weiter: Nutzen die das zur Vorsicht oder nach konkreten üblen Erfahrungen? Und womit wären die zustande gekommen? Mit noch selbst versilberten Spiegeln? Da ist der Schwefelgehalt natürlich tödlich...

Clear Skies
Sven
 
Sie verwemden die Schutzfolien sogar bei ihren geschlossenen Geräten.

Ob sie damit schon üble erfahrungen gemacht haben weiß ich nicht. Frag sie doch einfach mal

Felix
 
Hallo zusammen!

Ich seh sie in Kürze wieder, werde sie also fragen. Aber eins kann man mal festhalten: Wenn sie sogar, wie ich auch live gesehen habe, Schutzfolien bei ihren SCs und Refraktoren einsetzen, dann kann man das Thema Newton wohl komplett vergessen.

Alternativ kann man natürlich das komplette System innen wie außen mit Schutzfolie auskleiden... :D

CS

Martin
 
Hallo Martin,

naja, es ist eben immer die Frage, ob man bei Vorsichtsmaßnahmen nicht auch vorsichtshalber übertreibt. Da wäre eine Info eben wertvoll.

Clear Skies
Sven
 
Nabend!

War heute wieder beim Observatorium und hab vergessen zu fragen. :(

Hatte aber selber genug Fragen und konnte mal ein paar Teleskope am Saturn ausprobieren. Zum Beispiel einen 5" Richfield-Refraktor als abschreckendes Beispiel für Farbfehler und einen 8" Schmidt-Newton, der in Sachen Bildschärfe dem Refraktor trotz des Farbfehlers unterlegen war.

Aber viel wichtiger war der Test eines 102/1300'er Skywatcher Maks und eines 102/1000'er Bresser Messier Refraktors. Beide Geräte sind jeweils eine Nummer kleiner als die Teleskope, für die ich mich interessiere (Skywatcher Travelmak 127/1540 und Bresser Messier R 127/1200).

Optisch hat mich der Refraktor klar überzeugt. Auch bei 200facher Vergrößerung keine Farbfehler zu erkennen, und der Saturn war dermaßen klar zu sehen, wie ich es mir als kompletter Neuling nicht erträumt hätte!

Andererseits war der Mak in Sachen Abbildungsqualität mit dem Schmidt-Newton auf Augenhöhe und dermaßen handlich...ich kannte Maks ja bis jetzt nur von Abbildungen aus diversen Foren und Shops und hatte mir die irgendwie größer und schwerer vorgestellt.

Also muss ich mich jetzt entscheiden zwischen Qualität und Mobilität. Aber vielleicht überseh' ich ja ein paar Nach- und Vorteile der beiden Scopes? Immerhin bin ich ja nur ein Bald-Einsteiger und ihr habt die jahrelange Erfahrung...

Ich werd mir so oder so eine EQ5 oder vergleichbares zulegen, auch wenn ich mich für den Mak entscheiden sollte. Dann hab ich was vernünftiges, was ich auch für evt. spätere Neuanschaffungen nutzen kann. Oder lieg' ich da falsch?
 
Hi!

Zitat von Sven_Wienstein:
also so ein Newton wird heute ja nicht mehr versilbert sondern da ist Alu mit Quarz-Schutzschicht drauf und ich fürchte, dass der nicht empfindlicher ist, als ein vergütetes Refraktorobjektiv.

Gerade Silber hätte vermutlich weniger Probleme - es ist, zumindest als Behälterwerkstoff, recht chloridfest. Aluminium müßte man mit Mg und Mn versetzen, aber dann kann man es als Reflexionsschicht vermutlich kaum noch verwenden ...

Quarz ist chloridfest, aber nur, wenn die Schicht lückenlos ist. Die Diffusionsfähigkeit von Chlorid bei extrem dünnen Schichten kenne ich leider nicht.

Grüße

fquadrat
 
Hallo stefand!

Zitat von stefand:
Für diese Fälle verwende ich persönlich einen 80/400 Achromaten (Achtung: Keine Planeten, keine Vergrößerungen über 50x), welcher auf einem leichten Fotostativ Platz findet. Den trage ich auch einige Kilometer zu Fuß.

Dann habe ich noch einen 4" Mak, welcher aber eine stabilere und besser nachführtbare Montierung für höhere Vergrößerungen benötigt.

Alternative: Den Achromaten nimmt man für Weitfeldbeobachtungen, als Mak nur einen 90/1250er. Beide werden von einer EQ1 getragen, die mit einem leichteren Gewicht nicht mehr allzu schwer sein sollte. Ich bin zur Zeit auf der Stufe 90er + EQ1, der 80/400er wird irgendwann günstig nachgekauft. :-)

Das mit dem 80er ED sehe ich übrigens auch so, nur ist der teuer und braucht auch eine Montierung, die ebenfalls kostet.

Grüße

fquadrat
 
Hallo Martin,

irgendwie springt mich der Sinn der Entscheidung und die ganze Beratung bis hier hin nicht wirklich an.

Man warnt also vor Aerosolen und tendiert zum Refraktor, den man dann mit Folien schützt, die EQ-5 braucht das dann sicher auch, denn die Seeluft ist auch nicht besonders förderlich für metallische Teile mit Hang zu korrosionserscheinungen.
Das Ganze wird recht teuer, aufwändig und soll über die Insel geschleppt werden, viel Spass.

Von Deinem ursprünglichen Ausgangspunkt und der Ausgangslage mit Zielvorstellungen her erscheint mir immer noch ein transportabler Newton/Dobson mit 5-6" Öffnung als das langfristig überlegene, einfachere, transportablere und wesentlich kostengünstigere System. Das gilt selbst dann, wenn Du nach 3-10 Jahren genötigt sein solltest, das eventuell etwas blind gewordene (sicher ist das keineswegs) Spiegelset mal auszutauschen. Der Spass könnte Dich dann so 100 bis 150 € kosten (nach heutigem Stand/Neuware).

Gruß
*entfernt*
 
Zuletzt bearbeitet:
Hi,

also bei 200x und 100mm Öffnung ist gerade Saturn in seinem gedämpften Licht so dunkel, dass man den beim Achromaten definitiv und deutlich vorhandenen Farbfehler nicht mehr farbig sieht. Ein allenfals dunkler, blassgrauer Rand könnte Dir entgangen sein.
Beim Schmidt-Newton kommt es stark auf Okularwahl und Auskühlung an. Er ist für die angedachten Geräte auch ein schlechtes Beispiel. Solche Vergleiche sollte man ohne Kenntnis nicht machen. Es wird aber immer wieder so gemacht und ich müsste Romane schwafeln, warum das so nicht klappt. Kann ich aber dieser Tage nicht, fehlt mir die Zeit. Es ist kein Wunder, dass so viele Märchen über "Planetenteleskope" herumgeistern. Wie gesagt, wenn ein f/6-Newton mobil geht, ist das ein sehr guter Mittelwert. Geht nur ein 130mm Newton als Dobs dann kann man für Planeten sehr gut über den 127er Mak nachdenken. Für Deepsky bedingt.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Sven, hallo ihr anderen!

Der Schmidt-Newton ist zur Zeit in der Sternwarte fest montiert und die war schon ne ganze Weile offen als ich kam. Welche Okulare wir benutzt haben weiss ich jetzt nicht mehr, aber ich unterstelle jetzt einfach mal, dass Herr Ullrichs mich da nicht täuschen wollte und (im Verhältnis) relativ vergleichbare bei den verschiedenen Geräten nutzte. Wir haben bei allen Teleskopen auch die Okulare gewechselt, zum Teil mehrfach.

Einen Grausaum hab ich in der Tat nicht beobachtet, und dunkel kam mir der Saturn grade durch den Refraktor auch nicht vor, eher wesentlich heller und schärfer als durch die anderen Teleskope.

Du meinst wahrscheinlich, dass z.b. der Mond in seiner hellen Pracht mir den Farbfehler des 102/1000'er Refraktors zeigen würde. Das werde ich dann wohl mal testen müssen, wenn er wieder vernünftig zu beobachten ist, danke für den Hinweis! :)

Ich meine aus deinem Posting rauszulesen, dass du mir generell von einem FH-Refraktor abraten würdest. Ich hab schon ein paar (u.a.) lokale Sternenfreunde getroffen, die meinten, dass so ein FH mit annehmbarer Brennweite (ab F/10) ein feines Teleskop sei und neben ihren Maks, SCs und Schmidt-Newtons seinen festen Platz in ihrem "Fuhrpark" hätte. Eine Fehleinschätzung, Nostalgie oder vollkommen richtig? *relativunwissendsei*

Geraten haben die mir aber alle zu keinem System, haben mir nur brav alle Vor- und Nachteile aufgezählt und mich spechteln lassen. Ich werd' das auch noch ein paarmal wiederholen (nicht zuletzt wegen der netten Einladung), bevor ich meine hart verdienten Penunsen für mein erstes Teleskop ausgeben werde.

Und ich werde noch so viele Meinungen wie möglich einholen, zum Beispiel hier bei euch. ^^

Also los, ich bitte höflichst um eine Portion Senf von allen, die sich dazu berufen fühlen. Mak oder FH-Refraktor? *g*

CS

Martin
 
Zitat von Maaadin:
Also los, ich bitte höflichst um eine Portion Senf von allen, die sich dazu berufen fühlen.
Hi Martin,

dann mal mein Senf: Den schlechten Ruf verdanken Fraunhofer-Teleskope den zu schnellen, kompakten Farbwerfern, die heute so günstig zu haben sind. Fraunhofer selber wußte, dass eine gewisse Brennweite für eine ordentliche Abbildung nötig ist.
Die Formel zum Berechnen des notwendigen Öffnungsverhältnisses, wie sie hier im Forum mal zitiert wurde, lautet wohl:

Öffnung in mm mal 0,122 = f/ratio

Ein 70mm-Refraktor sollte also f/(0,122*70) = f/8,54 haben und ist noch hübsch handlich, ein 150er liegt bereits bei f/18,3 oder 2745mm Brennweite.

Ein schöner, langer Refraktor macht Spaß, die passende Montierung dafür zu finden allerdings schon weniger.

Die schönsten (nicht detailreichsten, aber schönsten - da spielt auch das Gefühl beim Beobachten mit rein) Planetenbeobachtungen hatte ich mit einem Vixen 90/1000 auf Superpolaris DX und einem Butenschön 90/1250 auf Astronom I; am Mond macht mir ein 150/2250-Zeiss-AS-Halbapo mit Bino sehr viel Spaß - bei letzterem Gerät merke ich den Restfarbfehler nur fotografisch oder im Spektroskopie-Okular. Für mich störend ist das kleine Gesichtsfeld von so langbrennweitigen Geräten.

Mit einem Mak hab ich noch nicht beobachtet; für Deep-Sky ist mir mein ED80 lieber als was längerbrennweitiges mit vergleichbarer Öffnung, da mehr Umgebung ins Okular passt. Deep Sky umfasst natürlich nicht nur riesige Nebel und Sternfelder (auch wenn ich hier im Form manchmal den Eindruck hab), sondern auch Doppelsterne, da stört ein kleines Gesichtsfeld nicht - du brauchst dann allerdings einen ordentlichen Sucher (Telrad oder ähnliches).

Gruß,
Alex
 
Hallo Martin,

Du hast genau das getan, was hier im Forum schon tausendfach von tausenden Mitgliedern tausenden "Neulingen" empfohlen wurde. Du warst bei Sternenfreunden und hast durch verschiedene Instrumente beobachtet.
Also, alles richtig gemacht! :super:
Entscheide Dich einfach für das Teleskop, was Dir am meisten Spaß macht. Es ist ein Hobby! Und das hat ausschließlich etwas mit Spaß und Freude zu tun.

VG,
Micha
 
Hi Sven,

das mit dem Schwefel in der Nordseeluft wußte ich nicht, aber der wird vom Silber natürlich viel mehr geliebt, als wir ihm gönnen.


Grüße

fquadrat
 
Hallo Martin,

dass Öffnungsverhältnis in Abhängigkeit von der Öffnung ist entscheidend beim FH. Bei 80mm ist f/15 schon sehr schön und f/10 ist auch noch nett. Beim 90mm ist das auch noch nett sicher schon bei f/11, beim 100mm ist es so bei f/15.

Ich rate dabei nicht generell ab, sondern ich schätze es, wenn die Geräte für das eingesetzt (bzw. gewünscht) werden, was sie gut können. FHs mit schnellerem Öffnungsverhältnis sind dann eben eher für schwache Vergrößerungen gut. Daher der Name "Comet Catcher".

Da so lange FHs für Planeten jedenfalls arg unhandlich werden, ist sicher ab 5" Öffnung ein guter, langbrennweitiger Mak (f/14) eine starke Sache.

Clear Skies
Sven
 
Hallo zusammen!

Ich hab mir eure Ratschläge zu Herzen genommen, viel überlegt und noch ein paar mal probegespechtelt. Und am Ende eine Entscheidung getroffen.

Mit Hilfe einer Transporttasche (Tubus) und eines Trackingrucksacks (Mon2 + Stativ) bin ich nun komplett mobil mit meinem nagelneuen Bresser Messier 127L (f/9,4) und warte auf mein first light. Was nach der Faustformel Öffnung in Zoll * 7 Tage bis zur nächsten wolkenfreien Nacht bei einer Neuanschaffung wohl noch was dauern kann. :D

Ich kann übrigens auch gut aus dem Fenster Richtung Süden spechteln und hab dennoch weniger Lichtverschmutzung durch Straßenbeleuchtung u.ä. als viele Sternenfreunde aus den großen Städten. Hier stehen ja schon überall diese neuen LED-Lampen auf der Insel, die nur nach unten strahlen, und hohe Gebäude gibts auch nicht.

Sicher wäre ich mit einem Mak oder einem kleineren Refraktor mit weniger Gewicht auf dem Buckel unterwegs gewesen, aber so gehts auch noch relativ problemlos und als Anfänger will man ja auch ein bisschen was an Öffnung haben.

Außerdem, ich gebs ja zu, hab ich mich in Refraktoren verguckt. Wegen der Abbildungsqualität natürlich, nicht weil sie so nett anzuschauen sind. ;)

Clear Skies und danke nochmal an alle!

Martin
 
Hi Martin,

Beobachtungen aus dem Fenster beschränken selbst bei guter Scheibenqualität die Vergrößerung sehr, sie werden auch weitere Störungen einbauen, die sich z.B. auf den Kontrast auswirken können.

Einen klaren Himmel wünscht

fquadrat
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
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