Der Orion ist aus einer eher verunglückten Fotoaktion entstanden. Es geschah am ersten Abend eines zweiwöchigen La Palma-Urlaubs. Ich hatte eine Kamera mit dem 50mm 1,4 Zuiko bei Blende 2 auf meiner EQ-3, die ich auf La Palma eingelagert habe.
Wenn man die Montierung gut mit dem Polsucher eingerichtet hat, sind ungeguidete Aufnahmen bis ca 5 Minuten Belichtungszeit bei 50 mm Brennweite möglich.
Ich hatte vor, eine richtig tiefe Aufnahme des Orion zu machen und die Kamera dafür stundenlang auf Orion belichten zu lassen, mit Einzelbelichtungen von 3 Minuten.
Alles sah prima aus, die Kamera klckte am automatischen Auslöser, und beruhigt ging ich zurück ins Haus.
Nach einer Stunde - oder war es mehr? - ging ich wieder raus um mich vom Fortgang der Belichtungen zu überzeugen.
Aber was war das? Die Kamera zeigte gar nicht mehr zum Orion. Verdammt, eine Klemme war lose!
Also wieder die Kamera ausgerichtet, als ich im Augenwinkel eine Wolkenbank über die Berge heranziehen sah.
Für diese Nacht konnte ich die Fotoaktion vergessen, denn die Wolken bedeckten bald den ganzen Himmel.
Und auch das kann man auf La Palma haben: Während der 14 Tage meines Urlaubs, war kein einziger Abend wieder für Astrofotografie geeignet.
Auf der Speicherkarte meiner Kamera fanden sich aber trotzdem 8 einwandfreie Orion-Bilder, danach wurden die Strichspuren immer länger, bis der Orion aus dem Bildfeld herausgewandert war und dann waren nur noch Strichspuren konstanter Länge vorhanden die das Weiterziehen des Himmelsgeschehens zeigten.
Aus den ersten acht Bildern konnte ich aber das gezeigte Bild ausarbeiten. Es war sogar in einem der letzten Ahnert Himmelskalender abgedruckt.
Die Kamera war eine von Baader astromodifizierte EOS 350 D, meine erste digitale SLR. Davor hatte ich aber auch schon einige Jahrzehnte Astro- und Fotopraxis mit Kameras und Filmmaterial.
Grüße
Dietrich