Hallo *entfernt*,
ich lerne hier auch ständig dazu, aber vielleicht hilft auch die Perspektive eines Einsteigers bei der Suche.
Für jedes astronomische Ziel und die Art der Beobachtung gibt es eine zugeschnittene Ausrüstung und für die Beobachtung anderen Objekte dann meist teure Modifikationen.
Beginnt man z.B. mit Planeten, Mond und Kamerabeobachtung, könnte man z.B. wegen der bereits vorhandenen hohen Brennweite mit einem kleinen MAK anfangen (5" oder 6") und einer günstigen Kamera (z.B. SV305). Bei der Chipgröße und Brennweite benötigt man noch keinen teuren Flattener, noch nicht mal ein Okular oder Filter. Peter hat Dir dazu auch einen Newton (statt MAK) vorgeschlagen, dessen kleinere Brennweite leicht mit einer günstigen Barlow aufgebohrt werden kann. Manche Newtons haben einen zu kurzen Backfokus, also nicht gleich den günstigsten nehmen.
Auf einem unmotorisierten Stativ nervt bei hohen Vergrößerungen aber schnell die Erddrehung.
Die andere Hälfte von 1000€ bleibt noch als Geldreserve für eine USB gesteuerte motorisierte Montierung und die Jagd nach Deep Sky Objekten (Galaxien und Kugelsternhaufen). Die sind aber so dunkel, dass ich ohne Platesolving nur noch am Rumsuchen war. Also warum nicht gleich die Kamera und die Montierung an einem vorhandenen kleinen (gebrauchten) Laptop anstöpseln und die Kosten für das GOTO Steuergerät sparen. Im Winter könnte man diese Kombination aus der warme Stube fernsteuern. Platesolving hilft nun, braucht aber auch Geduld.
Was mit dem MAK oder Newton auch noch geht, ist die visuelle Beobachtung von Planeten und Mond, dann aber nicht bei den Okularen sparen, das wäre sprichwörtlich am falschen Ende des Teleskops gespart.
Wegen der hohen Brennweite gehen große Nebel aber nicht auf den kleinen Chip. Dafür benötigt man teure Reducer+Flattener und zusätzlich teure Kameras mit großen Chips als Erweiterung.
Aber selbst die reichen meist nicht.
Oder man schaut eben gleich nach einem 2. Teleskop mit deutlich kürzerer Brennweite und dann meist viel kleinerer Öffnung. Bei der Fotografie kann Öffnung auch durch Belichtungszeit ersetzt werden. Deshalb ist (natürlich nur nach meiner bescheidenen Ansicht) ein kleiner ED Refraktor mit kurzer Brennweite sinnvoller, als der Versuch das wegen der Planeten langbrennweitige 1. Teleskop zu "verkürzen". Schraubt man den Refraktor mit einer 2. Kamera auf das erste Teleskop, können sich beide gegenseitig über PHD2 guiden. Egal wie, das wird dann die 2. Ausbaustufe über den 1000€ und man könnte dabei gleich einen größeren Kamerachip (etl. mit Flatterner) anstreben.
Für die visuelle Beobachtung von Deep Sky, ist Öffnung alles, wie z.B. beim Dobson möglich. Nach meiner Erfahrung bleiben diese Objekte aber auch bei 10" Öffnung noch farblos, also grau, da unserer Augen bei schwachem Licht keine Farben erkennen kann (ganz anders bei den farbigen Kameraaufnahmen).
Die direkte Beobachtung von lichtschwachen Objekten hat dafür ihr eigenes Feeling und daher auch viele Anhänger (mich eingeschlossen). Auf einem Dobson kann man natürlich auch Fotografie für Planeten und Mond machen, da die ultrakurz als Videos belichtet werden fällt die Erddrehung nicht so sehr ins Gewicht. Inzwischen gibt es auch da motorisierte Plattformen. Wie es da aber mit Deep Sky Fotografie aussieht, kann ich nicht sagen, vielleicht mit 1s Aufnahmeserien.
So oder so, man muss vor allem viel Zeit und Geduld mitbringen, für die Theorie und auch die Praxis. Dann lohnt es sich auch.
Gruß
thomas314