Familienkompatibles Teleskop für Astrofotografie gesucht

crö2go

Mitglied
Hallo zusammen,

ich möchte mich verstärkt der Astrofotografie widmen, nachdem ich die letzten Jahre ausschließlich visuell mit einem Dobson unterwegs war. Ich stehe ganz am Anfang, habe noch keine Präferenz hinsichtlich Objekt (Mond, Planeten, Deep-Sky) und möchte mich zunächst in die Technik einarbeiten. Ich werde zu Beginn mit meiner DSLR (D5500) arbeiten und später - wenn mich das Thema weiterhin fesselt - ggfs. auf CCD aufrüsten. Die Herausforderung ist, dass ich überwiegend im Familienurlaub oder an Wochenenden (ebenfalls mit Familie) dazu kommen werde, und daher das Teleskop gemeinsam mit der Familie (2 Kinder) und daher Gepäck für vier Personen (im längeren Urlaub inkl. Dachbox) ins Auto (Kombi) passen muss.

Ich habe mich an einen Händler gewandt, der mir als Starter-Kit ein Newton 200/1000 auf einer EQ6-R empfohlen hat. Im Prinzip fände ich das ok, insbesondere bei der Montierung bin ich willig, gleich zu Beginn mehr Geld auszugeben um später für andere Teleskope flexibel zu sein. Allerdings ist der Newton zu groß für das Auto, wenn die Familie auch reinpassen soll. Ich bin nun auf der Suche nach einer Alternative:

  • der Händler hat mir alternativ ein Omegon Ritchey-Chretien 154/1370 empfohlen - allerdings bin ich nach Durchsicht diverser Foren-Beiträge skeptisch, ob dieses Teleskop angesichts des Justage-Aufwands für Anfänger so geeignet ist
  • ich frage mich, ob ein kleinerer APO (zwar auch lang, aber weniger voluminös als der Newton) ein gutes Einstiegsgerät ist bzw. ob er besser oder schlechter wäre als ein
  • Maksutov - wobei der ebenso wie der das RC eine für den Anfang große Brennweite hat und dass beim Einstieg ins Guiding ja wohl nicht unbedingt hilfreich ists

Hat irgendjemand hier vielleicht einen hilfreichen Tip, ist evt. einer ähnlichen Situation oder kann ein passendes Teleskop empfehlen?

Danke vorab!!
 

wynnie

Mitglied
Hallo [hier Name einfügen],

wenn Du fotografieren möchtest , kann ich lange Brennweiten für den Einstieg nicht empfehlen. Der Omegon hat f9 , ein Maksutov vermutlich f>10, da Belichtest du ewig und brauchst zudem noch eine sehr gutes Guiding. Also eher nicht.

Ein APO (oder ein gutes Tele) für den Einstieg ist daher wohl die bessere Wahl.
Schau Dir mal den Lacerta Quadruplet Flatfield APO an. Da brauchst Du keinen Flattner, dafür geht visuell nicht viel da der Backfokus auf Kameras optimiert ist. Vorteil, kein gedöns mit korrektem Abstand und so. Mit f6 noch ganz ok. Der ist auch nicht so schwer, da würde wohl auch eine EQ5 reichen.

Etwas teurer, aber mit f4,5 auch schneller, ist der TS-Optics 61EDPH. Der ist aber aufgrund der kürzeren Brennweite eher was für schöne Übersichten. Dafür aber auch klein und Handlich. Der würde, glaube ich, auch auf die Star Adventurer passen.

Eine EQ6-R ist eine gute Grundlage für (fast) alles, aber wirklich transportabel finde ich sie nicht.

Viele Grüße
Michael
 
Zuletzt bearbeitet:

Optikus

Mitglied
Hallo crö2go (???),

ein RC mit über einem Meter Brennweite würde ich Dir auf keinen Fall empfehlen, genau so wenig einen Mak. Die Krux bei der Astrofotografie ist die Brennweite, was die Genauigkeit der Nachführung und damit die Schwierigkeit, gute Bilder zu erzeugen, angeht.

Ich würde Dir einen kleinen APO empfehlen, wie auch Michael, den trägt schon eine relativ kleine Montierung, die dann auch gerne Goto usw. haben darf, und mit etwas begleitender Technik drumrum kannst Du Dir beim Einnorden, Alignment usw. helfen lassen, so dass mit den kurzen Brennweiten von Fotoobjektiven auf jeden Fall und mit etwas Übung auch mit dem APO ansehnliche Aufnahmen erzeugt werden können.

Aber lass Dich nicht von schönen Fotos blenden - bis Deine annähernd so aussehen braucht es etwas Leidensfähigkeit, bis Du Dir das nötige Grundwissen und die erforderliche Übung mit Deinem Equipment angeeignet hat. Als Montierung würde ich für eine EQ3 - EQ5 plädieren, alles größere ist nicht wirklich transportabel, es sei denn Dein Vorname wäre Arnie ... - ist m.E. auch nicht notwendig. Die EQ3 reicht für Fotooptik und kleine APO's, die 5er geht schon ein Stück weiter. Beide gibt es mit sehr verbreiteten Steuerungen (z.B. Pro Synscan) mit vielen Anbindungen an Handy, Tablet oder PC. Was Du immer dazu rechnen mußt ist ein stabiles Stativ. Da beißt die Maus keinen Faden ab.

Mit nem Wackeldackel unter der Montierung schmeißt Du Dein Equipment schneller in die Ecke als Du denkst - das frustriert nur, wir haben hier schon Threads abgearbeitet um Wackelitis zu finden, die machen jedem Gerichtsmedizin-Film Ehre - das tut nicht not.

CS
Jörg
 

komposer

Mitglied
Hallo crö2go,

Deepsky hat völlig andere Anforderungen als Mond und Planeten. Da würde ich auch eher kleine Optiken zum Einstieg empfehlen.
Wo hast Du denn bisher Deinen Dobson eingesetzt ?
Für Reisen ist der wegen des Familiengepäcks zwar nicht nutzbar aber vieleicht gelingt damit vor Ort ein Einstieg mit Mond & Planetenaufnahmen.
Sehr nützlich ist dafür der Selbstbau eine EQ-Plattform. Anleitungen gibt es im Internet. Jetzt noch eine kleine Astrokamera und eventuell eine Barlow und es kann losgehen.
Aber das hängt halt viel von Deinen Vorlieben ab, eher Deepsky oder (nicht und) Mond & Planeten.

Gruß,
Holger
 

NGC_2024

Mitglied
Ein APO (oder ein gutes Tele) für den Einstieg ist daher wohl die bessere Wahl.
Schau Dir mal den Lacerta Quadruplet Flatfield APO an. Da brauchst Du keinen Flattner, dafür geht visuell nicht viel da der Backfokus auf Kameras optimiert ist. Vorteil, kein gedöns mit korrektem Abstand und so. Mit f6 noch ganz ok. Der ist auch nicht so schwer, da würde wohl auch eine EQ5 reichen.
Hallo,
dieser Lacerta 432/72 ist wohl ein Setangebot mit Flattener. D.h. den Flattener kann man abschrauben und dann das Teil mit einem Zenitspiegel/Herschelkeil oder was auch immer rein visuell nutzen.
Falsch machen tut man also damit nichts...
Auch die im Internet auffindbaren Testberichte finden an dem Teil keine Beanstandungen...

Diese 72er EDs/APO Refraktoren mit F/6 sind sehr schön kompakt und machen auch visuell am Mond/Widefield/Sonne viel Spass. Ich bin von meinem ähnlich ausgelgten 72er sehr angetan. Eine EQ3-Goto dazu und fertig ist das transportable Foto-Paket mit welchem man bei Einnordung über Polsucher so 30-60s ohne Eiersterne belichten kann.
(so sind bisher all meine Bilder entstanden)

Gruß Norbert
 

Andimaterie

Mitglied
Hi,
ich habe mit der Kombi HEQ5 und Newton 150/750 angefangen (mit DSLR), beides für einen dreistelligen Betrag zusammen gebraucht gekauft. Das war eigentlich ideal. Und kann man auch visuell nutzen. Ein schöner Kompromiss in mehrerlei HInsicht. Habe übrigens hier kürzlich eine HEQ5 gebraucht gesehen. Natürlich sind die angesprochenen APOs kleiner/handlicher, aber soooo riesig ist der Newton auch nicht. Und langt völlig für den Einstieg. Vergiß nicht, dass Du vermutlich, je nach Objekten, irgendwann auch vermutlich ein Guiding brauchst, also entweder nochmal ein Bündel für einen STandalone Guider hinblättern oder nochmal einen Labtop mitschleifen.
Insgesamt ist aber jegliche 'normale Montierung' mit Tripod schon ziemlich sperrig und wuchtig.
Insofern ware eine REisemontierung wie die o.a. Star Adv. o.ä. mit einem guten Kameraobjektiv mit großer Brennweite auch eine Einstiegslösung. Halt nicht visuell.
CS
Andreas
 

Optikus

Mitglied
Hallo Andreas,

die Kombination Star Adventurer + Objektiv mit großer Brennweite ist eine Killer-Konstellation. Die Tracker sind, will man problemlos arbeiten, gut für kurze bis mittlere Brennweiten, spätestens ab 200mm aufwärts wird es wegen der Ausrichtung und dem Guiding fieselig.

Wenn man mit Astrofotografie anfangen will, ist weniger Brennweite mehr, weil einfacher. Was nicht heißt, das es anders nicht geht, aber es ist fehlertoleranter und damit aus meiner Sicht eher zu empfehlen. Länger werden kann man immer...

CS
Jörg
 

Andimaterie

Mitglied
Danke für die Richtigstellung/Präzisierung Jörg. Ich habe diese Montierungen selber noch nicht verwendet, mich mal intensiv dafür interessiert, es aber dann wegen der doch sehr gemischten Berichterstattung verworfen. Ich hatte damals mitgenommen, dass die Kombi Canon mit dem oft erwähnten 200mm EF 2.8 USM ein, wenn beherrschtes, gutes oberes Limit darstellt. Wer gerne M57 und Eulennebel schön ablichten will ist damit nicht so gut bedient :LOL: . Ich denke der Fragesteller muss sich selbst die Frage stellen, ob er lieber einen Kompromiss bei der Bildgüte oder beim benötigten Platz eingeht.
CS
Andreas
 

wynnie

Mitglied
Hallo,

Norbert hat natürlich recht, der Lacerta APO ist ein Set. Da habe ich wohl was verwechselt. Macht die Sache aber nicht schlechter. Eine EQ3 mit einem kleinen APO ist sicher das „leichteste“ Gepäck und mit Goto dann auch noch ausgesprochen komfortabel.

Auf dem diesjährigen ATT Hänse Ichform einen Vortrag über dunkle Orte und wie man sie findet angehört. Wenn ich mir vorstelle an einige dieser Orte meinen schweren Krempel zu schleppen, gewinnt der kleine APO um Längen.

Ein Newton ist zwar billiger, aber wenn ich mir mein vollgepacktes Auto vor dem Familienurlaub ansehe, ist für kleinen APO mit Reismontierung sicher noch eher Platz da. Die Diskussion mit der Familie ob nun der Koffer oder das Teleskop mit darf verliert man ziemlich sicher ;)

Viele Grüße
Michael
 

crö2go

Mitglied
Erst mal allen Kommentatoren bis hierhin vielen Dank für euren Input :)

Das zeigt mir, dass ich mich vermutlich auf ED-APOs konzentrieren werde ... gibt es hier substantielle Unterschiede zwischen den Herstellern (TS, Explore Scientific, Skywatcher, Omegon, Vixen,.. sonstige von Relevanz?) bzgl Qualität der Optik und Mechanik?

Viele Grüße
Christian
 

Sternenfee123

Mitglied
Hallo Christian,

ich möchte mich verstärkt der Astrofotografie widmen, nachdem ich die letzten Jahre ausschließlich visuell mit einem Dobson unterwegs war. Ich stehe ganz am Anfang, habe noch keine Präferenz hinsichtlich Objekt (Mond, Planeten, Deep-Sky) und möchte mich zunächst in die Technik einarbeiten. ... Die Herausforderung ist, dass ich überwiegend im Familienurlaub oder an Wochenenden (ebenfalls mit Familie) dazu kommen werde, und daher das Teleskop gemeinsam mit der Familie (2 Kinder) und daher Gepäck für vier Personen (im längeren Urlaub inkl. Dachbox) ins Auto (Kombi) passen muss.
zur Einarbeitung empfehle ich Dir zuallererst die Simulation des Gesichtsfeldes der vorhandenen Kamera an ebenfalls vorhandenen Fotoobjektiven. Und dann spaßeshalber mal das eines kleinen APO´s. Das geht zu Hause z. B. mit Stellarium ohne daß Du Geld einsetzen mußt. Dann die Überlegung, bei welcher Mondphase geht es in den Familienurlaub. Zwischen erstem Viertel und letztem Viertel ist kaum vernünftig zu fotografieren, weil die Motive im Mondlicht absaufen.

Die nächste Überlegung ist, wohin gehts im Urlaub? Badeurlaub mit Halligalli (Disco, farbenfrohe Beleuchtung), Großstadtflair mit Kulturbetrieb oder Berge zum Wandern?

Für Astrofotografie (auch mit Fotoobjektiven!) benötigt man Ruhe, innere Gelassenheit und Geduld. Ein Familienurlaub oder Wochenendausflug, bei dem die Kinder und auch die Partnerin tagsüber und abends endlich mal die ungeteilte Aufmerksamkeit vom Papa möchten, ist da alles andere als optimal. Quengelnde Kinder, die ums Fotogeraffel rumhüpfen, ruinieren jede Aufnahme. Fototaugliches Geraffel ist zudem visuell sehr unbefriedigend, wenn man schon mal durch einen größeren Dobson gesehen hat.

Wenn Du wirklich im Urlaub/Wochenendtripp was fotografisch machen möchtest, nimm ein weitwinkliges, lichtstarkes Fotoobjektiv und mach Landschaftsaufnahmen mit Himmel als Zugabe. Mit den Bildern lernst dann "Stacken", Startrails und Timelaapsvideos machen. Da hat dann auch die Familie was von, wenn sie die Bilder/Videos sieht, weil sie die Gegend ja tagsüber gesehen hat...
 

P_E_T_E_R

Mitglied
Für Astrofotografie (auch mit Fotoobjektiven!) benötigt man Ruhe, innere Gelassenheit und Geduld. Ein Familienurlaub oder Wochenendausflug, bei dem die Kinder und auch die Partnerin tagsüber und abends endlich mal die ungeteilte Aufmerksamkeit vom Papa möchten, ist da alles andere als optimal. Quengelnde Kinder, die ums Fotogeraffel rumhüpfen, ruinieren jede Aufnahme.
@crö2go
Sehe ich auch so, eher noch skeptischer. Das ist eine totale Killer-Konstellation. Wie stellst Du Dir denn einen Familienurlaub mit Frau und Kindern vor, wenn Du die Nächte mit dem Astrogeraffel verbringst?
 
Zuletzt bearbeitet:

komposer

Mitglied
Hallo,

daher ja auch meine Nachfrage ob Mond/Planeten oder Deepsky im Vordergrund stehen. Deepsky Aufnahmen dauern im Idealfall mehrere Stunden. Ob da im Urlaub die Familie mitspielt? Also bei mir sind die eh schon genervt von meinen Astroaktivitäten. Da hätte ich im Urlaub keine Chance.
Nun muss ich nochmal nachhaken, wie sehen denn die Möglichkeiten vor Ort aus ? Warum geht das nur im Urlaub ?
Mond und Planeten-Aufnahmen sind zum Einstieg auch ohne exakte Nachführung schnell in ein paar Minuten möglich.

Gruß,
Holger
 

mettling

Mitglied
Hallo crö2go,

Ich sehe das genauso wie meine Vorredner. Familienurlaub und Astrofotografie ist eine ganz schlechte Kombi. Es sei denn, ihr habt eine Familienkonstellation, bei der Deine Frau sich komplett um die Kinder kümmert und Du komplett außen vor bist, was ich (als Vater) aber nicht hoffe.
Visuell und Familie geht viel besser zusammen. Mit einem kleinen astrotauglichen Refraktor um die 80mm auf einer azimutalen Montierung kann man abends gut ein, zwei Stunden beobachten und dann zur Famile zurück kehren. Aber man kann mit dem Teleskop auch tagsüber mit der Familie zusammen etwas beobachten, wenn man in einer landschaftlich reizvollen Gegend unterwegs ist.

Ich habe einen 6“ Gitterrohrdobson, der flugreisetauglich ist und komplett ins Handgepäck geht. Den halte ich für optimal. Aber Foto würde ich mir im Urlaub nicht antun.

Bis dann:
Marcus
 

Nasus

Mitglied
Hallo zusammen
@crö2go
Sehe ich auch so, eher noch skeptischer. Das ist eine totale Killer-Konstellation. Wie stellst Du Dir denn einen Familienurlaub mit Frau und Kindern vor, wenn Du die Nächte mit dem Astrogeraffel verbringst?
je nach Größenordnung sehe ich da kein Problem. Klar - sobald es mit Autoguiding losgeht, braucht man gerade am Anfang schon einige Zeit zum Einrichten und bis sämtliche Probleme im Griff sind auch komplette Nächte. Und recht viel Gerödel....

Aber um einen kleinen Tracker wie den Star Adventurer einzurichten braucht es Anfangs auch nicht länger als 30 Minuten und je nach Brennweite brauche ich mittlerweile zwischen 2 und 8 Minuten, bis die Aufnahmeserie losgehen kann. Je nach Temperatur muss ich dann alle 2-4h den Kameraakku wechseln, aber auch dafür gibt es Lösungen. Daher ist das auch meine Bergwander&Partymontierung, die immer dabei ist.

Ein klein wenig ich-Zeit darf man auch im Familienurlaub haben.
[Ob das tatsächlich so ist, kann ich nicht sagen, sollte aber so sein. Als Erwachsener hab ich da nur Erfahrung mit Ferienfreizeiten/Zeltlagern. Da hatte ich 8 'eigene' Kinder und so rund 80-100 weitere. Am späten Abend gab es dann eben meine Astro-AG und als nur noch die Nachtwachen und ein paar Feuersesser auf waren, hab ich halt fotografiert. Piggyback. Analog. Am Fadenkreuz. Das war sehr viel 'ich-Zeit'.]

cs
Jürgen
 

DocHighCo

Mitglied
Hallo,

als Papa dreier Plagen kann ich auch nur empfehlen Familie und eigenes Hobby auseinanderzuhalten. Wenn die Kinder nicht selber begeisterte Hobbyastronomen sind - also nicht die Art, die meint, daß man einer ist, wenn man sich Astrobilder auf Youtube oder Facebook anschaut - dann würde ich mich entweder auf Familie oder aufs Hobby konzentrieren. Beides zu mischen führt meistens zu Frust, da irgendetwas zu kurz kommt (spätestens dann wenn die Skateboards zu Hause bleiben und das Teleskop mit muß, es aber dann im Urlaub nur bewölkt ist).

Viele Grüße

Heiko
 

crö2go

Mitglied
Guten Abend! Das sind alles sehr gute und berechtigte Einwände und Gedanken - danke euch dafür! Mein Reisedobson war schon bei einigen Familienurlauben (in der Regel Berge oder Insel ohne viel Lichtverschmutzung drum rum) mit dabei und hat die Kids und auch meine Frau bislang nicht gestört - bislang waren die Kinder schon im Bett, wenn es draußen dunkel wurde, inzwischen wollen sie auch mal durchschauen. Es sind aber tatsächliche nicht ausschließlich die Urlaube, sondern auch einige Wochenenden, die zur Verfügung stehen.. nach 15-20 min Fahrt hab ich verhältnismäßig dunkle Umgebung um micht rum.

Natürlich habt ihr Recht, dass es immer einen Kompromiss im Zweifel zugunsten der Familie und zuungusten der Fotografie sein wird, aber ich sehe es ähnlich wie Jürgen - ein bisschen Zeit für sich ist in der Regel schon drin.

bzgl der Unterschiede zwischen den Herstellern von Apos (TS, Explore Scientific, Skywatcher, Omegon, Vixen,.. sonstige von Relevanz?) - habt ihr da Input?

Danke und bis bald,
Christian
 

NGC_2024

Mitglied
bzgl der Unterschiede zwischen den Herstellern von Apos (TS, Explore Scientific, Skywatcher, Omegon, Vixen,.. sonstige von Relevanz?) - habt ihr da Input?
Wie hoch ist dein Budget?
Welche Brennweite und welches Öffnungsverhältnis ist angestrebt?
Wie relevant ist eine farbreine Abbildung?

Ich denke, es läuft auf einen F/6 APO mit 72mm Öffnung und 432mm Brennweite raus.
Je nach Anspruch kommt man mit Flattener bei ca. 500€ -700€ raus.
Der günstigste 72er ist der Skywatcher 72/420 Evostar, hat aber auch den größten Farbfehler, die Taukappe ist nicht einschiebbar und der Okularauszug ist auch nix besonderes...
Der scheinbar farbreinste 72er ist der TS-Optics Photoline 72mm f/6 FPL53 Apo (den habe auch ich), der geht aber nur mit dem dazu passendem Flattener, einen dafür gerechneten Reducer gibt es (noch) nicht.
Am universellsten ist wohl der Lacerta 72/432, da mit Flattener und Reducer kombinierbar.

Gruß Norbert
 
Zuletzt bearbeitet:

Sternenfee123

Mitglied
Hi Christian,

hast Du bereits Erfahrung mit dem Aufbau und gut einnorden einer parallaktischen Montierung? Das ist bei der Astrofotografie einer der grundlegenden Knackpunkte. Viele Dobson-Besitzer unterschätzen diese Geschichte, da sie ihren Kram blos hinstellen müssen.

Falls beim Urlaub auf einer Insel eine mit Mauer umzäunte Ferienwohnung gebucht ist, kannst das Geraffel in der ersten Nacht aufbauen, einscheinern und dann für den weiteren Gebrauch stehen lassen. So konnte ich das glücklicherweise auf La Palma (weit ab von Touristengebieten) machen.

bislang waren die Kinder schon im Bett, wenn es draußen dunkel wurde, inzwischen wollen sie auch mal durchschauen.
Dann werden sie fürchterlich enttäuscht sein. Um das Volumen und auch das Gewicht reisetauglich zu halten, wirst Dich bei einem APO auf Öffnungen zwischen 60 und 80, eher jedoch 60-72 mm begrenzen müssen. Der zeigt visuell ein ganz anderes Bild wie ein Reisedobson mit 6 oder 8 " Öffnung. Bei 80 mm Öffnung muß dann schon eine EQ-5 drunter. Zusammen mit Stativ sind das etliche kg. 60 mm gehen auch noch auf einer EQ-3-2. Und Du brauchst ja auch noch ne Stromversorgung. Bei Flugreisen wird das kritisch, denn Du darfst nicht jeden Akku mitnehmen. Hast 220 V, kannst aber mit Netzgeräten arbeiten. Ich hab dafür ein leistungsstarkes Laptopnetzteil, welches mir die benötigten 12 V liefert.

Natürlich habt ihr Recht, dass es immer einen Kompromiss im Zweifel zugunsten der Familie und zuungusten der Fotografie sein wird, aber ich sehe es ähnlich wie Jürgen - ein bisschen Zeit für sich ist in der Regel schon drin.
das bisschen Zeit ist aber leider nicht ausreichend, um sich einzuarbeiten. Wenn Du mal die Erfahrung von mehreren Jahren hast, dann geht das mit "ein bissy Zeit" schon irgendwie. Vorher aber nicht. Denn Du wirst sehr viele, einzelne, kleine Probleme haben, für die Du im Internet/Forum stöbern und mehrere Beiträge lesen mußt, um jedes für sich zu lösen. Und des öfteren auch noch schnell irgend einen Adapter oder sonstigen Kleinkram nachträglich bestellen müssen.

Hast zu Hause einen Garten oder Balkon, wo Du Dich prinzipiell mit dem parallaktischen Geraffel vertraut machen kannst? Egal, wie quietschbunt der Himmel da ist. Ab 300 mm Brennweite wird Autoguiding zur Pflicht. Also bring da das Autoguiden zum fliegen und wenn Du in jeder Situation runde Sterne produzierst, erst dann ab auf den Acker und ernsthaft mal 1 Motiv aufnehmen. Mit den gewonnenen Aufnahmen dann die Bildbearbeitung üben.
 

crö2go

Mitglied
Moin,

@Fee: die Erfahrung bzgl. Einnorden habe ich nicht, und ich betrachte dies als Teil des Hobbys, mich darin wie in viele andere Dinge peu a peu einzuarbeiten.. ich weiß, dass ich hier keine schnellen Erfolge haben werden und viel Übung brauche.. aber das ist genau das, was ich möchte. Was du beschreibst, ist in der Tat das, was mir vorschwebt: Auf meiner eher lichtverschmutzten Terrasse das Handling und die Technik üben, um dann an Wochenenden oder auch mal im Urlaub in dunkleren Gegenden erste Bilder zu versuchen. Ich habe nicht den Anspruch, in zwei Monaten ein Profi zu sein.. vielmehr habe ich die Intention, mir Monate und Jahre Zeit zu geben, in dieses Hobby reinzufinden

@norbert & Fee: Flugreisen mit Teleskop sind definitiv nicht geplant, das Equipment muss lediglich in ein Auto passen. Mein Gesamtbudget liegt irgendwo zwischen 4.000-5.000€
Für den Einstieg ins Guiding suche ich eher eine kurze Brennweite ... für meine Nikon habe ich selber ein 300mm und über Verwandte Zugriff auf ein 500mm, daher schwebt mir für das Teleskop etwas zwischen 80-90cm vor.
Bzgl. Abbildungsqualität und Farbreinheit: Hier möchte ich lieber am Anfang gleich mehr investieren, um dann länger Freude am Teleskop zu haben

Schönes Wochenende,
Christian
 

NGC_2024

Mitglied
...und warum nicht 2-stuffig anfangen?
Erst mal eine Goto-Montierung und damit das 300mm/500mm testen und falls das dann alles geht, dann der teure APO?
Eventuell eine Doppelbefestigung dazukaufen, um einen Sucher zusammen mit dem Objektiv verwenden zu können (ausbaufähig dann auf Guiding).
Ich babe mir meinen APO auch erst gekauft, nachdem ich mein 200er EF 2,8L Canon Objektiv im Griff hatte...

Gruß Norbert
 

crö2go

Mitglied
Hi Norbert,

ja, das ist ein guter Gedanke und vermutlich der vernünftigste Start, wobei ich dann wohl gleich eine entsprechend dimensionierte Montierung für ein späteres Teleskop erwägen würde, damit ich hier nicht zweimal investiere. Hast du dann ausschließlich mit Objekten begonnen, die keiner Nachführung bedürfen?

Gruß Christian
 

NGC_2024

Mitglied
Hallo Christian,

bisher habe ich mit einer Eq5 ähnlichen Montierung mit 432mm Brennweite und APS-C nicht geguided fotografiert.
Aufgrund der ungenauen Ausrichtung (nur mit Polsucher) und des Schneckenfehlers war das Limit so 30s.
Nun das geht bei F/6 gerade noch, aber wenn man dunklen Himmel hat, wären längere Einzelbelichtungszeiten doch ganz schön...
Geht man mit der Brennweite runter, gehen natürlich auch längere Einzelbelichtungszeiten.

Darum ist das "neue" Equipment eine EQ6 auf einer festen Gartensäule + 500er Teleobjektiv zum Guiden.
Ziel ist, meinen C8 (2000mm Brennweite) fotografisch mit einem 0,63x Reducer zu nutzen, aber das ist eine andere Liga...

Die EQ5 behalte ich aber weiterhin, da sie für Widefield oder als "Reisemontierung" gut taugt und visuell auch den C8 trägt....

Gruß Norbert
 

Sternenfee123

Mitglied
Hi Christian,

die Erfahrung bzgl. Einnorden habe ich nicht, und ich betrachte dies als Teil des Hobbys, mich darin wie in viele andere Dinge peu a peu einzuarbeiten.. ich weiß, dass ich hier keine schnellen Erfolge haben werden und viel Übung brauche.. aber das ist genau das, was ich möchte. Was du beschreibst, ist in der Tat das, was mir vorschwebt: Auf meiner eher lichtverschmutzten Terrasse das Handling und die Technik üben, um dann an Wochenenden oder auch mal im Urlaub in dunkleren Gegenden erste Bilder zu versuchen. Ich habe nicht den Anspruch, in zwei Monaten ein Profi zu sein.. vielmehr habe ich die Intention, mir Monate und Jahre Zeit zu geben, in dieses Hobby reinzufinden
ok, das liest sich nun wie ein durchdachter Einstieg. (y)

Da für die Astrofotografie Stativ und Montierung das mit Abstand wichtigste Teil und leider auch fast das teuerste ist, solltest Du in Erwägung ziehen, dafür zu allererst Geld in die Hand zu nehmen. Um einigermaßen sicher für die nächsten Jahre zu sein, empfehle ich Dir eine EQ-5 mit Goto und Autoguidinganschluß. Die ist zwar für Brennweiten bis 250 mm (= Fotoobjektive) überdimensioniert, bietet aber dafür viel Potenzial für Refraktoren oder Newtons bis hin zu 600 oder 750 mm Brennweite.

Für erste Versuche mit einem Teleobjektiv würde ich Dir eine Guidemount empfehlen und eine Planetencam in einem 8x50 Sucher als Guidinglösung zusammen mit PHD und einem Laptop.

Mein Balkonhimmel ist auch nicht besonders dolle, ich guck nach Süden volle Kanne in die Stuttgarter Lichtglocke, nach Westen ist es halbwegs dunkel und nach Norden hab ich ein toll beleuchtetes Industriegebiet mit 3 unterschiedlichen Tankstellen samt Neonfarbenem Himmel. Und über mir nen weiteren Balkon, sehe also nicht in den Zenit. :eek:

Aber zum Reinfuchsen hat das völlig ausgereicht. Ich hab ein aspach-uralt Teleobjektiv mit 300 mm Brennweite und vorhandenem Farbfehler durch den Einsatz eines H-Alpha Clipfilters und dem Astroumbau meiner EOS 450D "aufgewertet" und so erstmal H-Alpha Aufnahmen in den quietschbunten Himmel gemacht. Nach einiger Zeit hatte ich das Autoguiding im Griff und auf den Bildern sah ich runde Sterne auch bei Belichtungszeiten von 8 Minuten. Das hat mich ermutigt und ich habe in weitere Clipfilter investiert. O-III und S-II. Damit kann ich nun die Hubble-Palette abbilden oder mit H-Alpha und O-III Bicolorbilder machen, ohne ins dunkle, weit entfernte Umland fahren zu müssen. Das ist ein echter Zeitvorteil. Und familienfreundlich. :)

Ergebnisse findest hier, hier und ungeguidet mit nur 135 mm Brennweite hier.

Das sind jetzt keine "Highend" Ergebnisse, aber für mich durchaus akzeptable, befriedigende Bilder, die mir Lust auf mehr machen.

Nachdem mein Starbook nach 16 Jahren den Geist aufgegeben hatte und auch die Sphinx Montierung Verschleiß zeigte, hab ich mir dieses Frühjahr eine neue EQ-5 als Fotounterbau gegönnt. Und weil ich im Urlaub mit Pkw auch einfach mal ohne Schmalbandfilter fotografieren wollte, kam noch ein farbreiner kleiner Refraktor hinzu. Mit dem passenden Flatner macht das kleine Röhrle, was es soll. Schöne Bilder.

Da im Moment für mich keine bunten Nebel am Himmel in Reichweite sind, hab ich spaßeshalber vom Balkon mal auf Galaxien draufgehalten. Die werden bei 360 mm Brennweite natürlich nur klein abgebildet, aber ich sehe auf den Bildern deutlich mehr als visuell jemals von meinem lichtverseuchten Standort möglich ist.

Ein auf jpg gewandeltes Rohbild mit 2 Minuten Belichtungszeit, das gesamte Gesichtsfeld nach 6 Stunden Gesamtbelichtungszeit (= 3 Nächte) und ein 1:1 Ausschnitt hab ich Dir mal angehängt.

Mein Gesamtbudget liegt irgendwo zwischen 4.000-5.000€
das ist sehr großzügig gerechnet. Du kommst schon mit der Hälfte sehr weit. :)

Für den Einstieg ins Guiding suche ich eher eine kurze Brennweite ... für meine Nikon habe ich selber ein 300mm und über Verwandte Zugriff auf ein 500mm, daher schwebt mir für das Teleskop etwas zwischen 80-90cm vor.
800-900 mm Brennweite halte ich für den Einstieg zu hoch. Weil es gewichtsmäßig (und auch vom reinen Hebel her) eher nach einer EQ-6 ruft und ob die dann noch mobil einsetzbar ist, hängt von Deinen Muckies und dem Platzangebot im Pkw ab. Die Ansprüche ans Autoguiding bei sooo langen Brennweiten sind ebenfalls sehr hoch. Da würde ich dann lieber später auf eine Kamera mit kleinen Pixeln ausweichen, die brauchen nicht so viel Brennweite für einen entsprechenden Abbildungsmaßstab.

Schau doch erstmal, was mit 300 mm Brennweite so rauskommt. Bis Du damit alle möglichen Ziele am Himmel abgegrast hast, vergehen bestimmt etliche Jahre. In denen Du merkst, welche Motive (Nebel, Galaxien, PN, Kugelsternhaufen, Dunkelnebel) es Dir besonders angetan haben und Du auch die Bildbearbeitung so nebenbei lernst. Und bis dahin haben sich auch neue Kameras/Teleskope am Markt etabliert...
 

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crö2go

Mitglied
Hallo

danke - sehr viel Input :) Ich werde jetzt erst mal in mich gehen und die nächsten Schritte planen. Bis hierhin danke für eure Unterstützung, ich melde mich wieder, wenn ich Fragen habe - bin hier ja offensichtlich genau richtig ;-)

Grüße, Christian
 

klawipo

Mitglied
Hallo Christian,

ich würde mich da auch nicht gleich entmutigen lassen. Kinder und Astro zu trennen ist grundsätzlich erstmal vernünftig. Daher würde ich auch zum einfachstmöglichen Setup greifen, mit dem man nach sagen wir mal 1-2 Stunden inkl. Auf- und Abbau schon was Nutzbares im Kasten hat. Dann sollte das vereinbar sei: Abends raus, um spätestens 01:30 ins Bett, ab 06:30 wieder als menschliches Spielgerät missbrauchen lassen. Kein Problem für den gestandenen Familienvater, man muss/kann ja nicht jede Nacht nutzen, es ist ja auch nicht immer klar. So mache ich das auch, wenngleich mit Reisedobson visuell. Am Zielort kann ich das Gerät zusammengebaut abgeschlossen aufbewahren, das ist optimal.

Also mein allgemeiner Tipp ist, alle Möglichkeiten zu nutzen um Zeit zu sparen. Zu diesem Zweck würde ich mich auch vor dem Urlaub schonmal so grundsätzlich mit neuem Equipment vertraut machen und nicht erst vor Ort damit anfangen.

VG
Klaus
 
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