Feuerwerksgalaxie ohne Feuerwerk: NGC6946

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Ohne kräftig mit der Farbsättigung zu spielen, ist das Universum eher unspektakulär grau. Und vor allem dunkel. Wenn man in einem Rauschiff säße und durch die Galaxis von Stern zu Stern fliegen würde, ist es total langweilig dunkel. Ein paar Sterne, wie auch von der Erde aus und das Band der Milchstarße wären zu sehen. Aber mehr in schwaz/weiß. Das Auge wird kaum irgendwo Farbe erkennen können.

Man will es aber bunt. Das macht mehr her. Und sieht auch schöner aus. Astronomen geben sich noch mit Filtern für die Photometrieauswertung zufrieden und setzen sie erst gar nicht zu Bildern zusammen. Es sei denn, sie wollen, nach amerikanischem Muster, die Welt beeindrucken. Da wird dann auch gerne mit der Sättigung etwas übertreiben. Warum auch nicht. Da wird auch gerne die Hubble-Platte genommen, die recht künstlich wirkt. Aber mittlerweile "heilig" ist. Weil "Hubble" im Namen steckt.

Sobald man die Linearität in den Bildern aufgibt und mit der Sättigung spielt, die Farben so manipuliert, wie man sie von anderen Bilder kennt, ist man ohnehin auf die Ebene der "Kunst" abgedriftet. Ab da gilt die künstleriche Freiheit. Einige schwören auf Tutorials und wollen alles "richtig" machen, die anderen geben ihrer Fantasie freien Lauf. Man kann sich sicher stundenlang mit so einem Bild beschäftigen. Da fehlt mir aber der Ergeiz. Wenn ich 90% aus meinem Bild herausgeholt habe, bin ich mehr als zufrieden.

Gruß,
Peter
 
die Farben so manipuliert, wie man sie von anderen Bilder kennt, ist man ohnehin auf die Ebene der "Kunst" abgedriftet.

So sehe ich das auch. Man darf dann nicht sagen: "Hey, das sind die Säulen der Schöpfung", sondern "Hey, das ist meine Interpretation von den Säulen der Schöpfung." Natürlich braucht man das nicht wirklich zu tun, aber wir sollten das im Hinterkopf behalten. Allerdings müsste es ein RGB Setting geben, das, wenn an den Sternen richtig kalibriert, so etwas wir eine halbwegse "Wahrheit" darstellt. Also die RGB Werte, die das Zeug zu uns sendet, wenn auch zu schwach für unsere Augen, aber wenigstens nachmessbar. Wenn wir diese Relation beibehalten, wäre es halbwegs authentisch.

Wenn ich 90% aus meinem Bild herausgeholt habe, bin ich mehr als zufrieden.

Ja, man muss den Fisch, ist er erst gefangen, irgendwann auch mal essen... ;)

lg
Niki
 
Ich habe mir das Bild gerade auf meinem Monitor in meinem Büro angeschaut. Dort sind die Spiralarme tatsächlich nur blass-blau zu erkennen, mit eher gelblichem Kern. Ganz anders, als auf meinem Notebook zuhause. Dort sind die Spiralarme satt-blau und der Kern ist rötlich. Schon erstaulich.
 
Jeder hat auch ein anderes Farbempfinden (damit meine ich nicht den Geschmack, sondern unser Auge mit seinen Rezeptoren. Und das ist nicht einstellbar :-). Man denke nur an eine rot/grün Schwäche.

Und dann haben sich so Trends etabliert. Bei den US Amerikanischen Foren wird gerne der Farbkübel ganz ausgeschüttet.

CS
Dirk

PS: PI erwartet, dass man sich mit der Software beschäftigt und nicht nur einige Video Tutorials schaut (obwohl das sehr hilft). Man muss es mögen und etwas Biss an den Tag legen. Die Möglichkeiten sind beeindruckend. Ich bin dran, aber mein Problem ist die sporadische Astrofotografie. Man muss sich dann nach einigen Monaten wieder rein arbeiten. Ich dokumentiere nun den Workflow. Jeder muss seinen Weg finden. Bei der Software, wie beim Farbgeschmack.
 
Ich bin dran, aber mein Problem ist die sporadische Astrofotografie. Man muss sich dann nach einigen Monaten wieder rein arbeiten.

Das ist auch mein Hauptproblem. Ob im Kameramenü von Canon, Fujifilm oder bei hundert anderen Einstellparametern in unseren 25 Apps. Oder der Umstieg bei SynScan, oder FS2 oder iOptron AZ - wenn man selten mit etwas arbeitet fängt immer wieder fast von vorne an. _jungeschlagen:

lg
Niki
 
Dabei kann man soviel Freude an PI haben.


Hier sieht man welche Möglichkeiten PI hat (das würde ich gerne mal in PS sehen...) und auch wie komplex es sein kann, wenn man die alles aus dem Bild rausholen will. Es muss einem Zusagen.

CS
Dirk
 
Hier sieht man welche Möglichkeiten PI hat (das würde ich gerne mal in PS sehen...) und auch wie komplex es sein kann, wenn man die alles aus dem Bild rausholen will. Es muss einem Zusagen.

So it is. Ich möchte lieber mehr Sterngucker bleiben und hie und da fotografieren - dass ich den Rest meiner Zeit stundenlang Daten extrahiere, deconvoliere und negativ und positiv multipliziere und ewig in PI herumgacke könnte ich dem alten Herrn (oder der ältere Herrin, um es ein wenig zu gendern) am jüngsten Tag eher schwer beibringen. Ich denke, die schicken mich wieder zurück auf eine kleine Reinkarnation, damit ich eventuell beim zweiten Anlauf auch ein Leben abseits des Computers kennen lerne. :D

In Photoshop kannst Du sogar eigene Ebenenberechnungen eingeben, Du kannst mit Masken, Objekten, Ebenen, Kanälen jonglieren - lies mal die tausend Seiten Manual. ... Im Prinzip sind das alles nur Pixelverrechner. PI ist halt für die Astro-Bedürfnisse optimiert, aber es ist und bleibt ein Stück Software, das Zeit und noch mehr Zeit erfordert, sowohl beim Lernen, als auch beim Anwenden... ;)

lg :coffee:
Niki
 
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