"First light" für Antlia Alp-T 5nm Duoband Filter: IC 410 und NGC 2359

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Stefan_Lilge

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Hallo,

letzte Nacht waren für Berlin ein paar Wolkenlücken vorhergesagt, die sich auch tatsächlich einstellten. Normalerweise bin ich zu faul, für zu erwartende 2-3 Stunden aufzubauen, aber ich hatte meinen neuen Antlia Alp-T Zweiband-Filter zu testen. Der hat für Halpha und OIII jeweils einen 5nm breiten Durchlass, ist also noch engbandiger als mein Optolong L-eXtreme.

Die Session wäre fast an technischen Problemen gescheitert, zuerst verlor die Kamera immer die Verbindung zum Notebook (Lösung: Neues USB-Kabel), dann machte Windows ungefragt ein ewig dauerndes Update (als ich damit fertig war, mein Ersatznotebook mit aktuellen Treibern und der aktuellen Version von AstroArt zu versehen war dann auch zeitgleich das Update fertig) und danach schien die Verbindung zur Kamera schon wieder weg zu sein. Nach einigen Neustarts des Notebooks merkte ich dann, dass meine Zeitschaltuhr für die Stromversorgung eine Fehlermeldung anzeigte und keinen Strom mehr abgab. Ich musste also meine Drohungen gegen die Kamera wieder zurücknehmen. Dann kamen Wolken und der Wolkenfilm auf Wetter Online sah auch nicht vielversprechend aus. Wo ich nun aber schon mal einsatzbereit war, habe ich das Gerümpel einfach durchlaufen lassen. Es zogen immer wieder Wolken durch, die von einem böigen Wind über den Himmel getrieben wurden. Es gab aber auch einige längere klare Abschnitte.

SQM-L auf meiner Berliner Dachterrasse war meist um 18,7 (mal knapp darunter, mal knapp darüber), erst gegen Ende, als ich von IC 410 auf NGC 2359 umschwenkte, herrschte eine sehr gute Transparenz und SQM-L war im Zenit bei 19,0 (am Horizont bei Thor's Helmet war es natürlich deutlich heller).
Ausrüstung war mein ES 127/952 FCD100 APO mit Skywatcher 0,85er Reducer (auf 824 mm Brennweite, also f/6.5) auf CEM60 Montierung, Kamera die ASI 2600MC mit dem Antlia Alp-T Filter.

Nach Aussortieren einiger zu stark durch Wolken beeinträchtigter Bilder blieben für IC 410 35 Belichtungen zu je 5 Minuten bei Gain 100 übrig. Da das Seeing eher mäßig war habe ich das Bild auf halbe Größe verkleinert.



Da ich die Montierung nicht umschwenken wollte habe ich irgendwann auf Thor's Helmet (NGC 2359) gewechselt, davon habe ich noch 8x5 Minuten geschafft bevor die Wolken so dicht wurden dass es sich nicht mehr lohnte. In dem Bild war kaum Halpha zu sehen, also habe ich den Rotkanal etwas aufgedreht, was um einige Sterne rote Säume erzeugt hat.



Einen Vergleich mit dem Optolong L-eXtreme habe ich im "Astrofotografie, Ausrüstung und Aufnahmetechnik"-Unterforum eingestellt:
https://forum.astronomie.de/threads...g-l-extreme-vergleich-duo-band-filter.318315/
 
Moin Stefan,

in der Filterbranche ist ja zur Zeit richtig Musik drin. Die Schmalband-Kombi-Filter sind in aller Munde.
Um so erstaunlicher, dass hier nochmal eine Schippe draufgelegt wurde. Beim Kaulquappennebel ist das Ergebnis nach 3 Std. Belichtung schon richtig gut. Allerdings hat mich die Qualität Deines Thors Helmet nach gerade einmal 40 min. Belichtungszeit extrem erstaunt. Das hätte ich bei so einem tief stehenden Objekt, so rauscharm nicht vermutet.
Ich denke der Filter wird Dir richtig Spaß machen.

LG
Willi
 
Hi Stefan,

danke fürs Zeigen der schönen ersten Bilder mit dem neuen "Filter-Star".

Es gab ja aktuell ein paar Berichte von Filtern, die die Linien nicht richtig treffen und dadurch einen wirklich schlechten Durchlass haben.
Hast du bei deinem Filter irgendwie versucht die "Performance" zu bestimmen?

Gruss
Peter
 
Hallo Stefan,
Ich hab die 2 h Wolkenlücke von gestern Nacht verschlafen ?

Der Filter scheint ja ein Hit zu sein, die Ergebnisse sind für die kurze Zeit supergut.

Windows 10 kann man übrigens so einstellen, dass es NIE nachts Updates macht. Ist sehr hilfreich und nervenschonend. Bin aber unterwegs und weiss gerade nicht, wo das Einstellmenü ist. Musst du vllt. mal googlen.

CS Peter
 
Hallo Stefan
Deine beiden Bilder gefallen mir gut.
Die Filter sind offensichtlich eine Bereicherung und muss für lichtverseuchte Gegenden
 
Vielen Dank Bernhard, Willi, Reinhard, und alle drei Peters,

ich war auch überrascht, dass aus der Testnacht etwas verwertbares entstanden ist. Ich hatte NGC 2359 eigentlich eher als Zugabe zu IC410 angesehen, aber bei Thor's helmet hatte ich tatsächlich ein Grinsen im Gesicht, als ich die Rohbilder reinrollen sah. Mehr Einzelbilder wären natürlich gut gewesen. Nur schade dass ich Halpha noch von Hand verstärken musste, würde mich mal interessieren ob das bei anderen auch erforderlich ist oder ob die ihren Rotanteil auch ohne "künstliche" Verstärkung erhalten...

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Es gab ja aktuell ein paar Berichte von Filtern, die die Linien nicht richtig treffen und dadurch einen wirklich schlechten Durchlass haben.
Hast du bei deinem Filter irgendwie versucht die "Performance" zu bestimmen?
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Leider hat man als Normalsterblicher ja keine rechte Möglichkeit, einen Filter nachzumessen. Letztlich kann ich nur mit meinen bisherigen Filtern vergleichen und da scheint mir der Antlia schon spürbar besser zu sein (unter Großstadthimmel) als mein Optolong L-eXtreme, mit dem ich bisher auch zufrieden war.

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Windows 10 kann man übrigens so einstellen, dass es NIE nachts Updates macht. Ist sehr hilfreich und nervenschonend. Bin aber unterwegs und weiss gerade nicht, wo das Einstellmenü ist. Musst du vllt. mal googlen.
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Der Laptop ist auch so eingestellt, dass er während der Nacht nicht automatisch neu startet. Ich hatte aber von Hand neu gestartet, um die Kamera wieder zum Leben zu erwecken (die ja letztlich nur keinen Strom hatte). Das hat Windows dann zum Anlass genommen, die heruntergeladenen Updates zu installieren. Und da mein Astro-Laptop nur selten mit dem Internet verbunden wird hatte er wohl einiges nachzuholen...
 
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