Hallo Sven,
Deine Forderung ist null Ausschuss? Bei einer Einsteigerausrüstung? Womit begründest Du diese dektretartige Festsetzung?
Rolf hat Dir die Antwort doch schon gegeben, es sind schlicht unsere klimatischen Bedingungen. Hätten wir hier namibische Verhältnisse so 350 Tage eitel Sonnenschein, könnten wir uns sicher jede Menge verknipster Nächte leisten.
Aber wie sieht es bei uns aus? Wann gibt es wirklich die Möglichkeit mehr als 1-2 Tage hintereinander zu fotografieren, dann 2 Wochen schlecht, der Mond ist nun zu hell wieder 2 Wochen warten, wieder schlechtes Wetter, dann wirds klar...Mist mein Objekt der Begierde ist hinter einem Baum abgetaucht.
Ergo habe ich eine handvoll Bilder, aus denen ein Bild entsteht, dem die Tiefe fehlt und ein Jahr Wartezeit, in der Hoffnung, dass nächstes Jahr das Wetter besser ist.
Aber das dürfte Dir nicht neu sein.
Das nach M42 lang nichts mehr kommt außer dem Wunsch nach längerer Belichtungszeit hat Rolf ja schon schön beschrieben.
So, jetzt schauen wir mal Deinen und Rolfs Weg an.
Rolf legt den primären Wert auf die Montierung, dazu eine nicht perfekte Optik (aber natürlich auch keine Gurke).
Was passiert nun, der Anfänger hat natürlich erstmal Ausschuss. Er bastelt und feilt an seinem Equipment und seinem Guiding. Bald kann er locker 10-15Min. belichten, das ist eh die Grenze, wenn man ohne Filter und nicht in Alpenhöhen fotografiert. Die geringere Qualität seiner Optik ist meist noch besser, als die ersten Ergebnisse der EBV.
Irgendwann ist er an dem Punkt wo die Montierung und der Rest des Equipments tadellos zusammenspielen und die gewonnenen Kenntnisse der EBV ihn an die Fehler der Optik führen.
Nächster Schritt ist, dass er in eine hochwertige Optik investiert. Wenn er zunächst klug in die Montierung investiert hat, kann er dann sogar eine größere Optik wählen. Zwischen beiden Schritten liegen aber vermutlich Jahre.
So nun Dein Weg.
Ich kaufe mir ein Teleobjektiv und spare bei der Montierung.
Mit kurzen Belichtungszeiten fange ich an. Innerhalb kürzester Zeit gehen mir die Objekte aus. Kenntnisse in der EBV kratzen auch nur an der Oberfläche, da ich kein passendes Material habe. Also werde ich mir doch bald zum zweiten Mal eine Montierung kaufen, mit der ich länger belichten kann. Autoguiding kommt auch dazu.
Dann stoße ich zum zweiten Mal an meine Grenzen, denn die Anzahl Objekt für Teleobjektive ist auch begrenzt, der Himmel auch nicht überall geeignet dafür. Also kaufe ich auch hier nach.
Mein Fazit: Wenn jemand nach kurzer Zeit merkt das Astrofotografie nichts für ihn ist, dann spart er auf Deinem Weg tatsächlich Geld. Ansonsten spart er in der Summe nichts, legt eher drauf, hat aber einen wesentlich steinigeren Weg vor sich.
Mag jeder sehen und tun wie er will, aber ich persönlich gehe Rolfs Weg und habe es noch nicht bereut. Bereut habe ich bisher immer nur die Schritte, an denen ich Kompromisse gemacht habe.
Just heute habe ich einem Kollegen geschrieben, dass ich erst in weiteres Equipment investieren werde, wenn ich genug Kohle zusammen haben werde um eben keine Kompromisse mehr zu machen. Bis dorthin muß es eine nicht perfekte ED Optik auf einer guten Vixen GP tun.
Ach ja und bevor große Mutmaßungen kommen, ich spiele mehrere Ligen unter Rolf und mein zur Verfügung stehendes Budget ist gering. Zeit für die Astrofotografie habe ich auch viel zuwenig.
@Ramon: Eine gute Entscheidung die GP-DX. Da wirst Du lange Freude dran haben.
CS
Volker