Liebe Astrobegeisterte,
nach dreimaliger Prüfung bei besserem Seeing und reichlich Auskühlzeit, bzw. Temperaturanpassung, musste ich leider ernüchternd feststellen, dass dieser Mak die Planeten viel zu hell abbildet und z.B. die Cassini Teilung vor lauter Helligkeit gar nicht zeigt, als auch die Wolkenbänder an Jupiter mittig vor allem total aufgelöst sind und oder verschwimmen. Eine schwarze Taukappe hatte ich wie empfohlen 10cm überm Öffnungsrand gesteckt. Mehr als 146 fache Vergrösserung, also mit dem 13mm Weitwinkel darf man ihm nicht zumuten, selbst da ist das Bild noch zu hell. Bei 59 facher Vergrösserung sieht es besser aus, doch das schafft mein 120er ed ja allemal und genau sowas klitzekleines brauche ich nicht. Wenn ich den 5" mit Barlow bestücke, bekomme ich ein weitaus besseres Bild rein.
Gestern habe ich ausgiebig an Jupiter getestet. Mit einem 7-21mm Zoom immer wieder von 19h bis 4h Morgens bei klarsten Himmel und absoluter Windstille, es zeigte sich keine zufriedenstellende Schärfe über 100fach, doch an einigen offenen Sternhaufen dann schon. Die Monde von Jupiter zeigt er z.B. sehr hell und deutlich, doch was nützt mir das, wenn ich am Planeten keine Details erkenne und ihn noch nie so grottenschlecht gesehen habe und zwar in allen drei Nächten? Von der Grösse der Abbildung her wäre es mein Traum gewesen. Die Obstruktion muss wohl dran Schuld sein, denn mittig ist im Jupiter da einfach ein blinder Fleck.
Die Sternhaufen zeigte er recht schön und kompakt durchs 42er Weiwinkel in 2", da hatte ich ja das maximal grösste Gesichtsfeld mit 60°. M37,36, 38 und 35 nadelscharf auf extrem schwarzem Grund, was ungewohnt ist. Die Plejaden sprengten das Gesichtsfeld dann schliesslich doch und Andromeda leider auch, ihre Kanten ragten darüber hinaus. Den Eskimonebel dafür aber auf Anhieb im 26er Pano gefunden, doch bei 146facher Vergrösserung nur noch ein einziger Matsch. Der Refraktor scheint mir da irgendwie sanfter und weiträumiger in den Weltraum über zu gehen, ein gewisser Tunnelblick, der zwar sehr schwarzen Grund zeigt nehme ich als Begrenzung viel zu deutlich wahr, das gefällt mir gar nicht. Aber für Deep Sky hatte ich mir das Gerät ja gar nicht angeschafft.
Die Kompaktheit des Gerätes ist wirklich prima und wäre sowas von ideal für mich. Mit einem besseren Sucher bestückt verzeiht man das mitgelieferte Plastikkindersucherchen schon, es würde aber auch für den alleinigen Zweck der Planetenfindung völlig ausreichen, am Mond ja allemal, möglichweise wäre für ein Planetenteleskop auch kein besonders guter und grösserer Sucher von Nöten.. Ein flexibler Sucherschuh konnte hier problemlos Abhilfe schaffen, wenn man die richtigen Senkschrauben denn hat, die vorhandenen passten da nicht mehr rein.
Der Hexafok Auszug ist prima, er trägt ohne Shifting das ganze Kamerageraffel mit Verlängerungshülse und Selbstauslöser, Kabel, Filter ..etc..
Man braucht für sämtliche Okulare keine Verlängerungshülsen, wie in manchen Forenberichten darüber zu lesen ist. Nur im Nahbereich tagsüber und nur eine Hülse bei Anbringung der Kamera. Alles lässt sich fest und sicher verschrauben, der mitgelieferte Adapter für 1,25" Steckdurchmesser hat eine Klemmeinrichtung und war hochwertig.
Mit meiner Canonon1000d konnte ich die Sonne nur zur Hälfte reinbekommen, so gross wurde sie abgebildet. Habe da auch alles an Verlängerungen und Verkürzungen ausprobiert, anders als auf dem obigen Foto ging es nicht. Die Planeten konnte ich gar nicht sinnvoll fotografieren, einfach weil sie viel zu hell abgebildet werden. Filter halfen da leider wenig, wegen des Problems der Schärfeleistung in der Mitte der Abbildungen vor allem.
Nein, ein Grab and Go ist dieser Mak leider nicht. Auf die Temperatur kommt es an ...heißt es in einem Prüfungsbericht im Netz ... wenn es allein das nur wäre, oder ich habe wirklich eine Gurke erwischt. Wochenlang habe ich herumgegrübelt, welches Teleskop sinnvoll für Planeten für mich wäre. Habe über diesen Mak auch so einiges gelesen und es gibt auch Leute, die sehr zufrieden damit sind und von knackscharfen Planetenabbildungen schreiben.
Letztendlich hat mich mitten in der Nacht das Urteil auf der Website eines von mir geschätzten Experten zu einem final click auf Amazon verleitet. Die Argumente gegen einen kurzbrennweitigen Refraktor am Planeten haben mich total überzeugt. Man sieht dort sogar den Bresser Mak 152/1900 von Vorne abgebildet, ich war darüber doch sehr erfreut. Ich denke mal, ich muss einfach nur Pech gehabt haben.
Da wurde der Mak als ein Teleskop aufgelistet, von welchem Leistung erwartet werden dürfe, weil es 100mm mehr Brennweite als der Skywatcher 152/1800 habe und dass es ein sinnvolles Planetenteleskop wäre. Schade, Schade, manche Patienten werden schon gesund, wenn sie den Arzt im weißen Kittel sehen, das muss wohl hier der Fall gewesen sein.
Nun schicke ich das schöne Täsch-chen zurück. Der Griff da oben dran war sowas von genial.....So ein Ding aus weißem Leder, aufklappbarer Objektivklappe und Riemen wie Rohrschellen zum umhängen drumrum wäre was für eine echte Astrolady....
Nun bleib ich bei meinem Photon 8" f4 ... so ein Newton ist doch das Beste und meinen ed120 liebe ich auch. Wenn es doch nur automatisch drehbare Rohrschellen gäbe.... denn ich muss ja bei manchen Objekten schon wieder auf die Leiter .... wieso gibt es sowas denn nicht??????
Grüsse vom geblendeten Kind
Anette