Gedanken zu Anettes "ein schönes Stelldichein - Mond-Venus"

Ursus corpulentus

Aktives Mitglied
Liebe Glasaugen,

in meiner Sternwarte gibt es - bewusst! - keinen Strom und keine Elektronik (für die GANZ Schlauen unter Euch: außer einer roten Stirnlampe). Und ich bin glücklich damit, denn so beschränke ich mich rein aufs Beobachten, Erlernen und - Erleben.

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Ergo kann ich meine Himmelserlebnisse nicht fotografisch festhalten, sondern nur davon erzählen.

Oder sie skizzieren ...

Seit Längerem schon möchte ich das machen, habe bisher aber meinen dicken Hm-hm-hm nicht hochgekriegt, da das alles furchtbar kompliziert ist!
Im Dunkeln und wegen der Kälte dick eingepackt im Schein der trüben roten Funzel und auf einem Küchenhocker kauernd auch noch mit Klemmbrett auf den Knien mit Stiften herumzuspielen, und dabei das aktuelle Objekt der Begierde immer wieder von Hand ins Zentrum des Blickfeldes nachführen:

Blick durchs Okular, ein paar Striche aufs Papier; Blick durchs Okulare, ein paar mehr Striche auf dem Papier ... aahhhh - morgen vielleicht.

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Aber gestern Abend war es soweit.

Der Anblick war so unglaublich schön, dass es mir fast die Socken ausgezogen hat, als ich kurz aufs Dach bin, um nach dem Rechten zu sehen. Diese majestätische Pracht in all ihrer Einfachheit - ein paar mehr oder weniger große und helle Punkte neben dem halb beleuchteten Mond auf dunkelblauen Hintergrund über zartrosa und lachsfarbenen Wolkenbändern - all das hat mich in einem einzigen Augenblick schlicht verzaubert.

Erstaunlicherweise geben auch Fotos die pure Schönheit des Moments nicht wieder. Sorry Leute, das liegt sicher nicht an Euren fotografischen Qualitäten*, aber je länger ich darüber nachdenke, desto mehr komme ich zu dem Schluss, wie wirklich schwer es ist, die Natur so abzubilden, dass man ihrer Schönheit auch nur ansatzweise gerecht wird.
Auf den Himmel bezogen ist mir inzwischen klar geworden, wie vergänglich Sternenlicht doch ist. Und das macht wohl auch seinen Reiz aus.

Vorgestern hatte ich bereits einige Zeichenmaterialien bestellt und in meinem Fundus ein paar halbwegs anständige Bleistifte in verschiedenen Härtegraden zusammengesucht - und sie irgendwo hingelegt.
Irgendwo ...
Seit Wochen schon wollte ich mir im Rechner eine Vorlage mit einem Kreis und einigen Kästchen für die Beschreibung meiner Beobachtungen erstellen, die ich dann nur auszudrucken brauche.
Wollte ...

Aber gestern Abend musste es schnell gehen, da der Mond (oder die Erde?) sich rasend schnell über den Himmel bewegt. Also im Vorbeigehen einen Fetzen Papier geschnappt, einen schwarzen Faserstift und ein Buch (dummerweise Softcover) als Unterlage - und ab in die Kuppel. Wobei ich zwischen dem 75er PENTAX in der Kuppel und meinem 20x80 MIYAUCHI außerhalb immer mal wieder hin- und hergehüpft bin.

Das Bino hat ein Gesichtsfeld von 2.5°, der Refraktor mit einem alten einzölligen 40er Okular ebenfalls. Allein das war wieder interessant, die beiden Instrumente im direkten Vergleich zu miteinander haben - an einem außerordentlich lohnenswerten Objekt mit dem aschgrauen Mond, der überhellen Venus und den vielen kleinen Sternchen, die sich nach und nach zaghaft in die Nacht getraut haben.

Und so entstand gestern Abend meine allererste astronomische (?) "Zeichnung":

Mond-Venus 4. Jan. 2025.jpg

(Die für die Beobachtung relevanten Daten entnehmen Sie bitte den Notizen) :LOL:

Um es ganz klar zu sagen: stolz bin ich auf die künstlerische Qualität nicht und ich habe mich fast nicht getraut, sie überhaupt hier online zu stellen. Aber so sehen solche groben Notizen nunmal tatsächlich aus!
Hinzu kommt, dass wir Visuellen doch nicht immer den Fotografen (NICHT die der Fotos in diesem Thread!*) das Feld überlassen können mit ihren Tausenden über- und ineinander gerechneten, mitunter kurios bunten Bildern**! Aber das alles schrammt wieder haarscharf an einer der klassischen amateurastronomischen Gretchenfragen unserer Zeit vorbei, die wir an dieser Stelle besser nicht weiter thematisieren wollen.

Wie dem auch sei.

Nachdem sich der gute Mond zusammen mit der Venus im abendlichen Dunst des Westens verabschiedet hatte, konnte ich bei zunehmender Dunkelheit und besser werdendem Seeing noch drei Stunden auf meinem Dach zubringen. Mit drei weiteren Planeten (im PENTAX) und einigen Klassikern wie Plejaden, Hyaden und einigen anderen (im MIYAUCHI).
Was für ein schöner Abend! Und als Bonus war er fast taulos.

Sobald der Zeichenkarton und die Stifte ankommen, werde ich mich an eine saubere Reinzeichnung setzen. Mal sehen, was dabei rauskommt, doch ich habe Hoffnung - die bekanntlich zuletzt stirbt.

Euch allen einen schönen Abend.
Urs



*Dies ist eine Replik auf folgenden Thread: ein schönes Stelldichein - Mond-Venus

**Obwohl wir unlängst von einem astro-fotografierenden Kollegen hier in einem anderen Thread lernen durften, dass der Blick durchs Okular "überschätzt" würde (Zitat Ende). Andererseits: auch Computer können echt Spaß machen! :ROFLMAO::ROFLMAO:
 
Zuletzt bearbeitet:
in meiner Sternwarte gibt es ... keinen Strom und ... ich bin glücklich damit, denn so beschränke ich mich rein aufs Beobachten, Erlernen und - Erleben
pur und live find' ich klasse. Als Kompromiß könnte ein kleiner Nachführmotor das Erleben noch besser machen (und die Stirnlampe hätte auch einen Freund).
...Oder sie skizzieren ...
...Vorgestern hatte ich bereits einige Zeichenmaterialien bestellt und in meinem Fundus ein paar halbwegs anständige Bleistifte in verschiedenen Härtegraden zusammengesucht - und sie irgendwo hingelegt.

RECHT SO!
ich habe mich fast nicht getraut, sie überhaupt hier online zu stellen
- mach mal, das wird
Hinzu kommt, dass wir Visuellen doch nicht immer den Fotografen ... das Feld überlassen können
Ich bin ganz bei Dir und habe eine Träne der Rührung im Augenwinkel. Im Nachbarforum gibt es auch ein "gallisches Dorf" an Astrozeichnern. Hier sind die "rein visuellen" ein bisschen dünne gesäht.
Hier oder "nebenan" las ich kürzlich einen Eintrag der sinngemäß lautete: "wir haben als Anfänger ein seestar bestellt, wir wollen im Wohnzimmer auf'm handy tolle Bilder angucken". Kann man machen, hat wohl auch seine Berechtigung - aber mir legt sich doch ein kühles Fragezeichen des Bedenkens auf die Schulter :unsure: .
Egal: Ich mache gerne Bildbearbeitung mit Blei- und Radierstift, z.B. Tsuchinsan-Atlas - 3 Skizzen v. 22.10.2024

Urs: Du wirst überrascht sein, was du beim Zeichnen entdeckst, evtl. fällt Dir erst dann auf, was bisher nicht so augenfällig war; wetten...

Viel Spaß weiterhin
Uwe
 
Guten Morgen Uwe,

Deine Zeichnungen: YEAH! Das sind genau die Zeichnungen, wo ich hin möchte.

Angefixt worden bin ich durch die "Freunde der Nacht" wo die Technik sehr gut vorgestellt und erklärt wird. Außerdem ist mir kürzlich ein englisches Büchlein zugelaufen, in dem die verschiedenen Techniken und Motive erläutert werden. Ein kleiner Schatz Aber es ist halt mit einem gewissen Aufwand verbunden, den ich jedoch überschätzt habe - weiß ich seit vorgestern Abend.
Für einen Nachführmotor bin ich aktuell noch zu stur, er wäre aber eine große Erleichterung. Mal sehen wann er kommt ... :)

Im Grunde meines Herzens bin ich ein Sammler; ich habe mein ganzes Leben lang immer irgendwas gesammelt. Und seit zwei Jahren altes Astro-Gerät. Das wird aber auf Dauer aber ziemlich kostenintensiv und so beschränke ich mich aktuell auf Okulare - hauptsächlich :whistle:. Aber seit ich bei den richtig guten Okularen angekommen, bin, wird auch das langsam recht teuer und so sammle ich ab jetzt vielleicht lieber Zeichnungen meiner astronomischen Beobachtungen.

Es ist gewissermaßen ein Weg zurück zu meinen Wurzeln als gelernter Lithograph, der seine Lehrzeit mit Pinsel und Stiften in der Hand zugebracht hat. Und später eben in der elektronischen Bildverarbeitung am ersten ernstzunehmenden Computersystem von SIEMENS/HELL. Von Apple oder Meta & Konsorten sprach damals noch niemand und das Internet kam gerade erst auf.

Egal. Das Zeichenmaterial sollte nächste Woche ankommen, das Wetter ist aktuell unterirdisch und ich freue mich schon auf die Zeichnerei im Schein der Lampe am Schreibtisch im warmen Wohnzimmer.

To be continued!

Schönen Sonntag Euch allen,
Urs
 
Hallo Ursus, das nenne ich leidenschaftliche Treue! Und Deine rote Lampe im Kuppelbau wirkt wie das ewige Licht in einem Altarraum. Sehr fundamentale Empfindungen, beeindruckend! So eine Sternwarte ist ja ein absoluter Traum! Klar, loslassen, vorbeiziehen lassen ... ist auch eine Lebenskunst. Ich muss mich verkabeln, verknebeln besser gesagt und festhalten - das hat ganz klar seinen Preis, der einem zum Hyperkollaps bringen kann.
Was hab ich mir schon alles an schönen Astronächten versudelt, weil ich mit der Elektronik am kämpfen war. Und das alles alleine, ohne jegliche Hilfe. Wenn dann mal alles läuft, komme ich mir aber vor, als hätte ich das Rad neu erfunden. Wenn ich die Whirlpool-Galaxie immer nur an ihren beiden Kernen erkenne aufgrund meiner lichtverseuchten Umgebung und diese dann endlich mal in ihrer ganzen Darbietung auf ein Foto gebannt habe - bei mir nur One Shot - sage ich mir, dass ich auf diese Weise eine Lösung gefunden habe.... absolut ganz alleine. Und wenn alles mit mir meckert, weil ich keinen Führerschein habe, und nirgends hin will - auch nicht in Urlaub - gähn - ja ich weis - sage ich denen immer: mich macht die Erde nicht satt, ich muss auf Lichtjahre weit reisen Leute, das versteht ihr nicht. Dann ist so ein Astrofoto wie ein Urlaubsfoto auf Bali für mich.
Bewahre das innere Kind in Dir Ursus, zeichne weiter - das schönste am Glück ist seine Freud!
LG von Anette
 

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Hi!

Zum Zeichnen ein kleiner Kommentar aus meiner Uni-Zeit: Da hatte ich das Zeichnen am Mikroskop auch gehasst, weil ich den Irrglauben hatte, es ginge darum, schöne Bilder zu machen. Der Kunst-Unterricht an der Schule war dabei nicht hilfreich...

Es wäre da hilfreicher, von skizzieren zu reden, denn eigentlich geht es darum, bewusst zu beobachten und die Beobachtungen festzuhalten. Selbst mit einer simplen Skizze beobachtet man viel bewusster und schaut nicht nur hin, sondern beschäftigt sich mit dem Objekt. So erkennt man viel mehr als auf dem schönsten Foto, das man dann doch auch nur anschaut und aufhübscht.

Wenn eine tolle, fotorealistische Zeichnung dabei rauskommt, umso besser, aber dabei geht es beim Zeichnen am Okular gar nicht.

Wenn einem das mal klar ist, hat man nicht den selbstgemachten Druck, dass ein Kunstwerk dabei entstehen muss, sondern den Nutzen, dass man (noch) bewusst(er) zu beobachten lernt.

Die aufwändige Reinzeichnung, die die Freunde der Nacht so schön beschreiben, ist da nur die eindrucksvolle Kür (und führt natürlich noch zu einer weiteren Beschäftigung mit dem Objekt in aller Ruhe). Dann wird einem auf einmal bewusst, dass die ganzen Sternhaufen doch nicht alle gleich aussehen. Deshalb liebe ich auch Bücher wie "The Messier Objects" von Stephen James O'Meara, die Zeichnungen enthalten (reingezeichnet, zugegeben), und finde den STERNATLAS für den visuellen Beobachter von Peter Vizi so toll. Der oft empfohlene Karkoschka setzt glaube ich vor allem auf Fotos, aber da habe ich schon ewig nicht mehr reingeschaut...

Viel Erfolg,
Alex

PS: Du brauchst wohl noch eine alte Montierung mit Uhrwerksantrieb :) ; ich kenne aber auch keinen, der eine abzugeben hat...
 
Falls wir mal nen Blackout haben, kann ich meine eq-5 goto mit Hand-Antriebswellen ausstatten. Irgendwie bin ich aber auch froh, das von der Pike auf zu können, so sind wir Älteren hier wohl alle mal eingestiegen.
LG von Anette
 
Guten Morgen Anette,

habe vielen Dank für Deine netten Gedanken, die Du mit uns teilst!
Ich glaube, wir sind inhaltlich gar nicht so weit auseinander, zumindest was die Astronomie angeht ... Wenn ich mir Deinen Avatar angucke, dann bin ich mir fast sicher. (Und besorg' Dir ein anderes Okular - die Randschärfe ist ja gruselig!! :ROFLMAO::ROFLMAO: )

Um sich ihr, der Astronomie, so zu verschreiben, gibt es so viele Gründe und Wege, wie es Sterne am Himmel hat.
Als lebenslanger Physik- und Mathematik-Loser, der bei allem, was über die vier Grundrechenarten (mit Taschenrechnerunterstützung) hinausgeht, aussteigt, war es mein fortschreitendes Lebensalter und die damit verbundenen, meist philosophischen Fragen, die mich an den Nachthimmel brachten. Plus einer gehörigen Portion Schalk im Nacken, der mitunter auch mal mit mir durchgeht (Die hiesige Rennleitung weiß ein Lied davon zu singen!). Aber man kann nicht alles und jeden - und am wenigsten sich selbst - ständig so furchtbar ernst nehmen. Aber das nur am Rande.

Deine Metapher zum Rotlicht in meinem Dom(e) [sic!] finde ich interessant. Wenn auch nicht katholisch konnotiert, ist meine Kuppel unter dem Strich doch ein spiritueller Ort für mich, eine Verbindung "nach oben" - wie auch immer das geartet sein sollte (was natürlich jedem selbst überlassen bleibt). Und dafür bedarf es keiner Elektronik. Schriebe ich meine Diplomarbeit über irgendetwas am Firmament, wäre es sicher anders. Nebenbei bemerkt: ich habe bis heute kein Mobiltelefon (nein, ich bin NICHT bei den Zeugen!) und bewältige mein Leben als Forstingenieur dennoch völlig problemlos. Und wahrscheinlich entspannter, als die meisten hier. Doch ich schweife schon wieder ab.

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Das Wichtigste ist mir die Freiheit, bei praktisch allem, was ich tue. Und im Alter wird mir das mit jedem Jahr deutlicher und wichtiger. Das sagt sich so leicht dahin, es ist geradezu ein Allgemeinplatz. Aber was heißt das wirklich?
Ich rede von persönlicher Freiheit: nicht abhänig zu sein von anderen Menschen, Nikotin, Elektronik, unnötigen Zwängen. Je näher man der Wurzel der Dinge kommt, desto weniger benötig man dafür. Erleben statt konsumieren könnte man es vielleicht nennen.
Mein ganzes Leben lang bin ich gerne (und viel) mit leichtem Gepäck gereist, in allen Lebensbereichen. Das Einzige, was das völlig konterkariert, ist mein unbändiger Drang, Dinge zu sammeln - Ein krasser Widerspruch, ich weiß, aber das scheint die Aufgabe zu sein, die mir zugedacht ist. Kinderlos ist es vielleicht mein Versuch, auf anderen Wegen Spuren zu hinterlassen. Aber das ist ein Trugschluss.

Jemand, der in unserer Zeit der rollenden Statussymbole bis heute keinen Führerschein hat (und regelmäßig Prügel dafür einstecken muss), versteht das sicher.
Deine One-Shots sollen bald meine Skizzen und hoffentlich Zeichnungen werden. Die Idee ist dieselbe - der tiefe Wunsch, etwas höchst Vergängliches festzuhalten - nur der Weg ist ein anderer. Ich bin im Alter halt etwas bockig, was Elektronik angeht (fotografiere aber beruflich viel - digital natürlich). Deinen Gedanke, dass das Deine Urlaubsfotos sind, finde ich grandios, zeigt er doch, wie sehr auch Du bei Dir selbst bist - fernab allen Mainstreams.

Genug Philosphie für den Moment, das Wort zum Sonntag ended hier.

Schöne Grüße,
Urs
 
Zuletzt bearbeitet:
Hey Alex,

auch Dir vielen Dank für Deine Anmerkungen. Und die besten Wünsche für 2025 - hoffentlich treffen wir uns bald mal wieder!

Natürlich koketiere ich etwas mit dem veröffentlichen Skribble (mehr ist es ja nicht), habe aber die wunderbaren Reinzeichnungen im Blick, die mich, als "alten" Lithographen, unendlich anmachen. Gezeichnet habe ich selbst viele Jahre nicht mehr, doch ich glaube, es ist ein toller Weg, um besser beobachten zu lernen und zugleich unendlich befridigend, eine schöne Zeichnung anzufertigen. Und es ist auf Dauer deutlich billiger, als ständig irgendwelchen mega-geilen alten High-End-Okularen aus Japanischer Produktion hinterherzujagen (was aber auch echt richtig Bock macht!!).

Die Bücher, die Du erwähnt hast, werde ich mir sehr gerne mal ansehen, weil ich glaube, dass ich am Zeichnen tatsächlich hängenbleiben könnte.
Und die Idee mit der uhrwerkgetriebenen Montierung wäre, gerade in diesem Zusammenhang, vielleicht nicht schlecht. Ich muss mal in mich gehen ... oben im Museum in meiner "Deutschen Abteilung" unter dem Dach (die Ihr im Schein der Taschenlampen ja besichtigt habt!) steht noch eine elektrisch angetriebene WITTE & NEHLS ...

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:)

Ganz schöne Grüße nach Nordbaden,
Urs
 
Hallo Urs,

jetzt gehst Du also auch unter die Astro-Zeichner. Das finde ich toll! Und selbstverständlich zeigst Du uns Deine Skizzen. Wir wollen doch an Deinem Schaffensprozess teilhaben.

Und es ist einfach realistisch, dass eine erste nächtens im Dunkeln bei Kälte angefertigte erste Skizze anders aussieht, als eine "schöne" Reinzeichnung.

Ich sehe es ganz genauso, dass das Zeichnen fürs visuelle Beobachten einen großen Gewinn bringt. Weil man sich für ein Objekt Zeit lässt und anders hinschaut, als beim schnell mal angucken. Es braucht Zeit, ein Objekt kennen zu lernen und immer mehr Details zu entdecken. Das Zeichnen ist dafür prima geeignet.

Weiterhin viel Spaß dabei. Und dran bleiben!

Herzliche Grüße
Sabine
 
Hallo Urs,

Als ehemaliger technischer Zeichner und ehemaliger Profi Risszeichner der Perry Rhodan SF Romanserie sage ich: einfach machen :)

Übung macht den Meister.

VG Mark
 
Zuletzt bearbeitet:
Hi Urs,
dieser Refraktor hat ja eine eigene Waage zum Austarieren, wie genial ist denn das? Wie kommst du klar damit? Ich stelle mir das sehr praktisch vor. Schade, dass es sowas nicht mehr gibt. Erzähl doch mal was über dieses Teleskop.
LG von Anette
 
Hallo,
die Waage (bzw. Laufgewicht) war bei den langen Röhren von damals durchaus üblich. Heutzutage sind die Teleskope überwiegend kürzer, ausserdem gibts ja auch Rohrschellen zum lösen, so dass man das ganze Teleskop schnell verschieben/austarieren kann, wenn man mal anderes Equipment an den Auszug hängt. D.h. heute wird diese Methode nicht mehr so oft verwendet. Wobei es durchaus praktisch sein kann, ich hatte damals bei meinen 90/1300 Refraktor auch eins.
VG CptB

PS: Apropo Perry Rhodan :
lang ist her, da warteten wir als Kinder bzw. Jugendliche vor dem ersten Konfirmandenunterrsicht. Da alle evangel. Kinder aus den Klassen zusammenkamen, gabs viel zu erzählen, man kannte manche noch nicht von der eigenen Klasse. Ein Schulfreund aus mn. Klasse erzählte beigeistert von den Perry Rhodan Büchern, was jemand nebenan wohl akustisch nicht ganz korrekt verstanden hatte. Entsprechend kam die erstaunte Frage: "Waaaas, du liest Periodenromane?? " :ROFLMAO::ROFLMAO:
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
PS: Apropo Perry Rhodan :
lang ist her, da warteten wir als Kinder bzw. Jugendliche vor dem ersten Konfirmandenunterrsicht. Da alle evangel. Kinder aus den Klassen zusammenkamen, gabs viel zu erzählen, man kannte manche noch nicht von der eigenen Klasse. Ein Schulfreund aus mn. Klasse erzählte beigeistert von den Perry Rhodan Büchern, was jemand nebenan wohl akustisch nicht ganz korrekt verstanden hatte. Entsprechend kam die erstaunte Frage: "Waaaas, du liest Periodenromane?? " :ROFLMAO::ROFLMAO:
:)

Bald gibt's 3300 davon. Ich habe sie mal gesammelt und daran mitgearbeitet :)

VG Mark
 
Hallo Anette,

mein Adjudant* hat Dir den generellen Sachstand ja bereits geschildert ("Danke, Boiler; wegtreten!").

Im Detail bleibt mir noch zu berichten, dass es sich bei diesem wunderbaren Achromat um einen BUTENSCHÖN mit 85/1200, f/ 14 handelt. Er dürfte ungefähr so alt sein, wie ich selbst, also aus der Mitte der 1960er-Jahre stammen. Die Optik ist noch unvergütet.

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Der OAZ nimmt die alten Deutschen Standardokulare mit 31 Millimeter Durchmesser auf, was vielleicht der Pferdefuß an diesem schönen Stück ist, zumal der Augenabstand an den kurzen Brennweiten in Richtung innerer Hirnstamm zu gehen scheint.

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Viel Platz bleibt nicht. Dennoch ist die Optik in Kombination mit den Orthos richtig gut, und die alten Mikroskopokulare (obere Reihe, zweites von rechts, in dem Fall ein LEITZ Periplan - sehr cool!) funktionieren auch, vor allem bezüglich eines verträglichen Augenabstandes. Und die Messinghülse im Eck ist ein Adapter für 1.25'' Okulare, die ich allerdings noch nicht daran ausprobiert habe (So many scopes, so little time ... das harte Los des Teleskopikers).

Außerdem hat dieses schlichte alte, lange und hochelegante Rohr einfach einen Reiz, dem ich mich (nicht nur als Sammler) nur schwer entziehen kann. Genau so muss in meiner Welt ein "Teleskop" aussehen.

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Geplant ist, ihn in die noch im Entstehen begriffene Holzkuppel meiner Museumssternwarte unterzubringen. Als Hauptistrument mit einem LICHTENKNECKER 100/800, f/8 Newton huckepack.

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Zum Simultangucken für Gäste. Irgendann, wenn die zweite Kuppel steht ...

Zu Deiner Ursprungsfrage: ja, das Laufgewicht ist im Prinzip "gefitzt", wie man bei uns im Dialekt sagt. Aber brauchen tue ich es nicht dringend, da ich an diesem Refraktor keine stark unterschiedlichen Gewichte (Okular, Kamera oder gar Okularrevolver) dranhänge, sondern nur einzelne Okulare wechsle. Und der geringe Gewichtsunterschied fällt nicht ins - Gewicht.

Aber es sieht [zensiert]-cool aus!


Schöne Grüße aus dem Auenland,
Urs Beutlin





*"Vorzimmer der Division, Käpt'n Boiler am Apparat; was kann ich für Sie tun? - nein, tut mir leid, der General hält gerade sein Mittagsschläfchen ... aber der generelle Sachstand ist Folgender: ..."
 
Zuletzt bearbeitet:
Dann wirst du bestimmt auch einen alten "Jäger" Refraktor haben? Alles noch deutsche Wertarbeit. Habe sowas noch nie live gesehen, aber du hast Recht, so muss ein Refraktor aussehen. Traumhaft. Find ich ja sehr spannend, dass Du ein Teleskopmuseum aufbauen willst, wenn ich das richtig verstanden habe, ganz wunderbar.
LG von Anette
 
Na ja ... aufbauen ist gut. :whistle:

Die Sammlung ist bereits einigermaßen fortgeschritten, nur der Raum muss noch ausgebaut werden: ein Dachzimmer mit kaputtem Dachfenster, an dessen Stelle ich, anstatt es zu ersetzen, eine Gaube mit Holzkuppel plane. Der Zimmermann hat mich aber zweimal hängen lassen.

Guck mal, das steht hier schon rum:

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Die Deutsche Abteilung

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Die Japanische Abteilung

Ziel ist, einen Sternwarten-Kontrollraum einzurichten, der von einem aus den späten 1970er-Jahren nicht zu unterscheiden ist: Interieur, Instrumente, Deko, ein Trip in die Vergangenheit - ohne GoTo und Handys.

Entstanden sind die Bilder anlässlich der offiziellen Eröffnung meiner Cygnus Sternwarte am 19. Oktober, dem Tag der Astronomie. Das Programm an diesem Abend hieß: "Sonne, Mond & Flaschenbier".

Es war erfolgreich ...

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... und ich abends betrunken (ja, ich weiß, Oettinger schmeckt [zensiert], aber BITTE erspart mir an dieser Stelle die Diskussion darüber. Meine Pubertät liegt zu lange zurück).

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Falls Du Interesse hast, mal vorbeizukommen: PM genügt. (Gilt auch für alle anderen. Ich bin in Südbaden zuhause).

Einen "Jäger" habe ich übrigens (noch) nicht, falls Du einen weißt ... aber dafür eine Reihe anderer sogenannter "Schulteleskope" von Merz, Hase, Sartorius und Lohse. Und noch ein paar mehr.

P1010767korr.JPG P1310525korr.JPG

Doch bevor es jetzt in Astro-P0rn ausartet, melde ich mich für heute besser ab.


Einen schönen Abend und schöne Grüße in die Runde,
Urs
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Urs,
ich bin ja ein vollblut Knipser der übelsten Sorte und merke nur gaaanz langsam, aber sehr deutlich, da fehlt etwas.....ohne das live sehen, macht das Fotografieren für mich irgendwann keinen Sinn mehr. Es wird zu digital, zu entrückt und außer beim trouble shooting nichtmehr wirklich Erlebnis bzw. Erlebtes.
Aber eins muss ich festhalten hier....wer so schön mit Worten mahlt wie du und dabei die Lust aufs Erleben in anderen weckt, bei dem ist es ganz egal, was er versucht in Zeichnungen gekrakelt festzuhalten ;).
Vielen Dank für deine immer so belebenden Berichte!
CS Ben
 
Hey Ben,

habe vielen Dank für Deine netten Worte!

Natürlich stochere ich manchmal in diesem amateurastronomischen Wespennest herum, vor allem, wenn sich wieder mal einer so richtig weit aus seinem Fenster lehnt. Aber ich möchte dabei niemanden persönlich angehen. Dafür habe ich selbst schon den einen oder anderen Shitstorm zu viel durchstehen müssen - meist schuldlos. Aber wer entscheidet das im Netz ...

Doch wenn ein "Vollblutknipser der übelsten Sorte" (:LOL:) mir schreibt, ihm würde angesichts der immer weiter fortschreitenden Technik langsam etwas fehlen, dann bedeutet das nicht, dass die eine Seite recht hat, sondern dass der Austausch lebendig, und mancher tatsächlich in der Lage ist, über sich selbst und seine Position nachzudenken und zu reflektieren. Das klingt jetzt wieder etwas altväterlich, aber ich weiß aus eigener Erfahrung, wie wichtig das ist. Denn nur so bleibt man nicht stehen.

Und den Drang, etwas Besonderes trotz all seiner Vergänglichkeit zu konservieren, es festhalten zu wollen, kenne ich gut. Es passiert mir fast immer, wenn ich mich abends am Himmel rumtreibe und dabei jedes Mal von Neuem wegen seiner unaufdringlichen stillen Würde komplett geflasht bin.

P1010224korr.JPG

Deswegen schreibe ich hier. Und deswegen möchte ich nun auch mit dem Zeichnen anfangen.

Dabei ist es im Grunde genommen völlig egal, ob man fotografiert, zeichnet, oder darüber schreibt oder singt. Die Ausdrucksform bleibt jedem selbst überlassen. Wobei mir persönlich die möglichst direkte Verbindung dazu wichtig ist.

Doch jetzt fange ich wieder an, zu schwafeln ...

Nochmals danke, der heutige Tag - mein erster wirklich freier seit Längerem -, den ich größtenteils mit dem Schreiben hier im Forum verbacht habe, war toll.


Schöne Grüße,
Urs
 
Selbst mit einer simplen Skizze beobachtet man viel bewusster und schaut nicht nur hin, sondern beschäftigt sich mit dem Objekt.
Hallo liebe Bleistiftschwinger,

auch ich versuche mich immer wieder mal mit einer kleinen Skizze. Große Sonnenflecken sind in meinem Buch besonders oft zu finden. Sie faszinieren mich, vielleicht man sie nie wieder genau so sehen wird.
Dafür brauche ich nicht den Skizzenblock aus dem Künstlerbedarf, mein zutiefst analoges Beobachtungsbuch (Papier, A5) und ein alter Fallbleistift mit weicher Mine sowie ein Radiergummi reichen. Einfach und geschmacklos...! ;)

Und außerdem - siehe Zitat von Alex! :y: So habe ich das auch empfunden: Skizzieren lernen heißt hingucken lernen. Mit mehr Übung werden die Skizzen immer präziser.
Nach drei Monaten Dauernebel ist das mit der Übung aber so eine Sache... _schnee:

Beste Grüße,
Niko
 
Lieber Urs,

das ist ja wieder mal ein herzerwärmender Faden von Dir hier. Fände ich Deine Mondskizze auf Pergament in einer alten Bibliothek, würde ich Riccioli 1651 vermuten - das ist keineswegs ironisch gemeint, sondern ein Kompliment! Und Dein obiges Foto: so subtil. Zunächst denkt man "Greifvogel und Zebras, der Mann war auf Safari, jaja". Doch auf dem zweiten Blick dieser zarter Mond!

Und bedanken will ich mich für Deine Erinnerungsskizze der Begegnung Mond-Venus ganz am Anfang dieses Fadens. Ich hatte gleichzeit dieses Bild im Okular, ebenfalls im 2,5° Feld eines Miyauchi Fernglases bei 20x. Ein schöner Moment war das. Ich konnte auch die Halbphase der Venus erkennen wenn ich sie in Feldmitte stellte. Das musst Du mal probieren. Es müsste auch mit Deinem Glas gehen. Abblenden der Objektive kann da helfen, das schärft das Bild und mindert die Überstrahlung.

Beste Grüße, Christopher
 
Und bedanken will ich mich für Deine Erinnerungsskizze der Begegnung Mond-Venus ganz am Anfang dieses Fadens. Ich hatte gleichzeit dieses Bild im Okular, ebenfalls im 2,5° Feld eines Miyauchi Fernglases bei 20x. Ein schöner Moment war das. Ich konnte auch die Halbphase der Venus erkennen wenn ich sie in Feldmitte stellte. Das musst Du mal probieren. Es müsste auch mit Deinem Glas gehen. Abblenden der Objektive kann da helfen, das schärft das Bild und mindert die Überstrahlung.

Beste Grüße, Christopher
Dann liegt das aber am binokularen Sehen, denn mit 20x hab ich die Sichel nie klar gesehen, wenn ich das DiaScope Spektiv probiert habe: meist brauchte ich ab 40x, um die Phase klar zu erkennen. Kann aber auch sein, dass ich das nicht kürzlich probiert habe, schließlich wird der Planet ja auch schnell größer auf dem Weg zur unteren Konjunktion. Aber da ich das Miyauchi 100 habe, kann ich das ja bei geeigneter Sicht schnell in die Zapfenmontierung stecken, und durch die 20x-Okulare lugen; parallel steht natürlich das Zeiss mit seinem 3,75x-Vario.

csm
 
Hallo Manne,

in meiner Praxis ist es so, dass das binokulare Sehen nicht unbedingt hilfreich ist um die Venusphase zu sehen. Was wohl eher half war die Helligkeit des Mondes im selben Feld direkt vor der Beobachtung. Dadurch ging meine Augenpupille zu, meine Auflösungsfähigkeit im Auge machte einen Sprung nach oben. Nach Wegschieben des Mondes aussserhalb des Feldes hält diese Wirkung erfahrungsgemäß 20 bis 40 Sekunden an. Ich habe diese Technik wiederholt erfolgreich verwendet um das Schwarze zwischen der Saturnscheibe und seinen Ringen in einem stabilisierten 15x45 Fernglas zu sehen.

Insofern war mein Rat an Urs wohl ein wenig unpräzise. Ich müsste genauer sagen: Blitze Deine Augen am Mond und schaue dann, ob Du die Venusphase bei 20x siehst! Übrigens handelt es sich beim Urs um ein hervorragendes und superseltenes 20x80 Miyauchi mit fest eingebaute Okulare, und bei mir um ein (übliches) 20x77 Miyauchi. Die kleinere Austrittspupille im Vergleich zu Deinem 20x100 könnte von Vorteil sein.

Gruß, Christopher
 
:giggle:
DANKE, Christopher!
Es wird Zeit, dass wir die (wie viele sind es zusammen mittlerweile ... vier?!?) MIYAUCHIS nebeneinander ausprobieren.

Schöne Grüße,
Urs
 
Hallo Manne,

in meiner Praxis ist es so, dass das binokulare Sehen nicht unbedingt hilfreich ist um die Venusphase zu sehen. Was wohl eher half war die Helligkeit des Mondes im selben Feld direkt vor der Beobachtung. Dadurch ging meine Augenpupille zu, meine Auflösungsfähigkeit im Auge machte einen Sprung nach oben. Nach Wegschieben des Mondes aussserhalb des Feldes hält diese Wirkung erfahrungsgemäß 20 bis 40 Sekunden an. Ich habe diese Technik wiederholt erfolgreich verwendet um das Schwarze zwischen der Saturnscheibe und seinen Ringen in einem stabilisierten 15x45 Fernglas zu sehen.

Insofern war mein Rat an Urs wohl ein wenig unpräzise. Ich müsste genauer sagen: Blitze Deine Augen am Mond und schaue dann, ob Du die Venusphase bei 20x siehst! Übrigens handelt es sich beim Urs um ein hervorragendes und superseltenes 20x80 Miyauchi mit fest eingebaute Okulare, und bei mir um ein (übliches) 20x77 Miyauchi. Die kleinere Austrittspupille im Vergleich zu Deinem 20x100 könnte von Vorteil sein.

Gruß, Christopher
Interessante Gedanken, müsste man mal ausprobieren. Ich könnte ja (mit Pappe) abblenden wg. der AP. Ist halt ein Achromat, also vergliche ich dann eher mit dem APM100. Mir hat (eher sehpsychologisch als AP bedingt) seit jeher das binokulare geholfen, auch mit dem Baader Großfeld - aber mit dem und den GWK komme ich nicht auf solch nierdrige V runter: minimal auf 44x und dem TAL150. Aber für Klein-AP (im besagten Bereich) hab ich ja noch das Miyauchi 22x60 - das wäre schneller zu realisieren, als eine (ok, zwei) Blende basteln.

csm
 
Mit diesen Hochleistungsferngläsern kann ich nicht ganz mithalten. Mein größtes ist ein 8x56. Nun ist die AP von 7 nicht sehr gut an hellen Objekten wie Jupiter und ggf Venus. Ich habe daher auch ganz einfach 2 Pappringe an den Objektiven angebracht (50mm). Das hilft. Da will ich mir aber noch besseres basteln.

VG Mark
 
Der Anblick war so unglaublich schön, dass es mir fast die Socken ausgezogen hat, als ich kurz aufs Dach bin, um nach dem Rechten zu sehen. Diese majestätische Pracht in all ihrer Einfachheit - ein paar mehr oder weniger große und helle Punkte neben dem halb beleuchteten Mond auf dunkelblauen Hintergrund über zartrosa und lachsfarbenen Wolkenbändern - all das hat mich in einem einzigen Augenblick schlicht verzaubert.
Hallo Ursus,

Deine Schilderung hat mich direkt ins Herz getroffen, wie passend und treffend Deine Worte auch für unser Erlebnis und Eindruck vom Freitagabend sind.

Meine Frau und ich sind rein zufällig zeitlich genau passend am Freitagabend nach Hause gekommen, als im Süden Madame, Luna und Venus sich verabredet hatten. Ich konnte mich zuerst auch nicht von diesem grandiosen Anblick losreißen. Im vergangenen Jahr hatten meine Frau und ich kaum freie Zeit und deshalb noch weniger Muße, sich irgendwie astronomisch zu betätigen. Aber an diesem Abend, war mir sofort bewusst, das ist hier und jetzt etwas ganz Besonderes. Es hat mich nach einigen Minuten puren Staunens dann doch so im "Hirn" gejuckt, ich wollte zumindest versuchen, wohl wissend, dass solche fotografischen Stunts und Hauruckaktion normal nie gelingen, den Anblick per Foto festzuhalten. Also schnell in den Keller gesaust, Stativ gesucht, gefunden, Kameraakku war ausreichend geladen, was für ein Glück und die große Olympus OMD ins Freie zum Rendezvous der Damen geschleppt. Bereits im Voraus habe ich mich verflucht, da ich schon vorhersah, wieder nur mehr oder weniger erfolglos mit den tausend Knöpfen und Rädern an der Kamera zu kämpfen ....

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Frierend, mit eiskalten Finger, habe ich zwar alle möglichen Belichtungsvarianten ausprobiert, aber habe trotzdem mehr mit den Augen den tollen Anblick aufgesogen, als mit der Kamera. Ich konnte mich, durchgefroren, erst losreißen und ins Warme retten, als der Wind ein Wolkenband über die zwei Juwelen am Himmel zog ...

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Deine Worte waren so treffend für mich und meine Frau Susanne, darum erlaube ich mir hier im eigentlichen Technik-losen "Zeichnen-Thread" dann trotzdem zwei Schnappschüsse von dieser Nacht einzustellen.

Ich wünsche Dir und allen Forums-Freunden, viele tolle Augenblicke unter dem nächtlichen Himmel, egal ob mit Zeichenstift, Kamera oder nur mit bloßen Augen.

Immer neugierig bleiben! MünchenBeiNacht - Ewald
 
Guten Morgen Ewald (und Susanne!),

habt vielen Dank für Eure freundlichen Worte.

Die Art und Weise, den Himmel in seiner ganze Pracht zu würdigen, kennt viele Ausdrucksformen. Und bisher war meine halt das Wort. Um so schöner, wenn Euch gefällt, was ich schreibe.

Euch beiden einen schönen Tag,
Urs
 
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