Glassorten für 16" Linse

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MichiP

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Hallo zusammen,

Kollegen von mir spielen sich gerade mit dem Gedanken eine richtig schöne Linse, ca. 16", selber zu schleifen. Dass das kein leichtes Spiel ist, ist ihnen soweit klar aber sie möchten es eventuell trotzdem versuchen.

Eine Frage die mich beschäftigt ist, welche Glassorten kommen für etwas in Frage? Die thermische Ausdehnung scheint eines der größten Probleme sein. Welche Glassorten kommen hier in Frage und mit welcher Farbreinheit kann man mit der jeweiligen rechnen?

Viele Grüße,
Michi
 
Hi Michi,

ich les' jetzt schon im 2. Thread immer nur von einer Linse. Da ist wohl was nicht ganz klar! Zwei braucht's schon und es kommt auf die Glas-Paarung an, was geht. Das muss dann mit den exakten Schmelzdaten (im Gegensatz zu den theoretischen Katalogdaten) gerechnet werden.
Ich würde ja sagen: Es gibt Dinge, die will man einfach nicht tun, wenn man erst weiß, was man tun wollte.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Sven,

das optische desingn wird von einem Profi gerechnet. Es soll Kurzbrennweitig ausfallen. Glaslieferant wäre z.B. Schott. Mir war die Problematik bez. unterschiedlicher Glassorten nicht klar. Warum müssen hier zwei/drei unterschiedliche Glassorten zur Verwendung kommen?

Ich würde ja sagen: Es gibt Dinge, die will man einfach nicht tun, wenn man erst weiß, was man tun wollte.

Stimmt, nur wer es nicht mal probiert kommt im Leben nicht besonders weit und tritt auf der Stelle und an Erfahrung kann man nur wachsen.

Viele Grüße,
Michael
 
Hallo Michi, soll das hier jetzt eine Märchenstunde für den Kindergarten werden? Das sollte schnellstmöglich zum Small Talk verschoben werden. - Peter



 
hallo Michi,

dein Profi wird es sich eh nicht nehmen lassen die Gläser zu seinem Design selbst auszuwählen - es gehört dazu! Frag ihn doch einfach was das alles soll mit Glassorten, Brechungsindizes und Abbé-Zahl und das ganze Zeugs, er wirds dir erklären. Oder schau nach bei Harrie Rutten "Telescope Optics", er bringt das sehr gut. So ganz einfach und schnell issses nun mal nicht erklärt.

lg Tommy
 
Hallo Michi,

das optische desingn wird von einem Profi gerechnet. Es soll Kurzbrennweitig ausfallen. Glaslieferant wäre z.B. Schott. Mir war die Problematik bez. unterschiedlicher Glassorten nicht klar. Warum müssen hier zwei/drei unterschiedliche Glassorten zur Verwendung kommen?

also du soltest dir, auch wenn ein Profi die optische Arbeit erledigen wird,
doch etwas Basiswissen zu Refraktoren anlesen.

Bei 16" Öffnung und wenn dann noch die Farbreinheit nicht egal ist
wird das seeeehr teuer werden.
Mal abgesehen daß du bestimmte Glassorten in der Größe
warscheinlich gar nich bekommen wirst.

Wie sieht es mit dem Preis aus? Ist der gleichgültig,
oder spielt er doch auch eine Rolle?

Gruß, Karsten
 
Hallo Michael,

Für zwei (oder sogar drei) Glasscheiben von der Qualiät um ein 40 cm Refraktor Objektiv zu bauen das kurzbrennweitig eine gute Farb- und Feldkorrektur gibt (ich nehem mal an F/10) und dazu die Montierung (Glassgewicht wird schom mehr als 50 kg sein) für ein so ein ungeheures Instrument brauchst Du seeeeeehr viel Geld.....

Und wie Sven schon schreibt: der Designer des Teleskops bestimmt die Gläser denn vor allem bei solche große Öffnungen braucht man die höchste Klasse Gläser, anormale Dispersion, genaue Toleranzen, usw.

Träume darf man haben, es sollten aber keine Alpträume werden.

Harrie
 
Hallo Michael,
Du solltest bedenken, dass Du auch eine Fassung für das Objektiv brauchst. Die zu bauen, dürfte bei solch großen Linsen auch nicht so ganz einfach sein. Zeiss hatte z.B. für seine größeren Objektive damals recht aufwändige Fassungen mit Temperaturkompensation gebaut.

CS. Frank

Als Nachtrag: hier http://archive.is/2VBt ein interessanter Bericht zu Fassungsproblemen des 270mm Objektivs der Kuffner-Sternwarte, zur Veranschaulichung, welche technologischen Probleme auftreten können.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Zitat von Ifrit:
Es ist zwar wahr, das man ohne Probieren meist nicht weit kommt.
Das heißt aber leider nicht, dass man durch Probieren automatisch Erfolge feiert, schon gar nicht dann, wenn man mit dem Kopf durch die Wand will - und das ohne vorher nachzusehen, ob sie aus Sichtbeton ist oder Gipskarton.
Geil! :super:

Den Spruch muß ich mir merken!

Viele Grüße

fquadrat
 
Hallo Michael,

grau ist alle Theorie. Wenn du den Aufwand realistisch abschätzen möchtest hilft am besten ein Gespräch mit einem der es wissen sollte.
Markus Ludes ist die einzige mir bekannte Person hier im Forum der Solche Projekte umgesetzt hat.
 
Hallo Michi,
ich würde mir überlegen, ob es nicht besser ist, mit gleichem Aufwand einen größeren Spiegel zu bauen. Ich nehme mal an, das man mit den für ein 16“-Refraktor erforderlichen Ressourcen schon so etwas bauen kann: http://www.ksl.com/?sid=27301024 :super: :super: :super:
Wenn es Dir nur darum geht, etwas mit Linsen zu machen, dann würden sich Mediale anbieten. Diese dürften einfacher zu realisieren sein, als ein mehrlinsiges Refraktorobjektiv. Über Mediale gibt es eine schöne Seite von Hans-Jürgen Busak: http://www.busack-medial.de/
Im Nachbarforum finden sich auch umfangreiche Einträge zum Bau von Medialen, z.B. hat Kurt ein Medial von 17cm Öffnung gebaut und beschrieben. Es gibt auch ein Beispiel für ein größeres Medial, das in der Mitte des vorigen Jahrhunderts in Eigeninitiative gebaut wurde, und noch heute in Rathenow besichtigt werden kann: http://de.wikipedia.org/wiki/Rathenower_Refraktor
Ein einfacher realisierbares Linsenfernrohr wäre auch ein Chromat für die Sonnenbeobachtung. Da würde eine Einzellinse ausreichen, wenn man mit schmalbandigen Filtern beobachtet. Allerdings müsste man eine Fläche der Einzellinse zur Öffnungsfehlerkorrektur asphärisch deformieren. W. Lille hat mit so einem Teleskop mit 12“ sehr gute Sonnenfotos gemacht.
Hier: http://www.stern-freund.de/index.php?id=118 habe ich mal was zu den Grundlagen zur Berechnung einfacher Fernrohrachromate geschrieben. Das dort beschreibt aber nur die Grundlagen, wenn Du ein Objektiv mit verbessertem sekundären Spektrum bauen willst, sollte da natürlich jemand das Objektiv mit einem entsprechenden Optimierungsprogramm optimieren. Du solltest den Designer aber darauf hinweisen, dass er angespannte Radien vermeidet. So ein Objektiv ist sehr schwer zu schleifen. Ich habe mal versucht, so ein kleineres Objektiv zu schleifen: http://www.stern-freund.de/index.php?id=71 Obwohl ich sehr sorgfältig gearbeitet habe, habe ich den Keilfehler nicht in den Griff bekommen :mauer: (jetzt liegt das Objektiv in einer dunklen Ecke und wartet darauf, dass ich nochmal Zeit und Lust habe, das Ding fertig zu schleifen).

CS.Frank
 
Das Schleifen und Polieren der Rohlinge ist an sich kein Problem, zumindest für jemanden, der das schon ein paar mal gemacht hat. Ich habe schon 8" korrektionslinsen für einen Houghton aus BK7 gemacht, das war recht leicht. Sind alles sphärische Flächen, das poliert sich faktisch von allein.

Ein viel größeres Problem ist es, schlierenfreies Glas zu bekommen. Die Rohlinge sind matt und da kann man eventuelle Schlieren nicht erkennen. Ich habe in einer Linse auch eine Schliere, die ich aber mit der Fangspiegelahlterung zur Deckung gebracht habe und die deshalb nicht weiter stört.

Zu beachten ist auch, das Sondergläser teilweise extrem schwierig zu bearbeiten sind. BK7 ist kein Problem, Flourite sind m.E. für einen Amateur nicht machbar.
 
Hallo zusammen,

ich seh schon viele kritische Stimmen und meine Kollegen scheint das offensichtlich an zu spornen. Offensichtlich scheinen viele Probleme auch an der Glassorte zu hängen die durch den Optik Spezialisten hoffentlich gelöst werden.

Ich muss gestehen ich hab hier nicht die ganze Geschichte erzählt. An dem Projekt bastelt ein Kollege von mir schon seit mittlerweile 3 Jahren und hat die Zeit damit verbracht Probleme zu lösen. Die erste 16" Linse ist eigentlich schon fertig.

Worum es jetzt geht ist eben die Frage nach der Glassorte. Ein Optik Spezialist einer Uni ist bereits dabei sich den Kopf über ein Linsensystem zu zerbrechen das realisierbar ist. Ich bin lange genug in der Amateurastronomie unterwegs um zu wissen das einige Amateure gibt die einfach mit realen Problemen kämpfen und an die der beste Theoretiker einfach nicht denkt. Diese Inputs wollte ich mir von euch holen und den Optik Spezialisten damit konfrontieren.

Geistreiche Müllkommentare wie die von P_E_T_E_R sind der Grund warum ich hier einfach nicht alles auf den Tisch legen wollte. Solche User sind wahrscheinlich auch der Grund warum viele einfach keine Lust mehr haben über ihre Hirngespinste und Idee zu berichten weil sie einfach keine Lust diese Kommentare haben.

Deshalb an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an alle die wirklich versucht haben mich mit Infos zu füttern. Wer noch immer der Meinung ist es wäre eine Märchenstunde, ich mach das nächste Mal ein Foto der Linse :)

Ich bin auch noch für jeden weiteren Input dankbar :)

LG, & CS,
Michi
 
Hallo Michi,

Ich muss gestehen ich hab hier nicht die ganze Geschichte erzählt. An dem Projekt bastelt ein Kollege von mir schon seit mittlerweile 3 Jahren und hat die Zeit damit verbracht Probleme zu lösen. Die erste 16" Linse ist eigentlich schon fertig.

na Klasse, du wolltest uns also nur zum Narren halten.
Damit steht ja eh schon alles fest.

CS, Karsten
 
Hallo Michi,

Zitat von MichiP:
Die erste 16" Linse ist eigentlich schon fertig.
Ist damit nicht eigentlich die zweite Linse auch schon festgelegt? Die beiden Gläser müssen doch zusammenpassen, damit der Farbfehler möglichst klein bleibt, und wenn die erste Linse ohnehin schon fertig ist, bleiben eh nur mehr geschätzt 3-4 Optionen, wovon wahrscheinlich nur 1-2 praktikabel (Preis, Qualität, Bearbeitungsmöglichkeit, ...) sind.

Ich will euch nicht "niedermachen", aber es hat schon seinen Grund, warum 16"-Refraktoren für Otto-Normalastronomen quasi unbezahlbar sind. Die Linsen benötigen eine exakte Fassung, einen massiven Tubus, eine entsprechende Großobservatoriumsmontierung und schließlich ist man in einem Preissegment angelangt, wo man sich einen doppelt oder dreimal so großen Newton zulegen hätte können, der dann auch noch um Welten mehr zeigt (denn ihr müsstet schon einen ausgewiesenen Optikexperten im Team haben, der so eine große Linse nicht nur irgendwie in Form bringt, sondern exakt genug arbeitet).

cs,
Martin
 
Hallo Michi,
etwas mysteriös ist die Sache schon. Ein farbkorrigiertes System geht nur mit mindestens zwei Linsen. Die Abbildungsgüte des Objektivs ist abhängig von den Verhältnissen der Linsenradien, der Abstände und den Eigenschaften der Gläser. Wenn da schon eine Linse fertig ist, und Ihr noch nicht mal wisst, was Ihr für Glassorten braucht, ist das schon eigenartig. Oder habt Ihr eine Einzellinse mit unbekannten Eigenschaften irgendwoher bekommen? Da wird es sicher nicht möglich sein, eine zweite Linse so ohne weitere dazu zu rechnen. Das wird Euch aber Euer Optikfachmann sicher erklären.
Wie ich schon geschrieben habe, sehe ich Probleme, die Linsen zu fassen. Ich würde vielleicht versuchen, das Objektiv mit relativ großem Abstand zwischen den Einzellinsen zu entwerfen. Dann könnte man die Einzellinsen einzeln fassen, die beiden Einzelfassungen kann man dann gegeneinander justierbar befestigen. So eine Konstruktion dürfte einfacher zu realisieren sein, als eine Fassung, in der beide Linsen mit geringem Luftabstand ausreichend steif und temperaturstabil gehalten werden.

CS. Frank
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
hallo Michi,

wie nun? Die "Linse" ist fertig und du fragst nach der Glassorte? Hä??? Aus was ist denn deine "Linse"?

Warum setz ich das in "-" - weil es ja mindestens zwei sein müssen, wenn es zumindest ein Achromat werden soll. Oder drei. Und die Glassorten müssen aufeinader abgestimmt sein um die Farben zu korrigieren.

Wenn das ein Profi und Spezialist ist, dann hat er diese Frage eh schon längst für sich entschieden mit einem Glaskatalog in der Hand. Das gehört genauso dazu wie Krümmungsradien der Linsen zu berechnen. Es ist Teil dieser Berechnungen wegen dem Brechungsindex.

Deine Eingangsfrage ist einfach so hanebüchen, verstehst du? So wie: Ich bau mir jetzt ein Auto, es soll mindestens 300km/h fahren mit 3 Liter/100km, welches Metall soll ich denn nehmen?

Da klappt einem einfach die Lade runter. Deshalb die Reaktionen.

lg Tommy
 
Hallo,

@Sven: nein das war das letzte das ich wollte und feststehen tut leider noch nichts. Schön wärs. Was ich wollte habe ich ja oben genau erklärt.

@Martin: Nein, die erste Linse ist eine reine Testlinse um raus zu finden ob es überhaupt möglich ist so zu schleifen wie es mein Kollege sich vorgestellt hat. Das waren drei Jahre tüfteln und Probleme lösen und immer wieder von vorne anfangen. Ursprünglich wollte er einen Spiegel schleifen ist aber dann irgendwie auf die Linse gekommen.

Im Prinzip ist er jetzt an dem Punkt an dem er es sich zutraut an die finalen Linsen zu gehen. Deshalb bezahlt er auch einen Optik Experten der ihm ein Linsensystem rechnet, weil er hier an seine Grenzen stößt. Es hat erst ein Treffen mit ihm gegeben und wie oben erwähnt wollte ich bewusst von Amateuren hören welche Problematiken ihr hier seht. Experten in allen Ehren, aber Theorie und Praxis sind nun mal zwei Welten und wenn ich von Anfang an gesagt hätte, ich hab einen Optik Experten an der Hand, dann wären die Antworten wohl kaum so ausgefallen wie sie es eben sind.

Jetzt bleibt halt zu hoffen dass das vorgeschlagene Linsensystem sich auch so schleifen lässt das mein Kollege nicht wieder drei oder mehr Jahre ins Probleme lösen investieren muss.


Kurz noch mal zur Thematik der Linsenfassung. Ich tu mir hier etwas schwer die Problematik nachzuvollziehen. Man weiß doch von jeder Glassorte die exakten Ausdehnungskoeffizienten, warum ist das heute noch so schwierig hier eine Fassung zu bauen die Materialien verwendet die genau so Arbeiten das es hier zu keinen Probleme kommt?


Grüße,
Michi
 
Hallo Michi,
die Einzellinsen müssen mit ziemlich engen Toleranzen gegeneinander gehalten werden. Die genauen Toleranzen sind vom Design des Objektivs abhängig. Euer Optikfachmann wird sicher eine Toleranzrechnung machen (zu einem ordentlichen Optikdesign gehört nicht nur die Optimierung, es müssen auch technologische Anforderungen - wie z.B. Fassungstoleranzen, Ferigungstoleranzen der Linsen, mögliche Durchbiegung der Linsen in verschiedenen Lagen, Korrekturen für die Brechkräfte der benutzten Schmelze [falls die genaue Brechkraft der Glasschmelze nicht bekannt ist] usw. - betrachtet werden) und Euch da näheres sagen können. Ihr müsst Euch dann überlegen, ob Ihr so eine Fassung bauen könnt. Linsen mit einem Durchmesser von 16" sind sehr schwer, die mechanischen Anforderungen sind da sicher nicht einfach zu realisieren.
Auch muß die unterschiedliche Wärmeausdehnung der beteiligten Materialien betrachtet werden. Schon verschiedene optische Gläser haben verschiedene Wärmeausdehnungskoeffizienten. Auch das Material der Fassung muß angepasst sein - Alu wird nicht gehen, es wird sicher eine Fassung aus Stahl mit entsprechendem Ausdehnungskoeffizienten erforderlich sein. Die genauen Anforderungen kann Euch Euer Optikfachmann sagen, wenn er mit dem Design fertig ist.

CS. Frank
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Michi,

wenn ich von Anfang an gesagt hätte, ich hab einen Optik Experten an der Hand, dann wären die Antworten wohl kaum so ausgefallen wie sie es eben sind.

dieses Projekt erscheint nach wie vor seltsam.
Bevor Dein Kollege da Geld für das Design investiert sollte Er zwingend mal eine Konstenanfrage für die nötigen Gläser machen.
Ich fürchte dann kommt das Projekt ganz schnell zu den Akten.

Wenn es was mit Linsen bzw. Linse werden soll dann gibt es neben dem Refraktor auch andere schöne Projekte.
Ein Medial zb.

http://www.astrotreff.de/topic.asp?ARCHIVE=true&TOPIC_ID=24610

Da kann Dein Kollege seine Linschenschleifkunst unter Beweis stellen und kommt mit preiswerten Gläsern aus.
Oder wie wäre es ,mit einem SCT?
Schmidtplatten wurden schon erfolgreich von Amateure geschliffen.

Grüße Gerd

 
Michi,
Schick mir mal die Daten von der Linse die schon fast fertig ist. Ich brauche: Radien (mit Messtoleranz), Mittendicke, Matieral mit den Schmelzdaten für mindestens drei Wellenlängen weit aus einander (umd die 480nm, 550 nm und 650 nm, je mehr je besser), nicht die Katalogdaten. Mal sehen welche Linse dazu past.

Gruß, Harrie
 
Hallo,

@Frank:
Auch muß die unterschiedliche Wärmeausdehnung der beteiligten Materialien betrachtet werden. Schon verschiedene optische Gläser haben verschiedene Wärmeausdehnungskoeffizienten. Auch das Material der Fassung muß angepasst sein

D.h. man die Fassung müsste sich bei jeder Linse anders ausdehnen um alle Linsen immer perfekt zentriert zueinander zu halten? Werden solche Fassungen aus einem Material, z.B. Stahl, gebaut oder baut man hier eine Fassung die quasi aus drei unterschiedlichen Materialien besteht die die jeweilige Einzellinse umfassen. Ein Astro Kollege von mir beendet gerade sein Studium der Materialwissenschaften, vielleicht hat er eine Idee wie man so was noch sehr gut kompensieren kann bzw. welche Materialien hier je nach Glassorte passen würden.


@Gerd:
dieses Projekt erscheint nach wie vor seltsam.
Bevor Dein Kollege da Geld für das Design investiert sollte Er zwingend mal eine Konstenanfrage für die nötigen Gläser machen.
Ich fürchte dann kommt das Projekt ganz schnell zu den Akten.

In wie fern seltsam? Die Überlegung war die. Zuerst hätte es ein Spiegel werden solle, daraus ist dann Idee entstanden doch was anderes zu machen und es mit einer Lise zu probieren. Bevor hier gröbere Kosten angefallen sind, hat mein Kollege versucht einfach mal zu schauen ob er überhaupt in der Lage ist sich eine Lise zu Schleifen. Jetzt ist er an dem Punkt angelangt an der er der Meinung ist alle Probleme bezüglich des Schleifens beseitigt zu haben und will jetzt an die finale Linse gehen wodurch sich die nächsten Schritte ergeben. Design berechnen und Glassorten Wahl. Step by step. Er hatte bis jetzt nur Kontakt mit der Fa. Schott die ihn auch mit den Rohlingen versorgt hat. Klar wäre es jetzt wirklich blöd wenn der Optik Experte im sagt welche Gläser er verwenden muss und die dann teuer sind das es nicht mehr finanzierbar ist. Ich finde es Wahnsinn das er es überhaupt geschafft hat eine 16" Linse schon zu schleifen und es täte mir für ihn Leid wenn er es nicht finalisieren kann. Aber todgesagte leben bekanntlich länger ;)

Das Medial sieht aus wie ein Schiefspiegler :) Sollte es wirklich aus finanziellen Gründen scheitern werde ich ihm auf jeden Fall die von euch genannten Alternative vorschlagen. Sind einige echt schöne Teleskope dabei.

@Harrie
Schick mir mal die Daten von der Linse die schon fast fertig ist. Ich brauche: Radien (mit Messtoleranz), Mittendicke, Matieral mit den Schmelzdaten für mindestens drei Wellenlängen weit aus einander (umd die 480nm, 550 nm und 650 nm, je mehr je besser), nicht die Katalogdaten. Mal sehen welche Linse dazu past.

Ich treffe mich wahrscheinlich morgen mit ihm. Er hat von Schott ein mehrseitiges Protokoll zum Glas erhalten in dem ich einige der Werte gesehen habe die du wissen möchtest. Ich kann es dir gerne einscannen und schicken. Welche Radien brauchst du genau? Linsendurchmesser, Glasdicke?

Viele Grüße,
Michi


 
Hallo Leute,

nachdem sich Michi mit dem Linsen-Projekt seiner Kollegen häppchenweise an die Öffentlichkeit wagt, möchte ich meine "Linse" auch einmal zeigen.
Leider fristet sie ein Dasein im Dunklen. Die Gründe sind vielfältig und nicht immer rational zu erklären. :totlach:

Früher dachte ich, nur Refraktoren haben den sprichwörtlichen Kontrast. Und es stimmt ja auch! Mein kleiner Zeiss Refraktor 50/540 im Papptubus hat mich nie im Stich gelassen. :super:

Also musste eine größere Linse her!
Der Anblick, oder besser Durchblick, durch eine Linse ist allein schon Grund genug so etwas zu besitzen.
So sieht ein richtiges Fernrohr aus!

Gesagt, getan!

Das neue Fernrohr sollte zehnmal größer werden wie der kleine Zeiss. Das Öffnungsverhältnis von circa f/11 hatte sich über die Jahre bewährt, und daran wollte ich in jedem Fall festhalten.

Vorsichtshalber wählte ich einen Durchmesser von 53cm um etwas Reserven für die Fassung zu haben - oder um auf 50cm Abblenden zu können, wenn sich, entgegen allen Vermutungen, ein Farbfehler einstellen sollte. :schwitz:

Anbei die Bilder vom Firstlight.
Es war ein denkwürdiger Abend!
Ich stellte die Linse in einer provisorischen Halterung vor das offene Fenster und visierte den Schornstein eines Hauses in 300-400m Entfernung an.
Was soll ich sagen, so schöne Farben habe ich noch nie gesehen.
Von wegen Blausaum!
Nein, die Farben waren über das ganze Bild verteilt. Ein fast surrealer Anblick. :augenrubbel:

Ein enger Baader OIII Filter brauchte dann deutliche Besserung.
Mond und vorallem Sonne müsstem gehen.
Und in jedem Fall der Cirrus und ein paar PN's. WOW!:biggrin:

Seitdem grübele ich über eine paassende Montierung nach. Ein Fotostativ erscheint mir etwas zu wackelig, obwohl es visuell vielleicht gehen sollte. Und Goto hätte ich schon gern gehabt! Vielleicht eine EQ6? Was meint ihr?

cs Kai
 

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Hallo Kai,

das sind Farben :super:

Aber bei einer monochromatischen Anwendung mit O-III wird es gehen.
Ich denke genau das hatest du auch im Auge, oder?!
Hast du deine Linse asphärisch geschliffen?

Hast du über eine ähnliche Lösung nachgedacht wie TAL beim Apolar?
Dort wird eine Einzellinse verwendet die mittel 5 weiterer Linsen
in 2 Gruppen auskorrigiert wird. Allerdings weist das Teil eine große CVD auf.

Viele Grüße, Karsten
 
Hallo Michi,
ich habe leider keine Erfahrung mit der Konstruktion von Fassungen für so große Linsen. Das ist eine Sache für Spezialisten.
Ich habe aber etwas Erfahrung mit kleineren Objektiven. Aufgrund dieser Erfahrungen habe ich das Thema angeschnitten. Selbst kleinere Objektive sind nicht so einfach zu fassen. Bei Objektiven mit Abstandsplättchen zeigen sich am Kollimator deutliche Veränderungen im Sterntest, wenn man nur etwas Druck auf die Linsen ausübt (die Abstandsplättchen sind aus Zinn, durch leichtes Drücken – natürlich nicht mit schweißnassen Fingern :neinnein: – kann man die Linsenkippung korrigieren und damit die Abbildungsgüte verbessern). Besonders kritisch sind nach meiner Erfahrung dabei Objektive aus Sondergläsern. Diese haben sehr angespannte Radien, deshalb sind diese sehr empfindlich gegen Verkippungen (zumindest war das früher so, ich weiß nicht, ob es heute Glassorten gibt, mit denen sich Objektive mit flacheren Radien realisieren lassen, ich habe zwar mal Optiken gerechnet, das ist aber jetzt über ein viertel Jahrhundert her, deshalb sind meine Kenntnisse etwas veraltet).
Welche Toleranzen erforderlich sind, wird Euch Euer Optikdesigner sagen. Ihr müsst aber bei der Verkippung mit Toleranzen im Bereich von hundertstel Millimetern rechnen, bei der Zentrierung mindestens im Zehntelmillimeterbereich.
Das Problem Wärmeausdehnung kannst Du selbst abschätzen. Die Ausdehnungskoeffizienten von optischem Glas stehen in jedem Glaskatalog. Die Ausdehnungskoeffizienten für verschieden Stahlsorten sollten sich auch finden lassen (wenn Dein Astrokollege Materialwissenschaften studiert hat, hast Du da eine ausgezeichnete Quelle).
Deshalb mein Vorschlag, die Linsen mit größerem Abstand zu rechnen, und dann einzeln zu fassen, wobei die einzelnen Fassungen gegeneinander justierbar zu befestigen sind. Ich baue gerade so eine Fassung für ein altes Jaegers Objektiv 4“f15. Natürlich ist ein 4“ Objektiv nicht mit einem 16“ Objektiv zu vergleichen. Bei so einem großen Objektiv sollte man sich schon Gedanken über die erforderliche Steifigkeit der Konstruktion machen. Ich würde Dir Vorschlagen, dass Du das mal mit Deinem Kollegen Materialwissenschaftler besprichst. Der kann Dir sicher einige Tipps geben. Ich würde jedenfalls die Fassung bezüglich ihrer Steifigkeit mal durchrechnen lassen.
Ich denka mal, dass Ihr mit den Kosten für das Projekt in der Größenordnung der Kosten eines Einfamilienhauses landen werdet (Ihr braucht ja nicht nur das Objektiv, Harrie hat ja schon darauf hingewiesen, dass Ihr noch ne Monti braucht, auch wird das Ding nicht "schleppbar sein - also braucht Ihr idealerweise noch ne Hütte). Das sollte schon gut durchdacht werden, es wäre schade, wenn das Projekt schief geht, wenn schon viel Geld investiert wurde.
Ich hatte schon den Link zu dem Medial in Rathenow gepostet ( http://de.wikipedia.org/wiki/Rathenower_Refraktor ). Vielleicht solltet Ihr da mal hinfahren, und das Ding mal besichtigen. Da habt Ihr dann einen guten Eindruck, in welcher Größenordnung Ihr Euch letztendlich bewegt.

CS. Frank
 
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