Goodbye Mars (Sammelthread) | Seite 6 | Astronomie.de - Der Treffpunkt für Astronomie

Goodbye Mars (Sammelthread)

backyardastro

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4,97" ist schon arg klein; hier das Ergebnis ungedrizzled, gedrizzled hat mir das Ergebnis nicht zugesagt. Neben firecapture auch sharpcap verwendet; interessanterweise ist hier bei gleichen Einstellungen die fps um 30% geringer. 125 vs. 85 fps. Die Endergebnisse sind aber vergleichbar. Lange Brennweite bei etwa 9400mm. Sehr wechselnde Seeing-Bedingungen bei klarer Durchsicht
A-P Barlow (komplett) Verlängerungshülse, ADC und 11/4 Clicklock. Vielleicht noch eine Nacht Ende April, bevor Mars aus meinem Sichtfeld verschwindet.
 

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Cpt.Boiler

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Da ist dir ja noch ein schöner Fisch ins Netz gegangen in deinem Angler-Observatorium :) . Aufällig auch, wie schnell jetzt der Anblick sich verändert hat in den letzten Wochen, man sieht immer mehr von der Nordhalbkugel. Am 15. habe ich auch nochmal aufgenommen (am 14. wäre es wohl auch gegangen, da hatte ich es zeitlich ld. verpeilt.) Visuell ist mittlw. nur noch schwer was zu erkennen, liegt natürlich auch an der aktuell sichtbaren strukturarmen Mars-Seite. Die NPC blitzt in ruhigen Momenten mal auf, obwohl man da nicht so ganz sicher sein kann, ob man sie wirklich sieht oder eben sehen will.
In den Aufnahmen ist sie aber noch sicher auszumachen. Am 13. kam Mars mir auffällig blass vor, am 15 nicht mehr so sehr. Trotzdem scheint es auf der P-Seite zum Rand hin Dunst/Wolken zu geben, könnte auch passen, das müsste der Bereich über den Tharsis Vulkanen sein. Auch ganz im Süden in Terminatornähe ist eine schwachen Aufhellung im B-Kanal. Mit etwas gutem Willen kann man zudem noch den dunklen Bogen des Mare Sirenums erahnen.
mars_2021-04-15_enh.jpg

-cb
 

Canonist

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Sieht doch bei Euich beiden immer noch sehr gut aus. An sich schon unfassbar, was uns die Cam-Technik heute mit vergleichsweise kleinen Geräten möglich macht. Ich erinnere mich noch gut an die Zeiten, wo die Monatsvorschauen den Mars schon bei unter 8 Bogensekunden als "für kleinere Instrumente nicht mehr beobachtenswert" hinstellten. Nun sind wir bald bei der Hälfte und erfassen immer noch Vieles...

Kleiner Schritt zurück zum 13., den ich ja versprochen hatte, noch nachzutragen.
Da war das Seeing brauchbar, aber streckenweise unglaublich lausig. Bis zum Vierfachen des Durchmessers verschwimmende Marsscheibchen wechselten mit scharfen Momenten. Eine ganz besondere Form des Seeings, die ich vor allem aus dem Frühjahr kenne. Vermute mal, dass sowas wie "Wärmeblasen" vom Tage aufsteigen und für diese Momente völlig irren Seeings sorgen.
Immerhin ist eine RGB-Serie gelungen, wobei ich seit Langem mal wieder auf das IR als Rotanteil zurückgegriffen habe, weil das R-Bild bei rasant einbrechendem Seeing schlicht unbrauchbar war.
Die NPC ist da, aber nur schmal. Wolken ließen sich ansonsten bei unterdurchschnittlich schlechtem G und nah am Unbrauchbarem liegenden B keine ausmachen.
Nun warte ich darauf, dass es die nächten Tage mal wieder eine Wolkenlücke gibt.
CS
Rudolf
 

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    marstab_13042021.jpg
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Cpt.Boiler

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Ja, mit den elektronischen Gadgets macht es schon Spass. Das ist auch ein echter 'Quantensprung' , wenn mans mal mit den alten Rollfilm-Zeiten verlgeicht, damit war ja noch nichtmal annhähernd das abzubilden, was man visuell sah. Und jetzt ists umgekehrt..
Übrigens, am 13., mag es zwar keine dichten Wolken gegeben haben, aber irgendwas war schon in der Atmosphäre. Auf deinem Bild fällt ebenfalls die blassere Mitte des Scheibchens auf, während der P-Rand ausnahmsweise mal nicht heller, sonder mehr gesättigt und mehr im typischen Mars-Orange erscheint.
-cb
 

Cpt.Boiler

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Es geht immer noch weiter, dank der hohen Deklination bleibt Mars von meinem Platz aus länger beobachtbar als gedacht. Leider ist durch lokale Effekte (auskühlende Gebäude) das Seeing aber schon beeinträchtigt. Trotzdem lässt sich was mit den Daten anfangen, Mars scheint einiges an Wolken und Dunst zu zeigen ((z.B: über Tharsis und östl. davon), dann tief im Süden und -schwach- am Morgenterminator. Die NPC ist auf dieser Seite deutlicher zu sehen als vor einigen Tagen.
mars_2021-04-20_enh.jpg

-cb
 

Canonist

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Moin Carsten.
Schön, dass auch Du weiter am Ball bist. War gestern auch draußen, aber deutlich früher als Du. Ich habe schon gegen 16 Uhr UT angefangen, da war noch Solis zentral zu sehen. NPC war deutlich, ansonsten ein Wolkenbereich im Süden über Solis. Bilder sind noch nicht zusammengerechnet, weil ich nach Mars noch Mond gemacht habe, da war's dann irgendwann zu spät. Folgt vllt. heute Abend.
 

Canonist

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So, nun kommt auch das Bild.
Wie schon gesagt, deutlich vor Dir aufgenommen, daher auch etwas anderer Anblick. Zu sehen ist unten die NPC. Links unten der verschwindende Niliacus Lacus samt Nilokeras als Anhang. Darüber der Aurorae Sinus, der sich nach rechts bis zum Tithonius Lacus auffächert. Der helle Fleck darin ist Ophir. Darüber zur Bidmitte der Solis Lacus, der von Westen her von einem Wolkenband teilweise überlagert wird. Auch Phoenicis Lacus ist als Punkt noch auszumachen. Ich meine sogar rechts unten am Rand den Olympus Mons noch als dunklen Punkt erkennen zu können, der gerade um die Ecke kommt.
Das Seeing war für einige Zeit recht gut, nachdem es anfangs noch am Taghimmel teils so lausig war, dass kaum ein Fokussieren möglich war. Aber dann gab zu Sonnenuntergang die so oft erlebte Beruhigung. Für mich definitiv mein bislang bestes Bild von Mars bei nur 4,8".
Und es geht ja noch ein bisschen weiter...
CS
Rudolf
 

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  • marstab_20042021.jpg
    marstab_20042021.jpg
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backyardastro

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Die Lücke im Westen zwischen 2 Bäumen, die mir im Sommer auch abends Venus beschert, ist auch für Mars eine Stunde offen. Aber lausige Luft über den Nachbardächern ; nicht so detaillreich wie es bei Dir zu sehen ist, aber die groben Strukturen und NPC sind doch erkennbar. 22.04.
Mewlon bei 9300mm, QHY224C.
 

Canonist

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Hallo,
wird Zeit für ein Update. Drei Tage nach meiner letzten Beobachtung am 20.4. konnte ich bei hervorragenden Seeingbedingungen (mindestens binnen einer Stunde, danach war's wieder nix) die Latte nochmals höher legen: Nie zuvor habe ich einen so kleinen Mars so aufgelöst, wie den vom 23.4.
Das Livebild bereits zeigte die meisten Details so, dass ich sie dort schon identifizieren konnte. Im Ergebnis war alles natürlich noch feiner und schärfer, denn auch wenn das Seeing bei 8-9/10 lag, so gab es dennoch immer noch welches. Und zudem sind die Livebilder ja als Millisekundenschnappschüsse bedeutend rauschiger als das Endergebnis. Trotzdem konnte ich schon erahnen, was dabei herauskommen würde.
Im Bild zu sehen ist die Marsseite gleich nach dem Sinus meridianii, dessen "Kopf" man links mittig noch gerade um die Ecke verschwinden sehen kann. Beginnen wir unten: Die NPC (ich bin jetzt fest der Überzeugung, dass wir das Eisschild sehen, und keine Dunsthaube mehr) liegt unterhalb der dunklen Kante des Mare Acidaliums. In manchen Karten wird die Gegend mit Baltia bezeichnet, in anderen als Boreum Mare. Das Mare Acidalium hat den typischen Einschnitt von Westen her in den Achilles Pons. Der südliche Teil, der Niliacus Lacus grenzt links ungetrennt an den Oxia Palus, der den Übergang zum Mare Erythraeum darstellt. Xanthe als Anhang des Niliacus Lacus nach Osten ist ebenfalls gut zu sehen. Darüber der Ganges und der Tithonius Lacus, den man ob der inzwischen gegenüber der völlig veränderten Achslage leicht mit Solis Lacus verwechseln könnte. Der aber liegt jetzt oben rechts schon sehr weit südlich. Links von Solis Lacus ist in der Gegend von Argyre I deutlich ein Wolkengebiet auszumachen. Morgendunst liegt zudem offenbar über der Tharsis-Ebene.
Schon die Länge der Beschreibung zeigt, wie ungewöhnlich viel bei dem geringen Mars-Scheibchendurchmesser von unter 4,8" noch zu sehen sein kann - wenn das Seeing stimmt.
Auch am 24. hatte ich gestern Abend wieder gutes Seeing. Dazu später.
CS
Rudolf
 

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  • Mars_194016_194506_230421_R-RGB.jpg
    Mars_194016_194506_230421_R-RGB.jpg
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Eike

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Hallo Zusammen,

die letzten Tage habe ich einige Instrumente ausprobiert an Mars. Mit 7" wird es inzwischen schon schwierig Details zu erfassen.

Hier eine Auswahl der letzten Tage

20.04.2021 21:52 CEST (MN78, f/24, Astronomik L-1, Zwo Asi MC 224, Resize 170%)
Mars200421_2152 (15Prz).jpg


23.04.2021 21:25 CEST (MK91, F/27, Astronomik L-1, Zwo Asi MC224, Resize 170%)
Mars230421_2125 (15Prz).jpg


24.04.2021 21:14 CEST (Mewlon 250 F/24, Astronomik L-1, Zwo Asi MC224, Resize 170%)
Mars240421_2114 (15Prz).jpg


24.04.2021 21:20 CEST (Mewlon 250 F/36, Astronomik L-1, Zwo Asi MC224, Resize 170%)
Mars240421_2120 (15Prz).jpg


CS
Eike
 

Canonist

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Hallo Eike.
Schöner Vergleich. Eine Frage oder Bitte: Es scheint mir so, als variiere die Ausrichtung. Das erschwert natürlich die Vergleichbarkeit, wenn ich erst umdenken oder den Kopf quer legen müsste. Gleiche Ausrichtung aller Bilder ist daher zu empfehlen, am günstigsten mit senkrechter Nord-Süd-Achse.
78 und 91 haben es natürlich schon ziemlich schwer. Das Mewlon 250 hingegen kann noch ganz gut mithalten und liefert klar die besten Ergebnisse. Ob f:24 oder f:36 besser sind, ist vermutlich stark seeingabhängig. Beides geht, mit Nachteilen auf beiden Seiten. Bei f:36 rauscht es mehr, bei f:24 ist selbst bei 170 Prozent das Bild immer noch recht klein. Ginge instrumentell die Mitte?
CS
Rudolf
 

Eike

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Hallo Rudolf,

danke für den Hinweis. Wie orientierts Du Dich bezüglich der Ausrichtung Norden - Süden?

Ich arbeite jeweils mit einer Televue 2x bzw 3x Barlow (hätte auch noch eine 5x Powermate :cool: ), das ergibt dann beim Mewlon f/24 bzw. f/36. Ich denke von der Pixelgröße des Sensors der MC224 waren ja f/20 - f/24 das optimale Verhältnis. Ich bin noch ein wenig am Experimentieren, könnte heute abend nochmal den Intes MK91 bei f/40,5 testen. Nutzt Du in Firecapture das Binning? Ich nehme beim immer ohne Binning und im kleinen ROI (256x200) auf. (Mewlon F/24, Gain 400, Belichtungszeit 2000ms). Aufällig ist, daß die besten Aufnahmen kurz nach Dämmerung entstehen, hier erscheint mit aktuell das Bild am ruhigsten.

Generell nehme ich ca. in 60s 10- 20000 Frames auf, von denen ich 10 - 15% verwende. Welche Funktionen in AS3 nutzt Ihr? Nimmt man eher größere oder kleinere Aligment Areale, verwendet Ihr die Normalisierungsfunktion? Außer RGB Alignment, nehme ich eigentlich die Standardeinstellungen. Ich würde halt gerne die Polkappe noch mehr rausarbeiten, aber das ist farblich ein Problem, die ist immer leicht rötlich.

CS
Eike
 

Canonist

Mitglied
Ich setze immer einen Pol nach oben, bei mir gewohnheitsgemäß (alte Schule) Süden oben. Das stammt noch aus der Zeit, als man die Abbildungen nach der kopfstehenden Fernrohabbildung orientierte. So kenn ich auch die Marskarte. Norden oben sieht für mich immer irgendwie "falsch" aus. Ist aber eben Ansichtssache, heute wird vermehrt Norden oben gehalten. Wenn die Achse senkrecht im Bild steht, ist das gut bei mehreren Aufnahmen. Dann rotiert das Bild leichter für das Auge, als wenn die Achse schräg liegt (was sie zur Ekliptik ja tut und manche ihre Bilder auch danach ausrichten...) .
Zur Zeit nutze ich ca. f:42. Da komm ich per Barlow nicht hin, also Okularprojektion mit einem Schiebedapter, da bin ich noch flexibler.
Oversampling ist eher besser, als sich genau nach theoretischen Limits zu richten. Die Ergebnisse sind Beweis dafür.
Aufnahme grundsätzlich ohne Binning - ich will ja schließlich die volle Auflösung behalten. Mein ROI-Kasten ist so um die 350 bis 400 Pixel groß, der Planet selbst etwas über 100 Pixel. Aufnahmelängen in der Regel pro Farbe zwei Minuten, bei Rot manchmal auch länger, denn da steckt das Detail drin. Verwendung nach Seeing. Bei gutem Seeing eher mehr (um die 30 Prozent, Blau auch mal 50 Prozent), dann rauscht es weniger. Bei mäßigem Seeing bei 10 bis 20 Prozent. Drunter bringt nichts, dann kannst Du kaum noch schärfen.
In AS3 normales Planetenstacking ohne Normalisierung (verwende ich nur sehr selten). Nur ein AP handgezogen um den ganzen Planeten. MAP bringt meistens nichts Vernünftiges zustande bei so kleinen Bildchen.
Die Polkappe ist eher ein Problem Deiner Kamera. Ich habe auch die ASI 224MC. Die bildet leider die Blauanteile schlechter ab, als ich das mit RGB hinbekomme. Ansonsten lässt sich sicherlich in der Nachbearbeitung die Farbe noch optimieren.
LG
Rudolf
 

Cpt.Boiler

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hi,
für das Ausrichten nehme ich immer WinJupos. Seid die Südpolkappe weg ist (bz.w nicht mehr zu sehen), ist es nicht mehr so leicht, den vom Programm vorgegbenen Rahmen dem Mars-Bild anzupassen, aber mit etwas Hin u. Her geht es. Hilfreich ist ist dabei auch die Options 'Show add. graphics', mit der die groben Features als Linien drübergelegt werden können. Ausserdme ist es gut , wenn man ein paar zeitversetzte Aufnahmen hat, wenn damm beim Wechsel der Bilder Rahmen und Bild-Features einigermassen zueinander passend mitdrehen, dann stimmt die Ausrichtung. Zumindest einigermassen..
-cb

PS: war ein paar Tagen anderweitig abgelenkt. Aber seid gestern abend gehts auch hier weiter, bin gerade am Auswerten. Heute könnte es v.d. Bedingungen u.U. besser werden.Schaun' wir mal..
 

Cpt.Boiler

Mitglied
So, bevor -evtl. - neue Aufnahmen heute 'reinkommen, haue ich die von gestern noch schnell raus. Das (lokal bedingt) schlechte Seeing forderte seinen Tribut, aber trotzdem ist 'was zu erkennen. Solis Lacus kommt links unten sogar ganz gut 'raus, und auch die Wolken über Tharsis in der Nähe d. Morgenterminators zeichnen sich etwas ab. Die NPC ist allerdings nur grad noch so zu erkennen, wenn man obiges "C14-Referenzbild" heranzieht, ist sie in den Längengraden wohl auch sehr schmal , den Rest machen dann geringe Auflösung und Seeing. Visuell war sie "nicht wirklich" zu sehen.
Auffällig ist noch, dass Mare Acidalium recht hell erscheint, v.a. im Grün-Kanal, und etwas auch in R.
mars_2021-04-24_enh.jpg

-cb
 

backyardastro

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f 45 ( Berechnung grob laut firecapture) scheint mein Maximum zu sein, doppelt so viel wie zu Oppositionszeiten; alle wesentlichen Strukturen vom Süden über Acidalia Planitia bis zur schwach erkennbaren NPC sind deutlicher dargestellt, als das Seeing es erwarten ließ.
4,73" , 4,5msec, 1oo fps bei ROI 250x250, Gain bei 38 (52%). AS3 1,5 Drizzle, QHY224C, Mewlon 210
Ich hätte das Bild gern "klarer", aber mit Registax und fitswork bekomme ich es nicht anders hin. 3% von 30000 frames
Auf ein Neues heute ab 22 Uhr
V.G. Holger
 

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  • 2021-25-04.jpg
    2021-25-04.jpg
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Canonist

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Ist doch ein sehr schönes Bild, Holger.
Wie Du schon schreibt: Alle wesentlichen Strukturen sind da. Die NPC kommt bei Farbkameras leider im schwächer raus als bei RGB. Die Farbkameras sind im Blauen schwächer aufgestellt.
Man muss sich aber immer vor Augen halten, welchen Winzling wir hier ablichten!
CS
Rudolf
 

Eike

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Hallo Zusammen,

gestern hatten wir ja ganz brauchbare Bedingungen, wobei das Resultat dann doch etwas enttäuschend ist. Auf dem Livebild habe ich gut leichte Details erkannt, aber die Summe läßt nun wieder nur gewisse Teilbereiche erahnen. Ich bin mir auch nicht sicher, ob ich eventuell zuviel geschräft habe und die Strukturen nur Artefakte sind.

@Carsten
Bin auf Dein Resultat mit 6" bei den gestrigen Bedingungen gespannt

@holger
Mir ist aufgefallen, daß Du eher länger belichtest und den Gain herunterdrehst. Hast Du damit bessere Erfahrungen gemacht? Ich finde die Aufnahme mit dem Mewlon 210 gut gelungen, vor allem die Farbbalance gefällt mir.

@Rudolf
Ich hoffe ich habe das mit dem Nordpol nun so richtig gemacht.

25.04.2021 19:08 UTC (Mewlon 250, F/24, Zwo MC224, Astronomik L-1, 2500ms, Gain 400, FC, Registax und Winjupos)

2021-04-25-1908_2.jpg


Zum vergleich, eine Aufnahme habe ich mit dem Astronomik BP 742 gemacht.
2021-04-25-1908_2_2021-04-25-1908.5.png


CS
Eike
 

backyardastro

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Eike, je weniger gain ich verwende, umso angenehmer empfinde ich das Livebild.Das ist für mich der Hauptgrund. Die fps ist eh vom Cropping abhängig und verändert sich nicht mit steigendem Gain
 

Eike

Mitglied
Hallo Zusammen,

heute habe ich mal ein wenig experimentiert und die 3x Televue Barlow ausprobiert. Dazu noch den Gain runtergesetellt und länger belichtet. Besser geworden ist es leider nicht. Bin gespannt, wie lange wir noch Details auf dem Mars abgelichtet bekommen. Hab den Mars nun noch so gedreht, daß Süden oben ist.

Kann man aktuell eigentlich noch Deimos oder Phobos visuell sehen? Ich hatte gestern und heute ca. 50-70" von Mars entfernt einen ganz schwachen Lichtpunkt, der zeitweise nur mit indirektem Sehen sichtbar war. Dieser war gestern gegen 21 UTC oberhalb von Mars beim Einblick und heute genau der gleiche Lichtpunkt unterhalb von Mars gegen 20:15 UTC in der gleichen Entfernung.

26.04.2021 19:04 UTC (Mewlon 250 f/36, Zwo MC224, Astronomik L-1, 14ms, Gain 310, FC, Registax und Winjupos)
2021-04-26-1904_7.jpg


CS
Eike
 

Canonist

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Halo Eike.
Du machst doch tolle Fortschritte!
Also: Die Ausrichtung ist gut, so lassen sich Details schneller identifizieren. Süden oben ist mir sehr sympathisch, Norden geht aber genauso. Auf Deinem letzten Bild (wie denen davor) ist deutlich das Mare Acidalium zu erkennen (unten), darunter die NPC. Ganz links der Sinus meridianii als Punkt am, Rand. Über dem Acidalium das Mare Erythraeum und rechts oben kommt gerade Solis Lacus um die Ecke. Schon sehr ordentlich für 10".
Ich persönlich würde die Farbe dämpfen. Das orange ist viel zu satt, das schwächt die Details. Zudem plättet es andere Abstufungen weg, so in der NPC oder den Wolken oben links.

Zu den Monden: Visuell zur Zeit für uns unmöglich. Jenseits der 14 bzw 15mag und in der Regel zu nah am Planeten. Selbst für CCD-Erfassung nix.

Das Astronomik-Filter bringt nichts an Verbesserung. Ich benutze aktuell das IR-Pass 685 auch nur, wenn das Seeimng bei Rot allein nicht genug bringt. Das 685er ist dann meist ein wenig ruhiger und detailreicher. Ansonsten kosten die IR-Filter aber auch Auflösung, was man bei der geringen Größe ganz besonders schnell spürt.

Gain: Ich gehe da wohl andere Wege als Carsten. Eher mehr Gain (wie Chris Go) als zu wenig. Lieber Zeit knapp halten und fps sammeln, als bewusst gain niedrig halten. Zur Zeit bewege ich mich zwischen Anfang 300er (Rot) bis 460 (Blau).
LG
Rudolf
 

Canonist

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Und auf die Schnelle, damit es nicht allzu durcheinander geht, den 24. April nachgetragen.
Nicht viel anders als die Tage zuvor. Seeing war eine ausreichende Zeit gut. Es sind wieder die üblichen Details zu sehen. Stabile NPC.
Sinus merdianii links am Rand (bin gespannt, ob der in ca. einer Woche mittig auf der Scheibe immer noch aufzulösen geht).
Auffällig ist, dass sich im Süden wie oben links bis zur Mitte des öfteren Wolken bilden. Vielleicht geht der Trend jetzt schon wieder umgekehrt und die Südpolkappe bildet sich neu.
Auch der Morgendranddunst rechts ist beständig.
CS
Rudolf
 

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    Mars_193318_193822_240421_R-RGB.jpg
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Cpt.Boiler

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So, wie immer etwas später hier noch meine Aufnahme vom 25. Geht grad zeitlich etw. durcheinander, 24., 25., 26., aber vergleichbar bleibt es trotzdem, da sich grossräumig wohl auch nicht so schnell was ändert. Was alles im einzelnen abgeht, lässt sich ja leider nicht mehr ablichten, trotzdem macht es jetzt erst echt Spass, zu schauen, was man noch erfassen kann. Z.B den Dunst/Wolkenpatch tief im Süden, nahe am P-Rand, der ist auch auf den Bildern aller grad noch aktiven hier schön zu sehen. Auf eine SPH habe ich ja auch gehofft, aber so richtig zirkumpolar scheint es noch nix zu werden. Dafür kommt die NPC diesmal besser raus, und Acidalium erscheint wd. 'normal' dunkel, wenn auch nicht so dunkel wie Erythräeum.
Seeing war zwar nicht wesentlich besser als am 24., aber die Transparenz, was merklich kürzere Bel. Zeiten ermöglichte, und das macht auch 'was aus. Ich brauche mit den Filtern da ja schon recht lange, unter 30 ms (für Rot) geht aktuell kaum mehr was, für G & B brauche ich sogar noch mehr, um 40-50ms, bei Schleierwolken sogar um 60ms. Und das bei Gain zwischen 50-80%. Höhere Gain-Werte als ca 80% versuche ich zu vermeiden. Vor ein paar Tagen hatte ich es mal trotz mieser Transparenz noch versucht, mit über 80% Gain und 80ms od. mehr BZ für Blau, da ist aber nicht viel verwertbares mehr rausgekommen.
mars_2021-04-25_enh.jpg


Heute abend (26.) hatte ich wohl die besten Bedingungen der letzten Tage, ich war etwas früher dran, hatte mit etwas Glück Mars auch in der hellen Dämmerung schon gefunden, und die lokale Effekte (auskühlende Häuser) haben scheints nicht so stark zugeschlagen, zumindest phasenweise. Und so war im Gegensatz zu den letzten Tagen heute die NPC sowie der helle Süden auch visuell zu erkennen, ebenso ein heller P-Rand (mit B-Filter). Und auch im Livestream sah man viel mehr. Bin schon selbst gespannt auf die Auswertung.
-cb

PS: Apropos Winzling: Merkur lässt sich ja demnächst wieder mal blicken, da ist der Mars jetzt ein gutes Training, und Merkur wird einem dann mit seinen 5-7" richtig fett vorkommen :)
 

Eike

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Guten Morgen Zusammen,

ja das macht im Moment wirklich mal wieder Spaß. Und seitdem ich das letzte Mal richtig aktiv war, ist schon fast 20 Jahre her. Schön zu sehen was sich auch technisch in der Zeit getan hat.

@Rudolf
Vielen Dank, es macht auch so viel Spaß zur Zeit wie lange nicht. Ich versuche heute nochmal die Farbtöne besser zu treffen, nimmst Du komplett ohne IR Sperr Filter auf? Ich habe ja eine RGB Kamera, ich vermute bei mir wird ohne Sperrfilter der Rotanteil noch dominanter.

@Carsten
Toll was Du da mit 6“ rausholst, das Auflösungsvermögen sollte irgendwo bei 0,8“ liegen. Und dann Mars nur mit 4,7“ scheinbarem Durchmesser. Respekt!

Heute soll es ja nochmal ein wenig besser werden, bin gespannt was geht :)

CS
Eike
 

Cpt.Boiler

Mitglied
Moin Eike,
die 0.8" gelten (bei 6" Öffnung) für das visuelle trennen von Doppelsternen. Da müssen die beiden Beugungsscheibchen so weit ausseinanderliegen, dass man in der Mitte dann einen kleinen Helligkeitseinbruch sehen kann, mit dem Auge wohlgemerkt. Für Kontraste auf Flächen gelten andere Formeln (MTF oder so, bin da mit der exakten Theorie auch noch nicht so vertraut), zudem können duch die Schärfungs-Algorithmen (Wavelet, Deconvolution) auch noch schwächere Kontraste hervorgeholt werden . In absoluten Zahlen kann ichs nicht ausdrücken, aber man kommt jedenfalls noch deutlich unter das Doppelsternkriterium. Mit der Gefahr allerdings, sich u.U. Artefakte einzuhandeln, bzw. tw. einfach den Noise zu schärfen :) .
Ansonsten macht natürlich die separate R,G,B Aufnahme noch viel aus. Leider auch hinsichltich des damit verbundenen Aufwands :-( Bei Farb-Aufnahmen ist dagegen ja quasi immer ein 2-fach Binning durch die Bayer-Matrix aktiv (müsste das jetzt nicht Söder-Matrix heissen??? ) Aktuell nehme ich pro Kanal u.U. bis zu 5 Min auf, da kommen dann viel mehr Daten zusammen als bei ein paar min. Color Aufnahme alleine.
-cb

PS: IR bringt nur teilweise 'was, weil ja das Auflösungsvermögen linear mit der Wellenlänge sinkt. Spiegel-Optiken haben wenigsten noch den Vorteil, dass Fokus und Strehl-Wert etc. i.d. R. nicht von der Wellenlänge abhängig sind in weitem Bereich. Ausserdem nimmt die Empfindlichkeit von CMOS-Chips auch rapide ab oberhalb 700nm, d.h. es bringt dann gar nicht mehr so viel Beitrag, richtet aber evlt. mehr Schaden an. D.h. wenns nicht wg. lausigem Seeing zu Hilfe genommen wird, um wenigstens etwas zu erreichen, ist es einfach besser, vor allem den langwelligen IR -Anteil über 700 nm zu blocken.
 
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Canonist

Mitglied
Moinsen zusammen.
Jo, der Spaß ist immer noch groß. Trotzdem habe ich gestern den nach hohen Wolken wieder aufklarenden Abend mal durchsausen lassen, sonst nimmts langsam schon wieder überhand. Und ich habe noch einen Korb voller anderer Hobbys (von den Pflichten mal gar nicht zu reden). Vom 25. kommt aber noch ein Bild bzw. kann schon bei "Trio minimale" eingesehen werden.

@ Eike: Farbe hab ich mit der ASI224MC immer mit dem IR-Sperrfilter aufgenommen. Das zieht zwar die fps etwas runter (weil IR-Anteile fehlen, die was zur Gesamthellligkeit beitragen), macht aber die Farbbearbeitung leichter. Ohne IR-Sperr ist die immer etwas verschoben und erfordert mehr differenzierte Nacharbeit, um korrekt zu werden. Vor allem der Blauanteil wird ohne Sperrfilter noch stärker untergebuttert.
Ich denke aber, die kräftigen Farben haben bei Dir eher mit der grundlegenden Bearbeitung zu tun. Die läuft bei mir letztlich in Photoshop, da habe ich die beste Einwirkungsmöglichkeit auf alles. Grundlegend ist es immer besser, nicht zu stark zu sättigen.
Das lässt sich vielleicht am leichtesten an einem Bildvergleich darstellen. Dazu habe ich mir erlaubt, mir Dein letztes Bild vom 24. April vorzunehmen und nach meinem Methoden die Farbe anzupassen.
Herausgekommen ist das:
 

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    Mars240421_2120 (15Prz)_vergleich.jpg
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Eike

Mitglied
@Rudolf

Super, danke für den Tip. Das heißt Du paßt wohl dann im Photoshop einfach nochmal die Kanäle für R, G und B manuell an. Vielen Dank fürs Bearbeiten, sieht so schon deutlich besser aus, vor allem der Pol wird mal weiß :)

Heute Abend will ich den Gain wieder etwas hochdrehen, so daß ich mehr Frames bekomme. Gestern hatte ich einen Gain von 310 bei 14ms Belichtungszeit, will später mal mit 330 - 350 versuchen.
 

Eike

Mitglied
@Carsten
Mit welcher Brennweite nimmst Du auf? Vermutlich benötigst Du bei dem Apo ja schon eine 5x Barlow oder vergleichbares. Ich habe übrigens festgestellt, daß aktuell kurz nach Sonnenuntergang die besten Bedingungen herrschen (um 19 Uhr UTC). Später wird's eher unruhig und Mars senkt sich schon wieder ab.

@All
Nimmt jemand mit ADC auf und bringt es wirklich soviel, wie immer wieder berichtet wird?
 

Canonist

Mitglied
@Eike
Was doch so ein bisschen an den Reglern drehen ausmachen kann, gell ;)
Also, wer wissen will, wie es geht: Demnächst Workshop für 600 Euro, Anmeldungen online ab sofort möglich :ROFLMAO:

Spaß beiseite. Ich gehe in der Regel mit Kanalmixer und selektiver Farbkorrektur dran. Ist ein bisschen Erfahrungssache, irgendwann wird's Workflow.
Zudem habe ich bei Deinem Bild im Speziellen das Blaubild erstmal deutlich heller gemacht (also den Blaukanal einzeln bearbeitet) und mit einem Gaussfilter das harte Rauschen geplättet. Dann die Restfabe wieder justieren. Etwa so führt's zum Ziel. Ach ja, und die drei Farbebenen noch besser zueinander justiert.

Was uns zur Frage ADC führt: Also bei Farbaufnahmen macht er Sinn, aber derzeit erst ab etwa 21 Uhr MESZ, dann sinkt Mars in Tiefen, die eine Korrektur sinnvoll machen. Hoch am Himmel kostet der ADC eher nur Licht. Zudem muss man damit wirklich umgehen können, sonst wird das Ergebnis eher schlechter denn besser.
RGB braucht das noch länger eher nicht, erst ab unter 40 Grad Höhe am Himmel führt es auch bei Filteraufnahmen zu eventuellen Verbesserungen der Schärfe.

Seeing: Seit Januar nutze ich genau dieses Beobachtungsfenster. Beginn möglichst deutlich vor Sonnenuntergang, und dann kannst Du zuschauen, wie das Seeing immer besser wird. Manchmal binnen fünf Minuten. Und hält dann unterschiedlich lang, das Kürzeste war mal nur eine Viertelstunde, das Längste mehr als zwei Stunden. So gut wie täglich beobachtbar, immer um den Sonnenuntergang herum, am besten in der halben Stunde bis zum Sonnenuntergang. Dann scheint so etwas wie ein Gleichgewicht zwischen Energieeintrag und Ausfluss zu entstehen und das Seeing ruht mal kurz. Es sei denn, der Jetstream liegt oben drüber, dann nützt das auch alles nichts.
CS
Rudolf
 
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