Hallo Andreas,
Widerspruch - Refraktoren sind grundsätzlich besser konstruiert, weil das System einfacher ist. Keine 90° Umlenkung des Strahlenbündels, kein Streulicht durch zu kurze Tuben, ...
hier kommt Widerspruch zum Widerspruch. Man kann auch einen Refraktor
ohne Taukappe bauen (analog zum zu kurzen Newton-Tubus),
man kann einen Refraktor ohne Blenden bauen (und ohne Velours-
auskleidung oder ohne schwarzes Schleifpapier einzukleben) was
dann die analogier zum Newton ohne Blenden oder ohne eine Velours-
auskleidung ist. Die 90° Umlenkung hast du am Zenitspiegel (und
davon habe ich schon einige miese und/oder dejustierte Exemplare
gesehen), nur ist die off-axis Aberration eines Refraktors geringer
als die eines Newtons mit gleichen Eckdaten, so daß der User
die durch einen dejustierten Zenitspiegel bedingte Bildverschlechterung
leichter verkraften kann als die durch einen dejustierten Fangspiegel.
Justage:
Die eines Newtons könnten schätzungsweise 90% der Besitzer
schaffen, wenn sie sich die notwendigen Justagehilfen zulegen
würden und eine gute Justageanleitung sowohl lesen, verstehen
als auch anwenden würden.
Einen dejustierten Refraktor gleicher Eckdaten zu justieren
ist meiner Ansicht nach nur von einem kleineren Teil der Leute
zu schaffen. Und bei einem lichtstarken Dreilinser kannst du
es ganz vergessen, ohne ein Interferometer gehen die Chancen
eine sehr gute Justage wiederherzustellen gegen Null.
Der durchschnittliche käuflich zu erwerbende Refraktor ist
aus meiner Sicht nur deshalb das solidere System, weil er:
1) eine kleinere Öffnung besitzt
2) lichtschwächer ausgeführt wird
3) aus überlieferter Konvention Blenden und eine Taukappe hat
Wo ich dir völlig zustimme ist das Dimensionierungsproblem des Fangspiegels:
Man muß dort zwischen 2 sich gegenseitig ausschließenden Möglichkeiten auswählen:
1) volle Ausleuchtung des Bildfeldes
2) geringstmögliche Obstruktion
CS,Karsten