Hallo Chris,
von meiner Seite kommt jede Menge Widespruch zu deinen Aussagen:
wenn Du bei Planeten und Mond bleiben möchtest, ist ein 10" Dobson vielleicht nicht die erste Wahl, erst recht nicht, wenn er ohne EQ-Plattform betrieben würde.
ein 10" Newton ist eine sehr gute Wahl wenn es um Planetenbeobachtung geht.
Auch als Dobson, was aber größere Anforderungen an die Feinmotorik
des Beobachters stellt. An der Stelle wird also Beobachtungsrfahrung
und eine gewisse Disposition des Beobachters gefragt.
Dir geht es ja um hohe Vergrößerungen und Detailerkennung. Öffnung alleine ist hier nicht alles.
Öffnung ist
eine der wichtigen Faktoren. Daneben gibt es
noch eine ganze Latte weiterer Faktoren:
- Justage der Optik
- das Seeing (die Luftruhe)
- der Auskühlzustand des Teleskopes, der wirkt sich aus auf:
-> Tubusseeing
-> Spiegelform und Linsenform, damit also auf die Abbildungsqualität
- Optikqualität
- Okularqualität, und deren Eignung für das Teleskop
Einen höheren Detailerkennungsgewinn bei hohen Vergrößerungen wirst Du eher erzielen, wenn das System automatisch nachgeführt ist und der Planet so im Okulargesichtsfeld still steht.
Das gilt ganz sicher für die große Mehrzahl der Beobachter.
Ich würde eine geschlossene Optik (4" oder 5" Refraktor oder Mak-Newton) und einen Binoansatz empfehlen.
Binoviewer:
Ich kann ihn nicht empfehlen. Allerdings beobachte ich seit Jahrzehnten
ohne und bin deshalb das monokulare Beobachten gewohnt.
Der Binoansatz bringt jede Menge optisch wirksamer Oberflächen
in das System ein. Der Glasweg wirkt sich auf die Farbkorrektur
von Refraktoren aus (Sphärochromasie), bei Spiegelteleskopen
ist der Glasweg ebenfalls ein Problem.
Geschlossene Optiken sind auch nicht so anfällig für Tubus-Seeing - beim Dobson wäre da ausser Lüftern noch eine entsprechende Tubus-Isolierung notwendig.
Geschlossene Optiken sind am Anfang der Beobachtung weniger
vom Tubusseeing betroffen als offene Tuben, bei denen die leichte
Warmluft im Tubus vehement aufsteigt. Aber nach einer Weile
hat die Luft sehr viel Wärme abtrnsportiert und das Tubusseing
wird schwächer. Früher gab es Selbstbauer die Newtons mit dickeren
Tuben bauten als sie heutzutage von der Industrie gebaut werden.
Beispiel: ein 8" Newton kommt mit 230mm Tubusdurchmeser.
Ein Selbstbauer baute früher mit mindestens 250mm Tubus,
viele sogar mit 280mm Tubus.
Da steigt dann die Warmluft am oberen Rand des Tubus entlang
außerhalb des Strahlenganges auf.
DerMak-Newton ist neben dem Mak-Cassegrain ein Beispiel für
besonders ungünstiges Thermisches Verhalten.
Dort sitzt die "Heizplatte" (Hauptspiegel) unten und erwärmt
noch nach langer Zeit die luft über sich, die aufsteigt und
am Korrektor am verlasen des Tubus gehindert wird.
Der Mak wird seine Wärme schlecht los, das zeigt sich in je anch
Temperaturdifferenz noch nach Stunden sichtbaren Turbulenzen
im Tubus.
Beim Refraktor sieht das besser aus, denn da liegt die Heizplatte
(Linsen) oben, die erwärmte Luft im Tubus unterhalb der Linsen
bleibt stationär. Genau darin liegt der Vorteil eines Refraktors.
... beim Dobson wäre da ausser Lüftern noch eine entsprechende Tubus-Isolierung notwendig.
Das betrifft alle Teleskope. Die Tubusoberseite kühlt stärker ab
als die Tubusunterseite (Ungleichgewicht der Infrarotstrahlung
ist dafür verantwortlich), es bildet sich bei gut wärmeleitendem
Tubusmaterial innen kühle Luft die dann durch den Strahlengang
herunterfällt. Dagegen hilft eine Tubusisolierung.
Und genau das haben viele der alten Selbstbauer getan:
Sie haben ihren Newtontubus mit Kork ausgekleidet.
Was Celestron78 betrifft:
Ein 6"f/8 Newton kann schon sooo viel Detail auf dem Mond zeigen.
Ich würde vorschlagen daß du dich erst einmal mit anderen Leuten trifft,
dir zeigen läßt, wie du deinen Newton justieren kannst.
Dann klappt es auch mit den Planeten
MfG,Karsten