Hatte Schiaparelli doch recht?

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Für eine wissenschaftliche Auswertung sind sie meist jedenfalls zu stark (nicht reproduzierbar) bearbeitet (ich sage damit nicht, daß man gar nichts darauf erkennt was realen Strukturen entspricht).

Das denke ich auch. Reproduzierbar "als Ganzes" sind wohl die meisten Mars-Bilder nicht. Damit meine ich, dass alle Strukturen im Bild die topografischen Gegebenheiten nicht verlässlich und analog zu den Marskarten wiedergeben. Erstaunlich ist, dass viele Merkmale oft treffend abgebildet sind, aber nicht in den Details entsprechen. So gut kann das Seeing wohl gar nicht (oder sehr selten) sein.

Mich interessiert schon immer wieder, ob da reale Details abgebildet sind, oder ob uns Stacking und die Deconvolution hier ein Märchen abliefern. Ich denke, es sind viele realitätsnahe Strukturen mit ein wenig "Märchen"-Konturen oder mache "Märchen"-Flecken neben echten Klecksen wie zB vom Olympus Mons.

Eigentlich müssten (oder sollten, könnten, ...) die Fotografen ein wenig hinterfragen (wie ja soeeben in diesem thread), was sie da eigentlich festgehalten haben und/oder was aus dem Rechner kommt. Auch eine Gegenüberstellung mit einem Mars-Globe finde ich immer sehr hilfreich - oft präsentiert man nur das Bild und unterstellt damit "Das IST der Mars". Nun, es ist eine verrechnete Abbildung vieler unscharfer Frames, zurückgefaltet von Software, also IST es ganz bestimmt nicht "der Mars", aber ein abgebildeter "Teil der Wahrheit" (der m.E. immer besser wird mit unseren Möglichkeiten) oder wie immer man es nenne möge.

Ich denke, dass je nach Equipment, Seeing, Stacking, Decon, und sonstiger Nachbearbeitung immer auch Artefakte und "Quack" in den Bildern steckt, ist unumgänglich. :coffee:

lg
Niki
 
Hallo Stefan,

Anfang 1975 war ich bei einem Planeten Vortrag in deutschen Museum, dort wurde dann mit gestandenen Astronomen, die Schiaparelli auch noch während Ihre Ausbildung auf dem Lehrplan hatten und sicher alle Bücher von Ihm kannten, diese Fragen behandelt.

Dabei wurde uns gesagt, also bei aller Kritik heute muss man vorausschicken, dass war keinen Spinner hier haben, sonder ein zutiefst seriöser Astronom, und wenn Der sagt Er hat was gesehen, ist das erstmal glaubwürdig!

Seine und später auch die Deutung, von US Astronom Percival Lowell, vermischten tatsächlich Gesehenes, mit dem was unser Gehirn, durch die in dem Gedächtnis gespeicherten Bilder hinzugefügt, durch unsere tief verankerte Mustererkennung, zu völlig sinnvollen Struckturen zusammengefügt.

Es gab aber nie einen Beweis dafür, was Er denn eigentlich gesehen hat, denn nach der sich verfestigten Kritik gegen Ihn, trauten sich auch spätere Astronomensich , die so was wahrgenommen hatten, nicht mehr zu sagen, ich hab auch sowas gesehen!

Heute schauen wir meist nur zu guten gesitteten Zeiten zum Mars, damals wurde der Mars zu allen Dämmerung und Nacht - Zeiten genutzt, die klar genug waren um Ihn ins Visier Zunehmen!
So das wir heute bei den Zeiten mit extremen Schattenwürfen oft garnicht anwesen sind!

Heute mit den Bildern von den Marsorbitern und den Boden Robotern, wissen wir was da alles hätte zusammen gemischt sein können.

Zu den unterschiedlichen Zeiten, gibt es dann auch bestimmte stark sichtbare Schattenwürfe, an uns heute bekannten Strukturen, die heute kaum einer beachtet, oder wegen der falschen Zeit nicht gesehen werden!

Gibt es den überhaupt solche Strukturen auf Mars, dei bei flacher Sonnen Einstrahlung solche verrückten Schattenwerfen können?
> 46814_1785layeredmound3.jpg <
> Schiaparelli_Crater_Layers.JPG <
> 201303060.jpg <
Aufnahme zeigt einen Teil des 500 Kilometer langen Gebirgssporns Gordii Dorsum

> PSP_009794_1875_RED.browse.jpg < ca 1300km lang und im Detail
> 840 × 333 <


und es gibt Fotobeweise von sogenannten " Staubteufel " die wir vom Wort her als Klein einschätzen, in Wirklichkeit aber, von eineigen Hundert Metern bis zu 8km hoch sind, dann 15 - 200km Lange Schatten werfen und 40 - 120km Dick erscheinen!
Durchschnittliche Sturmhöhen > 806 × 477 <

Gerade in dieser Region, die hier oben abgebildet ist, können bei starken Stürmen mit großen " Windteufeln " solche Schatten, dann die echte Mars Strukturen kreuzen und so zu solchen " Kanali " in unserem Gehirn zu den Deutungen verleiten.
Zumal noch das Wort für Schiaparelli, eine ganz andere Bedeutung hatte, als es die Verengung danach und bei den Übersetzungen, all zu gerne einfach mit Kanal bezeichnet wurde!
> csm_2404301493_b54a286b98_o_b30c7acf85.jpg <

> Staubwüste Mars Die Welt des verlorenen Wassers <
> Marsdustdevil2.gif <
> Gigantischer Staubteufel wirbelt über Mars - Videos <
> 209157main_mro20080123-hires.jpg < hier gibt es schon ähnlichkiet mit Schiaparellis Zeichnung.
> PSP_006248_1235_RED.browse.jpg <
Wenn man nun denkt, ja gut, aber doch nicht so chaotisch wie bei Schiaparelli > PIA04502_hires.jpg <
Aber doch nicht so viele wie Er da gesehen haben will! > craterdevil_mgs.jpg <
> marsdustdevi-amazonisplanitia-mgs-moc-20010401-e03-00938.gif <

Daraus kann nach mehren langen Nächten Planeten Bobachtungen schon so was draus werden!

> Map_of_Mars_by_Schiaparelli_1888.jpg <


in 35 min. unter " Schiaparelli Mars Bilder " und " Mars Staubteufel Bilder " gefunden!


Gruß Günter
 
Zuletzt bearbeitet:
hallo leute,
ich möchte auch meinen senf dazugeben. hier meine aufnahme vom 30.09.
sehr schön zu erkennen ist die dunkle struktur oder linie .

cs *entfernt*
Mars_234758_g3_ap6reg2a.png
 
Da bleib ich mit meiner ASI lieber bei meinen Gasriesen. Da habe ich keine Widschweine, Moaiköpfe und Zitronen :p ;)
cs Tobias
 
Moin zusammen,
dies ist mal ein wirklich interessantes Thema, das auch mich dazu veranlasst hat, in meinen alten Daten von 2003 zu kramen.
Und mit ein bisschen gutem Willen kann man besagte Linie zwischen den Regionen Hesperia und Auronia (rechts) auch in diesem Bild erkennen:
 

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  • 20030903-marsmap.jpg
    20030903-marsmap.jpg
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in 35 min. unter " Schiaparelli Mars Bilder " und " Mars Staubteufel Bilder " gefunden!
Zu diesem Thema gibt's auch Bücher, zB "Mars der rote Planet" von D. Wattenberg Direktor der Archenhold- Sternwarte. Darin wird das Wissen der beobachtenden Astronomiegeschichte bezüglich Mars populärwissenschaftlich zusammengefasst.
Ist aus den 50iger Jahren und erstaunlich was man schon ohne Raumfahrt über Mars wußte! Zwischen den Zeilen erkennt man auch warum Schiaparelli und Lovell "Kanäle" gesehen haben "müssen". Auch heutzutage ist Wissenschaft wieder von Geldgebern abhängig!
CS Frank
 
Jetzt verstehe ich langsam, wie es zu den Sternbildern kam... ich denke, wenn ich künftig den Mars sehe, merke ich mir das Warzenschwein mit Biber (und mein Sch*ein mit der Zitrone) sicher leichter, als alle anderen Formationen... :y::coffee:

lg
Niki
 
das ist ja herrlich :-) @Niki, bitte auch noch Warzenschwein und Bieber so schön animieren !^^
 
:sleep: Hallo Frank,

Pech gehabt Wissenswertes, ist im Moment nicht gefragt!

Gruß Günter
 
Hallo zusammen.

@G2_Astro Günter, schöner Beitrag mit guten Links. ;)





Ich habe neulich Berichte über die visuelle Beobachtung des Mars gesucht und bin dabei auf den folgenden Bericht von 1959 gestoßen. Hier werden Beobachtungen des Mars 1954 und 1956 beschrieben. Es gibt hier einen letzten Absatz Über die Marskanäle. Selbst noch 1959 waren die kanalartigen Strukturen auf Mars noch Thema und wurde beobachtet und ernsthaft diskutiert.

Visuelle Beobachtungen des Mars 1954 und 1956



Viele Grüße
Christian
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Christian,


aus meinen Eigenen Aufzeichnungen, beobachtet am Quelle Revue 114 / 900mm Newton bei 75X - 112X Vergrößerung:
Ende das Jahres 1954 stiegen die Sonnenflecken - Zahlen wieder stärker an, es waren sehr starke Turbulenzen in den Flecken Gruppen und helle Fackeln neben und über den großen Flecken sich verbindend zu sehen!
Es schein sich sehr früh der Beginn des neuen Zyklus anzukündigen!

Spätsommer 1956 von 21. August bis November große und starke Fleckengruppen mit turbulenten Ereignissen um und über den Flecken, starke / helle lange und gekrümmte Fackel, die auch verstärkt in den Polregionen gesehen wurden!


Dazu ein Zeitungsbericht von 1961:
> In den letzten Jahren wurden mit Teleskopen und Sensoren auf der Erde sowie mit Instrumenten an Bord von Satelliten die Sonnenaktivitäten verfolgt. 1956 ereignete sich der intensivste Sonnensturm, der direkt beobachtet werden konnte. Als das stärkste Ereignis im wissenschaftlichen Zeitalter gilt aber der sogenannte Carrington-Event im Jahr 1859, benannt nach dem britischen Astronomen Richard Carrington. Der induzierte Strom war so stark, dass Telegrafen mancherorts auch ohne Batterien weiterliefen. Wissenschafter zweifeln allerdings, dass damals die für Sonnenstürme maximal mögliche Intensität erreicht wurde. Die stärksten Stürme treten nämlich nur sehr selten auf.

Die Zahl der Sonneneruptionen schwankt mit dem elfjährigen Zyklus der Sonnenflecken. Bei maximaler Zahl der Sonnenflecken werden ungefähr 20-mal so viele Eruptionen beobachtet wie während eines Aktivitätsminimums. Allerdings liefern die historischen Aufzeichnungen der schwankenden Sonnenaktivität keine sicheren Informationen darüber, wie stark frühere Sonneneruptionen waren. <


Schon damals wurde unter Sonnen und Planeten Beobachtern, schon über einen Zusammenhang von Wetter hier auf der Erde, aber auch mit den verstärkten Erscheinungen auf Venus und Mars mit der Sonnenaltivität diskutiert!

Das kann also sehr gut mit den Sichtugen zu diesen Zeiten zusammenhängen!


Gruß Günter
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Günter,

achso, darauf willst du hinaus. Das könnte natürlich eine Erklärung sein. Bei meinen visuellen Beobachtungen war ich bisher nicht verleitet, Verbindungen zwischen den Dunkelgebieten zu sehen. Solche Verbindungen sind aber immer wieder auf alten Mars-Karten zu sehen. Ich halte die Beobachter für seriös. Sie werden auch nur das gezeichnet haben, was sie auch sahen. Im obigen Bericht beobachteten sie einmal von Australien aus (The Oddie Refractor | ANU Research School of Astronomy & Astrophysics) und dann von München aus (11 Zoll Merz-Refraktor ??). Also keine schlechten Teleskope und mit Australien auch kein schlechter Standort. Also warum dann diese Verbindungslinien zwischen den Dunkelgebieten auf Mars? Das ist schon merkwürdig.


Christian
 
Christian,

> Also keine schlechten Teleskope und mit Australien auch kein schlechter Standort. Also warum dann diese Verbindungslinien zwischen den Dunkelgebieten auf Mars? Das ist schon merkwürdig. <

Das könnten ja die bis zu Tausend km langen und 40km breiten Schatten, der Staubteufel bei Mars - Stürmen, ausgelöst durch Sonneneruptionen, erzeugt haben!

So wie oben schon aufgezeigt, würde das auch erklären, dass es sich nicht um dauernd sichtbare Strukturen handeln kann!

Gruß Günter
 
Hallo Günter, gut möglich. Bei vielen Karten sind die Verbindungen aber sehr häufig zu sehen, bei fast allen Verbindungen zwischen den dunkleren Albedostrukturen.





Ich habe einen interessanten Thread auf CN gefunden, den ich noch nicht ganz durch habe. Er ist sehr schön zu lesen mit richtig prominenter Beteiligung, zumindest was den englischsprachigen Raum und die ALPO angeht.



Bei dieser Gelegenheit möchte ich auch noch auf diese Seiten hinweisen, die vom Topic-Starter auf CN geschrieben wurden.




Grüße
 
Hallo Christian,

wie man liest funktioniert das heute noch, das unser Gehirn tatsächlich gesehenes mit gespeicherten Formen verbindet.
Es überbrückt einfach reale Zwischenräume zu Linien, Bögen oder Kreuzungen!

Ich sah auch mal einen lange schwach S - förmige deutlich dunklere Linie, dann nach einer 3 Stündigen Pause wieder zum Mars zurückgekehrt, hatte Diese sich in einem Schwenk nach Norden zu einer Eishockeykelle ausgezogen hatte!

Circa zwei Wochen später wurde über Staubsturmfronten in Astrozeitungen zu diesem Zeitraum berichtet!

Deren Schatten können schon gut sichtbar sein, und in Verbindung mit andren realen Strukturen, zu solche Interpretationen führen, die dann zu Papier gebracht werden.

Ich habe für mich festgestellt, wenn man am Schreibtisch nichts mehr am gezeichneten Bild verändert, werden weniger Canali zu Papier gebracht, weil hier nicht die Erinerung oberhand gewinnt!


Gruß Günter
 
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