Hi!
Sowas ähnliches gibt's auch in Deutschland - in meiner alten Schule war's ein Astronomie-Grundkurs in der Oberstufe (sehr theoretisch orientiert), in Heilbronn gibt's eine ebenfalls freiwillige Astro-AG, die die Geräte der Sternwarte nutzt.
Ich find's mutig, dass ihr gleich mit der Astrofotografie einsteigt. Respekt. Das Gebiet mit dem höchsten Frustfaktor... aber immerhin gibt das schon einmal einen Eindruck vom Geschleppe.
Ein "Allrounder, mit dem man auch fotografieren kann" - das ist bei mir der berühmte ED80 geworden - kompakt genug, um mit einer Vixen GP noch transportabel zu sein, aber alles andere als eine Deep-Spy-Kanone. Ein Rich-Fielder, den ich (mittlerweile) eher erfahreneren Beobachtern empfehle als Einsteigern. Wird bei dir wohl auf einen der üblichen Newtons rauslaufen, aber da sind andere Leute eher die Experten. Der Newton scheidet für mich wegen Justiererei und vor allem wegen der Spikes aus, aber das ist reine Geschmackssache - andere setzen extra eine Blende vor den Refraktor, um Spikes zu erhalten (oder nehmen gleich Photoshop dafür), und die Justage ist auch schnell erledigt, wenn man nicht zu faul dafür ist.
Aber jetzt mal was Produktives: Ich hab mir grad eure Fotos angeschaut. Zum ersten Tag ist mir aufgefallen, dass ihr die Bilder anscheinend addiert habt, wenn ich das richtig verstanden habe - üblicherweise werden die Bilder bei Deep-Sky-Aufnahmen gemittelt statt addiert. Dadurch verschwindet das Rauschen durch zufällig verteilte Hotpixel, und die eigentliche Bildinformation wird deutlicher. Wenn auf der ersten Aufnahme nichts zu sehen ist, wird's dann aber auch nicht besser. Beim Andromedanebel nie vergessen, wie groß das Ding ist - bis zu sechsfacher Vollmonddurchmesser. Je größer die Brennweite, umso weniger ist die Galaxie als solche zu erkennen. Zum Größenvergleich: Unter
http://www.messier.de hab ich einen nur im Kontrast bearbeiteten Schnappschuß von M31 und auf der Übersichtsseite der M-Objekte ein Mondfoto mit der selben Optik (ED80/600 auf Alt-Montierung, Standort Innenstadt, M31 ca. Min. bei 800 ISO belichtet).
Ich vermute mal, dass ihr durch den 9"er fotografiert habt, der dürfte schon einiges an Brennweite haben (und ein dementsprechend kleines Gesichtsfeld). Die Plejaden-Bilder vom dritten Tag zeigen jedenfalls nur ein sehr kleines Gesichtsfeld, da war der Kern von M31 wohl bildfüllend.
Die Sterne vom dritten Tag sehen ziemlich übel aus - dejustierte Optik? So eine fette Koma kenne ich eigentlich nur von komplett dejustierten Schmidt-Cassegrains, und auch da zeigen die Kometenschweife nur in eine Richtung...
Nachtrag: Ich hab grad mal euren Server durchstöbert: Ihr habt ein C9 1/4 in einer Gabelmontierung, kann das sein? Über 2 Meter Brennweite - dafür wären die Bilder überraschend gut nachgeführt, die Brennweite ist eigentlich kaum beherrschbar. Bei langen Belichtungszeiten gibts dann noch eine Bildfeldrotation, falls ihr keine Polhöhenwiege habt, um das Teil parallaktisch zu betreiben. Visuell aber bestimmt ein schönes Gerät, ich kenne (und mag) das kleine C8. Nur die Justierung solltet ihr mal checken, vor allem, das Teleskop auch so Kometenschweife zeigt, wenn ihr einfach nur im Okular unscharf stellt.
Gruß,
Alex