Hilfe meine Frau kann die Jupiterstreifen sehen

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Re: ein bißchen Theorie zu "Hilfe - Jupiterstreife

Hi Stephan,


Zumindest ist es möglich, besser als 100% sehen zu können.

Zitat aus Wellenfront-Laserbehandlung für ein supernormales Sehvermögen :
Fünf bis 10 mal besser als der Nachbar sehen zu können, bleibt aber ein unerfüllbarer Traum. Eine Sehschärfe von bis zu 200 % kann jedoch bei optimalen optischen Verhältnissen auch beim Menschen möglich sein.

Da die Seite Werbung ist, sollte sie mit Vorsicht genossen werden.

Viele Grüsse
Jens
 
Re: Hilfe meine Frau kann die Jupiterstreifen sehe

Ich war wegen dem Führerschein auch mal beim Augenarzt (bin beim Sehtest durchgefallen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smirk.gif" alt="" /> ).
Da hat mir der Augenarzt erzählt, er hätte eine Sehkraft von 120% auf beiden Augen!!!

Naja, der wird schon wissen wovon er redet <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

MfG, Backside
 
Re: Hilfe meine Frau kann die Jupiterstreifen sehe

Hallo,

ich habe lt. Augenarzt eine Sehkaft von 100% links und 120% rechts, aber nur
mit Brille.

Der Augenarzt sagte mir, dass 100 % die durchnittliche Sehkaft eine Auges
in der jeweiligen Altersgruppe sei.

120 % bedeutet also, dass man eine 20 % höhere Sehleistung hat als die
Vergleichsgruppe, nicht mehr, nicht weniger.

Ein 70-jähriger hat demnach mit einer Sehkraft von 120 % absolut gesehen eine
schlechtere Sehkraft als ein 16-jähriger mit 90 % .
 
Von Ziegen und Einhoernern

Hallo Atombombengeweckter,

Sie will sich nicht einmal wichtig tun und versteht es wie gesagt nicht daß sich so viele Leute über ihr Sehvermögen äussern. Nach dem Motto haben die alle nichts zu tun?

Das ist aber ganz leicht zu verstehen: Wenn mir jemand sagt, er haette eine Ziege in seinem Garten, kann ich ihm das noch beruhigt glauben. Wenn er aber erzaehlt, er haette ein Einhorn auf seiner Wiese, wuerde ich das schon gern sehen, bevor ich ihm die Sache abkaufe. Wenn er nun unter verschiedensten Begruendungen ablehnt, mir das Tier zu zeigen ("Ich weiss gar nicht, warum du das sehen willst, ein Einhorn im Garten ist doch das normalste auf der Welt"), dann verdient er sich damit einen sehr zweifelhaften Ruf.

Was Deine Frau behauptet, ist ein echtes Einhorn - es ist nach allen Erfahrungswerten und allen theoretischen Ueberlegungen sehr unwahrscheinlich, dass sie eine solche Sehkraft besitzt. Deswegen kann ihr hier niemand glauben, bis sie einen Beweis antritt. Wie StephanPsy ganz richtig bemerkt, reicht dazu ein privater Versuch nicht aus. Ihr werdet schon eine Uni oder ein erfahrenes Institut aufsuchen muessen, wenigstens aber einen gut durchdachten Versuch bei einem Optiker durchfuehren. Aber wahrscheinlich lehnt sie diesen Vorschlag ab: "Ihr wollt mich doch veraeppeln!", "Wieso wundert ihr euch so, seht ihr denn nicht die weisse Muetze auf dem hellen orangenen da, der jetzt morgens zu sehen ist?" Sie wird den Vorschlag ablehnen, und sie wird schon wissen, weshalb!
 
Trägt deine Frau eigentlich beim lesen eine Brille? Denn wenn sie wirklich das alles so gut sehen sollte wäre die einzigste Lösung das sie extrem Weitsichtig wäre! Das heisst, wenn sie nahe Dinge sieht bräuchte sie ein Brille!
 
Hallo Charon,
meine Frau braucht tatsächlich zum Lesen eine Brille dann bekommt sie keine Kopfschmerzen. Sie kann allerdings auch ohne Brille lesen.
Kurios wenn sie tagsüber die Brille benutzt ist sie abends nicht in der Lage ohne Brille das gleiche zu lesen was morgends noch ohne ging.
Buchlesen in 15m Entfernung ist meiner Meinung nach so als ob mehrere hundert Jupiter nebeneinanderstehen und sie sollte mal diese Zeile abfahren und die verschiedenen Streifenlagen runterleiern. Das ist schon etwas anderes als sich auf einen Punkt zu konzentrieren.
Vieleicht funktioniert das Sehvermögen ja so daß wenn sie genau den Punkt betrachtet im Gehirn die Bilder geformt werden ähnlich wie bei einer Bildaddition ( Giotto )
schließlich treffen ja die entsprechenden Photonen vom Jupiter alle die Netzhaut nur bei einem fset Montierten Kamerakopf würden immer die gleichen Pixel getroffen. Da sie aber frei steht und das Auge sich bewegen kann müssen doch viele Zäpfchen getroffen werden?
Schließlich werden die Bilder vom Gehirn gemacht.
Theoretisch ist es auch nicht möglich aus einer aus mehreren hundert Menschen bestehenden Menge die alle gleichzeitig reden einem gespräch zu folgen das menschliche Gehirn kann sehr wohl aus der ganzen Soße ( Stimmgewirr ) eine Stimme rausfiltern und dies kann sicher jeder hier aus eigener Erfahrung bestätigen.
Zur nächsten Starparty überrede ich meine Frau mitzukommen ( ohne die Freundin die hier immer beschrieben wird )
Grüße Andreas
 
Hallo!


Wenn Du Deine Frau zum Test mit zu einer Starparty mitbringst, dann solltest DU aber auch nicht in der Nähe sein, wenn der Test gemacht wird. Wir wollen ja nicht, daß Du ihr was zuflüsterst. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />


Gruß Harald
 
Re: Von Ziegen und Einhoernern

Hallo Marc,

"Wieso wundert ihr euch so, seht ihr denn nicht die weisse Muetze auf dem hellen orangenen da, der jetzt morgens zu sehen ist?"

ich hab auch noch was dazu, ist - leider - nicht von mir, aber so schön, daß ich es doch auch hier kundtun möchte:

"Das ist doch gar nichts: Ich kann problemlos die Sonnenflecken auf
dem Zentralstern von M 57 erkennen! Neulich abends gab's da nahe der Mitte
ein hübsches Fleckengrüppchen mit ausgeprägter Granulation."

<img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />

schöne Grüße



 
Re: Von Ziegen und Einhoernern

Und ich kann sogar die Planeten vom nächsten, (Ausser dem Centaurischen System) Nachbarn von Proxima Centauri sehen, wobei mir auffällt das auf dem dritten Planeten ich sogar die Ameisen sehen kann!(das hab ich doch toll hingekriegt, oder) <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
 
Re: ein bißchen Theorie zu "Hilfe - Jupiterstreife

Hallo!

Im "Focus" (nicht gerade die BLÖD-Zeitung) stand mal, dass nach einer LASER-OP jemand eine Sehstärke von 200% hatte. Das war dann beim Fernsehen so störend, weil er die vielen kleinen Rasterpunkte des Fernsehers auch aus 5m Abstand sehen konnte!

Möglich wurde das, weil beim LASERn auch die natürlichen Unebenheiten der Augenoberfläche in die absolut optimale Form gebracht wurde! Quasi handretuschiert!

Aber gegen Godzillas Wonder-Woman ist das ja gar nix <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Sorry, ich glaube davon kein Wort...

Peter
 
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Re: ein bißchen Theorie zu "Hilfe - Jupiterstreifen"

komisch, daß man von Godzillas Frau nix mehr hört ;-)) scheint mir ein Hinweis darauf zu sein, daß sie versucht einer objektiven Überprüfung der Sehfähigkeit auszuweichen.

Ich habe den meines Wissens nach führenden deutschen Wahrnehmungsforscher, Dr. habil. Rainer Wolf, Biologe und Physiker von der Universität Würzburg, angeschrieben, hier erst mein Email und dann seine Antwort:

-------------------
>Ich bitte Sie um eine fachlich fundiertere, als ich es leisten kann,
>Einschätzung der Behauptung, man könnte die Wolkenbänder von Jupiter mit dem
>bloßen Auge erkennen:
>darüber wird zur Zeit im Forum von www.astronomie.de diskutiert (meine
>Aufklärungsversuche laufen unter dem User-Namen "StephanPsy").
-------------------


Josef Laufer von der Wuerzburger Sternwarte schrieb mir auf meine Anfrage:

"Jupiter hat in größter Annäherung 50" Winkeldurchmesser am Äquator, von
Pol zu Pol 47". Im Normalfall hat man das helle Äquatorband, nördlich
und südlich davon ein dunkles Band, daran anschließend wieder heller und
zu den Polen hin dunkler, also insgesamt sieben Hell-Dunkel-Zonen. Wenn
wir die weniger auffälligen Polregionen weglassen, sind es also die zwei
dunklen Bänder auf hellem Grund, deren Breite 7-12° und Abstand 10-15°
(Breitengrade auf Jupiter) beträgt, in Bogensekunden wären das etwa:
Breite der Bänder max. 5", Abstand 7"; die Bändermitten wären also 12"
auseinander, und das müßte auch etwa das Auflösungsvermögen sein. Das
beträgt beim "normalen" Auge aber m.W. 40", ist also wesentlich
schlechter, vom hohen Kontrast Jupiter-Nachthimmel und der damit
verbundenen Überstrahlung mal abgesehen.
Kann es sein daß die Probanden - um "besser zu sehen" die Augen
"zuzwicken" wie man sagt und dadurch Astigmatismus reinkommt?"
(Zitatende)

Danke, Josef Laufer, fuer diese Info und fuer den sehr guten Einwand! Man
koennte ihn natuerlich entkraeften, indem man versucht, die Jupiterbaender
auch dann noch zu erkennen, wenn man den Kopf seitwaerts verkippt. Kippen
die Baender mit, war es tatsaechlich Astigmatismus ;-)

Zu den Daten: Das Aufloesungsvermoegen in der Fovea betraegt 40-60
Bogensekunden, reicht also nicht aus. Aber die Noniusaufloesung - d.h. das
Wahrnehmen einer seitlichen Versetzungen von zwei Geraden - gelingt sogar
bis herunter zu 4 Bogensekunden! Bei den Jupiter-Baendern scheinen mir
allerdings keine Nonius-Bedingungen vorzuliegen.

Hinzu kommt, dass das Aufloesungsvermoegen individuell unterschiedlich ist;
bei Rot/Gruen-Blinden koennte es evtl. etwas hoeher sein.
Fazit: Ich halte es nicht fuer ausgeschlossen, dass Menschen, die in der
Kindheit besonders gut auf feinste Bilddetails geachtet und so ihr
Scharfsehen geschult haben, die Baender mit blossem Auge erkennen koennen,
aber fuer wahrscheinlicher halte ich, dass Josef Laufers Einwand zutrifft.

Beste Gruesse!
Rainer Wolf
--------------------------

auch beste Grüße


 
Re: ein bißchen Theorie zu "Hilfe - Jupiterstreife

Hi Stephan,

vielen Dank für Deine Anfrage und auch vielen Dank an Dr. habil. Rainer Wolf, der hier ein paar interessante neue Aspekte "ins Rennen geschickt" hat.

Hmmm, lieber Astrorat <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> , wie sollten wir jetzt mit Gozillas scharfsichtiger Frau verfahren <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/tongue.gif" alt="" /> ? Eine gewisse Change wurde ihr ja jetzt eingeräumt. Wie heisst es? Im Zweifel für den Angeklagten!

Eine kleine Live-Vorführung (z.B. Trennung von Doppelsternen; Mizar und Alcor zählen nicht <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> ) beim nächsten Teleskoptreffen würde meine Skepsis aber erheblich reduzieren.

Clear skies
Jens
 
Re: ein bißchen Theorie zu "Hilfe - Jupiterstreife

Dr. Wolf hält es ja theoretisch für nicht ganz unmöglich, aber er hat sich nicht diesen Threat hier angeschaut, so fehlen ihm einige Informationen, z.B. daß der Jupiter zur angegebenen Zeit weit weg von der Opposition (seiner scheinbaren Maximalgrösse) war, daß die gute Frau nicht blau-grün blind ist (sie hat ja angeblich eine blaue Jacke erkannt, und das in der Morgendämmerung ! - ich bin weitgehend blau-grün-farbenblind und kann mit bloßem Auge trotzdem keine Jupiterstreifen erkennen, aber Zaubertricks kenne ich <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> ) und daß es einige zweifelhafte Begleitumstände der Beobachtungsschilderung gibt.

Schöne Grüße
 
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Re: ein bißchen Theorie zu "Hilfe - Jupiterstreife

Hallo zusammen,

der Abstand der Wolkenbänder auf Jupiter beträgt 7". Diese müssen getrennt werden, damit man zwei davon sehen kann. Das Auflösungsvermögen einer idealen, perfekten Optik muss also 7" trennen können.

Für das Auge gilt das Rayleigh-Kriterium. Die Auflösung, damit ein Zwischenraum zwischen zwei Sternen entsteht, ist
A = (138)/(D).

Setzen wir für ein perfekt nachtadaptiertes Auge 8mm ein, ergibt sich: A = 138 / 8 = 17".

Akzeptieren wir das Kriterium nach Dawes, dass zwei Sterne eine "8" darstellen, um sie als getrennt wahrnehmen zu können, gilt folgende Formel:
A = (116)/(D)

Setzen wir wieder für ein perfekt nachtadaptiertes Auge 8mm ein, ergibt sich: A = 116 / 8 = 15".

Mehr ist physikalisch nicht möglich. Es würde eine Pupillenöffnung von 17mm nötig sein, um 7" zu erreichen. Bei einer perfekten Optik wohlgemerkt!

Das Argument, dass jemand eine Sehschärfe von 200% besitzt, bezieht sich auf den Durchschnitt des Jahrganges des Probanden. Dieser beträgt bei 20-jährigen 60". Ein "doppelt-gut"-Sichtiger sieht also 30" noch als getrennt an. Eine schöne Leistung!

Die geschilderten Beispiele lassen sich gut an einem beliebigen Fernrohr nachbilden. Einfach abblenden, eine beugungsbegrenzte Optik (L/4) ist mindestens so gut wie das Auge. Wer seine Pupille also ein wenig weiter aufkriegt (Drogen!;-), könnte es schaffen. Sonst nicht.

Quod erat demonstrandum.

Grüße
Michael
 
Re: ein bißchen Theorie zu "Hilfe - Jupiterstreife

Noch was, Godzilla schrieb:
"Eine Woche später hatte ich beim Wochenendurlaub meinen Reiserefraktor auf dem Balkon aufgebaut und auf Jupiter gerichtet. Meine Frau kam auf den Balkon und fragte was kuckst du denn da, kuckst Du den mit den Streifen..."

d.h. seine Frau kommt von drinnen, hat keine (!) dunkeladaptierten Augen, Pupillenöffnung müsste weit unter 7 mm gewesen sein...

 
Re: ein bißchen Theorie zu "Hilfe - Jupiterstreifen"

Hallo Leute,
daß man von meiner Frau nichts mehr hört liegt daran daß hier mehr Leute antworten die sich lustig machen als jene die es für möglich halten. Mit jeder neuen Antwort geb ich ja nur wieder Nahrung für die Spotter. Klar ist nicht so langweilig und ich hätte bestimmt auch meinen Senf dazugegeben wenn das jemand anders geschrieben hätte.
Jetzt ist endlich mal was dabei wo ich wieder Antworten will.
Josef lauer schreibt:
Aber die Noniusaufloesung - d.h. das
Wahrnehmen einer seitlichen Versetzungen von zwei Geraden - gelingt sogar bis herunter zu 4 Bogensekunden! Bei den Jupiter-Baendern scheinen mir allerdings keine Nonius-Bedingungen vorzuliegen.

Es scheint ihm keine Nonius Bedingung vorzuliegen, aber ab wann liegt eine Nonius Bedingung vor?

Leider leide ich selber an Astigmatismus und kann daher diesen gut Beurteilen. Je weiter meine Pupille geweitet ist um so stärker wird der Fehler. Wenn ich z.B. den Jupiter ohne Brille mit Nachtadaptierten Auge betrachte dann erscheint er mir wie Saturn schwach vergrößert, also elypsenförmig oder länglich. Diese Achse dreht sich natürlich bei drehung des Kopfes mit. Streifen sehe ich nirgends!!!!
Meine Frau hat die Augen nicht zugekniffen sondern schwach die Pupillen mit den Wimpern verdunkelt um wie sie sagt den Kontrast wegen des hellen Jupiters besser wahrnehmen zu können. Also Augen halb geöffnet. ( Pupillenöffnung frei vom Augenlid )
An dem besagten Abend waren ihre Augen niemals vollkommen Nachtadaptiert da es noch lange nicht völlig dunkel war.
Wir hatten aber beide höchstens ein halbes Gläschen rotwein getrunken. ( Vieleicht verursacht Alkoholgenuß ein eheres weiten der Pupillen? )
Keine Ahnung.
Wenn es ein Noniussehen gibt dann wird sie auf Mars wohl nichts erkennen können. Es sei denn sie sieht die Rillen ( Scherz )
Gruß Andreas
 
Hallo zusammen,

um es vorweg zu nehmen, ich halte es ebenfalls für unmöglich, die Jupiterbänder mit bloßen Augen zu sehen.

Es stimmt, dass das Auflösungsvermögen des Auges im Schnitt etwa 60“ beträgt, was aus biologischen Gründen nicht wesentlich unterschritten werden kann. Es ist nämlich – wie von StephanPsy beschrieben – so, dass zwei Punkte nur dann getrennt werden können, wenn sie mindestens 2 verschiedene Rezeptoren der Netzhaut erregen. Aufgrund des Aufbaus der Netzhaut ist dies bei ca. 1 Bogenminute der Fall. Am Ort des schärfsten Sehens beträgt die Zapfendichte 70 000 pro Quadratmillimeter (lt. Deetjen/Speckmann, Lehrbuch der Physiologie). Dies bedeutet 265 pro linearen Millimeter, also einen Durchmesser von 0,00378 mm = 3,78 Mikrometer. Dies ist bereits ein sehr geringer Wert, da z.B. der Durchmesser von roten Blutkörperchen ca. doppelt so groß ist. Im selben Buch heißt es, dass das Auge 60 Streifen pro Grad auflösen kann – also genau die ominöse Bogenminute oder 60 Bogensekunden.
Nun ist es tatsächlich so, dass manche Menschen besser auflösen können, ich kenne jemanden mit einem Visus von 1,6. Dies liegt an der Definition, dass der Visus 1,0 gleich 100% der Mittelwert einer jugendlichen Referenzpopulation ist. Es handelt sich hierbei um eine biologische Population, so dass von einer Normalverteilung auszugehen ist, was bedeutet, dass theoretisch 50% der Leute dieser Gruppe besser sehen können. Ein Visus von 2,0 ist mir bisher nicht vorgekommen.
Ich möchte jedoch einen zusätzlichen Aspekt einbringen. Mir wurde nämlich mal gesagt, dass ich eine doppelt so hohe Rezeptorendichte der Netzhaut habe wie „Normalmenschen“. Dies wurde herausgefunden, als ich für eine Doktorarbeit einer Kommilitonin meinen Augenhintergrund vermessen ließ. Vielleicht habe ich daher auch theoretisch einen sehr hohen Visus – leider aber auch 10 Dioptrien Kurzsichtigkeit, so dass ich es nicht umsetzen kann. Dies entspräche dann theoretisch einem Visus von 2,0, wie er nach dieser Laser-OP erreichbar sein soll.
Somit halte ich also auch ein Auflösungsvermögen von 30“ in Ausnahmefällen für möglich, aber darunter glaube ich es nicht. Wenn die Jupiterbänder also maximal ca. 15“ auseinander liegen, wäre dies ein Visus von 4,0. Das halte ich für biologisch unmöglich.
Ein weiterer Aspekt: Sehtests arbeiten mit 100% Kontrast – pures Schwarz aus purem Weiß. Die Jupiterbänder sind aber nicht schwarz auf weiß, sondern Grau- oder Brauntöne auf der helleren Äquatorzone. Somit dürften hier die Bedingungen noch schwerer sein.
Was ich für halbwegs glaubhaft halte, ist, die längliche Gestalt des Saturn zu erkennen. Es scheint tatsächlich Naturvölker zu geben, die die Sichelgestalt der Venus kennen, u.a. die Babylonier, wie bereits berichtet. Die Venus hat bestenfalls etwa 60“, so dass dies sicher möglich ist.
Wenn man davon ausgeht, dass der Ringdurchmesser in Opposition quer mehr als 40“ beträgt, könnten Leute mit extrem hohem Visus (1,6 oder besser) dies erkennen – zumal es sich hier um die ideale Situation handelt: heller Planet vor dunklem Himmel.

Ich denke, dass der Test am Doppelstern der sicherste wäre. Ein Auflösungsvermögen von 15, eher 10“ müssten es sicher sein, um halbwegs in dem Bereich zu liegen, den man bei den Jupiterbändern hat.

Übrigens halte ich das Rayleigh- oder Dawes-Kriterium in dieser Situation für unzureichend, da es hier nur um die Auflösbarkeit von Doppelsternen geht.
Ich zitiere hier R. Stoyan, aus dem Marsbuch (S. 52, visuelle Beobachtungstechnik).
„Die Auflösung von linearen Elementen (dunkle Linie auf hellem Grund) ist aber wesentlich feiner; der Grund dafür sind die ich gegenseitig überlappenden Beugungsscheibchen eines flächigen Objektes. Bei der Addition der Lichtintensitäten der überlappenden Scheibchen kommt es zu einem feinen Muster von verschiedenen Intensitäten, das wesentlich subtiler als ein einzelnes Beugungsscheibchen strukturiert sein kann. Perfekte Luftruhe vorausgesetzt, kann ein erfahrener visueller Beobachter feinste lineare Einzelheiten erkennen, deren scheinbare Breite wesentlich kleiner als das Dawes-Kriterium ist. Auflösung in Bogensekunden=23/Teleskop-Durchmesser in mm.“
Jetzt könnte natürlich jemand kommen und denken, dass dann das Auge von 8 mm ca. 3“ auflösen könnte – aber beim Fernrohr muss man dazu auf das Doppelte der Öffnung vergrößern, d.h. beim Auge 16-fach. Somit dürfte auch das Argument ausgeräumt sein.

Skeptische Grüße

Stefan


 
Re: ein bißchen Theorie zu "Hilfe - Jupiterstreifen"

Hallo Godzilla,

sehr viele Leute, gerade auch ich, haben sich hier sehr ernsthaft die Mühe gemacht, herauszufinden, ob das Sehvermögen Deiner Frau so biologisch möglich sein kann, es waren nicht überwiegend "Spötter".

Mich persönlich macht am meisten skeptisch, dass Ihr den einfachen vorgeschlagenen Buchtest oder Scheibchentest inzwischen noch nicht durchgeführt habt. Die in einem Deiner Postings geschriebenen Gründe dafür (bzw. dagegen) halte ich für verkehrt, nicht zutreffend.

Aus Deinem letzten Posting entnehme ich, daß es nicht Astigmatismus sein kann, weil die Puppille Deiner Frau nicht dunkeladaptiert war, nicht weit geöffnet war. Damit ist aber auch die von Dr. Wolf eventuell für doch nicht ganz unmöglich gehaltene Version hinfällig, weil dafür gerade eine ganz weit ( 7 - 8 mm) geöffnete Augenpuppille notwendig gewesen wäre. Nonius (kennt man auch von der Mikrometerschraube) bedeutet nach meiner Einschätzung: 2 senkrechte Linien nebeneinander. Die Jupiterwolkenbänder liegen aber waagrecht übereinander.

Lieber Godzilla, ein persönliches und wirklich nicht ironisch gemeintes Argument noch, das ich psychologisch für einsichtig halte, auch wenn ich zugebe, daß es spekulativ ist: Ich gestehe ja, daß ich schon ziemlich "astroverrückt" bin, aber wenn ich mir Deine Homepage so anschaue, dann bist Du ja offensichtlich noch "schlimmer" als ich, was ich selber ja sehr symphatisch finde, aber wenn ich so "astroaktiv" wäre, wie Du, dann würde meine geliebte und sonst so geduldige Frau (die auch, wie Deine, "mit Astronomie überhaupt nichts am Hut hat") wohl nicht mehr ganz so ruhig bleiben: ich könnte mir gut vorstellen, daß meine Frau mir dann genau so einen Streich spielen würde, wie ich es Deiner Frau (zum Teil) unterstelle.

Schöne Grüße
 
Re: ein bißchen Theorie zu "Hilfe - Jupiterstreifen"

Hallo!


Wie können uns doch jedes weitere Posting sparen!

Entweder die Frau macht den Test und das Ergebnis wird hier gepostet oder sie macht den Test nicht.
Sollte Zweiteres der Fall sein, wäre das auch SEHR aussagekräftig.

Im übrigen habe ich oben meine Meinung zu dem ganzen schon gesagt.


Gruß Harald

P.S.: Sollte Dir, Godzilla, auch mittlerweile aufgehen, daß Dich Deine Frau auf dem Arm genommen hat, dann kannst Du das ruhig hier schreiben, ich lache auch nicht - versprochen. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" />


Gruß Harald
 
Re: ein bißchen Theorie zu "Hilfe - Jupiterstreifen"

Hey Leute,
jetzt kann es losgehen!!!
Hab lange überlegt wie ein Test glaubhaft durchzuführen ist. Bücher lesen usw. hab ich schon begründet warum ich das für unfair halte. Die neuerliche Aussage des Noniussehens bis herunter zu 4sek hat mich nachdenklich gemacht. Ich bin zu dem Schluß gekommen das jeder Sehtest egal wie ausgeführt der nicht am Jupiter selber stattfindet wieder irgendwie anders interpretiert werden kann. Folglich muß ein künstlicher Jupiter her.
Nach ein wenig Bastelarbeit ist mir ein ultimativ guter künstlicher Jupiter gelungen.!!!!!
Ich hatte gehofft ein brauchbares Prüfobjekt zu bauen aber was mir da gelungen ist hat mich selber total erstaunt.
Der Jupiter ist so echt geworden daß es einem Laien im Fernrohr nicht auffallen würde daß es sich um eine Fälschung handelt. Es fehlt natürlich die Rotation des Planeten und die Luftunruhe.
Den genauen Aufbau werde ich nächste Woche mit Fotodokumentation unter Selbstbau: "Godzilla bastelt Planeten" darlegen.
ein paar Details: Der künstliche Jupiter hat einen Durchmesser von 0,97cm und wird in 50m Entfernung aufgestellt somit ergibt sich ein Scheinbarer Durchmesser von 40". Das ganze ist auf spezielle Folie gedruckt und hinterleuchtet. die Helligkeit liegt etwa bei -2mag.
Mich wundert warum es so etwas noch nicht gibt und bin mir sicher daß ab heute jeder Hobbastronom so ein Teil haben will wenn er es mal live gesehen hat.
bei schlechtem Wetter kann man Besuchern wenigstens was schönes zeigen. Auch ideal für Schulen um die Größenverhältnisse zu veranschaulichen.
Naja jedenfalls schreibe ich euch am Montag was die Tests mit meiner Frau ergeben haben ich jedenfalls kann schon nach 6 metern keine Streifen mehr sehen......
Gruß Andreas
 
Re: ein bißchen Theorie zu "Hilfe - Jupiterstreifen"

Hallo Godzilla,
ich bewundere Deinen Eifer und hoffe auf guten Erfolg. Aber vergiß bitte bei den Tests nicht, eine "Meßreihe" aufzunehmen, damit Du (wir) ein bißchen Statistik machen können. Denn vermutlich werden "Treffer" und "Falschnennungen" dabeisein. Am Besten, Du teilst die Orientierung der Streifen in vielfache von 60° ein (60,120,180...), ordnest jedem Winkel eine Ziffer von 1-6 zu und würfelst dann. Deine Frau darf natürlich die Zahl nicht sehen. So bekommst Du garantiert zufällige Ereignisse, die nur 2 Werte einnehmen können (richtig oder falsch erkannt) und jeder Statistik stand halten. Insgesamt dürften 20 Werte genügen, um Klarheit zu schaffen.
Jedenfalls drücke ich Euch die Daumen.

Gruß Ralf
 
Re: ein bißchen Theorie zu "Hilfe - Jupiterstreifen"

Am Besten, Du teilst die Orientierung der Streifen in vielfache von 60° ein (60,120,180...), ordnest jedem Winkel eine Ziffer von 1-6 zu und würfelst dann. Deine Frau darf natürlich die Zahl nicht sehen. So bekommst Du garantiert zufällige Ereignisse, die nur 2 Werte einnehmen können (richtig oder falsch erkannt) und jeder Statistik stand halten. ...
----------------------

so kommst Du genau zu einem klassischen Statistikfehler:

Du hast 6 verschiedene Antworten, aber nur drei unterscheidbare richtige Alternativen, weil 60 Grad sieht genauso aus wie 240 Grad, ebenso 120 wie 300 Grad oder 180 Grad wie 0 (bzw. 360) Grad, da zwei Streifen einfach nur auf den Kopf gestellt bzw.gespiegelt werden, visuell nicht unterscheidbar sind ! Bei dieser Versuchsanordnung darf es nur 3 Antwortmöglichkeiten geben: senkrecht, schräg nach oben rechts, schräg nach unten rechts

Wichtig fände ich bei dem Test auch den Kontrast zwischen Streifen und Scheibchen den realen Bedingungen am Jupiter anzupassen !

MfG


 
Re: ein bißchen Theorie zu "Hilfe - Jupiterstreifen"

Hi,

könnte man sagen:

Jupiterstreifen?!? Das wäre mit Mr. Proper nicht passiert?

Oder hab ich da was missverstanden?

 
Für michh sind Frauen erst dann interessant, wenn sie es schaffen, mich von einem 7.0er Himmel und einem 20" Dobson
wegzulocken, und mich mich mit ihren süßen Düften zu betäuben.
[zensiert] auf 20 zöller, Namibia oder das Gornergrat!

EIn Hoch auf das Weibsbild an und für sich!
Halleluja und Amen!
Klarinetto
 
Re: ein bißchen Theorie zu "Hilfe - Jupiterstreifen"

Es spielt keine Rolle, ob ich in diesem! Fall 6 oder 3 richtige Antworten ermögliche. Niemand fordert, daß Godzillas Frau den Winkel nennen soll (Zumal eine gewisse Toleranz eh eingeräumt werden muß). Die Ausrichtung der Streifen ist entweder richtig oder falsch, also ein einfaches Schema zum Auswerten. Die 6-Möglichkeiten-Variante habe ich vorgeschlagen, weil die Zuordnung zum Würfel schön passt.

Um herauszubekommen, ob G.F. (Godzillas Frau) das sehen kann, sollte der Kontrast in erster Näherung für sie optimiert werden. Im Erfolgsfalle könnte der Versuch in Richtung Kontrast verfeinert werden.

Ralf Gerstheimer
 
Re: ein bißchen Theorie zu "Hilfe - Jupiterstreifen"

...Es spielt keine Rolle, ob ich in diesem! Fall 6 oder 3 richtige Antworten ermögliche. ...
-------------

für die statistische Auswertung, inwieweit das konkrete Ergebnis von einem Zufallsergebnis, abweicht, spielt es eben doch eine Rolle: es gibt nur 3 verschiedene mögliche "Ziehungen" (Darstellungen) und nur 3 verschiedene mögliche Antworten. Aber natürlich hab ich verstanden, daß Du wohl schon das Gleiche meinst wie ich: Auswahl der Darbietung über Würfeln, wobei die gewürfelte Zahl 1 und 4, 2 und 5, 3 und 6 jeweils die gleiche "Ziehung" bzw. Darbietung bedeuten.

Schöne Grüße
 
Re: ein bißchen Theorie zu "Hilfe - Jupiterstreifen"

Hallo Godzilla!

Gibt's schon Testergebnisse wegen der Jupiterstreifen?

Gruß
Martin
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
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