Re: ein bißchen Theorie zu "Hilfe - Jupiterstreifen"
komisch, daß man von Godzillas Frau nix mehr hört ;-)) scheint mir ein Hinweis darauf zu sein, daß sie versucht einer objektiven Überprüfung der Sehfähigkeit auszuweichen.
Ich habe den meines Wissens nach führenden deutschen Wahrnehmungsforscher, Dr. habil. Rainer Wolf, Biologe und Physiker von der Universität Würzburg, angeschrieben, hier erst mein Email und dann seine Antwort:
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>Ich bitte Sie um eine fachlich fundiertere, als ich es leisten kann,
>Einschätzung der Behauptung, man könnte die Wolkenbänder von Jupiter mit dem
>bloßen Auge erkennen:
>darüber wird zur Zeit im Forum von
www.astronomie.de diskutiert (meine
>Aufklärungsversuche laufen unter dem User-Namen "StephanPsy").
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Josef Laufer von der Wuerzburger Sternwarte schrieb mir auf meine Anfrage:
"Jupiter hat in größter Annäherung 50" Winkeldurchmesser am Äquator, von
Pol zu Pol 47". Im Normalfall hat man das helle Äquatorband, nördlich
und südlich davon ein dunkles Band, daran anschließend wieder heller und
zu den Polen hin dunkler, also insgesamt sieben Hell-Dunkel-Zonen. Wenn
wir die weniger auffälligen Polregionen weglassen, sind es also die zwei
dunklen Bänder auf hellem Grund, deren Breite 7-12° und Abstand 10-15°
(Breitengrade auf Jupiter) beträgt, in Bogensekunden wären das etwa:
Breite der Bänder max. 5", Abstand 7"; die Bändermitten wären also 12"
auseinander, und das müßte auch etwa das Auflösungsvermögen sein. Das
beträgt beim "normalen" Auge aber m.W. 40", ist also wesentlich
schlechter, vom hohen Kontrast Jupiter-Nachthimmel und der damit
verbundenen Überstrahlung mal abgesehen.
Kann es sein daß die Probanden - um "besser zu sehen" die Augen
"zuzwicken" wie man sagt und dadurch Astigmatismus reinkommt?"
(Zitatende)
Danke, Josef Laufer, fuer diese Info und fuer den sehr guten Einwand! Man
koennte ihn natuerlich entkraeften, indem man versucht, die Jupiterbaender
auch dann noch zu erkennen, wenn man den Kopf seitwaerts verkippt. Kippen
die Baender mit, war es tatsaechlich Astigmatismus ;-)
Zu den Daten: Das Aufloesungsvermoegen in der Fovea betraegt 40-60
Bogensekunden, reicht also nicht aus. Aber die Noniusaufloesung - d.h. das
Wahrnehmen einer seitlichen Versetzungen von zwei Geraden - gelingt sogar
bis herunter zu 4 Bogensekunden! Bei den Jupiter-Baendern scheinen mir
allerdings keine Nonius-Bedingungen vorzuliegen.
Hinzu kommt, dass das Aufloesungsvermoegen individuell unterschiedlich ist;
bei Rot/Gruen-Blinden koennte es evtl. etwas hoeher sein.
Fazit: Ich halte es nicht fuer ausgeschlossen, dass Menschen, die in der
Kindheit besonders gut auf feinste Bilddetails geachtet und so ihr
Scharfsehen geschult haben, die Baender mit blossem Auge erkennen koennen,
aber fuer wahrscheinlicher halte ich, dass Josef Laufers Einwand zutrifft.
Beste Gruesse!
Rainer Wolf
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auch beste Grüße