Interferogramm 16 Zoll GSO

carex

Mitglied
Hallo,

ich hab den Spiegel zwar schon 2014 gekauft und dabei nur auf den schöenen Strehl geachtet. ich beschäftige mich aber seit kurzem ein bisschen mit Optiktests und würde gern eure Meinung zu meinem GSO-16er hören. Schaut ja gut aus denk ich, bis auf die Abberation bzw. die Kante. Der Sterntest bringt intra- und extrafokal ziemlich gleiche Bilder. Sowohl intra also auch extrafokal fällt aber ein äusserer stärkerer Beugungsring auf, der auch etwas ausfranst. Nicht tragisch aber halt bemerkbar... Ich frag mich halt ob ich die Kante 1 cm abblenden soll...? was sagt mir der Wert Spherical von 0,459 eigentlich? Unterkorrektur? Tragisch oder moderat?

LG, David
 

Anhänge

Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:

marcus_z

Mitglied
Hallo David,

Dein Anliegen erinnert ganz stark an folgenden Thread: Interferogramm - Deutung 8" f/6 Quartzhauptspiegel

Zwei Sachen sind hierbei wichtig.
1. Astigmatismus wurde hier nicht berücksichtigt was dazu führen kann, dass Dein Spiegel aufgrund Asti grottig schlecht sein kann.
2. Der Tester genießt in diesem Forum einen ganz schlechten Ruf und wurde hier ausgeschlossen.

Viele Grüße,
Marcus
 

carex

Mitglied
Lieber Marcus,

ich habe für dieses Zertifikat bezahlt (Gegen Aufpreis von Euro 220,- können Sie ein selektiertes Exemplar mit Testzertifikat erhalten, wo wir mindestens Beugungsbegrenztheit garantieren.) Nach Durchlesen des von dir verlinkten Threads hab ich ein mulmiges Gefühl. Kann man das nicht als ein Zertifikat ansehen weil unkomplett?
Wenn ich mit meinem Spiegel völlig zufrieden wäre, würd ich mich nicht damit beschäftigen - vielleicht beobachte ich auch immer bei schlechtem Seeing. Oft suche ich vor allem bei höheren Vergrößerungen den Schärfepunkt...da hab ich mal nachzudenken begonnen.

CS, David
 

marcus_z

Mitglied
Hi David,

dass Du ein mulmiges Gefühl hast kann ich verstehen. Ich denke Du solltest dich an den Verkäufer wenden und ihn fragen ob es noch eine Auswertung mit Asti gibt. Die wäre dann schon aussagekräftiger. Bei meinem Spiegel habe ich z.B. Auswertungen mit und ohne Asti bekommen und bin der Meinung, dass die aussagekräftig sind.
Eine unvollständige Auswertung macht auch noch keinen schlechten Spiegel. Ärgerlich ist eben nur, wenn man für eine Auswertung zahlt die nicht aussagekräftig ist.

Viele Grüße,
Marcus
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:

Kurt

Mitglied
Hallo David,

ich hab den Spiegel zwar schon 2014 gekauft und dabei nur auf den schöenen Strehl geachtet...
das wäre eigentlich auch völlig OK. Wenn nämlich die Strehlzahl aus der erfassbaren Summe aller Wellenfrontfehler ermittelt wird dann besagt eine hohe Strehlzahl auch, dass der Spiegel zumindest gut oder sogar sehr gut ist*. In dem von dir gezeigten Blatt ist aber die Strehlzahl nur allein auf Basis der sphärischen Aberration ermittelt worden. Wenn sonst keine weiteren Auswertungen beiliegen ist das nichts weiter als billige Schönfärberei. Dafür würde ich auf keinen Fall 210 € zahlen.

Gruß Kurt

*Wenn man bei relativ großen Spiegeln gesichert zwischen gut (Strehl > 0,80) und sehr gut ( Strehl >90) differenzieren will dann wird der erforderliche Messaufwand ziemlich aufwändig. Genau genommen müsste man sichfabei auch noch absichern ob z.B,
, die mit üblichen Interferometern nicht erfassbare Rauheit relevant ist oder nicht.
 

carex

Mitglied
Danke erst mal,

ich werd dann also mal anfragen obs da noch anderes dazu gibt. Dezember 2014 ist halt schon ein Zeiterl her, da wird vermutlich vom Händler nicht mehr viel kommen... Interessant wäre ja, den Spiegel neu vermessen zu lassen... wo dann alle relevanten Parameter einfließen. Mein Bauchgefühl sagt mir, daß der nicht sooo gut ist. Blöd nur, daß ich aus beruflichen Gründen erst drei Jahre nach dem Kauf wieder öfter zum Beobachten komme... grmpf. Was tun, wenn ich keine weiteren Infos erhalte?

LG, David

Edit: Dem Sterntest nach zu urteilen hat der Spiegel keinen Astigmatismus - da ist alles sehr schön rund und konzentrisch. Astigmatismus äussert sich ja im Defokus als Deformation hin zu einer elliptischen Form - wenn ich das richtig verstanden hab..
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:

Kurt

Mitglied
Hallo David,

Edit: Dem Sterntest nach zu urteilen hat der Spiegel keinen Astigmatismus - da ist alles sehr schön rund und konzentrisch. Astigmatismus äussert sich ja im Defokus als Deformation hin zu einer elliptischen Form - wenn ich das richtig verstanden hab..
um das für einen 16" beurteilen zu können brauchst du aber extrem gutes Seeing und mind.400x Vergr. Ich wünsche dir natürlich dass du recht hast. :)

Ich frag mich halt ob ich die Kante 1 cm abblenden soll...?
Ausprobieren!

Gruß Kurt
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:

Sven_Wienstein

Mitglied
Hallo David,

wie sieht denn die Praxis aus? Eigentlich müsste es Tage geben, die bezüglich Hochvergrößerung positiv im Gedächtnis bleiben. Beispielsweise wenn der Eskimo-Nebel sich so zeigt, dass man meint, die "Fellfransen" zu sehen. Oder wie schaut es mit den Trapez-Komponenten aus? Ist das Gerät überhaupt belüftet? Sonst sehe ich wenig Chancen, überhaupt einen Unterschied zu sehen. Da wären passende Nächte einfach zu selten.

Grundsätzlich würde ich noch anfügen, dass es eine bedenkliche Geschäftspraxis ist, erst nach einer teuren Vermessung Beugungsbegrenztheit zu garantieren. Die Vermessung verbessert am Spiegel nichts. Die Gretchenfrage: Kriegen die anderen Kunden dann die durchgefallenen? Und ist es nicht viel zu verlockend, zu beauftragen, dass die Messung "schön" ausfällt?

Clear Skies
Sven
 

carex

Mitglied
Lieber Sven,

Das ist es ja... mit meinem vormaligen 12er hatte ich solche Nächte. Mir ist ein wuchtiger Jupiter mit 350-fach in Erinnerung. Mit dem 16er jetzt gibts das nicht mehr. Generell sind etwas hellere Sterne ab etwa 150-fach nicht wirklich scharfzu bekommen - auch bei augenscheinlich sehr gutem Seeing.

Ich lasse den Spiegel immer sorgfältig temperieren - mindestens eineinhalb Stunden. Belüftet ist er allerdings nicht. Der Streulichtsschutz sperrt meine eigene Körperwärme aus - den Unterschied sieht man übrigens sehr deutlich. Ich frag mich schon ob bei einem 16er bei 150 - 200 x überhaupt feine (damit meine ich hellere a la Polarstern - in M13 z. B. schon feine Sternchen!) Sterne möglich sind. Vielleicht is das eh normal??!!

Ein schönes scharfes Trapez wie in meinem 12er hatte ich mit dem 16er aber noch nie!

LG, David
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:

ThomasH

Mitglied
Hallo David,

wie schon beschrieben ist der Tester hier gesperrt.
Er betreibt eine Internetseite und ein anderes Forum.
Bitte bei Google danach suchen da hier der Link zensiert wird.
Dort kannst du den Tester persönlich befragen. Soweit ich informiert bin dokumentiert und speichert er seine Messungen über Jahre. Wenn du dann alle Daten und Fakten zusammen getragen hast würde ich mich hier nochmal melden. Vielleicht hat sich dann schon einiges geklärt.
Evtl. befindet sich auf dem Spiegel eine Seriennummer (Verwechslungsgefahr)und stimmt diese mit dem Protokoll überein.

Eine vergleichs Messunge bzw. Nachmessung würd evtl. auch nicht schaden. Hier gibt es einige die das bestimmt machen würden.

Vielleicht liegt das Problem auch am Fangspiegel der wird oft vernachlässigt.

Blende den Spiegel einfach mal ab (15/14 Zoll) dann kannst gleich sehen wie stark sich die Kante vom Spiegel auswirkt.

Viel Glück bei der suche nach der Wahrheit.
 

Kurt

Mitglied
Hallo David,

...Mit dem 16er jetzt gibts das nicht mehr. Generell sind etwas hellere Sterne ab etwa 150-fach nicht wirklich scharfzu bekommen - auch bei augenscheinlich sehr gutem Seeing...
das beweist nur wie schwierig es ist die opt. Qualität eines 16" unter unserem Sternhimmel auch nur einigermaßen brauchbar abschätzen zu wollen. Das kenne ich sehr gut aus eigener Praxis mit meinem selbst geschliffenen 16" f/4,8. Dieser hatte als Hauptfehler Asti und dadurch nur Strehl von ca. 0,5. Das war mir aber erst 2 Jahre nach FL bei eigenem interferometrischen Test aufgefallen.

Wie ich sinngemäß schon sagte ist die interferometrische Prüfung bei derartigen Kaliber relativ zeitaufwändig und damit als Auftragsarbeit teuer. Wenn es dir aber Spaß macht dann kannst du dir für relativ wenig Geld ein PDI bauen und selber prüfen, siehe z.B.:

P-D-I(nterferometer) für Einsteiger
http://www.astrotreff.de/topic.asp?TOPIC_ID=143437

Die notwendige Auswertesoftware „openFringe“ oder neuerdings „DFTfringe“ kann man sich gratis herunterladen. Mittlerweile gibt es auch zahlreiche fachkundige Amateure* sowie einige Profis** die dir gerne auf die Sprünge helfen würden.

Gruß Kurt

* meine Wenigkeit
** z. B. ThomasH
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:

Kurt

Mitglied
Hallo Tom,

sorry für die Verwechlung :blush: Bei deinem "schenna gruas
da Tom" hätte es mir eigentlich auffallen müssen dass du nicht der Thomas Heising vom astrotreff bist.

Du hast aber wohl nichts dagegen wenn ich dich als beratungskompetenten Amateur bezeichne :)

Gruß Kurt

 

Mikoka

Mitglied
Hallo David,
Du kannst auch mal mit Jörg Kneip von der Firma Wellenform Kontakt aufnehmen. Der vermisst auch Optiken.
Gruß Michael
 

Sven_Wienstein

Mitglied
Hallo David,

naja... wir sind ja aus Garantie und Gewährleistung raus. Von daher kann's jetzt nur noch um unbezifferbare Dinge wie "Ehre" gehen... Oder um Spaß mit Deinem Gerät.

Also wie Kurt schon schreibt, ich war doch etwas früher als Du mit meinem gurkigen 12" f/4 zum Nachmessen lassen. Die Folge: Ersatzspiegel. Hat ja genügend Sternfreunde gegeben, die darüber gelacht haben. Aber es ist nuneinmal so, dass selbst mit 0,56 Strehl ein 12" Kugelsternhaufen eine ganze Ecke besser ausschaut, als ein 8" Kugelsternhaufen. Erhellend war dann nach penbibler Justage ein Jupiter-Vergleich zwischen 250x und 340x. Womit? Mit dem legendären Silberdobby. Das war so eine Ausnahmenacht, wie sie eigentlich gar nicht so selten ist, wenn man ein belüftetes Teleskop hat. Jedenfalls war Jupiter im 12" heller und milchiger, als im 8", bot aber keine weiteren Details, und das bei ruhigem Bild. Aber merke: Das fing also bei 250x an und nicht bei 150x. Um 3mm Ap müssen die Sternabbildungen bei einem temperierten Spiegel einfach OK sein, sonst stimmt grundsätzlich etwas nicht. Welche Justagemethode? Barlowed Laser? Beugungsringe wirklich konzentrisch? Also kann man das wirklich ausschließen?

Ich würde Dir sehr empfehlen, für Belüftung im Tubus zu sorgen. Selbst wenn der Spiegel eine Vollgurke wäre, macht das Sinn - jedenfalls wenn an einen Spiegel-Tausch oder eine Nachpolitur zu denken ist. Wenn das mit Lüfter so bleibt, dass wieder eine Reihe Nächte nur bis 150x gehen, dann ist gründlich was daneben. Abblenden ist natürlich ein Experiment, das sofort stattfinden kann.

Clear Skies
Sven
 

carex

Mitglied
Hallo alle,

Ich werde wohl von Herrn Rohr keine weitere Unterstützung erwarten können, da ich mich hier im Forum zu meiner Thematik verbreite,... vielleicht falsch mich zuerst ans Forum zu wenden?!... hmmm

Herr Rohr meint weiter ich könne gerne im Forum auf folgenden Link verweisen: http://r2.astro-foren.com/index.php/de/11-beitraege/03-newton-systeme-und-verwandte-fragen/746-c090-testing-mirrors-in-two-steps

So wurde mein Hauptspiegel getestet. Dann liegts vielleicht doch am Fangspiegel oder an der Temperatur.

Ich werd halt demnächst seitlich zwei Lüfter installlieren. Ich kann der seitliche Lüftermontage - sa das an einem ganz offenen Gitterdobs wie dem MF überhaupt was bringt - am meisten abgewinnen. Die Warmluftschlieren werden weggeblasen - ok. Was passiert mit dieser Warmluft dann innnerhalb meiner Streulicht- bzw. Körperwärmeschutzsocke?

Ich werd also Lüften und Fangspiegel checken. Zum Sterntest: Mit welcher Vergrößerung denn jetzt und wie hell soll der Stern sein? Da hört man ja allerhand... von 200 bis 300-fach oder mindestens 400-fach (siehe oben) am Polarstern bis zu nur 100-fach an einem 4-5 mag Stern.

Ich möchte in keinster Weise irgendwie geartete Pro- oder Kontra-Rohr Diskussionen beginnen. Da hab ich fachlich zu wenig Ahnung und weiterbringen tut das eigentlich keinen. Er war äusserst freundlich und hat schnell geantwortet. Nachdem er in diesem Forum ja offenbar gesperrt ist und da - so nehm ich an - heftig gestritten wurde, kann ich die Reaktion bis zu einem gewissen Grad auf menschlciher Ebene verstehen...



CS und Danke, David

Edit: Ahja der Link wird zensuriert... "testing mirros in two steps" bringt einen über google dorthin.

 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:

ThomasH

Mitglied
Hallo David,

ja solche Kreuzdiskussionen sind immer schwierig.
Da geht immer etwas schief.

Schade wäre wenn dann dein Thema dahin abgleiten würde.
Schade das keine weitern Daten verfügbar sind.

So zum Thema:
Wie ich lese ist es ein Gitterrohr Dobson also denke ich bringt eine seitliche Belüftung wenig (Gitterohrtubus hat ja wenig Masse zum Wärme speichern). Lasse einfach mal beim temperieren das Körperwärmeschutzsocke weg.

Dann richte dir drei Blenden aus Pappe her 390/380/370mm.
So kannst du den optimalen Durchmesser ermitteln bei dem die Abbildung am besten ist, ohne das du zuviel Licht verschenkst.

Wenn du das gemacht hast, kannst du deine Erkenntnisse hier Posten.

Danach schaun wir einfach weiter.
 

Kurt

Mitglied
Hallo David,

Ich werd halt demnächst seitlich zwei Lüfter installlieren. Ich kann der seitliche Lüftermontage - sa das an einem ganz offenen Gitterdobs wie dem MF überhaupt was bringt - am meisten abgewinnen. Die Warmluftschlieren werden weggeblasen - ok. Was passiert mit dieser Warmluft dann innnerhalb meiner Streulicht- bzw. Körperwärmeschutzsocke?
so ein käuflicher 16" Spiegel hat doch mind. 20 kg Masse. Die kann eine ganz erhebliche Wärmmenge speichern. Das führt unweigerlich zu Luftschliernbildung + Deformation der Spiegels während der Abkühlung. Ich würde daher auch zur Querbelüftung ohne "Socke" raten. Andere ATMs haben damit gute Erfahrungen gesammelt. Wenn Socke dann nur mit sehr kräftiger Absaugung nach unten. Sonst hast du das Problem der Luftschlierenbildung durch unterschiedliche IR- Abstrahlung der Socke. Die Belüftungsmaßnahmen werden mit besserem Seeing immer sinnvoller. Die Socke allein hift aber auch bei miesen Seeing und der Beobachtung von lichtschwachen Objekten, i.a. bei relativ geringer Vergr.

Wie willst du das anstellen? Falls du eine Methode gefunden hast die ohne Ausbau des FS und ohne Interferometer funktioniert lass es uns bitte wissen ?)

Mit welcher Vergrößerung denn jetzt und wie hell soll der Stern sein? Da hört man ja allerhand... von 200 bis 300-fach oder mindestens 400-fach (siehe oben) am Polarstern bis zu nur 100-fach an einem 4-5 mag Stern.
Du musst so weit vergrößern dass das Auge das theoretisch mögliche ideale fokale Beugungsbild tatsächlich auflösen kann. Dazu wäre 400fach bei 400 mm Öffnung die untere Grenze. Damit du dann aber nicht dauernd nachschubsen musst ist Polaris als Teststern gut geeignet. Falls er dir im Okular zu hell erscheint schraub ein Graufilter vors Oku. Ich bezweifle allerdings dass das Seeing in unseren Breiten jemals gut genug sein wird um bei einem 16" eine Sternabbildung im Oku mit auch nur einem geschlossenen Beugungsring erkennen zu können.

Gruß Kurt


 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:

Sven_Wienstein

Mitglied
Hallo Kurt,

bei unserem 18" kommt eine kräftige saugende Belüfung nach unten mitsamt Socke zum Einsatz - bedingt natürlich auch, dass die ziemlich hohe Spiegelbox an ein paar Stellen abgedichtet werden musste. Ohne Belüftung würde ich da gar nichts machen. Querbelüftung dürfte OK sein, wenn man die Socke "hochzieht" oder sonstwie um den Hut herum für Dunkelheit sorgt.
Ich empfehle immer wieder, dass man sich die Schlierenbildung im eigenen Teleskop in unterschiedlichen Situationen vor Augen führt, indem man einen ausreichend hellen Stern weit unscharf dreht, locker auf 30° scheinbares Feld in einem hoch vergrößernden Okular. Dann sieht man, was dran ist, am Glauben an vollständige Auskühlung...

Clear Skies
Sven
 

Kurt

Mitglied
Hallo Sven,

Zwangsbelüftung mit mehr als 12" Öffnung hab ich bisher noch nicht probiert. Nach deinen Erfahrungen werde ich mir vielleicht doch mal meinen 16" vornehmen. Aber statt Socke nehme ich wohl besser aluhaschierte Matte. Diese hat mit Sicherheit mehr Wärmedämmung als irgendein Sockenmaterial. Ich befürchte nämlich dass das für die Belüftung der Socke notwendig Gebläse den Tubus von der Monti abheben lässt. :/ :eek:

...Ich empfehle immer wieder, dass man sich die Schlierenbildung im eigenen Teleskop in unterschiedlichen Situationen vor Augen führt, indem man einen ausreichend hellen Stern weit unscharf dreht, locker auf 30° scheinbares Feld in einem hoch vergrößernden Okular. Dann sieht man, was dran ist, am Glauben an vollständige Auskühlung...
Das kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen.

Gruß Kurt
 

Sven_Wienstein

Mitglied
Hallo Kurt,

bei unserem Gerät ist die Spiegelbox eben recht hoch, so dass um den Spiegel herum das ganze dicht ist. Der Lüfter braucht ordentlich Drehzahl, so dass wir auf ein Produkt mit bekannt guter Vibrationsdämpfung und Lagerung zurückgegriffen haben. Die Dinger mit geriffelten Flügeln und den gewellten Kanten wie bei Eulenflügeln. Wenn die Möglichkeit besteht, kann es auch gleich ein 140er Lüfter werden. Problem bei normalen Lüftern: Die sind auf hörbare Frequenzen optimiert, können aber im Infraschall störend vibrieren. Entkoppeln mit Gummil-Stropsen statt Schrauben dürfte nicht so dumm sein.
Jedenfalls... da meine selbst gelötete PWM-Erzeugung zur Drehzahl-Regelung gerade irgendwie trotz Vergießen feucht geworden ist oder aus einem anderen Grund nicht geht, ist deutlich geworden, dass der Lüfter sehr wirkungsvoll ist... wenn er Drehzahl macht...

Deine Alu-Tapeten-Bauweise würde ich auch anwenden, wenn ich ein Gerät neu konzipieren würde. Unser Gerät ist eine Art Totalrenovierung eines TK-18.

Clear Skies
Sven
 

carex

Mitglied
Hallo,

Das ist alles nicht so einfach bei meinem Modell. Ich überlege seitlich in der Siegelbox 4 kleine Lüfter (40 x 40 mm) anzubringen - das würde sich wahrscheinlich ausgehen... Sven, was meinst du genau mit Gummistropsen?

Hinter dem Hauptspiegel is der Platz ziemlich knapp. Hmmm - werd da noch etwas hirnen müssen...

CS, David
 

Sven_Wienstein

Mitglied
Hallo David,

sollte Strops werden. Das sind diese Gummi-Knubbel, die anstelle einer Schraube durch die Befestigungslöcher geschoben werden. Natürlich kommt der Lüfter dann noch auf eine Gummi-Unterlage.

Bei den 40er Lüftern stellt sich immer die Frage, wieviel Drehzahl man für anständigen Durchsatz braucht. Wenn es passt, ist ein 120er langsam laufend sicher besser. Die seitliche Belüftung großer Spiegel ist ja im Experiment besser als unten saugend weggekommen, wenn man auf der einen Seite saugt, auf der anderen bläst. (Gruß an Loriot.)

Clear Skies
Sven
 

carex

Mitglied
Hallo alle,

Aaaalso, ich hab mir gesten mal länger Zeit genommen und das Thema Justage von Grund auf kritisch beäugt. Dabei ist mir aufgefallen (mit dem Concenter), daß der Fangspiegel einige Millimeter relativ zum OAZ verdreht war. Das fällt einem mit einem Laser nicht wirklich auf. Ich hab also die gesaamte Grundjustage neu aufgebaut. Es ist also definitiv so, daß eine Justage im Idealfall mit Concenter und Laser durchgeführt werden sollte. Zumindest nach jeder etwa 5ten Beobachtung sollte (wenn das Teleskop transportiert wird) bei der Justage auch das Concenter zum Einsatz kommen. Die Sternabbildung ist nun schon deutlich besser. Ein versuchsweises Abblenden um einen Zentimeter brachte auch wieder ein leichte Verbesserung - für die marginale Sache behalt ich aber dann doch lieber die ganze Öffnunf. Wenn Planeten wieder "aktuell" werden, versuche ich verschiedene Blenden...Gestern waren jedenfalls auch sehr gute seeing-Bedingungen. Das war sicher ein Punkt in dem Puzzle, den ich falsch gemacht hab.. Eine ordentliche Belüftung wird - so nehmm ich an - eine nochmalige Verbesserung bringen... vielleicht liegt der zweite Teil des Spiegeltests ja doch noch wo herum - ich tendiere aber dazu - und das war auch immer so! - dem Hauptspiegel nicht "alles in die Schuhe zu schieben".

Jetzt kann sich Herr Rohr in dem zensierten Forum genüsslich auslassen und draufhauen. ich wünsche viel Spaß dabei :) - er liest hier ja mit!

Ich freu mich jedenfalls, daß ich zumindest eine Fehlerquelle mit erfreulichem Resultat eliminieren konnte, und in einer kleinflächigen Abblendung etwas Potential erkannt habe... am Interesse am zweiten Teil des Spiegeltests ändert das aber nix.

In Foren wird sicherlich oft Müll gepostet - ja. Aber entgegen der Meinung von Herrn Rohr glaub ich tatsächlich, daß sich hier im Forum eine recht große Fachkompetenz versammelt. An dieser Stelle auch ein DANKE an alle, die mir da Tips geben - vor allem Kurt und auch Sven !

LG, David

Edit: an Sven: was hältst du von diesen Lüftern: https://www.amazon.de/Noctua-NF-A4x10-FLX-40mm-Lüfter/dp/B009LEJ6RY/ref=sr_1_6?ie=UTF8&qid=1503585847&sr=8-6&keywords=40+40+10+lüfter

Konstruktionsbedingt werden es seitliche kleine Lüfter sein müssen, die ich dann auch noch etwas nach unten gekippt einbauen muss...

 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:

Astrozoom GM

Mitglied
Hallo David,

mit dem Concenter hat man wirklich eine sehr gute Möglichkeit, zu optimalen Justageergebnissen zu kommen.

Rohr ist in diesem Forum halt eben indiskutabel und niemand sollte vergessen, dass er selbst die Ursachen damals setze und ...

Zitat von carex:
.......
Jetzt kann sich Herr Rohr in dem zensierten Forum genüsslich auslassen und draufhauen. ich wünsche viel Spaß dabei :) - er liest hier ja mit!

Ich freu mich jedenfalls, daß ich zumindest eine Fehlerquelle mit erfreulichem Resultat eliminieren konnte, und in einer kleinflächigen Abblendung etwas Potential erkannt habe... am Interesse am zweiten Teil des Spiegeltests ändert das aber nix.

In Foren wird sicherlich oft Müll gepostet - ja. Aber entgegen der Meinung von Herrn Rohr glaub ich tatsächlich, daß sich hier im Forum eine recht große Fachkompetenz versammelt.....
immer noch zu jeder Gelegenheit setzt.
Auch ich bin im Besitz eines Spiegels mit schönem Testbericht auf hohen 0,9er Strehl und schlechterer Leistung die dennoch in der Praxis sehr gute Beobachtungen zulässt, weil eben ein HS mit TOP-Strehl nicht alles ist was ein gutes Teleskop ausmacht.

Nun gut, egal.
Es ist allerdings m.E. absolut widersinnig, wenn Händler verstärkt und gegen gutes Geld mit Tests und Zertifikaten werben die dann
1. unvollständig und/oder geschönt keiner unabhängigen Prüfung standhalten
2. in Foren nicht diskutiert werden sollen/dürfen/können, weil der Ersteller der Zettelchen sich zwar gutes Geld damit verdient, aber in Foren nicht diskutierbar ist (weil er ja nicht Stellung dazu nehmen kann).
3. der Händler sowie der Ersteller der bunten Zettelchen ihrem Käufer jede weitere Zusammenarbeit aufgrund der öffentlichen Diskussion verweigern.

Es ist ja ein geradezu geniales Geschäftsmodell, hochtrabende Versprechungen zu machen und das dem Kunden sogar schriftlich zu garantieren.
Im Zweifelsfall, wird dem Kunden abverlangt, auf öffentliche Diskussionen zu verzichten und Aufklärungsversuche nur unter Auschluss der Öffentlichkeit (an)geboten.
Hier wird nicht der erste Versuch dieser Art geschildert, das hat so langsam System.

Gruß
Günther
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:

carex

Mitglied
Hallo,

also mit dem Händler bin eigentlich in recht konstruktivem Kontakt, das sei an dieser Stelle auch erwähnt...

CS, David
 

klawipo

Mitglied
Hallo miteinander,

ich habe noch eine Frage die mich schon länger beschäftigt, passt hier nur so halb hin:

Ist es denn per se so, dass ein gleich guter, aber größerer Spiegel bei gleicher Vergrößerung anfälliger ist für atmosphärisches Seeing (andere Einflüsse seien mal bewusst ignoriert) oder ist das Quatsch?

Ich jage meinen 12er Dobson zB nur recht ungern weit über 200fach, bei dem 8er ist das öfters kein Problem.

CU
Klaus

 

Andreas68

Mitglied
Hallo Klaus,

wenn die Vergrößerung dieselbe ist, hat die größere Optik wegen der größeren AP etwas mehr Probleme mit der Lichtverschmutzung, d.h. mehr Hintergrundhelligkeit. Aber die Luftunruhe sollte dabei kein Unterschied sein.

Viele Grüße,
Andreas
 

klawipo

Mitglied
Hallo Andreas,

danke für die Antwort. Hätte gedacht dass dies wegen des größeren "Strahlenzylinders", den der Spiegel an Licht einfängt, der Fall ist.

CU
Klaus
 

Kurt

Mitglied
Hallo David, liebe Mitleser,

An dieser Stelle auch ein DANKE an alle, die mir da Tips geben - vor allem Kurt und auch Sven !
gern geschehen, lieber David! Vielleicht helfen dir und den Mitlesern die folgenden Verse noch etwas weiter.

Zu Rauheit
Dazu möchte ich noch mal auf die eindrucksvollen Foucault- und Lyotbilder des Herrn Rohr zu dem 16“ GSO eingehen. Die Bilder sind, für Kenner der Materie offensichtlich, im Autokollimations-Setup aufgenommen. Das ist kein Fehler. Man sollte nur wissen dass damit die Empfindlichkeit dieser an sich schon sehr hochempfindlichen Tests verdoppelt wird (die Wirkung auf fachlich unbedarfte Betrachter wahrscheinlich ebenfalls).

Man könnte interferometrisch nachmessen ob denn derartige Rauheit wirklich merklich viel Streulicht und damit Kontrastminderung bewirkt im Vergleich zueinem glatten Spiegel. Ein passendes Beispiel hab ich vor einigen Jahren im folgenden Thread ausgearbeitet:

Amateur-Sub-Apertur-Interferometer (ASAI)
http://www.astrotreff.de/topic.asp?TOPIC_ID=146383

Da wurde eine kleine sauber, glatt polierte Sphäre partiell besonders rau poliert und diese Stelle mit der eine glatt polieren verglichen. Dies ist im anhängigen Bild 1 dokumentiert.

Offensichtlich erkennt man:
A) Das Foucaultbild der rau polierten Fläche sieht tatsächlich furchtbar rau aus.
B) Der RMS- Wert rau/glatt beträgt 0,00989/0,00275 = 3,6.
Anders gesagt, die rau polierte Fläche ist hier 3,6 mal rauer als die glatt poliere.

Der relative Anteil des von diesen Flächen ausgehenden Streulichtes,
Total Integrated Scatter, kurz TIS genannt beträgt jeweils

TIS = 1 – S = 1- e^-(2*pi*RMS)²

C) Danach wird TIS(rau) = 0,004 bzw. TIS(glatt) = 0,0003, Dh., bei der rauen Fläche werden 0,4% der Lichtintensität als Streulicht im Bildfeld sichtbar, bei der glatten nur 0,003%. Dort befinden sich aber mindestens 14% Streulicht in Form von Beugungsringen wegen der unvermeidbaren Beugung der Optik. Glaubt denn jemand man könne den Unterschied zwischen rau = 14,4% Streulicht vs. glatt =14,03% tatsächlich wahrnehmen?

Ob denn die Rauheit von maschinell polierten Teleskopspiegeln drastisch höher ist als in meinem obigen Beispiel „raue Politur“ könnte man gemäß dem Thema „Für AstroRudi“ auch mit Amateurmitteln nachweisen.

„Fraxinus“ hat sich freundlicherweise vor einiger Zeit die Mühe gemacht mit einer mathematisch physikalischen Erklärung für die besagten 14% Streulicht, siehe

Streulicht versus Ring-Energie
http://www.astrotreff.de/topic.asp?TOPIC_ID=163014

Die 14% gelten bekanntlich nur für eine fehler- und obstruktionsfreie Optik. Mit zunehmender Obstruktion wird Dieser Streulichtanteil immer größer. Dazu hab ich als Beispiel das Bild 2 angehängt. PSF steht für Point Spread Funktion. Diese Kurve entspricht der rel. Helligkeit der fokalen Sternabbildung.

Zu Justierung
Bei einem 16“ f/4,5 kann man gar nicht pingelig genug sein wenn man bei Hochvergrößerung die
bestmögliche Abbildung die bestmögliche Abbildung genießen will. Das kommt zwar wg. des leidigen selten vor, aber es lohnt sich. Ob man dazu einen Concenter nutzt oder andere Hilfsmittel
ist wohl eher Geschmackssache und natürlich auch eine Frage der Übung. Als Bild 3 hab ich eine Simulation mit Aberrator eingestellt. Danach geht geht die Kontrastübertragung bei nur 1 mm Fehljustierung des HS deutlich bergab. Ebenso deutlich wird die fokale Sternabbildung komatös.

Gruß Kurt
 

Anhänge

Oben