Interstellarum - Grossferngläser Test....

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Re: Probleme?

Hallo Frank,

was mir da hauptsächlich auf den Nägeln brennt, ist folgendes:

erst geht es mir schon mal um die Definition: was ist ein "Test" und was ist ein "Erfahrungsbericht"? Schon hier gehen die Meinungen auseinander. Meiner Ansicht muss ein "Test" möglichst objektiv durchgeführt sein und dazu braucht man eben auch Testkriterien, die klar definiert sind. Auch Walter E. Schön hat für seine Tests sicher solche Kriterien ausgearbeitet, sonst hätt's ihn bald auf die Schnauze lassen, wie wir in Bayern so schön sagen. Zu seriösen und möglichst objektiv durchgeführten Instrumententests gibt es aber (noch) keine klar definierten Testkriterien - zumindest habe ich nichts davon gehört. Solche Kriterien könnte man aber durchaus mit engagierten Leuten mit entsprechendem Wissen in einer Fachgruppenarbeit ausarbeiten. Ich weiss, solche Leute sind da und warten womöglich nur noch darauf, an einem solchen Projekt mitarbeiten zu können <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Dann gibt es noch den "Erfahrungsbericht". Da gibt es eine Menge davon. Sehr schöne sogar. Erfahrungsberichte sind eben so geschrieben, dass sie die Erfahrung des Autors widerspiegeln. Hat der Autor eine gewisse Erfahrung - sowohl in der Instrumentenkunde als auch in der Kunst zu schreiben - ziehe ich als Hobby-Redakteur (als etwas anderes will ich mich ich auch nicht bezeichnen) gerne den Hut vor solchen Leuten! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />

Worum es mir hier also geht: Sind schon mal klar definierten Testkriterien da, die man z.B. auf der Webseite der Fachgruppe Amateurteleskope / Selbstbau veröffentlichen kann, so können sich auch die Autoren besser orientieren (Händler und Hersteller sicher auch). Wenn sich dann ein unsicherer Autor an ein Fachgruppenmitglied wenden kann - einem erfahren Redakteur vielleicht - dann wäre das in meinen Augen eine wertvolle Fachgruppenarbeit <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />

Gruß, Herbert
 
Re: Lösungen?

Hallo Herbert,

> erst geht es mir schon mal um die Definition: was ist ein "Test" und was ist ein "Erfahrungsbericht"?

also ein Test ist ein Bericht, wo Test in der Überschrift steht und ein Erfahrungsbericht ist ein Bericht, wo ... Ein Testbericht sollte möglichst objektiv sein, ein Erfahrungsbericht möglichst subjektiv <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />. Bleibt nur noch die Frage: was macht man mit einem Bericht, wo objektive Kriterien subjektiv bewertet werden? Ok, das ist nicht besonders hilfreich <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> ...

> Zu seriösen und möglichst objektiv durchgeführten Instrumententests gibt es aber (noch) keine klar definierten Testkriterien - zumindest habe ich nichts davon gehört.

Das ist wahr. Das wird aber auch nicht ganz einfach sein. Man kann sicher die Eigenschaften objektivieren, die man messen kann. Bei Refraktor- oder Spiegeloptiken wurde das in der Vergangenheit ja auch versucht. Dann kommen aber schnell die Kritiker, die entweder die Messung, den Prüfer oder die Allgemeingültigkeit der Messung mit Blick auf die Qualitätsstreuung anzweifeln. Markus Ludes hatte sich mal die Mühe gemacht, einen ganzen Sack voll Okulare auf deren Transmission zu vermessen. Wer macht heute noch Gebrauch davon? In Diskussionen stellt man fest, dass andere Eigenschaften (Einblickkomfort, Randschärfe, Sehfeld, ...) oft stärker gewichtet werden als ein paar Prozent mehr Transmission. Da stellt sich mir die Frage: was bringt mir für einen vergleichenden Bericht die Messung und lohnt das den Aufwand? Ähnlich ist das aus meiner Sicht mit der Vermessung von Refraktor- oder Spiegeloptiken. Damit wurde in der Vergangenheit eine Menge Unsinn getrieben und mit der Glaubwürdigkeit ist es nicht zum besten bestellt. Sicher gibt es Freaks, die tage- und nächtelang darüber debattieren können. Auf der anderen Seite wird es auch Leser geben, die Interferogramme und deren Deutung nur am Rande oder überhaupt nicht interessiert und wo die Leistung in der Praxis - also am Sternhimmel - zählt.

Nun kann man bestimmt noch eine Menge anderer Eigenschaften "objektivieren", deren Wertung wohl eher subjektiv ist. Das wäre eine interessante Aufgabe für eine Fachgruppe oder eine Gruppe von Leuten, die sich für das Schreiben von Test- und Erfahrungsberichten interessieren. Ich könnte mir schon vorstellen, dass man hier eine Art Hitliste von Eigenschaften aufstellt, die man in einen Test- oder auch in einen Erfahrungsbericht einbeziehen sollte und wo man Hinweise zu deren Bewertung geben kann. Allein für die Bewertung eines Fernglases fällt mir da eine Menge ein. Man wird nicht allzuviel belastbar messen können. Man kann den Objektivdurchmesser und die Größe der AP prüfen, man kann mit etwas Geschick die Lage der AP und das Gewicht nachmessen und man wird sich ein einigermaßen fundiertes Urteil über den Justagezustand erlauben können. Dann kommt man schnell zu Kriterien, die sich ohne großen Aufwand nur noch subjektiv beurteilen lassen. Für eine Amateurzeitschrift wie Interstellarum oder das VdS-Journal wird eine objektive Beurteilung von Transmission, Streulichtanteil, Kontrast, Verzeichnung, u.s.w. nicht bezahlbar sein. An dem Punkt bleibt i.d.R. also nur die subjektive Bewertung. Aber hier könnte man in der angesprochenen Hitliste von Eigenschaften konkrete Tipps und Hinweise geben, wie man die eine oder andere Eigenschaft für Sterngucker praxisnah bewerten kann. Dazu gehören natürlich visuelle Grenzgröße und Auflösungsvermögen an Doppelsternen, Resistenz gegen Streulicht und ärgerliche Reflexe mit Mond im oder knapp außerhalb des Sehfeldes u.s.w. ...

Ich würde gar nicht mal so einen großen Unterschied zwischen einem Test- und einem Erfahrungsbericht machen. Aufwändige Tests mit einem Sack voll objektiver und messbarer Kriterien wie in Fotozeitschriften sind für unsere Amateurszene eher illusorisch. Was man realisieren könnte, dass wäre ein Anlaufpunkt im Internet mit konkreten Hinweisen für Autoren, welche Punkte man bei welchem Instrument oder Zubehörteil wie bewerten kann. Und ich vermute, allein das ist mit einer Menge Arbeit verbunden ...

Viele Grüße, Frank.
 
Testbericht

Hallo Herr Schäfer,

da möchte ich mich mal kurz einklinken:

Sie haben recht, man kann schlecht sehr subjektiv zu wertende Eigenschaften in einen objektiven Testbericht und noch viel schlechter in einen objektiven Vergleichstestbericht kleiden. Dies scheitert schon alleine an der Tatsache, daß jeder Beobachter unterschiedliche Augen hat und auch unterschiedlich auf gewisse Systeme reagiert.

Man müsste also erst einen Testbericht über den Testberichtschreiber machen, damit man auch die Aussagen desjenigen werten kann. (Etwas ironisch aber durchaus ernst gemeint).

Nun kommt man zu einem kritischen Part. Ich zweifle Ihre Kompetenz, Herr Schäfer, natürlich nicht an aber die Frage besteht, ob Ihre Ergebnisse von den Kunden auch richtig gewertet werden.

Wenn man auf hohem Niveau testet und durchaus zu Recht Zeiss u.ä. zum Vergleich heranzieht, wer stellt denn sicher, ob die Leute, die da Interesse haben, auch wissen, auf welchem Niveau Zeiss & Co produzieren?

Gerade die persönlichen Wertungen haben in einem Testbericht nichts zu suchen. Das beste Beispiel ist Stiftung Warentest, mit allen positiven und negativen Begleiterscheinungen.

Sobald in einem Test persönliche Wertungen reinkommen, die unter Umständen sogar noch auf persönlicher Wahrnehmung und nicht auf objektiver Messung beruhen, sollte ein ernst zu nehmender Bericht folgende Infos beinhalten:

Den persönlichen Werdegang (soweit für den Bericht maßgeblich), die Vorlieben und auch die bisher verwendeten Instrumente des Berichtschreibers.

Und natürlich der Hinweis, daß es sich um einen Erfahrungsbericht handelt, der sicherlich nur die persönliche Einschätzung widerspiegelt und durchaus auch bei anderen Leuten etwas anders ausfallen könnte.

Das zumindest halte ich als fair, auch den vielen Sternfreunden gegenüber.

Hintergrund:

Fast jeden Tag kommen verunsicherte Sternfreunde auf uns zu, die sich im Forum informieren wollten und durch die unterschiedlichen Meinungen der Berichtschreibern stark verunsichert sind.

Das gilt nicht nur für Ferngläser. Da gibt es die Kategorie der Refraktionisten, in deren Augen jeder Newton per Definition mal schlecht ist u.s.w. . Leider kann der Einsteiger die Meinungen der Leute nicht werten, weil er eben nichts über den Berichtschreiber, die teilweise sogar anonym sind, weiß.

Wenn aber nun zum Beispiel jemand einen negativen Bericht über einen Newton ablässt aber fairerweise vorher schreibt, daß er grundsätzlich Newtons ablehnt und selbst mit einem APO arbeitet und auf das Gerät schwört, bekommt der Bericht eine ganz andere Wertung , auch für den uninformierten Einsteiger.

--------------------------

Wenn wir also grundsätzlich über Erfahrungsberichte in Foren reden, sollten wir auch diese Kriterien an die Berichtschreiber anlegen, im Interesse des Sternfreundes, der sich einfach informieren möchte.

Das ist zumindest meine Meinung zu dieser Thematik.

Wolfi Ransburg
 
Re: Testbericht

Hallo Wolfi,

alles schön geschrieben und mir ist klar, daß Du was verkaufen willst:
Aber warum müssen dann solche "Erfahrungsberichte" a la TS10x50WP, der
"lichtstarke Fraunhofer" oder das Großfernglas 20x88 aus der IS sein?

Hier wird u.a. der Konsument verunsichert. Bleibt doch mal ein bissl mehr bei der
Wahrheit und nicht immer bei der blumigen und nah an der rechtlichen Grenze
formulierten Text. Die Wahrheit holt Dich/euch einfach ein und dann kommt es
eben zu einem absolut verständlichen Vertrauensverlust (Pyrex läßt grüßen).
Hier wird einfach zu extrem aufgehübscht, daß am Ende selbst die stark strapa-
zierten Argumente "für diesen Preis... wenn man den preis bedenkt..." einfach
nicht mehr helfen.

Viele Grüsse
Thomas
 
Re: Testbericht

Hallo Thomas,

ich denke, die Verunsicherung ist genauso groß, wie die absichtliche Verunglimpfung des Produtkes, die hier im Forum Gang und Gebe ist.

Wenn das Produkt nicht schlecht geredet wird, wird zumindest der Wahrheitsgehalt des Berichtes angezweifelt.

Ich denke, nur ein schlechter Testbericht ist ein guter Testbericht. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/tongue.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/tongue.gif" alt="" />

Sehe das so, Konsumenten werden hier genauso verunsichert, wie in "schöneren" Berichten. Das muß ich leider jeden Tag erleben.

Wolfi
 
Re: Testbericht

Hallo Thomas,

leider nicht möglich, wenn die Kritik auf subjektiven Aussagen beruht und man nur mit subjektiven Aussagen gegenhalten könnte.

Womit wir wieder beim "Steckbrief" des Schreibers des Erfahrungsberichtes wären.

Wenn jemand z.B. einen TMB Apo hat und dann einen tollen Bericht schreibt, warum ein TMB Apo so toll ist, ist diese Aussage anders zu werten, als von einem Sternfreund, der einen Newton sein eigen nennt.

Du siehst also, nicht nur "negative" sondern auch positive Berichte können eine andere Wertung bekommen, wenn man mehr vom Schreiber weiß.

Anonyme Berichte brauchen nicht diskutiert zu werden, die sind in der Regel ohnehin nichts wert.

Wolfi
 
Re: Testbericht

Hallo Wolfi,

so subjektive Feinheiten meine ich gar nicht und da sehe ich es wie Du und viele
andere.

Aber so klare Beispiele wie Strahlengang beschnitten oder keinerlei Streulicht-
dämpfung kann eigentlich ohne weiteres entlarvt werden, wenn es denn "schlecht-
geredet" wäre. Schon alleine eine klare Aussage des Händlers a la "Der Strahlen-
gang wird nicht beschnitten" reicht da, aber wenn sich der Händler dazu gar nicht
zu einer Schlechtrednerkritik äußert, kann man sich gerne die Frage stellen:
Wen glaube ich jetzt mehr?

Viele Grüsse
Thomas
 
Re: Testbericht

In diesem Zusammenhang habe ich Frau Unbehaun und H. Wolfgang Paech mitgeteilt, dass ich für weitere Erfahrungsberichte auf A.de nicht mehr zur Verfügung stehe.
Ich habe 1982 mit der Hobby-Astronomie angefangen und erst vor ca. einem halben Jahr begonnen hier und da mal einen Erfahrungsbericht zu schreiben. Offenbar ist es heute jedoch nur noch von Interesse, astronomische Geräte öffentlich zu verreissen - das ist nicht mein Stil - dafür gebe ich mich nicht her. Auch muss ich mir unterschwellige Andeutungen, dass ich bestechlich sei, weil ich angeblich "FÜR" diesen oder jenen Händler zu positiv schreibe, nicht bieten lassen. Dass ein Erfahrungsbericht immer stark individuell geprägt sein muss, dürfte auch einem Dummkopf bekannt sein. Leider verfügt nicht jeder Hobby-Astronom über eine opt. Bank im Keller. Insofern dürfte ich also auch frank & frei behaupten, dass jeder jemals veröffentlichte "Erfahrungsbericht" völlig wertlos und nichtssagend ist.

MfG M. Meier
 
Re: Testbericht

Hi Wolfi,
da es keine verbindlichen Regeln für Tests im strengen Sinn gibt, kann man ohnehin kaum wirklich ernsthaft von Test sprechen. Was die meisten von uns hier schreiben sind Erfahrungsberichte mit einem speziellen Gerät. Sie sind subjektiv - das ist auch völlig normal.

Schade ist halt, das man oft nicht erkennen kann, welche Basis der Schreiber hat, was er bisher kennt, welche Intension er verfolgt etc. Da ist schon ne gewisse Gefahr drin, das der Einsteiger dies nicht beurteilen kann und ggf. falsche Schlußfolgerungen zieht.
Hier sind alle gefragt etwas mehr Fakten zu benennen - auch die Händler.
So ist z.B. das ominöse 20x88 FG auch bei ICS erhältlich. Dort wird explizit auf die Beschneidung der Öffnung hingewiesen - auch in der Werbung in Zeitschriften z.B. der akt. Interstellarum. Das ist nicht bei allen so.

Das Grundproblem daran ist aber, das der Interessierte keine eigenen Erfahrungen vor dem Kauf macht und damit ein praktischer Eindruck fehlt. Und genau der wird m.E. zwingend gebraucht, um selbst etwas zu beurteilen, denn die Praxis kann kein Prospekt, keine HP, Zeitung oder sonst was wirklich ersetzen.

Ungeachtet dessen, würde ich es begrüßen, wenn ein Standart für unabhängige Testberichte geschaffen wird. Eine der Voraussetzugen dafür ist m.E. das sich mehrere Tester finden, die für sich seperat testen, so das der Bericht letztlich eine Summe von Ergebnissen ist.

CS
 
Re: Testbericht

Lieber Antrares,

und auch hier lohnt es, die Gründe zu hinterfragen. Wer Miyauchi auf die Fahnen geschrieben hat, tut sich leicht, ein anderes Glas negativer zu bewerben, um das Produkt, hinter dem er steht, umso besser dastehen zu lassen.

Z.B.
Wo steht, daß der Miyauchi mit 100mm Öffnung und 90° Einblick auch eine Gesichtsfeldbeschneidung hat (gesehen am ITT vor ein paar Jahren) ....

Wenn man ein sogenanntes ungeliebtes Kind, welches über einen Zwischenhändler eingekauft wird, "ehrlich" bewirbt und sich damit den Ruf eines "ehrlichen" Anbieters erwirbt aber die Produkte, an denen Herzblut hängt, wiederrum etwas "positiver" bewirkt, dann hat das nichts mit Fairness, sondern eher mit einer zugegeben sehr geschickten Marketingstrategie zu tun.

Wolfi
 
Re: Testbericht

Hallo Michi,

was erwartest Du? Ich meine, wenn Du einen Testbericht über einen "Pseudo-FH" schreibst und dazu einen Thread eröffnest, muss Du als regelmäßiger Foren-Leser damit rechnen, dass anschließend die übliche Schlacht losgeht. In dem betreffenden Thread ging es schon nach wenigen Postings nicht mehr um Deinen Bericht, sondern um die üblichen Beteiligten und deren Argumente, die sie alle paar Tage austauschen.

Du schreibst:
> Ich habe 1982 mit der Hobby-Astronomie angefangen und erst vor ca. einem
> halben Jahr begonnen hier und da mal einen Erfahrungsbericht zu schreiben.

In Deinem Profil steht unter "Biographie":

Nebenberuflich Redakteur für Hardware-Tests und freier Redakteur für Produkt-Tests

Wer das liest, wird erwarten, dass Du mit sachlicher Kritik umgehen kannst, die in Deinem Thread ebenfalls vorhanden ist. Meiner Meinung nach solltest Du darauf eingehen und den anderen Kram ignorieren, aber nicht gleich alles hinwerfen.
 
Re: Der Testbericht zum Tester

Hallo Herr Ransburg,

ich fange mal mit folgenden zwei Zitaten an:
Man müsste also erst einen Testbericht über den Testberichtschreiber machen, damit man auch die Aussagen desjenigen werten kann. (Etwas ironisch aber durchaus ernst gemeint).

......

Sobald in einem Test persönliche Wertungen reinkommen, die unter Umständen sogar noch auf persönlicher Wahrnehmung und nicht auf objektiver Messung beruhen, sollte ein ernst zu nehmender Bericht folgende Infos beinhalten:

Den persönlichen Werdegang (soweit für den Bericht maßgeblich), die Vorlieben und auch die bisher verwendeten Instrumente des Berichtschreibers.
Was halten Sie davon, wenn wir Testberichte für Händler einführen? <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" /> Um die fachliche Beratung im Internet und am Telefon zu beurteilen, wäre es doch gut zu wissen, wie es um die Kompetenz des Händlers bestellt ist (etwas ironisch aber durchaus ernst gemeint). Die Zeitschriften und vor allem die Autoren werden sich bedanken, wenn sie vom ohnehin schon knappen Platz in einer Zeitschrift einen Teil für Lebenslauf und die Beglaubigung der Erfahrung des Autors opfern müssen. Um mir ein Bild über einen Erfahrungsbericht zu machen, muß ich eigentlich nur lesen können und mit einigermaßen offenen Augen und etwas gesundem Menschenverstand durch die Welt und auch durch unsere Foren wandern. Meinen Sie nicht auch? Um einen Erfahrungsbericht zu lesen und eigene Schlüsse daraus zu ziehen, muß ich Optik nicht als Hauptfach belegt haben. Und um mir ein Bild von einem Händler zu machen, ist ein Blick auf dessen Homepage, seine Produktwerbung und den Umgang mit Kritik an seinen eigenen Produkten ganz lehrreich. Dazu muß ich nicht zwingend Marketing studiert haben <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> ...
aber die Frage besteht, ob Ihre Ergebnisse von den Kunden auch richtig gewertet werden.
Die Frage stellt sich immer, auch bei einem objektiven Testbericht mit Messdaten ohne Ende. Womit kann ein Leser ohne fundierte Optikkenntnisse wohl mehr anfangen, mit einem soliden (wenn auch subjektiven) Erfahrungsbericht oder mit einem Testbericht, wo der Autor mit Interferogrammen und Messergebnissen um sich wirft? Die Frage nach der Wertung eines Berichts werden Sie nie zur Zufriedenheit beantworten können, dafür ist der Leserkreis einer Zeitschrift einfach zu breit gefächert. Das beste ist eigentlich ein gesunder Mix, nach Möglichkeit objektive Informationen und die (wiedermal subjektive) Bewertung einer Optik im praktischen Einsatz.

Da Sie aber "Ihre Ergebnisse" geschrieben haben, können Sie gern Klartext reden und sagen, was Sie meinen. Ich nehme auch kein Blatt vor den Mund und für Kritik bin ich jederzeit zu haben.
Fast jeden Tag kommen verunsicherte Sternfreunde auf uns zu, die sich im Forum informieren wollten und durch die unterschiedlichen Meinungen der Berichtschreibern stark verunsichert sind.
Also wenn ich nach Studium Ihrer Homepage und ein paar Lesestunden im Forum etwas kaufen wollte, dann wäre ich auch verunsichert. Denken Sie nur an die "Vorteile" der Porrogläser wie "Weitwinkel, angenehmer Einblick", die ehemals besonders präzise Schärfeeinstellung dank Keramikbrücke oder das stundenlange Beobachten ohne Ermüdungserscheinungen dank "langem Augenabstand". Haben Sie schon mal bei der Fa. Jülich oder bei ICS oder beim Fernrohrland solchen Unfug bezüglich Fernoptik auf der Website gelesen? War es nicht das TS 10x50 WP, das mal als ein Fernglas beworben wurde, welches so manches Zeiss Glas "entzaubert" hat? Ist der Zauber vorbei? War es nicht das Fernglas, wo ehemals trockene Worte zur Beschreibung des Kontrasts nicht ausreichten? Und dann wundern Sie sich, wenn es im Forum Kritik gibt und im Anschluß daran Leute verunsichert zu Ihnen kommen? Das TS 8x42 Triplett wird gern als ein Fernglas beworben, welches für "Naturbeobachtung und astromomische Beobachtungen mit besonders hohen Ansprüchen" gemacht wurde (was sind eigentlich astromomische Beobachtungen? <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />). Wenn sich außerhalb des Forums Leute mit Anfragen und Kritik zu diesen Ferngläsern bei mir melden, so weiß ich aus eigener Erfahrung, dass sie das nicht grundlos tun. Beim TS Nevada wird von "Naturbeobachtern mit sehr hohen Ansprüchen, wie Jäger, Ornithologen" und von "Beobachtungen mit höchster Schärfe und Kontrast" fabuliert. Der dazu genannte Preis ist ein Widerspruch in sich. Wenn ein Jäger ein Fernglas mit höchster Schärfe und Kontrast sucht, dann geht er nicht ohne Grund ins Jagdgeschäft und greift in vielen Fällen zu Zeiss oder Leica oder Swarovski. Wenn im Forum beim Nevada von viel zu schwergängiger Dioptrienkorrektur, zu leichtgängig eingestellter Knickbrücke, dem Eindruck von Doppelbildern und flauem Kontrast berichtet wird, dann passt das einfach nicht zu Ihrer Art der Werbung.

Wenn hier im Forum Kritik an dem einen oder anderen Produkt und an dessen überzogener Werbung geäußert wird, so ist das nicht zwingend böser Wille. Wir zwei sind schon öfter "aneinander geraten", wenn es um Produktwerbung geht. Mir ist vollkommen klar, dass Sie ihre Sachen verkaufen wollen. Aber Sie können nicht erwarten, dass jeder mit der Art und Weise des Verkaufs einverstanden ist und Sie sollten auch nicht erwarten, dass es nur positive Berichte gibt ...

Viele Grüße, Frank Schäfer.
 
Re: Der Testbericht zum Tester

Hallo Herr Schäfer,

auf Punkt 1 gehe ich nicht ein, ich erachte das als Polemik.
So viel Augenzwinkern gibt es nicht.

Ich habe nicht auf Ihre Ergebnisse Bezug genommen, wobei Sie sicherlich von Ihrer Warte aus recht haben, das habe ich auch nie in Frage gestellt, es kommt aber, wie immer, darauf an, wie die Texte zu lesen sind und zwischen den Zeilen zu schreiben, ist eine Kunst, die Sie sehr gut beherrschen.

Wenn Sie eine Norm der Bewerbung aufstellen wollen, was durchaus zu befürworten wäre, sollten sich auch alle Händler daran halten oder überhaupt keiner.

Wenn mit unterschiedlichem Maß gemessen werden sollte, dann ist es ok nur bitte ich um Verständnis, daß ich mich daran nicht beteiligen werde. Ich erachte diese Kritik als einseitig und damit nicht als relevant.

Wenn eine Bewerbungsnorm aufgestellt werden soll und sich Leute als geeignet erachten, über andere Leute "zu Gericht zu sitzen", sollte dies fair und gleichberechtigt gemacht werden oder überhaupt nicht.

Wolfi Ransburg

PS:
Im übrigen halte ich nichts davon, Zitate eines Postings rauszunehmen und diese isoliert darzustellen, dies erachte ich als unhöflich.
 
Re: Der Testbericht zum Tester

> auf Punkt 1 gehe ich nicht ein, ich erachte das als Polemik.
> So viel Augenzwinkern gibt es nicht.

Hallo Herr Ransburg,

nicht gleich einschnappen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" />. Wenn Sie einen Test der Testberichteschreiber anregen und damit die Kompetenz der Autoren hinterfragen, dann nehme ich Ihnen das auch nicht übel. Warum auch? Kritik an Erfahrungsberichten und deren Autoren wird es immer geben und bei den Diskussionen hier im Forum sieht man doch, dass es genug kompetente Leute gibt, die einen im Fall der Fälle auseinanderpflücken. Wenn man dabei nicht locker bleibt, hat man schlechte Karten.

> Wenn Sie eine Norm der Bewerbung aufstellen wollen, was durchaus zu befürworten wäre, sollten sich auch alle Händler daran halten oder überhaupt keiner.

Meinen Sie Bewerbung oder Bewertung? Letzteres war ja eigentlich die Anregung zu einer Diskussion über Testkriterien von Herbert Zellhuber. Die Diskussion sollten wir weiterführen. Den Test der Testberichteschreiber haben Sie ins Spiel gebracht, ich habe nur geantwortet <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> ...

> Wenn eine Bewerbungsnorm aufgestellt werden soll und sich Leute als geeignet erachten, über andere Leute "zu Gericht zu sitzen", sollte dies fair und gleichberechtigt gemacht werden oder überhaupt nicht.

Von "zu Gericht sitzen" kann doch gar keine Rede sein. Es geht um Kriterien, wie man Test- und/oder Erfahrungsberichte im allgemeinen angehen könnte. Was hat das mit "zu Gericht sitzen" zu tun? Hier kann ich Ihnen nun wirklich nicht folgen.

> Ich erachte diese Kritik als einseitig und damit nicht als relevant.

Wenn Sie das so sehen, dann ist das Ihre Sache. Jeder hat seine eigene Art, mit Kritik umzugehen ...

Viele Grüße, Frank Schäfer
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Re: Testbericht

Hi Wolfi,
wenn dies bei dem angeführten Miauchi so ist, so gilt es in diesem Fall für Martin Brikmeier.
Das Beispiel mit dem 20x88 steht stellvertretend für andere Fälle - egal bei welchem Händler. Deshalb habe ich bewußt auch kein Label genannt. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
CS
 
Re: Der Testbericht zum Tester

Lieber Herr Schäfer,

ich bin nie eingeschnappt, Sie kennen mich doch, es dauert sehr sehr lange, bis ich mit einem Menschen nicht mehr korrespondieren möchte.

Ich halte halt, genau wir Kritik an der Kompetenz von Händlern die Kritik an der Kompetenz von Berichtschreibern für angebracht.

Aber ich möchte ja auf etwas anderes hinaus. Der uninformierte Leser nimmt die Information ungefiltert, wie ein Schwamm auf.

Ich habe mich mit "Testbericht über Berichtschreiber" vielleicht zu extrem ausgedrückt, aber das ist ja hier durchaus nichts außergewöhnliches ... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Aber wenn der Interessent z.B. bei einem häufigen Poster einfach per Mausklick eine Art astronomischer Lebensgeschichte anklicken könnte würde das helfen. Die Gründe habe ich, denke ich, gut hinterlegt.

Natürlich wäre die gleiche Sache auch für Händler zu fordern und ich denke, da wäre auch kein Problem, darüber zu schreiben.

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Nun, oft hat man das Gefühl, das hier im Forum eine Art selbsternanntes Volksgericht aktiv ist, welches nach Gutsherrenart Lob und Tadel verteilt aber sich selbst über jeden Zweifel erhaben sieht und bei Kritik oft sehr ungehalten reagiert.

Das ist bitte nicht auf Sie gemünzt, denn ich weiß, daß Sie mit Kritik gut umgehen können aber leider wird die Gesamtatmosphäre hier nicht nur von Ihnen, sondern von etwas weniger ausgeglichenen Menschen mehr geprägt.

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Ich persönlich habe ein sehr ausgeprägtes Gerechtigkeitsempfinden und finde es sehr ungerecht, wenn der eine Händler schalten und walten kann, wie er möchte, während der andere Händer unter permanenter Beobachtung steht oder sich zumindest so fühlt.

Das ist, aus meiner Sicht, einseitige Kritik.

Freundliche Grüße

Wolfi Ransburg
 
Re: Der Testbericht zum Tester

Tach...

Klappern gehört zum Handwerk. Gottseidank haben wir eine so vielschichtige Händlerwelt. Andere Länder in unserer Nachbarschaft haben viel limitiertere Möglichkeiten. Man muss ja auch nicht jede Werbung glauben. Tun wir das bei hochlobten Autos auch ? - oder bei Waschmitteln ....weiss/superweiss/ultraweiss ?

Ich denke nicht, das der seriöse Händler Interesse daran hat permanent Gurken in den siebenten Himmel zu loben. Der Markt merkt so etwas schnell. Auch zu teure Produkte regelt der Markt recht schnell. Ein Forum wie dieses hier mag sicherlich dabei helfen. Unterschätzt jedoch nicht den persönlichen Kontakt mit anderen ...in Beobchtungsgruppen/Sternwarten/Astrovereinen/Astrotreffen etc.... Andererseits überlebt mittelfristig nur der Händler der ein wenig cleverer ist als der der andere. Bessere Ideen/besseren Marketing usw. UND - sorry to say- das agressivere Verkaufskonzept und das kann gerne in freundlichere Worte und kameradschaftliches Tuch gehüllt sein. Das nicht immer der Händler mit den besseren Produkten überlebt hat die Vergangenheit uns auch schon bewiesen.
Der extreme Konkurrenzdruck führt da sicherlich zu der ein en oder anderen "Blüte" - andererseits hat er uns Verbrauchern gute/Passable Optiken zu Ramschpreisen beschert. Denkt nur mal daran was
ein 10Zöller noch vor 3 Jahren gekostet hat.

Mich stört am Thema Test "Fernglas" und "Großbinos" zweierlei : es steht ausser Zweifel das Zeiss/Swarowski und andere exorbitant gute Optiken herstellen. Es sind aber auch exorbitante Preise zu denen diese verkauft werden. Und somit auch ein wirklich sehr eingeschränkter Kreis derer die sich solche Geräte leisten können und wollen. Nur wenige stoßen im alltäglichen Gebrauch in die Grenzbereiche vor, in denen solche Optiken ihren Sinn machen. Was also macht es für einen Sinn ein € €50,- XPZ10x50GT mit einem €1000 teuren ZeissGerät zu vergleichen ? Nirgendwo z.b. finde ich eine Abstufung wo gesagt wird : mein Budget beträgt XEuro - was für ein Fernglas wird empfohlen mit dem besten Preis/Leistungsverhältnis. Was muss ich (im Vergleich zu teuren Optiken) dafür an Negativa und in welchem Umfang in Kauf nehmen. Ich habe mal auf dem letzten IHT Heidebeobachtungen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> mit meinem Zeiss 10x50 Dekarem gemacht (das ich BTW für Tag/Dämmerungsbeobachtung für geeigneter halte als als Astroglas des Nachts -aber das nur mal am Rande) und nebenan stand ein Freund mit einem Fernglas von 10x50Wolfi und einem ALDI(?)Fernglas 10x50. OK, die Farbtöne/fehler waren unterschiedlich - mag sein, das das Zeiss eeetwas schärfer erschien. Andererseits brachte das TS Glas und auch das ALDI mehr Spass weil es 1/3 von dem Zeiss-Glas wog. Es war einfach leichter zu handhaben. Natürlich war das subjektiv - aber wir standen in einer Gruppe von 6 Leuten und liessen die Gläser kreisen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> und kamen zu ähnlichen Ergebnissen. Für das Dekarem bekommt man 4x TS oder 6xALDI (nagelt mich nicht fest) und für den "schnellen Blick" reichen die völlig aus. Bitte versteht das o.g. -speziell die Marken- als Beispiel .

Etwas anderes sind diese besagten FH-Großbinos in der <1000 Euro Klasse. Geht es nur um das Besitzen oder gibt es nachvollziehbare Gründe warum FH-Großbinos den z.B. Selbstbauten aus z.B. 2xSkylux 70/700 Refraktoren (á 20 Euro) mit Binoeinblick (das geht ja auch mit zwei Zenitspiegeln/Prismen) oder gar 2x80ED´s -zum Bino zusammengepappt- überlegen sein sollen ? Und ich spreche da vom "08/15"(verzeiht erneut) alltäglichen Einsatz und nicht von einem Vergleich auf einer optischen Bank. Und das man bei so einem Großbino dann auch noch akzeptiert, das man spezielle Okulare reinfriemeln soll und sich nicht aus ohnehin vorhandenem eigenen Reservoir bedienen kann - das will mir partout nicht in den Kopf. Oder wie seht Ihr das ? (ok, das mit den Skylux ist etwas provokativ <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> - aber schlecht sind die nicht.
 
Re: Der Testbericht zum Tester

>>>Nun, oft hat man das Gefühl, das hier im Forum eine Art selbsternanntes Volksgericht aktiv ist, welches nach Gutsherrenart Lob und Tadel verteilt aber sich selbst über jeden Zweifel erhaben sieht und bei Kritik oft sehr ungehalten reagiert.

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Hallo Wolfi,

das ist nun mal die Eigenart eines Forums, in dem sehr unterschiedliche Charaktere zusammenkommen und darunter auch schon mal Choleriker zu finden sind. Da ist gerade dieses Forum noch sehr harmlos, ich wuerde es als zivilisiert ansehen. Wer mitmachen will, muss trotzdem ein entsprechend dickes Fell haben.

Die Frage ist aber eine andere: Warum findest Du Dich, wie es scheinbar der Fall ist (eine Statistik dazu habe ich nicht...) oefter im Zentrum der Kritik als andere Haendler? Ist das reine Willkuer? Auf die Textbeispiele von Deiner Web-Page, die Frank geliefert hat, bist Du bisher nicht eingegangen. Du koenntest doch die Kritik, die hier teilweise zu Recht geaeussert wurde, auch mal konstruktiv auffassen und Deine Web-Seite ueberdenken. Eine Verunsicherung der Kunden entsteht doch dann, wenn es eine besondere Diskrepanz zwischen Praesentation des Produkts und Erfahrungen der Kaeufer gibt. Viele Leute (mit Ausnahme der absolut uninformierten Kunden) erwarten ja gar keine Spitzenoptik fuer 100 Euro, sondern ein brauchbares Fernglas. Wenn sie dann aber mit (unerwartet) grossen Versprechungen konfrontiert werden, dann setzt bei Vielen ein instinktives Misstrauen ein. Sie beginnen, im Internet zu wuehlen, und finden natuerlich auch Berichte, die im Widerspruch zu den Versprechungen stehen. Das Vertrauen zum Haendler ist dann schnell dahin, und dann hilft es auch nicht mehr, die Kompetenz dieser Erfahrungsberichte in Frage zu stellen.

Mit einer positiven, aber gleichzeitig nuechternen, informativen und sachlichen Darstellung Deiner Produkte, die die starken Seiten, aber auch die technischen Grenzen einer China-Optik fuer 100 Euro umfasst, wirst Du nahezu immun gegen solche Erfahrungsberichte, denn der Kunde, der auf Deiner Web-Seite blaettert, fuehlt sich informiert und ernst genommen und hat keinen Grund, Misstrauen zu schoepfen.

Nur so eine Idee...

Gruss,
Holger
 
Re: Der Testbericht zum Tester

Hallo Herr Ransburg,
wer kann bei der Anrede widerstehen? <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />

> Ich halte halt, genau wir Kritik an der Kompetenz von Händlern die Kritik an der Kompetenz von Berichtschreibern für angebracht.

Dagegen habe ich nichts einzuwenden. Ein Händler hat sicher das gleiche Recht, die Kompetenz und die Ambitionen eines Autors zu hinterfragen, wie ein Kunde, der sich überlegt, was er vom fachlichen Background eines Händlers erwarten kann. Das ist normal und legitim.

> Aber wenn der Interessent z.B. bei einem häufigen Poster einfach per Mausklick eine Art astronomischer Lebensgeschichte anklicken könnte würde das helfen.

Das wird im Forum nicht klappen, sowas kann man ja fälschen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />. In einem Forum wie diesem hilft eigentlich nur längeres Mitlesen. Bei Leuten wie Sven Wienstein, Walter E. Schön, Walter Wehr und vielen anderen kann man anhand der Antworten ohne Argwohn auf die nötige Kompetenz schliessen und ich verwette mein Dekarem gegen ein Lidl 10x25, dass man auch als Neueinsteiger in das Forum dies beizeiten mitbekommt. Genauso schnell merkt man, wer sich für sein Leben gern mit Spiegelfritzen anlegt und keine Runde um achromatische Refraktoren ausläßt, ohne seinen Senf dazuzugeben (das gilt natürlich auch umgekehrt) <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />. Im Grunde ist das Forum doch wie ein Dorf, irgendwann "kennen" sich die meisten und die hin und wieder auftauchenden Stänkerer haben ohnehin keine guten Karten. So sehe ich das ganze eigentlich ziemlich locker. Mir ist schon klar, dass ein Händler vom Verkauf lebt und dass das eine oder andere Posting ziemlich nerven kann. Aber für manche Diskussionsrunde zeichnen nicht in erster Linie die Kunden verantwortlich und die vorgebrachte Kritik hat durchaus ihre Berechtigung.

Ich weiß nun nicht, wie der Einkauf beim chinesischen Hersteller so funktioniert. Manchmal habe ich das Gefühl, der Händler wählt aus einem bunten Prospekt oder einer Website voller Ferngläser ein paar Modelle aus (am besten mit verbundenen Augen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/cool.gif" alt="" />) und bestellt gleich 1000 Stück von jeder Sorte. Wenn die Geräte angekommen sind und erste Schwachpunkte das Tageslicht erblicken, dann müssen sie trotzdem unters Volk gebracht werden. Und dann ist Kritik natürlich nicht das, was man sich als Händler an erster Stelle wünscht. Klar. Das ist aber der Punkt, wo es immer wieder klemmt. In den Anzeigen wird viel versprochen, die Realität sieht anders aus und im Forum gibt es die dazu passende Diskussion. Das Spiel wiederholt sich ja nun nicht zum ersten mal. Leute wie Thomas haben ihre Lektion mit eigenen Erfahrungen gelernt und irgendwann geht einem das Märchen vom besonders hochwertigen Teleskop zum besonders günstigen Preis einfach nur noch auf die Nerven ...

Viele Grüße, Frank Schäfer.
 
Re: Der Testbericht zum Tester

Hallo Holger,

grundsätzlich eine gute Idee nur sie scheitert an Leuten, die eine nüchterne Information nur negativ bewerten.

Beispiel:

Ich habe einen Rich Field Refraktor im Sortiment und ich habe einen Versuch gestartet, dieses Gerät unter anderem mit einer sinnvollen Grenzvergrößerung von 100fach zu bewerten.

2x hintereinander:
Das Gerät ist ja schlechter als das des Wettbewerbers xxx weil der bewirbt ja mehr Vergrößerung.

Ich habe es frustriert gelassen und nun einfach keine sinnvolle Grenzvergrößerung mehr reingeschrieben.

Man kann es dem Volk nicht recht machen. Wenn man eine nüchterne Bewerbung versucht, wird das negativ bewertet und man darf den ganzen Tag lang argumentieren, warum man diese Bewerbung nüchtern gemacht hat.

Irgendwann kann ich meine Tore zusperren, ich hätte dann zwar sooo viele nette Freunde im Forum aber kein Geschäft mehr, die großen Kritiker wären zufrieden gestellt und die Kunden kaufen wo anders, wo es besser klingt. Denn ich verbringe ja den ganzen Tag damit, zu argumentieren, warum woanders ein vergleichbares Produkt viel schöner klingt.

Glaub mir, es ist kein leichtes Brot, wenn die Forderungen und die Erwartungen so weit weg von der Realität sind. Dieser Thread ist ein perfektes Fallbeispiel dafür.

Wenn ich anfange, gemäß der Kritik meine Bewerbung nüchterner zu formulieren, würde, das kannst Du mir glauben, der Wettbewerb ein Freudenfest veranstalten und dann wäre genau das erreicht, was viele wollen.

Wolfi
 
Re: Der Testbericht zum Tester

Hallo Herr Schäfer,

nun, ganz so ist es gottseidank nicht, bis ein Produkt vertrieben wird, gibt es viele Sample Lieferungen.

Sicherlich, auch in China wird nicht mit Wasser gekocht und genauso schlimm ist es, was oft für teures Geld unter klingenden Namen an den Mann gebracht wird.

Über die Probleme der Bewerbung habe ich im Posting darüber etwas philosophiert.

Wolfi Ransburg
 
Re: Test besser absagen?

Hallo Frank,

ich sehe das so:

Wenn ich einen Erfahrungsbericht zu einem Produkt schreibe und dieses Podukt
vom Händler zur Verfügung gestellt bekomme weise ich vorher darauf hin daß er
von mir kein geschöntes Wunschergebnis bekommen wird.Wenn der Händler damit
einverstanden ist kann die Sache stattfinden,ist er nicht einverstanden lass
ich es bleiben.

Im Ergebnis nenn ich positive und negarive Punkte des Produktes.Wenn es auf
einen Vergleich mit einem weiteren Produkt hinausläuft mache ich deutlich wo
Produkt 1 gegenüber 2 seine Vorteile und evtl Nachteile hat.

Alle Schwachstellen müssen auf Tablett gebracht werden,ist doch klar.
Anderenfalls könnte man ja gleich einen Werbetexter mit der Aufgabe befassen.

Darüberhinaus behalte ich mir vor meine Meinung zu Produkten die ich
kennenlernen konnte auch ungefragt öffentlich zu äußern,auch wenn das
dann nicht jedem gefällt.

MfG,Karsten
 
Re: Der Testbericht zum Tester

Hallo Herr Ransburg (oder darf ich Wolfi sagen?)
Sie haben ja geschrieben: Ich habe es frustriert gelassen und nun einfach keine sinnvolle Grenzvergrößerung mehr reingeschrieben und ich vermute das sie auch andere wichtige Informationen aus Frust weglassen die dumme Menschen vom Kauf abhalten würden. Aber wie sieht es aus wenn sie jemand ernsthaft fragt nach dem für und wieder eines Gerätes oder zB nach der sinnvollen max. Vergrösserung? Erhält er dann eine ehrliche Antwort oder bekommt er schöngefärbte Antworten die auf den Verkauf abziehlen? Dazu möchte ich erwähnen das ich kaum eine Ahnung von der Materie habe,aber ihre Seite und ihren Shop als sehr angenehm empfinde und ja auch in naher Zukunft vorhabe das TS_Gigant bei ihnen zu kaufen. Das lustige ist das mich Testberichte des Oberwerk in amerikanischen Foren von dem Gerät überzeugt haben obwohl ich mir das Gerät natürlich auch noch live angucken werde. Da sieht man mal wie wichtig solche Erfahrungsberichte für Einsteiger sind, bzw sein können.
Hatte bisher nicht das Gefühl das die Beschreibungen zu reisserisch sind (nur manchmal). Aber wie gesagt, ich habe nicht das nötige Wissen um das Beurteilen zu können. Allerdings fände ich es fantastisch wenn ein Laden mal seine Produkte realistisch mit allen positiven und negativen Aspekten bewerben würde, oder das zumindest auf genauere Nachfrage tun würde.
Aber ihren Online Shop möchte ich trotzdem mal loben denn da habe ich bestimmt nicht nur Stunden sondern schon Tage drauf verbracht... Hoffe das war jetzt nicht zu positiv für einen Händler geschrieben, denn man gerät ja hier immer schnell in den Verdacht nur weil man mal ein Lob ausspricht gleich von dem Händler bezahlt oder bestochen zu werden... Nein, ich kenne Herrn Ransburg nicht persönlich noch war ich bis jetzt jemals in seinem Laden <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

PS: Wo liegt denn die max. sinnvolle Vergrösserung des Giganten mit und ohne Korrekturlinsen für zB Planetenbeobachtung?
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Re: Der Testbericht zum Tester

Hi Wolfi,
und wenn jemand mit der Vergrößerung kommt, wo ist das Problem?
Erkläre was es damit auf sich hat und Du kannst Punkten i.S. Beratung.
Was kann passieren?
a) Du überzeugst und machst den Deal
b) Der Kunde glaubt Dir nicht und kauft wo anders. Ok, zunächst ein Verlust,
aber wenn der Kunde dann seine eigenen Erfahrungen macht und feststellt, das Du Recht hattest, wird er sich Deiner erinnern und womöglich beim nächsten Mal kommen und kaufen.
Natürlich ist ein gewisses Risiko drin, aber dauerhaft meine ich wird man so gewinnen, nicht durch die Kurzfrist-Denke. Das rächt sich in jeder Branche mit der Zeit.
CS
 
Re: Der Testbericht zum Tester

Hallo liebe Sternfreunde,
habe im großem Interesse die verschiedenen Meinungen über Tests gelesen. Hatte vor vielen Jahren die Möglichkeit, von Optikern verschiedene Geräte am Sternenhimmel auszuprobieren, z.B. Spektive von Optolyth, Celestron-Modelle C 5 C 8. Mußte z.B. feststellen, daß ein 30x60 Monokular von Zeiss nicht mit meinem Bino 30x80 von Optiphot/Stuttgart mithalten konnte. Ebenso probierte ich an meiner Russentonne ein Zoom-Oku 8-24 mm aus und war über die Abbildungsgüte sehr erstaunt.Der Optiker sagte mir, daß der das Zoom auf keinen Fall empfehlen könnte. Ich wollte mir jedoch mein eigenes urteil bilden. Ebenso konnte ich feststellen (Astrotreffen in Rheinselen) daß meine Russentonne ohne weiteres mit einem sehr guten Gerät von Vixen/Fa. Vehrenberg mithalten konnte (100 Öffnung, ich glaube es waren 900 mm BrW). Mir kommt es manchmal so vor, als wenn bei Sternfreunden pauschal nur "Zeissqualität" das richtige ist. Beobachte hier seit 1998 mit einem 12,5" Dobson (Sonotubus) und Plössl-Oku, Serie 3000 von MEADE den Sternenhimmel, speziell Veränderliche Sterne. Die Okus bringen nahezu punktscharfe Sterne bis zum Gesichtsfeldrand. Das Gerät wurde seinerzeit von Hr. Randsburg zusammengestellt (da war er noch bei Firma ... beschäftigt). habe den Kauf bis heute nicht bereit und unzählige Beob.-Stunden erleben dürfen. Das Gerät zeigt z.B. bei 304fach Sterne bis 15,1mag, mit bloßem Auge waren bis 6,7mag zu erkennen.
Ich möchte den Rat geben, seht doch bei den Astro-Geräten die Sachen "nicht so eng". Hat man eine "Gurke" erwischt, ist Umtausch die einzig richtige Entscheidung, die auch ein Händler akzeptieren wird!
Nun bin ich vom Hauptthema "Ferngläser" abgewichen, mußte das aber mal loswerden. Das Stöbern in den Foren ist immer sehr interessant.
Gruß aus Bockenem
Günther krisch
 
Re: Der Testbericht zum Tester

Schönes Posting. Bringt einen Anfänger wie mich zum Nachdenken... Ich liebe dieses Astroforum <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" />
 
Re: Test besser absagen?

Hallo Karsten,

so wie Du das schreibst, sollte es eigentlich üblich sein. Ich kann Dir da nur zustimmen.
Darüberhinaus behalte ich mir vor meine Meinung zu Produkten die ich
kennenlernen konnte auch ungefragt öffentlich zu äußern,auch wenn das
dann nicht jedem gefällt.
Damit läufst Du evtl. Gefahr, vom Nachschub an Testequipment abgeschnitten zu werden. Dann hilft nur noch kaufen und ungefragt darüber zu schreiben <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />. Ist nicht sooooooo ernst gemeint <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> ...

Frank.
 
Re: Testbericht

> wenn dies bei dem angeführten Miauchi so ist, so gilt es in diesem Fall für Martin Brikmeier.

Hallo Antares,

ich nehme an, Du beziehst das auf Herrn Ransburg's Aussage:

> Wo steht, daß der Miyauchi mit 100mm Öffnung und 90° Einblick auch eine Gesichtsfeldbeschneidung hat (gesehen am ITT vor ein paar Jahren) ....

Sollte Herr Ransburg mit seiner "Gesichtsfeldbeschneidung" von einer beschnittenen Austrittspupille wie beim 20x88 Fernglas sprechen, dann geht es wahrscheinlich um zu klein dimensionierte Prismen. Hier könnte der volle Strahlquerschnitt vom Objektiv das Prismensystem nicht passieren. Das wäre keine "Gesichtsfeldbeschneidung" sondern ein Fall von Vignettierung der nominellen Öffnung von 100mm. Sollte das Gesichtsfeld (oder besser Sehfeld) beschnitten sein, dann stimmt was mit der Sehfeldblende nicht - entweder ist sie ein Ei oder jemand hat die Blende so ausgeschnitten, dass zum Kreis ein Stück fehlt <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />. Es sei denn, Sehfeldblende im Okular und letztes Prisma liegen so nah beieinander, dass eine Prismenkante einigermaßen scharf abgebildet wird. Das könnte der Sehfeldblende mit ihrer ansonsten runden Erscheinung abträglich sein. Allerdings habe ich noch kein Miyauchi mit diesem Effekt gesehen, ausschliessen will ich es aber nicht. Um von Spekulationen wegzukommen, müsste mal jemand ein Foto der AP schiessen und hier einstellen. Bis dahin wäre ich mit Mutmaßungen vorsichtig.

Wenn ich mich in der Argumentation irre, wird mich hoffentlich jemand korrigieren. Mal sehen, ob Walter noch mitliest ......

Frank.
 
Re: Test besser absagen?

Hallo Frank,

Damit läufst Du evtl. Gefahr, vom Nachschub an Testequipment abgeschnitten zu werden.
du wirst lachen,aber nach dem Barlow und Okular Vergleich
hatte ich sowiso erst einmal für eine Weile genug.Denn das war sowohl zeitaufwendig
als auch mit gewissen Ausgaben für Sprit verbunden,schließlich musten Sven
und ich etliche Male in die Pampa schüsseln um das Equipment unter brauchbaren
Bedingungen vergleichen zu können. Das Wetter spielte zeitweilig ebenfalls
nicht mit,so daß sich die Sache arg in die Länge zog.

Ansonsten bin ich mittlerweile recht gut serviert und brauche nur noch wenig
zusätzliche Ausrüstung.Ich möchte ja schließlich Teile vergleichen an denen
ich persönlich auch interessiert bin oder sein könnte,schließlich mache ich
das in meiner Freizeit.

MfG,Karsten
 
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