Interstellarum wird eingestellt?

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Hallo Jochen,

Dein angeblich lebendiges Elektropferd muss der Kunde erstmal annehmen. Und vor allem gehört dazu ein entsprechendes Medium. Glaubst Du wirklich, es ließe sich zu diesem Zeitpunkt eine große Leserschaft gewinnen, die sich erstmal für 300 bis 700 Euro ein Tablet mit ansprechend großem Display beschaffen muss? Und glaubst Du wirklich, dass das jeder so handlich findet? Die Print-Ausgabe kann ich auf dem Schreibtisch nach der Pause auch mal eben auf die Ablage packen. Für ein Tablet müsste ich erstmal eine Schutzhülle mitschlörren, habe das Ding schwer auf der Schulter, usw.

Dein Weg ist nicht der Weg aller! Das geht mir gerade auf den Nerv. Wenn IS digital kommt, dann müssen sie sich eben ein Geschäftsmodell ausdenken. Kann sein, dass an dann Artikel einzeln abrechnet. Aber für so eine Lösung muss man auch einige Kilo-Euro App-Entwicklung rechnen. Viele sehen ja nur, dass die App 99 Cent kostet... Die Entwicklungskosten sehen anders aus und die müssen erstmal reinkommen, auch die, der existierenden App. Meine Erfahrung als ITler ist übrigens, dass der Markt nach App und Tablet schreit, und wenn man die Leute dann fragt, wie sie sich die Arbeit in bestimmten Fällen so ohne Tastatur vorstellen, ist das Tablet ganz schnell wieder ein kleiner Betrachter mit beschränktem Finger-Interface... Es gibt Pferde, die sehen geil aus, sind aber schon vor dem Kauf derart behindert, dass man sie gleich auf Gnadenbrot setzen muss.

Clear Skies
Sven
 
Der Antwort von Sven möchte ich noch hinzufügen:
Warum um alles in der Welt `soll` ich mich so technikabhängig machen? Da gibt`s die sog. Smartphone-Zombies, Leute, die den Weg zur Arbeit scheinbar ohne eingeschaltetes Navi nicht mehr finden, Leute, die in den (a-)sozialen Medien jeden ach so wichtigen Pups kundtun müssen und dergleichen mehr.
Ich empfinde es als irgendwie bedenklich, will ich mal einen Artikel aus meiner Laufzeitschrift, aus interstellarum- woraus auch immer lesen, erstmal einen Rechenknecht einschalten müßte.
Oldshool? Mag sein,von mir aus, ich sitze aber lieber am Kaffeetisch und blätter mal in einer Zeitschrift, als mein Frühstücksgeraffel über eine Tastatur o.ä zu verteilen.

Interstellarum (auch nicht irgendeine andere Zeitschrift) ausschließlich digital würde ich definitiv nicht mehr beziehen.
Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass ein rein digitaler Vertrieb eine Zukunft haben könnte. Wenn ich die Meldungen hier so lese scheint diese Vorstellung nicht unrealistisch

Markus
 
Hallo Kollegen,

ich habe überlegt ob ich dies schreiben soll...
Es ist die gute alte Leier die schon unsere Eltern geschraddelt haben.
Wer braucht das schon ... ?!
Neumodischer Mumpitz ... !
Glaubt nicht das sich das durchsetzt ... !

Wie der Aufruf zu helfen seitens IS zeigt ist es bereits jetzt nicht mehr möglich solch ein Nischen Printmedium ohne gravierende Einschnitte am Leben zu halten.
Und das obwohl noch etliche Leser Ü40 die mit Papier aufgewachsen sind die Zeitschift abbonieren.
Ihr wollt eine (Hochglanz)Zeitschrift mit Informationsgehalt und möglichst ohne Einflussnahme der Hersteller und Händler ?
Dann heisst es Portmonai auf und zahlen !
Wir können hier noch und nöcher diskutieren.
IS geht das Geld aus !
Und es werden nicht mehr Leser, woher auch ?
Wie kann ich jedoch den potenziellen Leser von morgen animieren sein Geld in den Okulum Verlag zu investieren ?
Bestimmt nicht dadurch ihm zu erklären das es ja auf einem total falschen Dampfer ist mit seinem Computer, Tablet und Online Zeugs.
Der Leser möchte abgeholt und nicht belehrt werden.
(Uuups mache ich das gerade ? ) ;)
Nun ja, wenn ich eines gelernt habe, es kommt immer anders als man denkt.
Zunächst werde ich IS mal helfen so weit ich kann und dann schaun mer mal wie sich das entwickelt.


 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo!

Wenn man sich mal die Fundingseite der IS ansieht, kann man ganz gut sehen, welchen Stellenwert die Printausgabe doch hat. Derzeit stehen dort 42 neue Printabos und 14 Digitalabos.
Ich lese viel mit dem Ebook und habe extra noch ein Kleines für unterwegs, aber selbst mit einem größeren Tablet würde ich die IS nicht genießen können und so geht es eben vielen, aus welchen Gründen auch immer.
Gleichzeitig gebe ich der IS auch immer den Vorzug gegenüber den Artikeln, die man im Netz findet. Ich finde zwar auch dort alles, aber ich suche nicht nach allem. Was ich meine ist: die IS wählt Themen aus und bietet sie mir an. So komme ich auf neue Ideen und bekomme Anreize zu Sachen, auf die ich sonst nicht gekommen wäre.
Was Michael schreibt, wundert mich übrigens auch schon ewig: Zu den exotischsten Themengebieten gibt es fünf und mehr monatlich erscheinende Magazine und im Bereich Astronomie können sich offenbar nicht einmal 2 halten. Das ist schon ziemlich traurig.

Gruß
Sebastian
 
Das alte Pferd ist definitiv tot, daran gibt es nichts zu rütteln, nicht bei der IS und auch nicht bei den anderen Printmedien, die in der selben Klemme stecken.

Das neue Pferd ist eventuell noch zu jung und unerfahren um richtig darauf zu reiten.

Auf was man setzt bleibt natürlich jedem selbst überlassen....

Jochen
 
Zitat von TriffiD:
Hallo!

Wenn man sich mal die Fundingseite der IS ansieht, kann man ganz gut sehen, welchen Stellenwert die Printausgabe doch hat. Derzeit stehen dort 42 neue Printabos und 14 Digitalabos.

Das Digitalabo hat auch den selben Preis des Printabos, wer kauft denn so was ???

ich will ja gar nicht ausschliessen, dass das Clientel, gerne ein Printabo hätte, aber es ist eben leider nicht mehr zu finanzieren, oder will jemand 15 Euro für ein Heft bezahlen?

Jochen
 
Zitat von yukons:
Hallo Kollegen,

ich habe überlegt ob ich dies schreiben soll...
Es ist die gute alte Leier die schon unsere Eltern geschraddelt haben.
Wer braucht das schon ... ?!
Neumodischer Mumpitz ... !
Glaubt nicht das sich das durchsetzt ... !

Wie der Aufruf zu helfen seitens IS zeigt ist es bereits jetzt nicht mehr möglich solch ein Nischen Printmedium ohne gravierende Einschnitte am Leben zu halten.
Und das obwohl noch etliche Leser Ü40 die mit Papier aufgewachsen sind die Zeitschift abbonieren.
Ihr wollt eine (Hochglanz)Zeitschrift mit Informationsgehalt und möglichst ohne Einflussnahme der Hersteller und Händler ?
Dann heisst es Portmonai auf und zahlen !
Wir können hier noch und nöcher diskutieren.
IS geht das Geld aus !
Und es werden nicht mehr Leser, woher auch ?
Wie kann ich jedoch den potenziellen Leser von morgen animieren sein Geld in den Okulum Verlag zu investieren ?
Bestimmt nicht dadurch ihm zu erklären das es ja auf einem total falschen Dampfer ist mit seinem Computer, Tablet und Online Zeugs.
Der Leser möchte abgeholt und nicht belehrt werden.
(Uuups mache ich das gerade ? ) ;)
Nun ja, wenn ich eines gelernt habe, es kommt immer anders als man denkt.
Zunächst werde ich IS mal helfen so weit ich kann und dann schaun mer mal wie sich das entwickelt.

Ein Einwand wie dieser ist nicht so ganz unangebracht,einerseits, andererseits irgendwie aber doch. Nämlich dann, wenn man mal in die -mögliche- Zukunft schaut.
Mal vorausgesetzt, das crowdfunding verläuft positiv.
Ein weiter so wie bisher wird es für die IS-`Macher` wohl nicht geben können, ich denke mal, es wäre nur eine Frage der Zeit, wann das Projekt dann endgültig chancenlos vor dem Aus steht.
Welche Angebote (digitale/analoge)welcher Güte auch immer und auf welchem Vertriebsweg (ev. ebenso) -hoffentlich- nächstes Jahr erfolgreich funktionieren können, das richtet sich nunmal nach den Interessen und Vorlieben der bestehenden und neu zu gewinnenden Abonnenten.
Ich denke, da kann es nur hilfreich sein, hier darüber seine Meinung kund zu tun. Immerhin wäre IS dadurch in der Lage, so etwas wie ein Konzept für Zukunft zu entwickeln- warum sich nicht in Grundzügen bereits jetzt eine Orientierung holen?
Ansonsten stehen sie eventuell da und sagen: hey toll, wir können weitermachen, aber was machen wir wie um dass es auch eine Ausgabe Nr 150 geben kann?

Aber klar, zunächst geht's ums überleben überhaupt, schon richtig.

Markus

 
Hallo Volker,

Zitat von AstroRider:

der Verlag dürfte momentan für jede Unterstützung dankbar sein und mit einer Beseitigung des Abo-Zwanges hätte er zumindest in dieser Phase evtl. zusätzliche Unterstützung.

Zitat von AstroRider:
Es geht hier ja nicht um eine einmalige Spendenaktion, sondern um eine dauerhaft besser aufgestellte Finanzierung.

Erst einmal geht es doch darum, die finanziellen Mittel für einen Neuanfang zusammen zu bekommen und damit dann ein tragfähiges Konzept zu entwickeln, mit dem der Verlag/IS überleben kann. Da wäre es doch vorteilhaft alle denkbaren Möglichkeiten auszuschöpfen.

Dieses Ziel allein durch die Anwerbung von Abo-Neukunden erreichen zu wollen erachte ich für illusorisch. Immerhin sollen ja neben den vorhandenen Abo-Kunden nocheinmal die Hälfte (also um die 2000) davon als Neukunden gewonnen werden.

Bzgl. Print vs Digital:

Eine Gegenfrage an die Digital-Fraktion: wäre denn eine reine Digital-Ausgabe überhaupt zu finanzieren? Wären denn genügend Leute bereit neben den ganzen kostenlos erhältlichen Informationen Geld (mehr als ein paar Cent!) für eine online-Ausgabe zu zahlen? Oder ist dieses "neue Pferd" von vornherein schon am verdursten?
Falls IS überhaupt weiterlebt, werden beide Ausgaben wohl zumindest eine Zeit lang parallel exsistieren (laut der Zahlen scheinen sich die meisten für beides zu entscheiden: Print: 42, Print+Dig.: 32, Print+Upgrade auf Dig.: 60, Dig.: 14) und die Frage Print vs Digital stellt sich so gar nicht.

Ciao Werner
 
Hallo Werner.

Zitat von blueplanet:
...und die Frage Print vs Digital stellt sich so gar nicht.

Nein, die Frage stellt sich nicht wirklich. Ich hatte nur den Eindruck, dass eine These hier lautete: "Weg mit dem Print, das wollen sowieso nur die Wenigsten" - und das ist sicherlich nicht so.
Bei meinem Zahlenvergleich habe ich die Kombinationsabos absichtlich außen vor gelassen, da das Digitalabo im Bundle sehr billig mitgeliefert wird und dadurch ein Mitnahmeeffekt besteht der zudem möglicherweise keinen Bedarf an der Digitalausgabe anzeigt, sondern vielmehr dem Wunsch entspringt, der IS zu helfen.
Ich denke auch, es wird nichts nutzen. Auch wenn die Fundingaktion sich überwiegend aus neuen, regelmäßigen Abos zusammensetzt (der Fundingbetrag also jedes Jahr theoretisch wieder anfällt) und nicht auf einmalige Spenden abzielt, wird das Problem wohl letztendlich doch nur verschoben. Die einzige Hoffnung liegt wohl darin, dass die IS nun durch diese Aktion einem breiteren Publikum bekannt wird und dadurch mehr Abonenten gewinnt - an ein Bekanntheitsproblem in der Zielgruppe kann ich aber nicht wirklich glauben. Schön wäre es aber, wenn eine Rettung gelänge.

Gruß
Sebastian
 
Hallo zusammen,

in den Forenbeiträgen und in Zuschriften wird klar, dass wir bestimmte Fragen noch nicht ausreichend behandelt haben bzw. es zu Missverständnissen kommt. Wir haben die am häufigsten gestellten Fragen und damit verbundene Missverständnisse noch einmal gesammelt und wollen sie hier beantworten:

1. Ist die Lage so ernst weil die Leser weniger werden?
Nein, ganz im Gegenteil. interstellarum hat heute so viele Leser wie noch nie. Die Zeitschrift hat in den letzten Jahren kontinuierlich an Lesern gewonnen. interstellarum ist deshalb nicht das Problem, sondern die Lösung, gerade weil es viele Leser hat.

2. Was ist denn dann das Problem?
Problem ist, dass die regulären Hefte von interstellarum allein nicht ausreichen um das Team aus sieben Personen dauerhaft zu finanzieren. Es sind weitere regelmäßige Einnahmen nötig. Die Hinzunahme der Themenhefte war ein wichtiger Schritt, reichte aber nicht aus. Auch die Bücher, die einen immer schwereren Stand haben, können diese Lücke nicht schließen. Diese Problematik ist uns seit über 10 Jahren bewusst und seit vier Jahren haben wir verstärkt mit hohen Investitionen dagegen angekämpft. Fernrohrfinder.de, die interstellarum-App, die Sternstunde, neue Atlanten und Aktionen sollten das Blatt wenden. Das Ergebnis war jedoch, dass das bestehende Team den immer weiter steigenden Arbeitsanfall nicht mehr bewältigen konnte. Die Einnahmen reichten jedoch nicht für Neuanstellungen, da nicht wesentlich mehr Geld generiert werden konnte.

3. Könnt Ihr Euch nicht auf Eure Kerninhalte beschränken und das Team abspecken?
Um eine Zeitschrift wie interstellarum als gedrucktes Heft oder elektronisch herzustellen sind bestimmte Arbeitsstellen nötig:
- Redaktion (Artikelakquise, Bearbeitung, Lektorat)
- Herstellung (Layout, Bildbearbeitung, Datenerzeugung)
- Online (Webgestaltung, Datenbanken, Serverpflege)
- Marketing (Aktionen, PR, Anzeigenleitung)
- Vertrieb (Bestellabwicklung, Rechnungstellung, Kontoführung)
- Kundenbetreuung (Telefon und Emails beantworten, Pflege der Datenbank)
- Geschäftsführung (Strategie, Produktentwicklung, Kooperationen)
Dazu kommen noch externe Korrektoren, Kolumnisten, Autoren etc.
Es ist nicht sinnvoll möglich eine dieser Stellen zu streichen. Gleichzeitig ist mit jeweils nur einem Mitarbeiter in allen Bereichen auch nur ein bestimmtes Pensum zu schaffen. Externe Vergabe ist auch keine Lösung, da meist mit wesentlich höheren Kosten verbunden.

4. Warum wurde erst jetzt gehandelt?
Wir wollten uns nicht vorwerfen, voreilig die Flinte ins Korn zu werfen. Zuletzt war das Ungleichgewicht zwischen Einnahmen und Ausgaben jedoch zu groß, um länger zu bestehen.
Zahlreiche interessante Vorhaben konnten wir gar nicht mehr umsetzen, weil uns das Geld für Neuanstellungen gefehlt hat.

5. Was ist das Problem beim Kioskvertrieb?
Das Problem ist einerseits, dass uns nur ein kleiner Teil des Geldes erreicht. Beispielrechnung:
+ 7,90€ zahlt der Kunde
– 0,55€ sind Steuer
– 3,95€ erhält der Handel
– ca. 0,40€ erhält der Vertrieb
= 3,00€
Das Problem ist andererseits, dass der Handel immer wesentlich mehr Hefte erhalten muss, damit niemals die Situation eintritt, dass kein Heft im Regal steht. Im Endeffekt werden deshalb ca. 50% der Hefte nicht verkauft. Bei anderen Zeitschriften ist diese Quote noch viel höher.
Es bleiben also ca. 1,50€ pro Heft. Von diesem Betrag müssen nicht nur der Druck, sondern auch alle anderen Kosten bezahlt werden - und idealerweise noch ein Rest übrig bleiben. Lohnend wäre das erst bei deutlich mehr verkauften Exemplaren, da dann die Druckkosten geringer werden und der Anteil des Profits steigt.

6. Warum schafft Ihr den Kioskvertrieb nicht ab?
Fast die Hälfte der Leser bezieht das Heft am Kiosk. Diese Leser möchten wir gerne bedienen. Die große Reichweite ist außerdem ein gewichtiges Argument für unsere Anzeigenkunden.

7. Was passiert mit dem Geld, falls das Crowdfunding erfolgreich ist?
Mit dem Geld sind wir zunächst in der Lage das Team so aufzustellen, dass die bestehenden Stellen erhalten bleiben und dringend nötige neue Stellen geschaffen werden können. interstellarum wäre damit zum ersten Mal in der Lage, sich selbst zu tragen. Wir können damit das weitere Erscheinen sicher stellen.

8. Muss nicht am Geschäftsmodell etwas geändert werden?
Sicher! Es müssen neue Modelle entwickelt werden, wie der Verlag nachhaltig Einnahmen generieren kann. Hier ist die Zeitschrift und ihre digitale Zukunft nur eine Seite. Wichtiger ist, dass man sich über weitere neue Ziele Gedanken macht.

9. Warum konntet Ihr das nicht früher machen?
Ideen gab es bisher schon viele. Nur fehlte bisher immer die Zeit und/oder das Geld sie umzusetzen. Dies ist mit dem Neustart von interstellarum anders - wir können in Ruhe überlegen wie es weitergeht, da das Heft auf sicheren Beinen steht.

10. Nehmt Ihr unsere Rückmeldungen ernst?
Ja! Wir werten regelmäßig Diskussionen in den Foren aus, starten Leserumfragen und hören uns Rückmeldungen auf Treffen und Tagungen an. Konkrete Schlüsse daraus zu ziehen ist aber nicht ganz einfach, weil die Forderungen oft im Gegensatz zur Realität stehen: Während viele uns raten komplett digital umzustellen, werden Printhefte nach wie vor viel mehr gekauft. Während die Themenhefte als Hindernis dargestellt werden, sind sie die meistgekauften überhaupt. Während der Inhalt als zu kommerziell empfunden wird, haben wesentlich kommerzieller ausgerichtete Zeitschriften mehr Erfolg. Während unsere Tests von manchen als zu lasch empfunden werden, beschweren sich Hersteller über die härtesten der Branche.

Unser Versprechen ist: Wenn es weitergeht, werden wir in einer groß angelegten Umfrage gezielt Rückmeldungen einholen und das Heft danach ausrichten.

Jetzt unterstützen: www.startnext.de/interstellarum

clear skies,
Ronald
 
Hallo,

seit Längerem mal wieder in den Thread hier geschaut :)

Mir drängt sich eine Frage auf: Was passiert mit den Buchrechten wenn Occulum dann geschlossen den Offenbacher machen müsste?

Die Frage ist ernst gemeint, bin in diese Richtung völliger Laie, liegen die Rechte nicht ohnehin beim Autor? Sprich: Klassiker wie der DSRA könnten dann doch durchaus weiterbestehen, wenn Michael Feiler und Philip Noack es von einem anderen Verlag verlegen lassen (der ein über Jahre gut angenommenes Buch sicher mit Kußhand nehmen würde). Oder nehmen scheidende Verlage die Rechte mit ins Grab zum Druck? DSRA war jetzt nur ein Beispiel, es gibt ja durchaus einige gute Bücher im Occulum Verlag (weswegen ich auch Hoffnung hege, dass er bestehen bleibt!).

Noch ein letztes Wort zu mir zu online-Geschichten bei der Zeitschrift: Reichweite... das ist ein tolles Wort in Zeiten von "Spam und Werbung" im Umfang eines Lexikons täglich im digitalen Postkasten, aber die reine Klickzahl und Zustellung von diesen Geschichten hat doch keinen wirtschaftlichen Gegenwert oder?! Wer öffnet bitte die 17 Amazonmails oder klickt auf die Bildchen unter einem Newsletter? Das Pennyprospekt erreich hier auch 95% aller Haushalte, die Bude ist trotzdem immer leer ^^ Tolle Unterlage für die Basteleien der Kinder... Ich will damit nur sagen: Die Wirtschaftsinteressen der inserierenden Unternehmen finanzieren also solche erweiterten Onlineangebote aber wie schon angeklungen sind die Werbeeinnahmen rückläufig weil eben zu wenig Geld pro investiertem Werbegeld bei solchen Medien rüberkommt, darauf würde ich definitiv nicht bauen wenn ich langfristig eine sichere Finanzierung planen müsste, zumal bei einem Medium mit natürlich eingeschränkter Zielgruppe.

Viel Erfolg
Benny
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Ronald.

Zitat von interstellarum:
Auch die Bücher, die einen immer schwereren Stand haben, können diese Lücke nicht schließen.
Die Bücher hätten einen leichteren Stand, wenn man sie häufiger im Buchhandel liegen oder stehen sehen würde.

Der moonscout ist zum Beispiel ein tolles Buch für den Einsteiger in die Mondbeobachtung, der allenfalls das Mare Crisium kennt (Fracastorius fehlt mir dennoch).

Um diesen Einsteiger, der oft auch ein Einsteiger in die Astronomie sein dürfte, zu erreichen, sollte das Ding aber vor Ort erhältlich sein. Das spricht nicht nur den blätternden Interessenten an, sondern auch die Leute, welche ein Teleskop verschenken möchten.

Im Gegensatz zum Kioskverkauf der Hefte sollten hier auch kaum Rückläufer auftreten, also ist nicht die Hälfte der Bücher als Verlust anzusehen.

Grüße

fquadrat
 
Hallo Werner,

also wenn es Dir nur um das Crowdfunding Ziel geht, ok dann könnte z.B. ein automatisch endendes Probeabo von 3 Heften durchaus sinnvoll sein. Das Durchrechnen überlasse ich Ronald.

Die Diskussion Digital/Print halte ich für sinnfrei.
Wir leben derzeit einfach in einer Umbruchphase und der Fortschritt wird nicht aufzuhalten sein, nur so ganz am Ende ist der Weg halt noch nicht.
Das ganze erinnert mich an den Umbruch von der chemischen auf die digitale Fotografie. Was kamen da für Argumente welche Vorteile dir chemische Fotografie hat. Wie das heute aussieht wissen wir alle.
Im Moment schätze ich mal würde IS in jedem Fall Abonenten verlieren, wenn sie sich nur auf eine Erscheinungsform konzentrieren würde, deshalb denke ich, es ist der richtige Weg beides anzubieten (nur müsste man schon noch mal über die genaue Erscheinungsform diskutieren).

Aber ich muss auch ganz konkret sagen, weil immer nach einem günstigen digitalen Abo geschrien wird. Wenn man das wirtschaftlich so hinbekommt gerne, wenn es aber nur dadurch erreicht wird, dass man die Preise der Printausgabe anhebt, dann ohne mich als Freund der gedruckten Ausgabe. Ich bin nicht mehr bereit immer mehr zu zahlen, nur damit andere günstig dran kommen.

Aber nach reiflichem Hin und Herüberlegen bin ich für mich zu dem Schluss gekommen, dass Tommy Recht hat, betrachtet man das gesamte Werk (also das gesamte Verlagsprogramm), dann lohnt es sich Ronald und dem Interstellarum Team eine Chance zu geben.

Deshalb werde ich mein Abo ncoh ein Jahr aufrecht erhalten (hab schon für deutlich sinnloseres 70 Euro ausgegeben) und dann schauen, wohin die Reise geht und dann entscheiden, ob ich weiter auf dem Abo-Zug bleibe oder abspringe.

BTW noch ein Gedanke @Ronald als absoluter Laie in dem Gebiet: Wenn Ihr tatsächlich so wenig am Kiosk damit verdient, warum lasst Ihr dann das Heft dort nicht einfach 9-10 Euro kosten? Dann würde sich ein Abo auch finaziell lohnen und diejenigen, die lieber selektiv Hefte kaufen könnten das so auch weiterhin.

CS und good luck.
Volker
 
Hi!

Zitat von TriffiD:
Als ich hier mal nachgefragt habe, wo denn die Astronomie-Bücher stehen, haben die auf ein halbes Regal gezeigt. "Das wird kaum nachgefragt" war die Erklärung.
Ist möglicherweise ein Teufelskreis: Wenig da -> wenig interessant -> weniger Nachfrage -> noch weniger da usw.

Grüße

fquadrat
 
Zitat von fquadrat:
Tja, kann schon sein - ob der Buchhandel den nötigen Stellenwert aber noch hat, bezweifele ich. Üblicherweise werde (nein, "wurde") ich durch z.B. die Interstellarum auf Bücher in diesem Gebiet aufmerksam und die habe ich dann direkt online geordert.
Alternativ bringt das Stichwort bei den einschlägigen Onlinebuchhändlern auch verlagsübergreifende Ergebnisse.
Früher bin ich sehr gerne in den örtlichen Buchladen gegangen, um zu stöbern. Dass das Sinn macht, ist aber schon viele Jahre her. Heute bestreiten augenscheinlich nur noch die Top-Ten der Bestsellerlisten eines Genres in jeweils hundertfacher Ausführung das Angebot im Laden. Ich bin jedes Mal enttäuscht, wenn ich mal wieder nachsehe, was die so haben. Aber auch da denke ich, dass die tun, was nötig ist um zu überleben. Und das geht wohl wirklich nur über den Mainstream.
Aber das gehört ja eigentlich nicht hierher - sorry.

Gruß
Sebastian
 
Sonderhefte

Hallo,

eine, wie ich finde sehr gute Idee, bei den Sonderheften anzusetzen!

Evtl. könnte man ja ein Abo machen mit 6 Heften pro Jahr,
die Sonderhefte einzeln verkaufen und parallel eine Art PLUS-Abo anbieten, welches auch die Sonderhefte inkludiert.

Also quasi die SoHe nicht als Zwang, sondern optional.

Viele Grüße

Markus
 
Hallo,

ich hab seid einigen Jahren ein Abo der Interstellarum und finde sie richtig gut. Die Themenwahl ist sehr ausgewogen und so ist für jeden immer was dabei. Auch die Sonderhefte habe ich immer gerne gelesen, besonders die mit Schwerpunktthemen. Die Werbung stört mich in keinster Weise, im Gegenteil es ist ja Werbung die mich interessiert. Das Digital Abo habe ich auch genommen um mal zu sehen wie das so ist auf dem Tablet zu lesen - geht prima und wenns das ganze noch auf dem PC gibt um so besser, Recherchieren in verschieden Ausgaben wird dann um so leichter.

Den Vorschlag die Kiosk Hefte ein, zwei Euros teurer zu machen als das Abo denke ich ist eine gute Idee. Wer sich nur ab und zu ein Heft kauft dem macht das nichts aus und wer sie sich öfters oder immer Kauft hat einen anreizt fürs Abo.

Eine weitere Idee wäre ein Bonussystem zu schaffen bei dem man für die Abos Punkte bekommt zB. Print 8 Punkte/Jahr, Digital 8 Punkte/Jahr, Print und Digital 12 Punkte/Jahr, für Bücher aus dem Oculum Verlag je nach Preis X Punkte und die so erhaltenen Punkte kann man dann im Oculum Verlag eintauschen (zB. ein Punkt ein Euro oder so, weiß nicht was da realistisch wäre).
So erzeugt man noch mehr Anreiz fürs Abo und kurbelt ein wenig den Verlag an.
 
Hi Ulf.,
Deine Idee mit dem Punktesystem hat was. Evtl. kann man das ja zur Option anbieten, wenn jemand auf die Themenhefte verzichtet. Der Oculum-Verlag hat genug spannende Lektüre, die eine Tiefe des Themenhefts klar überbietet.

Solch ein Punktesystem würde ich aber auch als Anreiz für Autoren aus der Szene anbieten. Und zwar sollte der Leserschaft überlassen werden, welche Berichte sie gut fand und welche nicht. Sowas kann man auch an einen Wettbewerb koppeln. Bei Fotos macht man sowas auch schon.

Die Idee kam mir, als ich den Report über die Ortho-Okulare gelesen habe (Da habe ich hier im Forum oder auf Cloudynights schon besseres gelesen, Sorry Ronald, von systematischem Test ist dieser Beitrag weit entfernt. Da bietet der Markt mehr Optionen, gleichwertige Konfigurationen systematisch zu testen) . Viele Bilder von nakten Orthookularen mit und ohne Gummihaube, Plastik-Turrets mit vielen Öffnungen und eine ungeschminkte Turret-Barlow. Dazu das Ortho im falschen Körper, was ein 32 mm Plössl ist. Und mit den TS-Orthos wollte so recht keiner bei diesem Gerangel spielen. Von dem Hinweis, daß Teleskope Austria auch ein paar nette Orthos im Programm hat wollte der Bericht ja nicht unbedingt Gebrauch machen. Stattdessen der Verweis auf University-Optics, deren HD Ortho Palette erst in 2015 Vollständigkeit erlangen wird. Ach ja, und wars nicht UO, die die Klee-Barlow im Programm hatten? Da kommt mir die Düring-Barlow gedanklich in Erinnerung oder die 2,8x Klee, die einen schönen Ersatz darstellt. Dann sind 6 mm Brennweite bei den Takahashi Orthos nicht zu viel für kleine Optiken (nur weil der Baader Blechkasten ne Barlow hat, deren kleinste Ortho-Brennweite nun mal auch nur 6 mm hat). Nee, daß kam mir dann doch etwas lieblos vor.

Also, wenn man freien Autoren Anreize geben kann, durch ein Punkte-System gut recherchierte Testberichte an Interstellarum weiter zu geben, dann kann sowas nicht passieren.

Grüße,
Gerrit
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo,

Zitat von y_Auriga:
Den Vorschlag die Kiosk Hefte ein, zwei Euros teurer zu machen ...
falls der Handel prozentual beteiligt ist, dann geht der Schuß nach hinten los.

Zitat von TriffiD:
Üblicherweise werde (nein, "wurde") ich durch z.B. die Interstellarum auf Bücher in diesem Gebiet aufmerksam und die habe ich dann direkt online geordert.

Das der Buchhandel schwach sortiert ist, gilt leider für viele Sachgebiete. Deshalb gilt meine Aufmerksamkeit bei Astromessen besonders den Buchständen. Ich habe schon manches Buch NICHT gekauft, nachdem ich es dort ausführlich anschauen konnte. Die guten habe ich dann zu Hause bei meinem Buchhändler gekauft. Ob ich zum Buchhändler gehe oder zur Post, weil mich der Herr Amazon daheim nicht antrifft ist der gleiche Weg. Der Buchhändler bedient mich sofort, der Schalterbeamte nach 15min, nachdem er die 10 Personen vor bedient hat.

Gruß Uwe
 
Zitat von Radfahrer:
Hallo,

Zitat von y_Auriga:
Den Vorschlag die Kiosk Hefte ein, zwei Euros teurer zu machen ...
falls der Handel prozentual beteiligt ist, dann geht der Schuß nach hinten los.
Hi!

Wenn das Ziel ist, das Abo interessanter zu machen, macht das schon Sinn. Die Kiosk-Hefte laufen dann letztlich als Werbung, die sich selbst trägt, und nicht als Umsatzbringer (ist ja jetzt schon der Fall).

Zum Buchhandel: Als Infoquelle darüber, was es an Büchern gibt, hat der Buchhandel schon lange ausgedient. Ich finde interessante Bücher auch eher über das Internet (vom Usenet über Twitter bis zu Webseiten) als beim Stöbern, und ich bin immer positiv erstaunt, dass ein reiner Vertrieb über Amazon ohne großartige Werbung mir doch einige Umsatz bringt. Im Buchhandel werden bevorzugt die Neuheiten platziert, und was nicht als Bestseller eingeordnet wird, steht irgendwo hinten im Regal. Versuch mal, ein drei oder vier Jahre altes Buch noch zu erhalten, viele sind da schon wieder aus dem Verlagsprogramm verschwunden. Kein Wunder: Dank Finanzamt kosten diese Altbestände viel Geld, sodass schreddern günstiger sein kann als auf Käufer zu hoffen.

Beste Grüße,
Alex
 
Hallo,

die Zeitschrift am Kiosk einfach teurer zu machen, wird wohl auch nicht so einfach sein, denn mit steigenden Preisen ist ein Rückgang der Verkaufszahlen zu erwarten und damit sinkt letztendlich die Auflage, was die Buchungen und Preise für Werbung im Magazin beeinträchtigt. Kleinere Auflagen scheinen für einen Verlag der schlimmste Fall zu sein, weswegen bei der Angabe der Gesamtauflage auch gerne mal etwas geschummelt wird.
Inwieweit sich Preisänderungen auf die Nachfrage genau auswirken würden, wird der Oculum-Verlag sicherlich wissen und die Option einer Preiserhöhung bereits verworfen haben.

Ich glaube auf diesem Gebiet sind gute Ratschläge von Außenstehenden nicht hilfreich.
Es hilft wohl wirklich nur, fleißig dei Werbetrommel für die IS zu rühren, Rezensionen zu schreiben, wo man kann und Freunde und Bekannte zu mobilisieren.

Gruß
Sebastian
 
Zitat von TriffiD:
die Zeitschrift am Kiosk einfach teurer zu machen, wird wohl auch nicht so einfach sein, denn mit steigenden Preisen ist ein Rückgang der Verkaufszahlen zu erwarten und damit sinkt letztendlich die Auflage, was die Buchungen und Preise für Werbung im Magazin beeinträchtigt.

Teurer werden die Hefte wohl in jedem Fall. Im aktuellen Heft ist zu lesen, das bei einem Fortbestand von Interstellarum das Abo um zehn Euro teurer wird.
 
Interstellarum gibt es mittlerweile bei meinem Kiosk nicht mehr (schade). Ob das die ersten Auswirkungen sind weis ich nicht. Hätte die Zeitschrift gerne wieder gekauft (auch für ein paar Cent mehr).

Drück die Daumen daß es weitergehen kann.
 
Hallo Erwin,
hallo alle die noch kein Abo haben.
Wenn ihr die Zeitschrift wirklich weiter beziehen wollt solltet ihr diese abbonieren.
Denn nur dann kann sichergestellt werden das die Zeitschrift überlebt.
Alle guten Bekundungen und Absichten helfen nichts mehr.
 
Hallo Erwin,

also mein Zeitschriftenhändler bestellt die extra für mich.

Deswegen muss der auch keine übrig gebliebenen zurück schicken.
 
Hi.

Irgendwie fehlt mir die Option eines Abos ohne Sonderhefte...

Manche Sonderhefte waren ganz gut, ich habe mir das Heft
"Planetarische Nebel" und "Im Bann der Sonne" aufgehoben.

Die anderen sind für mich überflüssig, besonders das jährliche
Heft über die Teleskope.
Die Themenhefte habe ich gerne gelesen, das "Teleskop-Heft"
habe ich nur kurz durchgeblättert...


Was mich an der Aktion von Interstellarum nicht gefällt, ist
das mit dem Heft wie es scheint so weitergemacht wird wie
bisher, und erst nach der Aktion (hoffentlich) gefragt wird,
was der Leser gerne möchte, damit die Zeitschrift
interessanter wird.

Meiner Meinung nach, sollte sich die Redaktion jetzt schon
mal Gedanken darüber machen, und das eventuell auch
öffentlich mitteilen, was sie an der Zeitschrift ändern will,
um diese auch für ein dauerhaftes Abo schmackhaft zu machen.

So werden doch wieder einige, einschließlich ich, die
interessanten Hefte am Kiosk aussuchen.

Gruß
*entfernt*
 
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