Ist Astrofotografie Kunst oder Wissenschaft? Ein Video

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Und Viertens scheint es hier wohl völlig normal geworden zu sein, über andere herzuziehen und dann diejenigen anzugreifen, die sich mal dagegen stellen
Haha, wem sagst du das.. Wer eine eigene Meinung hat wird hier schnell niedergemacht. Ja ganze Threats werden geschlossen nach belieben. Was das noch mit Demokratie zu tun hat frage ich mich schon lange..
 
allein, dass sich diese Diskussion entwickelt hat, zeigt, wie sehr Frank den Nagel auf den Kopf getroffen hat.
Ehrlich gesagt, hat das überhaupt keinen Nagel getroffen. Die Begriffe um die gestritten wird, sind extrem auslegungsabhängig. Da landet jede Diskussion - speziell in diesem Forum - in Streitereien. Zudem ist die Debatte ziemlich sinnlos, da selbst eine Antwort auf die Frage ob es sich nun um Kunst oder/und Wissenschaft handelt überhaupt keine Auswirkung auf die Sache selber hat. Keiner macht hier Fotos, weil er sich als Künstler oder Wissenschaftler bezeichnen will. Die Faszination mag auf der technik- oder aber astronomiebegeisterten Seite liegen.
Selbstverständlich ist es Frank überlassen, zu welchen Themen er sich äußern möchte. Zu solchen Randthemen in diesem Forum sagt er sonst ja eigentlich nichts. Ich könnte mir gut vorstellen, dass er jetzt auch wieder weiß, warum.

Gruß
Sebastian
 
Hi Joerg, Ich steige jetzt mal nicht in die ganz grosse Diskussion ein, sondern nehme nur auf das Anfangsthema Bezug.
Moin,
allein, dass sich diese Diskussion entwickelt hat, zeigt, wie sehr Frank den Nagel auf den Kopf getroffen hat.
Das halte Ich fuer ein gewagtes Statement, und das moechte Ich auch sachlich begruenden, warum er genau das IMHO nicht hat:
Und - mit Verlaub - niemand schreibt mir vor, wie ich ein Werk, und sei es ein Foto, bearbeite und präsentiere - je nach dem welchen Anspruch ich damit verbinde.
Denn genau dieser Anspruch wurde im Video tatsaechlich erhoben. Lese dir deinen Satz noch mal laut vor, dann schau dir das Video einfach noch einmal an.

Insofern entbehrt weder eine freie Bearbeitung eines Astromotivs ihrer Berechtigung noch ein Gemälde oder eine Zeichnung - noch das Streben nach wissenschaftlicher Exaktheit.

Letztlich muss sich der Ersteller des Werks an seiner Intention messen lassen. Möchte der wissenschaftlichen Exaktheit nachstreben oder möchte er ein Bild schaffen, das ihm gefällt und das er in dieser Ausarbeitung präsentieren und der Öffentlichkeit vorstellen will.
Was genau mein Kritikpunkt an dem Video war. Was ein gutes "Astrobild" ist, wurde dort explizit normierend festgelegt und auch wer das (selbstberufen) darf. Genau das geht einfach zu weit.
Auch Frank kann sich mal gedanklich verlaufen. Ich will hier keine Streit anfangen oder ihn 'runterschreiben, sondern Ich halte es im Gegenteil viel mehr fuer zielfuehrender hoeflich und konstruktiv auch mal "nein" zu sagen, gerade weil Ich Frank kenne und schaetze.

Joerg, Ich kann dir genau den Punkt benennen, wo das was Du da in den drei Zeilen schreibst meiner Erinnerung nach bei Frank anfing aus dem Ruder zu laufen. Das war nachdem Ich nach ein paar von Franks "Bildbesprechungen" irgendwie anfing zu vermissen, ob da eigentlich am Anfang jemals folgender Satz fiel: "Ok, erzaehl doch erst mal, was Du hier eigentlich erreichen wolltest. Dann kann Ich dir eventuell ein paar Tipps geben, wie man dein Ziel handwerklich besser erreichen kann.".
Das lief meiner (eventuell vagen) Erinnerung nach nicht einmal so ab.
Sondern im Gegenteil, er eroeffnet eine Bildbesprechung i.d.R. damit klarzustellen, wie das Bild seiner Meinung nach auszusehen haette, wenn er es geschossen und bearbeitet haette.
Das ist letztendlich aber Paternalismus und den lehnt die Mehrzahl der Leute nun mal instinktiv ab. Frank hat sich hier in den Foren, unter seinen Videos auf Youtube und anderswo oefter mal rhetorisch gefragt, warum die Bildbesprechungen eigentlich von der aktiven Beteiligung her nur so lala einschlagen: Naja, genau das ist der Grund. Leute wollen durchaus was lernen, haben aber keine Lust belehrt zu werden. Es hatten (leider?) nur sehr wenige den Mut ihm das mal vorsichtig zu sagen (Ich habe es am Rande eines persoenlichen Gespraech ueber ein anderes Thema auch mal vorsichtig versucht).
Das Video dieses Threads driftet noch staerker in diese Richtung. Daher jetzt mein klarer Zuruf: Frank, so wird das nichts.
Und bevor ein weisser Ritter jetzt mir "selbstueberhoehende Besserwisserei" unterstellt: Absolut, schuldig im Sinne der Anklage. Kann man mir (berechtigterweise) auch schreiben. Auch Kritiker muessen Kritik einstecken koennen, so wie Frank jetzt hier eben auch.

Ich sehe da nirgends eine Legitimität für ein "richtig" oder "falsch" - das kommt erst ins Spiel, wenn der, der für sich Exaktheit reklamiert, diese nicht umsetzt oder der, der eine freie Gestaltung für sich claimt ohne eigene Leistung irgendwelche Darstellungen übernimmt.
Und das ist eben der springende Punkt, den auch Frank aergert: Wo die exakte Grenze zwischen "Astroart" und "Astrofotografie" verlaeuft, darueber kann man kleinteilig streiten. Aber es wird immer mehr "Astroart" (=pretty Pictures) als Astrofotografie hochgejazzed.
Der Koenigsweg liegt meiner Meinung nach wirklich darin: Man sollte man sich vielleicht mal ehrlich machen, was man eigentlich anstrebt. Niki nimmt das weiter oben etwas satirisch auf die Schippe, aber darauf laeuft's hinaus. Man kann die Naturalisten neben die Impressionisten haengen und sich an beidem erfreuen, aber nach einem gemeinsamen Massstab beurteilen kann man die IMHO nicht.

Dann scheitert er aber nicht am Verfahren selbst sondern an einer verfehlten Einordnung seiner Arbeit. Nicht umsonst legen wir so viel Wert auf eine Erläuterung bei veröffentlichten Bildern, damit man beurteilen kann wie, mit welchem Gerät und welchen Verfahren eine Aufnahme entstand, wie sie ggf. dargestellt ist und damit, was sie eigentlich zeigt.
Das ist leider aus dem Ruder gelaufen. Seinen Anfang nahm das in "wissenschaftlicher Astrofotografie", wo Material & Methoden zwecks Reproduzierbarkeit/Validierbarkeit angegeben werden muessen. Das wurde in der Welt der Amateure einfach erst mal uebernommen, aber mit durchwachsener Stringenz. Spaeter hat sich das bei den Amateuren z.T. in ein pures "guck mal, was fuer eine abgefahrene Ausruestung Ich habe" verwandelt. Und wenn man sowieso "Astroart" macht, ist es eigentlich auch voellig sinnfrei. Was soll es denn das Auflisten von Teleskop, Kamera und sonstwas, wenn am Ende sowieso "Made by Photoshop" quer 'drueber steht?
Mit dem Wissen kann man eine fundierte Beurteilung vornehmen. Das hat also schon seinen Sinn und dient nichts weniger als der Erbsenzählerei.
Joerg, am Ende laeuft es meiner Meinung nach darauf hinaus (Ich habe es anderswo schon geschrieben): Man sollte sich selbst gegenueber ehrlich sein und halt klar dazusagen, ob man Astrofotografie betreiben will, oder Astroart. Beides macht Spass, beides macht (in Hinblick auf "Hobby haben") Sinn, aber beides muss man, sowohl von den Methoden der Bildbearbeitung wie auch vom Ergebnis her, einfach anders beurteilen.

Wie dem auch sei, abschliessen will Ich das jetzt mal ganz anders und Ich wuensche euch allen erst mal wirklich frohe Weihnachten und hoffe, dass nach einem guten Glas Rotwein all dies hier als das wahrgenommen wird, was es letztendlich ist: Stuerme im Wasserglas eines harmlosen Hobbies. Frank Ich geniesse deine Videos immer wieder und weiss ob der Arbeit, die Du dir da jedesmal machst. Bitte Denk daran, wir regen uns nur auf, weil wir sonst nix zu tun haben und das ist letztendlich ein gutes Zeichen zum Jahresabschluss.
Euch alles Gute,
Gruss & CS
 
Mein Versuch, dem noch etwas hinzuzufügen, scheiterte. :D
Dem ist offenbar meinerseits nicht mehr hinzuzufügen...

MERRY CHRISTMAS - im streng wissenschaftlichen Sinn. ;)

lg
Niki
 
Für mich spielt es keine Rolle wer Kunst wie definiert und auch nicht ob einzelne Leute den Fokus auf die Kunst oder die Astronomie legen.

Als echten Aufreger empfinde ich aber, dass sich Frank in seiner Rolle als Youtuber erdreistet die Deutungshoheit über Richtig und Falsch in der Astrofotografie für sich zu beanspruchen.
Darauf Bezug nehmend wiederhole ich mich auch gerne und weise die geneigten Eliten darauf hin, dass meine Fotos meine Sache sind.
Selbst wenn ich Ufos und männliche Geschlechtsteile einbastle, die Sterne zu Dreiecken mache und den Hintergrund blass Rosa gestalte geht das niemanden was an.

Es ist am ende halt geradezu lächerlich Künstlern wie Forschenden eine Schablone aufzwingen zu wollen. Damit behindert man effektiv alle neuen Erkenntnisse und Vorgehensweisen.
Da empfinde ich es schon fast als Pflicht astronomiebegeisterter Menschen gegen diese Bevormundung aufzubegehren.

Ich mag den Frank übrigens trotzdem ganz gerne ;)
 
Darauf Bezug nehmend wiederhole ich mich auch gerne und weise die geneigten Eliten darauf hin, dass meine Fotos meine Sache sind.
Selbst wenn ich Ufos und männliche Geschlechtsteile einbastle, die Sterne zu Dreiecken mache und den Hintergrund blass Rosa gestalte geht das niemanden was an.
Wenn es deine Sache ist und deine Bilder niemanden was angehen, dann darfst du sie auch nicht zeigen. Denn wenn du sie zeigst, musst du damit rechnen, das über deine Ufos und Geschlechtsteile diskutiert wird. ;)

Schönes Weihnachtsfest :)
 
Als echten Aufreger empfinde ich aber, dass sich Frank in seiner Rolle als Youtuber erdreistet die Deutungshoheit über Richtig und Falsch in der Astrofotografie für sich zu beanspruchen.
Also worüber sich hier immer aufgeregt wird und wie man Leuten ihre Aussagen um 180° im Munde Verdrehen kann, das wundert mich immer wieder sehr!
Was für DEUTUNGSHOCHEIT??
Ich habe das Video von Frank gesehen und er sagt immer wieder "meiner Meinung nach" oder "ich würde mir wünschen" usw.
Was beansprucht er dabei für sich?? Genau 0,0

Wer freie Meinungsäusserung auf YouTube nicht mag, der soll doch in Länder auswandern, wo er mittels Propaganda lernt zu denken, wie es andere möchten.
Also manche sind wohl sofort unzufrieden, wenn sie nicht etwas haben, um unzufrieden zu sein. Anders kann ich mir das nicht erklären.
 
Zuletzt bearbeitet:
Also worüber sich hier immer aufgeregt wird und wie man Leuten ihre Aussagen um 180° im Munde Verdrehen kann, das wundert mich immer wieder sehr!
Was für DEUTUNGSHOCHEIT??
Ich habe das Video von Frank gesehen und er sagt immer wieder "meiner Meinung nach" oder "ich würde mir wünschen" usw.
Was beansprucht er dabei für sich?? Genau 0,0

Wer freie Meinungsäusserung auf YouTube nicht mag, der soll doch in Länder auswandern, wo er mittels Propaganda lernt zu denken, wie es andere möchten.
Also manche sind wohl sofort unzufrieden, wenn sie nicht etwas haben, um unzufrieden zu sein. Anders kann ich mir das nicht erklären.
Dito mein freund ;) dir gefällt nicht was ich sage? Dann geh doch. Ich habe franks video als Bevormundung empfunden.
 
Insofern entbehrt weder eine freie Bearbeitung eines Astromotivs ihrer Berechtigung noch ein Gemälde oder eine Zeichnung - noch das Streben nach wissenschaftlicher Exaktheit.

Hallo Jörg,
wenn ich Frank in seinem Video richtig verstehe, geht es ihm schon darum, der Absolutheit eines astronomischen Objekts möglichst nahe zu kommen. Es gibt genau eine mögliche Lösung für das Problem, und der versucht man, möglichst nahe zu kommen. Kreativität im Sinn einer persönlichen Note ist da nicht gefragt, es sei denn, sie bringt uns der Ideallösung näher. Das ist leider nicht nur beim Musikstudium so, auch andere Disziplinen interessiert am Ende nur eine verwertbare Lösung.

Paradoxer Weise streben wir bei der Bildbearbeitung der Ästhetik nach, die man beim Anblick eines schönen Bildes verspürt, und da können wir uns der persönlichen Note eben doch nicht entziehen. Da kann man bei der sterilen Wissenschaft starten, am Ende landet man doch bei emotionaler Kunst.

Der Wissenschaft würde vermutlich ein schriftlicher Bericht auch ausreichen, um Sternattribute zu katalogisieren. Aber Herzblut zu investieren, frei zu bearbeiten, ein eigenes Werk zu schaffen, das ist doch der wesentliche Punkt bei einem Hobby.

Man müsste aber m.E. die Berechtigung der Kreativität bei der Bildbearbeitung wohl auf den engen Rahmen beschränken, der uns von denen vorgegeben wird, die es besser können. ;) Das hat mit Wissenschaft dann aber auch nichts mehr zu tun, das ist nur elitäres Eifern.

Gruß Moritz
 
Man müsste aber m.E. die Berechtigung der Kreativität bei der Bildbearbeitung wohl auf den engen Rahmen beschränken, der uns von denen vorgegeben wird, die es besser können.
Ah, das ist DIE Idee. Wir brauchen unbedingt ein Seminar, das mit dem "Astrofotografie-Führerschein" abschließt. :cool::y:
Ich wusste, es fehlt uns etwas... :coffee:

lg
Niki
 
Kurz zurück zum Thema.

Ich hatte mit @frasax mal herumdiskutiert, ob Bilder tatsächlich nur Geschmacksache sind. Oder eben versuchen sollten, enthaltsamer im persönlichen Geschmack zu sein. Damals meinte er eingangs, es bleibe jedem überlassen, nach Belieben an den Reglern zu drehen. NGC7000 mit Epsilon und Canon EOS Ra

Ich stellte dem entgegen, dass gerade beim Missbrauch des Sättigungsreglers Information VERLOREN geht, da die enthaltenen Graustufenwerte durch Farben reduziert und ersetzt werden, was Abstufungen verarmt. NGC7000 mit Epsilon und Canon EOS Ra
Die Diskussion ist also nicht neu. Und sie zeigt, dass weder unsere Geräte noch unsere EBV dazu führen, den Himmel abzubilden, wie er IST. Aber interessante und lehrreiche Details herauskitzeln, die ohne den ganzen Zinnober nicht sichtbar sind.

Pretty Pictures enthalten also jede Menge faszinierende Information!
Aber sie sind notgedrungen künstlich.

lg
Niki
 
Ich kann es nicht lassen? von unten nach oben Deutscche Japanische und Chinsische Industriekunst plus meine mit bedacht angelegeten Kabel. Hinreißend ?
5A2DF2D1-8554-4509-A12B-591884070E52.jpeg
 
Hallo Jörg,
wenn ich Frank in seinem Video richtig verstehe, geht es ihm schon darum, der Absolutheit eines astronomischen Objekts möglichst nahe zu kommen. Es gibt genau eine mögliche Lösung für das Problem, und der versucht man, möglichst nahe zu kommen. Kreativität im Sinn einer persönlichen Note ist da nicht gefragt, es sei denn, sie bringt uns der Ideallösung näher. Das ist leider nicht nur beim Musikstudium so, auch andere Disziplinen interessiert am Ende nur eine verwertbare Lösung.

Paradoxer Weise streben wir bei der Bildbearbeitung der Ästhetik nach, die man beim Anblick eines schönen Bildes verspürt, und da können wir uns der persönlichen Note eben doch nicht entziehen. Da kann man bei der sterilen Wissenschaft starten, am Ende landet man doch bei emotionaler Kunst.

Der Wissenschaft würde vermutlich ein schriftlicher Bericht auch ausreichen, um Sternattribute zu katalogisieren. Aber Herzblut zu investieren, frei zu bearbeiten, ein eigenes Werk zu schaffen, das ist doch der wesentliche Punkt bei einem Hobby.

Man müsste aber m.E. die Berechtigung der Kreativität bei der Bildbearbeitung wohl auf den engen Rahmen beschränken, der uns von denen vorgegeben wird, die es besser können. ;) Das hat mit Wissenschaft dann aber auch nichts mehr zu tun, das ist nur elitäres Eifern.

Gruß Moritz
Hallo Moritz,

da habe ich eben eine von Frank abweichende Sichtweise. Schau Dir mal die Wagner-Inszenierungen in Bayreuth an - was hat das noch mit der ursprünglichen Komposition zu tun? Nix? Ich sehe das als künstlerische Freiheit - und die ist aus sich heraus nicht fassbar.

CS
Jörg
 
Ich hatte mit @frasax mal herumdiskutiert, ob Bilder tatsächlich nur Geschmacksache sind. Oder eben versuchen sollten, enthaltsamer im persönlichen Geschmack zu sein
Naja derjenige, der virtuos mit der perfekt justierten Hardware und PI seine Bilder zaubert, der läuft dann bei sowas in den Begrenzer.. Ich persönlich bin von diesen Feinheiten weit entfernt, aber ich versuche natürlich auch, für mich gute Bilder zu machen.

Das kann man schon auch zum wissenschaftlichen Anspruch zählen, das Bild nicht zu sehr aufzuboren und Farbe draufzuklatschen, wo keine hin gehört. Aber andererseits sind es doch oft die Bilder, die einen Tick zu knallig sind, die uns besonders gefallen. Ist das dann bewusst unwissenschaftlich oder ungewollt künstlerisch?

Gruß Moritz
 
die einen Tick zu knallig sind... Ist das dann bewusst unwissenschaftlich oder ungewollt künstlerisch?
Ich denke, archaisch. Was satte Farben hat, ist frisch.
Frisch ist anziehend und genießbar.
Blasse Früchte und fahles Gemüse sind wenig attraktiv.

Und dann gucken wir uns das Zeug im "vivid colour mode" auf dem iPhone an... ganz wissenschaftlich und kalibriert. :D

lg
Niki
 
Im vivid colour Mode und auf 6x6 cm. :D
Großes Kino.
Immerhin bin ich seit heute stolzer Besitzer eines Astrozeitschriftenabos, ganz analog auf Papier. Freue mich schon auf die Ausklappbilder. :)

Gruß Moritz
 
Ich hatte mit @frasax mal herumdiskutiert, ob Bilder tatsächlich nur Geschmacksache sind. Oder eben versuchen sollten, enthaltsamer im persönlichen Geschmack zu sein. Damals meinte er eingangs, es bleibe jedem überlassen, nach Belieben an den Reglern zu drehen. NGC7000 mit Epsilon und Canon EOS Ra

Hallo Niki,

diese Diskussion hat mich aus zwei Gründen nachhaltig beeindruckt:

1. Aus einer zunächst ablehnenden Haltung gegenüber deiner Kritik hat sich die Chance geboten etwas zu lernen.
2. Du hast rational, technisch, sachlich zeigen können warum die "künstlerische" Freiheit der Farbsättigung ihre Grenzen hat und Informationen verloren gehen. Bist also an dem Video nicht ganz unschuldig.

Hier allerdings wird um den Titel des Videos nicht um den Inhalt gestritten. Da bin ich raus. Vieles wurde zu dem falsch verstanden.

Die sehr emotional geführte Diskussion um den BlurXterminator bestätigt mir aufs neue, dass der "Informationsgehalt" eines Astrofotos eben doch eine große Rolle spielt. Diese "Regeln" an denen sich einige zu stören scheinen also doch nicht ganz ohne Grund existieren. Im Video sollte eigentlich gezeigt werden, woher diese Denkweise kommt, als Bevormundung war das Video nie gedacht. Als Kritik schon! Streit ist essentiell sowohl in der Kunst als auch in der Wissenschaft, auch das ein Punkt der im Video herausgestellt werden sollte: Wie wird eigentlich ein Konsens gefunden? In dem man streitet! Allerdings hat auch ein Streit so seine Regeln, eine Kunst die auch beherrscht werden will (oh je hab ich Kunst gesagt???).

Es ist Weihnachten und an sich eine besinnliche Zeit. Werde mich erstmal zurück ziehen. Nachdenken, reflektieren etc..

Frohes Fest und Frohes Neues Jahr 2023
CS Frank
 
Die sehr emotional geführte Diskussion um den BlurXterminator bestätigt mir aufs neue, dass der "Informationsgehalt" eines Astrofotos eben doch eine große Rolle spielt. Diese "Regeln" an denen sich einige zu stören scheinen also doch nicht ganz ohne Grund existieren.
Ich habe das Video noch immer nicht gesehen. Ich orientiere mich also an meiner VORSTELLUNG, wie ich glaube, dass Du in dem Video argumentierst. :D

Ja, das ist ein wenig absurd, da werden wieder einige von "Kapitänen am Kai" sprechen oder Leute, die von etwas reden, wovon sie noch nicht mal irgend etwas gesehen haben. Aber das ist legitim. Ich denke, wir sind uns einig, dass wir eher dann von "Astrofotografie" sprechen sollten, wenn gewisse Bedingungen zutreffen. Daten also erhalten oder destilliert werden, um mehr über die Objekte zu erfahren, indem wir Verborgenes sichtbar machen.

Wenn es darum geht, beeindruckende Bilder für Likes zu generieren, dann sind wir im Bereich der Astro-Art, wie hier von vielen definiert wurde. Aber natürlich kann ein Mann mit einem Video nicht die Meinung und den Geschmack von tausenden Rezipienten treffen oder vereinen. Die Summe aller Meinungen wäre schlicht ein schwarzer Schirm. Sie würden destruktiv interferieren. ;)

Ich persönlich mag weder KI noch sonstige Dinge, wenn sie NICHT ANGEGEBEN werden. Ich bin also dafür, die Prozesse zu nennen, weil wir hier immer auch vergleichen und uns an den Ergebnissen anderer messen (wollen). Wenn da jemand tief in der Trickkiste wühlt, soll er das dazusagen. Dann weiß man auch, wie das Ergebnis zustande kam.

lg
Niki
 
Wenn es darum geht, beeindruckende Bilder für Likes zu generieren, dann sind wir im Bereich der Astro-Art, wie hier von vielen definiert wurde.
Hallo Niki,
hättest du das Video gesehen, dann wüsstest du, dass hier ein ganz wesentlicher Punkt im Kern behandelt wird, nämlich die Frage des Publikums. Du wüsstest dann auch, das man da keineswegs alle in einen Topf schmeißen kann, oh nein. Das Thema wurde wirklich behandelt, aber gut, du hast halt das Video nicht gesehen. Nur soviel: Es kommt schon auch drauf an, wer da liked. Von einem vielgeliketen Bild auf Astro- Art zu schließen, greift da einfach zu kurz. Aber das wüsstest du ja, wenn du das Video gesehen hättest.

Gruß Moritz (der das Video gesehen hat)
 
Es kommt schon auch drauf an, wer da liked. Von einem vielgeliketen Bild auf Astro- Art zu schließen, greift da einfach zu kurz.
Natürlich. Ich behaupte schlicht folgendes: die meisten Leute haben heute kaum Zeit und Geduld, sich mit allzu viel Parametern in Foren herumzuschlagen, geschweige denn quantitative Likes qualitativ aufzuschlüsseln. Das mag vorwiegend der Präsentator eines Bildes machen, aber kaum alle anderen User. Nicht nur Experten oder selbsternannte Ebensolche drücken auf den Button, und nicht jeder interessiert sich dafür, wer genau noch etwas geliked hat, oder gerade nicht. ;)

Ich weiß schon, dass es hier Leute gibt, die sozusagen traditionell gehypte Bilder produzieren, und wie bei Picasso sind dann auch die Bilder schon mal gut, weil sie vom gehypten Fotografen stammen - aber insgesamt stimmt es, dass es hier außerordentlich fleissige Lichtsammler gibt, die dann Stunden der EBV widmen UND auch wissen, wie man die Regler dreht.

ABER: Auch alle unbedarften, mitlesenden und durchschnittlichen Autoren hier drücken die Like-Buttons, sei es aus Bewunderung, zum Ansporn, zur Bestätigung, aus Mitleid, weil ihnen gerade danach ist, weil sie den anderen Autor nicht mögen und ihn daher demonstrativ nicht liken, der fast gleichzeitig das selbe Objekt zeigt, weil die Farben bunt sind oder weil sie es eben gerade nicht sind...

Es möge sich also gerne jeder geadelt fühlen, der von seinem Vorbild-Kollegen mit einem Daumen gelobt wird, der Rest der Community wird jedoch sehr unterschiedliche Gründe, Kriterien und Geschmäcker haben, Bilder zu liken oder nicht. Deswegen wird man auch an den Likes nicht ablesen können, ob ein Bild gut ist oder nicht, oder was die Kriterien dafür waren. Meine ich.

Und ja, ich versuche möglichst lange damit auszukommen, das Video (noch) NICHT gesehen zu haben. :D :coffee:

lg
Niki
 
J.P. Metsavainio, Astro Anarchy ist wahrscheinlich den Meisten hier bekannt.
Rolf Geissinger hat mir vor Jahren die erste Tonmapping Anleitung von JP gesendet.
Damals waren die Beiden für mich das Maß der Dinge im Bereich Astrofotographie mit erreichbaren Ausrüstungen und EBV Kenntnis zu diesem , unseren Thema Astrofotographie.
Beide sind für mich ganz klar Künstler und auch Wissenschaftler.
Hier wird teilweise eine anstrengende „ Kommunikation „ betrieben (Inkl. meiner eigenen)
Ich musste mich leider beruflich mit praktischen Vertragswesen beschäftigen, also das Ausverhandeln von Verträgen. Bis dahin war ich sicher die deutsche und englische Sprache von der Wortbedeutung her zu verstehen. Das war aber nicht so. Wie oft haben wir im Team über einem Satz gebrütet , eine saubere Formulierung entwickelt, die uns dann von der Gegenpartei bzgl. Interpretation komplett verdreht wurde.
Insbesondere die deutsche Sprache ist da gefürchtet.
Ähnlich geht es mir hier. Begriffe werden fröhlich im Sinne des jeweilgen Verfassers genutzt um abzukürzen, schnell ein Statement zu hinterlassen. Daraus entsteht schnell eine emotionale und leider ab und zu beleidigende „Kommunikation“.
Es gibt natürlich auch viele Teilnehmer , die sich echt bemühen zu erklären und nachvollziehbar anregende Gedanken darlegen.
Diese Gedanken suche ich hier.
Die Musiker unter uns möchte ich analog zur Astrofotographie fragen ob „Das Beschäftigen„ mit Musik , Kunst oder Wissenschaft ist, es gibt noch weitere analoge Themen.
Diese Fragestellung ist in meinen Augen zu direkt und nicht besonders zielführend.
Aus der Sicht des angesprochenen Astrofotographen leider sehr schnell mit negativen Aspekten beladen.
Warum ist das so. Da werden Begriffe wie Eliten, Bevormundung, usw in den Ring geworfen, Anerkennungs Bestreben , „Kunst ist Kommunikation und da heute Kommunikation so schlecht ist , kann man Kunst im Prinzip vergessen“ Sinn gemäßes Zitat.
Vielleicht macht es bei solchen Themen eher Sinn nach der Fragestellung zuerst die Bedeutung der verwendeten Begriffe wie Kunst und Wissenschaft zu definieren, bzw. solche Definitionen zu vergleichen.
Daraus könnte sich vielleicht eine klare Antwort ableiten.
JP hat mit seiner Arbeit wohl mit als Erster eine Tonmapping Methode entwickelt, die bis dahin unmögliche Bilder möglich gemacht hat bzgl. Detailreichtum zu erstellen und hat dies allen Astrofotographen zugänglich gemacht. Der Name seiner Homepage ist da wohl Programm.
Der Mann stellt auf der ganzen Welt seine Bilder aus.
Warum interessieren sich Menschen , staunen Menschen , besuchen Menschen Ausstellungen mit solchen Bildern?
Ist das Kunst oder Wissenschaft.
In meinen Augen spielt das keine Rolle, da diese Begriffe am Ende gar nicht zu trennen sind.
Beide Begriffe gehören in den Bereich Kommunikation zwischen Menschen, wie auch die Musik und jede andere Form der Übertragung von Information.

Was meist in dieser Diskussion abläuft ist das Aufregen über oder die durchaus feine Darstellung von Regeln . Das hat aber nichts mit der ursprünglichen Fragestellung zu tun.
Ich würde dieses Thema daher unbenennen und fragen,
Brauchen wir Regeln für die Astrofotographie ?
Die einfachste Antwort ist : nein brauchen wir nicht.
Aber das ist komplett falsch.
Ohne Regeln , nachvollziebare Methoden aus kreative Ideen, einen wenn auch flexiblen Maßstab hätte das ganze keinen kommunikativen Wert.
Sprache benötigt Regeln oder wir enden im Nirgendwo.
Ich habe schon des öfteren geschrieben , dass ich oft über Astrofotos staune, auch über viele nicht technisch perfekte, wenn es gelungen ist mir etwas zu zeigen was ich vielleicht noch nie gesehen habe aber mir beim Betrachten klar wird, hey so oder ähnlich gibt oder gab es Das da draußen.
JP , Rolf Geissinger und viele hier bereichern meinen Horizont.
Das ist aber meiner. Ich habe vier erwachsende Kinder, drei davon sind oder waren Wissenschaftler, Entwickler, die Jüngste studiert.
Ich habe über viele Jahre versucht mein Hobby weiterzugeben. Aber meine Kinder können dem ausser vielleicht :schön Papa ein tolles Bild, nichts weiter abgewinnen.

Vielleicht nehmen wir das auch viel zu Ernst.
Solange mir es Spaß macht mich Nachts wachzuhalten, habe leider keine fixe Warte mehr, auch keinen Himmel über Namibia, sondern wie viele von Euch eine Lichtverseuchte Umgebung, darf ich persönlich auf meine Bilder stolz sein, wenn es mir gelingt damit zu kommunizieren.
Dazu muß ich ein paar Regeln befolgen , wer die am Ende aufgestellt hat ist mir dabei Egal.
Leute wo gibt es in der Welt ein Hobby bei dem so viele Menschen Ihre Erfahrungen austauschen und von einander lernen können.
Ich wünsche uns , dass das so bleibt und besonders die jüngeren Kollegen noch viele Jahre das Hobby ausführen können. Es ist atemberaubend welche technische Entwicklung in den letzten Jahren stattgefunden hat und ja die Chinesen haben einen sehr großen Anteil daran.
Vielleicht hilft auch manchesmal etwas Bescheidenheit und das Nachdenken über die Position des Anderen bevor gleich der Hammer ausgegraben wird.

in diesen Sinne frohe Weihnacht und guten Rutsch ins neue Jahr.
CS Reinhard
 
sei es aus Bewunderung, zum Ansporn, zur Bestätigung, aus Mitleid
Hallo Niki,
nicht zu vergessen die Dauerliker, bei denen kommt dann alles zusammen und zugleich führen sie den hilflosen Like Button ad absurdum. Übrigens eine Erfindung des Facebookgründers und eine kulturelle Revolution. Man kann mit einem Klick andere Bewundern, oder reich machen, oder sich selbst sogar strafbar, kommt eben ganz drauf an. Wenn man hier in unserem Mikroversum etwas in der Zeit zurück geht, findet man sehr schöne Bilder in der Galerie mit null Likes! Wirklich demütigend. Und was hat die Nutzer damals nur bewogen, ihre Bilder hier zu zeigen, ohne Likes? Und das, wo wir doch heute wissen, dass von den vielen Millionen Menschen im deutschen Sprachraum tatsächlich 30-40 zusammenkommen und den Like Button drücken, bei so richtig tollen Bildern? Wenn das kein Ansporn ist, und natürlich auch wissenschaftlich- künstlerisches Gütesiegel.

Gruß Moritz
 
Servus zusammen,

um genau dieses Thema von Franks Video habe ich hier ein recht interessantes Video, welches von ARTE gestern ausgestrahlt wurde. Interessant fand ich gegen Mitte des Videos das Interview mit einem der Bearbeiter des Orion Fotos.

Orion, der Weltraum in Farbe?

VG&CS
Matthias
 
Ein guter Beitrag von ARTE!

Im Prinzip verbreiten wir fake news. Mich hat schon immer gestört, dass Bilder und Filme "missbraucht" werden, um falsche Vorstellungen bei den Menschen zu erwecken und zugunsten einer "Show" die Annäherung an Wirklichkeiten aufgeben. Ich denke da zB an Polarlicht-Filmchen, die allesamt wehende Bänder mit rasenden Wolken zeigen, kein einziger Hinweis auf den Faktor des Zeitraffers. Für wirklich Interessierte, sich ein Bild von den realen Geschwindigkeiten machen wollen gibts also wenig Chancen, das zu erfahren.

Unsere TV-Animationen des Sonnensystems passen allesamt auf einen Fernsehschirm. Da kreisen Riesenpunkte in engen Bahnen um die Sonne, und die Menschen glauben, dass der Mond eine Handbreit entfernt um die Erde kreist und es zum Jupiter nur ein Katzensprung ist. Unsere Medien transportieren Quatsch, was die unheimlichen Dimensionen unserer Lieblingsobjekte betrifft. Da lernt man sich vieles schlicht falsch ein.

Und wir präsentieren in Magazinen und hier Fotos vom M42 bis XY, gespreizt, gefärbt, mit aufgerissener Sättigung und schreiben darunter, das sei M42. "So sieht er aus." Und die Leute denken, wenn sie durch ein Teleskop sehen, dann sieht er so aus. Und genau deshalb sind viele enttäuscht, wenn sie auf der Sternwarte durchs Teleskop gucken. Die, die sich "vorbereitet" haben mit Google und Pretty Pictures sehen ein weißes Wattebäuschchen mit ein paar kleinen Sternen drinnen, toll, aber ganz anders als auf unseren "so sieht er aus" Fotos. Die zeigen nämlich nicht nur etwas, sie verschweigen auch alles, was wir am Himmel erfahren können ohne die ganze Technik.

Wenn ein Chirurg einen Blinddarm entnimmt und fotografiert, dann wird der am Foto in etwa so aussehen, wie in der Natur. Unsere Bilder sind beeindruckend, aber "fake". Auch ein Fisheye Foto des gesamten Nachthimmels ist uns real visuell nicht zugänglich. Ein gestacktes auch nicht, ein koloriertes auch nicht und ein intensiviertes auch nicht. Unsere Augen haben weder 2000 mm Brennweite noch 24 mm. Und sehen in der Nacht so gut wie keine Farben. Was soll das also dann heißen, wenn wir sagen "so sieht M42 aus"? Oder: "das IST M42". Es ist ein Foto, nicht M42.

Wir können also sagen: so sehen unsere manipulierten Bilder aus, aber wir dürfen nicht sagen, so sieht der Orion-Nebel aus. Anderes Beispiel: mein Avatar. Ich bin nicht schwarzweiss. Also sehe ich nicht so aus, obgleich ich das bin. Das ist analog zum Unterschied in den Behauptungen, das unsere Fotos die Natur und die Dinge zeigen, wie sie "sind". :coffee:

Nicht umsonst wird hier bei Einsteiger-Beratungen auch gleich am Anfang gesagt: "Aber sei nicht enttäuscht, die Objekte sehen NICHT so aus, wie auf unseren Fotos, gelle?" Aha. Andromeda ist ein verwaschenes Fleckchen, M42 ein zarter Schleierfetzen in weiß und bei M13 sieht man nicht 10.000 Sterne. Also, sei nicht enttäuscht. Fotos zeigen was ganz anderes...

lg
Niki
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben