Zitat von TorstenHansen:
Nach meiner Messung betrug die tatsächliche Aufnahmebrennweite ca. 3490mm oder Blende f/27,5 (gerechnet mit 5,6 Mikrometer pixel).
Hallo Torsten,
vielen Dank diesmal für Deine Messung und die Klarstellung! Dass die gemessene Brennweite bei Andreas sich tatsächlich so krass von der nominellen unterscheidet, hatte ich nicht für möglich gehalten. Tut mir Leid, wenn ich das bei Deiner ersten Vorrechnung nicht richtig verstanden habe. Meine Nachrechnung über den Poldurchmesser führt - ganz ähnlich wie bei Dir - zu den Aufnahmeparametern f = 3,41 m bzw. f/26,9. Bei einer effektiven Pixelweite von 7,3 µm ergibt sich somit f/d = 3,7*p statt der von mir auf der Basis von f/18 ausgerechneten 2,5*p. Damit liegt Andreas nach meiner Lesart bereits deutlich im Bereich der überlangen Brennweiten.
Einigermaßen geschockt von dieser Diskrepanz habe ich auch meine Parameter anhand des Poldurchmessers nachgerechnet und komme auf f = 3,0 m bzw. f/11,8 statt zuvor angenommener 2,8 m und f/11. Mit f/d = 3,1*p liege ich nur knapp über den angenommenen 2,9*p.
Meine "Reklame" für kurze Aufnahmebrennweiten kann ich im Hinblick auf diese Analyse nun leider nicht mehr mit der ansonsten wirklich sehr gelungenen Jupiteraufnahme von Andreas belegen.
Da vielfach auch von anderen Autoren über unerwartet hohe Verlängerungsfaktoren bei Barlows berichtet wird, habe ich hier mal versuchsweise eine einfache Erklärung:
Nach meinem Verständnis von Optik-Design ist eine Barlow-Linse in erster Linie für die Verwendung mit Okularen vorgesehen. Die Feldblende von Standardokularen liegt für gewöhnlich in der Ebene des äußeren Kragens am Okulargehäuse und somit in der Ebene der okularseitigen Öffnung der Barlowlinse. Auf diese Ebene bezieht sich deshalb vermutlich der auf der Barlow angegebene Vergrößerungsfaktor.
Wenn man aber eine Videokamera anschließt, dann liegt die Bildebene auf dem Kamerachip um mindestens das CS-Auflagemaß von 12,5 mm außerhalb des Barlow-Gehäuses oder gar 17,5 mm im Falle eines gewöhnlichen C-Mount-Anschlusses.
Ich habe meine 2,2x Klee-Barlow ausgangsseitig um 12,5 mm kürzen lassen, damit der Kamerachip in die vom Designer vorgesehene Ebene rückt. Dies schien mir von besonderer Bedeutung im Hinblick auf die Koma-Kompensation der Barlow, die - so vermute ich zumindest - nur für diese eine Ebene gelten kann.
In meinen mit abgesägter Barlow aufgemommenen
Mondbildern kann ich jedenfalls keine Komafehler erkennen, und der auf der Barlow eingravierte Verlängerungsfaktor stimmt auch einigermaßen mit dem gemessenen überein - siehe oben.
Gruß, Jan