Jupiter am 18.07.2021 - Animation - Infos

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komposer

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Hallo,

von 2:15 Uhr an konnte ich bis 04:30 Uhr bei konstant guten Bedingungen zahlreiche Avis für eine lange Animation sammeln.
Der Mondeintritt und der Schattenaustritt sind dabei schwierige Stellen, die schnell zu Verformungen führen.
Daher musste ich dort die Intervalle zwischen den Aufnahmen sehr kurz halten. (ca. 6-7 Min.)

Insgesamt habe ich mit dem Morphmaker aus Paintstar 14 Bilder zu 13 Teilanimationen verarbeitet.
Eine Anleitung zu dem Programm habe ich hier eingestellt: Planeten - Animation erstellen - Anleitung

Hier das Endergebnis aus der Galerie:

Beim Mond Ganymed habe ich eben noch leichte Anpassungen vorgenommen:

Ablauf für ein Bild:

Hier einmal eine Sequenz von 4:00 Uhr bis 4:04 Uhr mit den 3 verwendeten Summenbildern:
Jup_180721_040229_summe.jpg

Wie man sieht waren die Bedingungen wirklich klasse.
Außerdem zeigt sich hier das erhöhte Auflagemaß durch den Filterstack. Die IR Aufnahme ist dadurch deultich größer.
Gesammelt habe ich ca. 6000-8000 Frames pro Avi, davon gestackt 40 %.
fitswork:
Summenbilder auf 150% vergrößert und bearbeitet. ( iter. Gauss, Wavelt Detail-Verstärkung usw...)
Anschließend alles mit Winjupos auf den Zeitpunkt der IR Aufnahme derotiert.
In fitswork nun IR & Grün addiert und als Luminanz verwendet. Zusammen mit dem derotierten Asi120mc Farbbild dann das L-RGB erstellt.

Tja, das ganze Prozedere nun für 14 Bilder, das ist schon zeitaufwendig aber bei derartig guten Bedingungen nimmt man das gerne in Kauf.

Hier noch zum Abschluss 4 der besten Aufnahmen aus der Animation:

0258
Jup_180721_025838_p150_6g1irg-rgb_2.jpg

0355
Jup_180721_035511_p150_6g1irg-rgb.jpg

0402
Jup_180721_040229_p150irg-rgb.jpg

0429
Jup_180721_042907_p150_6irg-rgb.jpg

Equipment:
GSO 12"F5 Dobson, Baader Q-Turret Barlow, Asi120mc, Asi120mm, Rg610, TS47, Grünfilter

Gruß,
Holger
 
Hi Holger,

genial. Ich hab das zur selben Zeit mit meinem 6" Newton beobachtet, sehr schön das jetzt noch mal in dieser Qualität zu sehen :)

Grüße,
Ricky
 
Servus Holger,

ist schon der Hammer, was du hier abgeliefert hast! Respekt!

Viele Grüße,

Martin
 
Danke für Eure Kommentare,

hier noch eine Übersichtsaufnahme von 03:34 Uhr ohne Barlow:
Jup_180721_033424p150.jpg


Und bei der Aufnahme von 2:58 Uhr habe ich einmal Ganymed auf 300 % vergrößert und klare Strukturen herausgearbeitet.
Ganymed_180721_025838p300.jpg


Gruß,
Holger
 
Holger, mal wieder großes Kino !
Jetzt müsste man noch wissen, wie sehr sich Ganymed in den 2,25 Stunden gedreht hat ... Dann könnte man auch ungefähr
ableiten, ob die Albedo-Strukturen, die man auf Deiner Animation sieht, real sind. Aber wie immer : Sehr geil !

Gruß
Sascha
 
Hallo Holger! @komposer !
Ich falle in Ohnmacht! :beobachten: Super toll! Gigantisch! Vielen Dank für diesen wundervollen Beitrag. Besonders großen Dank auch, dass Du detailiert aufzählst und erklärst was Du gemacht hast. :y::y::y::y:
MünchenBeiNacht - Ewald
 
Hallo Ewald,

Dank auch, dass Du detailiert aufzählst und erklärst was Du gemacht hast.
das freut mich, ist mir auch immer wichtig da weitere Infos zu geben.

Sascha:
Jetzt müsste man noch wissen, wie sehr sich Ganymed in den 2,25 Stunden gedreht ha
Da musste ich mich jetzt mal im Internet schlau machen. Rotationszeit Ganymed ca 7 Tage. Ok, das kann man vergessen, keine Chance da in 2 Std. etwas zu sehen.
Dann könnte man auch ungefähr
ableiten, ob die Albedo-Strukturen, die man auf Deiner Animation sieht, real sind.
Sie sind zumindest in anderen späteren Aufnahmen wiederzuerkennen.
Ich habe jetzt zum Vergleich die Aufnahme von 03:41 Uhr verwendet:
Ganymed_180721_034131p300.jpg

Die helle Stelle unten und auch die dunkle Struktur tauchen ziemlich identisch wieder auf. Klar, das wird durch das Schärfen bestimmt überbetont aber reine Artefakte sehen meiner Meinung nach anders aus.

Gruß,
Holger
 
Hallo,

es ist schon unglaublich wie schnell sich das Seeing ändern kann. Ich bin heute zufällig gegen 4 Uhr aufgewacht und da konnte ich natürlich nicht widerstehen.
Also Dobson aufgebaut und erste IR Aufnahme um 04:16 Uhr zeigte nicht viel aber etwas abgewartet und siehe da, nur 11 Min. später plötzlich viel besser:
Jup_230721_041612_0427ani.gif

Immer noch kein Vergleich zum 18.07.21 aber immerhin. Eine kurze Animation aus zwei IR Aufnahmen zwischen 04:26 und 5:09 Uhr konnte ich auch erstellen:
jupiter_230721_0427-0509.GIF

Gruß,
Holger
 
Was für eine wunderbare Arbeit ,Holger. Ich war in der gleichen Nacht draußen, hab den Durchgang meist visuell beobachtet, nur wenige Avis mit kleinerem Gerät. Mewlon 210, QHY224C ca 4100mm Brennweite.
Ich denke, auch darauf kann man Strukturen auf Ganymed erahnen. 200% vergrößert. Nur AS3 und Registax 6
Viele Grüße, Holger
Ganymed plus 200 (2).jpg
 
Andere hingegen schwören darauf, dass wir das mit unseren kleinen Geräten natürlich hinbekommen.
Hi,
nun, Ganymed erscheint Pi mal Daumen 2" gross. Mit 12" Öffnung schafftman 0.4" gem Doppelstern-Kriterium, mit für Flächenkontraste gilt aber eine andere Formel, die bei guten Daten nochmal etwas feinere Auflösung ermöglicht. D.h. Es ist auf jedenfall theoretisch möglich.
Selbst mit 6" habe ich die letzte Zeit reproduzierbar Albedodetails herauskitzeln können, die auch dem Vergleich mit gemappten Sondenbildern (z.B. aus WinJupos) standhalten. Ganymed kommt einem mit seinem 'grossen dunklen Fleck' auch etwas entgegen. Dabei habe ich aber Ganymed separat aufgenommen, der fette Jupiter dürfte ihn ja ebenso in gebundene Rotation gezwungen haben wie die Erde unseren Mond, d.h. man hat recht viel Zeit, genug Frames zu sammeln. Die braucht man auch, denn gerade mit kleineren Öffnunge entpuppt sich die nötige lange Belichtungszeit (bei mir waren es ~60ms, bei grade noch vertretbarem Gain , ~80-90%) als limitierender Faktor, selbstredend braucht's sehr gutes Seeing dafür.
-cb
 
Haben wir nicht einmal auf einer von Holger´s Aufnahmen-Sequenzen einen Jupitermond als Sichel identifizieren können ???


So etwas scheint ja zu funktionieren ... Eben "mehr" als nur Scheibchen.

Gruß
Sascha
 
Zuletzt bearbeitet:
Ganymed erscheint Pi mal Daumen 2" gross. Mit 12" Öffnung schafftman 0.4" gem Doppelstern-Kriterium, mit für Flächenkontraste gilt aber eine andere Formel, die bei guten Daten nochmal etwas feinere Auflösung ermöglicht. D.h. Es ist auf jedenfall theoretisch möglich.
Puh. :unsure:

Also ich rechne so:
Ganymed hat aktuell 1,7" und das theoretische Auflösungsvermögen des 12" GSO liegt bei 0,46" (Raileigh).

Der Abbildungsmaßstab der ASI 120 sollte
- 0,39"/px (bei 1,3x Barlow) bzw.
- 0,23"/px (bei 2,25x Barlow) betragen. Das Ganze ohne Seeing und theoretisch betrachtet.

Der Durchmesser von Ganymed bildet sich also bei Verwendung einer
- Baader Q-Barlow mit 1,3x auf 4,35 Pixeln ab
- Baader Q-Barlow mit 2,25x auf 7,39 Pixeln ab

Mit dem durchschnittlichen Seeing ist trotz Lucky Imaging auch eine Unschärfe eingeführt, wenn ich jetzt noch die Bildrekonstruktion mittels Deconvolution und Derotation und Bildbearbeitung dazunehme dann denke ich eher an Berechnungs- und Bearbeitungseffekte als an fotografische Wahrheit. Das kommt auch den offensichtlich verschiedenen Positionen und Ausdehnungen der dunkleren Flecken in Holgers Bildern nahe.

Aber ich bin da vielleicht der Skeptiker des Tages... ;)

Die Encke-Teilung wird auch immer wieder als Schärfungs-Artefakt verworfen, da sie bei manchem Equipment theoretisch gar nicht auflösbar ist. Only God knows...:alien:

lg
Niki
 
Frage an Holger : Wann ist ein größeres Gerät geplant ??? :D
 
Hallo,

Das kommt auch den offensichtlich verschiedenen Positionen und Ausdehnungen der dunkleren Flecken in Holgers Bildern nahe.
Ja für die farbige Animation sind beim Mond durch die Derotation der Grünfilteraufnahme Unterschiede vorhanden, nicht aber in den verschiedenen IR Aufnahmen.
Ich habe mir das gerade nochmal angesehen, jedes Mal die gleichen Strukturen.
Haben wir nicht einmal auf einer von Holger´s Aufnahmen-Sequenzen einen Jupitermond als Sichel identifizieren können ???
Ja, an das Vorhaben kann ich mich noch gut erinnern.
Frage an Holger : Wann ist ein größeres Gerät geplant ???
12" reicht erst einmal, der Sprung von 8" zu 12" war ja schon nicht mehr so groß. Noch mehr wird sich noch seltener lohnen. Dafür ist das Seeing hier nicht gut genug.

Gruß,
Holger
 
@ Holger : Trotzdem frage ich mich manchmal, was ein 18 Zöller in Deinen Händen alles zeigen würde. Bin schon ein
großer Fan von Dir !!!
 
Aber ich bin da vielleicht der Skeptiker des Tages...
Nun, eine gesunde Skepsis ist hierbei auch durchaus angebracht. Das Ganze ist auf jeden Fall grenzwertig, aber, wiegesagt, da ich jetzt schon mehrfach ähnliche Ergenisse erzielt habe, denke ich schon, das ganz rudimentär Details, bzw. eben Helligkeitsunterschiede, herausgeholt werden können, auch mit 6" Öffnung. Mit 12" natürlich erst recht.
Man muss natürlich ein wenig Willen zur Abstraktion mitbringen, denn ganz 1:1 kommt es nicht heraus. Aber es ist auch nicht völlig Off & Random :)Mit 6" Equipment ist's jedoch recht freakig. Beim Jupiter selbst kann man sich am Farbenspiel erfreuen, auch wenn man alle Wirbel nicht so gut auflöst wie die 12",14" od. noch grösseren Eimer. Mit den dunken verwaschenen Flecken kann man dagegen jetzt keine grosse Show machen :(. Aber es ist halt einfach mal interessant, wie weit man das Equipment u. Postprocessing auszreizen kann.
ganymed_callisto_2021-07-19.jpg

[6" ED Apo ca. @F37, ASI 178MM, R-Filter]

-cb
 
Mit 6" Equipment ist's jedoch recht freakig.
Interessante Bilder vom 6", zumal schon der 12er "nur" etwa 0,5" auflöst - also kann man vielleicht 2 Gebiete unterscheiden, die eine halbe Winkelsekunde auseinander liegen, was bei dem Mond mit einer Objektgröße von 1,7" bedeutet, dass im Durchmesser theoretisch etwa 3 Gebiete in der Helligkeit unterscheidbar wären - ohne jedes Seeing oder sonstige Einflüsse. In der Fläche wären das wohl 3 x 3 also theoretisch 9 Felder, die dann bei 2,25x Barlow auf 7 x 7 Pixeln abgebildet werden. Ohne spätere rechnerische Vergrößerung oder Drizzle etc.

Wir erfassen also am Durchmesser 3 Helligkeitsdifferenzen mit 7 Pixeln, ergo etwa einen Helligkeitswert auf 2 Pixeln, da das Auflösungsvermögen nicht mehr hergibt.

Alles, was letztlich zu sehen ist und präziser aussieht (mehr als 3x3 Helligkeitswerte auf jeweils 2 Pixeln) müsste m.E. demnach das Ergebnis der Post-processing-Berechnungen sein. Ich traue dem Verfahren praktisch vielleicht die Darstellung einer Helligkeitsdifferenz zu, die etwa die halbe Größe von Ganymed hat. Genauer würde das die Physik dahinter wohl nicht zulassen, der präziser aussehende Rest müsste dann auf die Statistik der gestackten Bilder und Deconvolution zurückzuführen sein.

lg
Niki
 
Trotzdem frage ich mich manchmal, was ein 18 Zöller in Deinen Händen alles zeigen würde. Bin schon ein
großer Fan von Dir !!!
Hallo Sascha,

informiert hatte ich mich da schon. Leider ist es schwer ab 16" Geräte mit F5-F6 zu finden. Die sind dann meist F4-4,5 und das halte ich für meine Proirität Planeten / Mond kontraproduktiv. Dann auch der hohe Preis gegenüber den wenigen Gelegenheiten mit bestem Seeing.
Da habe ich mich mit dem 12" Volltubus schon ganz gut entschieden.

Gruß,
Holger
 
Moin,

Bzgl WinJupos: Wenn man Bilder ausmisst, gibts im Programm einen Button 'Ephemeries' (habe die engl. version, zu Detusch wohl 'Ephemeriden', der Button ist aber erst aktiv), wenn ein Bild geladen ist. Ein Klick darauf öffnet ein neuese Fenster, mit verschiedenen Infos (eben Positionswinkel, scheinbare Grösse etc. aber eben auch planetenspezifischer Kram, Zentralmeridiane etc. In diesem Ephemeries-Fenster gibts mehrere Karteien, mit 'Graphics' kann man sich die Simulation basierend auf gemappten Sondenbildern anschauen. Die ist natürlich nur bei Gesteinsplaneten und Monden interessant, aktuelle Atmosphärenzustände sind natürlich nicht möglich in der Darstellung. Wichtig ist noch, 'Shading' links anzuklicken, um die aktuelle Beleuchtungssituation zu simulieren.

Bgzl. Auflösung: Bei der Pixel-Rechnung muss noch dazugesagt werden, dass meine Aufnahme mit ca. F37 entstanden sind, mit einer 178MM mit 2.4 my Pixeln, d.h. mit massiven Oversampling. Gedrizzelt (3x) ist der Stack ca. 58-66 Pixel gross, ist etwas schwierig bei dem diffusen Rand, d.h. ohne Drizzling eben ca.19-22 px. Da ist schon genug Spielraum, die 2 od. 3 Stufen Helligkeitsunterschied zu separieren. Und, wiegesagt, ich habe die Formel nicht parat, aber für Flächenkontraste gilt auch theoretisch eine feinere Auflösung als diejenige aus dem Doppelsternkriterium.

-cb
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Danke für die Info !

Ich mit gerade noch einmal Ganymed um 02:58 uhr vorgenommen und 3 Bearbeitungsstufen animiert.
1. Summenbild 300% etwas das Histogramm hochgezogen.
2&3. Fitswork Detailverstärkung
ganymed_180721_025838_ani.gif

Mehr nicht, kein Deconvolution, nicht einmal Gauss Schärfungen, wobei die Ergebnisse sich da eh ähneln.
Ich habe das jetzt gar nicht mehr weiter ausgereizt, da die Strukturen ja schon gut genug zu erkennen sind.

Gruß,
Holger
 
Hallo Niki,

ja genau, der Faktor erhöht sich aber durch das Auflagemaß der Kamera samt Filterstack auf ca. 2,7-2,8 fach.

Gruß,
Holger
 
Status
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