Kamera für Planetenfotografie

Vigo79

Mitglied
Hallo Zusammen,

ich hab eine ASI120 MColor Kamera per Okularprojektion an einem Skywatcher 150PDS für die Planetenfotografie im Einsatz gehabt.

Inzwischen hab ich ein Skywatcher 200PDS, also 1000mm Brennweite und frage mich, was grad aktuell an Planetenkameras zu haben ist. Die ASI 120 denk ich ist nicht mehr zeitgemäß oder? Was ist denn so bis 400 Euro Stand der Technik. Worauf muss man achten?

Ciao Vigo
 

komposer

Mitglied
Hallo Vigo,

also ich habe schon viele gute Aufnahmen mit der Asi120mc gemacht. Allerdings nicht mit Okularprojektion sondern mit der Baader Q-Turret Barlow. Preis-Leistungsverhältnis finde ich da einfach klasse.
Kannst Dir ja meine zahlreichen Bilder hier im Forum ansehen. Früher mit 8" F6 Dobson, jetzt mit 12" F5 Dobson gemacht.
Allerdings habe ich mir für Filterspielereien inzwischen die Asi120mm zugelegt.

Gruß,
Holger
 

oliverwulf

Mitglied
Hallo Vigo,
wieso per Okularprojektion, kommst Du sonst nicht in den Focus?
Ich persönlich habe auch eine 120er und nutze diese regelmässig...... wenn das Wetter mal mitmacht ☺
Sehr zufrieden bin ich auch mit der Celestron NexImage 10.
Dann habe ich - relativ neu - noch eine QHY, die muss ich erst noch ausgiebig testen, das first light war aber schonmal gut...
Als letztes hab uch noch eine Flir Blackfly S. Eine sehr gute Kamera, super Sensor ( Sony), leider gestaltet sich die Integration in die gängigen Programme wie sharpcap oder firecapture als schwierig ?

Beste Grüsse, Oli
 

Vigo79

Mitglied
Hallo Holger, Oli

dachte es gäbe hald mittlerweile Kameras mit mehr FPS bei höherer Auflösung. Die ist ja bei der ASI120 recht gering, sollte man mal was größeres drucken wollen. Mond in DIN A3 etc.

Okularprojektion deshalb, weil ichs nicht besser weiß. Hab davon gelesen und ausprobiert. Den Jupiter hab ich so durch verschiedene Okulare vergrößert abbilden können.
Hab für meinen 8 Zoll Skywatcher einen GPU Korrektor mit IR Cut Filter. Glaub den brauch ich auch oder? Wie adaptiere ich dann die Kameras? Der Abstand Kamera zu Komakorrektor muss doch auch ein bestimmter sein?
 

oliverwulf

Mitglied
Hi Vigo,
Naja, am Ende des Tages musst Du den Sensor in den Focuspunkt bekommen, und das mit so wenig wie möglich zwischengeschalteter Optik.
Ich sag extra „so wenig wie möglich“, denn je nachdem was Du erreichen willst braucht es halt Material, ich denk da an Barlow, Flattener, Reducer, etc.
Ich habe ein anderes scope und kenne Deine Zielsetzung nicht, deshalb kann ich auch nichts Schlaues zu deinem Setting sagen ...... meist hilft probieren und ein paar Distanzstüvke zur Hand haben ☺

Grüsse, Oli
 

Der_Peter

Mitglied
Hallo Vigo,

hier ist "Dein" Thema umfassend beschrieben; dabei geht es nicht um maximales Auflösungsvermögen der Kamera, sondern um optimale Anpassung von Kamera an's Instrument:
Tutorial zur Erstellung von hoch auflösenden Mondaufnahmen

Tutorial zur Erstellung von hoch auflösenden Mondaufnahmen

Ich persönlich halte mich an die einfache Faustregel:

für Farbkamera: anzustrebendes Öffnungsverhältnis f = 5 x Pixelgröße in Micrometern
für SW-Kamera: anzustrebendes Öffnungsverhältnis f= 3 * Pixelgröße in Micrometern

Danach wähle ich die entsprechende Barlow...

Bei Planeten braucht man auch keine gewaltige Megapixel-Zahl und riesigen Chip, weil sie so klein sind, dass man sowieso "zuviel Schwarz außen rum hat".

Was aber nützlich ist, sind hohe FPS und da ist eine alte ASI 120 mit USB2.0 langsam/limitiert. ASI 120 MC-S / MM-S, ASI 174 oder 290 sind da schon deutlich performanter...
USB3.0 Camera | Product Categories | ZWO ASI

Der Kollege hier hat einige hilfreiche Videos zu dem Thema gemacht:
wwgeb
 

Joschi

Mitglied
Hallo Vigo,

aus eigener Erfahrung würde ich dir die ASI 178 empfehlen.
Diese hat 6Mp, einen etwas größerem Sensor und kleinen Pixeln.
Da reicht ca f/10 um die volle Auflösung des Teleskopes zu nutzen.
Würde für dich bedeuten das ein 2- 2,5x Barlow reichen würde. Ein Komakorrektor dürfte bei dem relativ kleinem Bildfeld nicht unbedingt nötig sein.
Und 6Mp reichen locker für einen Ausdruck im A3 Format aus.
Hier mal ein Ergebnis mit nur 420mm Brennweite..... dank der kleinen Pixel.

VG Cl.-D.
 

Vigo79

Mitglied
Ja das ist wirklich beeindruckend und wäre auch mein Ziel. Bin noch mit den obigen Links beschäftigt, das Thema wird dort sehr ausführlich behandelt. Barlows hab ich hier liegen. Waren immer dreingaben oder im Set mit Okularen. Denke aber da wird sich kaum eine für die Fotografie eignen. Ich lese mal nach!
 

Der_Peter

Mitglied
Na ja, die 178 habe ich bewusst außen vor gelassen, weil sie "dank" 6 MP wieder relativ langsam ist.
Jupiter dürfte immer so um die 200 Pixel breit sein. Dafür dann 6 MP und viel Schwarz außen herum? Was anderes ist es natürlich am Mond, insbesondere wenn er formatfüllend abgebildet werden soll.
=> Einen Tod muß man halt "sterben" oder mehrere Kameras kaufen. Aber grau ist die Theorie...

Wenn man hier den Imaging Mode wählt, kann man die gewünschte Kamera / Barlow an diversen Objekten vorab einigermaßen simulieren:

astronomy.tools
 
Zuletzt bearbeitet:

DocHighCo

Mitglied
Hallo,

man muß bei der 178 nicht unbedingt mit den vollen 6MP aufnehmen. Ein kleiner Bildauschnitt (ROI) um den Planeten reicht auch bei höheren Brennweiten aus und dann erzielt man auch deutlich höhere Bildraten (>100FPS).

Gruß

Heiko
 

komposer

Mitglied
Hallo Vigo,

für Planeten brauchst Du keinen größeren Chip und auch keine schnellere USB3 Kamera. Ich ziehe bei der Aufnahme ein kleines Fenster (Roi of Interest) um den Planeten und komme so auf maximale Frameraten, die eigentlich nur durch die Belichtungszeit begrenzt sind. Beim kompletten Mond würde ein größerere Sensor die Arbeit erleichtern aber auch nicht mehr. Ich gleiche das mit Mosaiken aus. Hier z.B. ein Mosaik aus 22 Teilen: Mond am 21.10.18
Ein Ir-Cut Filter ist in der Kamera verbaut, da brauchst Du keinen zusätzlichen. Bei dem kleinen Sensor sollte auch ein Korrektor nicht nötig sein. Mein 12er Dobson ist auch F5 und selbst da reicht die 2,25fach Barlow aus. Der Faktor wird durch das Auflagemaß der Kamera auch zusätzlich vergrößert, ca. 2,65. Durch meine Filter bei der Asi120mm ist das sogar noch etwas mehr ohne das die Qualität leidet.
Anstatt einer neuen Kamera würde ich Dir erst einmal eine gute Barlow empfehlen. Die Baader Q-Turret war für mich nach Internet-Recherge ein wahrer Glücksgriff und das zu einem wirklich günstigen Preis.

Gruß,
Holger
 

Vigo79

Mitglied
Das Mosaik gefällt mir. Ich erinnere mich, dass ich bei meinem letzten Jupiterversuch bzw allgemein Probleme mit den Farben der Kamera. Dachte weil kein IR Cut Filter verbaut ist, aber da hab ich mich wohl getäuscht. Auch hatte ich Streifen im Bild. Wenn ich mich recht erinnere liegt das an nem falschen debayern. Is leider alles schon etwas her :/
 

Joschi

Mitglied
Na ja, die 178 habe ich bewusst außen vor gelassen, weil sie "dank" 6 MP wieder relativ langsam ist.
Jupiter dürfte immer so um die 200 Pixel breit sein. Dafür dann 6 MP und viel Schwarz außen herum? Was anderes ist es natürlich am Mond, insbesondere wenn er formatfüllend abgebildet werden soll.
=> Einen Tod muß man halt "sterben" oder mehrere Kameras kaufen. Aber grau ist die Theorie...

astronomy.tools
Hallo Peter,

wie Holger schon geschrieben hatte, ROI heißt das Zauberwort.
Da ist es auch ziemlich egal wie viele Mp der Sensor hat.
Ein weiterer Vorteil durch die kleinen Pixel ist , das man durch das schnellere System die Belichtungszeit kürzer und oder den Gain niedriger halten kann.

VG Cl.-D.
 

komposer

Mitglied
Hallo Vigo,

autostakkert erkennt das eigentlich automatisch. In seltenen Fällen musste ich das mal manuell auf GRBG stellen.
Ich will Dir nicht die neue Kamera ausreden, aber wenn das Geld nicht gerade locker sitzt, würde ich die Asi120mc erst einmal richtig ausreizen. Dafür muss vor allem das Seeing mal mitspielen und der ganze Workflow leicht von der Hand gehen.
Da die Planeten zur Zeit eher ungünstig stehen wird der Mond das Objekt der Begierde sein. Durch das Zusammensetzen sich überlappender Abschnitte sind hoch aufgelöste Panoramabilder möglich. Und das alles mit dem kleinen Sensor.
Hier mal ein auf 50% verkleinertes Beispiel eines Mosaiks mit Barlow:
clavius_181218_203547mosaikp50c.jpg


Ist zwar mit Asi120mm & Rotfilter entstanden aber auch mit der Asi120mc sollte Ähnliches möglich sein.

Gruß,
Holger
 
Zuletzt bearbeitet:

komposer

Mitglied
Hallo Peter,

ich bearbeite jeden Abschnitt einzeln mit fitswork. Dann schneide ich diese passend zurecht, so dass sich die Teile zu allen Seiten etwas überlappen. Diese Dateien packe ich in einen Ordner und lade sie anschließend in Microsoft ICE. Das Programm setzt dann voll automatisch in Sekunden das Mosaik zusammen.

Gruß,
Holger
 

gibeon

Mitglied
Hallo Holger,
vielen Dank! Das klingt gut. Ich möchte ein (sehr gutes) C8 verwenden und habe zwei ältere DMK Kameras geerbt (DMK 21 und 41, beide monochrom). Mit denen werde ich erstmal arbeiten und dann sehen wir weiter. Barlows sind ebenfalls vorhanden (von 1,33x bis 8x).

VG Peter
 

Vigo79

Mitglied
Hab die ASI120 jetzt mal auf ein Gebäude in einigen hundert Metern Entfernung getestet, Mit Sharpcap komme ich besser zurecht als mit FireCapture.
Dann hab ich die 2,25x Barlow von Hyperion (mit 1 1/4" Adapter) drangeschraubt. Hier fehlen mir die Erfahrungswerte, aber das Bild ist deutlich unschärfer nach nachfokusieren. Ich denk eine Barlow wird nie die Schärfe erreichen, die man ohne hat oder?
Weiß jemand wie die Hyperion Barlow im Vergleich zur Baader Q-Turret Barlow ist? Evtl liegts auch an der Luftunruhe, aber stark "wabbern" tuts Bild jetzt nicht, eigentlich kaum.
 

komposer

Mitglied
Hallo Vigo,

dann hast Du ja schon eine ähnliche Barlow. Keine Ahnung ob die baugleich ist, zumindest ist sie ja vom selben Hersteller mit gleichem Faktor. Ein Gebäude ist natürlich kein ideales Testobjekt. Der Mond bietet durch die vielen feinen Krater gute Vergleichsmöglichkeiten. Wenn die Bedingungen aber nicht mitspielen wird es schwierig. Mit mehr Brennweite werden die schlechten Einflüsse stärker sichtbar. Aber schon bei durchschnittlichen Bedingungen lohnt sich die Barlow:
Link zur Grafik: https://forum.astronomie.de/attachments/krater-vergleich-gif.96579/
Mehr Infos hier: Mondkrater - Schritte meiner Nachbearbeitung

Gruß,
Holger
 

Der_Peter

Mitglied
Hallo Peter,

wie Holger schon geschrieben hatte, ROI heißt das Zauberwort.
Da ist es auch ziemlich egal wie viele Mp der Sensor hat.
Ein weiterer Vorteil durch die kleinen Pixel ist , das man durch das schnellere System die Belichtungszeit kürzer und oder den Gain niedriger halten kann.

VG Cl.-D.
Hallo Joschi,
ja ROI hilft..., noch mehr bei USB 3.0 Kameras und schnellen Notebooks. ;)

Spaß beiseite, ich will Dir die 178 nicht schlecht reden. Ich bin halt ein "Fan" größerer Pixel und befürworte andere Spezifikationen.
Ist fast wie bei den Lebenspartnern, jeder hat so seine begründeten Vorlieben.

Das macht es natürlich für Vigo nicht leichter.
 
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