Kepler vs Corot

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Drei von ursprünglich 21 Kacheln sind über die Jahre ausgefallen, und am Ende war dann der Gasvorrat zur Ausrichtung von Kepler erschöpft. Hier ist das letzte übertragene Bild:

Kepler's final image

Spiegel

Credit: NASA/Ames Research Center
 

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Auch wenn das Kepler Observatorium mittlerweile sein Beobachtungsprogramm einstellen musste, so finden sich unter tausenden von gefundenen Kandidaten gelegentlich auch jetzt noch Bestätigungen. Bei Kepler 1658b hat die Bestätigung besonders lange gedauert, denn es war der erste Kandidat, der gleich zu Beginn der Messungen registriert wurde. Fehlinterpretationen seines Zentralgestirns hatten aber lange Zeit eine schlüssige Deutung verhindert. Das ist nun mit erdgebundenen spektroskopischen Nachuntersuchungen aufgeklärt und hat sogar einen besonders exotischen Fall offenbart:

The Curious Case of KOI 4: Confirming Kepler's First Exoplanet Detection

Kepler-1658 is a massive, evolved subgiant (M = 1.45 ± 0.06 M_s, R = 2.89 ± 0.12 R_s) hosting a massive (m = 5.88 ± 0.47 m_J, r = 1.07 ± 0.05 r_J) hot Jupiter that orbits every 3.85 days.

Also ein riesiger Planet mit fast sechsfacher Jupitermasse in einem extrem kurzperiodischem Orbit mit einer Umlaufperiode von nur 3,85 Tagen um einen bereits aufgeblähten Riesenstern.

Kepler Space Telescope's first exoplanet candidate confirmed, ten years after launch

Standing on the planet, the star would appear 60 times larger in diameter than the Sun as seen from Earth.
 
Im zirkumbinären System Kepler-47, wo bereits zwei Planeten bekannt waren, wurde jetzt noch ein dritter gefunden:

Discovery of a Third Transiting Planet in the Kepler-47 Circumbinary System

Of the nine confirmed transiting circumbinary planet systems, only Kepler- 47 is known to contain more than one planet. Kepler-47 b (the "inner planet") has an orbital period of 49.5 days and a radius of about 3 R ⊕. Kepler-47 c (the "outer planet") has an orbital period of 303.2 days and a radius of about 4.7 R ⊕. Here we report the discovery of a third planet, Kepler-47 d (the "middle planet"), which has an orbital period of 187.4 days and a radius of about 7 R ⊕.

Seit dem ersten Star Wars Film, in dem Luke Skywalker auf seinem Heimatplaneten Tatooine einen Sonnenuntergang mit zwei Sonnen betrachtete, werden solche zirkumbinären Systeme auch häufig Tatooine-Systeme genannt. Allerdings haben die Planeten von Kepler-47 zwischen 8 und 23-facher Erdmasse und sind deshalb eher nicht bewohnbar.

Credit: Wikipedia

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17 neue Planeten gefunden, mit neuem Algorithmus:

Transit least-squares survey - II. Discovery and validation of 17 new sub- to super-Earth-sized planets in multi-planet systems from K2

We discover and statistically validate 17 new planets with radii ranging from about 0.7 Earth radii (R⊕) to roughly 2.2 R⊕ and a median radius of 1.18 R⊕. EPIC 201497682.03, with a radius of 0.692+0.059/−0.048 R⊕, is the second smallest planet ever discovered with K2. Our discovery rate of about 3 % within the group of previously known K2 systems suggests that TLS can find over 100 additional Earth-sized planets in the data of the Kepler primary mission.
 
Bestätigung der niedrigen Dichte von Kepler 9b und Kepler 9c:

HARPS-N radial velocities confirm the low densities of the Kepler-9 planets

Zur Dichtebestimmung muss man Radius und Masse des Exoplaneten kennen. Die Transitmethode liefert zunächst aber nur Information über den Radius. Im Fall von Kepler-9 mit mehreren Planeten beobachtete man allerdings eine wechselseitige Beeinflussung der Umlaufzeiten, aus der man indirekt die Massen dieser Körper erschließen konnte. Die auf diese Weise bestimmte Dichte von Kepler-9b und Kepler-9c ist aber geringer als die von Wasser und das erweckte zunächst Zweifel an der Zuverlässigkeit der Methode.

Die Massen können aber mit einer hinreichend empfindlichen Messung der variablen Radialgeschwindigkeit des Zentralgestirns auch direkt bestimmt werden, und solche Messungen mit dem HARPS-N Spektrograph am 3,6 m TNG Teleskop auf La Palma konnten jetzt die aus den Kepler-Daten extrahierten Werte bestätigen.

The low density of some exoplanets is confirmed
 
Die Mission vom Kepler Space Telescope hatte ja vor allem das Ziel, möglichst erdähnliche Exoplaneten an sonnenähnlichen Sternen zu finden. Da die Transitmethode, die dabei zur Anwendung kommt, aber die Entdeckung großer Gasriesen in engen Umlaufbahnen favorisiert, liefert die Kepler-Statistik zunächst mal eine sehr verzerrte Populationsverteilung, in der erdähnliche Planeten im habitablen Abstand nur ganz selten vorkommen. So findet sich im gesamten Fundus von über 2600 Kepler-Planeten gerade mal ein halbes Dutzend von erdähnlichen in einer habitablen Zone, von denen aber die meisten kühlere K-Sterne in kurzem Abstand umlaufen.

Es ist also nicht ganz einfach, daraus eine allgemein gültige Wahrscheinlichkeit für das Auftreten von erdähnliche Planeten in der Habitablen Zone (HZ) zu bestimmen. Eine Gruppe von Autoren unter Einschluss zahlreicher Mitglieder des Kepler-Teams schätzt in einer neuen Veröffentlichung immerhin, dass etwa jeder zweite Hauptreihenstern mit einer Temperatur zwischen 4800 und 6300 K dafür in Frage kommt. Der nächste HZ-Planet sollte dann in einem Abstand von weniger als 6 pc (20 Lj) stehen, und bis 10 pc (33 Lj) sollte man 4 davon erwarten. In der gesamten Milchstraße gäbe es dann 300 Millionen davon:

The Occurrence of Rocky Habitable Zone Planets Around Solar-Like Stars from Kepler Data

We present occurrence rates for rocky planets in the habitable zones (HZ) of main-sequence dwarf stars based on the Kepler DR25 planet candidate catalog and Gaia-based stellar properties. We provide the first analysis in terms of star-dependent instellation flux, which allows us to track HZ planets. We define η⊕ as the HZ occurrence of planets with radius between 0.5 and 1.5 R⊕ orbiting stars with effective temperatures between 4800 K and 6300 K.

We find that η⊕ for the conservative HZ is between 0.37+0.48/−0.21 (errors reflect 68% credible intervals) and 0.60+0.90/−0.36 planets per star, while the optimistic HZ occurrence is between 0.58+0.73/−0.33 and 0.88+1.28/−0.51 planets per star.

We estimate with 95% confidence that, on average, the nearest HZ planet around G and K dwarfs is ∼6 pc away, and there are ∼ 4 HZ rocky planets around G and K dwarfs within 10 pc of the Sun.


Sky & Telescope
 
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Dazu schreibt die New York Times:

Looking for Another Earth? Here Are 300 Million, Maybe

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The center of the Milky Way, viewed by the Hubble space telescope in 2011. Scientists estimate there are some 300 million potentially habitable planets just in our own galaxy. Credit: NASA
 
Vor zehn Jahren kündigte sich beim Kepler Raumteleskop mit dem Ausfall von zwei essentiellen Schwungrädern zur Lagestabilisierung schon das Ende der ansonsten sehr erfolgreichen Mission an. Irgendwie hat man trotz dieses Handicaps noch ein paar Jahre durchgehalten, bis dann am 30. Oktober 2018, also vor fünf Jahren, endgültig Schluss war. Gleichwohl konnte man durch sorgfältige Analyse des umfangreichen Datenmaterials noch weitere Entdeckungen machen.

Updated Catalog of Kepler Planet Candidates

This catalog contains 4376 transiting planet candidates, including1791 residing within 709 multi-planet systems, and provides the best parameters available for a large sample of Kepler planet candidates.

Dazu gehört auch das multiple System Kepler-385 (alias KOI-2433) mit möglicherweise sieben Planeten:

Scorching, seven-planet system revealed by new Kepler exoplanet list

A system of seven sweltering planets has been revealed by continued study of data from NASA's retired Kepler space telescope: Each one is bathed in more radiant heat from their host star per area than any planet in our solar system. Also unlike any of our immediate neighbors, all seven planets in this system, named Kepler-385, are larger than Earth but smaller than Neptune.

Gruß, Peter
 
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