Kepler vs Corot

Status
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Kleine Korrektur:

Die Uhrzeit stimmt (05. März/22:48 Ortszeit = 04:48 MEZ),
aber in Europa haben wird dann schon den 6. März ...




 
Hallo Peter,

danke für die Links! Der Spiegel-Artikel hat mich stutzig gemacht, jedenfalls ein Zitat daraus: "Ich glaube, dass jeder Stern, den wir am Nachthimmel sehen können, von einem erdähnlichen Planeten umkreist wird." ... Äääähh. Ja. Dieser zitierte Wissenschaftler dürfe der größte Optimist unter unserer Sonne sein. Oder sehe ich das falsch?

CS,
Markus
 
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Hallo Markus,

ich denke auch dass da jemand zu optimistisch ist. Es gibt sicher genug Systeme wo nicht genug Material für irgend welche Planeten vorhanden ist (z. B. ein System mit einem Br. Zwerg). Und gerade bei den sehr alten Sternen werden auch nicht genug schwere Elemente (jenseits von H) vorhanden sein, um erdähnliche Planeten entstehen zu lassen. Hinzu kommen Systeme mit >2 jupiterähnlichen Gasriesen. Da haben Simulationen gezeigt, dass andere Planeten leicht aus der Bahn "gekickt" werden.
 
Allgemein bin ich ein wenig überrascht, dass solche Themen hier auf dem Forum nicht mehr Menschen interessieren. Wir alle mögen die Astronomie, und ist es nicht der Grund warum man 'nach oben' schaut, sich vorzustellen was es dort noch alles geben könnte? *grübel*

CS,
Markus
 
Für alle die des Englischen mächtig sind, hier noch ein interessanter Artikel über Kepler: http://astrobio.net/news/modules.ph...=article&sid=3055&mode=thread&order=0&thold=0

Da bin ich ja gespannt welche Ergebnisse in 3-4 Jahren auf uns warten. Ich wäre sehr enttäuscht wenn Kepler nur eine kleine Zahl (2-3) Kandidaten finden würde. Wenn es 30 sind, dann mache ich definitiv eine Flasche auf um das zu feiern :)

CS,
Markus
 
Kepler erfolgreich gestartet

Heute früh um 4:49 MEZ ist die Kepler Sonde der NASA erfolgreich von Cape Canaveral gestartet:

thefutureofthings/news

Spiegel

Der zunächst einen Tag früher geplante Start war nach dem Fehlstart von OCO vor gut einer Woche verschoben worden, um ähnliche Probleme auszuschließen.

Wenn alles weitere nach Plan verläuft, wird Kepler über einen Zeitraum von 3.5 Jahren ein fixiertes Sternfeld auf Planeten-Transits observieren:

Kepler FOV

Die Wahrscheinlichkeit für einen Transit ist für einen willkürlich zur Beobachtungsrichtung orientierten Orbit durch das Verhältnis der Durchmesser von Stern und Orbit gegeben. Für einen erdähnlichen Planeten im Abstand von 1 AE von einem sonnenähnlichen Stern ergibt das eine Wahrscheinlichkeit von 0.47%.

Kepler soll automatisch 100 000 Sterne gleichzeitig überwachen. Die Auswertung der Lichtkurven soll automatisch an Bord erfolgen und nur wirklich interessante Kandidatenereignisse werden einmal im Monat an die Bodenstation übertragen.

Wenn alle 100 000 Sterne sonnenähnlich und mit einem erdähnlichen Planeten ausgestattet wären, müsste Kepler 480 entsprechende Transits beobachten. Aus der tatsächlich beobachteten Zahl kann man dann also direkt die relative Häufigkeit von erdähnlichen Planeten bestimmen.

Mit freundlichen Grüßen,
Peter




 
Re: Kepler erfolgreich gestartet

Hey Markus,

ich kenne/schätze die Gefühle die du da beschreibst wenn man in der Dunkelheit in die Weiten des Alls kuckt. Ich sitze oft minutenlang da, den Kopf in Richtung Himmel und denke so darüber nach, welche "Dinge" da draußen vor sich gehen könnten.

(Es spielt sich alles in Dimensionen ab, die wir uns nicht vorstellen können)

Unterschiedlichste Emotionen kommen da hoch. Das Gefühl der Einsamkeit als Mensch auf Erden drängt sich mir jedesmal in den Vordergrund.

DAS UNIVERSUM STEHT ÜBER ALLEM

Gruß & CS
Peter
 
Re: Kepler erfolgreich gestartet

Hallo Peter,

ja, so geht es mir auch. Das Universum ist wirklich unvorstellbar groß, und der Blick nach oben hält mir das jedes mal vor Augen.

Ich bin froh, dass Kepler gut gestartet ist. Es wäre sehr traurig gewesen wenn beim Start etwas schief gelaufen wäre, schließlich kostet dieses Projekt viel Geld, und die vielen Jahre Arbeit die darin stecken sind auch nicht zu verachten.

Schade nur, dass die Ergebnisse erst in 3-4 Jahren bekannt gemacht werden.

CS,
Markus
 
Re: Kepler erfolgreich gestartet

Hallo Freunde,

Wegen Finanzproblemen war der Start der Mission zweimal verzögert worden.

wenn ich sowas lese werde ich immer richtig sauer! Für Krieg und andere unnütze Dinge wird so viel Geld ausgegeben und dann sowas. Das ist Astronomie nicht das wichtigste überhaupt ist ist mir klar, aber sowas...!

Zitat von NewHorizons2:
Unterschiedlichste Emotionen kommen da hoch. Das Gefühl der Einsamkeit als Mensch auf Erden drängt sich mir jedesmal in den Vordergrund.

DAS UNIVERSUM STEHT ÜBER ALLEM

Auch ich mache mir meine Gedanken und staune wenn ich unter dem Firmament sitze, aber Einsamkeit kommt da keine auf. Ich fühle mich eher verbunden mit allem, als kleines Zahnrad in einer großen Maschine sozusagen. Ein sehr schönes Gefühl.

Ich bin mal gespannt was Kepler uns neues offenbart.

Viele Grüße,
Florian
 
Re: Kepler erfolgreich gestartet

Mittlerweile sind seit dem Start gut 6 Wochen vergangen. Inzwischen gab es "first light" und seitdem wird das System justiert und kalibriert.

Hier ist ein Log der Mission soweit:

News Releases and Updates

Sieht also so aus, als ob die eigentliche Datennahme bald starten kann ...

Mit freundlichen Grüßen,
Peter

 
Re: Kepler Update

Ein weiteres Update vom 1. Mai:

News Relases and Updates

2009 May 1. Mission Manager Update - Kepler's calibration data collection is drawing to a close .... Optimally shaped "windows" of pixels will be defined for each of the more than 100,000 target stars and a table of these pixels uploaded to the spacecraft. These are the pixels that will ultimately help the science team find planets -- the pixels will be downlinked to Earth and used to construct light curves, or measurements of brightness over time, for each star.

After science observations begin, the data analysis "pipeline" at the Science Operations Center at NASA's Ames Research Center in Moffett Field, Calif., will process the light curves to identify "threshold crossing events," which is the first step in identifying potential transiting planets. Various tests will be applied to these events to weed out false indications. Once confidence is built for candidate transits, observations by ground-based telescopes will be performed to further rule out phenomena that can masquerade as transiting planets.

2009 May 01 14:00 UTC - Distance to Kepler: 5,382,000 km; 3,344,000 mi; 0.036 AU; 14.00 times the distance to the Moon.

Mit freundlichen Grüßen,
Peter

 
Re: Kepler Update

Ich bin schon extrem auf die ersten Ergebnisse gespannt... wenn der erste erdähnliche Kandidat verifiziert ist, mache ich eine Flasche auf! :D

CS,
Markus
 
Re: Kepler beginnt Datennahme

Na, da bin ich auch mal sehr gespannt, was da am 18.06. an ersten Ergebnissen rauskommt.

Um nochmal etwas Stoff für Diskussionen anhand der o.g. Posts zu liefern:

Auch wenn ich mich immer sehr über Neuigkeiten aus der Weltraumforschung freue und auch prinzipiell dafür bin ordentlich Geld dafür in die Hand zu nehmen, so habe ich persönlich auch immer ganz gelinde Zweifel:

1. Das Geld das in die Raumfahrt gesteckt wird könnte man ja auch prima in humanitäre Projekte fließen lassen, also gefrei dem Motto "Erstmal die Erde klar bekommen, dann den Rest".
Ich gehe absolut konform mit allen vorigen Posts hinsichtlich zweifelhaften Kosten für Aufrüstung und Militäreinsätze, aber bevor aufgehört wird in Rüstung zu investieren wird wohl eher die Raumfahrt ad acta gelegt. Insofern freue ich mich, dass noch genug Geld für die Astronomie übrig ist, auch wenn ich dann immer daran denke, was man sonst noch sinnvolles mit dem Geld hier unten anfangen könnte.

2. Sollte in z.B. 370LJ Entfernung ein passendes System ausgemacht werden, was darf unsere Epoche noch an weiteren Erkenntnissen erwarten? Fakt ist, wir kommen da nicht so schnell hin, dass wir noch etwas davon zu Lebzeiten mitbekämen. Also was passiert als nächstes? Werden noch bessere Sensoren konstruiert werden, die uns noch näher daran lassen? Oder verspricht die Teilchenforschung am LHC vielleicht sogar mehr?

3. Wenn Kepler & Co. dann passende Planeten gefunden hab sollten, reduziert das langfristig vielleicht in gewisser Hinsicht sogar das Verantwortungsgefühl für unsere eine Welt hier?

Mich persönlich quält weniger die Frage, ob wir allein sind (davon gehe ich kategorisch nicht aus), sondern vielmehr, dass wir so beschränkt in unserer Wahrnehmung sind und diese Entfernungen einfach nicht überbrücken können. Da beneide ich etwas diejenigen unter euch, die die Voyager-Mission schon mit erwachsenem Verstand verfolgen konnten. Ob soein gewaltiger Sprung in der Erkenntnis wieder vor uns liegt? Rein optisch sicher nicht so spektakulär, aber man weiß ja nie...
 
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Re: Kepler beginnt Datennahme

Hallo Pacolov,

ich kann verstehen wie du zu dieser Ansicht kommst, man darf Astronomie und Raumfahrt aber nicht als Selbstzweck ansehen, auf deinen Punkt 3 bezogen: Es kann und hat es in der Vergangenheit auch schon getan, ein "Wir-Gefühl" und eher eine Steigerung des Verantwortungsgefühls erzeugen, das weit mehr bringt als ein paar Milliarden die in ein Entwcklungsland fliessen damit sich die oberen Ränge der Verwaltungsbeamten ihren Jahresvorrat Zigarren bestellen können...

Ansonsten, ja Rüstung vs. Forschung da kann man ewig drüber reden und es sollte klar sein wo da Geld besser aufgehoben ist, aber auch in Sachen humanitäre Projekte muss man das sehr viel differenzierter sehen, klammert man mal akute Nothilfe in Ausnahmesituationen wie Naturkatastrophen aus, dann frag mal Verantwortliche in Entwicklungsländern was sie von Entwicklungshilfegeldern halten, die sehen das als Bürde und nicht als Hilfe, weil es die Länder langfristig in ihrer wirtschaftlichen Selbständigkeit hemmt und sie sich sehr viel lieber ein Marktumfeld wünschen in dem sie die Möglichkeit erhalten selbst für sich zu wirtschaften statt Almosen zu empfangen.

Grüße Benny
 
Re: Kepler beginnt Datennahme

Wie heißt es so schön, selbst der längste Weg beginnt mit dem ersten Schritt.

Wer kann schon sagen was alles noch kommen mag. Irgendwann muss man damit anfangen bzw. weitermachen zu erforschen und zu entdecken. Wer hätte damals gedacht, dass die Erfindung der Eisenbahn massgeblich für die Besiedelung Nordamerikas verantwortlich war oder das die Welt jemals mehr als zwei Computer brauchen könnte oder wo wären wir heute mit unseren netten Telekommunikationsspielzeugs wenn man immer nach Sinn und Nutzen hinterfrägt.
Auch wenn es nach Star Trek klingen mag, es liegt einfach in der Natur des Menschens neugirig zu sein, Bier trinken und Fußball schauen kann ein jeder ;)

CS,
Wolfi

 
Re: Kepler beginnt Datennahme

Hi, Benny,

ja, das sind gewichtige Argumente mit der humanitären Hilfe. Gerade der "Weg des Geldes" scheint ja wirklich ein Problem zu sein. Habe das an der FH von einem Kommilitonen aus Burkina Faso quasi brühwarm mal serviert bekommen. Da kommt an den Brandherden wohl wirklich nicht soviel an, die profitieren da eher von kleinen Hilfsprojekten vor Ort.

und Wolfi: Ja! :-)

Ich bin ja mal gespannt, ob der LHC da Erkenntnisse liefert, die die "Wege verkürzen" könnten (und nicht unsere Erde in ein schwarzes Loch verwandelt). Aber bevor es soweit ist - 18.6. im Kalender markieren!

Grüße und CS,
Pascal
 
Kepler mission update

Hier ist der letzte Statusbericht vom 19. Juni:

Kepler mission update

Am 15. Juni gab's anscheinend eine Fehlfunktion und das System schaltete automatisch in einen "safe mode". Dadurch wurde die Datennahme für 1 1/2 Tage unterbrochen. Seitdem läuft alles wieder normal. Inzwischen wurde der erste monatliche "data download" durchgeführt. Außerdem gab's noch ein routinemäßiges Roll Maneuver von Kepler, bei dem die Sonnenkollektoren optimal ausgerichtet werden.

Soweit man weiß, wurde bis jetzt nichts Bemerkenswertes gefunden, aber die Analyse der Daten läuft noch ...

Mit freundlichen Grüßen,
Peter

 
Re: Kepler mission update

NASA hat am 23. Juli einen weiteren Statusbericht herausgegeben:

Kepler Mission Update

Am 2. Juli gab es einen weiteren "Safe Mode Event", der zu einer kurzzeitigen Unterbrechung der wissenschaftlichen Datennahme führte. Um die Auswirkungen solcher unplanmäßigen Unterbrechungen zu reduzieren, wird seitdem täglich Kontakt mit der Raumsonde aufgenommen. Der nächste "Download" wissenschaftlicher Daten ist jetzt für den 20. August geplant.

Mit freundlichen Grüßen,
Peter

 
Re: Kepler mission update

Gestern gab es eine Pressekonferenz und ein News Release von der NASA:

Kepler News Release - 6. Aug. 2009

Darin wird über die Auswertung eines ersten Datenblocks von 10 Tagen und die erfolgreiche Beobachtung von Transits des bereits bekannten Exoplaneten HAT-P-7b berichtet. Siehe dazu auch die Meldung von Nico (blue_scape) heute morgen. Dieser Exoplanet war bereits im letzten Jahr vom Hungarian Automated Telescope Network (HATNet) entdeckt worden.

Mit 1,8 Jupitermassen und einem Durchmesser von ca. 200.000 km umkreist HAT-P-7b seine Sonne HAT-P-7 mit einer sehr kurzen Umlaufzeit von nur 2,2 Tagen und ist deshalb besonders häufig und leicht zu beobachten. Wegen des kurzen Abstands von nur 0.038 AE von seinem Zentralstern wird der Exoplanet auf schätzungsweise über 1500°C aufgeheizt, was zusätzlich zum reflektierten Sternlicht zu einem messbaren Eigenleuchten und Signal im roten und infraroten Spektralbereich führt.

Kepler konnte deshalb außer dem Transit von HAT-P-7b vor dem Stern auch die Okkultation dahinter beobachten, welches mit einem sehr viel geringeren Lichtabfall verbunden ist.

Dieser Erfolg ist ein wichtiger und viel versprechender Test für die eigentliche Aufgabe von Kepler, nämlich über die nächsten drei Jahre Exoplaneten vom Format der Erde aufzuspüren.

Mit freundlichen Grüßen,
Peter


 
Re: Kepler mission update

Wie geplant wurde am 20. August ein weiterer größerer Science Data Download durchgeführt:

Kepler Mission Manager Update (22. Aug. 2009)

Dabei kam diesmal das Canberra Deep Space Network zum Einsatz.

Seit dem letzten Safe Mode Ereignis am 2. Juli hat es bislang keine weiteren Unterbrechungen dieser Art gegeben. Trotzdem wird einstweilen täglich technischer Kontakt mit der Sonde aufgenommen, um den Betriebszustand zu prüfen. Möglicherweise wurde der Defekt durch kosmische Strahlung ausgelöst. Zur Ursachenforschung laufen u.a. Bestrahlungstests mit einer Kopie des RAD750 Prozessors an einem Teilchenbeschleuniger.

Das nächste Science Data Download ist für 17/18 September geplant.

Mit freundlichen Grüßen,
Peter

 
Re: Kepler mission update

Ein weiterer Statusbericht:

Kepler Mission Manager Update (23. Sep. 2009)

Wie angekündigt gab es letzte Woche einen weiteren Science Data Download. Außerdem wurde Kepler wieder um 90° gedreht, um eine optimale Ausrichtung der Sonnenkollektoren zu gewährleisten.

Inzwischen werden die Kepler Daten im öffentlich zugänglichen Multimission Archive at STScI (MAST) abgelegt und archiviert:

MAST archive.stsci.edu/kepler/

Das nächste reguläre Science Data Download ist für den 17/18 Oktober geplant.

Mit freundlichen Grüßen,
Peter

 
Re: Kepler mission update

Hier ist ein weiterer Statusbericht:

Kepler Mission Manager Update - 5. Nov. 2009

Inzwischen hat es wie geplant weitere Science Data Downloads gegeben. Bis zur Entdeckung erdähnlicher Exoplaneten wird allerdings noch erhebliche Zeit vergehen. Das liegt in der Natur der Beobachtungsmethode. Man braucht ja mindestens zwei aufeinanderfolgende Transits für einen "Kandidaten", und mindestens einen weiteren Transit danach zur Bestätigung. Für einen Planeten mit einjähriger Umlaufzeit, wie die Erde, summiert sich das zu drei bis vier Jahren an erforderlicher Beobachtungszeit. Für erdähnliche Planeten mit kürzerer Umlaufzeit, etwa in der habitablen Zone von kleineren Sternen als unsere Sonne, kann schon etwas eher mit entsprechenden Entdeckungen gerechnet werden. Kurzfristig, also über einige Monate, kann man nur mit der Entdeckung von Planeten mit sehr kurzen Umlaufzeiten rechnen, und die sind dann wahrscheinlich nicht habitabel.

Anlässlich des bevorstehenden AAS Meetings in Januar sollen weitere Resultate vorgestellt werden. Außerdem werden mehrere Artikel für Science Magazine und Astrophysical Journal vorbereitet.

Mit freundlichen Grüßen,
Peter



 
Re: Kepler mission update

Danke Peter :)

Ich frage mich, wie viele erdähnliche Kandidaten in der habitablen Zone wohl entdeckt werden. Was ist euer Tipp? Bei 30 oder mehr gebe ich eine kleine Party :)

CS,
Markus
 
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Re: Kepler mission update

Hallo Markus,

man kann natürlich rein statistische Vermutungen anstellen: Bei rein zufällger Orientierung der Bahnebene relativ zu unserer Blickrichtung ist die Wahrscheinlichkeit für einen beobachtbaren Transit einfach durch das Verhältnis von Sternradius und Bahnradius gegeben.

Für einen Exoplaneten mit Sonnenradius (~ 0.7 x 10^6 km) und einem Bahnradius von 1 AE (~ 150 x 10^6 km) ergibt das eine Wahrscheinlichkeit von 0.47%. Kepler observiert simultan ca. 100 000 Sterne. Wenn alle diese Sterne einen erdähnlichen Exoplaneten im Abstand von 1 AE hätten, käme man auf 0.47% von 100 000 ~ 470 beobachtbare Transits.

Aus der tatsächlich beobachteten Zahl kann man dann also direkt die relative Häufigkeit von erdähnlichen Planeten bestimmen. Das macht diese Bebachtungmethode natürlich besonders attraktiv. Da die Häufigkeit von Sternen mit geringerer Masse zunimmt, sollte man aus dieser Kategorie auch die meisten Transits erwarten. Aber wer weiß, vielleicht hängt die Planetenhäufigkeit auch von der Masse des Sterns ab.

Ich frage mich, wie viele erdähnliche Kandidaten in der habitablen Zone wohl entdeckt werden. Was ist euer Tipp? Bei 30 oder mehr gebe ich eine kleine Party

Parties wird es sicherlich schon bei der ersten entsprechenden Entdeckung geben, und dann wird es erst mal viele Debatten darüber geben, wie sicher und zuverlässig die Entdeckung ist und was das alles zu bedeuten hat. So ist das nun mal in der Wissenschaft, zumal dann, wenn so eine Entdeckung auch noch weitreichende weltanschauliche Implikationen hat ...

Mit freundlichen Grüßen,
Peter


 
Re: Kepler mission update

Hallo Peter,

die Zahlen sind mir bekannt. Ich finde ein Maximum von 470 Transits schon ganz ordentlich, die Methode macht wirklich Sinn. Die Ergebnisse von Corot hingegen waren aus meiner Sicht ein wenig ernüchternd.

Peter, was ist denn dein Tipp? Nur doof, dass es noch 3-4 Jahre dauern wird. Wie werden die Kandidaten dann eigentlich anschliessend verifiziert, Kepler ist doch das einzige Instrument z.Z. das eine solche Empfindlichkeit aufweist, oder wird bei Kandidaten dann eine andere Methode verwendet?

CS,
Markus
 
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Re: Kepler mission update

Hallo Markus,

also, wenn ein Kandidat mit einem vermuteten Transitzyklus erst mal bekannt ist, werden für die nachfolgenden Transitereignisse sicherlich auch zahlreiche Großteleskope eingesetzt, vermutlich sogar schon eher, um eine mögliche Variabilität als natürliche Ursache ausschliessen zu können. Nach einigen Zyklen sollte dann Gewissheit bestehen.

Mein persönlicher Tipp? Das ist schwer zu sagen. Es ist durchaus möglich, dass auch Kepler noch nichts weltbewegendes findet. Dann müsste man sich was neues ausdenken, um die Empfindlichkeit nochmal wesentlich zu steigern.

Es ist jedenfalls der erste ernsthafte Versuch, eine quantitative Antwort auf die Frage zu bekommen, wie häufig oder wie selten erdähnliche Planeten vorkommen. Ich kann mir überhaupt nicht vorstellen, dass es da draussen nur Gasriesen gibt.

Mit freundlichen Grüßen,
Peter

 
Re: Kepler mission update

Hallo Peter,

ich hoffe sehr, dass Kepler wenigstens eine Handvoll aussichtsreicher Kandidaten findet, denn dann wird sicher die Investitionsfreude der NASA oder ESA für weitere Projekte dieser Art steigen. Technisch sind noch empfindlichere Instrumente sicher schon machbar, nur sind sie halt entsprechend teuer. Aber stattdessen werde lieber Milliarden für Kriege oder Terror-Prevention ausgegeben, aber das ist keine Diskussion für dieses Forum nehme ich an ;)

Ich finde es Schade, dass die NASA nicht jetzt schon Daten veröffentlicht, wie viele potentielle Transits von erdähnlichen Kandidaten beobachtet wurden :(

Schönen Abend!
Markus
 
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