Ehemaliges Mitglied 77903
Hallo Sternfreunde,
die Verwendung von Kepler-Elementen der großen Planeten zur Positionsberechnung ist Geschichte der Astronomie: mittlere Anomalie, exzentrische Anomalie, wahre Anomalie, "Argument der Breite", heliozentrische ekliptikale Länge und Breite usw. - damit kann heute niemand mehr etwas anfangen. Für mich hatten die Keplerelemente den Vorteil, dass der numerische Aufwand überschaubar und händisch bewältigbar ist. Ich programmierte eine entsprechende Routine um 2015 in einen höherwertigen Taschenrechner (HP49G).
Ich verwendete damals ein pdf, das ich vor 2012 im Internet gefunden hatte. Das Papier wurde mittlerweile leicht umgearbeitet und ist jetzt unter Approximate Positions of the Planets erreichbar. Das Herzstück des Papiers (die Elemente und ihre Veränderungsraten) blieb unverändert. Ich wandelte das Verfahren ab und verwendete die wahre Anomalie nach dem Rezept von Oliver Montenbruck: Grundlagen der Ephemeridenrechnung, Taschenbuch Nr. 10, Verlag Sterne und Weltraum, Dr. Vehrenberg GmbH, 1984, 5. Aufl. München 1992. Das letztgenannte Buch wurde von Springer zu einem ziemlich selbstbewussten Preis neu aufgelegt Grundlagen der Ephemeridenrechnung. Die Verlagswerbung spricht ausdrücklich die ebenfalls an Planetenorten interessierte Horoskopdeuterszene an. Davon lasse man sich nicht irremachen, denn das Buch setzt Kenntnisse der Konventionen der wissenschaftlichen Positionsastronomie voraus, über die die meisten Horoskopdeuter sicher nicht verfügen, und ist auch mathematisch nichts für Anfänger. Schließlich gebe ich noch einen Scan aus dem Klassiker von Jean Meeus (Astronomical Algorithms, Willmann Bell, Richmond, VA, 1991, S. 197 & 198), wo die Konventionen graphisch erklärt werden und auf die traditionelle Terminologie und deren irreführende, verwechslungsträchtige Symbolik eingegangen wird. Das muss man sich alles zuerst sehr genau ansehen!

Wer heute noch Interesse hat, Ephemeriden ohne Netzzugang aus eigenen Kräften und mit einfacheren Rechenhilfen zu erzeugen, kann sich damit befassen und wird auch tiefer in die Problematik der eingangs erwähnten historischen Begriffe eindringen einschließlich der unvermeidbaren iterativen Lösung der Kepler-Gleichung. Die Keplerelemente werden bis heute verwendet bei künstlichen Himmelskörpern und Kleinplaneten. Zu dieser Anwendung gibt es wiki-Einträge. Dort treten allerdings andere Probleme auf als bei den großen Planeten und lösen zusätzliche mathematische Verwicklungen aus.
Ich verglich meine Keplerroutine mit präzisen Ephemeriden aus dem Netz und fand Abweichungen immer unter einer Zeitminute und immer unter 10 Bogenminuten. Damit sind zwischen 1800 und 2050 Phänomene der täglichen Bewegung mit Kepler genauso minutengenau bestimmbar wie mit präziseren Ephemeriden.
Bis demnächst, R.M.
die Verwendung von Kepler-Elementen der großen Planeten zur Positionsberechnung ist Geschichte der Astronomie: mittlere Anomalie, exzentrische Anomalie, wahre Anomalie, "Argument der Breite", heliozentrische ekliptikale Länge und Breite usw. - damit kann heute niemand mehr etwas anfangen. Für mich hatten die Keplerelemente den Vorteil, dass der numerische Aufwand überschaubar und händisch bewältigbar ist. Ich programmierte eine entsprechende Routine um 2015 in einen höherwertigen Taschenrechner (HP49G).
Ich verwendete damals ein pdf, das ich vor 2012 im Internet gefunden hatte. Das Papier wurde mittlerweile leicht umgearbeitet und ist jetzt unter Approximate Positions of the Planets erreichbar. Das Herzstück des Papiers (die Elemente und ihre Veränderungsraten) blieb unverändert. Ich wandelte das Verfahren ab und verwendete die wahre Anomalie nach dem Rezept von Oliver Montenbruck: Grundlagen der Ephemeridenrechnung, Taschenbuch Nr. 10, Verlag Sterne und Weltraum, Dr. Vehrenberg GmbH, 1984, 5. Aufl. München 1992. Das letztgenannte Buch wurde von Springer zu einem ziemlich selbstbewussten Preis neu aufgelegt Grundlagen der Ephemeridenrechnung. Die Verlagswerbung spricht ausdrücklich die ebenfalls an Planetenorten interessierte Horoskopdeuterszene an. Davon lasse man sich nicht irremachen, denn das Buch setzt Kenntnisse der Konventionen der wissenschaftlichen Positionsastronomie voraus, über die die meisten Horoskopdeuter sicher nicht verfügen, und ist auch mathematisch nichts für Anfänger. Schließlich gebe ich noch einen Scan aus dem Klassiker von Jean Meeus (Astronomical Algorithms, Willmann Bell, Richmond, VA, 1991, S. 197 & 198), wo die Konventionen graphisch erklärt werden und auf die traditionelle Terminologie und deren irreführende, verwechslungsträchtige Symbolik eingegangen wird. Das muss man sich alles zuerst sehr genau ansehen!

Wer heute noch Interesse hat, Ephemeriden ohne Netzzugang aus eigenen Kräften und mit einfacheren Rechenhilfen zu erzeugen, kann sich damit befassen und wird auch tiefer in die Problematik der eingangs erwähnten historischen Begriffe eindringen einschließlich der unvermeidbaren iterativen Lösung der Kepler-Gleichung. Die Keplerelemente werden bis heute verwendet bei künstlichen Himmelskörpern und Kleinplaneten. Zu dieser Anwendung gibt es wiki-Einträge. Dort treten allerdings andere Probleme auf als bei den großen Planeten und lösen zusätzliche mathematische Verwicklungen aus.
Ich verglich meine Keplerroutine mit präzisen Ephemeriden aus dem Netz und fand Abweichungen immer unter einer Zeitminute und immer unter 10 Bogenminuten. Damit sind zwischen 1800 und 2050 Phänomene der täglichen Bewegung mit Kepler genauso minutengenau bestimmbar wie mit präziseren Ephemeriden.
Bis demnächst, R.M.


