Komakorrigiertes Okular

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Die Frickelei mit Korrektor, das hohe Gewicht, die Verlagerung des Fokus und die Änderung der Brennweite haben mich bisher vom Kauf eines Korrektors bzw. einer Barlow abgehalten. An F4,5 war ich mir ohnehin nicht sicher, ob mich die Koma überhaupt stört - da schwanke ich in meiner Meinung. Mit den Houdini-Okularen lösen sich die eingangs erwähnten Bedenken halt in Luft auf - ich finde das bemerkenswert. Die Berichte auf Cloudynights sind fast durchwegs sehr, sehr positiv (Komakorrektur gut - wenn auch im Paracorr ein bisschen besser; Schärfe und Transmission auf Top-Niveau). Ich bin gespannt, was Sven Wienstein dazu schreiben wird - wenn er das hoffentlich tut.

Ich für meinen Teil werde mir wohl mal ein Houdini zum Testen bestellen und dann entscheiden, ob das für mich passt (meine geliebten Delos gebe ich aber trotzdem nie wieder her). Grundsätzlich finde ich die Houdinis aber mal sehr spannend und - so das alles wirklich so gut funktioniert - einen tollen Fortschritt. Dass sich hier einige dieser Innovation von vorne herein irgendwie zu verschließen scheinen finde ich für dieses tolle Forum einfach nur schade...
 
Zuletzt bearbeitet:
Schon wieder "revolutionär" ... . :)
Wer hat das geschrieben?
"Wir freuen uns jedoch, Ihnen eine revolutionäre Innovation vorstellen zu können, die Ihre Sicht auf das Universum für immer verändern wird: die Houdini Komakorrektur-Okulare."
 
Bin gespannt ob die Houdinis in punkto Achsschärfe und Transmission und vor allem Komfort wirklich mit den Delos mithalten können. Ob sie für mich persönlich dann auch passen, ist ohnehin eine andere Geschichte... CS David
 
Schon wieder "revolutionär" ... . :)
Wer hat das geschrieben?
"Wir freuen uns jedoch, Ihnen eine revolutionäre Innovation vorstellen zu können, die Ihre Sicht auf das Universum für immer verändern wird: die Houdini Komakorrektur-Okulare."

Irgendjemand aus einer Marketingabteilung, der bis vor einem halben Jahr noch Marketing für Schuhe oder einen Kaffeeröster gemacht hat und sich privat null für Astronomie interessiert.
 
Najo ... Als Revolution würde ich das jetzt auch nicht bezeichnen. Ein Komfortgewinn hinsichtlich der Komakorrektur ist das aber meiner Meinung nach schon. Übrigens ein schöner Vergleich mit Schuhen und Kaffeeröstern...haha
 
Also der Testbericht von Sven Wienstein in "Astronomie - das Magazin" fällt sehr positiv aus! Das liest sich durchwegs super. Die Testmethoden von Wienstein finde ich sehr tiefgehend, systematisch und detailliert. Ich werde mir früher oder später eines kaufen / probieren. Aber erst nach dem 24 mm Delos ... Und dann kommen da ja auch noch die Nagler T7 ... Das alles, komakorrigierte Okulare - Nagler mit großem Augenabstand - Delos 24, waren meine Wunschträume im Okular Universum. Jetzt kommt alles auf einmal und ich weiss nicht was zuerst... First world - problems ...
 
Ich hatte hier gestern einen Test von dem Houdini 20 mm aus der Zeitschrift "Ciel et Espace" in deutsch veröffentlicht. Die Forenleitung hat ihn wegen Copyright gelöscht. Wer Interesse hat, dem kann ich es privat zuschicken.
 
Für alle, die mit der zu lockeren Augenmuschel des Houdini 20 unzufrieden sind, hier eine 3D-gedruckte Ersatz-Augenmuschel.
Umsonst erhältlich hier in diesem aktuellen Blogbeitrag:
 
Ich habe F6-, F8.7- und F8.8-Apos und suche ein sehr gutes 12mm WA- oder UWA-Okular.
Bringt das Houdini 12mm an meinen Teleskopen einen optischen Gewinn gegenüber z. B. einem Delos 12mm oder Nagler 12mm oder 13mm?
(Sorry für die sehr allgemein gestellte Frage...)
 
Hallo Steinheil,

Du hast Apos, keine Newtons. Refraktoren haben keine Koma, also bewirkt die Komakorrektur des Houdini-Okulars an deinen Optiken eine Art inverser Koma. Sprich das Bild dürfte aufgrund der falschen Anwendung schlechter sein als bei den von Dir genannten Okularen.

Bis dann:
Marcus
 
Hallo Steinheil.

Ich habe gerade mein 12mm Houdini erstmals an einem exzellenten 130mm f/7 Apo eingesetzt. Der Apo ist, vom Design her, komakorrigiert.
Objekt war der Mond. Das Houdini bildet ausgezeichnet ab. Ein kurzer Vergleich wurde durchgeführt mit
- ES 17mm 92°: Besseres Einblickverhalten (dieses Okular ist, in dieser Hinsicht, bekannt als eine Klasse für sich), aber schlechtere Abbildung im Feld. Extrem schwer.
- Delite 13mm 62°: Etwas weniger laterale Farbe. Mir schien die Feldschärfe etwas schlechter als im Houdini, aber ich kann mich getäuscht haben.

Diese Vergleiche waren eher ein Schnellschuss. Insgesamt scheint mir das Houdini der beste Kompromiss. Eine inverse Koma konnte ich nicht feststellen.

Robert Houdart schreibt irgendwo, dass seine Houdinis nur für sehr lichtstarke Refraktoren /Astrographen nicht so geeignet sind. Dein f/6 Apo mag ein Grenzfall sein. F/8 sollte keine Einschränkung mehr darstellen.

Soweit meine Einschätzung. Das Okularthema ist bekanntlich extrem subjektiv; was den Einen begeistert missfällt dem Anderen.

Eine mögliche Alternative ist das 12,5mm Okular von Docter.


Viele Grüße,

Guntram
 
Liebes Forum,
ich habe eine Frage zu den Houdini-Okularen.

Kurzfassung: Erfordert die Brennpunktlage der Houdinis an meinem 10-Zoll-Galaxy-Dobson f5 (baugleich GSO 10-Zoll-Dobson) eine Verlängerungshülse, um in den Brennpunkt zu kommen?

Langfassung: Ich interessiere mich für das bald erscheinende Houdini-Okular mit 30 mm, das bereits vorbestellt werden kann. Aktuell nutze ich an meinem Galaxy Dobson das 30mm-Okular mit 82 Grad von Explore Scientific. Mit der optischen Abbildung des Explorers Scientific auf der Achse bin ich grundsätzlich zufrieden. Allerdings ist mir das 1 kg schwere Okular zu schwer, da alle anderen genutzten 1,25-Zoll-Okulare deutlich leichter sind (Nagler 16mm, Nagler 11mm, Pentax XW 7mm, ...). Gleichzeitig bin ich mit der komabedingten Randabbildung unzufrieden. Ich hatte bereits den Komakorrektor von ES im Einsatz, aber ein Scharfstellen war damit nicht möglich, da ich den Okularauszug noch weiter reindrehen hätte müssen. Gleichzeitig komme ich mit dem ES 30 mm gerade so in den Fokus, wenn ich den Auszug ohne Verlängerung maximal hinausdrehe und nutze zum angenehmen Scharfstellen bereits einen Parfokalring, um das Okular minimal aus dem Auszug herauszuziehen.

Da das Houdini 30 mm mit 580 Gramm deutlich leichter als das ES ist und gleichzeitig eine Komakorrektur bietet, erscheint es mir als die perfekte Lösung. Der Brennpunkt liegt laut Hersteller "2 mm above barrel" und ist damit identisch zum Houdini 20 mm. Die anderen Okulare haben mit Reduzierstück laut Hersteller die gleiche Fokuslage. Für das Houdini 20 mm gibt es auf binomania.it einen Test mit einem Sky-Watcher 20 mm f/4, der grundsätzlich sehr positiv ausfällt. Allerdings schreibt der Autor, dass er eine Verlängerungshülse benötigt hat, um scharfstellen zu können. Falls das hier auch der Fall wäre, würde der Gewichtsvorteil natürlich teilweise wieder aufgehoben. Gibt es von eurer Seite her Erfahrungen dazu?

Im Voraus vielen Dank und freundliche Grüße
Alexander
 
Ich gehe mal ganz,ganz stark davon aus, dass der Sky-Watcher 200mm(?) f4 fotographisch ausgelegt ist und daher (fast?) immer eine Verlängerungshülse bei visueller Nutzung braucht....

Gruß Horst
 
Hallo Horst,
danke für deine Rückmeldung.

Der Gedanke kam mir auch, allerdings schreibt der Tester weiterhin, dass er mit seinen "traditional wide-field eyepieces" diese Verlängerungshülse nicht braucht.

Freundliche Grüße
Alexander
 
Hallo Alexander,

vielleicht melden sich ja noch Leute, die entweder das Houdini oder den Newton selbst in Besitz haben....

Gruß Horst
 
Bei Teleskopen, die für die visuelle Beobachtung vorgesehen sind, lassen sich alle Houdini-Okulare problemlos fokussieren. Ihr Fokuspunkt liegt etwas weiter innen als beispielsweise beim von Ihnen erwähnten Nagler 11, aber nicht so weit innen wie etwa beim Nagler 22.

Ich teste die Houdini-Okulare außerdem an einem 200-mm-f/4-Teleskop, das für fotografische Zwecke ausgelegt ist und dessen Fokalebene sehr weit außerhalb des Tubus liegt. An diesem Teleskop muss ich für die meisten Okulare die mitgelieferte 2"-Verlängerung verwenden.
 
Hallo Robert,
danke für deine Rückmeldung. Ich habe das Nagler 11 mm als unproblematisch in Erinnerung. Deshalb gehe ich davon aus, dass auch das Houdini 30 mm an meinem Dobson unproblematisch sein wird.

Ich habe das Okular gerade bestellt und freue mich jetzt auf die Lieferung. :-) Über den Vergleich mit dem ES 30 mm werde ich dann bei Gelegenheit berichten.

Freundliche Grüße
Alexander
 
Liebes Forum,
heute ist endlich das Houdini-30-mm-Okular bei mir eingetroffen. Bisher konnte ich nur einen haptischen Eindruck gewinnen, dieser ist jedoch sehr positiv. Trotz des vergleichsweise geringen Gewichts fühlt sich das Okular sehr wertig an. Ich habe das Okular dann direkt mit dem ES 30 mm 82° verglichen. Haptisch merkt man direkt das deutlich geringere Gewicht von unter 600 g im Vergleich zu etwa 1 kg. Umso erstaunlicher, dass beide Okulare das gleiche Gesichtsfeld bieten sollen und das Houdini zusätzlich noch eine Koma-Korrektur in meinem f5-Newton bietet.

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Nachfolgend schon einmal ein paar Bilder vom äußeren Vergleich. Interessant ist vielleicht noch der Hinweis, dass das Houdini 30 mm mit einem Durchmesser von 64,5 mm gerade nicht mehr in ein 65 mm Drehpack passt (siehe Bild ganz unten). Sven Wienstein hatte in seinem Test des 20-mm-Houdini darauf hingewiesen, dass dieses mit einem Durchmesser von 64 mm gerade so in das 65-mm-Drehpack passt. Der halbe Millimeter macht den Unterschied. Das hatte ich so erwartet und habe deshalb das Drehpack des Herstellers dazu bestellt. Hier passt das Okular perfekt hinein. Eventuell wäre hier noch eine kleine Verbesserung möglich, indem man oben und unten jeweils ein Styroporelement einfügt.

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Auf den Bildern sieht man außerdem, dass das Houdini 30 mm standardmäßig bereits mit dem Ring geliefert wird, der die Augenmuschel fixiert. Trotzdem ist dieser Ring noch ein weiteres Mal beigefügt. Auf einigen Bildern ist der in Plastik verpackte Ring neben dem Okular zu sehen. Rein funktional scheint das zu funktionieren. Die Augenmuschel sitzt fest. Trotzdem vermute ich, dass zukünftige Chargen der Okulare hier noch einmal leicht anders designt werden.

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Jetzt fehlt natürlich noch der Durchblick. Ich hoffe sehr, dass am Wochenende eine längere Beobachtung möglich sein wird. Dann werde ich an dieser Stelle natürlich weiter berichten. Leider führen die kurzen Sommernächte dazu, dass ich deutlich seltener zum Beobachten komme. Es gibt schließlich auch noch die Familie. Ich bitte also bereits jetzt um etwas Geduld.

Freundliche Grüße
Alexander
 
Hallo Alexander, vielen Dank, dass du das hier gepostet hast.
Der zusätzliche Ring im kleinen Plastikbeutel ist für alle gedacht, die bereits ein Houdini 20 besitzen. Da wir natürlich nicht wissen können, wer bereits ein Houdini 20 besitzt, haben wir beschlossen, ihn allen Lieferungen beizulegen. Bei allen neu bestellten Houdini 20 ist dieser Ring selbstverständlich bereits ab Werk montiert.
Ich wünsche dir viel Freude mit dem Okular!

Robert
 
Liebes Forum,
gestern gab es das erste "First Light" des neu erworbenen Houdini-30-mm-Okulars. Zusammen mit zwei befreundeten Astronomen des Köln-Bonner Astrotreffs habe ich bei klarer Sicht im Bergischen Land, östlich von Köln, beobachtet. Da die Sommernächte kurz sind, war es erst ab 1 Uhr einigermaßen dunkel. Ich schätze die Lichtverschmutzung in Richtung Süden und Osten auf Bortle 4–5, im Westen Richtung Köln war sie aber deutlich höher.

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Da wir in der Gruppe beobachteten, standen viele Okulare zum Vergleich bereit. Neben meinem Explore Scientific 30 mm waren das ein APM UFF 30 mm, ein Televue Panoptic 27 mm und ein Omegon SAW 32 mm. Für den Vergleich wurde im Endeffekt das Houdini 30 mm mit dem ES 30 mm und dem APM UFF 30 mm herangezogen (siehe Abbildung). Als Vergleichsteleskop diente mein 10-Zoll-Dobson f5 von Galaxy. Da in der Gruppe auch ein Vixen SD 150 Apochromat f/7,7 zur Verfügung stand, wurden die Okulare auch dort kurzzeitig eingesetzt. Der Fokus der restlichen Gruppe lag auf dem Beobachten. Trotzdem fließen in meine subjektive Bewertung auch die Hinweise der anderen Beobachter mit ein.

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Optische Leistung am 10-Zoll-Dobson f/5


Um 2 Uhr nachts standen die Sternenhaufen h und Chi so hoch am Himmel, dass ein längerer Vergleich der Okulare gegeneinander erfolgen konnte. Aufgrund des höheren Gewichts des ES 30 mm von ca. 1 kg im Vergleich zum Houdini 30 mm mit 580 g und dem APM UFF 30 mm mit 556 g war der Wechsel auf das ES 30 mm jeweils mit dem Anbringen eines magnetischen Gegengewichts am unteren Tubus des Dobson verbunden, um das Teleskop nicht aus der Balance zu bringen.

Der doppelte Sternenhaufen passt in ein Gesichtsfeld von ca. einem Grad. Aufgrund der Lage des doppelten Sternenhaufens in der Milchstraße hat man aber auch bei dem ca. 2-Grad-Gesichtsfeld des Houdini 30 mm und des ES 30 mm noch genügend Sterne am Rand des Gesichtsfeldes, um die Abbildungsqualität am Rand beurteilen zu können. Um es kurz zu machen: Am Rand ist das Houdini 30 mm klar besser als das Konkurrenzokular ohne Komakorrektur. Die Abbildung im Houdini ist bis auf die letzten zehn Prozent zum Gesichtsfeldrand sehr gut. Die Randabbildung lässt sich aber durch leichtes Nachfokussieren verbessern und ist auch so in Ordnung. Im Vergleich dazu würde ich das äußere Drittel des Gesichtsfelds im ES 30 mm als schlechter bewerten. Hier bringt ein Nachfokussieren aber keine wirkliche Verbesserung. Das APM UFF 30 mm hat mit 70 Grad zwar immer noch ein großes scheinbares Gesichtsfeld. Dieses erscheint mir nach dem Okularwechsel zunächst einmal sehr klein. Gefühlt hat man mit diesem Okular einen etwa gleich großen Bereich mit sehr guter Abbildung, prozentual also besser als beim ES 30 mm, allerdings "nur" 1,75 Grad Gesichtsfeld.

Die zentrale Abbildung ist bei allen Okularen sehr gut. Es handelt sich erkennbar um hochwertige Okulare. Trotzdem habe ich versucht, im zentralen Gesichtsfeld des Houdini 30 mm einen schwachen Stern der Sternenhaufen an der Wahrnehmungsgrenze zu finden und diesen dann im ES 30 mm zu betrachten. Nach einigem Hin und Her war klar, dass dieser Stern in beiden Okularen sichtbar ist, im Houdini 30 mm aber noch etwas besser, also direkter, zu erkennen ist. Aus Zeitgründen habe ich diesen Wechsel beim APM nicht nachvollzogen.

Beim Einblickverhalten ziehe ich das Houdini 30 mm dem ES 30 mm ebenfalls leicht vor. Auch wenn das ES 30 mm im Internet mit 22 mm Augenabstand angegeben ist, wird dieser durch die tief versenkte Augenlinse deutlich reduziert. Im Endeffekt ist das ohne Brille kein Problem. Trotzdem muss ich die Augenmuschel umklappen, um den Rand des Gesichtsfeldes sehen zu können. Beim Houdini 30 mm, das mit einem theoretischen Augenabstand von 20 mm und einem effektiven Augenabstand von 15 mm angegeben wird, kann ich das Gesichtsfeld auch mit hochgeklappter Augenmuschel überblicken. Gleichzeitig habe ich beim ES 30 mm stärker das Gefühl, dass ich "um die Ecke" schauen muss, um das gesamte Gesichtsfeld zu erfassen. Hier ist der Einblick beim Houdini entspannter.

Vor einigen Wochen hatte ich im Forum gefragt, ob die Fokusposition des Houdini 30 mm für meinen visuellen Dobson kritisch sein könnte. Hintergrund ist, dass ich das ES 30 mm um einen Homofokalring erweitern musste, da ich den Fokusierer nicht weit genug herausdrehen konnte, um bequem scharfzustellen. Dies habe ich gestern nicht explizit getestet, sondern schlicht vergessen. Es war aber erkennbar kein Problem, das Houdini 30 mm an meinem Dobson scharfzustellen. Zumindest für visuelle Dobson scheint die Fokuslage unkritisch zu sein.

Optische Leistung am Vixen f7.7 Apo
Aus Interesse wurden die drei Okulare auch kurz am Vixen Apo verglichen. Hier war die Konsensmeinung, dass die Randabbildung im APM UFF 30 mm am besten ist. Natürlich, wie schon erwähnt, wieder bei kleinerem Gesichtsfeld. Dahinter kamen dann das Houdini 30 mm und das ES 30 mm mit leichter Randunschärfe. Es gab keine eindeutige Meinung darüber, ob beide Okulare hier gleich gut waren oder ob das Houdini 30 mm doch etwas besser war. Insgesamt sind alle drei Okulare optisch beeindruckend am Apo. Das ES 30 mm erforderte jedoch wieder einen größeren Aufwand, da das Teleskop vor der Nutzung in der Rohrschelle verschoben werden musste.

Generelle Beobachtungen mit dem Houdini 30 mm am 10-Zoll-Dobson f/5
Das Beobachten mit dem Houdini 30 mm hat mir so viel Freude bereitet, dass ich oft einfach bei diesem Okular geblieben bin und keine Lust auf den Wechsel zum ES 30 mm hatte, da ja, wie gesagt, das Mehrgewicht ausgeglichen werden muss. Deshalb folgen nun einige Beobachtungen, die mit dem Houdini 30 mm gemacht wurden: Aufgrund der großen Austrittspupille von 6 mm und der nicht ganz optimalen Beobachtungsbedingungen kamen teilweise harte optische Filter zum Einsatz. Hierbei handelt es sich neben dem Astronomik OIII 12 nm insbesondere um den Baader OIII Narrowband-Filter (6,5 nm). Dieser ist zwar hauptsächlich für die Fotografie gedacht, passt aus meiner Sicht aber erstaunlich gut zum Houdini 30 mm am f/5 Dobson.

Mit dieser Kombination wurde unter anderem der Zirrusnebel betrachtet. Der Ostteil, also die Hexenhand, wirkte wie ein deutlicher Kreidestrich mit einer faszinierenden Faserstruktur. Auch der Westteil war gut zu erkennen, während der störende Stern stark abgeschwächt war. Ohne Filter war der Nebel nur zu erahnen. Ein Lichtmangel durch den harten Filter ist hier überhaupt kein Problem.

Ein ähnliches Erlebnis gab es mit der gleichen Filter-Okularkombination am Lagunennebel M8. Hier ist mit Filter die Lagune, die den Nebel durchzieht, gut erkennbar. Gleichzeitig ist der eingebettete Sternenhaufen praktisch unsichtbar. Nimmt man den Filter heraus, ist es genau umgekehrt. Man sieht den Sternenhaufen, aber den Nebel nicht mehr. Aufgrund des großen tatsächlichen Gesichtsfelds von ca. 2 Grad hat man zusätzlich die Möglichkeit, neben dem Lagunennebel auch den Trifidnebel M20 zu beobachten. Das wäre beim ES 30 mm natürlich ebenfalls möglich gewesen.

Fazit
Aus meiner Sicht haben die drei getesteten Okulare, Houdini 30 mm, ES 30 mm und APM UFF 30 mm, alle ihre Berechtigung. An meinem Dobson gefällt mir das Houdini 30 mm aber am besten. Für mich ist hier insbesondere das geringere Gewicht von Vorteil, da meine direkt anschließenden kleineren Okularbrennweiten deutlich kleiner und kompakter sind (siehe Bild zum Nagler 11 mm und Nagler 16 mm). Dadurch bleibt mir das Hantieren mit den Gegengewichten erspart. Gleichzeitig bietet es die beste Randabbildung, wenn man, wie in meinem Fall, auf einen Komakorrektor verzichtet. In gewisser Hinsicht fühlt es sich an, als würde das Houdini die besten Eigenschaften der anderen Okulare kombinieren: großes Gesichtsfeld, vergleichsweise geringes Gewicht und gute Randabbildung. Der einzige Nachteil des Houdini ist der deutlich höhere Preis von aktuell ca. 500 € gegenüber ca. 350 € beim ES 30 mm und ca. 230 € beim APM UFF 30 mm. Das ist aber, wie erwähnt, durch eine Mehrleistung für meinen Anforderungsfall gerechtfertigt.

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Natürlich möchte ich klar anmerken, dass dieses Fazit für andere Beobachter und insbesondere für andere Teleskope nicht gelten muss. Der Besitzer des Vixen Apo ist mit seinem APM UFF 30 mm sehr zufrieden, was ich absolut nachvollziehen kann. Gleichzeitig erhält man beim ES 30 mm für vergleichsweise wenig Geld ein großes Gesichtsfeld auf bereits hohem optischen Niveau.
 
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