Hallo alle,
Kometen bei Eiseskälte, wo einem die Finger am Metall festfrieren, Kometen bei Starkwind wo die Beobachtungsleiter davonfliegt hatten wir schon alles. Neu hingegen: Kometenbeobachtung bei Bodennebel. Ging aber!
Endlich mal störte der Mond nicht und ein Hoch über Mitteleuropa und eine Nacht vor einem Feiertag, ideal!
Doch in den südlichen Becken der Alpen ist der Hochnebel eine zusätzliche Gemeinheit.
Nachdem ich vorgeschlafen hatte und gegen Mitternacht einen Blick vom Balkon riskierte, sah ich eine 50:50 Chance auf brauchbares Wetter: Jupiter leuchtete heiter bis wolkig herab.
Also lieber gleich ganz rauf aufs Gaberl auf 1550m.
Oben mit der rollenden Sternwarte angekommen mußte ich feststellen, alles umsonst nur Nebel, der Berg war nicht hochgenug. Sicherheitshalber rief ich Erwin an. Unten im Tal war es noch klar :augenrubbel:So beschloßen wir, gemeinsam unten beobachten zu geben.
Schon beim Aufbau war klar, es würde ein Kampf mit der Zeit werden, der Bodennebel kroch unerbittlich herbei.
Immerhin konnten wir gerade noch Lovejoy beobachten:
Erwin sah ihn gut in seinem 25x100 Bino, auch in meinem 8x50 Sucher war er ein einfaches Objekt. In meinem 24" Dobs bei 100fach war Lovejoy recht groß und nicht rund, sondern ca. 7x15 Bogenminuten groß, mit Schweifansatz. Helligkeit war durch den dichter werdenden Nebel schwer zu schätzen etwa 8mag, sehr leicht war hingegen die grünliche Farbe zu erkennen. Der Komet hatte eine mittlere Kondensation von ca. DC 5.
Kaum hatten wir den Kometen fertig beforscht, war auch der Nebel unerbittlich und so wurde nichts mit ISON und den anderen Schweifis am Morgenhimmel.
Immerhin haben wir uns die Nacht nicht umsonst um die Ohren geschlagen. Lovejoy ist Erwins Nummer 69 und mein 70. beobachteter Komet.
Mit Lemmon wurde es wetterbedingt wieder nix...
CS Mike + Erwin