Moin zusammen!
Schon die zweite Nacht ein Super-Himmel, in der letzten habe ich dann endlich mal wieder meine Refraktoren-Batterie aufgebaut, um auf Kometenjagd zu gehen. Jetzt ist Jacques an den W-Himmel gewechselt, und in der zweiten Nachthälfte bekomme ich ihn endlich an meinen Westfenstern zu fassen. Das war übrigens die erste teleskopische Beobachtung des Kometen seit Ende April, denn nach der Konjunktion hatte ich ihn bisher nur im Fernglas.
Jedenfalls ist E2 ein toller Anblick inmitten der Sommermilchstraße. Er steht nun etwas querab von Demeb im Schwan. Mit dem 10x50-FG ist die Nebelwolke selbst in dem Sterngewimmel leicht zu finden, auch ohne Karte. Das die Durchsicht letzte Nacht ab 01:30 MESZ sehr gut und der Mond schon eine Stunde untergegangen war, zeigte sich die Koma gute 10' im Durchmesser - und das schon im 70er Refraktor. Insgesamt ist die Koma recht flächenhell und nicht mehr kreisrund, sie wirkt etwas zerfasert. Den "false nucleus" konnte ich in keiner der eingesetzten Optiken erkennen. Allerdings fiel mir deutlich (selbst im FG) ein breiter Schweifansatz in (ganz grober Richtung) PW 135° auf. Ich denke nicht, daß das Einbildung oder eine Zusammenziehung mit Feldsternen war. Jedenfalls konnte ich mich in anderthalb Stunden an diesem hellen Kometen nicht sattsehen. Jacques zeigt dabei (noch) eine hohe Eigenbewegung, die ganz leicht zu verfolgen war. Am besten gefiel mir die Ansicht im 90er Refraktor bei 35fach, obwohl ich dann zum Schluß noch meinen alten Japan-Refraktor rausgekramt hatte (60/700 mm mit 25er Huygens

). Letzter Anblick war schon ein Unterschied zu den moderneren Modellen wie Tag und Nacht. Aber so'n bißchen nostalisches Teleskop-Feeling muß auch mal sein.
04.09.2014 - 01:30-03:00 MESZ
Standort Kiel, heimisches WoZi-Fenster
Komet: Helligkeit +7,3 mag, Durchm. 10', DC= 4
Instrumente, allesamt Refraktoren:
120/600, 90/900, 70/900, 60/700 mm